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Full text of "Archiv Für Buchdruckerkunst Und Verwandte Geschäftszweige 26.1889"

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ARCHIV 


XXVI. BANI) 


LEIPZIG 


DRUCK UND VERLAG VON ALEXANDER WALDOW. 




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Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

^ |/^ s dürfte in der Gegenwart wohl kaum ein 
zeitgemässeres Thema geben, wie das über 
den Buntdruck auf der Buchdruckpresse, 
insbesondere der Schnellpresse. Schmücken wir doch 
unsere Arbeiten mehr wie dies je geschehen durch 
untergedruckte Töne, 
durch farbigen Auf¬ 
druck der Schrift, 
oder auch nur durch 
buntfarbige Initialen, 

Leisten und Einfass¬ 
ungen. Keine Buch¬ 
druckerei , kaum die 
kleinste in einer Pro¬ 
vinzialstadt. kann 
sich dieser Mode ent¬ 
ziehen, auch sie muss 
die gleichen Bahnen 
wenigstens im be¬ 
scheidensten Masse 
betreten, wie die Ofli- 
zinen der grösseren 
Städte, deren Rei¬ 
sende heut zu Tage 
überall ihre gefälligen 
Arbeiten anbieten 
und durch deren be¬ 
stechendes Aussehen 
nur zu häufig dem 
Kollegen der kleinen 
Stadt seine alten wer¬ 
ten Kunden untreu 
machen, wenn er 
nicht dem vorbeugte 

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oJcmatax 1859. 


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Vignette von Weiscrt. Schrift von Ureniller iS Marklowsky. 




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und ihnen annähernd eben so Gutes und Ansehn¬ 
liches bot. 

Wenn es auf der einen Seite bereits viele Pro¬ 
vinzialdruckereien gibt, die sich durch Anschaffung 
von Tiegeldruckmaschinen, diesem Hauptmittel zur 
Ausführung guter und billiger Accidenzarbeiten jeder 
Art konkurrenzfähig gemacht haben und in der That 
durch ausgezeichnete Lieferungen ihre Kunden zu 
fesseln verstehen, so gibt es leider noch deren sehr 

viele, die immernoch 

_ , nach alter Weise nur 

in schwarz drucken, 
weil sie meinen, die 
Verarbeitung bunter 
Farben mache zu viel 
Mühe und Kosten, es 
sei nichts daran zu 
verdienen. Gut! wir 
wollen uns diese An¬ 
sicht gefallen lassen, 
wenn die Betreffen¬ 
den auch ohne jene 
Arbeiten ihr gutes 
Auskommen haben, 
etwa durch ihre 
Wochenblätter oder 
durch behördliche 
Arbeiten etc. Ist dies 
aber nicht der Fall, 
dann sollte sich Jeder 
dem Zuge der Zeit 
anschliessen, ehe es 
zu spät ist, d. h. ehe 
ihm die Offizinen der 
grossen Städte diese 
Arbeiten ganz abge¬ 
nommen haben für 
alle Zeit. 

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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


4 


Ein jeder Buchdrucker, selbst der kleinste, sollte 
doch auch so viel Liebe zu seinem Beruf haben, nach 
Vervollkommnung in dieser Richtung zu streben. Wie 
viel Freude macht es ohne Zweifel, eine wohl- 


die meisten Fälle genügen wird. Dass ich auf Grund 
langjähriger Erfahrungen im Buntdruck dazu befähigt 
bin. dürfte mir kaum Jemand bestreiten, geben doch 
die zahlreichen Proben des Archiv das beste Zeugnis 



Breite magere Mediaeval von Woellmer, Laureata von Krebs. Schreibschrift von Gronau. 


gelungene eigene Arbeit zu betrachten, sich befähigt 
zu fühlen, auch Gutes leisten zu können. 

Wenn ich also zu Eingang dieses Artikels sagte, 
dass das Thema: »Der Buntdruck auf Buehdruck- 


dafür ab. Ich werde im Verlauf dieses Artikels 
zugleich die vielen wertvollen Notizen verwerten, 
welche mein »Wörterbuch der graphischen Künste« 
unter den verschiedensten Stichworten zerstreut 



Einfassung und Schriften von Klinkhardt. 


pressen« ein zeitgemässes sei, so hoffe ich, dass 
es von vielen meiner geschätzten Leser, besonders 
aber von jenen Zaghaften , die da glauben, der Farben¬ 
druck sei eine besondere, schwer auszuführende 
Kunst, mit Freuden begrüsst werden wird, wenn ich 
versuchen will, eine Anleitung dazu zu geben, die für 


enthält und diese Notizen mit meiner Arbeit zu einem 
einheitlichen Ganzen verschmelzen. 

Man wolle aber von mir als einem Mann, der 
stets die Praxis obenan stellt, nicht erwarten, dass 
ich eine gelehrte Arbeit schreiben werde, mein 
Bestreben wird auch in diesem Fall ausschliesslich 


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6 


Der Huntdruck auf Buchdruckpressen. 




darauf gerichtet sein, klar und verständlich für den 
mit dem Buntdruck gänzlich Unbekannten eine An¬ 
leitung zu geben, was man zu thun hat um einen 
guten, gefälligen, harmonischen, und was man zu 
lassen hat, um einen mangelhaften, durch schlechte 
Wahl der Farben zu einander das Auge beleidigenden 
Farbendruck zu vermeiden. 

Wenn auch meine Lehren mitunter nicht die 
Zustimmung des Farbendruckers von Beruf finden 


nicht zum wenigsten die Scheu vor einer Masse 
Farben, die man für nötig hielt und die bei seltnerem 
Gebrauch leicht dem Verderben ausgesetzt waren. 

Wie wenig gehört aber dazu, sich für den in 
bescheidenen Grenzen bleibenden Farbendruck ein¬ 
zurichten und recht hübsche Resultate ohne grosse 
Mühe zu erreichen, Resultate die Jeden um so mehr 
befriedigen werden, wenn er im Verlauf der Arbeit 
sieht, dass mit bescheidenen Mitteln viel zu erreichen 



Einfassung und Schrift von Flinsch. 


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sollten, so bitte ich im Voraus um Entschuldigung; 
was ich lehre ist trotz alledem das Ergebnis der 
eigenen Erfahrung, die sich so zu sagen aus sich heraus 
gebildet und bewährt hat, also vielleicht auch ihre 
eigenen, von denen Anderer abweichenden Wege 
geht. 

i. Von den Farben, 

Die Zahl der bunten Farben ist seit der Fabri¬ 
kation der Anilinfarben eine so grosse, dass es 
wohl eine Aufgabe wäre, sie alle zu nennen und 
gedruckt vorzuführen. Dies dürfte auch in der That 
überflüssig sein; ich werde im Verlauf meines Artikels 
mehr darauf sehen, meine Leser für wenige, als für 
eine so grosse Anzahl von Farben zu interessieren. 

Wenn viele der kleinen Offizinen sich bisher 
gescheut haben, Buntdruck auszuführen, so war es 


ist und dass das so schwierig Erschienene bei näherer 
Betrachtung und Übung doch auch nicht schwieriger 
ist, wie ein guter Schwarzdruck. Freilich, wer nicht 
gut in schwarz zu drucken versteht, wer nicht an 
gute Farbe, gute Walzen und an grösste Reinlich¬ 
keit gewöhnt ist, der sollte seine Hand vom Bunt¬ 
druck lassen, denn die beste Farbe ist nichts wert, 
wenn sie mit unreiner schlechter Walze gedruckt 
wird und wenn bei allen übrigen Verrichtungen die 
notwendige Reinlichkeit fehlt. 

Wie häufig kommt es vor, dass auswärtige 
Kollegen mich ersuchen, ihnen eine im Archiv 
abgedruckte Farbe abzulassen; wie sieht sie aber oft 
aus, wenn sie wieder vor meine Augen kommt, noch 
dazu häufig genug begleitet von bitteren Vorwürfen, 
nicht dieselbe Farbe geliefert zu haben. 

1 * 


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Der Runtdruek auf Ruchdruckpressen. 


8 


In diesen Fällen war ausschliesslich schlechtes 
Anreiben und unreine Walzen die Schuld. Ich will des¬ 
halb an dieser Stelle ganz besonders auf die Kapitel 
»Das An reiben der Farben'» und »Von den Walzen* 
hinweisen. in 
diesen beiden 
Verrichtungen 
liegt, neben der 
grössten Rein¬ 
lichkeit , das 
ganze Geheim¬ 
nis eines guten 
Buntdruckes. 

Man unter¬ 
scheidet in der 
Gegenwartdrei 
Gattungen von 
Farben: Die 
trockenen, die 
in Firnis an¬ 
geriebenen und 
die als Teig an¬ 
geriebenen Far¬ 
ben. Fast alle 
Fabriken lie¬ 
fern diese drei 
Sorten. 

Fragen wir 
unsnun,welche 
dieser Farben¬ 
gattungen ist 
die beste, be- 
quemst zu ver¬ 
wendende , so 
ist darauf zu 
antworten, 
dass eine jede 
für spezielle 
Verhältnisse 
ihre besondern 
Vorzüge hat. 

Wer tag¬ 
aus, tagein in 
Farbendruck 
beschäftigt ist, 
reibt sich ohne 
Zweifel jede 
Farbe am besten frisch an, d. h. er nimmt die trockene 
Farbe in entsprechendem Quantum und verreibt sie mit 
gutem Firnis zur Konsistenz einer reichlich mittel¬ 
starken Farbe, wenn er sie auf der Schnell- und 
Tiegeldruckpresse, zu einer starken, wenn er sie auf 
der Handpresse verdrucken will. Näheres darüber 


in dem Kapitel -Das Anreiben etc.«. Frisch an¬ 
geriebene Farben zeigen sich stets feuriger, decken 
besser und drucken sauberer, wie die anderen 
Gattungen, vorausgesetzt, dass sie eben gut und 

sachgemäss be¬ 
handelt wor¬ 
den sind. 

Auch den 
Offizinen sind 
sie am meisten 
zu empfehlen, 
welche selten 
Buntdruck aus- 
führen, denn 
verderben kön¬ 
nen sie nicht 
und das An¬ 
reiben macht 
keine besonde¬ 
ren Umstände, 
wenn es auf 
richtige Weise 
geschieht. 

In Firnis 
druckfertig an¬ 
geriebene Far¬ 
ben, wie solche 
von allenFabri- 
ken geliefert 
werden, sind 
zwar die am be¬ 
quemsten ver¬ 
wendbaren, 
doch nur, wenn 
man sie in kur¬ 
zer Zeit auf¬ 
braucht. Stehen 
diese Farben zu 
lange auf Vor¬ 
rat, so verhär¬ 
ten sie sich, 
bekommen eine 
feste Haut und 
sind kaum wie¬ 
der durch er¬ 
neutes Reiben 
brauchbar zu 
machen. Aufgiessen von Firnis, Verbinden mit 
Blase, Einfüllen in hermetisch verschlossene Büch¬ 
sen etc. etc. um die Luft abzuhalten, sind nur 
Notbehelfe, die sich für lange Zeit nicht bewähren, 
man kann deshalb die Benutzung solcher Farben 
nur dann anraten, wenn es sich darum handelt, 


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Umrahmung und Leisten aus Einfassung von Assmann. Schrift von Theinhardt. 


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9 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. — Derrieys Schnellpresse fiir Schön- und Widerdruck. 


10 


eine Arbeit in grosser Auflage , wie z. B. Prospekte. 
Preiskurante etc. hintereinanderweg bunt zu drucken, 
sich zu dem Zwecke ein entsprechendes Quantum 
Farbe angerieben kommen zu lassen und für die frag¬ 
liche Arbeit aufzubrauchen. 

Druckereien, welche nur selten Farbendruck aus- 
führen, sollten sich der angeriebenen Farben nicht 
bedienen, denn ausser dem Verhärten derselben tritt 
bei manchen auch eine gewisse Zersetzung ein. die 


In Anbetracht ihrer dauernden Brauchbarkeit 
und schnellen Verwendbarkeit eignen sich also die 
Teigfarben, bei Vermeidung vorstehender Übelstände, 
neben den trocknen Farben ganz entschieden am 
besten für Offizinen, welche nicht fortwährend mit 
Buntdruck beschäftigt sind. 

(Fortsetzung folgt.) 





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-Scfftraßc 6. 


6 




Vignette von Bauer & Co. Ecken »Zierrat« von Klinkhardt. Zicrlinie von Gronau. Schrift von Berger. 


sie vollständig unbrauchbar macht, so dass sie, wenn 
man sie dennoch benutzt, einen schlechten, matten, 
farblosen Druck geben und die Form leicht ver¬ 
schmieren. 

Die Teigfarben sind eine Erfindung neuerer 
Zeit; sie sind mit starkem Firnis und etwas Fett¬ 
zusatz zu einer konsistenten Paste angerieben, von 
der man ein der zu druckenden Auflage entsprechend 
grosses Stück abschneidet und dasselbe mit mittel¬ 
starkem oder schwachem Firnis auf dem Farbestein 
tüchtig durchreibt. 

Freilich bereiten diese Farben, so praktisch sie 
auch sind, weil sie in ihrer Zubereitung dem Verderben 
nicht unterliegen , manchem Drucker Schwierigkeiten, 
denn so wie sie mit zu vielem Firniszusatz angerieben 
werden, verlieren sie ihr Feuer und erscheinen matt 
und unansehnlich, decken auch schlecht. 


Derrieys Schnellpresse 

für Schön- und Widerdruck. 

n allen hervorragenden Kulturländern sind die 
Maschinenbauer neuerdings bemüht gewesen, 
durch konstruktive Neuerungen die Komplettdruck¬ 
maschinen zu verbessern. In Frankreich, wo im 
Gegensatz zu Deutschland die Komplettmaschine 
von jeher viel Verbreitung gefunden hat, sind es 
namentlich E. J. Lambert und Jules Derriey (Paris) 
gewesen, welche jüngst mit Erfolg neue Komplett¬ 
maschinen konstruierten. 

Die Derrieysche Schnellpresse ist derart ein¬ 
gerichtet, dass sie während eines Vorwärts- und 
Rückwärtsganges des die Schriftformen tragenden 
| Fundamentes das Bedrucken eines Bogens auf beiden 



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11 


Cerrieys Schnellpresse für Schön- und Widerdruck. 


12 


Seiten (Schön- und Widerdruck) unter Benutzung 
eines Schmutzbogens beim Widerdruck ermöglicht. 
Die Grösse dieser Presse ist im Vergleich mit anderen 
von derselben Art viel geringer und ferner sind die bei 
ähnlichen Pressen fast allgemein üblichen Einrich¬ 
tungen, nämlich die cardanisehen Gelenke, die 
elliptischen oder ähnlichen Zahngetriebe und die 
Vorrichtungen, welche dieDruckzilinder abwechselnd 
heben, in Fortfall gekommen wie bei der Lambert- 
schen Maschine. 

Das die Schriftformen tragende Fundament voll- 
führt die sogen. Kurbelbewegung und sind über dem 
Fundamente zwei Druckzilinder angeordnet, welche 
wechselweise arbeiten, der eine beim Hingang und 
der andere beim Rückgang des Fundamentes. Diese 
Zilinder überführen den Bogen aneinander in der 


seien arretiert, d. 1 l die das Fundament antreibende 
Kurbel sei in ihrer Totpunkttage. 

Sobald dieser Totpunkt überschritten wird, 
bewegt sich der Zilinder von rechts nach links, dreht 
den Zilinder C und erteilt demselben während seines 
Laufes eine volle Umdrehung, indem die Maschine so 
konstruiert ist, dass der abgewinkelte Umfang der 
Zilinder genau gleich ist dem vollen horizontalen 
Wege des Fundamentes in einer Richtung. 

In dem Augenblicke, wo die Bewegung beginnt, 
sei der zu bedruckende Bogen am Punkt A des Zilin- 
ders C erfasst, von dem Zilinder B herbeigeführt, so 
dass der Bogen noch auf dem Zilinder B liegt. 

Bezeichnet man in Fig. 1 bei Zilinder G den 
tiefsten Punkt des Umfanges mit E und bei Zilinder B 
den tiefsten Punkt mit H, so ist der auf dem Umfange 


Sehriftgiesserei (?) 

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LUDWIG- h MAYER 

,3 Frankfurt a. M. <? 

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~ PROGRAMM. ' 


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LAGER 

in 

pri6tall*^laö 

Porzellan 

und 

Mayolikawaren. 


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„In 

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_S Vertreter von @_ 


ECK & BONN 


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Brauerei 

MÜNCHEN. §y§o 


«• I. TEIL, -w- • > — 


Kaleidoskop-Ornamente von Ludwig & Mayer. 


Verbindungslinie ihrer Mittelpunkte, und zwar erfolgt 
die Überführung der Bogen zur Zeit des Stillstandes 
des Fundamentes an jedem Ende seines Weges und 
sobald die Zilinder Stillstehen, d. h. wenn die An¬ 
triebskurbel ihre Totpunktlage einnimmt. 

Auf den beistehenden Abbildungen veranschau¬ 
licht Fig. 1 schematisch die bezw. Stellungen der 
Schriftformen und des Bogens in den beiden End¬ 
stellungen des Fundamentes, während unsere Fig. 2 
eine Seitenansicht der Maschine ist. 

Über das Prinzip der Maschine ist folgendes zu 
bemerken. Die Schön- und Widerdruckmaschinen 
enthalten immer zwei Schriftformen, von denen die 
eine zum Bedrucken der einen Seite und die andere 
zum Bedrucken der anderen Seite des Bogens dient. 

Die beiden Schriftformen sind in Fig. 1 durch hori¬ 
zontale bezw. vertikale Schraffierung hervorgehoben. 

Das Fundament sei am Ende seines Weges, in 
der Zeichnung rechts, und die beiden Druckzilinder 


des Zilinders G gemessene (ca. 3 ji der Peripherie betra¬ 
gende) Abstand AE genau gleich dem horizontal 
gemessenen Abstand AE. Folglich bedrucken die For¬ 
men AF bei ihrem Vorbeigange unter dem Zilinder G 
den Bogen auf einer Seite vollständig. Das Fundament 
setzt seine Bewegung bis an das andere Ende seines 
Weges, in der Zeichnung links, fort und infolgedessen 
gehen die Formen BG ebenfalls unter dem Zilinder 
G hindurch; da aber der Bogen höchstens nur ebenso 
lang wie die Strecke AF ist. so geben die zweiten 
Formen keinen Abdruck, zumal der Zilinder selbst 
an diesem Teil seines Umfanges einen um die Dicke 
seines Überzuges geringeren Durchmesser hat. da die 
grösste Länge des Überzuges gleich der Strecke AF ist. 

Sobald das Fundament an dem linken Ende 
seines Weges angekommen ist, hat der Zilinder C 
eine volle Umdrehung gemacht; der durch die Formen 
AF bedruckte Bogen ist dann wieder am Eintrittspunkt 
A angelangl, er liegt indessen noch auf dem Zilinder C. 


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13 


Derrieys Schnellpresse für Schon- und Widerdruck. 


1-i 


In diesem Augenblicke beginnt das Fundament 
die umgekehrte Bewegung und legt denselben Weg 
wie vorhin zurück, der Zilinder C bleibt Stillstehen, 
während der Zilinder B, sobald er sich in Bewegung 
setzt, den auf einer Seite bedruckten Bogen mitnimmt, 
um den letzteren auf der zweiten Seite zu bedrucken. 


Bewegungsmechanismen dieser Zilinder derart, dass 
der linke Zilinder sich mit dem Fundamente, wenn die¬ 
ses von rechts nach links geht, bewegt, dann gehemmt 
wird und still steht, sobald das Fundament an das 
Ende seines Weges in dieser Richtung gekommen ist, 
während der rechte Zilinder sieh mit dem Fundamente, 





Derrieys Schnellpresse für Schön- und Widerdruck. 


Der auf den Umfang des Zilinders B gemessene 
(nahezu 8 /4 Zilinderumfang ausmachende) Abstand BH 
ist gleich dem horizontal gemessenen Abstand BH. 
Diese Abstände selbst sind gleich den Abständen A E. 
Es folgt daraus, dass der Druck auf der zweiten Seite 
des Bogens genau mit dem Druck auf der anderen 
Seite übereinstimmen muss. 

Charakteristisch für die Derrieysehe Maschine 
ist also das Vorhandensein folgender vier Einrich¬ 
tungen: 1) Anwendung eines zwei Schriftformen 
tragenden Fundamentes, welches durch eine Kurbel 
angetrieben wird. 2) Anwendung von zwei Druck- 
zilindern, deren Umfang genau gleich dem vollen 
Wege des Fundamentes ist. 3) Anordnung der 


wenn dieses von links nach rechts geht, bewegt und 
still steht, sobald das Fundament an das Ende seines 
Weges in dieser Richtung gelangt ist. 4) Stillstand des 
Fundamentes und der beiden Zilinder, wenn die-Treib- 
kurbel des Fundamentes sich im Totpunkte betindet. 

Über die Einrichtung der Maschine ist folgendes 
zu bemerken: 

Die Maschine enthält zwei Längsrahmen K, 
welche unter sich durch Streben verbunden sind. 
Auf diesen Rahmen liegen die Gleitschienen L, welche 
den Rollen I als Unterlage dienen, und auf diesen 
Rollen ruht nun das die Schriftformen tragende 
Fundament. Das Fundament wird durch eine 
Kurbel bewegt, welche auf die Achse eines Rades 


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15 


Derrieys Schnellpresse für Schön- und Widerdruck. — Neusilber als Material zu Winkelhaken. 


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M einwirkt, das zugleich in eine unter demselben 
angebrachte Zahnstange und in eine über dem¬ 
selben an dem Fundament befestigte Zahnstange 
eingreift. 

Jeder von den beiden Druckzilindern BC wird 
durch eine Auffanggabel FF arretiert. 

Der Bogeneinleger stellt sich bei dem Tisch A 
auf. Der eingelegte Bogen wird von den Greifern des 
Druckzilinders B, sobald diese sich während der 
Umdrehung des Zilinders B oben befinden, erfasst, 
und bis zur Mitte zwischen die beiden Druckzilinder 
geführt, in welchem Augenblicke der Zilinder B, der 
jetzt seine Umdrehung vollendet hat, still steht. Zu 
derselben Zeit öffnen sich jene Greifer, während die 
Greifer des Zilinders C den Bogen erfassen und bei der 
Umdrehung dieses Zilinders mitnehmen, so dass der 
Bogen auf der einen Seite bedruckt und hierauf wieder 
bis zur Mitte zwischen die Zilinder geführt wird. 

Sobald der Zilinder C seine Umdrehung vollen¬ 
det hat, öffnen sich seine Greifer und diejenigen des 
Zilinders B schliessen sich wieder, um den Bogen 
mitzunehmen und auf der zweiten Seite bedrucken 
zu lassen. Die Greifer von B öffnen sich von neuem, 
wenn sie bei der Walze D angelangt sind, und der 
losgelassene Bogen wird sodann durch Führungs¬ 
bänder, ähnlich wie bei anderen Maschinen, auf den 
Tisch E transportiert. 

Nachdem die Greifer von B den Anlegetisch 
passiert haben, schliessen sie sich wieder, um den 
folgenden Bogen festzuhalten, welchen sie wie vorhin 
an den Zilinder C übergeben, sobald sie wieder in 
die Mitte zwischen den Zilindern angelangt sind. 
Sodann nehmen die Greifer von B diesen Bogen, 
nachdem der Zilinder C eine Umdrehung gemacht 
hat, an derselben Stelle, wo sie ihn zuvor abge¬ 
geben hatten, wieder auf, um ihn auf der zweiten 
Seite bedrucken zu lassen und hierauf an die Abnahme¬ 
walze abzugeben u. s. w. 

Wenn ein Schmutzbogen benutzt werden soll, 
so wird derselbe von dem bei dem Tisch F stehenden 
besonderen Bogeneinleger angelegt, durch Walzen und 
Bänder weiter bewegt und zwischen den bedruckten 
Bogen und den Druckzilinder B geführt, ebenso wie 
dies bei den bisher ausgeführten Maschinen geschieht. 

Die beiden Zilinderfarbewerke besitzen übrigens 
je eine, automatisch durch Exzenter i und Hebel g 
auf- und niederbewegte Auftragwalze f. Würde letz¬ 
tere sich nicht zeitweise heben, so müsste sie auf der 
Form umkehren, was leicht fatale Farbestreifen zur 
Folge hätte. Der Umstand, dass der eine Zilinder beim 
Hingang, der andere beim Rückgang des Fundamentes 
druckt, dürfte gegenüber anderen Komplettmaschinen, 
welche beim Hingang mit beiden Zilindern und beim 


Rückgang gar nicht drucken, den Vorzug eines gleich- 
massigeren Ganges und Kraftverbrauchs mit sich 
bringen. 

Jüngst haben auch Bulon, Braithwaite & Smith 
in Manchester eine höchst bemerkenswerte Schnell¬ 
presse für Schön- und Widerdruck erfunden. Die¬ 
selbe besitzt nur einen Druckzilinder. - l - 


Neusilber als Material zu Winkelhaken. 

Heft 8/9 des 25. Jahrganges unseres Archiv 
brachten wir einen Artikel über den neuen 
Winkelhaken-Verschluss des Herrn Bernhardt Nogatz 
in Berlin, zugleich ein Urteil dieses Herrn über die 
Benutzung des Neusilbers zu Winkelhaken mit ab¬ 
druckend. Dieses Urteil lautete dahin, dass das 
Neusilber schädlich sei, weil es durch den Schweiss 
der Hand Giß erzeuge und dieses Gift dem Blut mitteile- 

Wir haben damals schon bemerkt, dass wir nicht 
in der Lage sind, die Angaben des Herrn Nogatz zu 
beurteilen, baten aber unsere Leser uns ihre Erfahr¬ 
ungen in dieser Angelegenheit mitteilen zu wollen. 

Wir empfangen nun heute nachfolgendes Urteil 
einer renommierten Neusilberfabrik: 

»Vergiftungserscheinungen durch die Haut hindurch, 
infolge Berührung mit Neusilber, sind bisher noch nirgends 
beobachtet worden, sonst wären diesbezügliche Erörterungen 
schon längst an die Öffentlichkeit gedrungen; auch ist in 
meiner Fabrik, in welcher nun schon länger als ein halbes 
Jahrhundert Neusilber fabriziert wird. noch kein einziges 
Mal beobachtet worden, dass sich die in dem mir ein- 
gesandten Artikel beschriebenen Erscheinungen gezeigt 
hätten. Weder die Walzer noch die Drahtzieher, welche 
den ganzen Tag über mit Neusilber hantieren, haben bis¬ 
her geklagt. — An genannter Stelle wird die Vermutung 
ausgesprochen, dass sich durch den Schweiss der Hand 
an dem Neusilber schädliche Metallsalze bildeten, und 
diese durch die Haut in das Blut gelangten. Wäre diese 
Annahme richtig, so müsste die Vergiftung sofort und auf 
das Deutlichste bei den Arbeitern eintreten, welche mit 
dem Beizen von Neusilberblech und -Draht beschäftigt 
sind. Die Beizen enthalten Metallsalze genug und benetzen 
auch fast ununterbrochen mehr oder weniger die Hand 
des Arbeiters; das lässt sich gar nicht vermeiden. Zudem 
befindet sich bei dieser Beschäftigung die Epidermis der 
Hand durch das stete Eintauchen in Flüssigkeiten in einem 
aufgeweichten Zustande, der einer Resorption entschieden 
günstig sein müsste. Man sollte nach dem mehrfach 
citierten Artikel annehmen, dass hier sicher Vergiftungen 
auftreten müssten; es ist aber seither nichts derartiges 
vorgekommen. In meinem Kupferhammer kann man täglich 
beobachten, dass Arbeiter vom Anfassen der mit Kupfer¬ 
oxidul bedeckten Bleche ganz rote Hände haben. Dadurch 
veranlasste Krankheilserscheinungen haben sich jedoch 
bisher gleichfalls noch nicht gezeigt. Dies wird erwähnt, 
weil Kupfer ein wesentlich leichter oxidbarcs Metall ist, 


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17 


Schriftprobenscliau. 


IS 


als Neusilber und daher noch leichter als dieses zu 
Unzuträglichkeiten Veranlassung geben sollte. — Aus allen 
diesen langjährigen Erfahrungen und Beobachtungen kann 
inan wohl mit Sicherheit schliessen, dass die Benutzung 
eines neusilbernen Winkelhakens keinerlei Besorgnis zu 
erregen braucht, zumal, wenn derselbe, was man wohl 
billig voraussetzen darf, in einem auch nur einigermassen 
sauberen Zustande erhalten wird. — Die angeführten 
Krankheitserscheinungen ähneln so sehr den durch eine 
Bleivergiftung hervorgerufenen, dass man wohl mit mehr 
Recht die Schuld dem Blei beimessen muss. 


Sehriftprobensehau. 

in sehr reichhaltiges Material für den Accidenzsatz 
sandten uns Ludwig <£■ Mayer. Zuerst verdienen 
Erwähnung die xierlichen Kaleidoskop-Ornamente in 
69 Figuren. 

Wie das nachstehend abgedruckte Figurenverzeichnis 
beweist, enthält diese Sammlung eine grosse Zahl schwung¬ 
voll und elegant gezeichneter Stücke, die sich zur Aus¬ 
schmückung von Karten, Briefköpfen, kleinen Titeln, einzelnen 
Bubrikzeilen ganz vorzüglich eignen. Wir bedauern nur, 
dass die Giesserei von einer streng systematischen Einteilung 
der Kegelstärken der einzelnen Stücke absah. so dass viele 
derselben da Fleisch besitzen, wo man ein Auslaufen auf 
vollen Kegel wünscht, um besser mit anderen Stücken an 
die Zeichnung heranzukommen. 

Vielleicht beachten die Herren Ludwig & Mayer diesen 
Umstand und führen auch für diese Ornamente das übliche 
System ein, nach welchen die Stücke auf 3 Funkte, 6 Punkte, 
9 Punkte, 12 Punkte etc. gegossen werden. 

Ein paar kleine Anwendungen dieser Ornamente fügten 
wir auf Spalte 11/12 noch im letzten Augenblick diesem 
Heft ein. 

Ein ähnliches, ebenso zierliches Accidenzmaterial bilden 
di e Kartenecken derselben Firma; es sind das kleine, nette 
Sächelchen, mit denen man den Arbeiten auf leichte Weise 
einen gefälligen Schmuck verleihen kann. Freilich sollte 
die Anwendung solcher Sachen nicht übertrieben werden, 
wie man dies häufig sieht. Gerade in masvoller. am rechten 
Ort bewerkstelligter Anwendung liegt der Reiz. 

Beachtenswert ist auch die Halbfette Cirkular , geschnitten 
als Auszeichnungsschrift für die nachstehende einfache Schrift 

cJeier cRichier cffarl ‘IPagner 

dieser Art, welche wir bereits früher veröffentlichten. F.s ist 
eine deutliche, schöne und eigenartige Schrift, die ohne 
Zweifel Beachtung verdient. 

Scheiter d- Giesecke führen uns nachstehend ein interessan¬ 
tes neues Material vor. Es sind dies strahlenförm ig anslaufende, 
gefällig schattierte Ansätze für Rechnungen und ähnliche 
Formulare. 

Wir begegnen den gleichen Verzierungen oft auf litho¬ 
graphischen Arbeiten, wo sie sich stets sehr effektvoll prä¬ 
sentieren. Genannte Firma hat mit der Herstellung dieser 
Verzierungen wieder bewiesen, dass sie, mit offenem Auge 
für alles Brauchbare, unablässig bemüht ist, uns mit der¬ 
artigem effektvollen Material zu versehen und uns in den 
Stand zu setzen, mit der Lithographie Schritt halten zu 
können. Wir drucken nachstehend aus Mangel an Platz 
nur 4 Grössen dieser Vignetten ab, bemerkend, dass 


17 Grössen davon vorhanden sind. Von der Verwendbar¬ 
keit derselben gibt unser Blatt F das beste Zeugnis. 

Die Giesserei F. W. Assmann (Berlin) veröffentlicht in 
dem heutigen Heft eine neue Silhouetten-Einfassung. Reich, 
dabei doch höchst zierlich gezeichnet und nur aus wenig 
Stücken bestehend, wird sie sich ohne Zweifel viele Freunde 
erwerben, Unsere Leser finden auf den Spalten 27/28 ein 
Figurcnverzeiclmis, während sich auf den Spalten 7/8 
eine erste Anwendung dieser Einfassung beiindet. 

Eine Anzahl Neuer Inseraten-Einfassungen der Tludhard- 
schen Giesserei führen wir auf Spalte 27/28, wie auf der 
dritten Seite des Umschlags dieses Heftes, in Anwendungen 
vor. Es befinden sich darunter sehr gefällige, ihren Zweck 
bestens erfüllende Muster, so dass man wohl annehmen 
kann, dass sie bald Verwendung in dem Inseratenteil der 
Zeitungen finden werden. 

Von Gronau finden unsere Leser eine Probe, enthaltend 
Architektonische Ornamente, Neue Eckvignetten und Scherz¬ 
hafte Ecken. Die zuerst genannten beiden Sachen haben 
wir bereits in Heften des 2ö. Bandes unter Schriftproben¬ 
schau abgedruckt und auch mehrfach angewendet, zuletzt 
in Heft 8,9 auf Blatt W, Anwendung 4, wo sie sich gewiss 
in gefälliger Weise zeigen. Die scherzhaften Ecken stammen 
wohl aus neuester Zeit; auch sie gehören zu den Materialien, 
die, dem Geschmack der Gegenwart Rechnung tragend, zur 
freien Anwendung und Ausschmückung an dieser oder jener 
Stelle der dazu überhaupt geeigneten Arbeiten bestimmt 
sind. 

Hugo Friebel d'■ Co.. Messingschriften-Fabrik (Reudnitz- 
Leipzig) legt diesem lieft eine Probe ihrer Messingschriften 
aus einem Stück bei. Sauberer, starker Guss und exakter 
Schnitt zeichnen diese von uns schon öfter empfohlenen 
Schriften vorteilhaft aus. 

Die Scliriftgiesserei Julius Klinkhardt in Leipzig hat 
uns die 16. Folge ihrer Schriftproben übersandt. Das 
Heft lässt erkennen, dass diese Giesserei nach wie vor 
ßcissig schafTt und unser Accidenzmaterial durch brauchbare 
Materialien zu bereichern bemüht ist. Wir finden eine 
Mediaeval-Schreibschrift, Schmale und breite Renaissance, 
Merkur-Kanzlei. Miniatur-Verzierungen, Nene Reihen-Ein¬ 
fassungen , Altdeutsche und Gotische Initialen (auch zwei¬ 
farbig), Typographischer Zierrat Serie 68, Zierleisten und 
Schlussstücke aller Art. darunter solche in altdeutscher 
Kanzlei-Manier, Senkrechte Zierleisten, Gelegenheits-Vignetten, 
Embleme, Polytypen, Weihnachts- und Zeitungs-Vignetten. 

Besonderes Interesse erregt ein Blatt mit gut getroffenen 
und gut ausgeführten Porträts des Kaisers und der Kaiserin, 
der Kaiserin Witwe Viktoria, der Könige von Sachsen, 
Schweden. Dänemark, des Prinzregenten von Bayern, des 
Papstes, Bismarcks und Moltkes in verschiedenen Grössen. 

Wir möchten die Aufmerksamkeit unserer Leser ganz 
besonders auf die dem fraglichen Heft entnommene, diesem 
ersten Heft beiliegende Probe des *Typographischen Zierrat « 
Hinweisen. Der heutige Geschmack bedingt die Verwen¬ 
dung kleiner, leicht hingeworfener Zierstiicke zur Aus¬ 
schmückung gewisser Arbeiten; auf der fraglichen Probe 
befinden sich eine grosse Zahl solcher zierlicher Stücke, 
während das dem heutigen Heft beiliegende Iiartenblatt I, 
das wir der Güte des Herrn Klinkhardt verdanken, eine 
Anwendung dieser wie der senkrechten Zierleisten zeigt. 
Wir zweifeln nicht, dass diese Anwendungen Beifall finden 
werden. 

Von den erwähnten Kopfleisten in altdeutscher Kanzlei- 
Manier gibt den Lesern die heute beigelegte Adresse , Beilage A, 

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19 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


20 


ein schönes Bild; die dort verwendete Leiste ist für die Dru- 
gulinsche Offizin in Leipzig nach einer dieser Leisten 
vergrössert worden. Einen prachtvolleren Schmuck konnte 
die fragliche Adresse wohl kaum erhalten. 

Genstch tC- lieyse versandten in den letzten Tagen ein 
starkes Supplementlieft ihrer Schriftproben für das Jahr 1888. 
Auch dieses Heft beweist, dass die genannte Giesserei es 
verstanden hat, eine besonders reiche Zahl von Schriften 
im Mediaeval-, Etienne-, Ehevier-, Garamonde- und im 
Hönischen Charakter zu vereinigen, Schriften, die sich 
sämtlich durch Gefälligkeit und Klarheit ihrer Formen aus¬ 
zeichnen und deshalb ganz besonders diejenigen Offizinen 
Anziehen werden, welche mit Vorliebe ausschliesslich stil¬ 
volles Material verwenden. 

Doch auch Das, was die Probe an Schriften modernen 
Schnittes enthält, ist höchst beachtenswert. Schöne Fraktur- 
and Antiquaschriften, Schwabacher-, Schreib - und Zierschriften, 
Einfassungen aller Art, letztere zumeist im alten Stil, 
zieren das Heft. 

Besondere Beachtung verdient die Münchener Benais- 
sance-Fraktur, eine Benaissance-Antiqua und Kursiv, die 
Holsatia-Schriften und eine Bökoko-Schreibschrift. Letztere 
zeigt eine F.xaktität des Schnittes und eine gefällige Rundung 
der Formen, wie wir solche kaum noch gesehen haben; 
ein daraus gedrucktes, der Schriftprobe beigelogtes Zirkular 
aus dieser Schrift erschien uns auf den ersten Blick als 
die Arbeit eines geschickten Lithographen, so schön und 
zart zeigt sie sich. Die Firma Geirzscli & Heyse erhielt 
»für Bereicherung der Schriftgiesserei durch stilvolle Formen 
und vollendete Tecluiik derselben« die Auszeichnungs-Medaille 
der Münchener Kunstgewerbe-Ausstellung, eine Anerkennung, 
die sie im vollsten Masse verdient. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

it dem vorliegenden ersten Heft des 2fi. Randes unseres 
Archiv treten wir in ein neues Vierteljahrhundert ein; 
möge dem Blatt auch ferner das Wohlwollen, die 
Unterstützung und die Anerkennung seiner Leser nicht 
fehlen, auf dass es gedeihe wie bisher. 

Einen Beweis von der reichen Unterstützung, welche uns 
bisher von Seiten vieler der renommiertesten Offizinen 
Deutschlands zu Teil wurde, gab der Jubelband des Archiv: 
zahlreiche Arbeiten dieser Offizinen schmücken ihn und 
vertreten die verschiedenen Geschmacksrichtungen in der 
Ausstattung der typographischen Arbeiten der Gegenwart. 

Doch auch der neue Band führt sich gleich beachtens¬ 
wert ein, denn nicht weniger wie vier Proben fremder 
Offizinen und eine grosse Zahl Novitäten renommierter 
Giessereien schmücken das erste Heft in hervorragender 
Weise und ermöglichen uns. wieder in alter gediegener 
Ausstattung vor unsere Leser treten zu können. 

Darum Dank allen den freundlichen Spendern dieser 
Proben für das erste und für die folgenden Hefte; mit 
solchen Freunden zur Seite wird uns auch ferner der 
Segen nicht fehlen. 

Wir haben auf den Textseiten dieses Heftes eine 
Anzahl Anwendungen aus neuen Materialen eingeschaltet. 
Veranlasst dazu wurden wir durch die Einrichtung in 
unserem Jubelbande, in welchem wir frühere Arbeiten des 
Archiv in dieser Weise aufs neue unseren Lesern ver¬ 


führten, um ihnen ein Bild des Wirkens aus alter Zeit zu 
geben. Diese Einrichtung hat so viel Beifall gefunden, 
dass wir sie auch in Zukunft beibehalten wollen, anstatt 
jener alten Anwendungen nun ausschliesslich deren neue 
bringend. 

Wir hoffen damit insbesondere denen unserer Leser 
einen Gefallen zu erweisen, welchen es um einfach schwarze 
Muster zu thun ist, die wir doch in so reicher Zahl nicht auf 
den Musterblättern zu geben vermochten. Den Giessereien 
dürfte diese Einrichtung gleichfalls willkommen sein, da 
ihre Neuigkeiten nun vermehrte Verwendung finden. Die 
Bezugsquellen der wichtigsten Materialen haben wir gleich 
unter den Sätzen vermerkt. — 

Unter den Proben des ersten Heftes ist, wenn wir 
dieselben der Bcilie nach aufführen, zuerst der Titel zu 
nennen; derselbe ist eine Arbeit unserer eigenen Offizin 
und besteht sein Hauptschmuck in der Italienischen Einfassung 
von Theinhardt, die durch ihre einfachen, ruhigen Formen 
einen um so vorteilhafteren Eindruck macht, als der 
Glanz des Goldes, gehoben durch die schwarzen Konturen, 
sie in entsprechender Weise hervorlreten lässt. Die breiten 
und schmalen Strichlinien lieferten Zierow <£• Mensch, das 
übrige Material zu der Umrahmung gleichfalls Theinhardt. 

Gedruckt wurde das Blatt in gelbem Ton, gemischt 
aus Chromgelb und Weiss, in grauviolettem Ton, gemischt 
aus Weiss, Blau und Braun, Gold in gewöhnlicher Weise 
und Schwarz. 

Blatt G, eine Nachahmung der alten Miniaturen in 
ihrer frischen, dem Auge schmeichelnden Farbenpracht, 
entstammt der Hofbuchbinderei Gustav Fritzsehe in Leipzig, 
die uns die Platten zur Ausführung dieses reizenden 
Blättchens überliess. Sind diese Platten bezüglich des 
Passens auch nicht mit jener ExakLität hergestell t, wie 
man solche für typographischen Buntdruck liebt, so ist 
das Blatt doch in der That eine ganz reizende Arbeit, die 
uns sicher den Beifall unserer Leser und dem freundlichen 
Darleiher der Platten deren Dank erwerben wird. 

Die im Kopf verwendete Gotisch entstammt der Schrift¬ 
giesserei Woelhner, die im Text unten verwendete in allen 
Graden der Schriftgiesserei Bauer <f* Co. 

Gedruckt wurde das Blatt mit Geraniumrot, dunklem 
Miloriblau, dunklem Seidengrüu, blassblauem Ton, gemischt 
aus Weiss und Miloriblau, Gold und mit einem Aufdruck 
in Violettschwarz. 

Unser drittes Blatt F bringt zwei reizende Briefköpfe, 
gedruckt von Originalsätzen der Offizin Scheiter <!'■ Giesecke. 
Die in der Schriftprobenschau genannten und abgedruckteu 
strahlen- und wolkenförmigen Verzierungen fanden liier in 
geschickter Weise Verwendung und zeigen, in wie vorteil¬ 
hafter und gefälliger Art sie derartige Arbeiten zu zieren 
vermögen. Die untere dritte Anwendung enthält eine reizende 
Vignette von Bauer <& Co. 

Gedruckt wurde das Blatt in Blaugrau, gemischt aus 
Weiss, Schwarz und etwas Blau und in blauem Aufdruck. 

Das Blatt 1 schmücken zwei Karten der Klrnkhardtschen 
Offizin. Die obere dieser Karten enthält eine Anzahl jener 
reizenden Zierstücke , welche die Giesserei Klinkhardt schnitt 
und in vollständiger Probe dem heutigen Heft beilegt. 
In wie vorteilhafter Weise diese Stücke anzuwenden sind 
und wie sehr sie zu ungezwungener, graziöser Ausschmückung 
derartiger Arbeiten dienen können, beweist jene Karte. 
Eine grosse Zierde derselben bildet auch die gefällige, 
dort verwendete senkrechte Leiste. Die zweite, auf dem 
Blatt enthaltene Karte kann als vortreffliches Muster für 



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21 


Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


22 


Karten mit vielen Text dienen. Die Gruppierung der 
Zeilen ist eine ungezwungene, gefällige, die Gesamt¬ 
ausstattung eine zwar einfache, aber sehr ansprechende. 
Das sämtliche Material zu beiden Karten stammt aus der 
Schriftgiesserei Klinkhardt. Die oben genannten Zierstücke 
(Zierrat) dieser Firma haben wir, wie unsere Leser sehen 
werden, noch zur Ausschmückung der Karle auf Spalte 9/10 
verwendet. 

Gedruckt wurde das Blatt mit blauem Ton, gemischt 
aus Weiss und Miloriblau und mit Blauschwarz zum 
Aufdruck. 

Unser fünftes Blatt A ist eine Gabe der Drugulinschen 
Offizin in Leipzig, eine Jubeladresse darstellend, wie solche die 
genannte Druckerei bei Gelegenheit eines Gemeindeältesten- 
Jubiläums auszuführen hatte: das Blatt ist also so recht 
eigentlich aus der Praxis hervorgegangen. Die Gesamt¬ 
ausstattung ist im altdeutschen Stil gehalten, dessen Pflege 
sich die genannte Offizin ganz besonders und in meister¬ 
hafter Weise angelegen sein lässt. Die altgotischen Schriften, 
die Gcnzsch <£• Heyseschen Renaissance-Ornamente und die 
prachtvolle Klinkhardtsche Zierleiste im altdeutschen Kanzlei¬ 
stil vereinigen sich hier zu einem höchst ansprechenden, 
wohlgelungenen Ganzen. 

Gedruckt wurde das Blatt mit Gold, Geraninmrot, 
Miloriblau und Schwarz. Farben von Käst & Ehinger, 
welche Firma überhaupt die bunten Farben zu sämtlichen 
Blättern lieferte. 

Gedruckt wurden auch die fremden Blätter in unserer 
Offizin. 

Zeitschriften und Bücherschau. 

— Die Herren Förster d: Barries in Zwickau i. S., deren 
Accidenzarbeiten sich sowohl in weiteren Kreisen wie auch 
seitens ihrer Facligenossen durch ihre vortreffliche Aus¬ 
führung vielen Beifall und grosse Anerkennung erworben 
haben, sind auf die glückliche Idee gekommen, ein starkes, 
reiclialtig ausgestattetes Musterbuch, von lauter Arbeiten 
aus der täglichen Praxis, gleich richtig auf dazu übliche 
Papiere gedruckt und in das Buch eingeklebt, herauszu¬ 
geben und für 25 Mark zürn Verkauf zu stellen. Dieses 
Musterbuch, nunmehr vollendet, liegt uns zur Beurteilung 
vor und wir können unser Urteil nur dahin abgeben, dass 
die Herren Förster & Borries in demselben ein ganz 
vortreffliches Hilfsmittel zu eleganter und praktischer Aus¬ 
führung aller Arten von Arbeiten geschaffen haben. Was 
irgend an Formularen in der Praxis vorkommt, ist in dem 
Buch vertreten, man dürfte daher kaum nach irgend einem 
solchen vergebens suchen. Wir müssen jeder einzelnen Arbeit 
nachrühmen, dass sie mit ausgezeichnetem Geschmack gesetzt 
und vortrefflich gedruckt ist und dass die einfach noble 
Ausstattung derselben jedem Käufer vorteilhaft in die Augen 
fallen wird. Es wird uns in einem der nächsten Hefte 
gestattet sein, einige Proben aus diesem Musterbuch zu 
veröffentlichen, um unseren Lesern durch den Augenschein 
zu beweisen, dass unser Lob ein gerechtes und wohlver¬ 
dientes ist. Wir haben uns in Anbetracht des Wertes 
dieses Musterbuches bereit erklärt, dasselbe für die Herren 
Förster <('■ Bornes zu verkaufen, empfehlen uns deshalb 
unseren Lesern zur Lieferung desselben zum Preise von 
25 M. Lieferung können wir aber nur direkt per Post, 
nicht auf dem Wege des Buchhandels bewerkstelligen. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. 50jährige: Am 25. November der Drucker 
Dom. A lossauer in Giinzburg in Bayern. 25jährige: ln 
Hamm der Maschinenmeister Caspar Stratmann in der 
Groteschen Buchdruckerei daselbst. — Am 1. November 
Herr R. Heimchen in der B. G, Teubnerschen Buchdruckerei 
in Dresden; derselbe ist seit 45 Jahren in genanntem 
Geschäft tliätig. — Am lß. Oktober der Maschinenmeister 
Georg Heggblom in der Jakobschen Buchdruckerei in 
Hannover. 

— Gestorben: Am 18. Oktober der Buchdruckereibesitzer 
Salomon David Magyar in Temcsvar. — Am 24. Oktober 
der Obermaschinenmeister Franz Stoegner in Berlin. — 
Am 28. Oktober der Korrektor Karl Joseph Hussar in Wien. 

— Am 9. November der Faktor und Lehrer an der Buch¬ 
druckerfachschule zu Leipzig Karl Richard Schneider 
daselbst. — Am 10. November der Stadtälteste Raymund 
Härtel, früherer Chef des weltberühmten Hauses Breitkopf & 
Härtel in Leipzig. Derselbe wurde am 9. Juni 1810als Sohn des 
Johann Christoph Härtel geboren, führte mit seinem Bruder 
Herrn. Härtel nach des Vaters Tode das Geschäft gemein¬ 
schaftlich bis zum Jahr 1875 und tral 1879 ganz ans, nach¬ 
dem bereits 1878 bez. 1875 zwei Enkel J. Chr. Härtels, 
Stadtrat Wilhelm Volkmaim und Dr, 0. v. Hase in das 
Geschäft als Teilhaber eingetreten. 

— Der durch ihre soliden Schnellpressen rühmlichst 
bekannten Maschinenfabrik von Klein Forst d Bahn Xach- 
folger in Johannisberg a. Rh. wurde auf der Brüsseler 
Ausstellung der höchste Preis, die goldene Medaille zuerkannt. 

— Das Ehrcndiplom dieser Ausstellung erhielten Beit <£• 
Philippi, Farbenfabrik in Hamburg, ferner die silberne Medaille 
die Verlagshandlung von G. Hedeler in Leipzig für sein 
Exportjournal. (S. a. Verzeichnis im 12. Heft letzten 
Jahrganges.) 

— Beit d• Philippi in Hamburg und Stassfurt legen 
diesem Heft eine Probe von Brüsseler Blau bei, das sich 
durch eine brillante ultramarinartige Farbe auszeichnet, 
doch vor diesem den Vorzug leichteren Drückens und grosser 
Ausgiebigkeit haben und ohne nachteilige Einwirkung auf 
Kupferchlichees verwendbar sein soll. Weitere empfehlens¬ 
werte Eigenschaften dieser Farbe sind: Lackierfähigkeit 
und Lichtbeständigkeit. 

— Die Hofbuchdnickerei MiMthaler if- Co. in München. 
Münchener Blätter hatten den Übergang dieses Unternehmens 
auf Herrn Karl Ungerer mit dem Zusatz berichtet, dass 
die Gründung einer Aktiengesellschaft beabsichtigt sei. 
Dem gegenüber erfährt die Münchener »A. Z.« von dem 
Erwerber selbst, dass diese Absicht nicht besteht. 

— Die Buchdruckerei, Schriftgiesserei und Verlagsbuch¬ 
handlung von Troicitzsch d Sohn in Berlin ist von den Herren 
Edmund Mangelsdorf und Dr. Otto Frciherm v. d. Pforten 
käuflich übernommen worden. 

— Eine Submission von grossartigem Umfange ist am 
19. September in Konstantinopel erledigt worden. Es 
handelte sich um die Vergebung der Papier- und Druek- 
lieferung von 955830500 Umschlägen für die türkische 
Tabaksregic. Es waren 23 Offerten cingegangen und zwar 
•4 aus der Türkei selbst, 4 aus Frankreich, ß aus Oesterreich- 
Ungarn, 8 aus Deutschland und 1 aus Italien. Die billigste 
Offerte hatte die Firma Chaix in Paris gestellt und erhielt 
diese denn auch die Lieferung zugesprochen. 

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Novitäten der Schriftgiesserei Ludwig & Mayer, Frankfurt a. M. 

3. Halbfette Circular. 

ytlm an der iDonau Siönig von Sachsen 

ßehr er an der cReatsdiute zu §era (T> tl ist eh ti tiij der &bbe lind cFtut 

Sieichsgericht ^Darmfidctt 
Swickaner ~ ctfoh lenlager * 3 )eil tsche ideschictl fe 

Lehrbuch für Schriftsetzer 

Stalieti Spanien Sngl&nd 



Strahlen- und Wolken-Yignetten der Schriftgiesserei J. G. Scheiter & Giesecke, Leipzig. 



2967 a M. 3.— 

Erschienen in 17 Nummern. 



2961 a M. 3.— 


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Einfassung und Ecken von Ludwig & Mayer, Frankfurt a. M. 


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Mannigfaltiges. 


28 


— Unser abgebrannter Kollege Buchdrucker Albiete in 
Hünfeld hat nach dem »Lpz. Tgbl.* neben dem Vorschussverein 
und dem Grünen Baum auf dem Anger der Stadt eine Baracke 
errichten lassen, um sein Geschäft wieder aufzunehmen. 

— Eine bedeutende und anzuerkennende Arbeitsleistung 
hat die Fahrkarten-Druckerei der sächsischen Staatseisen¬ 
bahnen zu verzeichnen. Mit dem am 1. Oktober d. J. in 
Kraft getretenen neuen Personengeldtarife des sächsischen 
Staatsbahnbereichs, machte sich der Umdruck einer grossen 
Zahl von Fahrkarten nötig, welche Arbeit bei der Kürze 
der zur Verfügung stehenden Zeit und der grossen Zahl 
der Kartenausgabestellen die Indienststellung von 12 Druck¬ 


war. In der Druckerei wurde nach viermal verlangsamtem 
Zurückdrehen der phonographisehen Walze der Vortrag 
durch den Phonographen wiedergegeben und von geübten 
Setzern unmittelbar nach dem Hören der Satz fertiggestellt. 
Es zeigte sich, dass der Satz viel weniger Fehler enthielt, 
als dies gewöhnlich beim Setzen nach oft unleserlichen 
Manuskripten der Fall ist, und es scheint sonach die un¬ 
verfälschte und unverstümmelte Wiedergabe von Beden 
ohne Vermittelung mehr oder minder unzuverlässiger 
Berichterstatter in Aussicht zu stehen. — Nach dieser 
Mitteilung, welche wir unter allem Vorbehalt wiedergeben, 
müsste übrigens die alte, praktisch durchaus unbrauchbare 




Neue Silhouetten-Einfassung - von F, W. Assmann, Berlin. 

Minimum 7 Kilo, ä 1 a Kilo M. 3.50. (S. a. Spalte 7,8.) 





Qjbg) 




Moderne Zeitungs-Einfassungen der Rndhardschen Giesserei, Offenbach a. M. 

Minimum 8 Kilo, a Va Kilo M. 3.50. (Anwendungen s. dritte Seite des Umschlags.) 

t Kilo, ä 

läg 


Minimum 3 Kilo, ä Va Kilo M. 3.50. 


W 


Einfassung von Bauer & Cö. t Stuttgart. 


und -4 Zählmaschinen gegenüber der gewöhnlichen Ver¬ 
wendung von 4 bezw. 2 solcher Maschinen erforderte. 
Der Fahrkartenbedarf für das letzte Vierteljahr in Höhe 
von l>979 560 Stück wurde von Ende August his zur ersten 
Oktoberwoche fertig gestellt. Die Tagesleistung einer ein¬ 
zelnen Druckmaschine beziffert sich auf 175 000 Stück 
Fahrkarten im Durchschnitt. Gegenüber dem gleichen Zeit¬ 
räume des vorigen Jahres sind 2431304 Fahrkarten mehr 
fertig gestellt worden. 

— Mit dem neuesten verbesserten Phonographen von 
Edison ist nach einer Mitteilung, die wir der »Leipziger 
Zeitung« entnehmen, in der Druckerei der Zeitung »World« 
in New-York ein interessanter Versuch gemacht worden. 
Der Redakteur dieser Zeitung hielt einen Vortrag, während 
in dem betreffenden Lokale ein Phonograph in Thätigkeit 


Erfindung eine sehr bedeutende Vervollkommnung erfahren 
haben. 

— Visitenkarten aus Eisen. Die neueste Erscheinung 
auf dem Gebiete der einschlägigen Industrie sind eiserne 
Visitenkarten, d. h. Visitenkarten, bei denen die Karte nicht 
wie bisher aus Kartonpapier, sondern aus ganz dünn gewalz¬ 
tem Eisenblech hergestellt und der Name resp. die Schrift 
auf derselben in Silberdruck ausgeführt ist, die sich ganz 
deutlich auf dem schwarzen Grund der Eisenkarte abhebl. 
Das Eisen, das zur Herstellung der Karte verwendet worden, 
ist so dünnn gewalzt, dass vierzig Karten übereinandergelegt 
erst den Raum eines Millimeters einnehmen. Die Karte 
selbst ist sehr dauerhaft. Ob sie sich aber in den Verkehr 
Eingang verschaffen oder ob sie eine Kuriosität, gewisser- 
massen eine Spielerei verbleiben wird, das dürfte erst die 


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29 


Mannigfaltiges. 


Zeit lehren und vorläufig abzuwarlen sein. Einstweilen 
kursiert die »eiserne Visitenkarte* noch als ein Versuch, 
allerdings immerhin als interessanter Beweis, zu welch 
feinen Zwecken das Eisen verwendet werden kann. 

— f Gleichseitiger Vielfarbendruck auf der Maschine. 
Diese Erfindung bezieht sich, laut des den Maschinenbauern 
W. Conisbee & T. S. Conisbee erteilten Patents auf den 
gleichzeitigen Druck von mehrfarbigen Illustrationen. Nach 
der im »British and Colonial Printer* veröffentlichten, aber 
sehr kurz gehaltenen Beschreibung, ist es jedenfalls ein 
auf der Schnellpresse ausführbarer Teigfarbendruck. Die 
Farbenblöcke sind auf einem Zilinder angebracht. Von 
diesen Farbeblöcken entnimmt der auf dem gegenüber¬ 
stehenden Formenzilinder fest geschlossene Illustrationsblock 
die Farbe und teilt sie dem Papier auf dem Druckzilinder 
mit. Durch eine besondere Vorrichtung ist Vorsorge ge¬ 
troffen, dass sich die Farbenblöcke in dem Verhältnis, in 
welchem die Farbe allmählich abnimmt, automatisch heben. 
(Es scheint sich hier um Anwendung einer Farbenpaste zu 
handeln wie sie Bogaerts anwendet. Die Red.) In gewissen 
Fällen kann auch ein Haupt- oder Konturenblock (Holz¬ 
oder Stereotypblock) gedruckt werden. Dieser würde 
natürlich einen besondern Druck erforderlich machen. 
Wenn es für nötig gehalten wird, kann auch ein Tonfarben¬ 
block auf den ersten Druck gedruckt werden. Durch diese 
Erfindung wäre also die Frage des vielfarbigen Drucks 
mittels eines Durchgangs durch die Maschine und des 
unfehlbaren Passens gelöst (? ?), 

— Die interessante Sammlung von Zeitungen aus allen 
Erdteilen mit Artikeln über den Heimgang des Kaisers 
Wilhelm I., die in Meiningen öffentlich ausgestellt war, ist 
vom Oberhofmarschall a. D. Freiherrn von Stein-Liebenstein 
zu Barchfeld nach acht Monate langer mühsamer Arbeit 
zusammengestellt worden; sie ist in 6 vollständigen Exem- 
plaren vorhanden, von denen das in Meiningen ausgestellte dem 
Herzog Georg mit einer entsprechenden Widmung zugeeignet 
worden ist. Die übrigen Exemplare sind dem Kaiser 
Wilhelm II. und der Frau Grossherzogin von Baden, dem 
Enkel und derToehter des hohen Entschlafenen, ferner dessen 
treuen Mitarbeitern und Beratern Fürsten Bismarck und 
dem Grafen Moltke, sowie dem Germanischen Museum in 
Nürnberg mit entsprechenden Widmungen überreicht worden. 
Die Ausstellung umfasste nicht weniger als 250 Nummern 
in 54 Sprachen. Auf drei langen Tischen lagen die Haupt¬ 
blätter der europäischen Völkerschaften in folgender Reihen¬ 
folge auf: deutsche, germanische, romanische, slawische 
und mehrsprachige Völker (bezw. Staaten); ausserdem 
waren noch die asiatischen und selbst die malaischen 
Sprachen vertreten. Die ausserordentlich reichhaltige und 
trefflich geordnete Sammlung erfreute sich eines zahlreichen 
Besuches und bot allen Beschauern ein hohes wissenschaft¬ 
liches Interesse. 

— f Mittel gegen Einrosten von Eisenschrauben. In 
den verschiedenen Maschinen und anderen kleinern Druckerei¬ 
utensilien sind viele Schrauben angebracht, die nur gelegent¬ 
lich bei besonderen Anlässen zurückgeschraubt werden 
müssen. Diese Schrauben rosten bisweilen, besonders 
wenn die betreffenden Maschinen oder Geräte an feuchten 
Orten stehen, so fest ein, dass es grosser Gewalt bedarf, 
um sie aus den Muttern oder dem Körper des Geräts zu 
drehen, wobei es selbst Vorkommen kann, dass sie abbrechen. 
Um diesen l'belstand zu verhüten, ölt man in der Hegel 
solche Schrauben vor dem Einsetzen. Dieses Ölen ist aber 
nicht immer genügend. Ein viel sicheres Schmiermittel 


30 


ist eine Mischung von Öl und Graphit, welche das Gewinde 
stets schlüpfrig erhält und überdies beim Auf- und Zu- 
schrauben die Reibung mildert. 

(American Art Printer.) 


Briefkasten. 

Herrn Paul Schulz, Faktor der Buchdruckerei H 0. Persiel. 
Hamburg. Die gesandten Arbeiten sind im Wesentlichen gut gesetzt 
und gut gedruckt. Das Zirkular gefällt uns am besten, wenngleich 
die allzu schräge Stellung etwas gewagt erscheint und das Lesen 
erschwert. Originell und hübsch ist der gestreifte Ton. Die eigene 
Geschäftskarte ist etwas zu voll; wir würden den dreizeiligen Schluss¬ 
satz weit kleiner gehalten, dann oben und unten mehr gesperrt und 
so mehr Licht geschalTcn haben. Das Unterdrücken der römischen 
Einfassung (Gratulationskarte) mit Silbersternen ist zwar eine ganz 
hübsche Idee, gerade bei dieser Einfassung halten wir sie aber für 
weniger angebracht, weil deren schöne Zeichnung beeinträchtigt wird. 
— Herrn R. Böhm, Berlin. Wir danken Ihnen für Ihre treue Anhäng¬ 
lichkeit an unser Archiv und freuen uns, dass sie jetzt in so ange¬ 
sehenen Offizinen thätig sein und ihrem Streben nach Vervollkommnung 
Genüge leisten können. Von den gesandten Arbeiten ist Formular 
»Jnhrcs-Umsatz« sehr hübsch» Der Drucker hätte nur mehr Sorgfalt 
auf die Linien verwenden müssen, Titel Prof. Hofmann gleichfalls ganz 
ansprechend. Widmung zur Vermählung hätten wir anders gesperrt; 
es drängt nach unten alles zu eng aneinander. Lassen Sie nach einiger 
Zeit wueder etwas von sich hören; es macht uns Vergnügen, Ihre Fort¬ 
schritte zu beobachten. — Herrn A. Werner, Berlin. Es ist freilich 
eine recht bequeme und billige Weise, die Einrichtungen eines Blattes 
fast genau dem Aussehen und dem Wortlaut nach wiederzugeben, ob 
dieses Verfahren aber dem Betreffenden Ehre macht, überlassen wir der 
Beurteilung aller Unparteiischen. — Herrn F. Kauffmann, Zerbst. 
Die reichhaltige Sammlung von Arbeiten, welche Sie uns sandten, hat 
uns angenehm überrascht. Wir freuen uns über die fast durchgängig 
geschmackvolle und gediegene Ausführung sowohl des Satzes, wie auch 
des Druckes. Der Farbendruck ist zum Teil ebenfalls ausgezeichnet 
gelungen. 


Inhalt des i. Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen von Alexander Waldow. — 
Derrieys Schnellpresse für Schön- und Widerdruck. — Neusilber als 
Material zu 'Winkelhaken. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck 
unserer Probeblätter. — Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannig- * 
faltiges. — Annoncen. — AecMenziunster Im Text: Gratulationskarte, 
Rechnung, Briefkopf, Programm, Empfehlung der Silhouotten-Einfassung, 
Adresskarto, verschiedene kleine Briefköpfe. — Beilagen : 1 platt Titel. 

— 1 Blatt Empfehlung/'— 1 Blatt Briefköpfe und Kartei/ - 1 Blatt 
Kartend — 1 Blatt Adresse, t- 1 Blatt Schriftprobe von Julius Klink- 
bardt, Leipzig.»^— i Blatt Schriftprobe von Wilhelm Gronau, BcrlinJ/ 

— 1 Blatt Schriftprobe von Hugo Friebol & Ko., Leipzig-Reudnitz. — 

1 Blatt Farbenprobe von Beit & Philippi, Hamburg. \ 

Das Heft enthält im Ganzen i) Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv, 

Erscheinen: In 12 Monatsh eften. (Heft 8 und 9 stets als Deppelbeft) Jedesmal in 
der ersten Monatswoche. BMF* Für komplette Lieferung, insbesondere voll¬ 
ständige Beilngren. kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Huchlimidliing: auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis : M. 12,—, unter Kreuzband direkt M. 13,50 nach aussurdeutachen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Prcto pro Pettlzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 70 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 2n Pf. Extrageh (ihr. Alt* Beleg dienen Ausschnitte, 
Belegrhefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50 -2,50 

Beilagen : Quartblatt M. 30, umfangreicher»;je nach Gewicht M. 25 etc. And. 1700. 

Novitäten in Originnlguss rinden Anwendung im Text und auf den Muslerbl Ottern 
ohne Berechnung, docli wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereipn, welche dies nicht wünschen, wollen «ich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutz teil; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Originalpreisen. 


Textschrift von BenJ. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
WeiwMi, Stuttgart. Überschriften von Emil Berger, Leipzig. Unterrtibrifcen von 
Rons «& Junge, Offenbach a. M. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von 
J. G. Scheiter «4 (Jiesecke, Leipzig. Gedruckt mit Farbe von Frey A Senlng, Leipzig 
auf einer Schnellpresse von Klein Forst A Buhn Nachf. Johannisberg a. Uh. 


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rechtes Urteil zu fällen. Ich halte mit 
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Ihnen, dass Ihr Kalander den meiner- 
seits gestellten Anforderungen nach 

r jeder Richtung entsprochen hat lind 

noch entspricht. Ich hatte Gelegenheit 
Ihren Kalander schon öfter zu empfehlen. 


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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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Briefköpfe:/£higin^atz IbirKpr <£ Giesecke — Karte: Vignette und Schrift' Ifiliii ®alidiTQn<ho. 

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F. Archiv für Buchdrlekerkunst. 86. Band. Druck und Verlag von Alcxaimer Waldow, Leipzig. 










































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tiiaLalz von Julius Klinkhardt in Q [IJO N UNIVERSITY 


J. Archiv für Buehdruckerkunst. 2ö. Band. Druck und \ erlag von Alexander Waldow Leipzig. 
























































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26. Band. ^Mf^* 1889. Heft 2. 


Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Wäldern, 

(Fortsetzung.) 

eliefert werden diese drei Gattungen von 
Farben durch alle Fabriken in jedem Quan¬ 
tum. die trockenen von wenigen Grammen 
an, aus denen man ja schon ein nicht unbedeutendes 
Quantum ange¬ 
riebener Farbe 
bereiten kann, 
die angeriebenen 
und die Teig- 
färben von J /* 

Kilogramm an. 

Sehr prak¬ 
tisch sind kleine 
Kollektionen 
von trockenen 
und von Teig¬ 
farben, die in 
kleinen Quan¬ 
titäten inBlech- 
büchsen, resp. 
in Blechkästen 
oder Dosen ge¬ 
füllt und dann 
in einem ver- 
schliessbaren 
Kasten unter¬ 
gebracht, stets 
bequem zur Hand sind.' Diese Kästen enthalten 
die besten Farben in den beliebtesten Sorten und 
lassen sich dieselben immer leicht ergänzen, falls 
die eine oder die andere ausgegangen, resp. auf¬ 
gebraucht ist. 


Wenn wir kleinen Offizinen raten können, sich 
einen solchen, etwa 21 bis 39 Mark kostenden Kasten 
anzuschaffen und ihren jeweiligen Bedarf daraus zu 
entnehmen, so wollen wir doch nicht versäumen, 
anzugeben, wie man mit noch einfacheren Mitteln 
auskommen kann. 

Als Grundfarben, aus welchen ein Teil der 
übrigen Farben durch Mischung erzeugt werden kann, 
sind (ausser Weiss und Schwarz) Gelb , Rot und Blau 
zu betrachten. Gelb und Blau gemischt gibt Grün in 

sehr schöner 
Nuance, Gelb 
und Rot gibt 
Dunkelorange, 
Rot und Blau 
Dunkelviolett , 
man hat dem¬ 
nach in diesen 
drei Grundfar¬ 
ben schon 
Farben zurVer- 
fügung, eine 
Zahl, die für 
den einfachsten 
F arbendruck 
recht wohl ge¬ 
nügt. Hält man 
sich die Grund¬ 
farben in mitt¬ 
lerer Nuance, 
z. B. mittles 
Chromgelb, 
mittles Milori- 
blau, so werden auch die Mischfarben Grün, Orange 
und Violett einen freundlicheren Ton bekommen. 
Liebt man die Grundfarben für sich angewendet 
kräftiger , so wird man sich dunkles Chromgelb, 
dunkles Miloriblau halten müssen und, falls man ein 

3 




Vignette und Schrift von Bauer & Co. 


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Der Huntdrnck auf ßuchdruckpresscn. 


43 


44 


freundliches Grün, Orange und Violett mischen will, 
einen kleinen Zusatz von Weiss machen müssen, um 
es entsprechend aufzuhellen. 

Ferner mischen wir mittelst Schwarz, das wir 
ja stets zur Hand haben, und Rot ein Braun , also 
eine Farbe, die gerade jetzt sehr beliebt ist und in 
feinen Accidenzien das Schwarz oft ersetzen muss. 
Nehmen wir zur Hauptsache Schwarz und weniger 
Rot, so wird das Braun sich als ein dunkles Braun 
(Schwarzbraun) zeigen, je mehr Rot wir zusetzen, 
desto röter wird es sich also als Rotbraun zeigen. 
Mit Gelb gemischt gibt Schwarz ebenfalls Braun. 

Auch die zu Eingang erwähnten modernen 
Illustrationsfarben kann man sich leicht mischen: 
Blau schwarz durch Schwarz und ein entsprechendes 


9 C / ? ; 

;n/n<r Lü/ye 

CjtiA- uside/e/iftui'/te ^.^n/sujest 

tSKwi&A, J «_ijf J <H7leihfr. 

Gegründet 1878. ^ C" 

mtf ateAtrsi graß/estesi ttsu/ fi/fcetnesi 
(A? rfhxdat/Hsstf dt>u*-te esu 

i&kenjpnecrfbfe/t-e C- A* /(? 

1 


Briefkopf. Schrift un<l Ornamente von Ludwig & Mayer. 


Quantum Blau, Grünschwarz durch Schwarz etwas 
Blau und Gelb, Violettschwarz durch Schwarz, Rot 
und Blau. Anstatt der Mischfarben kann natürlich 
auch Grün und Violett genommen werden. 

Man reibe die, die Nüance gebenden Farben 
möglichst zuerst für sich fein durch und mische sie 
dann unter erneutem Reiben unter die schwarze 
Farbe, am besten eine gute Accidenzfarbe. 

Von Wichtigkeit ist, dass wenn man sich mit 
so wenigen Farben behilft, ein gutes Weiss vorhanden 
ist. um, wie vorhin erwähnt wurde, ein Mittel zum 
Auflichten zur Hand zu haben. 

Ich habe mich in diesem Fall immer an das 
Zinkwe iss, weniger an das Bleiweiss gehalten. 

Nachstehend gebe ich nun die verschiedenen 
gebräuchlichsten Arten von Farben, wie solche in viel¬ 
beschäftigten Offizinen rein zur Verwendung kommen, 
ich gebe ferner vollständig die Mischungsverhältnisse 
an, wenn man vorzieht, gemischte Farben zu ver¬ 
drucken oder sich besondere NLiancen herzustellen. 


Wie ich schon erwähnte, ist die Zahl der in 
den Preiskuranten der Farbenfabriken enthaltenen 
Farben eine so grosse, dass deren Nennung hier un¬ 
möglich ist. Es sind dies zumeist auch nur Abarten 
der von mir nachstehend genannten; man legte ihnen 
andere Namen bei (jede Fabrik für ein und dieselbe 
Farbe oft einen besonderen), weil sie entweder auf 
andere Weise präpariert, aus anderen Grundstoffen 
oder durch Mischung gewonnen wurden. 

1. Rot.*) 

Hot, rein antjerieben: Zinnober in hell, 
mittelhell und dunkel. Die feineren Sorten, meist in 
dunklerer Nüance, werden von den Fabriken gewöhn¬ 
lich Karminzinnober oder Vermillon benannt. Der 
Zinnober ist eine der schwersten Farben und bedarf 
daher besonders gründlicher Durchreibung, soll er 
vollständig rein drucken. Ratsam ist, die Farbe nach 


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Briefkopf. Schrift von Genzsch & Hcyse. 


längeren Arbeitspausen, z. B. Morgens, aus dem 
Farbekasten zu nehmen und frisch durchzureiben, 
da sich die schwere Farbe leicht verdickt und nicht 
so gut durch das Farbemesser geht. Nachmittags 
rühre man sie im Farbekasten tüchtig mit einem 
Farbespachtel durch. Wie man später sehen wird, 
verarbeitet sich diese Farbe auf Maschinen mit 
Messingzilindern schlecht, ebenso drucken sich 
Kupferklischees nicht gut damit, weil die Farbe zer¬ 
setzend wirkt, und eine hässliche, bräunliche Nüance 
annimmt. Man benutzt deshalb neuerdings nur Kli¬ 
schees, die einen Eisenüberzug erhalten haben. In 
dem Vernickeln der Messingzilinder hat man ein 
bequemes Mittel, auch an diesem wichtigen Maschinen¬ 
teil Abhilfe schaffen zu können. Auf dunkleren 
Papieren drucke man mit der hellen oder mittelhellen 
Sorte Zinnober. Mennige, eine rötlichgelbe, billige 
Farbe. * Antikarmin-, Karmin. Man kauft den Kar¬ 
min als eigentlichen Karmin, wie als Karminlack 
zu sehr verschiedenen Preisen. Krapplack, *Ccllosia- 
lack, Geraniumlack (Zinnober-Nüance), Hochroter 
Lack, Bouge de Ferse, * Antizinnober, etc. sind neuer- 


*) Die mit * bezeichnet«! Farben sind nicht lichtächt. 


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45 


Der Buntdruck auf Buehdruckpressen. 


Di 


dings in den Handel gekommene Farben von vorzüg¬ 
licher Deckkraft und vielem Feuer. Sie sind in vieler 
Hinsicht vorteilhafter verwendbar, wie Zinnober und 
Karmin, da sie bei meist billigerem Preise deren 
schönen, kräftigen Farbenton fast noch übertreffen. 

Diese neueren Farben sind zum Teil nicht licht¬ 
ächt; ich habe diesen Mangel durch ein * bezeichnet. 
Für alle Druckarbeiten, welche nicht für den jahre¬ 
langen Gebrauch bestimmt und nicht fortwährend 
dem Lichte ausgesetzt sind, kann man sie unbedenk¬ 
lich benutzen. -— Münchener oder Cochenillelack , eine 
gleichfalls karminähnliche, doch etwas ins Rosa 
spielende Farbe. Florenthier und ^Rotbrauner Lack, 
ebenfalls karminähnlich, doch dunkel und ins bräun¬ 
liche spielend. Man hat beide Farben in hellerem 


Rosa, gemischt: Man erhält diese Farbe 
durch Mischung von Zinkweiss und Karmin oder 
Karminlack. Von letzterer Farbe ist, je nachdem das 
Rosa dunkel oder hell sein soll, mehr oder weniger 
zuzusetzen. Auch Münchener oder Florentiner Lack 
eignen sich zur Herstellung von Rosa, Zinnober 
jedoch nicht. 

3. Blau. 

Blau, rein angerieben: Pariserblau. Ein 
dunkles, weniger hübsches Blau. Miloriblau , auch 
Stahlblau ge nannt; feineres Präparat von gefälligerem 
Aussehen; verarbeitet sich besser und reiner, daher 
dem Pariserblau, wie auch dem Ultramarin vorzu¬ 
ziehen. Beide Farben sind durch Zusatz von Zink- 


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RÄKLE & LOHRMANN 


, 5i |! Yerlags-Buclih.andlung. 


'Dresden, Jen 


1889. 


5 



JAGD-YEREIN 



ZU ÖHRINGES 



Briefköpfe. Schriften un<i Ornamente von Ludwig & Mayer. 



und dunklerem Fabrikat, und geben dieselben, mit 
etwas Karmin versetzt, eine schöne, den reinen 
Karmin leicht ersetzende Farbe. 

Rot, gemischt: Feuriges Hot erhält man 
durch Mischung von 3 Teilen Zinnober oder Gera¬ 
niumlack und 1 /i Teil Karmin. Zum Druck von roten 
Einfassungslinien ist eine Mischung von Geraniumlack 
mit etwas mittlem Chromgelb sehr beliebt. 

2. Rosa. 

Rosa, rein angerieben: Das *Magenta- oder 
Neurot ist ein schönes, kräftiges Rosa. Diese Farbe 
ist als Anilinpräparat freilich dem Verbleichen leicht 
ausgesetzt. Beim Herrichten dieser Farbe wie aller 
Anilinfarben zum Druck ist ganz besonders zu beach¬ 
ten , dass man sie zuerst mit wenig Firnis zu einem 
dicken Brei anzureiben und erst nach vollständigem 
Klarreiben zu verdünnen hat. 


weiss heller zu machen und erzielt man besonders 
mit Miloriblau und Weiss eine schöne lebhafte, dem 
Ultramarin nicht allzuviel nachgebende Farbe. Ultra¬ 
marin, eine in hell, mittelhell und dunkel zu habende 
Farbe, doch schwer zu verarbeiten, wenn sie nicht 
von der Fabrik aus bereits gut zum Anreiben prä¬ 
pariert wurde. Indigo, Türkisch Blau, Kaiserblau. 
Ausser den vorstehend genannten gibt es noch eine 
Anzahl blaue Farben unter verschiedenen Benen¬ 
nungen, dieselben kommen jedoch weit weniger zur 
Verwendung. 

4. Gelb. 

Gelb, rein angerieben: Chromgelb. Das 
Chromgelb ist die für einfachen Buntdruck wohl am 
meisten zur Verwendung kommende Farbe. Man 
hat dasselbe hell, mittelhell und dunkel. Das mittel¬ 
helle dürfte die verwendbarste Sorte sein. Mineral- 

3* 


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47 


Über zweckmässigste Verwendung des Accidenz-Schriftmaterials. 




gelb, hell und dunkel. Oder, hell und dunkel, mehr 
Chamois. Terra dl Siena , mehr bräunlich gelb. 
Kadmiumgelb. Gelber Lad. Neapelgelb. 

Orange, rein angerieben: Chromorange , 
Orange Terra di Siena, Orange Mennige, Mineral¬ 
orange, Bauschgdb. 

Gelb, gemischt: Mittelst des Chromgelbs 
lassen sich die verschiedensten Nuancen in Orange 
und Gelb hersteilen; 

2 . B. Orange durch 
Mischung von 3 Teilen 
helles oder mittelhelles 
Chromgelb und 1 Teil 
Zinnober. Setzt man 
dieser Mischung noch 
V 4 Teil Karmin- oder 
Cochenillelack zu, so 
wird dieselbe noch leb¬ 
hafter, feuriger erschei¬ 
nen. Strohgelb mischt 
man aus 1 Teil mittles 
oder dunkles Chrom¬ 
gelb und 3 'Peile Zink- 
weiss. Chamois erhält 
man durch 2 
Chromgelb und */a Teil 
Geraniumlack; soll es 
dunkler sein, so nehme 
man dunkles Chrom¬ 
gelb, soll es heller sein, 
so nehme man helles 
Chromgelb oder mische 
Weiss in die dunkleren 
Nuancen. Auch durch 
Benutzung des Ockers 
an Stelle des Chrom¬ 
gelb erzielt man ein 
Chamois. 

Über die Mischung 
der gelblichen Tonfarben findet man im nächsten 

Heft, alles Nnheie. (Fortsetzung folgt.) 


Über zweckmässigste Verwendung 
des Aecidenz-Sehriftmaterials. 

S ieber die Kunst, das Accidenz-Schriftmaterial 
5 dem Auge in der Weise zur Anschauung zu 
bringen, dass es auf dasselbe einen anziehenden und 
gefälligen Eindruck hervorbringt, ist schon des Öftern 
gesprochen und geschrieben worden und obwohl 
manche im Accidenzfach gründlich erfahrene Buch¬ 


drucker ihre Ideen über diesen Gegenstand der 
Öffentlichkeit übergeben haben, so scheinen sie doch 
unerschöpflich zu sein, so lange die Schriftgiesser 
stets neues Material in Schriften und Ornamenten 
herheischaffen, welche wieder neue Ideen hervorrufen. 
Bei den in der Typographie und speziell im Aecidenz- 
druck tonangebenden Völkern, neben den Deutschen, 
die Franzosen, Engländer und Amerikaner, hat sich 

bei jedem ein ihm eigen¬ 
tümlicher Stil heraus¬ 
gebildet. der jedoch von 
dem für die Kunstge- 
werbe jedweder Art 
aufgestellten Normalge- 
setz, »einen praktischen 
Zweck in veredelter 
Form darzustellen«, 
bald mehr, bald weniger 
abweicht. Dass dieDeut- 
schen und Franzosen 
diesem Normalgesetz 
am treuesten gehlieben, 
wird jetzt von den Ame¬ 
rikanern, nachdem sie 
sich am weitesten da¬ 
von entfernt, offen zu¬ 
gegeben. und selbst die 
Engländer können nicht 
in Abrede stellen, dass 
sie sich von ihren trans¬ 
atlantischen Stamm¬ 
verwandten haben ins 
Schlepptau nehmen 

lassen. 

Unser geschätzter 
englischer Kollege, das 
»Printer sBcgister *, wel¬ 
chem wir das Nach¬ 
stehende entnehmen, ist 
zu der Ansicht gelangt, dass in der Satzanordnung 
und Ornamentierung eine Grenze innegehallen wer¬ 
den muss, um diesem Gesetz gerecht zu werden. 

Es werden in dem genannten Organ von fach¬ 
verständiger Hand den jungen angehenden Accidenz- 
setzern, welche sich gar oft auf ihr eigenes Genie 
verlassen oder durch wiederholte Misserfolge die nötige 
Erfahrung gewinnen müssen, verschiedene nützliche 
Winke erteilt, welche ihnen zur Richtschnur dienen 
sollen, wie sie das zur Verfügung stellende Material im 
künstlerischen Sinne zur Darstellung bringen können. 
Man muss dabei stets bedenken, dass es viele ganz 
tüchtige Setzer gibt, die in anderen Satzmanieren ein 
treffend schnelles Urteil besitzen und ihnen doch der 


Teile 






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Vignette, Schriften und Schlussstücke von Hauer «S Co. 


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•il) Uber zweckmässigste Verwendung des Accidenz-Schriftmaterials. 50 


Takt für eine einigermassen geschmackvolle Accidenz 
abgeht: ihre erfinderische Fälligkeit scheint noch 
unentwickelt zu sein. Entweder mangelt es ihnen 
an Interesse oder natürlicher schöpferischer Anlage. 

Viele Setzer 
folgen ihren eige¬ 
nen Ideen in Bezug 
auf Ausführung 
von Accidenzar- 
beiten, wie es in 
der Druckerei, in 
der sie ausgebildet 
wurden, gerade 
Mode war und von 
diesen Ideen sind 
sie so eingenom¬ 
men, dass sie 
durch Belehrung 
und Beispiel nicht 
mehr abzubringen 
und zum Fort- 
schrittzu bewegen 
sind. Gewisse Ar¬ 
beiten müssen im¬ 
mer in ein und 
derselben herge¬ 
brachten Weise 
hergestellt wer¬ 
den ; in eine an¬ 
dere vermögen sie 
sieh nicht hinein¬ 
zufinden. Diese 
gehören zu der 
oben erwähnten 
Klasse. Guter Ge¬ 
schmack, Ehrgeiz 
und innerer Trieb 
zum Fortschritt 
sind ihnen fremd. 

Tritt ein solcher 
Mann, wie dies 
in derThat häufig 
der Fall, eine Fak¬ 
torstelle an, so 
durchdringt der 
Geist der Stag¬ 
nation und der Entmutigung zum Vorwärtsstreben 
die ganze Offizin. 

Das gegenwärtige System der Arbeitsteilung in 
grossen Etablissements, in welchen gewisse Setzer 
ohne Wechsel nur im tabellarischen, Werk-, kommer¬ 
ziellen etc. Satz beschäftigt sind, trägt auch zur 
Förderung der Unfähigkeit der Setzer für Aecidenz- 


arbeiten bessern Stils bei. Diesen Einflüssen entgegen¬ 
zuwirken ist das Studium von Fachzeitschriften, 
welche neben den übrigen Ideen der typographischen 
Kunst auch den Accidenzsatz ausführlich behandeln, 

eines dergeeignet- 
sten Mittel, und es 
wäre nur zu wün¬ 
schen, dass solche 
Journale in den 
Gehilfenkreisen 
inehr Eingang fän¬ 
den als es der Fall, 
denn Theorie und 
Praxis stehen stets 
in gegenseitiger 
Wechselwirkung. 

Es ist unbe¬ 
streitbar, dass in 
grossen, mit aus¬ 
gezeichnetem Ma¬ 
terial reich ver¬ 
sehenen Offizinen 
viel mehr geleistet 
werden kann als 
in solchen mit be¬ 
schränkten Hilfs¬ 
mitteln, doch steht 
es nicht minder 
fest, dass mittlere 
und kleinere Offi¬ 
zinen, in welchen 
derAccidenzdruck 
die hervorragende 
Spezialität ist, eine 
gute Schule zur 
Ausbildung von 
Accidenzsetzern 
geworden sind. 

Nichtsdesto¬ 
weniger können 
aus persönlicher 
Erfahrung her¬ 
vorgehende An¬ 
deutungen für in 
dem, in Rede 
stehenden Fache 
weniger Geübte, denen aber ein gewisses Talent inne¬ 
wohnt, oder deren Geschmack durch eine verfehlte 
Anleitung verdorben worden, manchen Nutzen haben. 
Selbst bei den Geübten werden sie Billigung und in 
einzelnen Fällen vielleicht Beachtung finden. 

Wenn Schriften und Verzierungen in ihrer 
Zusammenstellung Effekt machen sollen, so gilt als 


I 4* -k 4- 4* S' & -S 4" 'V* 1 * ’*> -S ■V.n' 4‘ -V-S-V 4*4,4- ^ 

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Schriften, Einfassungen uni] Ecken von Flinsch. 


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51 


Über zweckmässigste Verwendung des Acculenz-bchriftinaterials. — Typographischer Muster-Austausch. ■>: 


Grundbedingung der Kontrast, und dieser wird zuerst 
durch kleinere und grössere Typen hervorgebracht. 
Es ist nicht gerade die Grösse, welche eine Zeile 
hervorhebt, sondern der Vergleich mit den Schrift- 
grossen der andern Zeilen. So erscheint z. B. eine 
Zeile von vier Cicero auf einem grossen Plakat klein, 
während sie sich auf einem Quartblatt ausserordentlich 
gross ausnimmt. Selbst eine Zeile in etwas fetter 
Ciceroschrift kann in einer kleinen Aecidenz auffällig 
hervortreten, sobald sich die übrigen Zeilen der 
Hauptzeile in verhältnismässig absteigenden Graden 
unterordnen. 

Der Setzer geht, wenn ihm eine Aecidenz über¬ 
geben wird, am sichersten, wenn er dieselbe zuerst 
durchliest und sich im Geiste ein Bild vorstellt, in 
welcher Weise er sie zu halten bat; dann setzt er die 
Hauptzeile. Dadurch wird ihm die Anordnung der 
untergeordneten Zeilen leichter, er vermeidet dabei, 
dass die Hauptzeile nicht zu sehr hervorsticht und 
durch zu kleine Schrift der übrigen Zeilen der Kontrast 
nicht zu grell wird. Auch auf Abwechslung in der 
Länge der Zeilen ist Rücksicht zu nehmen, ausge¬ 
nommen bei jener Art von Plakaten, in denen 
die Zeilen, welche einen hervorzuhebenden Gegen¬ 
stand betreffen und somit in gleichem Range stehen, 
voll verlangt werden. Es stört dies den Gesamtein¬ 
druck weniger, da untergeordnete Zeilen dazwischen 
kommen. Manche Setzer glauben, dass es, wenn das 
oder die Wörter einer Hauptzeile diese nicht ganz 
füllen, genüge, am Anfang oder am Ende ein Ver¬ 
zierungsstück. eine Blume oder einen dicken Strich zu 
setzen; aber das ist ein Irrtum. In solchen Fällen 
ist Spatiinieren vorzuziehen, weil alle derartigen 
Anhängsel nichts zum veränderten Aussehen bei tragen. 

Bei der Wahl der Schriften hat der Setzer sein 
Augenmerk darauf zu richten, eine gewisse Verwandt¬ 
schaft der Stile aufrecht zu erhalten. Hat er sich 
z. B. beim ersten Entwurf für den Mediaevalstil 
entschieden, so darf er keine der modernen Accidenz- 
schriften, Gotisch. Keltisch etc., hineinmischen. 

Der Kontrast ist dann durch abwechselnde 
Grössen oder durch antike Schriften andern Schnittes 
oder Charakters zu erzielen. In gleicher Weise ist 
mit andern Stilen zu verfahren. Es soll damit nicht 
gesagt sein, dass alle Accidenzien in Serien von 
gewissen Schriftstilen gesetzt werden müssen, denn 
es können in andern Manieren manche recht gute 
Effekte erzeugt werden. Verschiedene Schriften, die 
aber im Stil miteinander verwandt sind, lassen sich 
ohne Bedenken nebeneinander stellen und der 
urteilsfähige Setzer wird sie so miteinander zu ver¬ 
binden wissen, dass das Ganze einen harmonischen 
Effekt erzeugt. 


Im Werksatz isl das Vermischen verschiedener 
Stile unbedingt zu vermeiden. Ein Buch muss bezüg¬ 
lich Text. Rubriken. Titel, entweder im antiken oder 
im modernen Stil gehalten sein. Doch kann aus¬ 
nahmsweise auch eine gute Titelschrift, welche nicht 
zu weit von dem allgemein angenommenen Stil 
abweicht, genommen werden, wenn auf dem Titel 
eine Zeile breit oder schmal gehalten werden soll. 

(Fortsetzung folgt.) 


Typographischer Muster-Austausch. 

^yj^Snstatl des unter englischer Leitung stehenden 
wfjpfe »International Specimen Exchange« ist auf 
Veranlassung des Herrn Carl Koepsel in Berlin ein 
•Deutscher Typographischer Muster-Austausch« und 
zwar durch den Deutschen Buchdrucker-Verein be¬ 
gründet worden, unter dessen Leitung das Unter¬ 
nehmen ohne Zweifel einen besseren Aufschwung 
nehmen wird, wie bisher. 

Mit der Ausführung des Unternehmens hat der 
Vorstand einen Ausschuss betraut, bestehend aus 
den Herren Carl Koepsel , Berlin, S. 14, Komman- 
dantenstr. 46, Bruno Klinkhardt. Leipzig. Liebigstr. 8 
und JohannesBaensch-DmguUn, Leipzig, lvönigstr. 10. 
Sowohl die Mitglieder des Ausschusses, als des Vor¬ 
standes und Geschäftsführenden Ausschusses sind 
bereit, Auskunft in einzelnen Fällen zu erteilen. Die 
wichtigsten Teilnehmervorschriften geben wir nach¬ 
stehend im Auszuge wieder. 

Teilnehmer können nur sein: Buchdrucker, Litho¬ 
graphen, Kupfer- und Lichtdrucke! 1 , sowohl selbstständige 
als Faktore, Gehilfen und Lehrlinge; jede Firma oder 
Person indess nur mit einem Blatt, dass aus eigener Werk¬ 
statt herrührt oder überhaupt eigene Arbeit, Erfindung, 
Satzart oder Druckattsführung ist. 

Die Teilnehmerliste wird für jedes Jahr Ende März 
geschlossen. Nach Schluss derselben wird jedem Teil¬ 
nehmer die Höhe der von ihm zu liefernden Auflage 
mitgeteilt, sowie die Nummer seines Beitrags. Die Auflage 
wird auf 25 Exemplare mehr bemessen, als die Zahl der 
Teilnehmer beträgt; die den Teilnehmern angegebene 
Auflage muss voll geliefert werden. 

Für die seinerseits gelieferte Auflage erhält jeder 
Teilnehmer die gleiche Anzahl Exemplare (ausschliesslich 
der 25 iiberschiesscnden) zurück in einem Sortiment 
von je einem Blatt der Beiträge aller Teilnehmer. 

Die Beiträge der Teilnehmer unterliegen der Prüfung 
und Genehmigung des vom Vorstand des Deutschen 
Buchdrucker-Vereins ernannten Ausschusses. Gegen eine 
etwa mögliche spätere Zurückweisung schützt sich, unter 
Voraussetzung einer nachträglichen guten Druckaus- 
führung, jeder Teilnehmer durch Einsendung eines eiti- 
oder mehrfarbigen Korrekturexemplars vor dem Abdruck 
an den Ausschuss zur Begutachtung durch denselben. 

Die Blätter müssen sämtlich die Grösse des deutschen 
Quart-Postpapiers (8 1 /*: 11 Zoll 22.5:29 cm) haben und 


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Schmelzvorrichtung für Walzenmasse. 


5:1 


dürfen sowohl Modi- als Querformat sein. Kartonpapiere, 
welche das Gewicht von 25 kg per Ries überschreiten, 
dürfen nur mit vorherigem Einverständnis des Aus¬ 
schusses zum Druck der Beiträge verwandt werden. 

Für die Herstellung seines Beitrages hat jeder Teil¬ 
nehmer nach Schluss der Liste 3'/* Monat Zeit. Die 
Einlieferung der Beiträge muss bis einschliesslich den 
15. Juli jeden Jahres an das Bureau des Deutschen 
Buchdrucker-Vereins, Leipzig, erfolgen. Die Ausgabe 
erfolgt am 1. Oktober jeden Jahres. 

Die Bestreitung von Korrespondenz- und Sammel¬ 
kosten geschieht durch den Deutschen Buchdrucker-Verein; 
diese Auslagen werden auf alle Teilnehmer gleiclmmssig 
bei Ausgabe des Austausches verteilt. 

Am Kuss jedes Blattes ist Firma oder Name und 
Charakter des Urhebers anzugeben; ferner dürfen daneben 
die Bezugsquellen der verwendeten Schriften und Druck¬ 
materialen kurz angegeben werden, Preisnotizen jeder 
Art sind dagegen ausgeschlossen und machen ein Blatt 
unzulässig. 

Die Höchstanzahl der Teilnehmer ist vorläufig auf 
300 festgesetzt und ist auch jede ausserdcutschc Firma 
oder Person als Teilnehmer willkommen, wenn sie 
gemäss den obigen Vorschriften handelt. Eine Erhöhung 
der Teilnehmerzahl erfolgt nur durch Beschluss des 
Ausschusses für den Internationalen Graphischen Muster- 
Austausch. 


Schmelz Vorrichtung für Walzenmasse. 

as Schmelzen und Giessen der Walzenmasse, 
das sogenannte »Walzenkochen« ist eine der 
unangenehmsten und zeitraubendsten, aber auch 
wichtigsten Arbeiten, welche beim Buchdruckerei¬ 
betrieb Vorkommen. Da die Masse im Wasserbade 
geschmolzen werden muss, sind hierzu besondere 
Vorrichtungen erforderlich, welche in verschiedenen 
Ausführungen von Buchdruck-Gerätehandlungen an- 
geboten werden. 

Die Firma Heidenhain & Ho fmann. Berlin SW., 
Alexandrinen - Strasse 24, bringt neuerdings eine 
Schmelzvorriehtung in den Handel, welche sich durch 
weitgehende Ausnutzung der mit geringen Kosten 
erzeugten Wärmemenge und durch Fortfall von 
Bedienung und Aufsicht während des Kochens aus¬ 
zeichnet. 

Unterm Wasserkessel h (s. Abb.) befindet sich inner¬ 
halb eines Eisenmanlels die Feuerungsvorrichlung i. 
Dieselbe besteht aus einem ringförmig gebogenen, 
mit zahlreichen Flarnmenlöchern versehenen Gasrohr, 
einem sogenannten * Bunsenbrenner«, in welchem ein 
Gemisch von Leuchtgas und Luft nach der Entzünd¬ 
ung einen kräftig heizenden Feuerkranz erzeugl. Der 
Innenraum des Kessels b wird so weit mit Wasser 
gefüllt, dass dieses au den Wänden ziemlich hoch 
emporsteigt, wenn man den mit zerschnittener Walzen¬ 


5! 


masse gefüllten Schmelzkessel a einsetzt. In diesen 
Schmelzkessel ist ein kleinlöchriges Siel) eingefügt, 
welches zu Anfang des Walzenschmelzens am Boden 
liegt. In der Mitte des Siebes ist eine Metallstange e 
eingeselzt, welche durch ein Loch inmitten des Deckels 
geführt ist und in einen Haken endet. An diesem 
Haken ist eine Schnur befestigt, welche über eine, 
an der Decke des betreffenden Raumes befestigte 
Gleitrolle läuft und von dem Gewicht k stralT an¬ 
gezogen wird. Das Gewicht ist so bemessen, dass es 
das Sieb emporziehen und gegen den Deckel pressen 
würde, wenn nicht aufgelegte Walzenmassestücke 
dasselbe niederhielten. 

Wenn man nun die regelrecht in nussgrosse 
Stücke geschnittene Walzenmasse in den Schmelz¬ 
kessel schüttet und das vorher abgenommene Gewicht 
wieder anhängt, so wird die Schnur zunächst straff 
gezogen. Entzündet man sodann das Gas am Heiz¬ 
ring i, so erwärmt sich zunächst das Wasser im Kessel 
b. und sobald es einen bestimmten Hitzegrad erreicht 
hat und dem Siedepunkt sich nähert,beginnen zunächst 
die an den Wandungen liegenden Masseklümpchen 
zu schmelzen. Die flüssige Masse füllt die Sieblöeher, 
fliesst nach unten, und so wie sie erst den Boden 
bedeckt, beginnt das Sieb, dem Zuge des Gewichts 
folgend, sich vom Boden emporzuheben. Je weiter 
nun der Schmelzvorgang fortschreitet, desto höher 
steigt das Sieb, bis endlich auf demselben nur ver¬ 
härtete unschmelzbare Beste vom Rande alter Walzen 
und sonstige Verunreinigungen liegen bleiben und 
unter demselben jene gleichmässig flüssige, knoten¬ 
lose Masse von syrupartiger Beschaffenheit zurück¬ 
bleibt, welche zum Guss tadelloser Walzen erforder¬ 
lich ist. 

Das Sieb ist ringsum von einem 5 cm hohen 
Rande umgeben, welcher das Zurückfallen der un¬ 
brauchbaren Bestandteile verhütet, wenn man es 
nach beendetem Schmelzvorgang heraushebt. 

Diese selbstthätige Filtrier-Vorrichtung kann in 
eine einfachere verwandelt werden, wenn man das 
Gewicht fortlässt und nach beendetem Schmelzen der 
Masse das Sieb mit der Hand herauszieht. Ist die 
Masse neu und knotenfrei, so kann auch das Sieb 
ausser Anwendung bleiben. 

Um das Zurückgehen des Wassermantels im 
Hohlraum b durch Verdampfung zu verhüten und die 
Masse vor Überhitzung, — dem »Anbrennen« zu 
schützen, ist eine sinnreiche Vorrichtung beigegeben, 
welche den Wasserstand selbstthätig auf gleicher 
Höhe erhält. 

Auf einem höher stehenden Tisch oder Gestell 
ist ein Wasserbehälter g angebracht, welcher durch 
den Schlauch/ mit dem Kessel b in Verbindung steht. 



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f)i) 


Srlimelzvorrichtung für Walzenmasse. — Setiriftprobenseliau. 


ö<> 


Dieser Selilauch wirkt als Heber, wenn man durch 
Saugen an dem herabhängenden Ende dem Luftdruck 
Gelegenheit gibt, auf die Wasserfläche einzuwirken. 
Führt inan nun das herabhängende Ende in den 
Kessel ein, so würde das Wasser des Hochbehälters 
ununterbrochen abfliessen und den Wasserkessel bald 
zum Überfliessen bringen, wenn nicht eine selbst- 
thütige Absperrvorrichtung angebracht wäre. Die¬ 
selbe besteht aus dem Schwimmer d und einem am 
Schlauchende angebrachten Ventil. Wenn das Wasser 
im Kessel steigt, so steigt auch der Schwimmer und 
mit ihm das Ventil, bis es die Abflussöffnung völlig 
verschliesst und kein Wasser mehr heraus kann. 
Sinkt dann der Wasserspiegel infolge Verdampfung 
wieder, so öffnet sich das Ventil ein wenig, und 


Auch hier ist der Wasserkessel bis oben hin von 
Feuergassen umschlossen. Die selbstthätige Regu¬ 
lierung ist aber fortgefallen, denn die Masse wird so 
schnell flüssig, dass Sicherheitsvorrichtungen über¬ 
flüssig werden. Die Heizung geschieht durch einen 
transportablen Bunsenbrenner der auch sonst zum 
Anwärmen. Bleischmelzen, Glühen etc. vielseitige 
Verwendung linden kann. 

Beide Apparate, von denen der grössere M. 37.— 
mit allem Zubehör, der kleine M. 18.— kostet, sind 
aus starkem Eisenblech angefertigt und gut verzinnt. 
Dieselben können auch durch die Utensilienhandlung 
von Alexander Waldow in Leipzig bezogen werden. 





Walzenmassc-Schmelzapparatc von Heidenhain & HofTmann in Berlin. 


es lliesst solange Wasser nach, bis der bestimmte 
Wasserstand wieder erreicht ist. Diese langsame, 
fast tropfenweise Zuführung schützt das Kesselwasser 
vor plötzlicher Abkühlung. Der äussere, oben ge¬ 
schlossene Eisenmanlel verhindert das Entweichen 
der erhizten Luft. Dieselbe bleibt somit fortgesetzt 
in Berührung mit der Blechwandung des Wasser¬ 
behälters, und da die Wassermenge so klein wie 
möglich genommen ist, wird sie rasch (in 15 bis 20 
Minuten) zum Sieden gebracht. Sie wirkt ihrerseits 
in grosser Flächenausdehnung auf den Walzenmasse- 
Behälter, fasst etwa 15 Liter, reicht also zum Guss 
zweier grosser Maschinenwalzen aus. 

Eine zweite kleinere Schmelzvorrichtung fasst 
den Massevorrat für eine Tiegeldruckpressenwalze. 


Sehriftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobejischau« und »Satz und Druck der 
Probeblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bezugsquelienregister auf der 2. Umschlagseite.) 

K ediaeval Kursiv Ronde nennt dieSchriftgiesserei 
Ludwig cC-Mayer eine eigenartige Schreibschrift, 
die wir unseren Lesern heute in Probe vorführen. 
Es ist dies eine Hotte, deutliche und gefällige Schrift 
in sieben Graden, so recht geeignet, um einheitlich 
aus derselben Karten, Rechnungen, Zirkulare etc. zu 
setzen oder sie in einzelnen Zeilen anzuwenden. Sehr 
vorteilhaft ist auch die von der genannten Giesserei 
geschnittene reichhaltige Sammlung von Zügen zu 
verwenden, die wir nachstehend abdrueken. 



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Koken von F. A. brockhaus in Leipzig. 


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Ml 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


00 


Auf dem Probenblatt. welches diese Ronde ent¬ 
hält, benutzten wir eine höchst gefällige Ecke der 
JBrockhausschen Giesserei zur Umrahmung. In Heft 8/9 



des 25. Bandes führten wir eine ganze Sammlung 
solcher neuer Ecken dieser Giesserei vor, uns nach 
und nach weitere Anwendungen derselben vorbe¬ 
haltend. 

Vor Abschluss unseres Heftes geht noch eine 
Schriftprobe der Schriftgiesserei Otto Wcisert ein. 
Dieselbe enthält eine neue, sehr gefällige, umstochene 
Zierschrift »Rhenania* genannt, in drei Graden, als 
ein Originalerzeugnis der fraglichen Firma. 

Es wird wohl kaum Jemand dagegen sprechen, 
wenn wir diese Schrift als eine höchst originelle und 
reizvolle bezeichnen. Schwungvoll in den Formen, 
reich hervortretend durch die gefälligen Verzierungen 
der Versalien, ist sie ohne Zweifel eines der besten 
Erzeugnisse dieser Art, welche uns in letzter Zeit 
geboten wurden. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 


Beilage B, eine Neujahrs-Gratulationskarte der 
I Farbenfabrik von Käst <(’■ Ehinger in Stuttgart- 
Feuerbach, ist wieder eine jener originellen Arbeiten 
unseres, dem Archiv so wohlgesinnten und fleissigen 
Mitarbeiters Herrn A. M. Watzulik in Altenburg. 
Wir sehen in dieser Arbeit jene besonders in Amerika 
jetzt so stark gepflegte Manier vertreten, welche so 
zu sagen aus Nichts und ohne Befolgung eines 


bestimmten Grundgedankens ein Bild schafft, das, 
ohne sich an natürliche Formen anzulehnen, lediglich 
ein Gebilde der Phantasie seines Erzeugers ist und 
dadurch zu eigenartiger, wenn auch barocker Wirkung 
gelangt, seinen Zweck aber, die Aufmerksamkeit des 
Beschauers zu erregen, in vollkommenster Weise 
erfüllt. 

Es freut uns, dass wir unseren Lesern eine so 
vorzügliche Probe dieser Richtung des Accidenzsatzes 
vorführen können und danken wir deshalb dem 
Schöpfer dieser Arbeit, Herrn Watzulik, bestens für 
Überlassung derselben. Gleichen Dank sagen wir 
auch den Herren Käst & Ehinger mit deren Farben 
die Karte für das Archiv gedruckt wurde, wie Herrn 
Stephan Geibel, in dessen Offizin (Pierersehe Hof¬ 
buchdruckerei, Altenburg) der Druck in so vorzüg¬ 
licher Weise erfolgte. 

Blatt H ist eine Arbeit der Druckerei von Förster 
cC' Borries in Zwickau ; es enthält zwei höchst gefällig 
gesetzte Briefköpfe, wie eine originelle und schöne 
Karte in der peinlich sauberen Ausführung und 
geschmackvollen Farbenwahl, welche allen Arbeiten 
der genannten Oflizin eigen ist. Sämtliche hier ver¬ 
einte Muster sind dem in Heft 1 Spalte 21 empfohlenen 
Musterbuch entnommen, welches die genannte Firma 
zum Verkauf an Buchdrucker zusammenstellte und 
von welchem auch wir in Anbetracht seines Wertesden 
Verkauf übernommen haben (s. Inserat Seite t>7/68). 
Wir glauben. dass nichts den Wert dieses Musterbuches 
besser beweisen kann, wie unsere Probe, die nur den 
kleinsten Teil der zahlreichen, darin enthaltenen 
geschmackvollen Arbeiten wiedergibt. 

Blatt P endlich bringt zwei einfache Adresskarten. 
Für die obere wandten wir die immer schöne, daher 
gern gesehene Römische Einfassung von OttoWeisert, 
ebenso eine Kamevalsvignette derselben Firma an. 
Die klare, reiche, schwungvolle und gefällige Zeichnung 
der Römischen Einfassung zeigt sich hier wieder in 
bestem Licht und freuen wir uns, dass Herr Weisert 
uns durch Überlassung derselben in den Stand gesetzt 
hat, sie unseren Lesern von jetzt an öfter vorführen 
zu können. Die untere Karte ist in wahrhaft gefälliger 
Weise durch eine Einfassung von Scheiter d- Gicsecke 
geziert Einfach und klar, dabei markig in der 
Zeichnung, macht auch sie der bewährten Quelle, aus 
welcher sie stammt, alle Ehre. Die äusseren kleinen 
Einfassungen f'.'fTe stammen gleichfalls von 

Scheiter & Giesecke, während die innere BBÜ5BBI der 
Wocllmerschen Raphael-Einfassung entnommen ist. 

Gedruckt wurde das Blatt mit Dunkelbraun von 
U. Gauger in Ulm. 


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61 


Bezugsquellen. — Zeitschriften und Bücherschau. 


62 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Neujahrskarte (B). Satz und Druck der Piererschen 
Hofbnchdruckerei in Altenburg, 

Briefköpfe und Karte (H). Satz und Druck von 
Förster & Borries in Zwickau. 

Karten (P). 1. Eintrittskarte, Volksmaskenball von 

Ludwig & Mayer, Sonnabend, den t). Februar, Societe von 
Krebs, Zierstücke von Gronau, die übrigen Schriften von 
Brendler & Marklowsky. 2. Ludwig Richter von Gronau, 
Lager etc. von Woellmer, Merseburg von Ludwig & Mayer, 
Majoliken etc. von Berger, wegen der Einfassungen beider 
Karten s. Schriftprobenschau. 


Zeitschriften und Büehersehau. 

— Die Zusendungen, welche uns Stockholmer Offizinen 
in letzter Zeit machten, geben uns einen hohen Begriff von 
dem regen Streben derselben, wahrhaft Vollendetes in der 
Ausführung typographischer Arbeiten zu leisten. So liegt 
uns heute wieder ein »Illustrierter Verlagskatalog von P. B. 
Eklund in Stockholm*, gedruckt in der Centraldruckerei vor. 
Im reinsten Mediaevalstil gehalten, geziert durch einzelne 
mit feinstem Geschmack und richtigem Mass verteilte rote 
Zeilen, ist eine wirklich schöne und gediegene Arbeit geschaffen 
worden, die uns die grösste Achtung abnötigt. Die Wahl 
der Schriften, deren Abstufung und Sperrung verdienen 
gleichfalls hohe Anerkennung, die man in demselben Masse 
auch dem Druck zollen muss, der bezüglich der Schrift, 
der Illustrationen, farbigen Initialen meisterhaft ausgeführt 
ist. Die in dem Katalog enthaltenen, gleichfalls in der 
Centraldruckerei gedruckten Bilder (Volkstrachten etc.) 
in Aquarellmanier beweisen, dass die genannte Offizin auch 
auf diesem Gebiete ganz Vortreffliches leistet. 

— Die Prachtausgabe von Tegners Frithiofssaga, Verlag 
von P. A. Norstedt & Söhne in Stockholm ist bis zum 4. Heft 
gediehen. Auch dieses Heft entspricht in vollkommenster 
Weise den Erwartungen, welche wir für das Werk hegten. 
Die Illustrationen (Lichtdruck) von Aug. Malmström sind 
ganz vorzüglich ausgeführt; jede einzelne Figur ist ein 
Meisterwerk edler, charakteristischer Zeichnung. Der Text 
und die Holzschnittillustrationcu sind von Norstedt & Söhne 
vorzüglich gedruckt. 

— Wegweiser durch die Stereotypie und Galvanoplastik. 
von Carl Kempe, Nürnberg. Nürnberg, Selbstverlag des 
Verfassers. In Kommission bei Alexander Waldow, Leipzig. 
Preis 8 M. Herr Carl Kempe in Nürnberg ist bekanntlich 
der Inhaber einer Stereotypiematerialien-Fabrik und gilt 
als Herausgeber der Zeitschrift »Der Stereotypeur* als 
bewährter Fachmann auf den Gebieten der Stereotypie und 
Galvanoplastik, ln dem vorstehend genannten Werkchen 
nun hat derselbe seine umfassenden Kenntnisse auf beiden 
Gebieten in ausführlichster und verständlichster Weise 
niedergelegt, so dass man über alle die neuen Manieren, 
insbesondere bei Ausführung der Stereotypie, eingehend und 
in zuverlässiger Weise belehrt wird. Ein reichhaltiger 
Anhang bringt die Abbildungen aller der grösseren und 
kleineren Apparate, welche Herr Kempe in seinem Geschäft 
führt und verkauft, er bringt ferner Muster der verschiedenen 


Arten Matrizen-, Seiden-, Lösch- und Deckpapiere. Das 
Buch verdient die allgemeinste Beachtung, die demselben 
auch ohne Zweifel zu Teil werden wird. 

— Schriften-Atlas. Eine Sammlung der wichtigsten 
Schreib- und Druckschriften aus alter und neuer Zeit nebst 
Initialen und Monogrammen, Wappen, Landesfarben und 
heraldischen Motiven für die praktischen Zwecke des Kunst¬ 
gewerbes zusammengestellt von Ludw. Petzendorfer. Stutt¬ 
gart, Jul. Hoffmann. Dieses Prachtwerk liegt nun (in 
18 Lieferungen ä 1 Mark) vollständig vor. Wie schon der 
Titel sagt, will der Schriften-Atlas den praktischen Zwecken 
des Kunstgewerbes dienen; der Herausgeber hat darauf 
bei der Auswahl der Schriften Rücksicht genommen und 
daher auch in den meisten Fällen vollständige Alphabete 
der gewählten Schriftgattungen zur Anschauung gebracht; 
er hat ebenso die mit herrlichen Initialen geschmückten 
Pergamenlhandschriften des frühen Mittelalters und der 
gotischen Zeit, wie die Druckwerke der Renaissance mit 
ihren prächtigen, reichen und häufig polychrom verschönten 
Typen zu Rat gezogen und das als mustergiltig Erkannte 
teils in Schwarz-, teils in Farbendruck wiedergegeben. 
Wer aus Erfahrung die Ratlosigkeit kennt, die unsere Gra¬ 
veure, Dekorationsmaler, Lithographen, Steinhauer u. s. w. 
jedesmal überkommt, wenn ihnen Schriften in irgend einem 
bestimmten Stilcharakter übergeben werden, der kann es 
nur willkommen heissen, dass nun durch den Schriften- 
Atlas ein gediegenes und brauchbares Handbuch geschaffen 
wurde, das bei äusserst massigem Preis Vortreffliches 
leistet und sich gewiss bald als unentbehrlich für die gra¬ 
phischen Gewerbe erweisen wird. 

— Der Omamentenschatz, ein Musterbuch stilvoller Orna¬ 
mente aus allen Kunstepochen. 8ö, meist farbige Folio¬ 
tafeln mit erläuterndem Text, von H. Dolmetsch. Verlag 
von Jul. Hoffmann in Stuttgart. — Die zweite Auflage dieses 
populären Prachtwerkes, über welches wir unseren Lesern 
schon öfters berichtet haben, Hegt nun vollständig vor uiul 
wir sind nun imstande, dessen grosse Reichhaltigkeit und 
künstlerische Ausstattung ganz zu übersehen und rühmend 
anzuerkennen. In der That bietet dieses Werk allen Zweigen 
des Kunstgewerbes einen reichen Schatz lehrreichen Mate¬ 
rials. eine historisch geordnete Sammlung der wichtigsten 
zum grössten Teil farbigen Ornamente aller Kulturvölker. 
Die hervorragende Berücksichtigung, welche den edeleu 
Formen der Renaissance zu teil geworden, erhöht den 
praktischen Wert, die Verwendbarkeit des Werkes, sofern 
ja zahlreiche Motive aus jener Zeit unsrer heutigen Kunst¬ 
industrie als schätzbare Vorbilder zu dienen in hohem 
Grade geeignet sind. Keine andere Nation besitzt ein so 
gediegenes farbiges Prachtwerk über Ornamentik, welches 
vermöge seiner erstaunlichen Billigkeit so dazu angethan 
wäre, in alle Schichten der Gewerbethätigkeit einzudringen 
und dadurch auf die Förderung des guten Geschmacks 
befruchtend einzuwirken. 

— Von dem Verlagswerke der leipziger Firma .1. J. 
Weber »Meisterwerke der Holzschneidekunst « liegen uns 
wieder mehrere Lieferungen vor, die sich würdig den vor¬ 
hergegangenen anschliessen, was die saubere Ausführung 
der prächtigen Holzschnitte, deren Druck wie den inter¬ 
essanten und belehrenden Text betrifft. Durch beide 
Eigenschaften qualifizieren sich die »Meisterwerke der Holz¬ 
schneidekunst« als ein Werk von bleibendem Werte, das den 
selbstbewusten Titel, der ihm beigclegt ist, mit vollem 
Rechte verdient. Die fortdauernde Gunst des Publikums 
ist dem Unternehmen, das mit der nächsterscheinenden 

4* 


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63 


Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


Lieferung seinen elften Jahrgang beginnt, auch seit An¬ 
beginn treugeblieben, und schon darin liegt eine Garantie 
seiner Bedeutung. Von den einzelnen Kunstblättern heben 
wir besonders hervor Lieferung 116: Am Morgen, Nach 
dein Gemälde von Georg Meyer von Bremen. Ingeborg am 
Meere. Gemälde von Hermann Koch. Lieferung 117: Der 
Toblaeher See in Tirol. Originalzeichnung von W. Gause. 
Alte Liebe rostet nicht. Gemälde von Pietro Torrini. 
Lieferung 118: Weinschlauchträger in Nöten. Brunnenfigur 
in Bronze von August Sommer in Rom. Der Empfang der 
Favoritin. Gemälde von Francesco Beda. Lieferung 110: 
Die Toteninsel. Nach dem Gemälde von Arnold Böcklin. 
Abschied vom Ellernhause. Gemälde von Toby E. Rosen¬ 
thal. Torpedoboot un Kampfe. Originalzeichnung von 
Fcrd. Lindncr. Lieferung 120: Die heilige Familie. Gemälde 
von Murillo. Christus bei den Fischern. Gemälde von 
Ernst Zimmermann. 

— Universal-Nachschlagebuch drs ganzen buclxhändlerisehen 
Wissens. Von Hans Blumenthal. Buchhändler, Iglau. 
Selbstverlag des Verfassers. Das Werk gibt die Erklärung 
aller buchhändlerischen Ausdrücke etc. in alphabetischer 
Anordnung der Schlagworte, so dass man sich ohne Um¬ 
stände über die Bedeutung eines jeden Ausdrucks sofort 
orientieren kann. Auch die verwandten Geschäftszweige 
sind nicht vergessen. Wir glauben das in Heften ä 35 Pf. 
erscheinende Werk um so eher empfehlen zu können, als 
dasselbe auch sämtliche im Buchhandel übliche Formulare 
enthält, sonach au Vollständigkeit nichts zu wünschen 
übrig lässt. 

— Zum letzten Weihnachtsfest hatte »Über Land und 
Meer», resp. die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart, für die 
Kleinen ein Weihnachtstieft geschaffen, das eine wahrhaft 
reizende Gabe ist. Aus der Seele des Kindes lind für das 
Herz des Kindes etwas so recht Geeignetes ins Leben zu 
rufen, ist durchaus nicht so leicht als es aussieht, aber in 
diesem Kinderweihnachtsheftchen von Ȇber Land und 
Meer», Ben lieben Kleinen lautet sein Titel, ist das Schwierige 
vortrefflich gelungen. Das zierlich und effektvoll aus¬ 
gestattete Heft enthält eine Fülle der wahrsten und an¬ 
mutigsten Scenen ans dem Kinderleben in Haus, Feld, Wald, 
Garten und mit Tieren, Kinder in Spiel, Schmaus, Schlaf, 
bei heiteren Vorfällen, in grosser Kindesfreude und wenn 
es Thrftnchen gibt. Da das Büchlein in mehreren Farben 
gedruckt ist, so wird die Gefahr der Eintönigkeit siegreich 
vermieden. Ein wesentliches Erfordernis bei dergleichen 
Büchelchen, ein billiger Preis, ist diesem Werkchen auch 
noch eigen, es kostet nur 75 Pfg. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Einjährige: Am 20. November die zu 
Riedlingen in Württemberg in der Druckerei J. F. Ulrich 
erscheinende »Hiedlinger Zeitung». 50jährige: Am 8. Novem¬ 
ber der Maschinenmeister Heinrich Unger in Berlin in der 
Buchdruckerei J. F. Starcke daselbst. — Am 11. November 
der Buchdruckereibesitzer Fr. W. Gebauer in Könitz. — 
Am 18. November der Setzer Hermann Bartseh in Berlin; 
derselbe ist seit 33 Jahren in der Heinickcschen Druckerei 
thätig. — Anfang Dezember der Setzer Josef Heinrich in 
Benshcim. — ä5jährige: Am 2. November der Maschinen¬ 


öl 


meistor Fr. Günz in Leipzig im Hause Giesecke & Devrient 
daselbst; er war der zweiundzwanzigste Angestellte, welcher 
in genanntem Geschäft ein solches Jubiläum feiern konnte. 

— Gestorben: Am 24. Oktober der Ohermascbinenmeisler 
Frz. Stoeger in Berlin. — Am 27. November der Buch- 
druckerei besitzet Adolph Ringer in Berlin. — Am 10. Dezember 
der Buchdruckereibesitzer und Buchhändler Adolf Himmer 
in Augsburg. — Am 23. Dezember der langjährige Oberfaktor 
im Hause Breitkopf & Härtel in Leipzig Julius Gasterstädt 
daselbst. 

— Geschäftliches: Aus der Firma Mauttheimer Holztgpen- 
fahrik Sachs <fi rott Fischer ist Herr von Fischer ausgetreten 
und führt Herr Rudolf Sachs das Geschäft unter der Firma 
Sachs <£• Cie. weiter. — ln die Firma CarlMarqnart in Leipzig ist 
der bisherige Geschäftsführer Herr Otto Stelhcagen als Teilhaber 
eingetreten. — Die Göhmanmche Buchdruckerei in Hannover 
ist von Herrn Friedrich Biers übernommen worden, welcher 
das Geschäft unter gleicher Firma weiterführt. — Das 
1 tallesehe Tageblatt, Organ des Magistrats, wurde am 1. Januar 
an den Buchdruckereibesitzers R. Nietschmann auf fünf Jahre 
verpachtet. 

— t Wie die »Invention« belichtet, hat der Italiener 
Angela Tessaro aus Padua eine Maschine erfunden, mittelst 
welcher der Musiknotendruck zu einem verhältnismässig 
niedrigeren Preise ausführbar ist, als nach allen bis jetzt 
bekannten Methoden. Signor Tessaro hat seiner Erfindung 
den Namen »Tachygraph« gegeben. Die bis jetzt im Gang 
befindlichen Maschinen dieser Art werden nur von jungen 
Mädchen bedient. Nichts kann einfacher erscheinen, als 
die Konstruktion der Maschine und die Leichtigkeit der Hand¬ 
habung. Das Patent auf den Tachygraph ist von G. Ricordi 
& Co. in Mailand für Italien, von den Herrn Lahure, Besitzer 
der lmprimerie genörale in Paris für Frankreich, von den 
Herren Home & Sohn in Edinburg, in Verbindung mit den 
Herren Novelle & Co. in London für England und die 
britischen Kolonien und von der Firma C. G. Röder in Leipzig 
für das Deutsche Reich käuflich erworben worden. Diese 
Namen lassen schon schliessen, dass die Erfindung nicht 
ohne besonderen Wert ist. Der Erfinder beabsichtigt das 
tachygraphische System, das mit dem der Letternstanz¬ 
maschine Ähnlichkeit hat, auch auf die Typographie anzu¬ 
wenden. Signor Tessaro ist etwa 40 Jahre alt und steht 
in seinem Vaterlande in hohem Rufe als Mathematiker 
lind Musikkomponist. 

— Ber Mitteldeutsche Papierverein veranstaltet vom 
2.—5. Mai 1889 in den Räumen des Eldorado in Leipzig 
eine Fachausstellung. Dieselbe soll nicht nur die Papier¬ 
industrie im engeren Sinne umfassen, sondern auch buch¬ 
händlerische und buchgewerbliche Erzeugnisse, sowie 
Gegenstände des Schreib- und Zeichenwarenfachs etc. 
aufnehmen. Eine Beteiligung dürfte fiir viele Druckereien, 
lithographische Anstalten, Verleger etc. von grossem Inter¬ 
esse sein. Anmeldungsformulare sind vom Vorsteher des 
Mitteldeutschen Papiervereins, Otto Winkler, Papierpriifungs- 
anstalt, Leipzig, Uferstr. 8 oder Paul Hungar, Leipzig. 
Markt 8. erhältlich. Der Unkostenbeitrag beläuft sich fiir 
jeden Aussteller auf 5 M. Angesichts der vielseitigen 
Beteiligung an den früheren Ausstellungen wurde vom 
Vorstande des Mitteldeutschen Papiervereins der Beschluss 
gefasst, diese Ausstellungen regelmässig halbjährlich zu 
veranstalten und zwar im Frühjahr und Herbst jeweilig in 
der ersten Messwoche. Wir müssen allerdings bezweifeln, 
dass diese ofte Wiederholung der Sache förderlich sein 
wird, denn ein bekanntes Sprichwort sagt: »allzuviel ist 


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Mannigfaltiges. 


fiß 


f>5 


ungesund«. Als einen Fortschritt im Fachausstellungswesen 
verdient eine voraussichtlich schon mit nächster Ausstellung 
ins Leben tretende besondere Geschäftsstelle fiir den 
gegenseitigen geschäftlichen Verkehr der Aussteller und 
Besucher Erwähnung. Angebot und Nachfrage fänden hier 
den gewünschten Mittelpunkt. 

— ln London starb vor Kurzem der Eigentümer des 
»Daily Telegraph«. Der Mann, welcher, nebenbei bemerkt, 
ein Vermögen von 40 Millionen Mark erworben hatte, 
bedachte, wie das Wiener »Fremdenblatt« berichtet, in seinem 
Testament das gesamte Personal seines Blattes bis zu den 
Setzerlehrlingen herab mit Legaten. Die Redakteure des 
»Daily Telegraph« erhalten Mann fiir Mann Vermächtnisse, 
deren Höhe bei keinem weniger als 40000 M. beträgt. 
Der Eigentümer des »Daily Telegraph«, welcher ein Alter 
von siebenundsiebzig Jahren erreichte, beschied am Tage 
vor seinem Tode alle Mitarbeiter an sein Lager, um ihnen 
seinen Dank für ihre Leistungen auszusprechen. 

— Setzer-Rache. Der Referent eines Blattes, welcher 
beständig mit seinen Setzern in Streit lag, weil diese nach 
seiner Meinung sich nicht buchstäblich an sein undeutliches 
Manuskript hielten, fügte dem letzteren stets die folgende 
Bemerkung bei: »An den Setzer! Soll gesetzt werden, wie 
es geschrieben steht«. In einer Nacht nun kam er von 
einem Feste heim, über welches er in der Morgennumrner 
referieren sollte, und er vergass nicht, wie gewöhnlich, 
seinem Manuskript die erwähnte Bemerkung hinzuzufügen. 
Am nächsten Morgen brachte man ihm das Blatt ans Bett, 
da er nicht, wie sonst, aufgestanden war. Als das Dienst¬ 
mädchen um 9 1 /* Uhr mit dem Kaffee ins Zimmer trat, 
lag ihr Herr mit dem Antlitz der Wand zugekehrt. Vor 
dem Bett lag das Blatt auf dem Boden und die Augen des 
Mädchens fielen auf folgende Figuren in dem Referat: 


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Der Referent ging an dem Tage nicht in die Redaktion, 
sondern liess sich durch Unwohlsein entschuldigen. (L. N.) 

— Setzerrebus und Sprichwort (französisch). Ein mehr¬ 
jähriger Freund unseres Blattes, Herr Dr. pliil. Karl Whistling 
in Leipzig, teilt uns eine hübsche Lesefrucht mit. Was 
bedeutet im Französischen ein umgekehrtes A (Antiqua 
Versal)? — »Un A verti en vaut deux«, wörtlich: »ein 
umgekehrtes A (y) ist soviel als zwei A«. Daraus wird 
aber zugleich ein bekanntes Sprichwort, wenn man schreibt: 
>un averti en vaut deux« = »ein gut unterrichteter Mann 
ist soviel wert als zwei Personen«. (Verti = »umgekehrt* 
ist im heutigen Sprachgebrauch allerdings nicht mehr vor¬ 
handen.) — Wir haben hier wohl ein Beispiel seltener Art 
vor uns, wie Ausdrücke aus der Setzersprache in die 
Umgangssprache überhaupt übergegangen sind. — Diese 
Mitteilung gründet sich übrigens auf Charles Rozmis 
Werkchen: »Petites ignorances de la conversation«, (10. Auf¬ 
lage. Paris 1885, P. Ducroce). InderThatein »arcrfissement«, 
möchten wir sagen, für das man dem Herrn Verfasser nur 
dankbar sein kann. 


Verbindlichsten Dank 

den geehrten Einsendern von Neujahrs-Gratulationskarten 
und Kalendern. Besprechung erfolgt in lieft 3, Ich er- 
wiedere die zahlreichen Glückwünsche auf das Reste. 

Alexander Waldow. 


Briefkasten. 

Herrn Adolf Darre. Buchdnickereibesitzer, CharkofT, Südrussland, 
Ihr Musterbuch haben wir empfangen und sind angenehm überrascht 
von der Reichhaltigkeit des Materials, mit welchem Ihre Offizin arbeitet. 
Sie besitzen ja die neuesten und besten Schriften, Ornamente und 
Einfassungen, wissen dieselben auch im grossen und ganzen recht gefällig 
anzuwenden und durch guten Druck wiederzugeben. Wir danken Ihnen 
bestens für diese Aufmerksamkeit und bitten Sio, auch ferner unserem 
Archiv Ihre freundlichen Gesinnungen erhalten zu wollen. — Herrn 
Beit & I’hilippi, Hamburg. Wir haben seinerzeit lediglich den 
Wortlaut Ihrer Mitteilung wiedergegeben, nehmen aber gern davon 
Notiz, dass das Ehrendiplom die hö chs te Auszeichnung der Brüsseler 
Weltausstellung war und dass Sie auch die goldene Medaille erhalten 
haben!! — Herrn Vogt, Faktor der Offizin F. Ad. Richter & Co. 
Rudolstadt. Das 11 ns übersandte von Zinkätzungen gedruckte Muster- 
buch über Anker-Steinbaukasten ist eine ganz ausgezeichnete Leistung 
ihrer Ofiizin. Bestes Register, treue Wiedergabe der Farben der Bau¬ 
steine und reinster Druck zeichneil diese Arbeit vorteilhaft aus. _ 

Herrn C. 1., Linz a. D. Bronzefarben, wenn wir Sie recht verstehen, 
mit Bronze versetzte, angeriebene Farben, wie man sie neuerdings 
benutzt, haben nie Glanz, nur in gewöhnlicher Weise verwendete Bronze 
kann in dieser Hinsicht befriedigen. — Herrn .1. Räber, Luzern. Die 
Bronzefarbeu haben sich bei uns auch nicht bewährt. Unser Titel war 
mit stark angcriebenem Goldocker vorgedruckt und dann bronziert 
und zwar -mit der Hand«; warum denn auch nicht?? Gute Bronze 
behält stets ihren Glanz. Vielen Dank für Ihren liebenswürdigen Brief. 
Ihre Arbeiten können sich übrigens gerade so gut sehen lassen, wie 
Ihre herrliche Vaterstadt -in den Schweizerhergen«. 


Inhalt des 1 . Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpresson von Alexander Waldow. — 
Über zvveckmässigste Verwendung des Accidenz-Schriftmaterials. — 
Typographischer Muster-Austausch. — Schmelzvorrichtung für Walzen- 
masse. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer f’robcblittter. 

— Bezugsquellen. - Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 

— Annoncen. — Aeeldenzmuster Im Text: Adresskarte, verschiedene 
Briefköpfe. Titel, Avis der Flinschen Schriftgicsserei. — Beilagen: 
l Blatt Neujahrskarte.^/- 1 Blatt Briefköpfe und Karte.^/- 1 Blatt 
Karten.^/ 1 Blatt Schriftprobe von Otto Wciscrt. \j 

Das Heft enthält im Ganzen 4 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen fiir das Archiv. 

Erscheinen : In 12 Monatsh eften. (lieft s unil siet« als Doppelbett) Jedesmal in 
der ersten Monalswoche. UHF* Kür komplette Lieferung, Insbesondere voll¬ 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert »erden. 

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Wiederholung Kobalt. Kostennnsclitäge sofort. Betrüge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pr. Extragcbülir. AI« Beleg dienen Ausschnitte. 
Beleghefto, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50-2,50 

Beilagen: Quartblatt M. 20, umfangreichereje nach Gewicht M. 25 etc. Aufl. 1700 

Novitäten in Orlglnalguss finden Anwendung im Text und auf den MustcrtdBttem 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessenden, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten gehen w ir ah, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovorürucke am Lager. 

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Textschrift von RenJ. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisort, Stuttgart. Überschriften von Emii Berger, Leipzig l'ntorrubriken von 
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.1. G. Scheiter AGiesecke, Leipzig. Gedruckt mit Flirts: von Frey & Sening, Leipzig, 
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Der Buntdruck auf Buchdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 

5. Grün. 

Grün, rein anger ieben. Seidengrün. Seiden¬ 
grün ist die am meisten zur Verwendung kommende 
grüne Farbe; sie ist in dunkel, mittelbell und hell zu 
haben und verdruckt sich 
sehr rein und gut deckend, 
lässt sich auch durch Zusatz 
von Gelb oder Weiss in 
jede gewünschte Nüance 
des Grün verwandeln. 

Chromgrün , eine meist we¬ 
niger fein w T ie das Seiden¬ 
grün präparierte Farbe, 
daher nicht so verwendbar 
wie dieses. Brillantgrün, 
hell, mittel und dunkel. 

* Kaisergrün, *Neugrün. 

Letztere brillante Farben 
aber nicht lichtächt. 

Grün 

Zur Mischung von Grün 
eignet sich insbesondere 
das Miloriblau und je nach¬ 
dem man eine dunklere 
oder hellereNüance erzielen 
will, helles oder dunkles 
Chromgelb, Kadmiumgelb 
oder auch gelber Lack. 

Man hat es bei dieser 
Mischung auch vollständig 
in der Hand, dem Grün eine ins Bläuliche oder ins 
Gelbliche spielende Nüance zu geben, je nachdem 
man mehr von der einen oder anderen Farbe 


verwendet. Hellgrün erhält man durch Mischung von 
’/a Teil Miloriblau, 3 U Teile Weiss, 2*/« Teil helles 
Chromgelb. Maigrün durch Mischung von 3 /s Teile 
Miloriblau, l j 4 Teil Weiss, 3 1 /a Teil helles Chromgelb. 
Russischgrün erhält man z. B. durch eine Mischung 
von 1 /a Teil Miloriblau und 3 Teile helles Chromgelb. 
3 /i Teil Schwarz, 1 /4 Teil Weiss. Meergrün durch 
Mischung von 2 Teile dunkles Chromgelb, 1 ji Teil 
Weiss, 1 s /4 Teil Miloriblau. 

6. Braun. 

Braun, rein an¬ 
gerieben. Braune Farben 
existieren in verschie¬ 
denen Sorten, z. B. Um¬ 
braun, Photographiebraun, 
Mahagonibraun, Japaneser- 
braun, Vandyhbraun, Sepia¬ 
braun, Sammetbraun etc. 
Als ins rötliche spielende 
braune Farben sind die 
sehr gut verwendbaren so¬ 
genannten rotbraunenLacke 
zu betrachten, die man 
leicht durch Zusatz von 
etw T as Schwarz dunkler 
machen kann. Das Photo¬ 
graphiebraun in verschie¬ 
denen Nüancen ist jetzt 
besonders beliebt. 

Braun, gemischt. 
Braune Farbe kann man 
sich je nach Bedarf und 
je nach der erforderlichen 
Nüance sehr leicht aus ver¬ 
schiedenen anderen F arben 
mischen. Man erzielt diese Farbe durch Mischung 
von Rot (meist Geraniumlack oder Zinnober) und 
Schwarz und hat es dabei vollständig in der Hand, 

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71) 


Der Buntdruck auf Buclidruckpressen. 


80 


sie heller oder dunkler zu halten. Durch Zusatz von 
etwas Chromgelb erhält man das für so viele Arbeiten 
so verwendbare Sepiabraun. Olivenbraun mischt man 
aus 1'/« Teil helles Chromgelb, ’/ a Teil Schwarz, 
1 V« Teil Zinnober oder Geraniumlack. Helles Braun 
aus 1 Teil Zinnober oder Geraniumlack, V* Teil 
Schwarz, 2 */* Teil Weiss. Photographieton lässt sich 
aus feinster Buchdruckschwärze versetzt mit dunkel¬ 
violettem Caput mortuum (Totenkopf) hersteilen. 
Diese Mischung ist schöner und dauerhafter als 
eine mit Anilinfarbe oder von Lampenruss und 
roten Lack. 


Violett, (jemischt. Man mischt Violett aus 
Karmin (auch aus Karmin- oder Krapplack) mit 
Miloriblau und Weiss und zwar helles aus 1 Teil 
Karminlack, 3 /i Teilen Pariser- oder Miloriblau und 
2\'< Teilen Weiss; dunkles aus 1 Teil Karminlack, 
1 1 -2 Teil Miloriblau, 1V* Teil Weiss. Wir wollen 
hier, um resultatlosen Versuchen vorzubeugen, aus¬ 
drücklich bemerken, dass sich ein Violett mittelst 
rotem Zinnober anstatt des Karmin nicht mischen 
lässt. Hochroter oder Münchner Lack, wie alle die 
neuerdings fabrizierten, dem Karmin ähnlichen Farben 
sind eher dazu zu gebrauchen. 


Qyi^aa,' 3¥em 

cV'/t/u7l- un</ J/vx/cu’ii een- 


C“vitpfo/l/ift .kl cr/l . dv? Irl : 


Schriften um) Zicrstück von Ludwig Ä Mayer. 


7. Violett. 

Violett, rein angerieben. * Anilinviolett in 
rötlicher und bläulicher Niiance. Die Anilinfarben 
müssen sehr vorsichtig angerieben werden. Näheres 
darüber findet der Leser in den späteren Kapiteln. 
Violett lack. Die Farbenfabriken haben infolge der 
Unhaltbarkeit der Anilinfarben gestrebt, ein Violett, 
welches dem Verbleichen nicht ausgesetzt ist und 
dennoch dem Anilinviolett an Schönheit des Tons 
gleichkommt, zu fabrizieren, was ihnen auch gelungen 
ist: so z. B. gibt es jetzt billigere liehtächteund laekier- 
fähige Violettlacke zu zivilen Preisen. Der feinste 
lichtächte Violettlack ist freilich immer noch eine 
sehr teure, daher für einfachere Drucksachen nicht 
verwendbare Farbe. 


8. Weiss. 

Weiss, rein angerieben. Kremserweiss. 
Das Kremserweiss (Bleiweiss) verwendete man in 
früheren Zeiten fast ausschliesslich zum Mischen, 
neuerdings aber ist man mehr davon abgekommen, 
weil diese Farbe zu schwer ist und sich weniger gut 
mit anderen Farben bindet. Es hat durch seine 
Schwere die Eigenschaft, sich auf der Oberfläche des 
Druckes nach dessen Trockenwerden als feine Staub¬ 
schicht wieder abzusetzen und den Farben so ein 
duffes, stumpfes Ansehen zu geben. Besonders bei 
Tondrucken ist seine Anwendung möglichst zu ver¬ 
meiden. Zinlcweiss. Dieses Weiss ist seiner Leichtig¬ 
keit wegen das empfehlenswertere zum Mischen, 
resp. Abtönen anderer Farben. Es verreibt sich sehr 


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81 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


82 


rein und gut und dringt nicht so leicht wieder an die 
Oberfläche der Drucke, diesen das Feuer nehmend. 
Zinkweiss muss stets an trocknen Orten gut verpackt 
aufbewahrt werden, da es sonst unbrauchbar wird. 
Es gibt freilich ein Mittel, körnig und sandig gewordenes 
Zinkweiss wieder brauchbar zu machen; dieses Mittel 
besteht darin, dass man die trockene Farbe in einem 
tönernen oder sogenannten hessischen Tiegel ausgliiht, 
was immerhin umständlich ist. 

In Vorstehendem sind nur diejenigen Farben 
aufgeführt, welche zumeist für Buntdruck in An¬ 
wendung kommen. 


Farbenplatten gibt dann der Chamoiston die Farbe 
für Häuser, Berge etc., der blaue Ton solche für 
Himmel und Wasser, beide Farben aber durch Über¬ 
einanderdrucken das Grün für Bäume, Laubwerk, 
Rasen etc. 

Beim Druck von Bildern in reicherem Kolorit 
kommen solche Töne in lebhafterer Farbe in sehr 
mannigfaltiger Weise zur Anwendung. Wir finden 
dann nicht nur blaue und chamois Töne, sondern 
auch grüne, graue, violette und rosa Töne vertreten, 
je nachdem das fragliche Bild mehr oder weniger 
vollkommen bezüglich des Kolorits ausgeführt werden 



Originalsatz von Scheiter & Giesecke. 


2 . Farben zum Tondruck. 

Unter Tondruck versteht man jenen matten, 
blassen Farbendruck, der sozusagen dem in kräf¬ 
tigeren Farben erfolgenden Aufdruck eine eflekt- 
vollere Grundlage geben soll. Beliebt ist besonders 
ein Ton in der Farbe des chinesischen Papiers, das 
bekanntlich wesentlich zur Hebung von Stichen und 
Holzschnitten beiträgt, deshalb in dieser Weise nach¬ 
geahmt wird. Ferner wird der Tondruck auch benutzt, 
um Illustrationen ein einfaches, dezentes Kolorit zu 
geben. Er kommt in diesem Fall mehrfarbig zur An¬ 
wendung und zwar derart, dass die benutzten Farben 
an passender Stelle durch Übereinanderdrucken noch 
weitere Nüancen geben. Ein recht gefälliges, einfaches 
Kolorit erhält z. B. eine Landschaft, wenn ein dunkler 
Chamoiston und ein bläulicher Ton zur Anwendung 
kommen. Durch passenden Schnitt oder Ätzung der 


soll. Die neuerdings so vollendet hergestellten geätzten 
Platten, insbesondere die Autotypieplatten mit ihrem 
feinen Korn, gestatten eine sehr gefällige, w eiche Ab¬ 
tönung der Farben. 

Der einfacheTondruck von glatten oder gemuster¬ 
ten Platten findet seine hauptsächlichste Verwendung 
zur Ausschmückung von Aecidenzarbeiten aller Art. 
Man gibt der Einfassung einen gefälligen Unterdrück 
in einer oder mehreren Tonfarben, einen gleichen 
auch für den inneren, durch die Einfassung um¬ 
schlossenen Teil der Accidenz verwendend. Zwei 
Töne kann man z. B. benutzen, um die äussere Ein¬ 
fassung und den inneren Teil der Arbeit mit dem einen 
und die Ilaupteinfassung mit dem zweiten zu unter¬ 
drücken (s. umstehend). 

Auch in diesem Fall lassen sich bei reicherer 
Satzausführung durch Überdruck in gefälliger Weise 
drei Töne erzielen und effektvoll verwenden. 

5 * 


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8^ 


Der Buntdruck auf Buehdruckpressen. 


84 


loh gebe nachstehend nur die Mischung der ein¬ 
fachen, eine ganz bestimmte Färbung zeigenden Töne; 



oder Weiss, Miloriblau und Chromgelb, oder einer 
der anderen, vorstehend genannten gelben Farben, 

i) Grauer Ton, gemischt aus Weiss, Miloriblau und 
Schwarz oder nur aus Weiss und Schwarz. 5) Rosa 
Ton. gemischt aus Weiss und Karmin oder Karminlack. 
Zinnober ist dazu nicht verwendbar. 6) Violetter Ton, 
gemischt aus Weiss und Violettlack oder Weiss, 
Karmin oder Karminlack und Miloriblau. 

3. Farben zum Stäuben. 


die sogenannten unbestimmten Nuancen, welche 
keinen deutlich erkennbaren Farbenton zeigen, sind 
leicht durchZu- 
satz von einer 
Kleinigkeit 
Braun, Blau, 

Violett. Grün 
etc. oder von 
zweien, dreien 
dieser Farben 
zu jenen be¬ 
stimmten zu 
erzielen. 

So mischt 
man z. B. ein 
sehr schönes 
Grauviolettaus 
Weiss, das ja 
bei allen Tönen 
den Ilauptbe- 
standteil bildet. 

Violett und 
Braun in klei¬ 
nen Quanti¬ 
täten. Beson¬ 
ders sehr schön 
zeigt sich diese 
Farbe, wenn 
sie auf einen gelben Ton kommt. Das Grauviolett 
des diesjährigen Titels war in dieser Weise gemischt. 
Neuerdings sind diese unbestimmten Nuancen so 
beliebt geworden, dass man sie fast mehr anwen¬ 
det wie die bestimmten. Es kommt dies wohl daher, 
dass sie zumeist weniger grell auftreten, mehr Wärme 
zeigen, dann aber auch daher, dass sie mit den jetzt 
so beliebten, gleichfalls unbestimmten Farben , welche 
man zum Aufdruck verwendet, besser harmonieren. 

Minchunyen. 1) Gelber Ton, mehr Chamois, 
gemischt aus Weiss, Chromgelb und Zinnober oder 
Geraniumlack. Ohne Zusatz von Zinnober oder Gera¬ 
niumlack hat die Farbe einen mehr strohgelben Ton. 

2) Blauer Ton, gemischt aus Weiss und Miloriblau. 

3) Grüner Ton, gemischt aus Weiss und Seidengrün 


In der gleichen Weise wie man die Bronzen ver¬ 
wendet, lassen sich auch geschlemmte Puderfarben 

verwenden, 
also auf einem 
entsprechend 
farbigen Vor¬ 
druck aufpu¬ 
dern. Der Er¬ 
folg ist ein be¬ 
sonders schö¬ 
ner, nament¬ 
lich wenn der 
Druck auf (7ttn- 
kelfarbigetn 
Papier erfolgt, 
auf welchem 
die gewöhn¬ 
lichen, angerie¬ 
benen Farben 
schwer zurGel- 
tung kommen. 

Erfolgt der 
Vordruck mit 
der hier nötigen 
Sachkenntnis, 
so zeigen die 
Farben grosse 
Reinheit und 
brillantes Feuer; freilich sind sie nur auf Kreidepapier 
oder sehr trocJcnetn, scharf satiniertem Post- oder 
Schreibpapier zu verwenden. 

Die Staubfarben sind zumeist nicht zum An¬ 
reiben in Firnis verwendbar, sondern lassen sich nur 
aufpudern. Die Farbenfabriken liefern auch diese 
Gattung von Farben in allen Nuancen. 

Über die Verwendung der Staubfarben zum 
Druck findet man das Nötige unter »Bronzedruek'. 

‘ (Fortsetzung folgt.) 



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85 


Über zweckinässigste Verwendung des Accidcnz-Schriftmatcrials. 


86 


Über zweekmässigste Verwendung 
des Aeeidenz-Sehriftmaterials. 

(Schluss.) 

gfijujn Titeln, Rubriken, Kolumnentiteln etc. sind 
nach englischem Geschmacke nur Versalien 
und Kapitälchen anzuwenden und auch in Deutschland 
folgte man früher stets dem gleichen Geschmack, sich 
neuerdings aber häufig der schönen Auszeichnungs¬ 
schriften mit Gemeinen bedienend, welche uns die 
Giessereien in so gediegener Ausführung und reicher 
Wahl bieten. 

Gemeine sind nach eng¬ 
lischem Geschmack nur für 
den fortlaufenden Text be¬ 
stimmt und eignen sich nie zu 
auszeichnenden selbständigen 
Zeilen, selbst wenn zu einer 
grossem oder auszeichnenden 
Schrift gegriffen wird. Übri¬ 
gens auch dort keine Regel 
ohne Ausnahme; es können 
bisweilen Aecidenzien mit aus¬ 
schliesslich gemeinen Buch¬ 
staben hergestellt, einen ganz 
gefälligen Eindruck machen. 

In solchen Fällen muss diese 
Manier den hervorstechenden 
Zug in der Arbeit bilden. 

Selbst Seltsamkeiten und Ori¬ 
ginalitäten sind nicht zu ver¬ 
werfen. so lange sie den Regeln 
des guten Geschmacks und 
der Harmonie nicht zuwider- 
laufen. Eine Hauptzeile in 
verzierter Schrift kann in einer 
Karle oder einer ähnlichen 
Arbeit eine ganz gute Wirkung 
ausüben, aber es dürfen dann keine weiteren Zeilen in 
Zierschrift. wenn diese auch anderen Genres wäre, 
darin Vorkommen*). 

Als allgemeine Regel kann man annehmen, 
dass verzierte Schriften in Zeitungs-, Zeitschriften- 
und Buchinseraten unter den vielen verschiedenen 
Schriften, welche auf einer Inserat enseite Vorkommen, 

*) Auch hierin folgt inan in Deutschland anderen Regeln. 
Wo eine Zierschriftzeile Verwendung findet, wendet man, 
vorausgesetzt dass der Titel überhaupt nicht zu wenig 
Zeilen enthält, gern noch eine zweite Zierschrift für eine 
der weiteren Zeilen an, damit gleichsam den neutralen 
Charakter in der Wahl der Schriften ausdrückend. 

Red. d. Archiv. 


meistens den Effekt der Schönheit, den sie zu machen 
bestimmt sind, gänzlich verlieren. Eine Inseraten- 
seite in glatten Schriften modernen Schnitts, abwech¬ 
selnd mit fetten, halbfetten und magern Schriften in 
den mannigfaltigsten Formen und Grössen macht 
einen viel harmonischeren Eindruck. Zierschriften 
finden ihre geeignete Stelle auf Karten, Briefköpfen, 
Rechnungen und ähnlichen kommerziellen Arbeiten. 
Breite Schriften verlangen stets mehr Raum zwischen 
den Wörtern als gewöhnliche oder schmale. Eine 
Zeile solche Schrift mit Gevierten zwischen den 
Wörtern erscheint nicht auffälliger als enge Schrift 
mit Drittelgevierten gesetzt. Über die richtige An¬ 
wendung der Kursiv mögen 
die Ansichten mancher urteils¬ 
fähiger Buchdrucker von¬ 
einander abweichen. Die hier 
ausgesprochene dürfte bei den 
geehrten Lesern ihre gebüh¬ 
rende Würdigung linden. 
Kursiv wird seit altem Her¬ 
kommen als Auszeiclmungs- 
und Ilervorhebungsschrift in 
fortlaufendem Antiquasatz 
benutzt. Unsere heutigen 
Scliriftgiesser haben in ihrer 
Sucht nach Novitäten aller¬ 
hand Buchstabenformen in 
schrägem Winkel geschnitten, 
weniger zum Zweck des Her¬ 
vorhebens einzelner Wörter 
oder Sätze, als um eine grös¬ 
sere Abwechslung der Schrift¬ 
gattungen zur Schau zu¬ 
bringen. Dies stört aber die 
Symmetrie und Symmetrie ist 
eine der Hauptbedingungen 
der Schönheit. Dieser Ei nwurf 
hat natürlich keine Geltung für 
Kursiv als Auszeichnungsschrift in fortlaufendem Satz. 
Übrigens siebt man oft recht gefällige Aecidenzien, 
in welchen eine Phantasiekursiv mit Verständnis 
angewendet ist. Bisweilen sind in Aecidenzien aus 
Schreibschrift, Zirkularen und dgl. einzelne Wörter 
hervorzuheben, dann kann dies nicht zweckmässiger 
geschehen als mit einem grösseren Grade derselben 
Schreibschrift oder mit dazu geschnittener halbfetter 
Schreibschrift. Dieselben Regeln gelten auch für die 
neuerdings aufgekominene nach links geneigte Kursiv. 
Übrigens suche man in Aecidenzien das Mischen von 
Schriften in verschiedenen Winkeln möglichst zu ver¬ 
meiden. In der heutigen Periode des Fortschreitens, in 
welcher auch die Scliriftgiesser einander in der 



Einfassung von John Söhne, Bogenstüekc 
von Scheiter & Giesecke. Einseitige Ecken von Gronau. 


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X7 


Über zweckmässigste Verwendung des Accidenz-Schriftrnaterials. — Schriftprobensobau. 


KS 


Erzeugung von zusammengesetzten Einfassungen, 
Ornamenten. Phantasie-Messinglinien und anderen 
Verschönerungen überbieten und in welcher der 
Aceidenzdruck als Rival mit der Lithographie auftritt, 
muss der Buchdrucker, wenn er sonst Erfolg haben 
will, seine Augen offen und seinen Scharfsinn rege 
erhalten, wenn er in dem allgemeinen Wettkampf 
ausgezeichneter Leistungen nicht Zurückbleiben will. 

ln Bezug auf zweckmässige Anwendung von Ver¬ 
zierungen können hier nur einige allgemein gehaltene 
Andeutungen gegeben werden, und obwohl es unmög¬ 
lich ist, in diesem Punkt für die so mannigfachen 
Vorkommnisse bestimmte Regeln vorzuschreiben, so 
werden sie doch nicht ohne Nutzen sein. Ornamente 
und Schriften sollen in ihrem Charakter stets über¬ 
einstimmen. Sind die für eine Accidenz gewählten 
Schriften zart und die ganze Komposition leicht, so 
dürfen nur zarte Ornamente und feine Linien ver¬ 
wendet werden. Im Gegenteil, je schwerer die 
Schriften, um so entschiedener muss die Ornamen- 
tierung hervortreten. Ferner ist darauf zu achten, 
dass der zu lesende Gegenstand durch zu freigebige 
Ornamentierung nicht in den Hintergrund gedrängt 
wird, denn der Text ist der eigentliche Zweck und 
verzierte Umgebung nur das Mittel ihn augenfälliger 
zu machen. Ist viel weisser Raum zwischen den 
Zeilen, so muss auch zwischen Text und Einfassung 
reichlich Raum gegeben werden. Im Accidenzsatz 
weniger erfahrene Setzer verfallen häufig in den Irr¬ 
tum, durch verschwenderische Ornamentierung etwas 
Vorzügliches leisten zu wollen, ohne zu bedenken, 
dass die Arbeit nicht wegen der sie hervorheben 
sollenden Umrahmung, sondern wegen des Inhalts 
gedruckt wird. Sparsame und dem Ensemble ange¬ 
messene Ornamentierung sei ihnen die Richtschnur, 
wenn ihre Erzeugnisse Anspruch auf typographischen 
Kunstwert machen sollen, 

Aceidenzien in farbigem oder Golddruck ver¬ 
langen stets schwerere Schriften und Ornamente als 
solche in Schwarzdruck. Feine Linien und verzierte 
Schriften verlieren in Farbe allen Effekt auf hellem 
Papier, anders ist es, wenn dieses einen tiefblauen, 
tiefbraunen oder schwarzen Ton hat. 

Bei Aceidenzien in zwei oder mehr Farben 
sind folgende Anweisungen zu beachten. Bei mehr¬ 
farbigen Arbeiten ist es zumeist Regel die schwarze 
Hauptform zuerst zu drucken. Kommt Schwarz 
nicht darin vor, so macht die dunkelste Form den 
Anfang. Eine Ausnahme machen, wie dies bisweilen 
der Fall, Konturen oder Linien in Gold, und wird 
daun die Konturenform zuletzt gedruckt. Lichte Töne 
und Schriften sollten immer von einer Einfassung in 
dunklerer Farbe umgeben sein. Es ist deshalb den 


Setzern zu empfehlen die Kunst der Farbenzusammen¬ 
stellung insoweit zu studieren, um die Schriften in 
Übereinstimmung mit den Farben zu wählen. Wird 
z. B. eine Accidenz in den beiden Farben Rot und 
Schwarz gedruckt, so würde man einen Fehlgriff thun 
wenn man zu den roten Hauptzeilen eine englaufende 
oder mit feinen Strichen musierte Schrift verwendete; 
solche Schriften würden statt ins Auge zu fallen, matt 
und kraftlos aussehen. Infolgedessen sind die kleinsten 
untergeordneten Zeilen für den Schwarzdruck zu 
wählen. In diesem lesen sie sich noch leicht genug. 
Die grosse rote Schrift gleicht sich sozusagen mit der 
kleinen schwarzen aus, beide bilden einen har¬ 
monischen Kontrast zueinander. 

Von besonderer Wichtigkeit im Accidenzsatz ist 
akkurates Schliessen der Form und unfehlbare Regel¬ 
mässigkeit gebogener Zeilen oder Linien. Mag der 
Satz einer Accidenz noch so künstlerisch ausgeführt 
sein und sie ist nachlässig geschlossen, so wird sie 
winkelschief; sind die Einfasslinien nicht so genau 
wie ein mathematisches Viereck und die Bogen nicht 
wie mit dem Zirkel gezogen, so macht die Arbeit auf 
jeden, der Sinn für regelmässige Formen hat, den 
Eindruck einer Pfuscherei. Was ist hässlicher als 
eine unregelmässige Bogenlinie? Schönheit und Grazie 
sind ohne Regelmässigkeit der üussern Formen rein 
unmöglich, und kann deshalb die Wichtigkeit dieser 
Grundbedingung nicht angelegentlich genug empfohlen 
werden. 


Sehriftprobensehau, 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschau« und »Satz und Druck der 
Proheblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sie weniger 
bekannt oler nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver¬ 
weisen auch auf das Bczugsquellenregister auf der 2. Umschlagseito.) 

on der so beliebten und immer schönen 
Römischen Einfassung von Otto Weisert , 
welche wir bereits in Heft 11 des vorigen Jahrganges 
besprochen, drucken wir heute das vollständige 
Figurenverzeichnis ab. Da wir Gelegenheit hatten, 
diese Einfassung bereits zu mehreren Arbeiten zu 
verwenden, so können wir heute das in Heft 11 über 
die Schönheit und Brauchbarkeit derselben Gesagte 
nur wiederholen. 

Von Bauer & Cie. erhielten wir mehrere Grade 
magere und halbfette Merkantil-Kursiv, sowie einige 
Grade Neue Schwabacher. Beide Schriften haben 
etwas Neues, Appartes in ihrer Zeichnung, was wohl 
dazu beitragen wird, ihnen viele Käufer zu erwerben. 
Über die Verwendbarkeit dieser Schriften brauchen 
wir wohl nicht viel zu sagen, denn diese ist, wie die 



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Novitäten der Schriftgiesserei Bauer & Cie. in Stuttgart. 


i. Merkantil-Kursiv. 


Magere. 


Halbfette. 


Corps 8. Min. 5 Kilo, per Kilo M. 8.—. 

Album der Geschichte 
Buchdruckerleben von Fischer 

Corps 10. Min. ß Kilo, per Kilo M. 7.50. 

12. Amor und Psyche 
Pas Lied von der Glocke 

Corps 12. Min. 6 Kilo, per Kilo M. 7.—. 

Deutsche Reichsmark 
Am Meer von O. Strauss 


Corps 8. Min. 8 Kilo, per Kilo M. 8.—. 

Wien Reichen hall 
An der schönen blauen Donau 

Corps 10. Min G Kilo, per Kilo M. 7.50. 

Dresdner Gebäck 
Stahl- und Eisenhandlung 

Corps 12. Min. 6 Kilo, per Kilo M. 7.—. 

Glas-Man dlun g 
Frankfurt an der Oder 


2 . Neue Schwabacher. 


Corps 8, per Kilo M. 6.30. 


iltotto: Ebler IDcin unb guten Sinn, fteef im IJaus unb Keller brin. ^889. 

Corps 10, per Kilo M. 6.—. 

warte bes I>Uf ©ottunb fdnefs. @rüfj ®ott, tritt ein, bring ®lücf t) er ein. 

Corps 12, per Kilo M. 6.—. 

£>ans Sacfys roar ein Sdjut;mad;er unb poet bajit. 


Blatt-Bordüren der Schriftgiesserei Nies Nachfolger in Frankfurt a. M. 

Nonpareille. Min. 2’h Kilo, per 1 > Kilo M 4.50. 2 Cicero. Min. 7 1 1 Kilo, per Vs Kilo M. 3.—. 

Cicero. Min. 4 Kilo, per Vi Kilo M. 3.50. 3 Cicero. Min. 13 Kilo, per V» Kilo M. 2.8U. 

Jede Figur wird auch einzeln in beliebigem Quantum und Meterweise verkauft. 

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Satz und Druck unserer Probeblätter, — Neujahrskarten- und Kalenderschau. 


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vorstehend abgedruckten Probezeilen beweisen, 
sofort zu ersehen. Bemerken wollen wir nur noch, 
dass sämtliche Grade der Kursiv mit abgeschrägten 
Ecken geliefert werden, ein Abbrechen der Buchstaben 
also nicht Vorkommen kann. 

Die Sehriftgiesserei Nies Nachfolger tritt heute 
mit einer eigenartig gehaltenen Einfassung, Blatt- 
Bordüren benannt, vor unsere Leser. Wie aus dem 
vorstehend abgedruckten Figurenverzeichnis zu 
ersehen, entspricht diese Einfassung bezüglich der 
Einfachheit allen Anforderungen, welche man billiger 
Weise an eine solche zu stellen berechtigt ist. Da 
jede Figur fortlaufend für sich zu verwenden ist, so 
ist eine falsche Anwendung geradezu unmöglich. 
Wir werden Gelegenheit nehmen, unseren Lesern 
diese Einfassung in nächster Zeit auf den Probeblättern 
des »Archiv« vorzuführen. 

Scheiter &■ Giesecke haben der von uns in Heft 2 
des vorigen Jahrganges besprochenen Garnitur 
Geiverbliche Vignetten eine zweite vergrösserte Ausgabe 
folgen lassen. Auch bezüglich dieser Garnitur können 
wir das früher Gesagte nur wiederholen. Den 
Abdruck dieser Vignetten mussten wir leider wegen 
Raummangel unterlassen, werden dies aber im 
nächsten Heft nachholen. 

Herr Paul Leutemann, Leipzig, Brüderstrasse 21, 
legt diesem Heft eine Probe neuer Ecken bei. Dieselben, 
ein englisches Produkt, werden sich ganz sicher 
auch bei uns zahlreiche Freunde erwerben, denn die 
meisten derselben zeigen eine sehr ansprechende 
Zeichnung. Die Probe selbst ist mit Grünschwarz 
von Käst & Ehinger gedruckt. Diese Ecken können 
auch zu Originalpreisen von Alexander Waldow, 
Leipzig, bezogen werden. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

^^^latt G unserer heutigen Probeblätter ist eine 
tS&a Arbeit der Offizin von Scheiter <f Giesecke. 
Sie zeigt wieder so recht die Schönheit und Genauig¬ 
keit des Materials, über welches genannte Firma in 
so reichem Masse verfügt. 

Blatt M zeigt, unserem Prinzip entsprechend, 
möglichst einfache aber praktische Arbeiten zu bieten, 
einen nur mit einfachen fetten Linien gezierten Um¬ 
schlagtitel. dem man wohl eine gewisse Originalität 
nicht absprechen kann. An Schriften verwandten wir 
in der Hauptsache die neue Wiener-Mediaeval von 
Brendler & Marklowskg und Initiale von Ludwig 
<f Mayer; die Schlussstücke stammen von Bauer & Co., 
die übrigen Verzierungen von Ludwig <f Mager. Berger 
und Kloberg. 


Auf Blatt L wandten wir Bilderecken und Mediac- 
val-Schreibschriß von Ludwig & Mager an. Über 
die Verwendbarkeit dieser Novitäten haben wir uns 
bereits in Heft l geäussert und werden die beiden 
auf diesem Blatt befindlichen Karten das dort Gesagte 
nur bestätigen. 

Gedruckt wurde Blatt C mit Blauschwarz von 
Käst cf Ehinger, Blatt M mit Braun, gemischt aus 
Granatrot und etwas Umbraun, Blatt L mit Violett¬ 
schwarz von Käst cf Ehinger. 


Neujahrskarten- und Kalenderschau. 

SjTPjjndem wir unseren verbindlichsten Dank für die 
zahlreichen uus zugekommenen Neujahrskarten und 
Kalender wiederholen, wünschen wir den geehrten 
Einsendern, wie unseren geehrten Abonnenten, ein recht 
gesegnetes Jahr. 

Alter Sitte gernäss, zugleich auch dem Wunsche der 
meisten Einsender Folge leistend, wollen wir die ein- 
gegangenen Karten und Kalender einer kurzen Besprechung 
unterziehen. 

1. Neujahrskarten. Die originellste, dabei reichst aus¬ 
gestattete Karte dieses Jahres war ohne Zweifel die von 
A. Watzulik gesetzte, in der Pie versehen Hofbuchdruckerei 
gedruckte Gratulation der Farbenfabrik Käst <f Ehinger, Feuer¬ 
bach-Stuttgart. Da wir dieselbe im 2. Heft im Original 
Wiedergaben, bedarf es an dieser Stelle keiner weiteren 
Beschreibung. — Ein reizendes einfaches Kärtchen versandte 
der werte Freund unseres Blattes, Herr Joh. Baensch - 
Drngulin, Leipzig. Eine zierliche Leiste aus Blattarabesken 
in höchst dezenten, dabei doch effektvollen Farben gedruckt, 
ziert den einfachen aus Mediaeval-Kursiv gesetzten Text. 
Ein kleines, aus der linken Ecke herauswachsendes 
Erdbeerzweiglein, gleichfalls farbig gedruckt, erhöht noch 
den Heiz dieser allerliebsten, ansprechenden Arbeit. — 
Eine sehr hübsche Arbeit ist der Glückwunsch der 
Brülilschen Druckerei ( Pietsch), Giessen. Auf einem tonblauen 
Grunde, der linksseitig im Winkel von braun gedruckter 
Holbeineinfassung begrenzt ist, liegt schräg eine verkleinerte 
Kopie des Giessener Anzeigers und darüber wieder gerade 
die ans Mediaeval-Schreibschrift gesetzte Gratulation. 
Diese Arbeit, der noch eine Anzahl ebenso gefälliger anderer 
beilagen, zeigt wieder, dass die Brühlschc Druckerei sich 
mit vollem Recht den besten Deutschlands beizählen 
kann. — Der Glückwunsch der Offizin I>r. M. Huttier 
(Konr. Fischer), München, zeigt das imponierende Format 
von 19 : 37 cm und ist von geätzten Platten der bekannten 
Firma 0. Consee in München gedruckt. Zeichnung im 
alten Stil und gesamte Druckausführung ist vorzüglich. — 
J. P. Bachem , Köln, gab seiner diesjährigen Gratulation 
zugleich einen Kalender bei, für das Ganze die Buchform 
wählend. Ausser dem Kalendarium enthält derselbe Mit¬ 
teilungen über die Prämiierung der Firma auf der 
Münchner Ausstellung, eine Geschäftsempfehlung und den 
Glückwunsch unter besonderem Hinweis auf die Leistungen 
der Firma, beglaubigt durch Abdruck von Urteilen der 
Fachpresse. Die Ausstattung des Ganzen ist eine höchst 
anerkennenswerte, ebenso die der uns mit übersandten 
übrigen Karten. — Als sehr leistungsfähig zeigt sich diu 

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Neujahrskarten- und Kalenderschau. 


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Druckerei C. UieUe, Altcnburg. Ilire Glückwunschkarle, 
wie die sonstigen dieser beigeleglen Arbeiten, lassen besten 
Geschmack und vortreffliche Ausführung des Satzes und 
Druckes erkennen. — Eine in Bezug auf Arrangement und 
Druckausführung höchst anerkennenswerte Karte sandten 
Frey tt Sening, Leipzig. Auch bei dieser ist der Glück¬ 
wunsch schräg zwischen reiche Ecken von Scheiter & 
Giesecke gestellt, während die Firma selbst im oberen 
Teil der Karte auf einem Schilde angebracht ist. Es hätte 
der hübschen, bei Culemann, Hannover, gedruckten Arbeit 
ohne Zweifel zum Vorteil gedient, wenn die gesamten 
Ornamente etwas kräftiger in der Farbe gehalten worden 
wären. — Arthur Fuchs. Faktor, Geldern, sendet eine Karte, 
deren Hauptzierde das Porträt Gutcnbergs bildet, unter¬ 
gebracht in einem mit den Buclidruckerfarben geschmückten 
Medaillon. Ein sicli an das Medaillon anschliessendes, 
seitlich scharf umgebrochenes Hand enthält den Glückwunsch. 
Der Druck des Porträts und der farbigen Teile ist nicht 
ganz rein und scharf ausgefallen. Das Arrangement (ausser 
dem vorstehend Beschriebenen noch eine Widmung in 
Schillerscheu Versen mit untergedruckter Jahreszahl 1869) 
verdient Anerkennung. — Weiss dt Haute irr. Ludwigshafen, 
umgaben ihren in Hochformat ausgeführten Wunsch mit 
einer farbigen Entrahmung aus Gotischer Einfassung von 
Scheiter & Giesecke. Die Ausführung zeigt grosse Sorg¬ 
falt, doch tritt der rote Unterdrück des Wappens etwas 
zu sehr hervor. — Ein sehr hübsches Kärtchen, aus den 
von ihm geschnittenen Ornamenten gesetzt, sendet Theodor 
Fricbel, Leipzig, ein ebensolches, mit Blumenecken von 
Bauer & Co. geziert, Friedrich Bauer, Stuttgart. — 
Hermann Blanke. Berlin, fügt seinen Glückwunsch eine 
reizend aus Friebelschen und Scheiter & Gieseckeschen 
gotischen Ornamenten gesetzte, schildartige Vignette 
ein, deren Hauptzierde ein rotfarbiger Initial mit 
schwarzer Umrahmung bildet. Die gotischen Ornamente 
sind so gewählt, dass sie mit den Friebelschen 
bestens harmonieren. — Schomburg, Caballero tt Co., 
Madrid, liessen ilire Karle aus Schreib- und Bund¬ 
schrift setzen. Die Firma wurde quer aufsteigend an¬ 
gebracht, über derselben in einer Umrahmung von 
Messingovalen die autotypierten Porträts der beiden Firtneu- 
inhaber. — Otto Dürr, Leipzig, Victor Moeker, Köln, 
J. Gottsieben, Mainz, H. Hoffmann (Ruppsche Druckerei), 
Reutlingen. TL. Hampel. Ziillichau, und dessen Gehilfen Frz, 
Schicseck und Max Dobritter, L. Altmüller, Marne, August 
Kirchlioff, Stuttgart, sowie die Buchdruckerei von Franz 
Sömmering, Marburg, senden zum Teil einfach schwarz, 
zum Teil mehrfarbig ausgestattete Karten in exakter und 
gefälliger Ausstattung. — Th. Schmidt, Kaiserslautern, 
vereinigt auf einer Karte gleich die Adresse resp. Em¬ 
pfehlung seiner Firma (in der rechten oberen Ecke), einen 
Glückwunsch (Weisertsclie Vignette, in der linken unteren 
Ecke) und einen Kalender, der neben und zwischen jenen 
beiden angebracht ist. Das Arrangement ist originell und 
gefällig. Die Farben in der Adresse und Gratulation sind 
etwas zu matt gehalten, treten deshalb nicht genügend 
gegenüber dem in kräftigem Blau gehaltenen Kalender 
hervor. — Gefällige Vignetten, zum Teil in farbiger Aus¬ 
führung benutzten zur Ausschmückung ihrer Karten: 
B. Winkler, Frankfurt a. M., Hermann Gebier, Nürnberg, 
Otto Schild, Elberfeld, Heinrich Köhl. Kaiserslautern (die 
letztgenannten Drei benutzten Weisertsche Vignetten). F. X. 
Seitz, München und Franz Franke, Berlin, der sein Porträt 
mit einer einen Blütenzweig darstellenden Vignette umgab. 


Auch die Giessereien bedienten sich diesmal ihrer 
Vignetten zur Herstellung der Glückwunschkarler», so 
Wilhelm Gronau, Benjamin Krebs, Otto Weisert. Genzsch <t 
Heyse, K. J. Genzsch und Eduard Meyer (im Hause Genzsch, 
München). Die Vignetten der genannten Firmen sind zum 
Teil in einer, zum Teil in diversen Farben gedruckt, die 
Meversche Karle, nach Münchner Art im alten Stil aus- 
gefiihrt, diesem entsprechend reich koloriert und mit 
Goldgrund versehen. - Eine einfach hübsche Karte sandten 
Ludtrig <i Mayer, gesetzt aus der in Heft 2 abgedruckten 
Mediaeval-Kursiv-Ronde. die sich liier sehr gefällig aus¬ 
nimmt. — Bauer it Co. umgaben den eigentlichen Glück wünsch 
ihrer bei HofTtnann. Stuttgart, gedruckten Karte, mit einem 
aus lauter schachbrettartigen, reich verzierten F’eldem 
umgebenen, durch fette Linien begrenzten Grunde. Der 
Hauptfarbenton der Karte ist ein originelles rötliches Braun. 
— Theinluirdt lies» durch Förster & Borries, Zwickau, 
seine Italienische Einfassung im Verein mit einer dem 
Zweck entsprechender Vignette zu seiner Karte verwenden. 
Wir finden, dass die Druckerei in der Wahl der Farben 
nicht so glücklich war, wie man dies sonst von ihr sagen 
kann; auch hätten wir die genannte Einfassung an der 
linken Seite nicht fehlen lassen. — Auch Kies Nachfolger, 
Bülil und Büger (Messinglinienfabrik Leipzig) sandten 
Karten, zu deren Ausschmückung neue eigene Erzeugnisse 
verwendet worden waren. — Carl Kloberg begnügte sich 
mit einer Karte, die aus seinen neuen Schreibschriften 
gedruckt, ein einfach nobles Aussehen zeigt. 

3. Kalender. Den Kalendern der Reichshauptstadt Berlin 
sei liier der erste Platz eingeräumt. Wilhelm & Brasch ver¬ 
zieren ihren Wandkalender mit einem reichen Rahmen aus 
der Flinschschen Rococo-Einfassung, die hier durch wahrhaft 
geschmackrolle Farbeawahl, beste Satz- und Druckausführung 
zu ganz besonders schöner Geltung kommt. Der Hauptton 
unter der hellbraun gedruckten Haupteinfassung ist ein 
schönes mattes, reines Chamois, begrenzt durch einen hell 
kapergrünen Rand aus diesen Stücken 

der die Haupteinfassung nach Innen und Aussen sehr effektvoll 
abschliesst. Eine Viertelpetit starke Goldlinie, ein brauner 
Lorbeerslab und einfache, wieder grün gedruckte Ecken aus 
der Rococo-Einfassung mit doppelfeinen Linien verbunden, 
vervollkommnen den Abschluss nach Aussen; nach Innen zu ist 
der Lorbeerstab durch eine einfache Einfassung tr ef ersetzt 
Das Kalendarium ist schwarz gedruckt und gleichfalls von 
einer braunen Einfassung umgeben. — Der Kalender von 
Wilhelm Gronau ist durch eine sehr reiche, dunkelbraun 
gedruckte Renaissance-Einfassung, die sich an vier, die Jahres¬ 
zeiten darstellende Vignetten anschliesst, geziert. Begrenzt ist 
die Einfassung durch Linien in rötlichem Braun und kleine, 
hellblau gedruckte Einfassungen; das Kalendarium ist 
schwarz gedruckt. — Die Hauptzierde von Otto Elsners 
Kalender bildet ein grosses in Autotypie ausgeführtes, 
blauschwarz gedrucktes Genrebild: Ein dem Wassersport 
huldigender junger Mann, in seinem Boot sitzend, blickt 
voller Interesse zu einer hübschen jungen Bäuerin auf, die 
mit ihrem Knäblein auf dem Arm unter einer Weinlaube 
am Ufer steht. — Max Lichtieitz hat seinen in grösstem 
Folio ausgeführten, in mehreren Tönen und Farben 
gedruckten Kalender noch mit einem zum Abreissen 
bestimmten Notiz-Kalender versehen. Satz und Druck 
lassen erkennen, dass diese strebsame Offizin entschiedene 
Fortschritte gemacht hat, denn der diesjährige Kalender 
verdienL in Bezug auf gefälliges Arrangement des Satzes, 
Wahl der Farben und deren Druck entschieden den Vorzug 


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Neujahrskarten- und Kalenderschau. — Zeitschriften und Bücherschau. 


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vor dem letztjährigen. Wir hätten nur gewünscht, die 
verwendeten Töne wären etwas frischer gewählt worden. 
— Der Kalender der Letcentschcn Druckerei ist wieder eine 
höchst saubere und exakte Arbeit. Tadelloser Druck in 
Blau, Rot und Schwarzbraun, wie in grünem, grauem und 
chamois Ton. geben ihm ein elegantes Aussehen. — 
B.v. Waldheim, Wien, ist abermals mit einem Kalender in 
jener einfach noblen, künstlerisch gediegenen Ausstattung 
vertreten, die wir in jedem der vergangenen Jahre zu 
rühmen hatten. Ein reicher und schöner allegorischer 
Schmuck in vortrefflicher Radierung und bestem Druck ziert 
ihn auch dieses Mal. — W. iJriigulin-Baeiisch, Leipzig, 
benutzt zu seinem Kalender eine reizende, in lebhaften, 
harmonisch abgetönten Farben ausgeführte Umrahmung, 
die im wesentlichen unserer Beilage G in Heft 1 ähnelt 
und wie diese als eine Imitation der alten Miniaturen in 
ihrer frischen Farbenpracht bezeichnet werden kann. Das 
Kalendarium ist mouatweise. zum späteren Abreissen 
bestimmt, auf einzelne Blätter gedruckt und in die auf 
unserer Beilage G zum Eindruck des Textes benutzte 
Öffnung eingeklebt. Ein Glückwunsch zum Jahreswechsel 
folgt gleich hinter dem einfachen Titel vor dem Kalendarium, 
das auf seinen Rückseiten Proben orientalischer Schriften 
und passende Verse aus der Bibel enthält. Die Gesamt- 
ausführung ist. wie immer, so auch diesmal sinnig, gediegen 
und elegant, so dass das kleine Meisterwerk unter Benutzung 
einer angebrachten Stellvorrichtung wohl den Schreibtisch 
mancher Dame zieren wird. — Oskar Brandstetter. Leipzig, 
hat von seinem originellen, einen Violinschlüssel in grossem 
Format darstellenden Kalender, eine neue, diesem Jahre 
angepasste Auflage veranstaltet. Bei jedem Tage des 
Jahres ist der auf ihn fallende Geburts- oder Sterbetag 
eines berühmten Musikers angegeben. — Gebrüder Jänccke , 
Hannover, gaben ihrem Kalender eine prachtvolle Ausstattung 
mit reichem allegorischen Schmuck in lithographischen Bunt¬ 
druck von vollendeter Ausführung. Das Kalendarium ist in 
Buchdruck eingedruckt. — Der Graphische Abreisskalender 
von Jtinecke <('• Schneemann bat sich auch in diesem Jahr 
als alter, liebgewonnener Bekannter in schönster Ausstattung 
eingestellt. Die vortrefflichen bunten Farben der Firma 
dienten wieder zur Ausschmückung; den textlichen Teil 
lieferte, wie früher, Herr Theodor Goebel. in Form von 
technischen Notizen, Gedichten etc. Auch die Buchausgabe 
dieses Kalenders ist wieder erschienen. — Beit d Philippi, 
Hamburg, bringen einen, in reichen Umschlag gebundenen 
Kontor- und Notizkalender, dessen Inhalt, I’ressgesetz etc. 
jedem Fachmann willkommen sein wird. — Die Buchdruckerei 
Lindner, Breslau, hat ihrem Kalender eine von dem 
Gewöhnlichen gänzlich abweichende Ausstattung gegeben. 
Die einzelnen Monate, nach Art amerikanischer Kalender 
die Wochentage nur einmal nebst beigesetzten Daten gebend, 
sind unter Benutzung des Klinkhardtschen «Zierrat« und 
einer grossen vertikalen verzierten Leiste ohne alle 
Symmetrie eingefiigt. so dem Kalender ein buntes, bewegtes 
Bild gebend. — Louis Pasenow, Stettin, gibt seinem, wie 
es scheint von Buchdruck umgedruckten Kalender diesmal 
eine reiche und geschmackvolle Umrahmung in litho¬ 
graphischer Ausführung, die in jeder Hinsicht ausgezeichnet 
genannt werden kann. Das beigegebene Zirkular entzückt 
uns durch die dazu verwendeten Farben, wie durch den 
durch zu grosse Schriftgrade überfüllt und beengt 
erscheinenden Text weniger. — Die A. v. Hagcnsdtc llof- 
druckerei, Baden-Baden, vereinigte ihren Glückwunsch mit 
dem Kalender für 1889 derart, dass sie crsLeren in der 


oberen linken Ecke in Form einer Karle allbrachte. Reiches 
Kolorit in Blau, Rot, Schwarz und Gold geben ihm ein 
gefälliges Aussehen. Die in der Karte zu zahlreich 
angewendeten Bandrollen wollen uns nicht gefallen; sie 
entwickeln sich nicht natürlich. — Förster d£ f Borrics, 
Zwickau, umgaben das zum Abreissen bestimmte Kalendarium, 
auf voll gedecktem blassblauem Grunde stehend, mit 
einem reichen llahmen aus der Holbein-Einfassung in Hoch¬ 
format mit seitlich eingefiigten Schildern, Empfehlungen 
ihres Geschäftes enthaltend. Die benutzten Farben sind 
in eigentümlicher Art vom hellsten rötlichbraunen Ton 
zum satten Bot und Rotbraun abestimmt und machen so 
einen originellen Effekt. — Einen besonders schönen, 
bezüglich des Salzes und Druckes höchst anerkennenwert 
ausgeführten grossen Kalender sandte die Druckerei 
Fr. Wagners Erben, Zürich Ihn schmückt als hervorragende 
Zierde die schöne Römische Einfassung Weiserts, sowie 
ein reizendes Knabenporträt, ein vortrefflicher Schnitt der 
Firma Käseberg & Örtel, Leipzig. Blauer, grauer, chamois 
und bräunlicher Ton mit dunkelbraunem, durch Goldlinien 
und Verzierungen begrenztem Aufdruck geben diesem 
Kalender eine weiche, gefällige Färbung. — Die Stämpfliscle 
Druckerei, Bern, liess uns gleichfalls einen einfach gediegen 
ausgeführten, von Albert Müller entworfenen Kalender 
zugehen. Seine Hauptzierde bildet die Woellmersche 
Renaissance-Einfassung, der Text ist ziemlich einheitlich 
aus Schwabacher gesetzt. — TU. Büchler, Bern, gab seinem 
Kalender gleichfalls eine Zierde mittelst der Römischen 
Einfassung. Einen originellen Schmuck erhielt derselbe 
ferner durch ein, lediglich aus Linien gebildetes von 
W. Büchler gesetztes Porträt Gutenbergs in Grösse von 
etwa 4:6 Cicero; cs ist dies eine in Anbetracht des Materials 
bewunderungswürdige Arbeit. — Von Holländischen 
Druckern waren es wie immer Arnd <f- Zonen und 
de Brakke Grand, Amsterdam, die uns mit ihren Kalendern 
bedachten. Der Kalender der ersteren Firma, in grossem 
Format, ist von Holzschnitt- oder geätzten Platten in 
reichstem Farbendruck ausgeführt, den Schmuck des Ka¬ 
lenders der zweiten bildet ein breiter Rahmen mit humo¬ 
ristischen Figurengruppen, die für den Eingeweihten wohl 
von gewisser Bedeutung sein werden. 


Zeitschriften und Büehersehau. 

— f Kalligraphische Novitäten von Emil Franke. Verlag 
von Orell Fitssli & Ko. in Zürich. Der Herausgeber 
dieser Kalligraphischen Novitäten ist auf dem Gebiete der 
Schriftzeichnenkunst durch seine »Neuen Schriftvorlagen 
für Industrie und Handwerk* schon früher bekannt. Der 
Zweck derselben ist, (lern modernen Zeichner, der nicht 
mehr an (len altertümlichen, zwar oft sehr schönen, aber 
meist unleserlichen Schriftformen festhalten kann, dem 
Geschmack der Neuzeit entsprechende originelle Vorlagen 
in reichster Abwechslung zu bieten. Ein besonderer Vor¬ 
zug derselben bestellt darin, dass sie mit Leichtigkeit kopiert 
und überall angewendet werden können, im Gegensatz zu 
den vielen fein in Stahlstich ausgefiihrlen Vorlagswerken, 
welche anders als in Gravüre gar nicht wiederzugeben sind. 
Herr Franke arbeitete während langer Jahre als Schrift¬ 
künstler für die ersten Schriftgiessercicn und andere tech¬ 
nische Anstalten in Nordamerika. Viele seiner Originat- 
schriften sind dort patentiert. Er bemüht sich nun dem 

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Zeitschriften- und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


amerikanischen Prinzip auch auf dein europäischen Kontinent 
Geltung zu verschaffen, und dieses heisst: Jede Zierschrift 
oder Kurrentschrift muss in erster Linie leserlich, dabei 
aber soll sie auffällig sein und durch ihre Keckheit das 
Auge fesseln und imponieren. Pie nach diesem Prinzip 
ausgefiihrten »Novitäten* sind höchst sauber in ein- und 
zweifarbigen lithographischen Druck ausgeführt. 

— f C. 1). af Wirsen, I Lifrels Var. Illustriert durch 
Jenny Nyström. Gross Quart. Stockholm, Hugo Gebers Ver¬ 
lag. Diese poetische Blumenlese für die Jugend liefert einen 
weiteren Beleg zu dem im vorigen Heft in der Bücherschau 
von uns ausgesprochenen Urteil über den hohen Standpunkt 
unserer Kunst in Schweden. Über den Wert der Dichtungen 
zu sprechen liegt ausser unserem Bereich. Unser Interesse 
kann nur die typographische und xylographische Ausstattung 
in Anspruch nehmen. Besonders splendid ist letztere teils 
in selbständigen Bildern, teils in Initialen. Anfangs- und 
Schlussvignetten vertreten, deren Komposition auf ein 
Phantasie- und gemütreiches Zeichentalent schliessen lässt. 
Solche Bücher sind ausgezeichnete Führer zur Veredlung 
eines reinen Geschmacks und veredelten Kunstsinns. Die 
Offizin, aus welcher das Kunstwerk hervorgegangen, führt die 
Firma Gernandts Aktienbuchdruckerei in Stockholm, 

—• Die geeignetste Zeitschrift für die deutsche Familie 
ist und bleibt das »Universum*. In eleganter und 
geschmackvoller Ausstattung, in Wort und Bild ansprechend, 
unterhaltend und durch seinen überaus reichen und viel¬ 
seitigen Inhalt auch die mannigfachstenAnspriiche befriedigend, 
hat sich dieses schöne Journal mit Hecht als trauter 
Hausfreund in den meisten deutschen Familien des In- und 
Auslandes eine bleibende Stätte zu erringen gewusst. 
Ungemein stimmungsvoll und prächtig illustriert präsentiert 
sich das Weihnachtsheft, in eigens für diesen Zweck 
angefertigten Umschlag, und man wundert sich, wie es der 
Verlagshandlung möglich gewesen, ohne Preisaufschlag 
(das Heft kostet, wie alle anderen, nur 50 Pfennige) so 
Hervorragendes zu leisten. Das soeben erschienene Neu¬ 
jahrsheft reiht sich dem würdig an. Von dem fesselnden 
Inhalte sei hier hervorgehoben: »Der Doppelgänger*, 
Erzählung von Jos. Hatton; »Weihnacht auf See«, mit 
Illustrationen von R. Blumenau; »Es ist ein’ Ros’ entsprungen*, 
eine Weihnachtsgescliichte von Anna Hartenstein; »Allzeit 
voran!« Manöverbilder von Jesko von Puttkamer (Schluss), 
mit zahlreichen Illustrationen; »Viel Lärm um Nichts*, 
Humoreske von Hans Arnold; »Schulter an Schulter«, 
Roman von Hermann Heiberg; »Die Fremden in Paris«, 
von Eug. von Jagow; Dr. A. Nagel, »Aus Mayas Reiche« 
u. s. w. Ausser über 30 Illustrationen enthalten die Hefte 
noch sechs schöne Kunstblätter in Lichtdruck, Holzschnitt 
und farbigem Aquarelldruck. — Die Verlagshandlung des 
»Universum« eröffnet eine Preiskonkurrenz zur Erlangung 
geeigneter Kunstblätter für ihre illustrierte deutsche 
Familienzeitschrift »Universum« und setzt folgende Preise 
aus: J. 700 Mark für zwei Bilder in farbiger Ausführung, 
22 cm breit, 30 cm hoch. II. Je 200 Mark für 2 Bilder 
einfarbig (grau in grau), 22 cm breit, 30 cm hoch. Ausser¬ 
dem sollen eine grosse Anzahl von nicht prämiierten 
Blättern käuflich erworben werden. Die Arbeiten müssen 
bis spätestens 30. März d. J. an den Verlag des »Universum« 
in Dresden-A. Johannisplatz 7 eingesandl werden. Als 
Preisrichter fungieren die Herren: Hofrat Professor Pauwels, 
Professor J. Scholz, Architekt A. Hauschild, sämtlich in 
Dresden. Die näheren Bestimmungen sind im 13. Hefte, 
sowie in der Redaktion des Universum einzusehen. 


100 


Jedenfalls haben sich die Leser des »Universum« eines 
ganz besonders schönen Bilderschmuckes der Hefte zu 
gewärtigen, was im Verein mit neuen, zugkräftigen Romanen 
nicht verfehlen wird, neue Abonnenten zuzuführen. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. lOUjährige: Am 1. Januar der in Plauen i. V. 
erscheinende »Voigtländische Anzeiger*. — 50jährige: Am 
1. Januar das »Sonrmeberger Tageblatt«, dasselbe wurde 
von C. A. Mylitts gegründet und befindet sich noch heute 
irn Besitz seiner beiden Söhne. — Am 1. Januar der 
Maschinenmeister Julius Laders in Berlin in der Druckerei 
der »Volkszeitung« daselbst. — Am 12. Januar der Setzer 
Kaspar Baumann in der Sauerländorschen Offizin in Aarau. 
— Am 1. Februar der Faktor der Windolffschen Offizin 
in Berlin Herr Karl Pasc wählt daselbst. — äöjährigcs: Am 
1. Januar die Buohdruckerei Blesse «f Lührs in Hamburg. 

— Gestorben. Am 1H. Januar der Buchdruckereibesitzer 
Hellmuth Henkler in Dresden. — Am 23. Januar der Buch¬ 
druckereibesitzer Hermann Meyer in Halberstadt. 

— Geschäftliches. Von der Firma C. G. Bilder in Leipzig 
ist Herrn Carl Reichel Prokura erteilt worden. — Aus der 
Firma Giesecke <f Devrient in Leipzig ist Herr Christian 
Wilhelm Raimund Giesecke ausgeschieden und wird dieselbe 
nunmehr von den Herren Hermann F. Giesecke und Dr. 
Bruno Giesecke in unveränderter Weise für deren alleinige 
Rechnung weitergefülirt — Die Scibohkchc Buchdruckerei in 
Offenbach ging an ein Konsortium, vertreten durch die Herren 
A. Ph. Bender und Fg. Weintraud über. — Das Stuttgarter 
»Neue Tageblatt« ist in den Besitz einer Aktiengesellschaft 
übergegangen. — Die Buchdruckerei des Stuttgarter Verlags- 
buchhändlers Kohlhammer in Tübingen ging durch Kauf in die 
1 lande der Herren W. Armbruster <£■ Riecker über. -— Den Herren 
Louis Nienhold. John K. Tetloic und Hermann Schreiber ist voll 
der Firma J. G. Scheiter <f-Giesecke in Leipzig Kollektiv-Prokura 
erteilt worden. — Die Schriftgiesserei Ferd. Theinhardt in Berlin 
hat ihre Geschäftslokalitäten von der Linienstrasse nach der 
Jerusalemer Strasse No. (>(> (Berlin SW.) verlegt. 

— Die Graphische Verlagsanstalt von 11. Sachse in 
Halle a. S. legt unseren heutigen Heft eine Beilage, betitelt 
»Graphischer Anzeiger« bei. Wir wollen dabei nicht 
versäumen, unsere Leser auf die reichhaltige Kollektion 
Bedarfs-, sowie Luxusartikel für Buchdrucker aufmerksam 
zu machen. 

— Fine Vorrichtung an Tiegeldruck - und Zilinder- 
schnellprcsscn zum gleichzeitigen Drucken von zwei oder mehr 
Farben und zum Auslegen der so bedruckten Bogen haben 
F. F. Häkle und Karl Spranger in München jüngst sich 
im Deutschen Reiche sub No. töOOO patentieren lassen. 
Diese Einrichtung ermöglicht, mit nur einmaligem Einlegen 
auf der Tiegeldruckpresse oder Zilinderschnellpresse jeden 
Systems, zwei oder mehr Farben drucken zu können. Das 
Farbewerk muss dabei entsprechend der Anzahl der zu 
verwendenden Farben geteilt werden. Das Farbewerk bezw. 
der Farbetisch bei der Tiegeldruckpresse ist z. B. in zwei 
Teilen hergestellt und bildet ein Ganzes. Auf jeder Hälfte 
eines Farbetisches befindet sich je ein Farbeteller, um für 
jede Hälfte die Farbeverreibung eigens bewirken zu können. 
Selbstredend ist es notwendig, beim Zweifarbendruck die 
beiden Hälften etwas auseinander zu ziehen, damit in der 
Mitte ein leerer Raum entsteht. Dadurch wird verhindert, 


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101 


Mannigfaltiges. 


102 


dass die beiden Farben durch die Farbeverrcibung in¬ 
einander laufen; der Farbe verreibende Zilinder ist eben¬ 
falls so eingerichtet, dass er in der Mitte auseinander 
gestellt werden kann; derselbe dient nur zur stärkeren, 
besseren Farbeverreibung. Bei der Zilinderschnellpresse 
muss der Farbezilinder geteilt werden können, oder die 
Reib- und Auftragwalzen, welche die Form mit Farbe ver¬ 
sehen, müssen aus der entsprechenden Anzahl Teile 
zusammengesetzt werden. Beim Zweifarbendruck wird der 
Bogen auf der linken Hälfte der Presse eingelegt und beim 
Beginn der Bewegung von einer Greifervorrichtung fest¬ 
gehalten, bis der Druck vollendet und der Tiegel oder 
Zilinder in seine Einlegestellung (Ruhelage) zurückgekehrt 
ist. Nun führt diese Greifervorrichtung den Bogen auf 
die rechte Hälfte der Presse, wo ihn eine zweite Greifer¬ 
vorrichtung in der richtigen Stellung festhält. Das erste 
Greifersystem kehrt alsdann wieder in seine ursprüngliche 
Lage zurück und nimmt einen neuen Bogen auf. der Druck 
erfolgt und zwar bei dem vorher eingelegten in der zweiten 
Farbe, während der letzte Bogen die erste Farbe enthält. 
Bei dem folgenden Druck bringt die erste Greifervorrichtung 
den einmal bedruckten Bogen auf die zweite Druckstelle 
u. s. w., während von dort aus der erste eingelegte Bogen, 
mit zwei Farben, bedruckt ausgelegt wird. Natürlich kann 
hei Zweifarbendruck die Bogengrösse kaum halb so gross 
sein, als bei Einfarbendruck. - o - 

— f Einfache Überdruckmethode auf Farbeiijdatten von 
Buchsbaumholz. Uber diesen Gegenstand spricht sich im 
»Superior Printer« ein Praktiker dahin aus, dass zu Farben¬ 
oder Tondruckplatten Bucbsbaumholz allen anderen 
Materialien vorzuziehen sei. Für Etiketten, Schaukarten 
u. dergl. mag Stereolypmetall dem Zweck ebenso gut 
entsprechen, aber für feine Arbeiten, in welchen zarte 
Töne Vorkommen, ist Bucbsbaumholz unstreitig das beste. 
Stereotypmetall übt auf manche Farben einen unangenehmen 
Effekt aus, es macht sie dumpfer, benimmt ihnen, mit 
einem Wort, die Brillanz. Anderseits verlangen die Buchs¬ 
baumholzplatten wieder grössere Aufmerksamkeit seitens 
des Druckers; sie sind je nach den Temperaturveränderungen 
dem Sichwerfen, Zusammenziehen oder Ausdehnen unter¬ 
worfen, was bei Metallplatten nie Vorkommen kann und 
sichern deshalb ein korrekteres Register. Behufs der 
Überdrucke einer Arbeit in mehreren Farben gibt man den 
Buclisbaumholzplalten vorher einen äusserst dünnen 
Überzug von Chinesisch- oder Bleiweissfarbe. Hierauf 
wird die erforderliche Anzahl Abdrücke auf glattes dünnes 
Bristolpapier mit guter schwarzer Farbe gemacht. Vor 
dem Druck der Karten ist die Hauptplatte auch auf dem 
Tympan abzuziehen, sodass sich das Abbild zugleich auf 
der Rückseite der Karten zeigt. Ist dies geschehen, dann 
wird die Platte für die erste Farbe genommen und die 
betreffende Karte mit kleinen Kopierzwecken darauf 
befestigt. Hierbei ist Vorsicht zu nehmen, dass die Zwecken 
an solchen Stellen eingeschlagen werden, welche weg¬ 
geschnitten werden. Diejenigen Partien des Hildes, welche 
für eine gemischte Farbe bestimmt sind, werden mit dem 
Falzbein oder dem Stiel einer Zahnbürste abgerieben. 
Wird diese Operation sorgfältig ausgeführt, so erhält man 
einen beinahe ebenso scharfen und absolut genauen 
Überdruck wie das Original. Nachdem die Platten geschnitten 
sind, reibe man die Flächen mit einem mit gesottenen 
Leinöl getränkten leinenen Lappen tüchtig ein. Nach 
beendetem Druck sind die Platten in trockenes Papier 
einzuschlagen und an einen trockenen Ort auf den Kanten 


aufzustellen. Der Verfasser dieser Anweisung sagt; »Seit 
den letzten fünf Jahren habe ich hunderte von Farben¬ 
druckproben aus allen zivilisierten Ländern der Erde 
erhalten, und ich kann sicher behaupten, dass, obsclion 
viele von ihnen ausgezeichnet gedruckt waren, neun von 
zehn kein tadelloses Register hielten. In einigen Fällen 
lag die Schuld erwiesenermassen am Holzschneider, auch 
möglich, dass die Überdrucke nicht mit der nötigen Sorgfalt 
ausgeführt waren; in anderen Fällen sah man dem Erzeugnis 
den Mangel an Kenntuis, wie eine Arbeit in Farbendruck 
angefangen werden muss, offen an. Die beste und ein¬ 
fachste Methode, um unfehlbares Passen der Farbenplatlen 
zu erreichen, ist folgender. Ist die Form zugerichtet und 
sind die Punkturen so genau als möglich gestellt, dann 
druckt man 40 bis 50 Registerbogen oder Karten; der 
Drucker hat darauf zu sehen, dass jeder Bogen in den 
Punkturen unten aufliegt, che er druckt Am geratetsten 
ist es, die Bogen oder Karten mit grauer Farbe zu drucken. 
Von höchster Wichtigkeit ist, dass sie mit absoluter 
Genauigkeit in die Punkturen eingestochen werden. Man 
kann dann jede Farbe mit voller Sicherheit in ihren 
geeigneten Platz passen, vorausgesetzt, dass der Drucker 
mit dem Farbendruck bekannt ist«. Unter den oben 
erwähnten Farbendruckproben befanden sich viele aus 
Deutschland. Unter diesen waren nicht wenige, welche 
eine so vollendete Farbenharmonie der zartesten Töne 
zeigten, wie ich sie nirgends anders gesehen habe, aber 
die Schönheit mancher von ihnen wurde durch mangelhaftes 
Register und Nichtbeachtung mancher im Farbendruck zu 
beobachtender Einzelheiten gestört. 

— Reinigung gebrauchter Putzlappen und Schmieröle. 
Zur Reinigung der Triebwerke von abtropfeuden Ölen ver¬ 
wendet man Putzwolle und Putzlappen. Die Befreiung 
derselben von dem aufgesaugten Öl kann beim Gross¬ 
betriebe durch eine Zentrifuge geschehen, welche an 
geeigneter Stelle aufgestellt und von einer vorhandenen 
Wellenleitung angetrieben wird. Das so ausgesclileuderte 
Putzmaterial ist zwar nicht rein, kann aber wieder ver¬ 
wendetwerden. Die vollständige Reinigung des Putzmaterials 
von Öl und Fett besorgt man durch Waschen mitBenzin. Solches 
wird am besten in abgeschlossenen Gefässen vorgenommen, 
in welchen ein durcli Riemen von aussen angetriebenes 
Rührwerk die Durchspülung des Putzmaterials herbeiführt. 
Die gebrauchten Schmierstoffe kann man durch sorgfältige 
Filterung über sehr reine Putzwolle und Watte und Ab¬ 
stehenlassen des Filtrates für Schmierzwecke geeignet 
machen; natürlich ist das wiedergewonnene Schmieröl 
geringwertiger als noch nicht gebrauchtes 01. - o - 

— Die österreichische Staatsdruckerei hat die Herstellung 
des Papiergeldes für mehrere amerikanische E’reistaaten 
übernommen. Die Ausführung wird eine lange Reihe von 
Jahren in Anspruch nehmen und hat die Staatsdruckerei 
hierzu eine eigene Abteilung errichtet. 


Berichtigungen. 

— Von authentischer Seite wird uns initgeteilt, 
dass die in unsertn vorigen Heft enthaltene, der »Inven¬ 
tion« entnommene Notiz betreffs des Tessarosclien 
Tachigraph für Musikaliendruck insofern der Berichtigung 
bedarf, als nicht die Firma C. G. Röder Besitzerin des 
deutschen Patentes ist, sondern dass Herr Oscar Brandstetter 
in Leipzig sich die Anrechte auf dasselbe gesichert hat, 
und zwar nicht nur für das deutsche Reich, sondern auch 


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103 


Mannigfaltiges. — Annoncen. 


101 


für Belgien. Holland, Dänemark. Skandinavien und die 
Schweiz. Die Mitteilungen der »Invention*, bezüglich der 
übrigen ausländischen Patente bestätigen sich. Im übrigen 
wird es bei der völligen Neuheit der augenscheinlich in 
der Thal bedeutungsvollen Erfindung noch einiger Zeit 
bedürfen, bevor dieselbe an die Öffentlichkeit treten kann. 

— Die Nummer 2 des »Archiv« enthält einen Artikel 


Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aecldenzmiister Im Text: Programm¬ 
titel, Adrcsskarte, Briefkopf von Scheiter & Giesecke, Briefkopf von 
Flinsch, Programmtitel. — Beilagen: 1 Blatt Briefköpfe von Scheiter 
& GieseckeV— l Blatt UmschlagtiteLy/— l Blatt Karten. J— 1 Blatt 
Ecken von Paul Leutemann. Leip/ig.|A- 1 Beilage von H. Sachse. 1 I 

Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen. Für das 13eiliegen der [ | 

fremden BeilaEen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht ' 

garantiert werden. 


über den Typographischen Muster-Austausch, welcher 
beginnt: »Anstatt des unter englischer Leitung stehenden 
internationalen Muster-Austausches etc.« und die Ansicht 
erwecken muss, dass derselbe aufgegeben worden sei. 
Indem ich auf den ersten Salz des angezogenen Artikels 
nicht weiter eingehe, um unangenehme Kontroversen zu 
vermeiden, erkläre ich, dass ich die Geschäfte des von 
Herrn Hilton in London vertretenenen internationalen Unter¬ 
nehmens weiter führe und dass der Bestand des Unter¬ 
nehmens durch zahlreiche Anmeldungen gesichert ist. Zur 
Erteilung jeder Auskunft bin ich gerne bereit. 

Jl. Winkler , Frankfurt a. M.. Heisterstr. 2. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Eracholnen: In 12 Monatsh eften. (lieft S und 9 stets als Doppelheft) Jedesmal in 
der ersten MimntstvtK'he. HF* Für komplette Lieferung', insbesondere voll¬ 
ständig© Belingen, kann nur den vor Erscheinen de« 2. Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle Jede Buchhandlung: auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis : M. 12, -, unter Kreuzband direkt M. KV** nach ausserdeutachen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Baud M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzelle 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, lindern falls 25 Pf. Extragebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Belegheft©, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50-2^) 

Beilagen: Qmirtbhitt M. 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc. Auf!. 1700 

Novitäten in OrigimUguss finden Anwendung im Toxi und auf den Mueterblftttem 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
ffir die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten gelten wir ab, liefern auch Farben. 
Bronzen , Papier© etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blanko Vordrucke am Lager. 

Schriften. Einfassungen etc. aller Giessercien liefern wir zu Original preisen. 


Inhalt des 3 . Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen von Alexander Waldow. — 
Über zweckmässigste Verwendung des Accidenz-Schriftmaterials. — 
Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblätter. — Neu¬ 
jahrskarten- und Kalenderschau. — Zeitschriften und BUcherschau. — 


Textschrifl von BenJ. Krebs Xnchf, Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weiseit, Stuttgart. Obersclirifiten von Emil Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
Koos A Junge, Ollen bach a. M. Perl Antiqua und balhfctte Aldine Kursiv voll 
.LG. Scheiter AGiesecke, Leipzig. Gedruckt mit Farbe von Frey & Sening, Leipzig, 
auf einer Schnellpresse von Kleiu, Forst & Buhn Nnchf. Johannisberg a. Kli. 


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Stereotypie — Galvanotypie 
Fachtischlerei. 


Anwendung aus Emil Bergers Renaissance-Einfassung No. 560. 





Meutkit: SSferfiuti AV u>fci. 


£>*Carl AbeLs 

W Xylographische Anstall 

LEIPZIC.Kbrnerstc. 31 . 


^icrom & HTeufcb 

ZTteffin^Iinicn^ahvit 

<EuI pan oplaihf, Stereotypie 

«t € cipyig » 


Herrn Karl Kraase, Leipzig 


Gern bestätige ich Ihnen hierdurch, dass ich 
mit den von Ihnen mir gelieferten zwei sechs- 
walzigen Kalandern in jeder Hinsicht zufrieden 
gestellt worden bin; seit zwei Jahren habe ich 
dieselben in unausgesetztem Gebrauche und er¬ 
ziele damit eine sehr gleichmässige, höchst bril¬ 
lante Satinage ; die Konstruktion Ihrer Kalander 
ist auch eine äusserst solide, so dass, trotz der 
angestrengtesten Benutzung derselben, noch keine 
auch noch so unbedeutende Reparatur notwen¬ 
dig geworden ist 


Gebrüder Brehmer, 

Plagwitz-Leipzig. 

Spezialität: 

Draht-Heftmaschinen 

zum Heften von Büchern, Blocks, 
Broschüren, Kartonnagen etc. 


Achtungsvoll 


Otto Dürr. 


illustrierten Catalogen 
Jnserate etc.fiir jede .Industrie 


m 

ucHflnick-S 

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minmmim-. 


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Oripinalsatz von J. (i. Scheiter & Giesecke in Leipzig. 


C. Ar^rfv^ür Buchdruckerljiinst. 26. Band. 

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Druck und Verla? von Alexander pp| 


PRINCETON UNIVERSITY 


/S£ 









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Jemens ^erold’s 



LEIPZIG 

VERLAG VON KARL LINDNER. 



M. Arch 

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26. Hand. Druck und Verlag von Alexander fT) 

inal-Liberty-Tiegeldruckmaschine ”P i Rp| , N€ ( 6”IK) N UNIVERSITY 

































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Einzeln 

zu beigesetzten 
Preisen. 


Paul Leutemann 

— LEIPZIG, 


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= SERIE A. = 

Mk. 40.—. 

-f'—r per Satz: von 12 Stück. — 


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PAPIER 


Franketiatoin & Wagner, Leipzig- 


No. 2 
a Mk. 4.—, 


No. 3 
ä Mk. 4 


No. 0 
a Mk. 4.—. 


ä Mk. 1 


Einzeln 
zu beigesetzten 
Preisen. 







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26. Band. 1889. «^§*4- Heft 4. 


Das Sehriftminimum. 



jie allgemeine Einführung des französischen 
Systems hat dem Verkehr zwischen Buch¬ 
drucker und Schriftgiesser ein teilweise 
anderes Gepräge gegeben. Während der erstere 
früher Wochen und Monate vorher bestellen musste, 


die Zahl dieser Druckereien vermindert sich zusehends, 
und in absehbarer Zeit wird man in Deutschland nur 
noch einen Kegel und eine Schrifthöhe kennen. 

Je näher wir diesem Zeitpunkte kommen, je 
leichter wird sich der Verkehr zwischen den Buch- 
druekereien und Schriftgiessereien gestalten, nament¬ 
lich, wenn man bemüht ist, manchen Verkehrsmodus 





töreij, TrDnmr 1889. 


p. p. 


Iß ein Btifrnbrr, Ijerr Bruburger, retrb lieft 
rrlauben, 3ir binnen luvjem ju befinden mtb 
bitte irlj, titmfelben Jtljre fdiafibarrn Bvbres gefi. 
jtt refemcreit. 

Jtri.lluiipoupU 

QL X Mm 

Jabrih fuittßlitfjet Blumen. 






Vignette uml Schrift von Hauer & Cie. 


um das erforderliche Material am Tage des Gebrauchs 
zu besitzen, so kann er jetzt eventuell bis zum letzten 
Tage warten und doch noch Alles rechtzeitig erhalten, 
weil die Schriftgiesser nun im Stande sind, von fast 
allen ihren Erzeugnissen Lager zu halten. 

An diesen Annehmlichkeiten des schnellen Bezugs 
nehmen nun allerdings diejenigen Druckereien noch 
keinen oder doch nur beschränkten Anteil, welche 
eigenen Kegel, eigene Höhe oder beides haben. Indessen 


zu beseitigen, welcher früher seine Berechtigung hatte, 
soweit er in die veränderte Situation nicht mehr 
hineinpasst. Besonders ist es erwünscht, dass hierin 
ein allgemeines Übereinkommen stattlindet. und nicht 
von der einen Giesserei nach diesen, von einer zweiten 
Giesserei nach anderen Grundsätzen verfahren wird. 
Greift letzteres Platz, so haben wir von der Einführ¬ 
ung des französischen Systems nur einen bedingten 
Nutzen. 


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115 


Das Scliriftminimum. 


11 « 


In meinem Handbuche*) habe ich nach dieser 
Richtung hin diverse Fingerzeige gegeben. Ich will 
heute nur auf diejenigen hinweisen, welche sich auf 
die Abmessung der Schriftminima beziehen. Ich sagte 
daselbst S. 99, dass dieselben 1) teilweise zu gross 
und 2) einen Ballast von Accenten hätten. Es wog 
beispielsweise ein Minimum Korpus schmale Gotisch 
genau so viel wie ein Minimum Korpus fette Gotisch, 
nämlich 10 Pfd. Dadurch erhielt man von der schmalen 
Gotisch viel mehr Buchstaben, wie von der fetten.**) 


Schriften repräsentieren diese überflüssigen Buch¬ 
staben ein nennenswertes Gewicht. 

Als ich obige Änderungen in Vorschlag brachte, 
war ich mir völlig bewusst, wie schwer es ist, lang¬ 
gewöhnte Einrichtungen zu beseitigen. Das Bessere 
soll zwar der Feind alles Guten sein, aber es 
bedarf langer Zeit und vieler Ausdauer, um dem 
Besseren zum Siege zu verhelfen. Trotz dieser Er¬ 
wägungen machte ich den Versuch, meine Vorschläge 
ins Praktische zu übertragen und ich änderte in der 


a 


STot. 


Seutenroda, Jen 


. 1889. 


Prämiiert 

in 

Bremen 1877 
Hamburg 1878 
Paris 1880 
Antwerpen 1885 
Chemnitz 1887. 


“" (l U "^ n -hh rik 


■ b 

• i. 9 




-i*K'it§us@)l 


■—- 


Spezialität: 

Patent-Petroleum-Lampen. 




Spezialität: 

Benzin-Sicheitieits-Lampen. 


Patentiert 

in 

Deutschland 

Frankreich 

England 

Osterreich-Ung. 

Amerika. 


C-SW/8- 


Slechnuna für 


Sie empfangen aij cfhre cRedinung unJ Gefahr JurJi 


Ornamente, Zierschrift »Aquatinta« und »Zirkular« von Ludwig & Mayer, Mediaeval von Brendler &. Marklowsky, Schmale Antiqua von Krebs. 


Ich empfahl daher, die Minima nicht mein’ nach 
dem Gewicht, sondern nach einer bestimmten Anzahl 
von Buchstaben zu bemessen. 

Des Ferneren machte ich auf die übergrosse An¬ 
zahl von Accentbuchslaben und Ligaturen aufmerk¬ 
sam, welche jeder Antiqua-, Titel- und namentlich 
Zierschrift mitgegeben wurden. Man fand in diesen 
ä ä ä ä e e e e i i 1 i ö ö ö ö ü ü ü ü p A Ö Ü £ E E 
E E iE (E ffi ffl. Es genügen aber, um betreffs der 
deutschen, englischen und französischen Sprache nicht 
in Verlegenheit zu kommen, ä ä ä e e e e i i ö ö ü ü 
ü e Ä Ö ü g E E E, d. h. also lt Accentbuchstaben 
resp. Ligaturen weniger. Namentlich bei grossen 


*) Praktisches Handbuch für Buchdrucker im Verkehr 
mit Schriftgiessereien. Leipzig 1878. Verlag von Alexander 
Waldow. 

**) In der Thal war man auch von der unzweckinässigen 
Einteilung überzeugt und kam den Buchdruckereien durch 
Abgabe lialber Minima entgegen. 


damals von mir geleiteten Schriftgiesserei J. G. Francke 
Naclif. in Danzig die Minima-Giesszettel in gedachtem 
Sinne. Ich leugne nicht, dass mir dadurch längere 
Zeit manche Verdriesslichkeit erwuchs. Man ver¬ 
langte vielseitig die überflüssigen Accente, weil man 
sie immer erhalten, teilweise sogar mit der Motivier¬ 
ung, dass ja die Fächer dazu in den Kästen vorhanden 
wären! Endlich aber sah man doch den Nutzen ein 
und gal) der neuen Einrichtung seine Zustimmung. 

Es lag mir indessen fern, anzunehmen, dass eine 
Einrichtung, die sich in dem Kundenkreis einer 
kleineren Giesserei bewährte, nun auch für alle 
Giessereien und für alle Buchdruckereien von Nutzen 
sein müsse. Ich wartete vielmehr sorgfältig ab, inwie¬ 
fern meine Vorschläge in Deutschland Nachahmung 
finden würden. 

Durch Übernahme einer mich ganz in Anspruch 
nehmenden Stellung war ich indessen nicht mehr 
in der Lage, dieser Entwicklung zu folgen. Erst in 


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117 


Das Schriftrmnimum. 


11H 


jüngster Zeit konnte ich mich wieder darum kümmern, 
ohne indessen zu einem sicheren Anhalle gekommen 
zu sein. Zwar zeigten einige neuere Proben für 
schmale Schriften ein geringeres Gewicht, dagegen 
zeigte man mir in den Druckereien von verschiedenen 
Giessereien bezogene Antiquaschriften mit all den 
überflüssigen Accenten. Dass ich aber dennoch auf 
dem richtigen Wege gewesen, bewies mir das von der 
Schriftgiesserei J. G. Scheiter & Giesecke vor einigen 
Jahren herausgegebene Musterbuch. Dasselbe kennt 
keine Minima mehr, sondern nur noch Sätze, welche 
nach amerikanischem Muster die Zahl der Versal A 
und der Gemeinen a angeben, aus welcher Angabe 
der Buchdrucker leicht feststellen kann, ob ihm ein 


Arbeiten einrichten und infolge dessen nur geringes 
Quantum an einzelnen Schriften, aber grosse Auswahl 
von Arten derselben benötigen etc.«. Dem gegenüber 
ist in den allgemeinen Lieferungsbestimmungen 
J. G. Scheiter & Gieseekes zu lesen: 

»Die Sätze und halben Sätze sind neuerdings bedeutend 
im Gewicht reduziert worden, um dadurch dem Käufer 
den Vorteil zu bieten, sich eine grössere Auswahl von 
Schriften zulegen zu können.* 

Hinsichtlich der Accente sind die Herren J. G. Scheiter 
& Giesecke dagegen weit über meine Vorschläge 
hinausgegangen, indem sie mit noch weniger Accenten 
auszukommen glauben. Es heisst hierüber: 

»Wiederholte Klagen über Beischluss der zumeist 
unverwendbaren fremdländischen Accente haben uns 



^T^ccid enz-D ri 


ERAEKEISTEIK & WAGEER, LEIPZIG. 


Telephon-No. 151. 




LEIPZIG , den J88 

Augustusplatx. 1. 


Original satz von Frau keil stein & Wagner, Leipzig. 


solcher Satz für seine Zwecke zu klein oder zu gross 
ist. Das Gewicht ist nur noch annähernd angegeben, 
um dem Buchdrucker auch einen Anhalt für den 
Preis zu geben. Wer aufGiessereicomptoiren gesessen, 
weiss, wie oft Reklamationen einlaufen, weil in der 
Probe 5 kg für ein Minimum angegeben, und nun 
erbalte man (5 kg, welcher Überschuss zur Ver¬ 
fügung stehe. Selten gelang es, derartigen Reklamanten 
nachzuw'eisen, dass das Gewicht nur annähernd für 
französische Höhe bemessen, jede höhere Höhe ein 
Mehrgewicht bedinge. Jede derartige Reklamation 
ist indess unmöglich, wenn man eine bestimmte 
Anzahl Buchstaben für ein Minimum annimmt, da 
das Gewicht sich in keinem Falle mit Sicherheit genau 
angeben lässt. 

Auch hinsichtlich der Minimagrösse linde ich in 
dem genannten Musterbuch einen Fortschritt. Ich 
sagte S. 107 meines Handbuches: Heute aber, wo 
der Buchdruckereien, namentlich der kleinen, eine 
Unzahl, wo sich dieselben immer mehr für einzelne 


veranlasst, zu den Satzschriften nur die in der deutschen 
Sprache häufiger vorkommenden Accente, und zwar 
folgende mitzuliefern: ä 6 £ 6 <; (jl E E*. 

Ich habe diese Gegenüberstellungen nicht in der 
Annahme gemacht, dass die genannte Giesserei nach 
meinen Vorschlägen verfahren; im Gegenteil bin ich 
der Ansicht, dass ein nachdenkender Schriftgiesser, 
der es mit seinem Interesse und mit dem seiner Kunden 
ernst meint, ganz von selbst auf diese Abänderungen 
kommen muss. Es lag mir nur daran, zu beweisen, 
dass eine so grosse Giesserei, wie .1. G. Scheiter & 
Giesecke. durch die eigene Erfahrung zu demselben 
Ziele gekommen ist und meine Vorschläge also keine 
Utopien waren. 

Wichtiger aber als diese Thatsache wäre es nun. 
wenn alle Giessereien nach diesen Prinzipien die 
Minima zusammenstelllen. Denn da nun mal der 
deutsche Buchdrucker gewöhnt ist, bei verschiedenen 
Giessereien zu kaufen und bei Bestellungen in der 
Regel das Probebuch nicht zur Hand genommen oder 


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110 


Das Schriftminimum. — Das Eindrücken letzter Nachrichten bei Rotationsmaschinen. 


120 


doch nicht immer nachgeforscht wird, von welcher 
Giesserei man die Minimaschrift zuerst bezog, so 
sind Differenzen unvermeidlich. Je nachdem man 
eine Titelschrift heute von dieser Giesserei, morgen 
von einer anderen bezieht, wird man das Minimum 
verschieden zusammengesetzt und nicht zueinander 
passend erhalten. Die Folge wird sein, dass Streit 
darüber entsteht, wessenMinimum richtiger zusammen¬ 
gesetzt ist und jede Giesserei wird natürlich wieder, 
wie seiner Zeit beim französischen System, das ihrige 
für das richtigste halten. 


Das Eindrücken letzter Nachrichten 

bei Rotationsmaschinen. 

m die sogenannten »Letzten Nachrichten« in 
Zeitungen bei Rotationsdruckmaschinen zu 
drucken, wendet man in England und Amerika 
verschiedenartige Mittel an. Handelt es sich z. B. 
darum, bei Wettrennen die Namen der Sieger nach¬ 
träglich noch den Stereotypplatten der Rotations¬ 
maschinen einzuverleiben, so werden dieselben an 
den betreffenden Stellen hoch gegossen. so dass sie 



3 


cg 

fer 

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& 

w 







& 


Buchbinderei 

Portefeuille- und Lederwaren-Handlung 

von 

I lfm aii Wein hol <1 

Buhnhofstrasse 9 Bautzen 9 Bahnhofstrasse. 

-- 


Sämtliche Artikel für Büreau, Kontor und Schule. 


$L 



Mi*i**»***m»4t* ****«****•**»***♦*•***«*»»*•.*»*•*.**U*»*U*i*»j4***»**»**4.».;**.*»M«4*i*«»».*i*U**i»i.*»*«..»****», 

Einfassung von Weisort, Schriften von Ludwig & Mayer, Brendler & Marklowsky. Nies Nachf. und Genzseh & Heyse. 


Die Typographischen Gesellschaften, welche 
nicht selten über StotTmangel klagen, wären meines 
Erachtens die geeigneten Körperschaften, hierüber 
Beratungen zu pflegen. Und wenn sie nun auch für 
sich allein nicht entscheiden können, was in solchen 
und ähnlichen Fällen das Richtige ist, so hat ein Teil 
ihrer Mitglieder doch sicherlich eigene Erfahrung genug, 
um beispielsweise sagen zu können, ob die von mir 
als überflüssig bezeichneten Accentbuchstaben sich 
stets als entbehrlich bewiesen haben. Dies allein 
schon würde den Giessereien einen dankenswerten 
Hinweis geben. /f. Smalian. 


liier einfach schwarze Felder drucken. Sobald nun 
die betreffenden Namen anlangen, schlägt man sie 
mittelst Stahlstempeln ein, so dass dieselben weiss 
l also als Negativdruck) erscheinen. — Zuweilen stellt 
man die letzten Nachrichten auch wohl als schmale 
Stereotypleiste her, welche in irgend einen Steg des 
Stereotypzilinders eingeschoben wird, falls man es 
nicht vorzieht, in einen der geraden genutheten Stege 
des Stereotypzilinders einen, mit der gesetzten Zeile 
ausgestatteten Setzkasten einzuschieben. Da die 
Dicke der gekrümmten Stereotypplatten meist nur 
12 mm beträgt, also nur etwa halb soviel, als die 
Schrifthöhe, so müssen die zu solchem Satz bestimmten 
Lettern vorher durch Abhobeln auf entsprechende 
Höhe gebracht werden. Trotzdem ist es nicht zu 


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121 


Das Eindrücken letzter Nachrichten bei Rotationsmaschiuen. 


1-22 


erreichen, dass die Bildflächen der Lettern genau in 
die Druckfläche des Stereotypzilinders fallen, so dass 
deren Druck auch nicht so gut kommt. 

Bei den lediglich von Typen gedruckten Zeitungen 
hat es sich als zu umständlich erwiesen, späte Nach¬ 
richten dadurch einzufügen, dass man eine ganze 
Kolumne vom Formenzilinder abnimmt, in den 
Setzersaal bringt, daselbst auseinander nimmt, von 
Neuem wieder arrangiert und auf die Maschine 
schraubt. Letzteres Verfahren erheischt oftmals mehr 
Zeit im Maschinenraum, als wenn man nur eine 
Stereotypplatte auszuwechseln hätte. Man ist daher 


Der Nebenzilinder B ergänzt die auf dem Haupt- 
zilinder A nicht ausgefüllten Teile des Letternsatzes 
bezw. der Zeitungsspalten. Es bezeichnet C den 
Zilinder, über den das Papier sich bewegt, T ein 
Exzenter, welches ein Anpressen des Nebenzilinders 
an den Papierzilinder(Druckzilinder)C gestattet; ZJund 
I sind die Mechanismen zum Feststellen des Neben¬ 
zilinders in der Druckstellung und E die Färbewalzen 
für den Nebenzilinder B und für den Hauptformen- 
zilinder A. 

Die Anordnung der Typen in dem Nebenzilinder B 
ist aus den Fig. 1 bis 9 ersichtlich. Zilinder B ist mit 



Vignette von der Aktiengesellschaft für Schriftgicsserei, Offenhach a. M., Ornamente von Ludwig & Mayer. 
Schriften von Woellmer, Berger, Koos & Junge. 


neuerdings dazu übergegangen, noch einen besonderen 
kleinen Nebenformenzilinder in der Maschine anzu¬ 
ordnen, der event. mit einem besonderen Farbemverk 
ausgestattet, ermöglicht, die letzten Nachrichten in 
anderer Farbe z. B. rot, einzudrucken, w T ie dies von 
Alauzet in Paris beliebt wird. S. H. Buxtrn , 
D. Braithwaite & M. Smith in Manchester (England) 
haben jüngst einen recht beachtenswerten Neben- 
formenzilinder konstruiert, dessen Anordnung, sowie 
Befestigung nebst Anordnung der Typen den Gegen¬ 
stand nachfolgend beschriebener Neuerung bilden, 
welche in Fig. 1 bis 11 in verschiedenen Ansichten 
und Schnitten dargestellt ist. — 

Die Anordnung des Nebenformenzilinders B in 
der Rotationsmaschine ergibt sich aus Fig, 10 und 11, 
denn beide Figuren stellen den Zilinder nebst Nachbar¬ 
schaft dar. 


schwalbenschwanzförmigen Ausschnitten versehen, 
welche am Umfange angeordnet sind, und in w’elehe 
die einzelnen Typensätze (Fig. 8 und 9) mit ent¬ 
sprechenden Ansätzen K in der Längsrichtung ein- 
eingeschoben werden. Nach dem Einschieben wird 
durch Verdrehung der Ringplatte J (Fig. 1 und 2), 
welche ebenfalls mit schwalbenschwanzförmigen 
Ausschnitten versehen ist, die Stellung der Tvpen- 
segmente F am Nebenzilinder B gesichert; Fig. 1 
zeigt bei L den zur Verdrehung der Deckplatte J 
notwendigen Schlitz; die Feststellung findet durch 
die beiden dargestellten Pressschrauben und die 
Feder Z statt. — Dieser Verschluss zur Feststellung 
der Deckplatte J besteht aus einer auf dem Zilinder- 
mantel vertieft liegenden aufgesehraubten Feder Z 
(Fig. 1 und 2),welche am federnden Ende einen Knopf 
a und einen Seitenstift ß trägt. — 


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12 ;? 


Das Eindrücken letzter Nachrichten hei Rotationsniaschineu. — Ein wichtiger Beschluss, 


121 


Die Deckplatte J besitzt die beiden Kreisbogen¬ 
sehlitze L und wird mittelst der darin befindlichen 
Schrauben gehalten. Die Deckplatte hat gegenüber 
dem Seilenansatz ß der Feder Z in den beiden 
Schlussstellungen je einen Einschnitt, in welchen der 
Seitenstift ß einschnappt. Will inan die Deckplatte J 
aus der einen Endstellung in die andere Endstellung 
bringen, so wird durch Niederdrücken der Feder Z 
am Knopf a die Feststellung gelöst und die Deckplatte J 
bis in die andere Endstellung gedreht, in welcher der 
Seitenstift ß die Feststellung der Deckplatte wieder 
bewirkt. — 


wird die Feder an der keilförmigen Hakennase n 
zurück gedrückt und schnappt vor der Wand ein, so 
dass die Wand IV in dieser geschlossenen Stellung 
durch die Hakennase n arretiert wird. 

Unsere Fig. 7 zeigt bei Q eine Einbuchtung, in 
welche bei nahe aneinander stehenden Tvpensegment- 
kästen FK der entsprechende Verschluss des nächsten 
Typensegments Aufnahme linden kann, so dass die 
einzelnen Typensegmente auf dem Nebenzilinder B 
eine fortlaufend sich aneinander schliessende Druck¬ 
fläche bilden können. Die Form der Typen G ist in 
Fig. 5 dargestellt. — 



Vorrichtung beim Eindrücken letzter Nachrichten hei Uotationsmaschinen. 


Die Einrichtung eines Typensegmentkastens zeigt 
Fig. 8 und 9; derselbe besieht aus dem Segmentring F 
mit Schwalbensehwanzkörper K. ersterer ist mit bei 
M ausgeschnittenen Seitenwandungen F und zwei 
schmalen Frontwänden li IV versehen und dient zur 
Aufnahme der Typen, welche durch die eingelegten 
Regletten H (Fig. ö) in Linien gehalten werden. Die 
Regletten H greifen mit ihren Ansätzen S in die 
entsprechenden Ausschnitte M der Wände F des 
Typensegments F K. Die Reglette H ist mit der 
üblichen Einkerbung versehen, um die Typen zu 
halten (Fig. 6 und 8). N S ist das Ausfüllstück für 
den freibleibenden Teil des Typensegments. Der 
Verschluss defr Typensegmentkästen besteht aus der 
um das Scharnier 0 drehbaren Wand li' (Fig. 3) und 
der an der Seitenwand des Kastens angebrachten 
Feder P, welche am vorderen Ende eine keilförmige 
Hakennase n besitzt. Beim Schliessen der Wand IV 


Die genannten englischen Erfinder haben in den 
verschiedenen Kulturländern (so auch im deutschen 
Reiche), Patente auf die erörterte Neuerung an 
Zeitungsdruckpressen genommen. P. 


Ein wichtiger Beschluss! 

ine grosse Anzahl der renommiertesten Schrift- 
giessereien erlässt die nachstehend abgedruckte 
Bekanntmachung an ihre Kunden; 

An unsere werten Geschäftsfreunde! 

»Die während der letzten Jahre beim Bezug von 
Schriftgiessereierzeugnissen immer grösser gewordenen 
Ansprüche auf Preisherabminderungen und die dadurcli 
herbeigeführten gegenseitigen Unterbietungen führten so 



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12ft 


Ein wichtiger Beschluss. — Schriftprobenschau. 


126 


ungesunde Zustände herbei. dass eine Abhilfe derselben 
im allgemeinen Interesse sich als dringend nötig erweist. 

Es wurden die durch vorgedachte Ursachen herbei¬ 
geführten Missstände um so unhaltbarer, als die für die 
meisten Materialien bewilligten Preise in keinem Verhältnis 
zu den unausgesetzt aufwärts strebenden Notierungen fiir 
Kohmaterialen stehen und. solide Herstellungsweise voraus¬ 
gesetzt, oft kaum die Kosten durch dieselben gedeckt 
werden. 

Eine längere Fortdauer dieser Zustände würde einesteils 
schliesslich zu einem Nachlass in der Güte der Erzeugnisse 
führen, müsste andernteils aber auch dem Käufer das 
Vertrauen in eine gute und solide Lieferung benehmen. 

In dem Bestreben sich begegnend, wieder geordnete 
Verhältnisse in ihrem Gewerbe zu schaffen, damit dasselbe, 
statt auf eine niedere Stufe herabzusinken, zu immer 
grösserer Vollkommenheit gelange, sowie lim dem Unwesen 
ungerechtfertigter Nachlässe entgegenzuwirken, sahen sich 
die Unterzeichneten Finnen veranlasst, in eingehender 
gemeinschaftlicher Beratung eine Revision ihrer Preislisten 
vorzunehmen und für die verschiedenen Materialien 
Mindestpreise festzustellen. Bei Normierung der letzteren 
wurde darauf Rücksicht genommen, die seither bei den 
meisten Schriftgiessereien üblichen, stark abweichenden 
Grundpreise in, besonders bei Titelschriften teilweise 
herabgesetzte, Nettopreise zu verwandeln. Die revidierten 
Preislisten kommen in Kürze zur Versendung. 

Man konnte sich ferner der Ansicht nicht verschliessen, 
dass der durch nichts berechtigten Gewährung eines 
mehrjährigen Zieles, namentlich bei Einrichtung neuer, mit un¬ 
zulänglichen Mitteln gegründeten Ruchdruckereien unbedingt 
entgegenzutreten sei, da durch dieses verwerfliche 
Gebaren eine, die solid fundierten Druckereien in ihrem 
Erwerb oft sehr beschränkende, ja deren Existenz nicht 
selten in Frage stellende Konkurrenz grossgezogen wird. 
Neue Druckereien sollen daher in Zukunft nur bei Nachweis 
genügender Mittel eingerichtet werden. 

In der Überzeugung, dass Sie die Wohlthat solider 
Grundsätze des geschäftlichen Verkehrs gleich uns 
empfinden, bitten wir Sie, die dahingerichteten Bestrebungen 
nach Möglichkeit zu unterstützen und Sich der unterfertigten 
Firmen bei Ihren Bezügen freundlichst bedienen zu wollen. 

Mit aller Hochachtung ergebenst 

Gehr. Arndt <£■ Co., Berlin, Schriftgiesserei F. W. Assmann, 
Berlin, Bauersche Giesserei, Frankfurt u. M., Schrift- 
giesserei Bauer A Co,, Stuttgart, Emil Berger , Leipzig, 
Gottfried Böttger, Paunsdorf-Leipzig, Breitkopf <('■ Härtel, 
Leipzig, F. A. Brockhaus, Leipzig, Wilhelm Constdbel, 
Berlin, W. iJrugulin, Leipzig, Schriftgiesserei Flinsch, 
Frankfurt a. M., J. G. Francke Nachfolger, IJanzig. 
Genzach <t' - Heyse, Hamburg, E. J. Genzsch, München, 
Grass, Barth A Co. (W. Friedrich), Breslau, Wilhelm 
Gronaus Buchdruckerei und Schriftgiesserei, Berlin, 
Schriftgiesserei Emil Gursch, Berlin, J. John Söhne, 
Hamburg, Georg Juxberg-Rust, Offenbach u. M„ A. Kahle 
Söhne, Weimar, Julius Klinkhardt, Leipzig, Benjamin 
Krebs Nachfolger, Frankfurt a. M., Wilhelm von Maur, 
Stuttgart, Schriftgiesserei Nies Nachfolger (Scheibe <f- 
Löffler), Frankfurt a, M., A. N u m rieh A C’o., Leipzig, 
llohmsche Schriftgiesserei. Frankfurt a. M., Boos <1 Junge, 
Offenbuch a. M., Rudhurdsehe Schriftgiesserei, Offen¬ 
bach a. M., C. F. Buhl, Leipzig, J. G. Scheiter A Gicseckc, 


Leipzig, Aktiengesellschaft für Schriftgiesserei und 
Maschinenbau, vormals J. M. Huck A Co., Offenbach u. M.. 
Ferd. Theinhardt, Schriftgiesserei, Berlin, J. D. Trennert 
A Sohn, Altona, Trouiitzsch A Sohn, Berlin, C. E. Weber, 
Stuttgart, Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei, Berlin, 
J. Ch. Zänker, Nürnberg .« 

Wir glauben, unsere geehrten Leser werden 
sieh unserer Meinung ansehliessen, dass man 
seitens der Buchdrucker die fraglichen Beschlüsse 
nur mit Genugthuung hegrüssen kann, denn die 
Verhältnisse waren in der Thal unerträglich 
geworden. 

Die unglaublich hohen Rabatte und langen Ziele. 
welche einzelne Giessereien gewährten, untergruben 
die Solidität des gesamten Schriftgiessereigewerbes 
und beeinträchtigten den Glauben an die ReeUitat 
gewissenhafter Lieferanten. Man hatte lange Jahre 
von seinem Schriftgiesser alle Lieferungen auf Ziel 
ohne Gewährung von Rabatt, oder aber für Barzahlung 
das im Geschäftsleben übliche kleine Skontro erhalten. 

Wenn man nun hörte, dass gewisse Firmen 
10 bis 20 °/o Rabatt gewähren, so musste unzweifelhaft 
das Vertrauen zu dem bisherigen Lieferanten 
schwinden und der Glaube Platz greifen, es werde 
ganz Unglaubliches im Schriftgiessereigewerbe ver¬ 
dient. Diesen, wie vielen anderen Übelständen wird 
nun, so hoffen wir, zum Besten beider Teile vorgebeugt 
sein, vorausgesetzt, dass alle Unterzeichner des 
Zirkulars sich auch wirklich an die Beschlüsse 
halten , was wir wünschen und voraussetzen 
wollen. 


Sehriftprobensehau. 

(Den Wohnort der unter »Schriftprobenschauc und »Satz und Druck der 
Probeblätter« genannten Firmen geben wir nur dann an, wenn sic weniger 
bekannt oder nicht in Deutschland oder Österreich ansässig sind, ver* 
weisen auch auf das Dezugsqucllenregistcr auf der 2. Uiuschiagseitc.) 

ie wir bereits in der Sehriftprobensehau des 
vorigen Heftes bemerkten, haben Scheiter & 
Griesecke von ihrer früher gebrachten Sammlung 
Gewerblicher Vignetten eine zweite vergrösserte Aus¬ 
gabe gebracht. Wir bemustern dieselben unseren 
Lesern nachstehend, darauf hinweisend, dass diese 
Vignetten durch die Vergrösserung unzweifelhaft sehr 
gewonnen haben, also die Aufmerksamkeit der Fach¬ 
kreise in erhöhtem Masse verdienen. Die zur Um¬ 
rahmung dieser Vignette benutzten reichen und 
gefälligen Ecken und Linien verdanken wir der Firma 
F. A. Brockhaus. 

Eine reizende Novität in 5 Graden, eigenes Erzeug¬ 
nis ihrer Giesserei. veröffentlichten Genzsch cP Heyse 



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Gewerbliche Vignetten yod J. G. Scheiter & Giesecke, Leipzig. 

Ganze Kollektion (HJ Stück) M. 'So.—. Einzeln M. 1.30 pro Stück. 





Tabaks manufaktur 







«Sri 





Hadfahrcrspnrt 



Turnerci 


Friseur Fuhrwesen 


a«> 




















Architektur Rudersport 


Kuiutgewerbo 




Bildhauer Buchdruckerkurist 



Reitsport Dekorationsmaler Photographie Tapezierer 






Drechsler 


4 


Gastwirtschaft 



Vis! 


Hutmacher Versicherungswesen Postdienst 








Schuhmacher Schornsteinfeger 


Klempner 








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Corps 12 Ko. 1558. Min. ‘JO a. 12 A, ca. 1 Kilo k M. 12.50 (*/j f V*)- 
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t hin'fttX'itcfcerci tt/u) -£%»,>{<, ft t*trn t ( )/t«rtiu i Jfit 


Corps 18 No. 1559. Min. 90 a, 12 A, ca. 8 Kilo ü M. 11. 

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Co rps 33 No, 1561. Min. 39 a, 6 A, ca. lä.5 Kilo ä M. 8.50 (»/ a , >/i). 


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Corps Kl No, 1563. Min. 36 a, 4 A, ca. 15 Kilo ä M. 8. 


Viktoria-Einfassung 

von 

Numrich^-Co., Leipzig 

Gesetzlich geschützt. 




Minimum ca. 20 Kilo a M. 6. -. 


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Satz und Druck unserer Probeblätter. — lOOjähriges Jubiläum der Firma Mittler & Solm in Berlin. 


DU 


in der vorstehend abgedrucklen Barocco-Schreib- 
schrift. Es ist dies eine Schrift, der man mit Recht 
zierliche und schwungvolle, dabei eigenartige Formen, 
wie exakteste Ausführung des Schnittes nachrühmen 
kann. Sie wird unter denjenigen Schriften, welche 
zum Satz eleganter Zirkuläre, Visiten- und Geschäfts¬ 
karten, Wechsel und Quittungen, wie sonstiger 
ähnlicher Acciden/.arbeiten Verwendung linden, bald 
den ersten Rang einnehmen, da sicher auch das 
Publikum Gefallen an ihr finden wird. 

Die Firma A. Numrich <('■ Co. (Leipzig), zwar 
schon längere Jahre erfolgreich thätig, bisher aber 
noch weniger bekannt auf dem Gebiete der Neu- 
schöpfung von Einfassungen und Schriften, führt sich 
gegenwärtig in Epoche machender Weise mit einer 
neuen, sehr gefälligen Einfassung ein, der sie den 
Namen Viktoria-Einfassung gegeben hat. Der be¬ 
schränkte Raum des vorliegenden Heftes erlaubt es 
uns nicht, schon jetzt das gesamte Figurenverzeichnis 
derselben zu geben, wir begnügen uns deshalb, sie 
unseren Lesern als Einfassung der Barocco-Schreib- 
schrift vorzuführen, uns das Weitere für das nächste 
Heft vorbehaltend. Wir müssen gestehen, dass diese 
Einfassung wohl so recht geeignet ist, alle die An¬ 
forderungen zu erfüllen, welche man an eine solche 
in Bezug auf leichte Bildung gefälliger und reicher 
Formen, wie klaren, kräftigen, effektvollen Schnitt 
zu machen pllegt, Anforderungen, die bisher leider 
nur selten erfüllt worden sind. 

Wir beglückwünschen die rührige Firma zu 
diesem Originalerzeugnis und zweifeln nicht daran, 
dass sie einen ganz bedeutenden Erfolg damit 
erzielen wird. 

Die Aktiengesellschaft für Schriftgiesserei und 
Maschinenbau (Offenbach a. M.) übersandte uns eine 
Anzahl Karlenumrahmungen in eigenartiger Zeichnung. 
Wir haben eine derselben vorstehend auf Seite 123/21 
zur Ansicht unserer Leser gebracht. 

Eine Beilage zu dem heutigen I lelt führt unseren 
Lesern ferner t> Grade Kursiv-Zierschriften der 
Woellmersehen Giesserei vor. Diese, im eigenen 
Hause geschnittenen, demnach als Originalerzeugnis 
zu registrierenden Schriften beweisen, dass es recht 
wohl möglich ist, die gewöhnlichen, glatten Formen 
der Kursiv schwungvoll und gefällig zu gestalten und 
besonders den Versalien ein elegantes und an¬ 
sprechendes Aussehen zu geben. 


132 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

^j|)5latt N enthält drei Rechnungsküpfe in ein- und 
JaKÄH mehrfarbiger Ausführung. Satz- und Druck- 
ausfuhrung dürften den Beifall unserer Leser finden. 
Kopf 1 wurde aus Benaissance-Gotisch von Woellmer 
gesetzt und mit einem grossen Initial von Weisert, 
sowie einem kleinen (II) von Gronau verziert. 
Die Ornamente sind von Ludwig rf Mager. Kopf 2 
setzten wir aus Mediaeval-Schreibschrift und Orna¬ 
menten von Ludwig <0 Mager. Für Kopf 3 endlich 
wurden die Iienaissance-Frakltir und Benaissance- 
Ziigc von E. J. Genzsch, sowie eine gefällige Vignette 
von Bauer <(' Co. und ein Initial (B) von Klinkhardt 
verwendet. 

Zur Ausschmückung des Blattes (.) benutzten wir 
die in Heft 1 in ihren einzelnen Figuren als Novität 
vorgeführte Silhouetten-Einfassung von F. W. Ass¬ 
mann (Berlin). Sie zeigt sich auf unserer heutigen 
Anwendung ohne Zweifel in empfehlender Weise. 
Die auf diesem Blatt seitlich angebrachte Vignette ist 
der reichen neueren Vignettensainmlung von Bauer 
& Co. entnommen, die zur Haupttitelzeile und zum 
Text verwandte Antiquaschrift entnahmen wir der 
Wiener Mediaeval- Antiqua von Brendler <£• Mar - 
klowsky, die Initiale lieferten uns Scheiter <£- Giesecke , 
die Linien Zierow & Mensch. 

Gedruckt wurde Blatt N in Chamois Ton, 
gemischt aus Weiss, hellem Chromgelb und einer 
Kleinigkeit Rot, in Violettsehwarz von Käst <(■ Ehinger 
und in Rot von Ganger in Ulm. Blatt 0 in grüngelbem 
Ton, gemischt aus Weiss, hellem Seidengrün und 
etwas Gelb, in dunkelbraunem Lack von Käst & 
Ehinger und in Rot von Ganger in Ulm. 


lOOjähriges Jubiläum der Firma 
E. S. Mittler & Sohn in Berlin. 

tn 3. März feierte diese verdiente Firma ihr lOOjähriges 
Bestehen. Zu besonderer, in würdigster Weise ver¬ 
laufener Feier des denkwürdigen Tages, liess sie ein 
Gedenkbuch erscheinen, betitelt: »Einhundert Jahre des 
Geschäftshauses Emst Siegfried Mittler <(■ Sohn, Königliche 
Hofbuchhandlung lind Hofbuchdruckerei in Berlin. Ein 
Zeitbild. Als Handschrift für Freunde.« Berlin, 3. März 
1880. — Dieses Buch ist ein wahres Zeitbild einer in 
bescheidenen Verhältnissen gegründeten Pflanzstätte ge¬ 
werblichen Schaffens, das um so mehr an Bedeutung 
gewinnt, wenn die darin handelnden Personen durch vier 
Generationen einer und derselben Familie angehören und 
in allen Wechselfällen des Lebens durch ein ganzes Jahr¬ 
hundert in ihren Lebensauffassungen, Zielpunkten und 



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lOOjähriges Jubiläum der Firma Mitller & Sohn in Berlin. 


133 


geschäftlichen Bestrebungen die gleichen geblieben sind. 
Ein solches Haus bildet sich im Laufe der Zeit zu einer 
Eigenart, zu einer Individualität aus, die der edlen Patina 
eines Erzstandbildes zu vergleichen ist, die sich nur erst 
nach einer längeren Periode von selbst erzeugt. Ein so 
seltenes Los ist der Firma E. S. Mittler & Sohn in Berlin 
gefallen. 

Der Gründer derselben, Johann Heinrich Wilhelm Bieterici. 
wurde zu Berlin am 18. März 1758 geboren. Kr entstammte 
einer Familie Dietrich, deren Stammbaum sich nach seinen 
eigenhändigen Aufzeichnungen auf die Mitte des 16. Jahr¬ 
hunderts zurückführen lässt, die damals in Gmünden an 
der fränkischen Saale lebte. Einer seiner Vorfahren, der 
dem geistlichen Stande angehörte. latinisierte nach damaligem 
Brauch seinen deutschen Namen in Dieterici. Nach dem 
frühzeitigen Tode seiner Ellern nahm ihn ein in Magdeburg 
angestellter Oheim zu sich, der ihn die Buchdruckerkunst 
erlernen liess. Nach beendeter sechsjähriger Lehrzeit ging 
er nach Hamburg und einige Zeit darauf (1785) nach 
Berlin, wo er in der Deckerschen königlichen Hofbuch¬ 
druckerei Kondition erhielt. Mit etwas dichterischem Talent 
begabt, gewann er einen Kupferstecher zum Gönner, der 
viel in Neujahrswünschen machte; für diese verfasste er 
die kleinen Versehen, die ihm eine hübsche Nebenhilfe 
zu seinem kurz bemessenen Verdienst als Setzer erbrachten. 
Zugleich hatte er stell das Wohlwollen zweier vermöglichen 
kinderlosen Familien erworben, von denen er 1500 Thaler 
zu massigen Zinsen als Darlehn erhielt, mit denen er eine 
eigene Buchdruckerei gründete. Das vom königlichen 
Geheimen General-Direktorium erteilte Privilegium ist vom 
8. März 1789 ausgestellt. Bald darauf erfolgte seine Ver¬ 
heiratung mit einer vermögenden Bäckerstochter. Nicht 
lange nach Eröffnung der Druckerei wurde ihm der Druck der 
Vossischen Zeitung übertragen, der seine Existenz so 
ziemlich sicher stellte. Neben dem Buchdruckgewerbe war 
sein Streben insbesondere auf selbständigen Verlag gerichtet. 
So erweiterte Dieterici sein Geschäft immer mehr bis ihm 
das llnglüeksjahr 1806 einen schweren Schlag versetzte, 
indem er als guter preussischer Patriot den Hass der 
französischen Gewalthaber auf sich gezogen hatte. Nach 
dem Sturz Napoleons wurde er in Anerkennung seiner 
treuen Anhänglichkeit an das Königshaus mit dem Druck 
der Rang- und Quartierliste der preussischen Armee betraut. 
Trotzdem ihm vom damaligen König Friedrich Wilhelm 111. 
noch manche andere Gunstbezeugungen zuteil wurden, 
missglückten verschiedene Unternehmungen und hinzu- 
getretene körperliche Leiden liessen den Verfall des Geschäfts 
befürchten. Nach dem Kriege hatte ein junger Buchhändler 
die Bekanntschaft der Dietericischen Familie gemacht und 
mit der Tochter derselben ein Verhältnis angeknüpft, das 
in der Folge zum Khebunde führte. Sein Name war 
Ernst Stegfried Mittler. Auch dessen Stammbaum blühte 
schon in der Milte des 16. Jahrhunderts. Mittler wurde 
am 26. Juni 178;> in Halle geboren. Nachdem er einige 
Jahre das dortige Gymnasium besucht hatte, trat er hei 
einem Buchdrucker in die Lehre. Dies waren trübselige 
Jahre, die ihm die schwarze Kunst verleideten. Auf Anraten 
seines Onkels erlernte er deshalb die Buchhandlung. 

Nach mancherlei Wechselfällen kam er 1814 nach 
Berlin, wo er im nächsten Jahre durch Unterstützung guter 
Freunde eine kleine Buchhandlung errichtete. Die glücklich 
beendeten Befreiungskriege riefen eine in Preussen um¬ 
fängliche Militärlitteratur ins Leben und Müllers erste 
Unternehmung war die Herausgabe des jetzt noch 


134 


bestehenden Militär-Wochenblattes. Diese Litteratur bildet 
denn auch einen, bis in die neuere Zeit sich hinziehenden 
hervorragenden Zug des Milllerschen Verlags, der in der 
Bekanntschaft hochstehender Militärpersonen reiche Unter¬ 
stützung fand. Am 14. Juli 1828 übernahm Mittler die 
Buchdruckerei seines Schwiegervaters, der sich zur Ruhe 
setzte und am 16. September 1837 im hohen Greisenalter 
sein Leben beschloss. Mittler batte einen einzigen Sohn, 
der sich den Studien widmete, dann aber in Betracht der 
späteren Übernahme des väterlichen Geschäfts, in welches 
er am 27. Oktober 1818 als Teilhaber aufgenommen wurde, 
zum Buchhandel überging. Leider starb dieser in dem 
frühzeitigen Alter von 31 Jahren lind mit ihm erlosch die 
männliche Linie Mittlers. Eine von Mittlers Töchtern war 
an den Hofslaatssekrelär Theodor Toeche verheiratet, die 
aber, 31 Jahre alt, starb. Die Ehe war mit fünf Kindern 
gesegnet, von denen das älteste, Theodor Toeche, der jetzige 
Ghef des Hauses, zum einstigen Nachfolger auserselien 
war. Nachdem dieser das Gymnasium absolviert und sich 
dein Buchhandel zugewendet, wurde er auf den Rat eines 
Onkels, des Geheimen Rats Dieterici, veranlasst, die Studien 
wieder aufzunehmen und der zweiundsiebzigjährige Mittler 
musste noch weitere drei Jahre in der Geschäftsleitung 
ausharren. 1862 erklärte Mittler Dr. Toeche durch Zirkular 
als Geschäftsteilhaber und überliess ihm von da ab die 
ganze selbständige Leitung. Am 12. April 1870 beschloss 
Mittler sein thätiges und erfolgreiches Leben, hochgeehrt 
von seinem Fürsten, dem deutschen Buchhändlerstande 
und seinen Mitbürgern. 

Ganz besondere Teilnahme bezeugte er an der Ent¬ 
wickelung des 1 itterarischen Rechtsschutzes und an der 
Bildung eines Unterstützungsfonds für Buchhandlungsgehilfen. 
1864 batte er das 60jährige Jubiläum seiner Geschäfts- 
thätigkeit und 1866 das 50jährige seiner Selbständigkeit 
als Buchhändler gefeiert. Zu ersterern Jubiläum erfreute 
ihn König Wilhelm mit dem Roten Adlerorden 3. Klasse 
mit der Schleife und in letzterem Jahre erhielt er das 
Diplom als Hofbuchhändler, 1870 gelegentlich des 50jährigen 
Jubiläums des Militärwochenblalles dasjenige als Hofbuch¬ 
drucker und 1867 wurde er zum Bitter des Hohenzollernschen 
Hausordens ernannt. 

Auf dem Gebiete der Militärlitteratur. der wissen¬ 
schaftlichen, wie der geschichtlichen, steht der Mittlersche 
Verlag unerreicht da. insbesondere in letzterer Beziehung 
bilden die Generalstabswerke über die Kriege von 1861. 
1866 und 1870 den Glanzpunkt. Aber auch auf andern 
Gebieten, namentlich dem der Theologie, dem Unlerrichts- 
wesen, der Medizin und der Volkswirtschaft (Verkehrs- und 
Versicherungswesen) nimmt er eine nicht minder geachtete 
Stellung ein. In technischer Beziehung zeichnen sich die 
Mittlerschen Verlagsartikel durch gediegene Ausstattung 
und Korrektheit aus. wovon auch das vorliegende, gediegen 
ansgestatlete. mit den Porträts der Geschäftsinhaber und 
Abbildungen der schön ausgestalteten Geschäftsräume 
gezierte Werk einen jeden typographischen Kunstkritiker 
sicher befriedigendes Zeugnis gibt. 

Das Fest verlief in feierlichster Weise, unter Teilnahme 
der königlichen und städtischen Behörden, wie zahlreicher 
Privatkreise. Der Kriegsminister Bronsart von Schellendorf 
überreichte Herrn Dr. Toeche im Aufträge des Kaisers 
das Ritterkreuz des königlichen Hausordens von Hohenzolleru 
und übermittelte die Glückwünsche der Armee und des 
Kriegsministeriums. Faktor Karl Stahl erhielt den Kronen¬ 
orden IV. Klasse und wurde von seinem Chef zum Prokuristen 

8 * 


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Zeilschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


135 


ernannt. Die übrigen, überaus zahlreichen Ehrenerweisungen 
und deren i'bermittler hier aufzu führen. erlaubt uns leider 
der Kaum unseres Heftes nicht; als ein Zeichen höchsten 
Ansehens und höchster Anerkennung der Verdienste der 
Firma E. S. Mittler & Sohn müssen sie unzweifelhaft 
betrachtet werden. 


Zeitschriften und Bücherschau. 

— In der seit Neujahr in Leipzig erscheinenden 
Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker, herausgegeben 
vom Deutschen Buchdruckerverein (verantwortlicher Schrift¬ 
leiter E. Wiener), scheint uns ein Organ erstanden zu sein, 
dass die Interessen unseres Gewerbes in energischer 
Weise zu fördern gewillt ist, deshalb gewiss in den Kreisen 
der deutschen Buchdrucker allgemeine Beachtung verdient. 
Diese Zeitschrift erscheint jeden zweiten Sonnabend und 
ist durch alle Buchhandlungen, Postämter etc. des In- 
und Auslandes zu beziehen. Preis jährlich 8 M., unter 
Kreuzband 9 M. Die Ausstattung (Druck von Breitkopf ü 
Hartel) ist eine einfach gediegene. 

- t * Bureau-Blatt für den deutschen Buchhandel und 
die mit ihm verwandten Geschäftszweige«. Herausgeber 
und Verleger: Hermann Weissbach in Weimar. — Dieses 
Blatt soll dem der ersten Nummer vorangestellten Programm 
zufolge, dem praktischen Bedürfnis des gesamten deutschen 
Buchhandels gewidmet sein. Die erste Abteilung soll 
eingesandte Artikel unter der Hauptrubrik »Aus der Praxis 
-- für die Praxis« bringen. Dieser folgen: Verzeichnis 
neuer Erscheinungen der buchhändlerischen Fachlitteratur, 
Firmenregister über neue, veränderte, erloschene Firmen etc., 
Verlagsveränderungen, Preisänderungen, Bezugsquellen und 
schliesslich Anzeigen. Das Bureau-Blatt erscheint monatlich 
einen Bogen gross Oktav stark und wird regelmässig bis 
auf weiteres an über ü(XMI Buch-, Kunst-, Musikalien-, 
Landkarten- und Antiquariatshandlungen gratis versandt. 
Durch die Post oder direkt von der Verlagshandlung 
bezogen kostet das Blatt vierteljährlich 50 Pf. 

— t »Anleitung zum Ordnen der ßeschäftspapiere 
Von F. Soetmecken.< F. Soenneckens Verlag in Bonn, 
Berlin und Leipzig. 18 S. gr. Oktav. Dass neben einer 
übersichtlichen genauen Buchführung ein systematisch 
geordnetes Aufbewahren der ein- und ausgehenden Geschäfts¬ 
papiere eines der wichtigsten Erfordernisse ist, das wesentlich 
zum gedeihlichen Fortgang eines Geschäfts beiträgt, bedarf 
wohl keiner Frage. Die bisherigen Methoden des Auf- 
bewahrens von Briefen und Rechnungen kann der Herausgeber 
durchaus nicht als zweckmässig anerkennen, indem er sie 
als viel zu umständlich und sogar zur Unordnung führend 
lindet. Die seit einigen Jahren auch in Deutschland 
bekannt gewordenen Schriftstückordner uiBretlform mögen 
dem Zweck eher entsprechen, aber sie stehen zu hoch im 
Preise. Es musste, um die Vorteile jener Einrichtung in 
ihrem ganzen Umfange der Geschäftswelt zugänglich zu 
machen die einfachere und zugleich handlichere Einrichtung 
eines Briefordners gefunden werden. Diesen Anforderungen 
soll nun Soenneckens patentierter Briefordner in Mappenform, 
der durch die obengenannte Firma, sowie durch alle 
Buchhandlungen zu billigem Preise zu beziehen ist, entgegen 
kommen. 


136 


Mannigfaltiges. 

— Die Farbenfabrik von Beit rf- Philippi in Hamburg- 
Stassfurt bemustert unseren Lesern auf einer Beilage des 
vorliegenden Heftes einen lichtächten, lackierfähigen 
Pariser Lack zu dem billigem Preise von 6 M. für trockene 
und Teigfarbe, und 3 M. für in Firnis angeriebene Farbe. 
Es ist ein schönes feuriges Hot, das ohne Zweifel als 
Ersatz für teuren Karmin und Karminlack dienen kann. 

Wir fügen unserer gesamten Auflage eine ausführ¬ 
liche Preisliste von F. Soenneckens Schreibtvarenfabrik in 
Bonn bei, worin ausser den riihmlichst bekannten Soennecken- 
schen Schreibfedern und Rundschriftfedern, Abbildungen 
praktischer Federhalter, patentierter Tintenfässer, zweck¬ 
mässiger Löscher, patentierter Briefordner, Kopierpressen 
und anderer sehr empfehlenswerter Schreib- und Zeichen- 
utensilien enthalten sind. 

— In den ersten Tagen des März balle der Maschinen¬ 
fabrikant Gustav Maack aus Köln-Ehrenfeld in Leipzig 
Engelens typenlose Setzmaschine, eine Art Typenprägmaschine 
ausgestellt, von der wir sagen möchten, es ist das Ei des 
Kolumbus. Wir behalten uns mangels Raum spezielle 
Beschreibung nebst Abbildung für nächstes Heft vor; für 
heute wollen wir bemerken, dass die Maschine in ihrem 
Äusseren einer Linienschneidmaschine gleichend, mittelst 
Stalilmatrizen die Typen zeilenweis erhaben in Holz prägt 
und, wie die nachstehende Probe beweist, leidlich scharfund 

Alexander Waldow, Leipzig. 

so genau Linie haltend, dass daran kaum etwas auszusetzen 
ist. Auf sehr einfache Weise wird das glatte silbenweise 
Auslaufen erzielt. Wenn man bis ziemlich an das Ende 
der Zeilenbreite gekommen ist und sieht, dass man keine 
Silbe weiter hineinbringt, so nimmt man das geprägte, 
genau kegelstarke und schrifthohe Holzleistchen heraus und 
teilt cs mittelst einer angebrachten Scheere zwischen den 
Worten, es je nach Bedarf im Winkelhaken aussperrend. 
Auf diese höchst einfache Weise sind die Übelstände aller 
bisherigen Matrizenstanzmaschinen vermieden. Dass die 
Maschine die Zeilen in tadelloser Linie erzeugt, beweist 
obige Probe. Fber die quantitative Leistungsfähigkeit 
können wir heute noch kein Urteil fällen. Bemerkt sei, 
dass die Maschine auch Einfassungen selir scharf und 
exakt stehend stanzt. Ihr Preis ist ein billiger. Auch 
darüber im nächsten Heft Genaueres. 

— An Schön- und Widerdruckmaschinen hat J. Missong 
jüngst eine bemerkenswerte Neuerung bewerkstelligt. Die 
Hauptmerkmale der Erfindung bestehen darin, dass der 
Schöndruckzilinder fest gelagert ist, der Widerdruckzilinder 
dagegen abwechselnd gehoben und gesenkt wird. Bei der 
älteren Konstruktion der Schön- und Widerdruckmaschine 
werden beide Zilinder abwechselnd gehoben und gesenkt. 
Diese Konstruktion hat den Nachteil, dass die Rewegung 
der Zilinder nicht durch den Eingriff der an dem Form- 
fundament befestigten Zahnstangen in die an den Zilindern 
sitzenden Zahnräder erfolgen kann. Es ist deshalb nur 
bei vorzüglichster Instandhaltung möglich, den Druckzilin- 
dern eine Umfangsgeschwindigkeit zu geben, welche mit 
der Geschwindigkeit der Form genau übe rein stimmt. Die 
bereits früher vom Erfinder vorgeschlagene Konstruktion, 
wonach sich beide Zilinder in festen Lagern drehen, der 
Widerdruckzilinder und seine Form aber etwas höher liegen 
als der Schöndruckzilinder und dessen Form, vermindert 


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137 


Mannigfaltiges. 


diesen Kehler, hat aber andererseits den Nachteil, dass 
die Durchmesser der Druckzilinder im Verhältnis zu der 
Grösse der Form zu gross werden und die Antriebsräder 
des Widerdruckzilinders nicht fest auf ihrer Achse sitzen, 
sondern abwechselnd mit denselben gekuppelt werden. Um 
diesem Mangel zu begegnen und gleichzeitig zu ermöglichen, 
dass die Druckzilinder von dem Formfundament aus durch 
den Eingriff an demselben befestigter Zahnstangen in an 
den Druckzilindern sitzende Zahnräder während der Druck¬ 
periode eines jeden Zilinders ihre Bewegung erhalten, wird, 
der Widerdrue.kzilinder während des Ganges der Maschine 
abwechselnd gehoben und gesenkt. Die Zuführung der 
uribedruckten und die Abführung der beiderseitig bedruckten 
Papierbogen erfolgt in der gleichen Weise wie bei einer 
einfachen Druckmaschine. Missong hat sich obige Neuer¬ 
ung im Deutschen Reiche unter No. Di 115 patentieren 
lassen und soeben das Patent auf die Firma Klein, Forst £• 
Bolm Xachf. in Johannisberg übertragen lassen. - o - 

— Die Wartung der Gasmotoren kostet keineswegs so 
wenig, als gemeinhin angenommen zu werden pflegt. 
Nach den vorliegenden Erfahrungen ist es meist nicht 
zulässig, für Gasmotoren weniger Bedienung als für die 
Dampfmaschinen zu rechnen; ihre Reinigung erfordert 
besonders dort, wo das Gas schlecht ist, viel Zeit und ist 
mit 100 Stunden im Jahr eher zu niedrig als zu hoch 
gerechnet. Die Reinigung der Dampfmaschine kann während 
des Anheizens der Kessel geschehen. Der Ölverbrauch ist 
bei den Gasmotoren etwa doppelt so gross als bei gleich¬ 
starken Dampfmaschinen. 0. 

— Der Kupferstecher, ein Meister der Radierkunst, 
Rdmond Hedouin, ist Mitte Januar in Paris verschieden. 
Derselbe war im Juli 1820 in Roulogne-sur-Mer geboren, 
widmete sich anfänglich der Malerei unter der Leitung von 
Paul Delaroche, malte ländliche Scenen. brachte dann aus 
Algier eine Menge ausgezeichneter Studienblätter heim, von 
denen einige als Ölgemälde allgemeinen lieifall fanden, uud 
wurde in den Jahren 1818 und 1855 »medailliert«. Im 
Jahre 1857 kaufte der Staat für das Luxembourg das 
Bild: »Ährcnleserinnen von C. Jambaudoin«. Allein von 
1800 ah ergab er sich ganz der Kupferstichkunst, legte den 
Pinsel nieder und ergriff die Radiernadel, mit welcher er 
sicli in den 70er Jahren zu einem der ersten Meister 
Frankreichs aufschwang. Durch seine Illustrations¬ 
radierungen zu den »Evangelien« zu »Manon LescauU, zu 
»Voyage sentimental«, zu den »Confessions« etc. wurde er 
so berühmt, dass er bereits im Jahre 1872 eine »Medaille 
erster Klasse« empfing. Sein Hauptwerk, die Illustrationen 
zu »Moliöre«, erschien im vorjährigen »Salon« (1888) und 
wurde mit der grossen goldenen Ehrenmedaille gekrönt. 

— Aus London wird geschrieben: Dem »Newspaper 
Press Directory« für 1889 zufolge erscheinen gegenwärtig 
in Grossbritannien und Irland 217(3 Zeitungen, von denen 
463 auf London, 1277 auf die englischen Provinzen, 89 auf 
Wales, 190 auf Schottland. 146 auf Irland und 23 auf die 
Kanalinseln entfallen. Von der Gesamtzahl von Zeitungen 
erscheinen 171 täglich, und zwar 133 in England, ß in Wales, 
19 in Schottland. 15 in Irland und 1 in den Kanalinseln. 
Die Zahl der Zeitschriften, einschliesslich der vierteljährlich 
erscheinenden, ist 1593, von denen über 400 religiöser 
Natur sind. 

— Die Lage eines Redakteurs schildert ein englisches 
Blatt mit folgenden Worten: »Die Herausgabe eines Blattes 
ist ein vergnügliches Ding, die besonders dem Redakteur 
allseitig Freude schafft und selbst viel Vergnügen macht. 


138 


Enthält die Zeitung zuviel Politik, so ist das Publikum 
unzufrieden; wenn zu wenig, so will man sie nicht ansehen. 
Ist die Schrift gross, so ist nicht Inhalt genug fiir das 
Geld da; ist sie klein, so verdirbt mau sich die Augen 
beim Lesen. Treten wir Jemand aufs Hühnerauge, so 
lachen die andern, während jener sich ärgert; kitzeln wir 
aber die anderen an einer verwundbaren Stelle, so schimpfen 
sie, und ersterer lacht sich ins Fäustchen. Lohen wir 
Jemand, so sind wir parteiisch; thun wir es nicht, so sind 
wir es sicherlich auch wieder. Bringen wir einen Artikel 
der den Damen gefällt, so sagen die Männer, es wäre 
Gewäsch, befriedigen wir aber die Wünsche der Frauen 
nicht, so eignet sich das Blatt nicht für das Haus«. 


Von dem Artikel 

Der Buntdruck auf Buclidruckpressen 

erscheint wegen andauernder Krankheit des Herrn Alexander 
Waldow Fortsetzung erst im 5. oder 6. Heft, was wir unter 
diesen Umständen giftigst zu entschuldigen bitten. 

Redaktion des Archiv. 


Besprechung von Druckarheiten. 

Wir haben in letzter Zeit leider die Erfahrung machen 
müssen, dass unser Vertrauen in die Gewissenhaftigkeit der 
Einsender von Druckarbeiten zum Zweck der Begutachtung 
seitens einzelner Gehilfen getäuscht worden ist, indem man 
Arbeiten einsandte, die man nicht gesetzt oder gedruckt hatte. 
Ferner mussten wir bemerken, dass von gewisser Seite 
durch häufiges Einsenden von Arbeiten lediglich der Zweck 
verfolgt wurde, Reklame für den Einsender zu machen, teils zuin 
Bekanntwerden seines Namens oder zu direkter Verwertung 
der Besprechungen hei Konditionsgesuchen. So schmeichel¬ 
haft es für uns ist, dass Gehilfen wie Prinzipale auf unser 
Urteil Wert legen, so kann es doch nicht unsere Absicht 
sein, Besprechungen zu diesen Zwecken zu bringen. 

Wir werden deshalb insbesondere die Besprechungen 
der Arbeiten von Gehilfen von jedem derselben nur halb¬ 
jährlich einmal unter den Anfangsbuchstaben der Kamen uud 
Beifügung des Ortes geben, müssen die Einsender auch 
dafür verantwortlich machen, dass sie uns nur selbstgefcrtigte 
Arbeiten mit Erlaubnis ihrer Prinzipale oder Faktore einsenden. 

Redaktion des Archiv. 


Briefkasten. 

Herren C. H. & Sohn, Oedenburg. Die gesandte Adresskarte, wie 
daß Kuvert Ihrer Finna sind beides sehr anerkennenswerte Arbeiten. 
Der Druck ist sauber, die Farben frisch, das ganzo Arrangement origi¬ 
nell. Die gesandte Rarität haben wir unserer Sammlung einverleiht. 
— Herrn S., Marburg. Wir können Ihnen auch für das ein gesandte 
Programm eine gute Zensur erteilen. Satz und Druck sind bestens 
gelungen; warum nahmen Sie aber ein so wässriges, inattes Braun? 
Der beigelegte Zettel ist gleichfalls gut gesetzt und gedruckt. — Kol¬ 
lege in Köln. Für Einsendung der prachtvollen Rarität unseren Dank. 
Von dem Inhalt Ihres Schreibens haben wir Kenntnis genommen und 
teilen Ihre Ansicht über vieles darin Gesagte. Der Ansicht jedoch, dass 
Sie sich von der Wirksamkeit der neuerdings wieder gegründeten 
Innungen keinen Nutzen versprechen, können wir nicht beistiimnen. Der 
Einfluss dieser Vereinigungen wird ohne Zweifel mit der Zeit auch 
Früchte tragen. Hier in Sachsen ist es z. B. einer Innung bereits 
gelungen, ein Verbot zu erreichen, dass Nichtinnungsmitgliedcr keine 
Lehrlinge halten dürfen. Wenn sic bedenken, das? sich doch zumeist 


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Mannigfaltiges. — Annoncen. 


139 


11-0 


Inhalt des 4. Heftes. 

Das Schrirtmimmum. — Das Kindt-uiken letzter Nachrichten bei 
Rotationsmaschinen. — Ein wichtiger Beschluss. — Schriftprobenschau. 
— Satz und Druck unserer Probebliilter. — lOOjiihriges Jubiläum der 
Firma Mittler & Sohn in Berlin. — Zeitschriften und BOcherechau. — 
Mannigfaltiges. — Annoncen. — der Iden munter Im Text! Avis. 
Rechnungskopf, Briefkopf von Frankenstein & Wagner, iyiresskarte, 
Einladungskarte. — Beilugen: 1 Blatt ReehnungsküpfeY— 1 Blatt 
Geschäftsanzcigey— 1 Blatt Sehriftprobo von Woellmer.l/— 1 Farben- 
probe von Beit & Philippi.'W 1 Beilage von Soenneckens Verlag, Bonn 
Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen. Für das Boiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


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alle Firmen von Bedeutung «1er Innung ansehliceson und in sorg¬ 
samer Woise für die Ausbildung ihrer Lehrlinge sorgen, so ist mit jenem 
Verbot schon ein Schritt zur Besserung in dieser wichtigen Frage 
vorwärts gethan und weitere in anderen Fragen werden nicht lange auf 
sich warten lassen. — P. S., Schwab. Hall. Ihren Kalender besprechen 
wir nicht noch einmal, da wir Ihnen bereits früher in ausführlichem 
Schreiben unsere Meinung mitgeteilt haben; verlangen Sie nur nicht zu 
viel! Uic nach Fertigstellung der Kalenderschau eingetrofTenen Karten 
verdienen bestes Lob. M.’sche Buchdruckerei. Rruncck. Die 
gesandte Sammlung von Arbeiten Ihrer Offizin hat in allen einzelnen 
Teilen unseren Beifall gefunden. Die Mitgliedskarte des Verschönerung- 
Vereins gefällt uns ganz besonders. Auf Ihrer Karte durfte der Initial 
nicht frei stehen. — Herrn Jakob K., Eckernförde. Es freut uns. dass Sie 
sich betreff der Kritik, w'elehe Sie über Ihre Arbeiten verlangen, auf den 
richtigen Standpunkt stellen; Sie haben das vorhandene Material sehr 
hübsch und allen Anforderungen entsprechend verwendet. Nur die Karte 
Behrens zeigt viele Mängel, ist auch etwas zu gedrängt gehalten und 
zu einförmig in den Schriften; ein paar gotische etc. Zeilen wären wohl 
zulässig gewesen. Ihr Titelsatz ist gut, auch bezüglich der Sperrung. 
Die gesandte Rarität ist ein Non plus ultra. — Herrn Faktor Ed. \\\, 
Erfurt. Die gesandten neueren Arbeiten gefallen uns noch besser, wie 
die früheren, welche Sie uns zugehen Hessen. Der Satz ist sehr 
gefällig hergestellt, der Druck ist vorzüglich. Wollen Sie uns nicht den 
Kopf Ihrer Offizin mit den Tonplatten zum Abdruck im Archiv senden? 
— Herrn (’. astro Irmao. Lissabon. Wir freuten uns, Ihren diesjährigen, 
wie immer gut gelungenen Miniaturkalender wieder unserer Sammlung 
einverleiben zu können. Verbindlichsten Dank, dass Sie unserer 
immer so freundlich gedenken. Herrn A. R., Magdeburg. Ihr Glück¬ 
wunsch hat sich doch noch gefunden; es ist eine sehr gefällige, von 
Ihnen vortrefflich gesetzte und von Herrn T. ebenso vortrelTlich gedruckte 
Arbeit. Da der Wunsch keinen Namen trug, wurden wir erst nach llc- 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen : In 12 Mnruush« ftpu. l lieft s und 9 stel* als DoppelllPfl) jedesmal m 
der enuen Mouatswoclie. BtF* für komplette Lieferung, insbesondere voll- 
standiire Beilagen, kann nur den vor Erscheinen des Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Huelilmndlurig; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis : M. 12, , unter Kreuzband direkt M. 13,S0nach ausserdeutschen Ländern 
M- 11,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15,— exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzelle 25, zwelsp, 50, dretsp. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf, Kxtmgvtiühr. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je muh Ausstattung M. 1,50 -2.50 

Beilagen: Quartbhitt M. 20. umfangreichere Je mul» Gewicht M. 25 etc. Aofl. 1700, 

Novitäten in origimdguss finden Anwendung im Text und auf den Musterblüttcin 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwaehseruien Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlern* bleiben, fjiessrreteu, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten geben wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen. Papiere etc., wie wir solclie benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blankovordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. uller Giessenden liefern wir zu Originalpreisen. 




vision der Briefe auf den Einsender aufmerksam. 


Textschrift von Benj. Krebs Nachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Wels eil, Stuttgart.. Überschriften von Emil Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
Koos & Junge, Oifenbach a. M. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von 
J.G. Sclielter &.Giesecke, Leipzig. Gedruckt init Farbe von Frey <k Sen in g, Leipzig 
auf einer Schnellpresse von Klein, Forst & Bohn Nachf. Johannisberg a. Itli. 




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führer grosser Offizinen, durchaus 
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eines Zeitungsunternehmens einen Ver¬ 
trauensposten. Beste Zeugnisse, sowie 
erste Referenzen stehen demselben zur 
Seite. Eventuell würde derselbe bereit 
sein, sich an einer gut rentierenden 
Buchdruckerei tlüttig und finanziell zu 
beteiligen, auch könnte auf Wunsch der 
Eintritt früher erfolgen. 

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wird die Güte haben. Offerten entgegen 
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wollen diesen Nachtrag von mir verlangen. 

Der Haupt-Katalog mit den früher erschienenen 7 Nachträgen wird 
zum Preise von M. 36.20 abgegeben; vom Haupt-Katalog ist die Auf¬ 
lage nur noch gering. 

fly Galvanische Niederschläge berechne ich zum Preise 
von 15 Pf. p. Dem., gewähre aber gern bei grösseren Aufträgen 
entsprechenden Rabatt. 


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linfaffungrn. ßudjörudirrrUdltrnlilicn. 

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in jeder Hinsicht bewährte und stets zu 
meiner vollsten Zufriedenheit gearbeitet 
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1889. 


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Druck und Verlag von Alexander Waldow, Leipzig. 














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Ausführung. 

Mit der ergebenen Bitte um Berücksichtigung 
meiner Firma zeichne ich 

Hochachtungsvoll 

Martin Walther. 


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No. 1042—1047. 


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No. 1042. Corpus (corps 10) Min. 5 Kilo, ä S Kilo M. 4,50. I No. 1043. Cicero (corps 12) Min. 6 Kilo, a ü Kilo \ 1 . 4 , 50 . 

Berliner Lebens-Versicherungs-Gesellschaft Gstafricanische Plantagen - Gesellschaft 
Kunst-Jlusstellung Dlrection Hansa 

MEMEL NEBEL AMME LEDJ1 HGLLJIND ENDE 


No. 1044. Mittel (corps 14) Min. 7 Kilo, ä ^ Kilo M. 4,25. 

Bismarck f^om Berliner Stadt-Bahn Bern Anton 
LIEBE BASEL HALLE 

No. 1045. Text (corps 20). Min. 9 Kilo, a Kilo M. 4,10. 

Neuhausen Gartenlaube Eisenbahn Mausoleum 

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No. 1046. Doppelmittel (corps 28). Min. 10 Kilo, ä V, Kilo M. 4,—. 

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HJlMBUltG BJlUM 

No. 1047. Canon (corps 36). Min. 12 Kilo, ä Ij Kilo M. 3,50. 

Residenz BERLIN Wilhelm 
Handel Landwirfh Erde 

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] Cicero = 12 Punkte. 




-PRtNCETON UNIVERStTY 











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Engelens typenlose Setzmaschine. 

der in Heft 4 unter der Rubrik -Mannig¬ 
faltiges^ nur mit einigen Worten gedachten, 
von Engelen erfundenen und von der 
Maschinenfabrik GustavMaack in Köln-Ehrenfeld kon¬ 
struierten typenlosen Setzmaschine, können wir heute 
unseren Lesern versprochenermassen die 
von der Vollansicht begleitete spezielle 
Beschreibung vorführen. Da die Setz- 
und Ablegemaschinen seit ihrem ersten 
Auftreten vor etlichen 40 Jahren nur 
wenige praktische Erfolge aufzuweisen 
haben, so fielen in der neueren Zeit 
erfinderische Genies auf die Idee, die Her¬ 
stellung von sogenannten glatten Druck¬ 
sachen durch Matrizen-Stanzmasehinen, 
welche die Typen in ihrer Reihenfolge 
mittelst Stahlstempeln in weiche Pappe 
prägten, die dann zu einer Matrize, in 
welche die Stereotypplatten gegossen 
wurden, auf schnellere und billigere 
Weise als nach der alten herkömmlichen 
Methode durch Handsatz zu bewerk¬ 
stelligen. In der That hat man es mit 
diesen Maschinen, die den Schriftgiesser 
mit seinem teuren Material gänzlich be¬ 
seitigen würden, ziemlich weit gebracht, 
wie dies z. B. die von Heinrich Hagemann 
in Berlin erfundene derartige Maschine 
beweist. 

Bei diesen war aber immer noch 
ein Stereotypplattenguss nötig. Nach 
dem von Engelen an seiner typenlosen 
Setzmaschine aufgestellten Prinzip fällt 
auch dieser weg, indem der Satz mittelst vertieft 
geschnittener stählerner Matrizenstempel in schrift¬ 
hohe und mit dem Kegel der betreffenden Schrift tiber¬ 



Vignettc von Bauer & Cie. 


einstimmende Holzplättchen oder Leisten in die obere 
Hirnfläche erhaben geprägt oder gestanzt werden. 
Nach diesem Prinzip lassen sich unmittelbar zum 
Druck fertige Kolumnen resp. Formen hersteilen. 

Zur Beschreibung der Maschine selbst übergehend 
und dabei zugleich auf die Illustration verweisend, 
besteht sie aus sechs Ilauptteilcn: l) dem, die Holz¬ 
plättchen in aufrechter Stellung führen¬ 
den Schlitten, 2) einem Zeiger oder viel¬ 
mehr Griff, mittelst welchem der Schlitten 
unter den zu stanzenden Stempel geführt 
wird, 3) dem das Stanzen bewirkenden 
Hebel, 4) einem Stahlbogen mit den ver¬ 
tieft geschnittenen Typenstempeln, 5) zwei 
Schräubchen, durch deren Lösen die 
Typenstempel herausgenommen werden 
können, und 6) einer Hebelscheere mit 
welcher die Holzplättchen zwischen den 
Wörtern auseinandergeschnitten werden, 
um sie im Winkelhaken in gleichmässigen 
Zwischenräumen auszusehliessen. 

Um den Apparat in Thätigkeit zu 
setzen, spannt der Arbeiter ein auf zeilen¬ 
breite geschnittenes Holzplättchen in den 
Schlitten, nachdem er ihn an der mit 
dem vordem Ende verbundenen Kurbel 
vollständig hervorgezogen. Durch Drehen 
der Kurbel nach rechts, öffnet sich eine 
Klappe, welche das ungehinderte Ein¬ 
setzen des Holzplättchens in der Weise 
gestattet, dass es mit seinem vordem 
Ende an das vordere Ende des Schlittens 
stösst. Durch Zurückdrehen der Kurbel 
nach links wird es durch die Klappe fest 
eingeklemmt. 

Soll das Stanzen beginnen, so wird der Schlitten 
mittelst des Zeigers 2 mit der rechten Hand unter die 
betreffende Buchstabenmatrize, die auf dem Rande 

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151 Engelens typenlose Setzmaschine. 152 


des Stahlbogens deutlich bezeichnet ist, geführt und 
mit der linken Hand der Hebel 3 fest herabgedriickt. 
Nach Loslassen des Hebels schnellt dieser durcli 
Federkraft von selbst empor. Mittelst einer sinnreichen 
Vorrichtung rückt der Schlitten mit dem Holzplättchen 
automatisch genau um die Breite des Buchstabens 
vor. Der Zeiger wird auf den nächstfolgenden Buch¬ 
staben gedreht und so fort. 

Damit die Anfangsbuchstaben der einzelnen Zeilen 
genau untereinander zu stehen kommen, empfiehlt 
es sich, bei Beginn einer neuen Zeile jedesmal eine 
Ausschliessung zu stanzen, ebenso ist dafür zu sorgen, 
dass der letzte Buchstabe der Zeile nicht zu nahe an 


selben und der Bahn, in welcher er läuft, geschieht 
mit einem weichen Lappen, der mit ein wenig Petro¬ 
leum getränkt ist. und darauffolgenden Nachpolieren 
mit einem trocknen Lappen. Schmiermaterial darf 
nicht angewendet werden, ausgenommen, aber nur 
selten, an Scharnieren und Drehpunkten mit Öl bester 
Qualität. Überhaupt ist die Maschine so viel nur 
möglich vor Zutritt von Staub zu schützen und des¬ 
halb nach Beendigung der Arbeit gut zuzudecken. 

Wenn nach einiger Zeit die Buchstaben nicht 
mehr scharfund rein kommen, so ist das ein Zeichen, 
dass sich in den betreffenden Matrizen Holzpartikel¬ 
chen festgesetzt haben. Um diese zu entfernen, muss 



Kugelen» lypenlose Setzmaschine. 


die Kante kommt. Wenn bis nahe an das Ende des 
Holzplättchens gestanzt ist, wird dies durch selbst¬ 
tätiges Anschlägen eines Hammers angezeigt. Bleibt 
auf dem Plättchen noch ein kleiner Rest übrig, der 
kein ganzes Wort oder Silbe mehr aufnimmt, so wird 
es nach Herausnehmen aus dem Schlitten mit der 
Hebelscheere 6 zwischen zwei, drei oder noch mehr 
Wörtern auseinander geschnitten und die Zwischen¬ 
räume in der Weise im Winkelhaken verteilt, wie 
dies der Handsetzer thut. Dieses Ausschlüssen soll 
weniger zeitraubend sein als wie bei Typensatz. 

Der Schlitten muss stets leicht und frei gehen; 
ist das nicht der Fall und zeigen sich überhaupt 
Unregelmässigkeiten in der gleichen Entfernung der 
Buchstaben voneinander, dann muss der Schlitten 
durch Lösen derihn haltenden Spiralfeder frei gemacht 
und herausgenommen werden. Das Reinigen des- 


der Stahlbogen herausgenommen werden, was durch 
Lösen der kleinen Schrauben 5/5 geschieht. Man 
legt nun den Stahlbogen verkehrt auf einen Tisch, 
sodass die Matrizen nach oben liegen, und bürstet 
sie mit einer kleinen harten Bürste aus, dann wird 
mit einer Lupe nachgesehen, ob sich noch Holzsplitter¬ 
chen versteckt vorfinden, welche mit einer feinen Nadel 
herauszustechen sind. Herausnehmen des Stahl¬ 
bogens und des Schlittens zum Zweck des Reinigens 
sollte jeden Morgen geschehen. 

Da sieh beim Stanzen meist an den obern Kanten 
der Holzplättchen ein Grat bildet, so empfiehlt es sieh, 
an der Seite der Maschine einen Bogen feines Sand¬ 
papier auf dem Tische zu befestigen, um nach Been¬ 
digung einer Zeile den Grat darauf abzuschleifen; 
sow ie eine Zeile gestanzt ist, ist sie durehzulesen und 
etwa darin vorkomrnende Fehler durch Ausschneiden 


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163 


Engdens typenlose Setzmaschine, 


und Richtigstanzen zu korrigieren und die Zeile in 
der angegebenen Weise auszuschliessen. 

Die Zeilen werden vom Setzer zu Seiten und diese 
zu Formen zusammengestellt und geschlossen, das 
Schliessen darf nur so fest geschehen wie bei Metall- 
schriftformen. Zum Waschen darf nur Terpentin zur 
Verwendung kommen. Zum Druck ist starke, aber 
fein verteilte Farbe in geringer Menge am geeignetsten. 
Von einer Form sollen bei sorgfältiger Behandlung 
25000 Bogen abgedruckt werden können, was dadurch 
erklärlich wird, dass die in die Poren des Holzes ein¬ 
dringende fette Farbe dasselbe konserviert. 


154 


Ihr Gewicht beträgt 15 Kilogramm und zu ihrer 
Aufstellung genügt ein kleiner Tisch. Der Preis der 
Engelenschen Setzmaschine ist 350 Mark. Dieser 
ist im Vergleich zu den Matrizenstanz- oder gar zu 
den Setz- und Ablegemaschinen ein höchst niedriger. 

Nach einem aufgestellten Kalkül werden für ein 
Jahr von 350 Tagen 700000 Holzplättchen im Werte 
von M. 24-50 (pro 1000 M. 3.50) gebraucht. Für 
Setzen und Stanzen sind M. 5600 in Ansatz gebracht, 
zusammen also M. 8050. Da sich die Herstellung 
eines gleichen Quantums Handsatz, inklusive der 
Kapitalzinsen für das Schriftmaterial, auf M. 12000 



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Rechnung für von der Sohriftgiesserei Flinsch, die übrigen Zeilen von Ludwig & Mayer. 


Nach dieser Methode wird stets mit neuer Schrift 
gedruckt. Die Haarstriche der Buchstaben kommen 
zwar nicht so zart wie bei Metalltypen, aber das 
Besen macht einen wohlthuenden Eindruck auf die 

engeren’§ ttypenlofe ©efcntafdjine. , 
Es ist allgemein bekannt, dass seit ungefähr 
bebottenbe SBcrfutfjc ctitfieflcHI lrcrbcn Ünb, bc5 Steen ber 33)« 
bedeutende Versuche angestellt worden sind, das Setzen der 

Augen. Steht ein späterer Wiederdruck zu erwarten, 
so lässt sich der Satz leicht auf bewahren. Ein wohl 
zu beachtender Vorteil besteht darin, dass die 
Anschaffung von Setzkästen, Regalen und mancher 
anderer Geräte und der von diesen in Anspruch 
genommene grosse Raum gänzlich wegfällt. 

Die Leistungsfähigkeit der Maschine wird, je nach 
der Gewandtheit des sie Bedienenden, zu 2000 bis 
3000 Buchstaben in der Stunde angegeben. 


belaufen würde, so würde sich eine Ersparnis von 
33,3 Prozent ergeben, die sich durch den so geringen 
Lokalzins und einige andere Nebenumstände bis zu 
44) Prozent steigern dürfte. 

Inder von der Firma ausgegebenen Beschreibung 
lassen sich manche gar nicht unwesentliche Einzel¬ 
heiten vermissen. So ist z. B. nicht gesagt, ob für 
jeden Schriftkegel und jede Schriftgattung eine eigene 
Maschine oder nur ein anderer Stahlbogen mit den 
betreffenden Matrizen erforderlich, oder oh nur andere 
Matrizen eingesetzt zu werden brauchen. Wie ist 
zu verfahren, wenn im fortlaufenden Satz Kursiv oder 
andere auszeichnende Schriften Vorkommen? Wie 
steht es mit dem Einschalten von Rubriken? Und 
wie ist es bei Leichen, Hochzeiten und grösseren 
Änderungen seitens des Autors oder Redakteurs, 
welche bei Typensatz das Umbrechen einer gewissen 
Anzahl Zeilen nötig machen, zu halten? 


!)* 


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155 


Welches isl die beste Zeit zum Walzengiessen ? 


156 


Welches ist die beste Zeit zum 
Walzengiessen? 

in Buchdruckereibesitzer in Cincinnati behauptet 
in einem amerikanischen typographischen 
Journal, dass die geeignetste Zeit zum Walzengiessen 
das Frühjahr sei, wo strenge Kälte nicht mehr zu 
Fürchten und die Temperatur noch nicht zu starker 
Hitze neigt. Dies wäre für unsere Breitengrade Ende 
Februar und März. Später ist es nicht ratsam, wenn 


Ausser den erwähnten Vorzügen der im Frühjahr 
gegossenen Walzen dauern diese auch bis in den 
folgenden Winter hinein, indem sie viel geschmeidiger 
sind als die Sommerwalzen. Abgesehen von den 
Störungen beim Drucken, welche unzuverlässige 
Walzen im Gefolge haben, gewährt diese Methode 
auch ökonomische Vorteile. Sowie es eine günstige 
Jahreszeit für das Walzengiessen gibt, gibt es auch 
eine schlechte. Im August soll man keine Walzen 
giessen, noch weniger im September und am aller¬ 
wenigsten im Oktober. (Man muss hierbei beriick- 





Vignelte und Moliy elc. von Ludwig & Mayor, Schreibschrift von Wilhelm Gronau, Galanterie etc. von E. Berger. 


man dauerhafte Walzen haben will. Die Walzen 
■werden natürlich so gegossen, dass sie, wenn sie in 
Gebrauch genommen werden, gleich gut arbeiten; sie 
trocknen dann allmählig aus, sodass sie im Sommer 
der Hitze widerstehen und nicht zu weich werden. 
Es ist hierunter nicht wirkliches Austrocknen zu 
verstehen, bei welchem die Walzen ihre Geschmeidig¬ 
keit, Elastizität und Zugkraft verlieren, im Gegenteil 
erreichen sie diese Eigenschaften in dem Grade, dass 
man das Ideal einer guten Walze hat. Wenn eine 
Walze ausdauernd wird und dennoch die genannten 
Eigenschaften bewahrt, so kann man sie für durchaus 
zu verlässig halten, sie wird selbst bei hoher Temperatur 
ihre Dienste thun. sie wird weder zu weich werden, 
noch übermässig ziehen. Bei alledem wird voraus¬ 
gesetzt, dass der Walzengiesser ein in seinem Fach 
erfahrener Mann ist. 


sichtigen, dass Cincinnati 10 Grade südlicher liegt, als 
das mittlere Deutschland und wären sonach die 
genannten Monate auf Juli, August und September 
zurück zu verlegen.) Der Grund liegt einfach darin, 
dass für den Sommergebrauch die Walzen hart 
gegossen werden müssen. Nun sind aber harte 
Sommerwalzen nicht für den kalten Winter tauglich ; 
Winterwalzen verlangen eine gewisse Geschmeidigkeit 
und Elastizität, überhaupt eine andere Zusammen¬ 
setzung in ihren Malerialverhältnissen. Aus dem hier 
Gesagten ist einleuchtend, dass es dem Buchdrucker 
in ökonomischer Beziehung nicht gleichgiltig sein 
darf, zu welcher Jahreszeit er seine Walzen vorn 
Fabrikanten kauft oder selbst giesst. NurDringlichkeits- 
fälle machen eine Ausnahme. 

Der Farbefabrikant erinnert den Buchdrucker 
daran, dass die Farbe der geringste Kostenpunkt bei 


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157 


Welches ist die beste Zeit zum Walzengiessen V 


158 


einer einigermassen anständigen Arbeit sei und es 
daher besser wäre nur gute Farbe zu nehmen. Aber 
die Walzen kosten im .jährlichen Durchschnitt noch 
weniger «als die Farben. Da aber gute Walzen die 


beste Empfehlung bei den Kunden. .Jeder Buch¬ 
drucker weiss. dass jede neue Walze vor der 
Ingebrauchnahme erst eine gewisse Zeit ruhig stehen 
bleiben, sozusagen reif werden muss. Eine unreife 



Irr f nbjl 

Jlcr Junker Jjcrbft im Jagdgnvand, 
$rn Maulten €)'djen)>eer jttr fand, 
lieht durdj ©eini g und Felder ; 

Her Ifeil jutfet nm der Senne fdjnell, 
Hei |jnffaruf und 'gmulsijeirell 
iiurdjheutfjt der |iridj die Wälder. 

lind n'o in’s Chat fein Jlugf jdjaut, 
(fvgläujcn Jfrüdjtc fanft Mt haut, 
^djnriUt klau am Stink die Craulte; 
Und nie er fp riebt ein rinjig Wort, 
fliegt rafib das ©rntt der flätter fort 
Und Sdrarladj hängt am Hauke. 


Aus einer Vignettonsammlung von Paul Louicmann in Leipzig. 
Gotisch von »1er Schriftgiesserei Flinsch. Schlussstück von Wilhelm Gronau. 


unerlässlicliste Bedingung für einen reinen Druck 
sind, sei die Farbe so vorzüglich wie sie wolle, so 
machen sich für alle Fälle taugliche Walzen am 
besten bezahlt; das Gegenteil war eine verfehlte 
Ökonomie, denn eine befriedigende Arbeit ist die 


Walze würde gar bald den Dienst versagen. Wie 
lange sollen sie aber stehen bleiben. Um dies zu 
beurteilen ist die praktische Kenntnis und Erfahrung 
in der Behandlung der Walzen der geeignetste Führer. 
Bei kaltem, trockenen Wetter können die Walzen 


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Welches ist die besle Zeit zum Wnlzengiessen? — Schriftprobensehaii. 


lfiO 


159 


unmittelbar nach dem Guss verwendet werden; sie 
werden dann schon fest und trocken genug, dass sie 
später bei höherer Temperatur nicht zu weich werden; 
es genügt, frische Walzen jeden Abend zu reinigen 
und sie über Nacht an einen luftigen Ort zu stellen. 
Bei warmem feuchtem Wetter dagegen ist es vor¬ 
zuziehen, sie mit der Farbe bedeckt zu lassen, dann 
kann die Feuchtigkeit keinen Einfluss darauf ausüben. 
Sind flie Walzen einmal zur vollen Reife gelangt, so 
lasse man Abends nach Beendigung des Drucks die 
Farbe stets auf ihnen und wasche sie so selten als 
möglich. Ist die Walze einmal genügend ausgetrocknet, 


Sehriftprobensehau. 

j2£jß2mmer wieder wird dein Buchdrucker zur kunst- 
gjyljg gerechten Ausschmückung seiner Arbeiten von 
den Schriftgiessereien neues Verzierungsmaterial 
geboten und der Fachpresse die Aufgabe gestellt, 
dasselbe in seinem Leserkreise einzuführen. So sind 
wir auch heute in der Lage, zwei bemerkenswerte 
Erzeugnisse zum Abdruck zu bringen. Von dem 
Erscheinen der Viktoria-Einfassung von A. Num- 
rich <£' Co. (Leipzig), konnten wir bereits im vorigen 
Heft berichten, in gegenwärtigem bringen wir das 



lexander Waldow, Leipzig 


° SU®® Graphischer Verlag BBHBfl 


0|§| Buchdruckmaschinen- und Utensilien-Handlung, 


Kuvertaufdruck. Einfassungen von der Bauerschen UieBserei, Wilhelm Woellmer, Julius Klinkhardt, Benj. Krebs Nachf. Ferd. Theinhardt 
und Scheiter & Giesecke. Initial von der Rohmschen Gieeserei. Schriften von Brendler & Marklowsky, Emil Berger lind Benj. Krebs Nachf. 



Ornamente von Ludwig & Mayer, Einfassung von Scheiter & Giesecke. Bogenstücke von Wilhelm Woellmer. Schrift von Nies Nachf. 


so bleibt sie es für immer und dies ist der Grund, 
warum sie im Zustande der Reife vor dem Einfluss 
der äusseren Luft durch Farbe zu schützen ist. Sind 
die Walzen neu oder ist die Witterung ungünstig, so 
lege man sie möglichst in die Maschine, um zu starke 
Reibung zu verhindern. 

Die vorteilhafteste Ökonomie für den Buchdrucker 
in Bezug auf Walzen ist, stets genügenden Vorrat 
davon zu haben und zwar von solchen, die zu jeder 
Jahreszeit brauchbar sind. 


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Figurenverzeichnis. Bei Betrachtung der schönen 
Formen dieser Einfassung kann man sich nur der Über¬ 
zeugung hingeben, dass dieses Ziermaterial seinen Weg 
in die Werkstätten unserer Kunst leicht finden und dort 
seinen Platz sicher behaupten wird. Die Anwendung 
der Viktoria-Einfassung ist eine ziemlich einfache, so 
dass auch der weniger begabte Setzer schwerlich mit 
ihr grosse Kompositionssünden begehen wird. 

Mit der Herausgabe der Rococco-Einfassuny 
von Wilhelm Woellmers Schri/tgiesserei gedenkt 
diese Firma jedenfalls einem gewissen Zuge unserer 
Zeit entgegenzukommen. Die schönen aber strengen 
Formen der Renaissance wurden dem Publikum nach 
kurzer aber absoluter Herrschaft gleichgültiger, man 
fand sie zu eintönig und verlangte nach lebhafteren 


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Der Kaisereinzug zur Feier der GRUNDSTEINLEGUNG des Reichsgerichts zu Leipzig 


No. 1259 Tertia (16 P.).f 30 a 12 A. 2,4 Kilo. 

LEIPZIG Die Reise mn die Welt in 80 Tagen BERLIN 

Ko. 12«0. Text (20 P.).+ 2« a 11 A. 2,7 Kilo. 

Winterfest des Vereins KLOFFHOLZ am 12. Februar 1889 

No. 1261. 2 Cicero (24 P.).f 18 a 8 A. 2,7 Kilo. 

Buchdruckerei und VERLAGS-ANSTALT von Karl Seyferth 

Ko. 12(52. 4 Petit (32 P.J.j 12 a 5 A. 3 Kilo. 

ULM Nota von Hiros Söhne WIEN 

Ko. 1203. 3 Cicero (30 P.).f 10 a 4 A. 3,5 Kilo. 

18 Reichskanzler FÜRST v. Bismarck 89 

Ko. 1201. 3'/ä Cicero (12 P.).f 8 a 1A. 3,9 Kilo. 

Dramatische POESIE und Fabeln 

No. 1265. 4'/a Cicero (54 P.).f 7 a 3 A. 5 Kilo. 



N'o. 1206 . 5 1 /* Cicero (6(5 P.J.f 6 a 3 A. 6,6 Kilo. 



Ecken und Linien von F. A. Brockhaus in Leipzig. 


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mm. 


i -f)i 

I&5&I 


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Intarsia* Ornamente. 


Abteilung B: Niello-Ornamcnte. 


Abteilung C: Begleitmaterial etc. 


§§ 

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1G7 


SchrLflprobensehau. — Satz und Druck unserer Probeblätter. 


Formen. Diese Geschmacksströmung hat nun auch 
dem Buchdrucker bereits verschiedene Neuheiten zu 
seinem Verzierungsmaterial gebracht. Eine der 
bemerkenswertesten Erscheinungen ist jedenfalls die 
vorliegende Rokoko-Einfassung. Die Figuren derselben 
sind mit wenigen Ausnahmen in der Zeichnung und 
auch im Schnitt wohlgelungen und hei sinngemässer 
Anwendung werden sie sicher mancher Drucksache 
zur Zierde gereichen. Mit der kunstgerechten Ver¬ 
wendung ist es freilich eine eigene Sache. Je mehr 
im Salz die Komposition von der rechtwinklichen 
Form abweicht, um so mehr steigern sich die 
Schwierigkeiten für den Setzer. Dass es bei der neuen 
Einfassung solche Schwierigkeiten gibt, beweist am 
besten das von der Giesserei herausgegebene grosse 
Probeblatt. Wir werden demnächst Gelegenheit 
haben, die Rokoko-Einfassung auf unseren Probe¬ 
blättern in günstigem Lichte vorzuführen. 

Ein Erzeugnis für den täglichen Bedarf ist die 
uns von der Schriftgiesserei J. G. Scheiter dt Giesecke 
für das Archiv überlassene Enge Egyptienne. Zur 
Empfehlung dieser Schrift bedarf es weiter keiner 
Worte, dem praktischen Buchdrucker empfiehlt sie 
sich selbst. 

An die Reichsbehörden ist die Weisung ergangen, 
fortan eine neue Zeichnung des Reichsadlers zu 
benutzen. Gegenüber der mehr naturalistischen Auf¬ 
fassung der bisher gebräuchlichen Form zeigt der¬ 
selbe eine heraldisch strengere Durchführung. Der 
Kopf ist feiner und der Hals stärker gebogen. Der 
Brustscliild ist kleiner und strenger in der Form, die 
Ordenskette kreisförmig um den Hals gehängt. Die 
Kaiserkrone hat ein wesentlich verändertes Aus¬ 
sehen dadurch erhalten, dass die den Stirnreif bilden¬ 
den Schildchen nicht nach aussen geneigt, sondern 
senkrecht gestellt sind. 

Dieser Adler wird von der Firma Irowitzsch dt 
Sohn in Berlin , wie vorstehend abgedruckt, in Gal¬ 
vanos von 2‘/a bis 10 Cicero abgegeben, kann auch 
durch die Firma Alexander Waldow in Leipzig zu 
Originalpreisen bezogen werden. 

Von der Schriftgiesserei Bauer <£• Co. ging 
uns die soeben fertiggestellte Oktavprobe ihrer 
sämtlichen Erzeugnisse zu, deren Ausstattung (Druck 
der Hoffmannschen Buchdruckerei in Stuttgart) die 
vollste Anerkennung verdient; namentlich ist der 
Titel eine prächtige, solide Arbeit des in Fachkreisen 
wohlbekannten Herrn August KirchholT. Über den 
Inhalt lässt sich nur Rühmliches sagen. Die Bauer¬ 
sehen Bittschriften geniessen einen Weltruf und was 
die Titel- und Zierschriften betrifi't, so muss man 
Zügestehen, dass zumeist nur wirklich Wertvolles 
und Gutes aufgenommen wurde. An Einfassungen 


ins 


und sonstigem Zierniaterial liefern Bauer & Co. 
bekanntlich mit das Beste, was in dieser Beziehung 
den Buchdruckern geboten wurde. Den Schluss der 
Probe bildet eine reiche Auswahl von Vignetten, die 
einen Vergleich mit ähnlichen Erzeugnissen durchaus 
vertragen können. Bezüglich der innern Einrichtung 
des Probebuchs wollen wir schliesslich der Neuerung, 
von den verschiedenen Schriften und Einfassungen 
praktische Anwendungen vorzuführen, unsern Beifall 
aussprechen. 

Pan Musterbuch von Schriften und Einfassungen 
grossem Bildes erhielten wir von der Ersten Mann¬ 
heimer Holztypenfabrik, Sachs dt Co. in Mannheim. 
Die Erzeugnisse dieser Firma sind seit vielen Jahren 
als die besten ihrer Art bekannt und geschätzt, dazu 
ist die Auswahl eine solch reichhaltige, dass der 
Buchdrucker wohl in jedem Falle seinen Bedarf zur 
Befriedigung decken kann. 


Satz und Druck unserer Probeblätter, 

?KJojlatt Q unserer heutigen Proben ist eine Arbeit 
der Piererschen Hofbuchdruckerei, Stephan 
Geibel & Co. in Altenburg, resp. des unseren Lesern 
wohlbekannten ersten Accidenzsetzers derselben 
Herrn Watzulik. Die Schriftgiesserei Beiger hatte die 
Güte, den Mitdruck dieser für sie bestimmten Karten 
für unser Archiv zu gestatten, wofür wir derselben 
hiermit unsern besten Dank sagen. Die auf dem 
Blatt enthaltenen Karten entsprechen in ihrer Gesamt¬ 
ausführung wieder der von der genannten Offizin 
resp. Herrn Watzulik vertretenenGeschmacksrichtung, 
die sich durch freieste, eigenartigste Satzausführung 
und originelles Kolorit auszeichnet und durch ihre 
Exaktität und Sauberkeit die gediegene Arbeitsweise 
der Piererschen Hofbuchdruckerei dokumentiert. 

Auf Blatt W kam ausschliesslich die schöne 
Barocco-Sctireibschrift von Genesch <0 Heyse in An¬ 
wendung. Wir glauben dieselbe durch gefällige 
Gruppierung der Zeiten und zusammengehörigen Sätze 
unseren Lesern in besonders empfehlender Weise 
vor Augen geführt zu haben. Bei dieser Gelegenheit 
sei bemerkt, dass diese Schrift nicht, wie wir in Heft i 
angaben, eigenes Erzeugnis der Herren Genzseh de 
Heyse ist, vielmehr wurden die Matrizen von der 
Firma Jules Henafle in Paris erworben. Die auf der 
Karte 1 verwendete Vignette und die kleinen Blei¬ 
zierlinien lieferten Scheiter dt Gicscclce, die neben 
Hamburg stehende Verzierung , sowie den Zug an der 
Hauptzeile der Karte 2 Ludwig dt Mayer, die Ornamente 
an den seitlichen Sätzen der Karte 2 Gronau, die 


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Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeitschriften und Bücherschau. 


170 


109 


Schmäle Accidenzantiqua »Violettschwarz« D. Krebs 
Nach/. Gedruckt wurde das Blatt mit Violett- 
schwarz von Käst <(• Ehinger in Stuttgart-Feuerbach. 

Blatt BB unserer heutigen Beilagen führt unseren 
Lesern neueste Erzeugnisse von J. G. Scheiter r£ 
Giesecke vor und zwar die Neuesten Schreibschriften 
und eine reich verzierte Briefleiste , welch letztere 
einer umfänglichen, eben fertig gewordenen Vignetten- 
und Polytypensammlung entnommen ist und die so 
viel des Schönen, Gediegenen und Originellen enthält, 
dass einem die Wahl schwer wird. Wir werden 
durch die Güte der Herren Scheiter & Giesecke in 
den Stand gesetzt sein, unseren Lesern Proben dieser 
Vignetten vorzuführen und unser Lob durch den 
Augenschein zu begründen. 

Die angewendete Neue Schreibschrift zeichnet 
sich durch klaren, exakten Schnitt und höchst gefällige, 
schwungvolle Formen in vorteilhafter Weise aus. 
Sie gehört ohne Zw T eifel zu den Schönsten, jetzt 
existierenden. Wie unsere Leser auf der Probe 
bemerken werden, hat die Giesserei zu denselben 
Versalien zwei verschiedene Grössen von Gemeinen 
geschnitten, eine Einrichtung, die zweifellos manche 
Vorteile bietet. 

Wir gaben unseren Lesern bereits im vorigen 
Jahrgange Proben von Accidenzsätzen in dem jetzt 
in Amerika massgebenden Geschmack; heute ver¬ 
mehren wir diese Beispiele durch ein weiteres, an 
dem auch der Geschmack zu erkennen ist, in welchem 
die Amerikaner ihre Arbeiten zu kolorieren pllegen. 
Wie sehr dieser Geschmack, sowohl bezüglich der 
Satz-, wie der Druckausführung von dem unseren 
abweicht , lässt sich wohl kaum besser anschaulich 
machen, wie durch unsere Beilage T, die bei Haight 
& Dudley in Poughkeepsie. N. Y. gedruckt, alle 
Eigentümlichkeiten des amerikanischen Accidenz- 
satzes und Druckes zeigt. Wenn wir uns enthalten. 
Kritik an derselben zu üben, so geschieht dies, weil 
wir dem Prinzip huldigen, die Eigentümlichkeiten der 
verschiedenen Nationen im Aeeidenzsatz voll und 
ganz gelten zu lassen. Beste Anerkennung verdient 
die Exaktilät und Sauberkeit des schwierigen Satzes 
und das gefällige, originelle Kolorit, das durch die 
vortrefflichen Leist ungen der altbewährten und ge¬ 
diegenen „Liberty“-Tiegeldruckmafiehine in 
bester Weise zur Geltung gebracht ist. 

Diese Probe, wie die unseren, dem Heft bei¬ 
liegenden, die beide gleichfalls auf der Liberty gedruckt 
wurden, geben wieder einen überzeugenden Beweis 
von der Brauchbarkeit dieser einfachsten, dabei 
bequemsten aller Tiegelmaschinen, deren neueste 
Verbesserungen ihr auch in Zukunft die Anerkennung 
der Buchdrucker aller Weltteile sichern werden. 


Zeitschriften und Büehersehau. 

— Der zweite Band der von der Direktion der Bcichs- 
druckerei herausgegebenen Sammlung von Handeinfassungen, 
Initialen und Zierleisten ging uns durch die Güte des 
Direktors der Reichsdruckerei, Herrn Geheimen Ober- 
Regierungsrat Busse in diesen Tagen zu. In erhöhtem 
Masse erregt dieser interessante Band die Bewunderung 
des Fachmannes, denn alles darin Enthaltene zeigt jenen 
Stempel des einfach Gediegenen, wie inan solches nur 
an wahren Meisterwerken findet. Einfache, uns oft als 
bekannt anheimelnde Motive sind hier mit einer Klarheit 
und Exaktität wiedergegeben, dass man sich an ihnen 
wahrhaft erfreuen kann, und ihr Beisclunuck, mobile Strich¬ 
linien, stumpffeine, fette Linien etc. etc. sind mit so grosser 
Exaktität angefügt, dass man das Vorhandensein von solch 
mobilem Ergänzungsmaterial nur erkennt, wenn man es 
mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet. Der Stand der 
Ecken und sonstigen Zusammensetzungen ist ein ganz 
ausserordentlich genauer. Die vorhandenen mehrfarbigen 
Blätter zeichnen sich durch herrliche Wahl der Farben, 
reinsten Druck und bestes Register aus. Besondere 
Erwähnung verdienen noch die zahlreich vorhandenen 
Schriftproben von Schwabacher- und Renaissance-Schriften, 
von Initialen wie von ganzen Adressen in vorzüglichster 
Ausführung. Dieser zweite Band ist wieder eine Meister¬ 
leistung unserer Reichsdruckerei. 

— Jahrbuch für Photographie und Beproduktionstechnik, 
III. Jahrgang, II. Teil, herausgegeben von Prof. Dr. Josef 
Maria Eder. Halle a. S. 1889. Druck und Verlag von 
Wilhelm Knapp. Preis 8 M. Der Herausgeber dieses 
Werkes ist einer der berufensten Vertreter der photo¬ 
graphischen Wissenschaft und besonders durch sein grosses 
vierbändiges Handbuch der Photographie rühmlich bekannt. 
Die Art, wie er in seinem »Jahrbuch« die Fortschritte und 
Leistungen des abgelaufenen Jahres auf photographischem 
Gebiet zusammenfasst, ist mustergiltig und sollte auch 
anderen in ähnlich rascher Weise fortschreitenden Gebieten 
der Technik als Vorbild dienen. Wertvolle Mitteilungen, 
die in einzelnen Veröffentlichungen verstreut wurden, sind 
hier sorgfältig gesammelt und ihrem wesentlichen Inhalt 
nach wiedergegeben, hauptsächlich linden sich aber aucli 
Originalaufsätze bekannter und tüchtiger Fachleute in 
überraschend grosser Zahl. Der Reproduktionstechnik 
wurde breiter Raum gewidmet und alle wichtigeren 
Verfahren derselben sind durch 50 in einer Mappe ver¬ 
einigte Proben veranschaulicht. Dadurch bekommt der 
Leser ein klares Bild von den Leistungen und der Eigenart 
der einzelnen zum Ersatz des Holzschnitts und Kupferstichs 
bestimmten Verfahren. Für unsere Leser dürften folgende 
Aufsätze besonderer Beachtung wert sein: Entstehung und 
Entwickelung der Hochätzkunst von Carl Angerer in Wien. 
Habcrditzls Methode zur Herstellung eingebrannter F.mail- 
photographien mittelst Lichtdruck. (Mitteilung aus der 
K. K. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und 
Reproduktionsverfahren.) Lichtdruck von W. Cronenberg 
in Grünenbach, bayer. Algäu. F.xpresstypic von W. Cronen¬ 
berg in Grönenbach, baver. Algäu. Eine Druckmethode 
für verschiedene Gravuren und Druekzwecke von Joseph 
Lemling, Marmagen, Urft (Köln-Trierer Bahn. Rheinland). 
Ätzgrund und Atzen auf Kupfer und Zink von Victor Jasper 
in Wien. Der »Ton« beim Lichtdruck an den gedeckten 
Stellen im Negativ von August Albert in Wien. Uber 
Papier für Lichtdruckzwecke von Max Jaffe, K. K. Fachlehrer 

10 * 


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171 


Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


an der Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und 
Reproduktionsverfahren in Wien. Clair obscur-Druck von 
C.. Angerer & Göschl in Wien. Beitrag zur Geschichte der 
Photozinkographie und Photolithographie von F. Springmann 
in Rainfeld. Die Leirntypie von Prof. Jakoh liusnik in Prag, 
l'ber Papier zu Kunstdruck von G. Fritz, K. K. Inspektor 
der Hof- und Staatsdruckerei in Wien. Photomechanische 
Reproduktion und Verleger von A. M. Konody in Wien, 
l'ber Autotypie und Zinkätzungen von Ad. Türcke. Vorstand 
der chemigr. Abteilung der Buchhandlung L. Auer. Donau¬ 
wörth (Bayern). Die Verlagsanstalt von Franz Hanfstaengl 
in München. Autotypie von Ludwig Schrank. Ein neues 
Buchdruck verfall reu (für Illustrationen) von Dr. ('.. Stiiren- 
burg in München. Zinkhochätzung mittelst des Asphalt- 
verfahrens. Herstellung von Lichtdrucken und Photographien 
auf Bein, Steinnuss, Elfenbein etc. von Max Brandt in 
Gössnitz in Sachsen. Zur Geschichte der Photozinkotypie 
in Halbton-Manier von M. Jaffö in Wien. Die Angaben des 
Textes werden durch 12 t- Holzschnitte erliiulcr!. während 
die Proben neuerer Wiedergabe-Verfahren auf besonderen 
Tafeln in einer Mappe beigegeben sind. Eine Anschauung 
von der Bedeutung der vorliegenden Arbeit gewährt der 
Umstand, dass !)6 Originalbeiträge, sämtlich sehr wertvoll 
und interessant, darin veröffentlicht sind, seihst die zurück¬ 
haltenden Mitteilungen der Fabrikanten bringen manche 
schätzbare Aufklärung. Eine reichhaltige Sammlung von 
Tabellen mit physikalischen und chemischen Angaben, 
ferner Formeln und Rezepte für photographische Operationen 
bilden einen besondern abgetrennten Teil. Alle Gewerbe¬ 
treibenden. welche mit Photographie und den hiermit 
zusammenhängenden Heproduktinnsverfahren irgendwie in 
Berührung kommen, finden in dem Werke wertvolle und 
für die Praxis nutzbare Aufklärungen, Freunde der Photo¬ 
graphie und ihrer graphischen Zweige fachgemässe, dem 
gegenwärtigen Stande der Technik entsprechende Belehrung. 
Für Fachleute ist das Werk mit seinen bestimmten, sorg¬ 
fältig geprüften Angaben ein sehr schätzbares Hand- und 
Nnchschlagebuch. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. HQjähriges: Am 5. Februar der Maschinen¬ 
meister Frans Klüss in Lübeck. — Am H. März die Buch- 
und SLeindruckerei C. F. Leich in Fürsten wähle. — Am 
23. März begingen in der K. K. Hof- und Staatsdruckerei 
zu Wien nicht weniger als 1L Personen die Feier des 
50jährigen Jubiläums. Unter diesen Jubilaren finden sieb 
auch 1 Setzer und 2 Drucker und zwar sind dies die Herren 
F. Desloges, Fr. Gella und F. Uintcrwaldner. — Am 25. März 
der Schriftsetzer Heinrich Wachem in Berlin. — Ain 25. März 
der Buchdrucker A. Clewer in der Bucbdruckerei der 
»Kölnischen Zeitung», woselbst er seit 37 Jahren thätig ist. 
— Am 2. April der Buchdruckereibesitzer Jules. Bathgcns 
in Lübeck. — Am t. April der Buchdruckereibesitzer G. F. 
firmiert in Berlin. — 40jähriges: Am 1. März der Redakteur 
des Zwickauer Tageblatts und Anzeigers August Springer, 
als Ruchdrucker zugleich das 25jährige Jubiläum seiner 
Thätigkeit im Geschäft der Firma C. A. Günther jetzt 
C. A. Günthers Nachf. — 2öjähriges: Am 20. März der 
Faktor Eduard Hartz in Kiel. — Am 4. April der Setzer 
Otto liornoff in Firna i. S. 


172 


— Gestorben. Am 3. Februar der Buchdruckereibesitzer 
Friede. Lintz in Trier. — Am 1(1. Februar der Teilhaber 
der in weitesten Kreisen bekannten Offizin C. G. Bäder zu 
Leipzig-Eeudnits Herr Christian Krdmann Max Brutsch; 
derselbe gehörte der Firma seit 1H72 an. — Am 14. März 
der Buchdruckereibesitzer Louis Ferber in Offenbach. — Am 
2t». März der Buchdruckereibesitzer Job. Gustav Bär in Leipzig, 
Mitinhaber der Firma Bär <(’• Hermann daselbst. Der Ver¬ 
storbene hatte sich durch Fleiss und Energie eine eigene 
Ruchdruckerei gegründet und associierte sich später mit 
dein Ruchhändler Hermann. In hohem Masse hatte er sich 
auch che Achtung seiner Prinzipalskollegen, sowie die seiner 
Gehilfen erworben, was wohl die verschiedenen Ehren¬ 
ämter, welche er stets gewissenhaft verwaltete, beweisen. 
— Am 25. März der Buchdruekereibesitzer Hermann Samuel 
Hermann in Berlin; derselbe hatte es verstanden, seine 
Offizin von Jahr zu Jahr derart zu vergrössern. dass sie wohl 
jetzt mit zu den grössten Rerlins gezählt werden muss. — Am 
27. März der Buchdruekereibesitzer G. A. 1P. Tappe 
(Firma .1. Hoerlings Wwe.) in Halberstadt. — Am 1. April der 
Verleger der Nordhäuser Zeitung Buchdruekereibesitzer 
Theodor Müller, einer der grössten Industriellen Nordhausens. 

— Geschäftliches. In die Firma Hirt ziehe Hofbuch- 
druckerei in Kolrurg ist Herr Gustav Besser daselbst als 
Teilhaber eingetreten. — Die Buchdruckerei von Ilopp- 
staedter <(• Ko. mit dem Verlage des Rhein.-Westf. Tage¬ 
blattes in Bochum wird am 1. Mai in eine Aktiengesellschaft 
umgewandelt. — Die Buchdruckerei und der Verlag des 
Crimmitschauer Anzeigers und Tageblattes ist am 1. März 
an die Firma Schukics <(• Böttcher ühergegangen. 

- Unermüdlich thätig für den Absatz ihrer schwarzen 
und bunten Farben ist die Fabrik von Beit <(• Philippi 
in Hamburg-Stassfurt. So bat sic neuerdings wieder eine 
elegant ausgestattete Mappe versandt, welche die ver¬ 
schiedenen Sorten ihrer Farben in Abdrücken von pracht¬ 
vollen Illustrationen wiedergibt und den augenscheinlichen 
Beweis dafür liefert, dass dieselben in der That die 
Beachtung der Buchdrucker verdienen. Alle Sorten, selbst 
die billigen, zeigen, dass die Fabrikation sorgfältig und mit 
Verständnis betrieben wird, denn die Stöcke geben sieb 
rein, gut gedeckt und in schönem, tiefschwarzen Ton 
wieder. Auch die gegenwärtig so beliebten Illustrations¬ 
farben: Blau-, Violett-, Grünschwarz ctc. sind in der 
Mappe in vortrefflichen Abdrücken von Autotypicplatten 
vertreten und repräsentieren mit den Holzsclmittdruckcn 
zusammen eine Sammlung, die wohl der näheren Prüfung 
wert ist und zu dem Zweck auch unseren Lesern hiermit 
bestens empfohlen sei. 

— Eiigclens tgpenlosc Setzmaschine. Nachdem der erste 
Bogen dieses Heftes, die Beschreibung von Engelens Maschine 
enthaltend, gedruckt war, erhielten wir Nr. 27 des bei 
Franz Greven in Köln gedruckten und in dessen Verlag 
erscheinenden Witzblattes »Alaaf Köln«: diese Nummer ist 
bezüglich des glatten Textes (ca. 7‘/t Seite) ganz auf 
Engelens Setzmaschine hergestellt, beweist sonach, dass 
die Maschine bereits in praktischer Weise Verwendung 
findet. Wir müssen gestehen, dass das Aussehen der 
Nummer sowohl bezüglich des Satzes oder richtiger 
bezüglich des Stanzens der Zeilen, wie auch bezüglich des 
Druckes kein übler ist. Besonders gibt die Nummer den 
Beweis, dass der Erbauer Recht hat, wenn er sagt, dass 
die gestanzten Holzzeilen sich in Massen aneinanderstehend 
besser drucken, wie vereinzelt. Die Raumverteilung zwischen 
den Worten lässt mitunter, doch nicht allzuoft und störend 


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173 


Mannigfaltiges. 


zu wünschen übrig, ein Ibelstand, den aber wohl nur das 
Auge des Buchdruckers herausfinden wird. Wir können 
nicht umhin, dem Erfinder hiermit unsere Anerkennung für 
seine vortreffliche Idee auszusprechen und unsere Leser 
auf die Maschine aufmerksam zu machen; sie verdient mit 
vollem Recht Beachtung. Bemerkt sei noch, dass die in 
unserem Artikel selbst gegebenen Schriftzeilen und Ein¬ 
fassungen auf der Maschine gestanzt worden sind. 

— Der Schlusstermin für Anmeldungen zur Mess-Fach- 
Ausstellung des mitteldeutschen Papiercereins ist auf den 
IS. April a. c. festgesetzt, während die Ausstellung selbst 
vom 2. bis 5. Mai a. c. zu Leipzig in den Räumen des 
»Eldorado*. Pfaffendorfcrstrasso. slaltfindet. Die Gebühr 
fiir Aussteller beträgt 5 M., Meldekarten und Prospekte 
sind von Otto Winkler. Papierprüfungsanstalt, Leipzig und 
Paul llungar. Geschäftsbücherfabrik, Leipzig, erhältlich. 

— Klagen über den grossen Gasverbrauch von Gas¬ 
motoren gaben in den letzten Sommermonaten der techno¬ 
logischen Versuchsstation des königl, bayerischen Gewcrbc- 
nmseums Veranlassung, einige Untersuchungen vorzunelimen, 
welche das folgende Resultat hatten: Eine einpferdige 
Gasmaschine wurde gebremst und zeigte hierbei einen 
thatsächlichen Gasverbrauch von 1800 1 nach Stunde und 
Pferdestärke, während der normale Gasverbrauch dieser 
Maschinen 1000 1 nicht wesentlich überschreiten soll. 
Man suchte den Ursachen dieses hohen Gasverbrauches 
nachzugehen und es fand sich, dass die Gasuhr (Gasometer) 
in einem 25 Grad Gelsius warmen Baum aufgestellt war; 
zugleich zeigte das Barometer einen Stand von 730 mm. 
Es wurde nun nach dem Gay Lussac Mariotteschen Gesetze 
das verbrauchte Gasquantum auf 12 Grad und 760 mm 
Barometerstand reduziert, wobei sich dann, ein ziemlich 
normaler Gasverbrauch von 1183 1 nach Stunde und Pferde¬ 
stärke ergab. Aus einer theoretischen Betrachtung folgt 
ein praktisches Resultat, welches für alle Gaskonsumenlen 
von Bedeutung ist. gleichviel, ob sie das Gas zur Beleuchtung, 
Heizung oder für Motoren benützen. Es zeigt sich nämlich, 
dass es fiir den Konsum nicht gleichgiltig ist, ob die 
Gasuhr in einem kalten oder in einem warmen Baume 
Aufstellung findet. Ein Beispiel möge die Behauptung 
erhärten. Für eine zwölfpferdige Gasmaschine mit täglich 
zehnstündigem Betriebe beträgt der jährliche Gaskonsum, 
wenn die Gasuhr in einem 25 Grad Celsius warmen 
Fabriksraumc aufgestellt ist. bei 300 Arbeitstagen circa 
30000 cbm. Wäre hingegen die Gasuhr in einem Raume 
von nur 8 Grad Celsius mittlerer Temperatur aufgestellt, 
so würde sich der Lhatsächliche Gasverbrauch mit 28350 chm 
ergeben, dass heisst, es wäre in diesem Falle eine Ersparnis 
von 1650 cbm eingetreten, welche bei einem Gaspreise 
von 20 Pf. die Summe von 230 M jährlich repräsentieren, 
die dem Gaswerke auf Kosten des Konsumenten zu Gute 
kommt. Hieraus ergibt sich der Satz: Es ist für den 
Konsumenten vorteilhaft, wenn die Gasuhr an einem 
möglichst kühlen, aber frostfreien Platze aufgestell! wird. 
Das L. Tageb].. dem wir diese Notiz entnehmen, lügt hinzu: 
»Von hiesiger sachverständiger Seite wird uns dazu bemerkt: 
Sache und Zahlen erscheinen theoretisch richtig. In der 
Praxis kann man ungefähr 0.5 Prozent Ausdehnung eines 
Gasvolumens bei einer Temperaturzunahme von J Grad 
Celsius rechnen, wenn es sich uni verschieden warme 
Standorte eines Gasmessers handelt. Was den Soll-Verbrauch 
eines Gasmotors noch betrifTt, so bezieht sich die Angabe 
der Fabrik gewöhnlich auf den Zustand der vollen 
Beanspruchung. Wird der Motor jedoch nur zu einem Teil 


174 


der vollen Leistungsfähigkeit beansprucht, so stellt sich 
der Gasverbrauch pro Pferdestärke wesentlich ungünstiger«. 

— Ein Kuriosum in der Glacekartonfabrikation hat die 
Altenburger Aktiengesellschaft »Chromo« aufzuweisen. 
Dieselbe hat für eine schwedische Firma Glacekartons 
hergestellt, wie sie schwerer bisher noch nirgends angefertigt 
sein dürften. Bei gewöhnlichem Format wiegt jeder Bogen 
65t) Gramm, das Kies sonach ß 1 /* Zentner. Die Bogen 
haben eine Stärke von 3'/t mm und bestehen aus 16 ein¬ 
fachen Papierlagen. 

— Die Aktiengesellschaft für Schriftgiesscrciund NaMhinm- 
bau vormals Huck d- Ko. in Offenbach verteilt fiir das Jahr 18KK 
einen Reingewinn von M. 220379,24. Nach Abzug ver¬ 
schiedener Posten als Abschreibungen, Reservefond. Tan¬ 
tiemen etc. verbleibt den Aktionären immer noch eine 
Dividende von 11 Prozent. 

— Auf der diesjährigen ;• Melbourne! 1 Ausstellung « wurde 
der Colts Armory-Presse der erste Preis zuerkannt. 


Spreehsaal. 

Einer unserer Abonnenten fragt an: »Welche Ventilations- 
Einrichtung ist für einen 192 (^in grossen und 4.30 m hohen 
Ruchdruckerei-Maschinensaal als die bestbewährtesle und 
billigste zu empfehlen?« Oder: »Kann die in den oberen 
Schichten befindliche verdorbene Luft entfernt und durch 
frische ersetzt werden, ohne durch die dadurch notwendig 
entstehende Luflbewegung den Auslege-T’rozess bei den 
Maschinen zu hindern?« Das betreffende Geschäft hat 
Dampf-Triebkraft. Vielleicht erteilt einer unserer Leser 
gtitigst Auskunft. Redaktion des Archiv. 


Fortsetzung von dem Artikel: 

Der Buntdruck auf ßuchdruckpressen 

erscheint nun in Heft 6. 

Redaktion des Archiv, 


Briefkasten. 

Herrn RocIolTzcn & Hübner, Amsterdam. Wir haben mit vielem 
Interesse Einsicht genommen von den Leistungen Ihrer zinkographischeu 
Anstalt. Sämtliche in dem Musterbuch enthaltenen Reproduktionen, 
auch die in Autotypie, sind bestens ausgeführt und gut gedruckt. Wir 
glauben jedoch. Sie hätten Manches noch besser zur Heilung bringen 
können, wenn Sic ein Papier von weicherem, geschmeidigerem StolT 
verwendeten. Auch der grosse Kalender ist eine anerkennenswerte 
Leistung. — Br'sche Druckerei (Fr. Chr. P.) Giessen. Die gesandten 
Arbeiten linden, wie immer, unseren Beifall durch ihre originelle Zu¬ 
sammenstellung und gediegene Ausführung; das Zirkulär, einfach in 
Himmelblau und Schwarz, beweist, dass man auch mit geringem 
Arbeitsaufwand Hübsches leisten kann. —Herrn H. C- B.. Papicrwaren- 
fabrik, Aschersleben. Ihr elegant ausgostatteles Mustersortinient von 
Arznei-. Kaffee- und Thecbcuteln gibt uns eigentlich erst einen richtigen 
BogrilT von Dem, was auf diesem Gebiete jetzt geleistet wird. Wir 
sind erstaunt, in jedem Muster ein kleines, höchst ansprechendes, an 
Eleganz kaum noch zu übertreffendos Kunstwerk zu linden, gleich 
anerkennenswert bezüglich der Satz-, wie der Drtickausführung. Die 
Silberbcutel mit braunem, schwarzem und rotem oder blauem Aufdruck 
können wohl als das Eleganteste bezeichnet werden, was in dieser Art 
existiert. Alle Achtung vor den Leistungen Ihrer Offizin. — Herrn C. U. 
& isolui in Oedenburg. Auch Ihre zweite Sendung enthält viel 
anerkennenswert ausgoführtc Arbeiten. Originell ist insbe¬ 
sondere, das» .Sie eine Lungsleiste aus der Woellmerschen Renaissance- 
Einfassung setzen und den Initial A des Zirkulars gleich auf den Bauch 
der grossen Vase aufdrucken; ebenso originell ist, «lass iSie auf der 


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I7n 


Briefkasten. — Annoncen. 


176 


Einladungskarte des dortigen Oflizierskorps dio Schrciblinic für den 
Namen seitlich in eine Verzierung auflaufen lassen. 



o 

J) 


Wenn wir Ihnen vorstehend sagen, was uns gelallt, so verzeihen .Sic, 
wenn wir Ihnen auch offen mitteilen, was uns weniger gelallt. In Ihrem 
Zirkular betreff Anschaffung einer Zweifarbenmaschine wenden Sie dio 
aufstrebenden Stücke der betr. Einfassung immer liegend an. 
Das ist weder richtig, noch auch schön; die unteren kleinen Figuren 
des eigentlichen Kopfes, sollten in solcher Arbeit auch niemals dop¬ 
pelt verwendet worden.— Herrn Ludwig F.. Buchdruckerei »Austria«, 
Wien. Wir freuen uns, dass Ihre Oflizin sich der von uns so warm 
befürworteten Richtung anschliesst, allen Arbeiten eine einfach noble 
Ausstattung zu geben. Das Zirkular repräsentiert diese Richtung in 
ganz vorzüglicher Weise. Wie gefällig zeigt sich das einfache Känt- 
c hen, gehoben durch den Goldrand und die innere rote 

Linie. Auch Karte und Briefkopf sind nicht übel. Weiteren Arbeiten 
sehen wir gern entgegen. 


— Annoncen. — Aecldenzmuster Im Text: Vignette von Bauer & Cie.. 
2 Rechnungsköpfe, Vignette von Faul Leutemann, 2 Briefköpfe. — 
Beilagen: 2 Blatt Karten* /— 1 Blatt Zirkular. (/- 1 Blatt Empfehlung 
der »Liberty*-Ticgeldruckmaschine. \J 

Das Heft enthält im Ganzen 4 Ilellairen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen : In 12 Monatsh eften, (Heft 8 und » stets als Doppelheft) jedesmal ln 
der ersten Monatswoche. HF* Für komplette Lieferung, insbesondere voll¬ 
ständige Belingen, kann nur den vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhuudhing; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 
Preis : M. 12. T unter Kreuzband direkt M. 13,5(1 nach Ausserdeutschen Ländern 
M. 11,40. Nach komplette in Erscheinen Preis pro Hand M. ln,— exkl. Porte. 
Annoncen: lh-cis pro Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 76 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Betrage vor A»*lruck zu 
zahlen, jmdcrnfulls 25 IT. Kxtragebfihr. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Beleghefto. wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50-2,60 
Beilagen : Quartblatt M. 20. umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc. Aull. 1700, 
Novitäten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musterbliitteni 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
ftlr die durch «Ile Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessenden, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns vereinbaren. ^ _ w 

Klischees von verwendeten Original-Platten gellen wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen. Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen hauen 
wir Blanko Vordrucke am Lager. .... . « , , , , 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessenden liefern wir zu Original preisen. 


Inhalt des 5. Heftes. 

Engelens typcnlose Setzmaschine. — Welches ist die beste Zeit 
zum Walzengiessen ? — Scbriftprobenschau. — Satz und Druck unserer 
Probeblatter. — Zeitschriften und BUchcrschau. — Mannigfaltiges. 


Textschrift von BeuJ. Krebs Sacht, Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weiset Stuttgart. Cbersehriüen von Emil Berger, Leipzig. Unterruhrilcen ton 
tastJungt-, Ottenbach n. M. Perl Antiqua und halbfette Aldlne Kursiv von 
.1 (i. Scheller * oiesecke, lx-iprig. Gedruckt mit harte von Frey & S enln g, Leipzig 
auf einer Schnellpresse von Klein, Korst A Holm Nachf. Johannisberg a. Rh. 



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Annoncen. 


178 





äi>r/vSm/Sp.j 


A/iAj'CAjW^l/X'UUOXfwVUU JUÜUlAA: 






Gegründet 1823. 


Y i CTO r i a Walze n m ’ass’e 


Den Herren Buchdruckereibesitzern 
empfehle ich angelegentlichst meine 


von 

Förster <fe Borries, 

Zwickau, 

enthaltend eine grosse Anzahl 
von Arbeiten ans der täglichen 
Praxis des Buchdruckers, gleich 
auf das dazu gebräuchliche Papier 
gedruckt, liefere ich für 25 M, 
und empfehle dasselbe als ein 
vortreffliches Mittel zur Her¬ 
stellung geschmackvoller Ar¬ 
beiten, wie zum Vorlegen an 
Kunden! 

Lieferung nur direkt per Post 
gegen vorherige Einsendung 
des Betrages. 

Alexander Waldotr, Leipzig. 


und meine 

mechanische Werkstatt 


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Berlin, SW., Belle-AUiance-Str. 88. 

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Schlusslinieii in Messing etc. etc. unter 
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Durchschuss sehr vorteilhaft und nicht 
teurer als blei. Erraussigter Preiskurant 
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171* 


Annoncen. 



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''Heu heit; cM’i/utr-Jtii tnfci. 


mm 


^«»Carl Abels 

[i|C Xylographische Anstalt 

LEI PJZJG.Körnerstr.31. 


Gebrüder Brehmer, 

Plagwitz-Leipzig. 

Spezialität: 

Draht-Heftmaschinen 

zum Heften von Büchern. Blocks, 
Broschüren, Kartonnagen etc. 


Leipzig-Reudnitz, 


Stereotypie — Galvanotypie 
Fachtischlerei. 


XovlIAl: 

Victoria-Einfassung 


* > t v > 

Anwendung aus Emil Borgers Renaissance-Einfassung No. 560. 


Stuttgart, 


Herrn Earl Krause, Leipzig 


Cber den von Ihnen am 5. Februar 1HH1 er¬ 
haltenen seehswalzigen Kalander, 100 cm Walzen- 
längc, gebe ich Ihnen mit Vergnügen auf Ihren 
Wunsch das Zeugnis, dass derselbe, während 
des mm länger als vierjährigen (langes, meinen 
Ansprüchen vollständig genügt hat, dass ich damit 
ein schönes, gleiehmässiges Satin erziele und 
dass mir hauptsächlich die lithographischen An¬ 
stalten, für welche ich Kupferdruckpapiero in 
Massen satiniere, schon mehrfach ihre Anerken¬ 
nung über die schöne Satinagc ausgesprochen 
haben. 

Ich kann den Herren Kollegen den Krausc- 
ßchen Kalander warm empfehlen. 

Achtungsvoll 


WILHELM GRONAU S 


Reiche Auswahl u. grosses Lager v.modernen 
Brot-,Titel-, Zier-, Rund-, u. Schreibschriften, 
Einfassungen, Musiknoten, Vignetten etc. 

Einrichtung neuer Druckereien, System 
Berthold, in solidester Ausführung. 


HolTmannsche Buchdruckerei 

(Felix Kreis.). 


illustrierten CatalojSen 
(Inserate etc.flir jedeJndustrie. 


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181 


Annoncen. 


182 



Säaftfjbürftert 

lirftrl biiiigft 


&M & t fi && t% M & & & Ä S äL&i •€>. &j $ $ Ä. ^ MMM a aa j© 


lerö. üljtinfjaröt 

Ißrriin SW., 

ffru{aInnfr*Straf}f GG, ffdu örr £inöfn=Strafft. 


öcffes 

fnirimctall. 


0 ri)riftsiff?rrri *Ä rm 


Briit-a ßrotrdjriftrn. Eirr= unb Sdirribfrijriftrn. 
Einfaffunrttn. ß«diörudirrn=(Htrnniirn. 

<Einrid>tun>jci> u. Umäüfie in fütj. geil 3 « beti fulotil. Sebingunjcn. 





Deutsch-englisch-französische Monatsschrift f. d. internat. Verkehr 


jRlfjranöfr SHalüom, TEripjig. 


der gesamten Buchgewerbe. 





il/ieis// //oeu/^ew 


(d Sc/i / yfy feinet 
'/in, G^r cc/it c/i-j/i. 22 ( 2 . 


Qs'fovt/rzfcn.' ScYlfiYac/itrYCe}?, 

(aAJttnyot, c2tei- ><>!</ i /ifeYcAirflc 
22l/'tr/e 22'l ucYcictevi. am 2/tfact. 


12 Nummern jährlich 4 M., Anzeigen 40 Pf. die Zeile. 

G. Hedeler, Leipzig. 


Ein praktisch gebildeter Buchdrucker, langjähriger Geschäfts¬ 
führer grosser Offizinen, durchaus gewandt im geschäftlichen Verkehr, 
Korrespondenz, Buchhaltung, gegenwärtig Administrator eines im 
städtischen Verlage erscheinenden politischen Blattes, sucht für Ende 
dieses Jahres als 

Geschäftsführer 

einer grösseren Buchdruckerei oder als 

Y erwaltungsbeamter 

eines Zeitungsunternehmens einen Vertrauensposten. Beste Zeugnisse, 
sowie erste Referenzen stehen demselben zur Seite. Eventuell würde 
derselbe bereit sein, sich an einer gut rentierenden Buchdruckerei 
tliätig und finanziell zu beteiligen, auch könnte auf Wunsch der 
Eintritt früher erfolgen. 

Herr Alexander Wuldow, Leipzig, wird die Güte haben. Offerten 
entgegen zu nehmen. 


m Friebel & Co. 


Messim)-Schriil()iessei’ei 
W / lJ’'#LEIPZIG-REUDNITZ 

Musterbu ch u. Probet uchsl abenqitfl- 

> Jf" Mechanische Werksfalt. 


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183 


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181 



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Gegründet 

«- 1845 . A 


Berlin: C. L. STEINDECKElt in Wien: 1. NAGLMEYR 
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Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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Archiv für Riichdrui*kerkiiii#t. 

-26. Rand. 

Ycrlaif von Alexander Waldow 
in Leipzig. 


Die herzlichsten 


©LÜCKWÜNSCHE 


^Cltenburg. s.-a. 


Ü.RANZ l^ANNIGER. 


Hiujo Grebei 


Inhaber der 


5chri/tgiesserei €mil ßerger, Leipzig 


iDampf—TiÄcfilepei 


Digitizü 


Satz und 

Druck der Pierer'M-li 
Ilofhuchdnickerei 
Stephan Geihel Ä ('■ 
in AI teil hu rg 

v 























































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Yioldt schwarz van Käst (ft Ehinger, Feucrbaeh-Stattgart. 


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W, Archiv für Buchortckerkunst. Band. Druck und Verla? von Alexander Waldow, Leipzig. 



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PRINCETON UNIVERSITY 




Vignette Xr. 3011 M. 15.—. 



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BlansHiwarz von Frey 4 Seninij. 


Digiti^d ky 



20. Band. 


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Druck und Verlas von 4 Ä RWO&¥G-N- l 'yfol IVE RSITY 




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Original frorrr 

PRINCETON UNIVERSITY 




^Vx'xWxWxW 


^yVxxxVV>Wx 1 x'x‘x'x'xx ! x ; x l xVxVx ; x , > A x : 


NOISELESS 


s UBEnry 


'CHINE WOR* S ' 


BERLIN, s 


UFER 24 . 


r EMPEV .* , ° 1 


8atz und Druck von Ilaight & Dudley, Poughkeepsic, N. Y., U. 8. A. 

T. Archiv für Buchdruckerk unst. 26. Band. Verlag von Alexander Waldow. 

Gedruckt auf einer Original Liberty Tiegeldruck Maschine, No. 3, mit den neuesten pateutirten Verbcsserungen. 


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PRINCETON UNIVER5ITY 








































































































































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26. Band._1889. _ Heft 6. 


Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 


4. Beständige und unbeständige Farben. 

jjjj^/ie wir in Vorstehendem schon andeuteten, 
ist es beim Farbendruck von sehr grosser 
Wichtigkeit, zu wissen, welchen Veränder¬ 
ungen die Farben durch Licht, Luft, Temperatur und 
chemische Zusammensetzung ausgesetzt sind, damit 


nur für den flüchtigen Gebrauch geeignet, haben 
wir vorstehend schon durch ein * bezeichnet, so dass 
über deren Ausdauer kein Zweifel herrschen kann. 

Aber auch von den alten, beliebten Mineral- und 
Pflanzenfarben sind manche nicht ganz zuverlässig. 
Interessant in dieser Hinsicht ist der Bericht, welchen 
ein von der englischen Regierung eingesetzter Aus¬ 
schuss zur Prüfung der Frage der Lichtbeständigkeit 
der in Museen etc. ausgestellten Aquarellen, bezw. 
der zu denselben verwandten Farben, erstattete. 
Von diesen aus kann man wohl mit Recht auch die 
Lichtbeständigkeit der Druckfarben beurteilen. 



Telegraphen-Bananstalt 

von 

Jfniiiiiniii) Fniigrubrrrt 

in 

Leipzig 

12 Brüderstrasse 12. 


Telephon Nr. 123. 


Vignette von J. G. Sehelter & Giesecke, Schriften von J. G. Scheiter & Giesecke, Wilhelm Gronau und Ludwig & Mayer. 


man für Arbeiten, auf deren lange Ausdauer es an¬ 
kommt, nur solche verwendet, welche in dieser 
Hinsicht zuverlässig sind. Die vergänglichen Farben, 


Der Bericht sagt: »Als Grundlage zu den Ver¬ 
suchen dienten mit allen bekannten Wasserfarben 
und Farbenmischungen bemalte Papierstreifen; diese 


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Der Buntdruck auf Buclidruckpressen 


wurden etwa 10800 Stunden lang einem Licht aus- 
gesetzt, welches ISO Jahren gewöhnlichen Museums¬ 
lichtes glich, also viel kräftiger war. Das Ergebnis 
war in der Kürze folgendes: Die Streifen, bei welchen 
namentlich Pflanzenfarben, z. B. Karmin. Gummigutt, 
verwendet worden, veränderten sich bedeutend, mit 
Ausnahme jedoch von Berlinerblau. Die Mineral¬ 
farben. als Ocker. Chromgelb. Terra di Sienna. sowie 
Berlinerblau zeigten dagegen keine Veränderung. 
Von St Mischungen blieben nur drei unverändert; 
sechs aber, welche Berlinerblau enthielten, nahmen, 
obwohl sehr verändert, nachdem man sie sechs 
Wochen im Dunkeln gelassen, ihren ursprünglichen 
Farbenton mehr oder weniger wieder an. Doch nicht 
allein durch das lacht leiden die Farben, auch z. B. 
durch Feuchtigkeit. Die Versuche ergaben in dieser 
Beziehung, dass auch viele Mineralfarben und Berliner- 
blau durch feuchte Luft zerstört werden. Dagegen 
blieben Aquarelle, welche in einem festen, durch Glas 
erhellten Schrank eingeschlossen waren, unverändert; 
ebenso überhaupt sämtliche Farben, welche in einem 
luftleeren Baum dem Licht ausgesetzt waren. Hieraus 
folgert der Bericht, dass es das Beste wäre, die 
Aquarellen der Museen beständig in einem luftleeren 
Kaum zu erhalten. Es dürfte dies natürlich in der 
Praxis so erheblichen Schwierigkeiten begegnen, dass 
daran kaum zu denken ist. zumal die Herstellung 
eines völlig luftleeren Raumes, wie u. A. die Glüh¬ 
lampen beweisen, zu den Unmöglichkeiten gehört- 
In Wohnräumen sind Aquarelle noch grösseren 
schädlichen Einflüssen ausgesetzt als in Museen. Von 
Interesse waren in dieser Hinsicht Versuche mit 
Streifen, welche 21 Monate lang dem gewöhnlichen 
Lichte eines Wohnraumes ausgesetzt waren. Hierbei 
ergab sich, dass die Mischungen von Indigo und 
Indischrot ganz besonders litten, während die übrigen 
Farben mehr oder weniger verblassten«. 

Die englischen Untersuchungen stimmen übrigens 
in ihren Ergebnissen mit den Prüfungen ziemlich 
überein, welche Inspektor Fritz von der Wiener 
Staatsdruckerei mit den Farben veranstaltete, wie 
sie beim Farbendruck zur Anwendung gelangen. 
Besonders warnt Fritz gleichfalls vor den Anilin¬ 
farben, wenigstens bis man Mittel und Wege gefunden 
hat, sie zu fixieren. 

Das Vorstehende stimmt ferner auch mit Dem 
überein, was über diesen Gegenstand schon in meinem 
»Wörterbuch der graphischen Künste- veröffentlicht 
wurde. Es heisst dort: 

»Bei Chromographien (Farbendrucken), die für 
sich als Kunstwerke gelten sollen, oder sonst für eine 
längere Dauer bestimmten guten Arbeiten, ist die 
Wahl der Farben beziehentlich ihrer Beständigkeit 


188 


gegen äussere Luft. Licht und Feuchtigkeit von höchster 
Bedeutung. Leider sind gerade einige der brillantesten 
Farben von bald vergänglichem Charakter. Der 
Farbendrucker folgt daher bei solchen Arbeiten dem 
Kunstmaler, welcher alle unbeständigen Farben meidet. 
So wird z. B. Zinnober den karmoisin- und scharlach- 
artigen Farben substituiert. Im ersten Augenblick 
wird zwar nicht der gleiche Effekt erreicht, aber 
vergleicht man nach Verlauf von etwa sechs Monaten 
zwei Gegenstände, von denen der eine mit Zinnober- 
l'arbe, der andre mit Scharlach- oder Karmoisinlack 
gedruckt worden, so wird man. wenn man sie gegen 
das Licht hält, linden, dass erstere ihren Glanz bei- 
belialtcn, letzterer dagegen verblieben und fast 
schmutzig erscheint. Als beständige Farben werden 
unter gewöhnlichen Umständen betrachtet: Roter 
Zinnober, Chinesischrot. roter Ocker, Venetianischrot, 
Zinkweiss, Barytweiss, rohe und gebrannte Umbra, 
gebrannte Sienaer Erde, Englischbraun. Mineralorange, 
Ultramarin, Kobaltblau, gelber Ocker, rote Sienaer 
Erde. Kadmiumgelb. 

Als Farben, welche das Eicht nicht vertragen, 
kann man die folgenden bezeichnen: Karmoisinlack. 
Scharlachlack, gelber Lack, Rauschgelb. Malvenfarbe. 
Purpurlack, Türkischblau, Indigo, Berlinerblau. 

Folgende Farben widerstehen dem Licht und 
reiner Luft, aber leiden unter Feuchtigkeit, Schatten 
und verdorbener Luft: Mennige, Chromrot, Orange¬ 
rot, Chromorange. Minerallack, Chromgelb. Mineral- 
gelb, Kobaltblau, Mineralgrüu oder grüner Lack, 
Scheelsehes Grün. Bleiweiss aller Arten. 

Farbestolle, welche nicht mit Spanischweiss oder 
andern Bleiweisseu gebraucht werden sollen: Chine- 
sischgelb, Gummigutti, Italienisch Rosenrot, Rausch¬ 
gell), Mennige, Karmoisin und ähnliche Lacke. Karmin 
und Indigo. 

Farbestotle. dien/cA/mit andern gemischt werden 
dürfen, welche Eisen enthalten: Silberweiss. Königs¬ 
gelb, Patentgelb. Chinesischgelb. Karmin, Seharlacli- 
lack. Neuwieder- oder Bremerblau . 

5. Harmonierende Farben. 

Von grosser Wichtigkeit für den Farbendrucker 
ist es, zu wissen, wie sich die Verbindung von zwei 
und drei Farben auf weissem und farbigem Grunde 
in harmonischer Weise gestaltet. Freilich haben sich 
in dieser Hinsicht die Ansichten und der Geschmack 
in der Gegenwart auch wesentlich geändert und 
Farbenzusammenstellungen, die früher verpönt waren, 
gelten jetzt als vollkommen dem guten Geschmack 
entsprechend. Es mag dies allerdings daher kommen, 
dass man. wie ich schon früher erwähnte, gegenwärtig 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


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eine ausgesprochene Vorliebe für die unbestimmten 
Farbentöne hat. also für Töne, die nicht ausgesprochen 
grell Rot, Blau, Grün etc. sind, sondern ■/.. B. bezüglich 
des Rot einen Stich ins Bräunliche, Gelbliche oder 
Bläuliche, bezüglich des Blau ins Graue, Grünliche etc. 
und bezüglich des Grün ins Kapergrüne, Gelbliche etc. 
haben. 

Dass solche unbestimmte Farben viel eher mit¬ 
einander harmonieren wie die einen ausgesprochenen 
Farbenton zeigenden, ist erklärlich und sind der beste 
Beweis dafür die Zusammenstellungen der Farben 
auf orientalischen Teppichen etc., deren Farben- 
zusammenstellung unbedingt als mustergültig aner¬ 
kannt werden kann. 

Eine Anzahl Farbenzusammenstellungen, wie 
solche in der Praxis als bewährt angenommen werden, 
gebe ich nach seiner Zeit im Printers Register ent¬ 
haltenen Notizen nachstehend: 

Zwei Farben. 

1. Auf weissein Grunde: Hellgrün und Zinnober¬ 
rot; Hellgrün und Karmin; Hellgrün und Purpur; 
Hellgrün und Braun: Blaugrün und Orange; Ultramarin 
und Karmin; Ultramarin und Braun; Hellblau und 
Hellorange; Purpurlack und Hellgelb; Karmoisin und 
Hellgelb. 

2. Auf blassgelbem Grunde, welcher mehr nach 
Zitronengelb als nach Orangegelb neigt: Gelbgrün und 
Karmin: Gelbgrün und Braun; Hellgrün und Rotbraun; 
Bronzefarben und Karmin; Bronzefarben und Purpur. 

3. Auf blassgelbem Grunde , welcher mehr nach 
Orange- als nach Zitronengelb neigt: Hell Blass- 
ultramarin und Orange; Hell Blassgrün und Orange; 
Hell Blaugrün und Karmin; Hell Ultramarin und 
Braun; Blaugrün und Braun; Hell Ultramarin und 
Bronzefarben; Hell Ultramarin und Rotbraun; Hell 
Ultramarin und Rotpurpur; Blaupurpur und Orange; 
Blaupurpur und Karmin. 

4. Auf blassblauem Grunde: Tief Ultramarin 
und Karmin; Tief Blaugrün und Karmin; Hellgrün 
und Rotpurpur; Hellblau und Rotpurpur. 

5. Auf blassem Purpurgrund: Rolpurpur und 
Ultramarin; Rotpurpur und Blaugrün; Blaupurpur 
und Karmoisin; Ultramarin und Karmin. 

6. Auf blassgrünem Grunde mit bläulichem Ton: 
Ultramarin und Karmin: Ultramarin und Rotpurpur: 
Tief Blaugrün und Rotpurpur; Tief Biaugriin und 
Karmin; Tief Blaugrün und Maronfarben. 

7. Auf blassgrünem Grunde mit einem Stich ins 
Gelbliche: Hellgrün und Karmin: Hellgrün und Purpur: 
Hellgrün und Rotbraun. 

8. Auf blassrosenrotem Grunde: Karmin und 
Hell Ultramarin; Karmin und Hellgrün; Karmin und 


Bronzefarben; Purpur und Bronzefarben; Hell Ultra¬ 
marin und Bronzefarben; Rotpurpur und Gelbgrün. 

b. Auf tief lederfarbenem Grunde: Braun und 
Tief Blaugrün; Braun und Tief Ultramarin; Tief 
Purpurbraun und Karmin; Tief Blaupurpur und 
Karmin. 

10. Auf hellbraunem Grunde: Karmin und Tief 
Purpur; Karmin und Tief Grün; Karmin und Schwarz: 
Braun und Tief Grün; Rotpurpur und Tief Grün; 
Tief Braun und Schwarz. 

Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, dass 
in den meisten Fällen eine der kontrastierenden 
Farben von tiefermTon ist, als die Farbe des Grundes. 
Wird statt einer der kontrastierenden Farben Gold 
angewendet, so ist es stets vorzuziehen, die Farbe 
des liefern Tons beizubehalten und die hellere durch 
das Gold zu ersetzen. Wenn z. B. in der Verbindung 
auf blassrosenrotem Grund Karmin und Ultramarin 
angegeben sind, so wird statt des Blau Gold genommen 
und so durch die ganze Serie fort. 

Drei Farben. 

1. Auf weissem Grunde: Karmin, Hell Ultramarin 
und Purpur; Karmin. Hellgrün und Purpur; Karmin, 
Ultramarin und Rotbraun; Blaupurpur, Braun und 
Gelbgrün. 

2. Auf blassrosenrotem Grunde: Karmin, Ultra¬ 
marin und Bronzefarben; Karmin, Blaupurpur und 
Bronzefarben; Karmin, Purpur und Blaugrün; Rot¬ 
purpur, Hell Blaugrün und Bronzefärbe; Hellblau, 
Karmin und Purpur. 

3. Auf gelbem Grunde: Karmin, Ultramarin und 
Rotbraun; Karmin, Gelbgrün und Braun; Karmin, 
Gelbgrün und Purpur; Tief Braun, Ultramarin und 
Purpur. (Bei Ultramarin auf gelbem Grunde sollte 
das Gelbe ins Orange stechen.) 

4. Auf blauem Grunde: Karmin, Ultramarin und 
Purpur; Karmin, Blaugrün und Purpur; Karmin, Gelb¬ 
grün und Blaupurpur. 

5. Auf blassem Purpurgrund: Purpur, Ultramarin 
und Hellgrün; Karmin, Ultramarin und Hellgrün. 
(Die Verbindungen für blassblauem Grund eignen 
sich auch für Purpurgrund.) 

6. Auf blassgrünem Grunde: Ultramarin, Hell¬ 
grün und Karmin; Ultramarin, Hellgrün und Purpur; 
Karmin, Purpur und Gelbgrün; Hellgrün, Karmin und 
Bronzefarben. (Unter Hellgrün ist hier die mittlere 
Nuance zu verstehen, unter Blaugrün das tiefste 
Seidengrün und etwas Blau, unter Bronzetärbeu 
mittleres Chromgelb und ein wenig Purpurlack.) 

Um unseren Lesern ferner noch zwei Farbenzu- 
sammeustellungen in der Praxis vorzuführen, ver¬ 
weisen wir auf unsere heutige Beilage. Hier sind 

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F.in sonderbares Urteil über den deutschen Buchdruck. 


102 


191 


mittelst 13 Farben durch Nebeneinanderdruck jeder 
Farbe mit den Übrigen 78 verschiedene Variationen 
von zwei Farben gegeben, ohne natürlich eine gewisse 
Harmonie dabei zu berücksichtigen. Dem aufmerksam 
prüfenden und einigen Geschmack besitzenden Fach¬ 
mann können diejenigen Zusammenstellungen nicht 
entgehen, welche, auf unserem I31att durch die syste¬ 
matische Wiedergabe, resp. Benutzung der 13 Grund¬ 
farben entstanden, nicht zu empfehlen sind. Das Blatt 
wird aber immer ermöglichen, sich durch den Augen¬ 
schein ein Urteil über diese oder jene Farbenzu¬ 
sammenstellung zu bilden und darnach zu wählen. 

Dass Blatt dürfte ferner insofern von Interesse 
sein, als die benutzten 13 Grundfarben an der rechten 
Seite einzeln gegeben sind und dadurch die Wahl 
dieser oder jener Farbe wesentlich erleichtert wird. 

Unter a findet der Leser Gold, unter b Miloriblau, 
c Ultramarinblau, d Chromgelb, e Zinnober, f Karmin, 


kein Mensch der Welt werde sich erdreisten, diese 
allgemein anerkannte Thatsache noch ferner an- 
zuzweifeln. 

Dass Letzteres nicht der Fall, haben wir Gelegen¬ 
heit in einer neueren Nummer der in Lausanne in 
französischer Sprache erscheinenden Fachzeitschrift 
»Archives de l lmprimerie«, unter der Rubrik »Fran¬ 
zosen und Deutsche« zu beobachten, und es ist dies 
um so interessanter, als die betreffende Stimme nicht 
aus dem Innern des Franzosenreiches, sondern aus 
einem Landstrich her ertönt, in dem der deutsche 
Buchdruck und insbesondere der moderne Accidenz- 
satz im Allgemeinen zu schöner Blüte gelangt ist 
und dessen Erzeugnisse mit zu den besten der Jetzt¬ 
zeit gehören. 

Der betreffende Gewährsmann beschränkt sich 
nicht nur darauf, eine Parallele zu ziehen zwischen 
dem französischen und deutschen Buchdruck, sondern 



Nach dem Originalkoi>f der Austria mit Veränderungen an den Seitenteilen und Ornamenten. 


g Rotbrauner Lack, h Braun, i Violetllack, k Helles 
Seidengrün. 1 Dunkles Seidengrün, m Rosa, und n 
Schwarz. 

Die sämtlichen auf dem Blatt enthaltenen Farben 
lieferten uns Frey & Sening in Leipzig. 

(Fortsetzung Folgt.) 

Ein sonderbares Urteil über den 
deutschen Buchdruck. 

ohl häufiger als je, hat man in letzter Zeit von 
dem rapiden Fortschritte und der künstlerisch 
gediegenen Ausführung des deutschen Buchdrucks 
gegenüber demjenigen anderer Länder reden hören 
und kaum eine Fachschrift Iiess Worte der Aner¬ 
kennung über die sich allenthalben Bahn brechende 
künstlerische Geschmacksrichtung in ihrer Wochen¬ 
schau fehlen, so dass man schier glauben konnte. 


beliebt sogar den letzteren in chauvinistischer Weise 
mit Füssen zu treten, weshalb wir ihn durch eine 
möglichst getreue Wiedergabe seiner Auslassungen 
selber reden lassen und anschliessend daran, unsere 
Randglossen anknüpfen werden. 

Zuvörderst gibt der Verfasser in längerer Ein¬ 
leitung kund, dass es ihm fern liegt, einen leiden¬ 
schaftlichen Erguss zu Ehren dieses oder jenes der 
beiden unversöhnlichen Nachbarn loszulassen und 
verspricht, eingedenk der Ziele eines Fachblattes, 
nur seine, durch langjährige Thätigkeit in beiden 
Staaten gesammelten Erfahrungen in neutralerSprache 
zu behandeln und durch sachliche Vergleiche die 
Grundverschiedenheit beider nationalen Geschmacks¬ 
richtungen zu beleuchten. In Betracht kommen 
übrigens nur die Leistungen der hervorragendsten 
Institute beider Länder, denn nur diese betrachtet der 
Verfasser als massgebendste Unterlage für seine Ver¬ 
gleiche. Inwieweit er das Versprechen der Neutralität 
wahrt, ersehe man aus Folgendem: 



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Ein sonderbares l'rleil über den deutschen Buchdruck. 


191 


»Der Satz, als der weitgehendste Bestandteil des 
Buchdrucks, soll mir zunächst als BehandlungsstofT 
dienen und nehme ich keinen Anstand zu behaupten, 
dass die Franzosen auf dem Satzgebiete den Deutschen 
bei weitem überlegen sind, was ich in Nachstehendem 
zu beweisen versuche. 

Wenn man auch anerkennen muss, dass der 
Deutsche es mit bewunderungswürdiger Geduld ver¬ 
steht, Einfassungsmaterial und Linien in geschicktester 
Weise zu verarbeiten und zeitweilig sogar die in¬ 
geniösesten Gedanken damit verwirklicht, so erblicken 
wir in seinen Erzeugnissen nur schwerfällige, mit 
unzähligem Zierrat überladene, plumpe, rahmen¬ 
förmige Satzgebilde, deren Komposition in den meisten 
Fällen den elementarsten Gesetzen von Proportion 
und Schattenlehre zuwiderlaufen. 


liehen Ornamente und Einfassungen als Baumaterial 
dienstbar gemacht wurden, zu bewundern. Man fand 
diese Satzart in kürzester Frist dem Auge so lästig, 
so typographisch unschön, dass man es vorzog, sie 
schleunigst über Bord zu werfen und heute dürfte es 
wohl kaum noch einen alten französischen Setzer 
geben, der es wagte, derartigen Jugenderinnerungen 
zu neuem Emporblühen zu verhelfen. 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass der Deutsche 
seine Sätze reicher gestaltet, aber es ist dies eine 
Erschwerung seiner Thätigkeit und Geschmacks¬ 
verirrung. Mit einem Worte, er verleiht dem Orna¬ 
mente eine zu grosse Bedeutung und man kommt in 
die Lage, die Ursache hierzu in seinen abscheulichen, 
schwarzen, zusammengepressten und unleserlichen 
Schriftcharakteren, der Gotisch und Fraktur zu suchen, 



Vignette und Ornamente von Ludwig & Mayer, Schriften von Ludwig dt Mayer, Nies Nachf., Roos dt Junge und C. Kloberg. 


Obgleich die in den deutschen Sätzen fast aus¬ 
nahmslos adoptierte architektonische Richtung eine 
Imitation griechischer Vorbilder bedeuten soll, wird 
man wohl kaum in ihr das Endziel der typographischen 
Thätigkeit erblicken, und dürften derartige Sätze auf 
nichts weniger als auf den Anklang an oben citierte 
Kunstperiode Anspruch erheben. 

Man hat in dem von Fournier d. Jüngeren 
bereits 1764 herausgegebenen Probenalbum, sowie 
an allen späteren, bis zum Jahre 1850 in Frankreich 
entstandenen Büchertiteln, Umschlägen, Diplomen etc. 
genügend Gelegenheit, durch missbräuchliche An¬ 
wendung architektonischer Motive entstandene Unge¬ 
heuerlichkeiten von Satzgebilden in Gestalt von 
Kirchenfa^aden, griechischen Tempelbauten, Denk¬ 
mälern aller Art, zu deren Säulen. Kapitalen, 
Gesimsen und sonstigen Bestandteilen alle nurerdenk- 


die neben vorstehenden Eigenschaften auch noch die 
Eigentümlichkeit besitzt, das Volk von frühester 
Jugend an zum Tragen der Brille zu veranlassen. 

Es ist wohl die Behauptung gestattet, dass diese 
durch Jahrhunderte gepflogene Anklammerung an 
ein Erbteil des dieser Schriftart würdigen Mittelalters 
(denn eine Verbesserung derselben ist wohl kaum zu 
konstatieren), eine der heiligsten nationalen Pflichten 
der Deutschen ist und dieselben nicht abhält, trotz 
dem herrschenden Fortschritte auf allen Gebieten 
mit kindischem Chauvinismus einer alten zopfigen 
Überlieferung mitten durch das 19. Jahrhundert 
nachzuhängen. 

Weshalb behielt man nicht auch die Kniehosen, 
das Wams und die Waffen des Mittelalters bei; oder 
gar die elementare Tracht der ersten Goten? (!) 
Es wäre dies ebenso logisch! 


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F.in sonderbares I’rteil über den deutschen Buchdruck, 


1<)6 


l!*ö 


Die gotischen Schriftarten eignen sich nicht 
zum Titelsatze, und schließen eine Behandlung nach 
typographischen Regeln vollständig aus. Aus alledem 
resultiert, dass der Deutsche, sobald er in die Lage 


die Anwendung vieler Farben und der vorzügliche 
Druck vermögen nicht die Mängel des Satzes zu ver¬ 
decken. (!!) Mit einem Worte, sie gestalten ihre 
Arbeiten stets zu schwerfällig und haben keine Ahnung 



kommt, eine Seite in Antiqua herzustellen, unfähig, 
ja heimatlos ist, und demzufolge wahre Wunder des 
schlechten Geschmackes zu Wege bringt, die er nur 
noch durch die Einschliessung in eine massive, aus 
möglichst bestimmt auftretenden Figuren bestehende 
Umfassung geniessbar zu machen glaubt. Aber selbst 


davon, dass das beste Mittel eine Drucksache schön, 
deutlich und zumal leserlich erscheinen zu lassen, 
darin besteht , den weissen Raum in splendidester 
Weise auftreten zu lassen. Um etwas leserlich zu 
gestalten, braucht man nicht zu möglichst dicken und 
schwarzen Schriften zu greifen, deren Grundstriche 


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197 


Ein sonderbares Urteil über den deutschen Buchdruck. 


sich fast berühren und sie mit einer noch schwärzeren 
Einfassung zu umgeben, denn die beste Deutlichkeit 
erzielt man durch möglichste Zartheit. 

Bei den weiter oben gebrauchten Worten > typo¬ 
graphische Regeln«, dürften sich die Haare vieler 
Anhänger der neueren Schule wohl etwas gesträubt 
haben, denn sie erblicken in diesen Regeln vielfach 
nur ein vermodertes Bestandteil der Rumpelkammer. 
Aber dennoch muss man denselben, als Ergebnis 
langjähriger Erfahrungen, ihre Existenzberechtigung 
wahren. Sie verlangen im allgemeinen beim Titel¬ 
satze eine möglichst alternierende Zeilenbreite und 
Stärke, eine der Textbedeulung angemessene Grösse 
und Fette der Schrift und zuletzt eine möglichst 
symmetrische Gestaltung der Raum verhältnisse. Durch 
die vorstehenden Zeilen und die Verteidigung des 
Wertes der typographischen Regeln wird vielleicht 
mancher Leser in mir einen Anhänger der alten 
Schule vermuten, aber trotzdem dies nicht der 
Fall ist, kann ich bei Einsichtnahme der ausserhalb 
der alten und gesunden französischen Grundsätze 
entstehenden Erzeugnisse nicht verhehlen, dass diese 
alten Traditionen sehr viel Gutes enthalten. 

Heute kann man sich nicht mehr an das Buch¬ 
stäbliche bestimmter alter Lehren klammern; die 
Fantasie ersetzt in vielen Fällen den ernsten 
Geschmack unserer Vorfahren und wir sind schon 
vermöge unseres reichhaltigen Materialbestandes 
ohnehin gezwungen, in unseren Erzeugnissen eine 
möglichst vielseitige Abwechselung zu Tage treten zu 
lassen. Die Grundlage für Herstellung aller Arbeiten 
bleibt sich jedoch immerwährend gleich, es ist der 
Geschmack, und in der günstigen Entwickelung des 
letzteren bestellt die Hauptthätigkei t des Buchdruckers. 
Leider ist es nicht jedermann gegeben, Geschmack 
zu besitzen, und auch für schnödes Geld lässt er sich 
nicht erwerben.« 

Mit diesem lakonischen Satze beschliesst der 
Verfasser seine ihm zu weit ausgedehnt erscheinende 
Besprechung über den Satz und behält sich für eine 
spätere Nummer die Behandlung des Druckes vor. 
Er gedenkt in derselben die Überlegenheit der Deut¬ 
schen auf dem Gebiele des Druckes nachzuweisen 
und seinen Landsleuten die Ursachen, sowie die nach 
seiner Ansicht ziemlich einfachen Mittel zur Erreichung 
eines ebensolchen Druckes anzugeben. 

Beim Lesen eines derartigen Ergusses weiss man 
in der Thal nicht, ob man mehr die wissentliche 
Entstellungsabsicht oder die Naivetät des Verfassers 
bewundern soll. Am allerwenigsten kann inan aber 
darin eine neutrale Behandlung technischer Fragen 
erblicken, denn in diesem Falle hätte man doch zum 
Mindesten einige Angaben über die Vorzüge respektive 


198 


Abweichungen des französischen Satzes von dem 
deutschen erwarten können. 

Es ist wollt nicht zu viel behauptet, wenn man 
sagt, dass bei einer staatlichen Klassitizierung des 
Buchdrucks, dem technischen Können und künstle¬ 
rischen Standpunkte gemäss, unsere westlichen Nach¬ 
barn, sowohl im Satz wie im Druck wohl eine nicht 
allzuhohe Stelle einnehmen dürften. 

Schreiber dieses hat gleichfalls in seiner Praxis 
Gelegenheit gehabt, die Geheimnisse französischer 
Satz- und Druckkunst erforschen zu können und hegt 
auch in seiner jetzigen Thätigkeit im deutschen 
Accidenzsatze lebhaftes Interesse für die ausser- 
deutschen Leistungen, denen er zeitweilig sogar seine 
vollste Anerkennung und Bewunderung nicht versagt, 
aber gerade von französischer Seile ist es ihm trotz¬ 
dem nicht gelungen, ausserdem selbst am französischen 
Horizont erloschenen Stern eines »Derriey«, dessen 
Thätigkeit wohl einzig dasteht, von einem weiteren 
Gestirn zu hören und Leistungen desselben in Augen¬ 
schein nehmen zu können. Die Namen der Kapazi¬ 
täten Motteroz*), Lahure, Quantin etc. sind Für uns 
nur auf dem Papier stehende Beweise, die dem Gewerbe 
ebensowenig nützen, als es auch deutsche Firmen 
thun, die mit ängstlicher Verschlossenheit ihre Erzeug¬ 
nisse der Einsichtnahme der nahestehenden Gewerbe¬ 
angehörigen vorenthalten. Es soll hiermit nicht gesagt 
sein, dass die Erzeugnisse vorstehender Drucker nicht 
Anspruch auf technische Vollendung machen können, 
im Gegenteil, aber dennoch sind sie nicht ausschlag¬ 
gebend für die Beurteilung eines gesamten Gewerbes, 
und speziell des Accidenzsalzes, dem diese Abhand¬ 
lung ausschliesslich zugedaeht ist. 

Es blieben höchstens noch die im »Concours 
Berthier« zu Paris oder die neueren vom Faktoren¬ 
verein zu Lyon »prämiierten Gegenstände «, — diese 
Bezeichnung ist wohl zutreffend, — denn sie treten uns 
in Gestalt von Landschaften, Porträts, Hausgeräten 
u. dgl. entgegen, zum Masslabe der Leistungsfähigkeit 
übrig, aber es sind dies keine massgebenden Objekte 
zur Beurteilung des Standes eines Berufszweiges, 
sondern eintägige Geduldsprodukte ohne Wert, die 
man nach wie vor in Frankreich mit Vorliebe erzeugen 
wird. 

Von einer Überlegenheit des französischen Satzes 
kann schon deshalb nicht die Rede sein, weil sich 
das Arbeitsmaterial der Franzosen, Schriften sowohl 


*) Uns gegenüber hat Herr Motteroz eine derartige 
ängstliche Verschlossenheit nicht bewahrt, iiat uns vielmehr 
im Laufe der Jahre manches — und in der That muster¬ 
gültige — Erzeugnis seiner Offizin zugesandt. Wir haben 
den Arbeiten dieses französischen Kollegen immer aufrichtige 
Anerkennung gezollt. Red. des Archiv. 


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Ein sonderbares Urteil über den deutschen Buchdruck. 


11*9 


wie Utensilien und die gesamte Einrichtung zumeist 
noch in primitivster Beschaffenheit befinden und 
schon aus diesem Grunde die gesamte Technik eine 
viel beschwerlichere ist. 

Um auf die Auslassungen über den architek¬ 
tonischen Salz zurückzukommen, sei bemerkt, dass 
wohl den deutschen Setzern nichts ferner liegt, als 
griechische Vorbilder zu kopieren, sie thun nur das, 
was ihnen durch die, von den Giessereien produzierten 
architektonischen Erzeugnisse zur Pflicht gemacht 
wird, das vorhandene Material in kunstgerechter 
Weise zu verwenden und es ist wohl selbstredend, 
dass man sieh, im Besitze eines solchen Materials, 
ebenso die Motive der Architektur zu Nutze machen 
kann, wie sich vielleicht der Franzose einen Wand¬ 
spiegel oder sonstigen Gegenstand zum Vorbild seiner 
sogenannten »Kunstsätze« nimmt. Übrigens sei neben¬ 
bei bemerkt, dass trotz der angeblichen Verpönung 
architektonischer Motive französischerseits, beim 
letzten Preisausschreiben in Lyon, ein solches, natür¬ 
lich in total verunglückter Architektur, einen der 
ausgeschriebenen Preise davon trug! Dass die archi¬ 
tektonischen Arbeiten dem Auge lästiger erscheinen 
sollen, ist wohl nur eine hohle Phrase, denn wer die 
Vielseitigkeit des architektonischen Materials kennt, 
und das ist beim Franzosen nicht der Fall, denn er 
hat niemals solches verarbeitet, der wird es als ebenso 
brauchbar schätzen wie .jedes andere, natürlich gehört 
zu dessen Verwendung nicht blos die Kunst des 
Buchslabengreifens, sondern eingehendere Kenntnis 
künstlerischer Gesetze und eine erprobte Technik. 

Wenn der Verfasser ferner schreibt, die reichere 
Ausstattung der deutschen Drucksachen sei eine 
Verirrung, so ist das einfach lächerlich. 

Der deutsche Buchdruck hat seine enggezogenen 
Grenzen für jede Art Arbeiten und wenn man wirklich 
zugeben wollte», dass zeitweilig Erzeugnisse etwas 
ornamental überladen sind, so ist die Ursache dazu 
am allerwenigsten da zu suchen, wo sie der Verfasser 
obiger Ausführungen zu finden glaubt. 

Die kunstgewerbliche Richtung der Jetztzeit ver¬ 
leiht dem Ornamente und speziell der Illustration 
sehr viel Rechte und von diesem Rechte machen auch 
wir Buchdrucker unter Umständen Gebrauch, aber 
immerhin nur da, wo es die betreffende Arbeit zulässt 
und wo es sieh bezahlt macht. 

An der Behauptung, der Deutsche sei auf dem 
Gebiete der Antiqua unbewandert, hat man so recht 
Gelegenheit, zu beobachten, dass es mit den Kennt¬ 
nissen und Erfahrungen des betr. Verfassers nicht weit 
her ist, sonst hätte er während seiner Thätigkeit wohl 
finden müssen, dass das Hauptgebiet des Accidenz- 
satzes in Deutschland die Antiqua ist. Wenn der 


200 


Deutsche ausser letzterer noch seine nationale Schrift 
beibehält, so ist das weder eine Anklammerung an 
mittelalterliche Zustände, noch das Produkt chauvinis¬ 
tischer Eingenommenheit. Es ist einfach ein volks¬ 
rechtliches Privilegium, das sich durch Jahrhunderte 
fortgepflanzt und auch ferner fortpflanzen wird. 

Dass man im Buchdruck der Gotisch noch teil¬ 
weise stärkere Pflege angedeihen lässt, hat seine ganz 
besonderen Ursachen: einesteils sind es die zeitweilig 
behördlicherseits gestellten Anforderungen und ferner 
sind es in nicht geringem Masse die in Deutschland 
noch weitverbreiteten Schatten der gotischen Stil¬ 
periode die dazu Anlass geben. Wenn der Verfasser 
ausschliesslich von schwerer Fraktur und Gotisch 
spricht, so könnte man fast vermuten, dass er speziell 
die »Münchener Richtung* im Auge hat, und wenn 
dies der Fall, so zeigt es von Unverständnis, denn die¬ 
selbe nimmt vermöge ihres von künstlerischer Seite 
anerkannten stilistischen Charakters, in der deutschen 
Typographie eine ganz selbständige Stellung ein und 
kann deshalb keinesfalls das Gesamtbild des deutschen 
Buchdrucks wiederspiegeln. 

Die zum Schlüsse angehängte Betrachtung über 
die typographischen Regeln ist insofern befremdend, 
als man in letzteren deutscherseits noch ein wichtiges 
Bestandteil des Buchdrucks erblickt. Was die neuere 
französische Schule i’epräsentiert, ist einem schier 
unbegreiflich, wenn man Gelegenheit nimmt, das betr. 
französische Fachblatt auf sein technisches Satz¬ 
arrangement zu prüfen; es verwendet beispielsweise zu 
seinen Kapitelanfängen 5 Cicero hohe fette gotische (!) 
Versalbuchstaben und im übrigen macht seine orna¬ 
mentale Ausstattung auf nichts weniger als auf Zart¬ 
heit Anspruch. Hier hätte der betr. Verfasser alle 
Ursache seine Weisheit walten zu lassen, und zu 
zeigen, in w r as die Aufgaben der französischen Schule 
eigentlich bestehen. 

Im grossen und ganzen steht wohl fest, dass die 
Deutschen anerkanntermassen in jeder Beziehung die 
erste Stellung im Buchdrucke einnehmen, es ihnen 
aber fern liegt, auf Kosten dieses, durch jahrelanges 
Streben und emsige Thätigkeit erlangten Bewusst¬ 
seins, sich irgendwie beeinflussen zu lassen und gerne 
darauf verzichten, zu erfahren, wieder Franzose seine 
Sätze gestaltet, genau wie sie gern davon absehen, 
das vom Verfasser versprochene günstige Urteil über 
den deutschen Druck zu hören. 

Leipzig- Heim. Schwarz. 


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201 


Leder-Tonplatten. — Schriftprobenscliau. 


202 


Leder-Tonplatten. 

Verwendung von Tonplatten aus Leder ist 
&& nichts neues. In den Vereinigten Staaten 
hat man dasselbe vor länger als 25 Jahren an ver¬ 
schiedenen Orten zum Druck von Untergrundplatten. 
Einfassungen und farbigen Mittelstücken benutzt. Der 
Vorteil dieses Materials ist in der Wohlfeilheit und 
Schnelligkeit der Herstellung zu suchen, deren Wert 
sich für Provinzialbuchdrucker, die entfernt von 
grossen Städten wohnen, noch dadurch steigert, dass 
sie einen eiligen Auftrag unmittelbar auszuführen im 
Stande sind. Dass diese Methode noch keine weitere 
Verbreitung gefunden hat, liegt wohl hauptsächlich 
daran, dass sich nicht jeder das Geschick zutraut, 
die in der Platte vorkommenden Figuren sauber aus- 
zusclmeiden; das ist aber bei weitem nicht so 
schwierig als man es sich vorstellt; mit einiger Auf¬ 
merksamkeit und Übung und einem guten Feder¬ 
messer ist die Sache bald erlernt. 

Das geeignetste Material ist das von den Wagen¬ 
bauern verwendete »Spritz-* oder »Schmutzleder« 
wegen seiner glatten Fläche und Gleichmässigkeit 
im Körper. Beziehentlich der Zubereitung der 
Platten verschallt man sich ein gut ausgetrock¬ 
netes Brett, etwas niedriger als Schrifthöhe, das in 
eine Rahme wie eine Druckform geschlossen wird. 
Auf den Tympan der Handpresse werden etwa vier 
Bogen Papier (Makulatur) in die Punkturen gestochen. 
Liegt die Holzform auf dem Fundament der Presse, 
so wird die Holzfläche mit dünnem Leim bestrichen, 
das Leder aufgelegt, der Pressbengel gezogen und 
festgestellt; nach einer halben Stunde wird das Ganze 
herausgenommen und bis zum andern Tage beiseite 
gestellt, während welcher Zeit der Leim vollständig 
hart und trocken wird. Gibt es Linien, Buchstaben 
oder Figuren zu schneiden, so wird von den Originalen 
ein guter schwarzer Abzug gemacht, der auf das Leder 
gelegt und mittelst starken Reibens auf der Rückseite 
iibergedruckt wird. Sobald der Abzug abgehoben ist, 
stäubt man den Überdruck mit Bronzepulver oder 
fein gepulvertem Bleiweiss ein, wodurch die Konturen 
leichter erkenntlich werden und die Farbe nicht 
mehr abschmutzt. Hierauf kann die Arbeit mit dem 
Messer beginnen. 

Um vorkoinmendenfalls gleich fertige Platten 
zur Hand zu haben, ist es zu empfehlen mehrere 
grosse Holzblöcke mit Leder zu überziehen, aus 
denen dann die benötigten Grössen herausgeschnitten 
werden. (Inland Printer) 


Sehriftprobensehau. 

in Texte unseres heutigen Heftes können wir 
unseren Lesern wieder verschiedene neue 
Schriftgiesserei-Erzeugnisse zur Ansicht vorführen. 

Die Kurstv-Zierschrift von Wilhelm Woellmers 
Schriftgiesserei haben wir bereits im 4. Heft des 
laufenden Bandes auf einer eigenen Beilage der 
Giesserei gebracht. Wir fühlen uns der geschätzten 
Firma sehr zu Danke verpflichtet, dass sie uns die für 
moderne Accidenzarbeiten sehr verwendbare Schrift 
auch zur Anwendung auf unseren Muslerbliittern 
zukommen liess. 

Von der Schriftgiesserei J. G. Scheiter de Gieseche 
erhielten wir 8 Grade einer Zierschrift, welche sie 
unter dem Namen Schattierte Egyptimnc veröffentlicht. 
Diese neue Schrift entspricht so ganz dem Charakter 
aller der zahlreichen gediegenen Erzeugnisse der 
bestens bewährten Giesserei: sie ist schön und elegant, 
ohne phantastisch zu sein. Dabei ist der Schnitt und 
die Justierung von einer Genauigkeit, wie man sie 
sollen findet. Wir zweifeln nicht, dass man dieser 
Schrift bald auf zahlreichen Accidenzarbeiten begeg¬ 
nen wird; sie wird denselben stets eine Zierde sein, 

Ford. Theinhardts Schriftgiesserei übersandte 
uns einige Grade einer Neuen deutschen Schreib¬ 
schrift. von der wir nachstellend eine Probe zum 
Abdruck bringen. Der Versuch, unsere an sich etwas 
steife Frakturschreibschrift in einer schwungvollen 
und regelmässigen Form wiederzugeben, ist in vor- 
liegender Schrift unzweifelhaft gelungen, und so werden 
sieh gewiss auch überall dort, wo Bedarf für eine 
solche Frakturschreibschrift vorhanden, Abnehmer 
für dieselbe linden. Wir bemerken, dass wir den Satz 
wegen Mangel der Initial-Buchstaben einfacher halten 
mussten, wie wir dies wünschten. 

Ein Probenbuch von riesigen Dimensionen sendet 
uns die Holzsekriften- und Utensilien-Fabrik von 
Th. Löhler in Mannheim. Wir müssen gestehen, dass 
uns Muster von Holzschriften und Einfassungen selten 
in so vorteilhaftem Lichte zu Gesicht gekommen sind 
und dass uns die Ausführung der in dem Buche ent¬ 
haltenen Muster in Zeichnung und Schnitt sehr 
angesproehen hat. Die mehrfarbigen Schriften und 
Einfassungen gehören unstreitig zu den schönsten 
ihrer Art. Denjenigen unserer Leser, welche an Holz¬ 
schriften und Plakateinfassungen Bedarf haben, 
können wir nur empfehlen, sich das hier erwähnte 
Musterbuch kommen zu lassen: sie werden nach 
demselben selbst weitgehende Wünsche befriedigen 
können. 


12 



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Kursiv-Zierschrift von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei, Berlin, 


No. 1042. Corpus. Hin. 5 Kilo, ä ',a Kilo M. 4.50. 


No. 1043. Cicero. Min. 6 Kilo, ä Va Kilo M. 4.50. 


Lebens - Versicherungs - Gesellschaft Plantagen -Gesellschafts-Direktion 
Neue Kunst - Ausstellung Afrikanische Flottenabteilung 


No. 1044. Mittel. Min. 7 Kilo, k */a Kilo M. 4.2f>. 


No. 1045. Text. Min. 9 Kilo, ä Kilo M. 4.10. 


Schlacht bei Sedan 1S70 Mausoleum Hamburg 

No. 1016. Doppelmitte!. Min. 10 Kilo, k X U Kilo M. 4.—. 

Kaiser Friedrich IIL 

No. 11)47. Canon. Hin. 12 Kilo, ä 1 > Kilo M. 3.50. 

Wilhelm Woellmer 


Schattierte Egyptienne von J. G. Scheiter & Giesecke, Leipzig. 


No. 1286. Nonpareille. 60 a 24 A. 1,8 Kilo. No 1287. Petit. 45 a 18 A. 2 Kilo. 

du »*t«T swp rin»u»»«tt Gellerts Fabeln. 

BILDER END GESCHICHTEN VOM RHEIN FRIEDRICH WILHELMS LEBEN 


No. 1288. Korpus. 34 a 14 A. 2,5 Kilo. No. 1289. Cicero. 30 a 12 A. 2,8 Kilo. 

Schillers Gedichte 3 Das Berner Oberland 4 

KOHLEN WERK HOHENFELS WILHELM II* 

No. 1290. Tertia. 18 a 8 A. 3,2 Kilo. 

BUDWEIS Welt^Aus Stellung FILSEN 

No. 1291. Text. 15 a 6 A. 4 Kilo. 

Webers NEUE Chronik 

No. 1292. Doppelcicero. 12 a 5 A. 4,5 Kilo. 

WIEN Bodenbach PRAG 


No. 1293. 4 Petit. 8 a 4 A. 6,2 Kilo. 


Carol 


Ecken und Linien von F. A. Brockhaus, Leipzig. 


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Neue Deutsche Schreibschrift Yen Ferd. Theinhardt, Berlin. 


Doppelcicero. Min. 18 Kilo, 5. */* Kilo M. 4.50. 


ifS/r.x tß-?^ -/ //•/ / <PA?^t «Yyy 


-ftttfi yy- y/ rv y-y 1 11- V // / j 




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Text. Min. 10 Kilo, a ’/a Kilo M. 5.—. 


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Sortiment M. 10.—. Per Stück M. —.60. 



Sortiment M. 8.— . Per Stück M. —.60. 





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207 


Satz und Druck unserer Probeblätter. — Bezugsquellen. — Mannigfaltiges. 


208 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

Heft 3 des gegenwärtigen Jahrganges unseres 
Archiv gaben wir in der Gratulationskarten- 
und Kalenderschau die Beschreibung einer originellen 
Gratulation der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. 
Pietsch) in Giessen, der Gesamtausführung dieser 
Arbeit das verdiente Lob spendend. Herr Pietsch hat uns 
nun auf unser Ersuchen dieses Blatt in freundlichster 
und bereitwilligster Weise für das Archiv’ gedruckt, 
anstatt der Gratulation eine Empfehlung seiner Offizin 
darauf anbringend. Wir sind überzeugt, das diese 
dem heutigen Heft als Blatt S beiliegende Arbeit der 
genannten strebsamen und so überaus rührigen Firma, 
deren Leistungen fast durchgängig als musterhaft zu 
bezeichnen sind, unsere Leser gerade so befriedigen 
wird, wie sie uns überraschte und befriedigte. Wir 
sagen Herrn Pietsch für freundliche Überlassung dieses 
Blattes unseren verbindlichsten Dank. Bemerkt sei 
noch, dass dasselbe zumeist durch Materialien der 
Firma J. G. Scheiter <t~ Gi es ecke geziert ist. 

Unser Blatt K enthält einige zwar einfache aber 
doch höchst gediegene und ansprechende Arbeiten 
des Herrn Watzulik. Ganz besonders eigenartig ist 
der Memorandumkopf der Firma Ranniger zusammen¬ 
gestellt, wiederum zeigend, dass Herr Watzulik jeder 
Kleinigkeit dieselbe Sorgfalt angedeihen lässt, wie 
den grossen, kostbar ausgestatteten Arbeiten. 

Beilage B enthält eine grosse Zahl Visiten-, sowie 
kleinere und grössere Adresskarten. Zu den ersteren 
verwendeten wir die neuesten für diese so häufig 
in Druckereien vorkommende Druckarbeit geeig¬ 
neten Schriften, so dass unsere Leser sich von dem 
Aussehen einer jeden derselben für diesen Zweck ein 
Bild machen können. Näheres ersehe man aus dem 
nachfolgenden Bezugsquellenverzeichnis. Wenn wir 
auf diesem Blatt einige Male Zeilen in Schreibschrift 
durch Druck in blauer Farbe hervorhoben, so 
befinden wir uns in Widerspruch mit einer in einem 
Fachblatt ausgesprochenen Ansicht, nach der ein 
solches Ilervorheben in anderer Farbe nicht zulässig 
sein soll. Wir sind der Meinung, dass Alles zulässig 
ist, was nicht gegen den guten Geschmack verstösst 
und dass man ganz gut, wie man mit violetter, 
blauer, roter etc. Tinte schreibt, auch Schreibschrift 
mit solchen Farben drucken kann. Dass viele unserer 
Kollegen gleicher Ansicht sind, beweisen uns zahl¬ 
reiche in unseren Sammlungen vorhandene Arbeiten, 
auf denen einzelne Schreibschriftzeilen farbig gedruckt 
worden sind. 

Gedruckt wurde das Blatt in strohgelbem Ton, 
gemischt aus Chromgelb und Umbra, in grau¬ 


violettem Ton. gemischt aus Milorihlau, Weiss und 
Korinthrot, in Milorihlau und Violettschwarz, sämt¬ 
lich Farben von Frey & Sennig in Leipzig. 

Beilage D zu dem Artikel »Der Buntdruck auf 
Buchdruckpressen« gehörend, enthält die Zusammen¬ 
stellung von 78 Variationen zweier Farben. Speziel¬ 
leres am Schluss des Artikels im heutigen Heft. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Blatt S. Satz und Druck der Briililschen Buchdruckerei 
(Fr. Chr. Pietsch) in Giessen. 

Blatt K. Satz und Druck der Piererschen Hofbuch¬ 
druckerei, Stephan Geibel & Ko., Altenburg. 

Blatt R. Georg Meisstier von A. Pollak, Wien, Carl 
Mansfeld von Genzsch ti Heyse, Gebr. Paul etc. von Gronau, 
Herzlichen Glückwunsch von Flinsch, Ornamente von Ludwig 
<S Mayer, Paul von Bauer & Ko., Bruno von Kloberg. Kunz, 
Initial von Müller & Höleniann, die übrigen Buchstaben von 
Theinhardt. Emil Kern etc. von Gronau. Bruno von Stein etc. 
von Flinsch, Anna Mühlberg von Woellnier, Pauline Bing 
von Theinhardt, Kolbe etc. von Ludwig <S Mayer, Wilhelm 
Mahnert von Ludwig & Mayer. Hofphotographen etc. von 
Woellmer, Alsehner von Kloberg, Max, Initial von Müller 
& Holemann. Hermann Kluge von Ludwig & Mayer, Vig¬ 
nette von Scheiter & Giesecke, Friedrich Mannheim <f? Co. 
etc. von Scheiter & Giesecke, Juliane Möller von Gronau, 
Alma König etc. von Brcndler & Marklowsky, Friedrich 
Baumann von Theinhardt. Innere Adresskarte: Spitze und 
Einfassung von Hauer & Ko., von Nies Nachf., innere 

Ecke von Flinsch, Mechanische etc. von Woellmer, Albin 
Wilde, Stuttgart von Benj. Krebs Xachf. Linke Adress¬ 
karte: Einfassung von Weisert. Julius Wolf von Nies Nachf., 
Gold- und Silberarbeiter von Genzsch & Heyse. Leipzig von 
Ludwig & Mayer, die übrigen Zeilen von Brendler & Mar¬ 
klowsky. Rechte Adresskarte: Einfassung von Nies Nachf., 
Kolonialwaren-Handlung von Woellmer, Friedrich Metzner 
von Gronau, Plauen i. V. von Genzsch & Heyse, Leipziger¬ 
strasse von Ludwig & Mayer. Das Linienmaterial zu diesem 
Blatt lieferte uns C. Kloberg. die einseitig halbfetten Viertel- 
petitlinien Zierow & Meusch. 

Blatt D. Siehe Artikel »Der Buntdruck auf Buchdruck¬ 
pressen«. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. 50jähriges: Am 2. April der Buchdruckerei¬ 
besitzer J. G. Mathgens in Lübeck. — Am 23. April der 
Buchdruckereibesitzer Joh. G. Mahl in Bruneck, Tirol, 
(öOjähriges Berufsjubiläum), Zu dieser festlichen Gelegen¬ 
heit hatten die Gehiilfeii der Offizin eine Glückwunschadresse 
in vier Blätter gedruckt und dem Jubilar überreicht. 
Diese uns vorliegende Adresse ist mit grosser Sorgfalt, 
den vortrefflichen Leistungen der Offizin entsprechend, 
in mehreren Farben ausgeführt und enthält ausser dem 
Titel und dem Text auch das Porträt des Jubilars. 
Es war uns angenehm, auf diese Weise zu dem Bilde 
des geschätzten Kollegen zu gelangen und wir müssen 


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Mannigfaltiges. — Briefkasten. 


gestehen, dass uns dasselbe in höchst sympatischer Weise 
berührt; der Kopf zeigt Ernst und Energie, beides Eigen¬ 
schaften, die ein Mann notig hat, wenn er die Leistungen 
einer kleinen Provinzialdruckerei auf die Stufe bringen will, 
wie sie die Mahlschen Arbeiten zeigen und wenn er seine 
Thätigkeit auch in so verdienstvoller Weise seiner Vater¬ 
stadt widmen will, denn der Jubilar war lange Zeit 
im Gemeindeaussehiiss und Gemeinderat und ist seit 1881 
Bürgermeister, Ehren- und Altbürger der Stadt Bruneck. 
Seine vielfachen Verdienste wurden auch vom Kaiser 
Franz Josefl. anerkannt und durch Verleihung des goldenen 
Verdienstkreuzes mit der Krone belohnt. Der Tag des 
Jubiläums war zugleich der vierzigste Jahrestag der Ver¬ 
mählung des geschätzten Jubilars, dem wir, als einem 
Freunde unseres Archivs noch nachträglich unseren besten 
Glückwunsch aussprechen wollen. — Am 24. April der 
Buchdruckereibesitzer //. Mertsching in Sommerfeld. 

— Gestorben: Am 30. März der Buchdruckereibesitzer 
Th. Hässlein in Nürnberg. — Am 14. April der Hofbuch- 
druckereibesitzer Theodor Meinhold in Dresden. 

— Geschäftliches. Von der Firma J. G. Scheiter & üieseckc 
in Leipzig wurde Herrn Dr. jur. Walther Gieseckc, Sohn des 
Herrn Bernhard R. Giesecke, Prokura erteilt 

— Auszeichnung. Dem langjährigen Faktor der Firma 
Gebr. Hofer in Saarbrücken, Herrn Friedrich Bruch , wurde 
für nahezu 50jährige Thätigkeit in genanntem Geschäft 
das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. 

— Von der Jury der Weltausstellung zu Melbourne 
wurde der Firma Gebr. Ja necke <(• Fr. Schneemann in Han¬ 
nover für ihre Buch- und Steindruckfarben der erste Preis 
»icith special mention « zuerkannt. 

— Herr Carl Derlon in Leipzig legt unserem heutigen 
Heft seine neueste Preisliste über schwarze und bunte 
Buch- und Steindruckfarben, sowie Bronzen. Blattmetalle etc. 
bei; wir machen unsere geehrten Leserauf diese bedeutend 
reduzierte Preisliste besonders aufmerksam. 

— Ein schönes, kräftiges, sehr rein druckendes Glanz- 
blau, besonders geeignet zum Druck von Diiten, Emballagen. 
Zirkularen etc. legt die Fabrik von Beit tf- Philippi in 
Hamburg unserem heutigen Hefte bei. Wir empfehlen diese 
Farbe der Beachtung unserer Leser. 

— Über das Budget der > Times* wird gemeldet: Der 
Prozess, den Mr. Parnell gegen die »Times« in Edinburgh 
eingeleitet, hat ein sehr merkwürdiges und interessantes 
Resultat zu Tage gefördert. Man hat zum ersten Male 
Näheres über die Eigentumsverhältnisse und die Erträg¬ 
nisse des Webblattes von Printing-House-Square erfahren. 
Der Gerichtshof hat nämlich, da der wegen Ehrenbeleidi¬ 
gung beklagte Eigentümer der »Times«, Mr. John Walter, 
die Kompetenz des Gerichts bestritt, diesem aufgetragen, 
über die Rechts- und Besitzverhältnisse des Blattes aus 
den Büchern desselben eidesstattlich bekräftigte Auszüge 
zu liefern. Diese sind nun dem Gerichte vorgelegt worden, 
und man hat nunmehr Einblick in die innere Organisation 
einer der grössten Industrie-Unternehmungen der Well. 
Mau erfährt, das die »Times«, die vor 101 Jahren von 
John Walter dem Ersten gegründet wurde, heute Eigentum 
von mehr als liX) Personen ist. Dieselben stehen fast 
sämtlich oder doch grösstenteils in verwandtschaftlichen 
Beziehungen zu dem Gründer des Blattes. Unter den Mit¬ 
eigentümern des Blattes sind zwei bekannte deutsche Namen, 
ein Herr Theodor v. Arnim mit Gemahlin und ein Herr 
Constantin v. Rotberg mit Gemahlin. Mr. Walter, der 
sogenannte Eigentümer, hat nur 3 in des Blattes im Resitz; 


die Rechtsverhältnisse der »Times« sind eigentümliche. Sie 
bilden eine Art Fideikommis, an dem jedoch zahlreiche 
Nutzniesser partizipieren. Die Leitung steht ausschliess¬ 
lich dem jeweiligen Haupte der Familie zu, also gegen¬ 
wärtig dem Mr. John Walter IV., der aber alle Gewalt 
thatsächlich schon an seinen ältesten Sohn Mr. Arthur 
Walter übertragen hat. Der Leiter des Blattes bezieht aus 
dein Erträgnis 1000 Pfd. jährlich Entschädigung, jedoch 
nur, wenn das Reinerträgnis wenigstens 5000 Pfd. beträgt. 
Sollte es unter diese Ziffer sinken, so werden dem Leiter 
für je 100 Pfd. Minus an der Reineinnahme 20 Pfd, vom 
Gehalt abgezogen. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre 
war das Reinerträgnis per Jahr ca. 280000 Pfd. — sage 
und schreibe 5GOOOOO Mark! In den letzten Jahren ist 
es etwas gesunken, weil die Auslagen bedeutend gestiegen 
sind. Die tägliche Auflage war schon vor 10 Jahren über 
1ÜOOOO Exemplare. Der Chef-Redakteur — gegenwärtig 
Mr. Buckle — bezieht 5000 Pfd. Jahresgehalt. Das Durch- 
sclmittshonorar für Leitartikel stellt sich auf 10—12 Pfd. 
pro Stück. Stets müssen 55000 Pfd. — 1100000 Mark — 
bar in den Kassen als Betriebsfonds Zurückbleiben. 


Briefkasten. 

Herrn K. G. in Berlin. Unsere Meinung über das vielgepriesene 
amerikanische Illustrationspapier linden Sie im nächsten Heft spezieller 
wiedergegeben. — Herrn A. K. in Stuttgart. Wir bestätigen ihnen für 
heule nur den hmpfang der reichhaltigen, schönen und gediegenen 
Sammlung, uns speziellere Mitteilungen vorbehaltend. Haben Sie herz¬ 
lichen Dank für diese Sendung. Wir vermissten Sic schon lange 
unter den Freunden unseres Blattes. — Herrn H. II., Hof. Die 
gesandte Karte ist eine einfach hübscho Arbeit. Wahl der Schriften 
und Druck sehr gut. Besten Dank für die Zusendung. — Herrn G. L., 
Plauen i. V. Nicht übel; wir glauben aber, die grossen Ecken hätten 
sich in dem blauen Ton noch besser gemacht, ebenso die Violine. — 
Herrn Franz P., Ludw igsburg. Die gesandten Arbeiten sind ganz gefällig 
gesetzt und sehr gut gedruckt. Gerade der Ton der Geschäftskarte 
gefällt uns durch seinen zarten und reinen Druck. Der Text dieser 
Karte musste enger gehalten werden, damit der Ort und P. P. nicht 
so hoch an den Rand kamen. 

Inhalt des 6 . Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. — Ein sonderbares Urteil 
über den deutschen Buchdruck. — Leder-Tonplatten. — Schriftproben¬ 
schau. —- Satz und Druck unserer Probcblätter. — Bezugsquellen. — 
Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aeeldenzmuster Im Text: Adress- 
kartc, Briefkopf, Uejzhmingskopf, Menu. - Beilagen: 1 Blatt Farben- 
zusammenslejlung .]/— 1 Blatt Geschäfts-Empfehlung. \/— 1 Blatt 

Briefköpfe.IZ_ 1 Blatt Karten, ef- 1 Blatt Preisliste von Carl Derlon. — 


Zusammenstellung. ]/— 1 Blatt Geschäfts-Empfehlung, y— 1 Blatt i 

Briefköpfe.tz— 1 Blatt Karten. rA- 1 Blatt Preisliste von Car! Derlon. — g 
1 Blatt Farbenprobe von Beit & Philippi. <2, 'U 


Das Heft enthalt im Ganzen t! Heiltnren. Für das Beiifegln der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 

Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen : In 12 Monatsh eften. (Holt 8 und 9 stets als Doppelheit I jedesmal iu 
der ersten Monutswoche. HF« Kür komplette Lieferung, iinds-sondere voll- 
ständIre Beilagen, kann n ur den vor Erscheinen des 2. Heftes galt/.jährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger uater Kreuzband. 
Proio : M, 12, , unter Kreuzband direkt M. 13,50nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40, Nach komplettem Erscheinen Preis pro Baud M. 15,— exkl. Porte. 
Annoncen: Preis pro Prtltzellc 25, zwelsp. 50, dreisp. 70 Pf. Bel häutiger 
Wiederholung Kattalt. Kostenanschläge sofort. Beträge vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extmgebüiir. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50-2.50 
Beilagen : Quartblatt M, 20, urnftmgndehereje nach ftewicht M. 25 etc. Aufl. 1050, 
Novitäten In Orlginalguss -finden Anwendung Im Text und auf den Muslerblättem 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessenden, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
besonders mit uns Vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten gelten wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen . Papiere etc., wie wir solche benutzten; voll allen Diplomen haben 
wir Blankovordnicke atu I-ager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessenden liefern wir zu Originalpreisen. 

Textschrlft von Bonj. Kn*bs Nadtf-, Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert. Stuttgart. Überschriften von Emil Berger, Leipzig Unterrubriken von 
Koos A Jungej Ottenbach a. M. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von 
J.G. Scheiter AGlesecbe, Leipzig. Gedruckt mit Karbe voll Frey & Sening, Leipzig 
auf einer Schnellpresse von Klein, Forst A Holm Nacbf. Johannisberg a. Ith. 


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211 


Annoncen. 


212 


Annoncen. 




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deutschlands wird ein auch in Kontor- 
arbeiteu bewanderter, pünktlicher und 
durchaus zuverlässiger junger Mann 
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dition der Drucksachen, Besorgung des 
Papierlagers etc. zu besorgen hätte. 
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Anspr. und Beil, von Zeugnissen über 
bisherige Leistungen befördert sub Chiffre 
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Verschiedene Zusammenstellungen von zwei Farben. 


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13 14 15 16 17 13 19 20 21 22 23 

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24 25 26 27 23 29 30 31 32 33 

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34 35 36 37 38 39 40 11 42 

II II II 10 II II 10 II I I 

43 44 45 46 47 48 49 50 

II II 10 II II 10 II I I 

51 52 53 54 55 56 57 

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58 59 60 61 62 63 

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64 65 66 67 68 

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69 70 71 72 

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73 74 75 

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25. Band, Druck und Verlag voP 


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S. Archiv fiir Puchdruckerkunst. 26. Band. Verlag von Alexander Waldow in Leipzig, 


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Der Buntdruck auf Buchdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 

6. Farbenstein und Farbenreiber. 

u den wichtigsten Utensilien für den Farben¬ 
druck gehört der Farbenstein und der 
Farbenreiber, denn selbst die angerieben 
bezogenen Farben müssen vor der Verwendung noch 
einmal durchgerieben werden. Als Farbenstein benutzt 


Es ist ein runder Kegel, der unten eine breite, 
glatte Fläche bildet, nach oben aber derart verjüngt 
verläuft, dass man ihn bequem mit beiden Händen 
fassen und kräftig auldrückend führen kann. Er darf 
nicht zu schwer sein, damit er die Arbeit nicht zu 
einer unnötig ermüdenden macht. Über die Hand¬ 
habung dieser beiden Utensilien sehe man unter 8. 

7. Farbenreibmaschinen. 

Wenngleich Farbenstein und Reiber nie ganz 
zu entbehren sind, um eine Farbe, insbesondere 




Vignette von Bauer & Ko., Schrift von der Schriftgiesserei Flinsch und Ludwig & Mayer, Schlusslinie von Ludwig & Mayer, 


man am besten einen vollständig ebenen, glatten 
lithographischen Stein geringerer Qualität oder eine 
ebensolche Marmorplatte. 

Der Farbenreiher aus Serpentin oder Marmor 
gefertigt, gleicht dem, welchen die Maler benutzen. 


eine Mischfarbe, wirklich druckfertig zu machen, so 
ist man doch bemüht gewesen. Für das Anreiben 
grosser Quantitäten Farben praktische Maschinen 
zu konstruieren, die diese mühsame Arbeit schnell 
und gut zu leisten vermögen. 

1:1 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


Fig. 1 zeigt uns die Konstruktion einer solchen 
Maschine einfachster Art, einer sogenannten Farben¬ 
mühle. Die auf einem Farbenstein initFirnis vermengte 
Farbe wird in den oben ersichtlichen Trichter gefüllt, 
und die Mühle dann mittelst der Kurbel in Bewegung 
gesetzt. Die Farbe passiert die eigentlichen Reibflächen 


der Mühle und läuft an der einen, untern Seite, in 
ein darunter gestelltes Gefäss, etwaeine Farbenbüehse, 
fein gerieben ab. Man kann dieses Feinreiben zwei¬ 
mal, im Notfall, wenn die Farbe schwer klar wird, 
noch öfter wiederholen, um siedruckfähig zu machen. 
Bei Ankauf einer solchen Maschine vergewissere man 
sich, dass dieselbe auch für Druckfarben verwendbar 
ist; eine solche für Malerfarben ist in den allermeisten 
Fällen nicht dem Zweck entsprechend. 


Maschinen haben mehrere fein geschliffene und polierte 
Eisen- oder Granitwalzen nebeneinander und die 
Farbe nimmt ihren Weg zwischen ihnen durch. 
Fig. 2 zeigt eine kleine Maschine dieser Art. Auch 
grössere Maschinen, wie sie Fig. 3 und i zeigen, sind 
oft in Gebrauch. Dieselben arbeiten mit einem oder 
mit zwei Reibern, die sie in ähnlicher Weise über 


Man versieht diese Farbenmühlen neuerdings 
auch mit einem kleinen Schwungrade, das gleich zum 
mechanischen Betriebe eingerichtet ist. Hat man also 
einen Motor in Gebrauch, so stellt man an passender 
Stelle, frei, oder an der Wand, einen kleinen Tisch 
auf, befestigt die Maschine darauf und treibt sie durch 
eine entsprechend grosse Riemenscheibe der Trans¬ 
mission. Die Arbeit macht sich dann sehr bequem; 
man hat weiter nichts zu thun, als die Farbe in den 
Trichter zu füllen. 

Ferner verwendet man zum Verreiben ähnliche, 
doch meist kleinere Farbenreibmaschinen, wie sie die 
Buchdruckfarbenfabriken in Betrieb haben. Diese 


den Farbenstein führen, wie man dies mit der Hand 
bewerkstelligt. Tisch und Reiber sind erklärlicher¬ 
weise leicht zu reinigen. Die Maschinen sind nur 
für grossem Betrieb zu empfehlen, da sie zu teuer 
sind. Es gibt selbstverständlich für diesen Zweck 
noch Maschinen andrer, von den vorstehend be¬ 
schriebenen in etwas abweichender Konstruktion. 

8 . Das Anreiben der Farben. 

Ehe ich spezieller auf das Anreiben der Farben, 
als eine der wichtigsten Manipulationen für den Bunt¬ 
druck eingehe, möchte ich jedem Drucker raten, sich 
ein Buch zu halten, in dem er sich die Bestandteile 
und Verhältnisse aller von ihm anzureibenden Misch¬ 
farben genau notiert, sich also anmerkt, wie viel von 
jeder der dazu verwendeten Farben er nahm, um 
jene Mischfarbe zu erzielen. 

Es ist nämlich ganz unglaublich schwer, ein und 
dieselbe Nüance später einmal, event. bei einer neuen 
Auflage der fraglichen Arbeit, oder wenn man sie für 
eine andere benutzen will, wieder genau so zu treffen, 
falls man sich keine Notizen machte. 

Am schwierigsten ist dies zumal bei Tönen, wo 
ja von allen Farben ausser Weiss oder dem reichlich 
benutzten Firnis, nur ein ganz kleines Quantum zur 
Verwendung kommt und wo man jetzt mit Vorliebe 
unbestimmte Töne wählt, die aus mehreren, mit dem 
Auge kaum erkennbaren Farben zusammengesetzt 
werden. Man kann stundenlang mischen, ehe man 
die richtige Nüance findet, ja oft wird dies ganz 


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225 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


22« 


unmöglich , weil man vielleicht früher eine Farbe zu¬ 
setzte, an die man zur Zeit gar nicht mehr denkt, 
oder die gar nicht mehr zur Hand ist. 

Aus diesem Grunde ist ein genaues Notieren 
solcher Farbenmischungen von grosser Wichtigkeit 
und von grossem Wert, weil es den Drucker des 
langen zeitraubenden Suchens und Probierens über¬ 
hebt. Kein gewissenhafter Drucker sollte versäumen, 
sich ein solches Buch anzulegen. 

Zu Eingang der eigentlichen Lehre vom »An¬ 
reiben« sei bemerkt, dass die auf der Handpresse zu 
verdruckende Farbe eine andere Stärke (Konsistenz) 
haben muss, wie die auf Schnellpressen zu ver¬ 
druckende. 


Eines der Hilfsmittel, Farben geschmeidig zu 
machen, respektive sie zu lösen und zu erweichen, 
besteht in dem Auflösen in Spiritus. Man schüttet 
in diesem Falle die trockne Farbe in ein Haches Gefäss, 
giesst Spiritus darüber und lässt sie Vc— Vs Stunde 
stehen. Hat der Spiritus die Farbe gehörig erweicht, 
so giesst man ihn ab, nimmt die Farbe auf den Stein 
und verreibt sie darauf, doch zunächst ohne Zusatz 
von Firnis, zu einem feinen Brei. Ist dieser Brei 
gehörig durchgerieben, dann erst erfolgt das Zusetzen 
von Firnis und erneutes Durchreiben. 

Ein zweites, bei Zink- und Bleiweiss, Mennige, 
Chromgelb, Chromgrün und grünemZinnober anwend¬ 
bares Verfahren besteht darin, diese Farben in Wasser 


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Barokko-Schreibschrift von Genzsch & Heyse, Zierlinie von Ludwig & Mayer. 


Druckt man auf der Handpresse, so wird man 
meist mittelstarken , druckt man dagegen auf der 
Schnellpresse, so wird man schwachen Firnis ver¬ 
wenden müssen; stark aufquellende Farben, wie 
z. B. Weiss, wird man jedoch stets mit schwachem 
Firnis anzureiben haben, mag man diese Farbe nun 
auf der Hand- oder auf der Schnellpresse verdrucken 
wollen. 

Es gibt jedoch Farben, welche ohne vorherige 
Präparation nicht genügend fein zu reiben sind, soviel 
Mühe man sich auch geben mag. Allerdings hat man 
sich über diesen Übelstand weniger zu beklagen, 
wenn man die Farben aus einer Quelle bezieht, 
welche nur fein geschlemmte und bestens präparierte , 
also nur solche Farben liefert, welche sich ohne 
Umstände anreiben und verdrucken lassen und welche 
weit ausgiebiger sind, demnach den Druck eines weit 
grösseren Quantums ermöglichen, wie die weniger 
fein präparierten Farben. 


einzurühren und die sich bildende Suppe durch ein 
dichtes Haarsieb zu lassen. Die grobem Teile werden 
auf diese Weise entfernt. Hat sieh der FarbestofT zu 
Boden gesetzt, so giesst man das Wasser ab, giesst 
schwachen Firnis auf die Farbe und vermischt beide 
mittelst eines Spachtels gehörig miteinander. Das 
noch in der Farbe verbliebene Wasser sondert sich 
dabei immer mehr ab, so dass man die erstere dann 
bald auf den Stein nehmen, gehörig klar reiben und 
das nötige Quantum Firnis zusetzen kann. Bezüglich 
der Anilinfarben sei ausdrücklich bemerkt, dass sie 
nicht in Spiritus gelöst werden dürfen. 

Die physischen Eigenschaften der Farben*) sind 
bekanntlich sehr verschieden. Manche trocknen sehr 
langsam, andre wieder so schnell, so zu sagen unter 


*) Ich gebe in dem Nachstehenden aus Fachblättern 
und Fachwerken für mein Wörterbuch der graphischen 
Künste gesammelte Notizen. 

13* 


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227 


Der Buntdruck auf Buclidruckpressen. 


228 


der Hand, dass sie sich schwer drucken lassen. Im 
letztem Falle verlangt die Farbe den Zusatz einer 
Substanz, welche das Trocknen verzögert und die 
Verarbeitung erleichtert. Diese findet sich am nächsten 
in den tierischen Fetten und andern ähnlichen Natur¬ 
produkten. Ein geringer Zusatz von diesen zu Mineral- 
orange, Orange und roter Mennige etc. machen solche 
Farben leicht verarbeitbar. Ebenso thut ein solcher 
Fettzusatz auch gute Dienste beim Druck von glaciertem 
Papier oder glacierten Karten, von denen die Kreide¬ 
schicht leicht an der Plattehängen bleibt undabsplitfert. 
Das Fett, ohne die Steife der Farbe zu vermindern, 
benimmt ihr die Zähigkeit und bewirkt, dass sich die 
Partikelchen trennen und sich leicht von der Platte 
ablösen. 


Metallfarben geschmeidig zu machen und das Liegen¬ 
bleiben derselben auf der Form zu verhüten, ist der 
venetianische Terpentin. — 

Sollen zwei oder mehr Farben übereinander 
gedruckt werden, so sind sie, um die Arbeit zu 
erleichtern, mit etwas Sikkativ zu versetzen. Unter 
den gewöhnlichen Umständen, d. h. einmaligem Druck, 
wird die Farbe durch das Einsaugen in das Papier 
schnell trocken, wo aber eine Farbe auf die andre 
zu liegen kommt, kann dies nicht stattfinden, es muss 
also den Farben ein Trockenmittel zugesetzt werden. 
Freilich darf dies nur in geringstem Masse geschehen, 
denn zu viel davon würde den Übelstand hervorrufen, 
dass das Papier auf der Form klebt, und die Farbe 
abreisst. 



Rokoko-Einfassung von Wilhelm Woellmcrs Schriftgiesscrei. Schrift von J. G. Scheiter de Giesecke. 



Rokoko-Einfassung von Wilhelm Woellmcrs Schriftgiesserei. 


Auch die venetianische Seife wird von manchen 
Druckern als Mittel zum Geschmeidigmachen der 
Farbe, insbesondere des Zinnobers, benutzt. Sie wird 
dünn aufden Farbenstein geschabt und mit dem nötigen 
Quantum Farbe zu einem konsistenten, trocknen Brei 
verrieben. Hat sie die nötige Feinheit erlangt, so wird 
der erforderliche Firniszusatz gemacht. Eine so 
behandelte Farbe lässt sich freilich auf der Schnell¬ 
presse nur schwer verdrucken; man muss sie, um 
den Farbezufluss genügend zu ermöglichen, fort¬ 
während mit dem Spachtel auf den Duktor streichen. 
Diese Mühe würde sich allerdings verlohnen, wenn, 
wie Herr A. Ihm in seinem Werke: Die bunten 
Farben etc. 2. Auflage (Wien, R. v. Waldheim), angibt, 
durch einen solchen Zusatz die Möglichkeit geboten 
ist, Zinnober in seiner ganzen Schönheit von Messing- 
und Kupferplatten, wie auf Buchdruckschnellpressen 
zu drucken, bei welchen der grosse Farbeeilinder aus 
Messing besteht. Ein weiteres Hilfsmittel, schwere 


Ebenso ist es beim Druck auf Kreidepapier 
geraten, den bunten Farben (den Ton färben nicht 
oder nur sehr wenig) Kanada- oder Kopaivbalsam, 
oder aber Sikkativ- oder Kopallack zuzusetzen. Auch 
bei den erstem darf der Zusatz nur etwa das Quan¬ 
tum einer Messerspitze betragen, da sonst die Farben 
schmierig werden nnd unrein drucken. 

Um den Glans bunter Farben zu erhöhen, wird 
empfohlen, denselben kurz vor dem Gebrauche etwas 
frisches Eiweiss beizumischen. Das Eiweiss be¬ 
schleunigt auch das Trocknen der Farben. — 

Ein Haupterfordernis beim Farbendruck ist, 
wenn man einen reinen, die ganze Schönheit der 
Farbe wiedergebenden Druck erzielen will, das voll¬ 
ständige und sorgsamst auszuführende Beimgen des 
Farbensteins, des Reibers und des Farbespachtels von 
den Überbleibseln einer andern Farbe. Selbst ganz 
festgetroeknete Teile einer solchen müssen mit Ter¬ 
pentin oder Benzin entfernt werden, denn sie lösen 


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229 


Ein englisches Fachblatt über den deutschen Accidenzsatz, 


230 


sich, wenn sie in die anzureihende Farbe kommen Buchdrucker. Vergleichen wir ein Schriftprobenbuch 
unbedingt mit auf und verunreinigen dieselbe leicht unserer britischen Schriftgiesser mit einem deutschen, 
derart, dass sie an Ansehen verliert. Aus diesem so sind wir betroffen über die Armut in der orna- 
Grunde müssen nicht nur die zum Reiben, respektive mentalen Partie, in den Einfassungen, Kopfstücken 
zum Ausstreichen dienenden Flächen der genannten und sonstigen Verzierungen. Während die eng- 
drei Gegenstände, sondern auch ihre Ränder, wie lischen Schriftgiesser ihren Scharfsinn auf die 
alle übrigen Teile sorgsamst gereinigt werden. Die Erzeugung einiger wenigen unbeschreibbaren Kopf¬ 
gleiche Reinlichkeit muss sich ferner auf alles Das und Endstücken im Renaissance- oder Elisabethstil 
erstrecken, was später mit der Farbe in Berührung beschränken, treten ihre deutschen Kollegen in ihren 
kommt. (Fortsetzung folgt.) Einfassungen im besten italienischen und deutschen 

Renaissancestil und in der gotischen und römischen 
Ornamentik in einer Schönheit und Mannigfaltigkeit 



Vignette von P. Leutemann, Schrift von J. G. Scheiter & Giesccke. 


Ein englisches Fachblatt über den 
deutschen Aeeidenzsatz.* 



m Scottish Typographical Circular werden 
Betrachtungen über die Ursachen angestellt, 


warum der deutsche Luxusdruck den englichen und 


selbst den amerikanischen so weit übertrifft. 


In Bezug hierauf sagt das schottische Faehblatt: 
Zuerst müssen wir über mindestens ebensoviel künst¬ 


lerisches Material verfügen können wie die deutschen 


* In Heft 6 gaben wir das Urteil eines Franzosen 
oder französischen Schweizers über den deutschen Accidenz- 
satz. Unsere geehrten Leser werden sich wundern, dass 
dieses Urteil ein höchst absprechendes war, trotzdem wir 
docli selbst Augen zum Sehen, Vergleichen und Prüfen 
haben und uns ohne Überhebung sagen können, dass unser 
Standtpunkt auf diesem Felde buchdruckerischen Schaffens 


auf, die ihres Gleichen sucht. Wenn dazu die deut¬ 
schen Setzer ein Verständnis für das Sehönheitsgefiihl 
und die Mannigfaltigkeit ihrer Künstler, welche ihnen 
das ornamentale Material liefern, besitzen, um so eher 
sind sie im Stande, das Ideal derselben zu verwirk¬ 
lichen. Wird dem englischen Setzer das benötigte 
Material zu einer Luxusarbeit in die Hand gegeben, 
so muss ihm auch Belehrung über die künstlerische 
Verwendung desselben erteilt werden. Schriften und 
Ornamente, so schön sie auch an sich sein mögen, 
genügen dem kunstverständigen Druckaufgeber noch 

recht wohl Anerkennung verdient. Dass andere Nationen, 
z. R. die Engländer deutsche Leistungen ganz anders beur¬ 
teilen wie jener Franzose, geht aus dem nachstehenden 
Artikel hervor. Es wird uns Deutschen wohl Niemand ver¬ 
argen. wenn wir auf dieses unparteiische Urteil mehr Wert 
legen und es für das richtigere halten, wie auf das jenes 
französischen Herrn. Red. d. Archiv. 


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231 


Ein englisches Fachblatt über den deutschen Accidenzsatz. — Amerikanisches Illustrationspapier. 


232 « 


nicht, sofern sie nicht miteinander in harmonischen 
Einklang gebracht sind. Der leicht erkennbare Unter¬ 
schied in den geschmackvoll ausgestatteten Erzeug¬ 
nissen der deutschen Buchdrucker und den weit 
dahinter stehenden der englischen, ist in den meisten 
Fällen in dem feiner ausgebildeten Geschmack und dem 
besseren Verständnis der Harmonie zwischen Schrift 
und Einfassung zu finden. Wir verstehen darunter, 
dass gotische und Renaissanceornamente nicht in 
ein und derselben Accidenz zusammengestellt sein 
dürfen. Wir müssen die Grenzen des Charakters des 
Dessins bestimmt innehalten. Wir sind gar zu oft 



V erstössen gegen diese Regel der Ornamentik begegnet; 
wir haben Kopfstücke in natürlicher Blumenimitation 
gesehen, während der dem Text vorangestellte Initial 
im deutschen oder italienischen Stil gehalten war. 
Im rein künstlerischen Sinne müssen Kopfstück und 
Initial im gleichen Ornamentstil sein. Von unseren 
deutschen Freunden können wir ebenfalls manches 
über die innere Struktur der Blumeneinfassungen 
lernen. Es wird verlangt, dass die Blurnenstile von 
dem Grunde oder der Wurzel des Dessins ausgehen 
und nicht in der Luft schweben. Die verfehlteste 
Konstruktion dieser Art Einfassung sahen wir neulich 
in einem recht an inassend auftretenden englischen 
Titel, auf welchem Vasen, Rollen und Kupidos bunt 
durcheinander und ohne allen innern Zusammenhang 
zusammengestellt waren. 

Welche Mittel und Wege sind nun zu verfolgen, 
um die Ausbildung unserer Kunstdrucker auf eine 
höhere Stufe zu bringen? Wir schlagen drei Wege vor, 
welche wir für die am nächsten zum Ziele führenden 
halten. Der erste ist der, dass die Schriftgiesser sich 


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einer grösseren Mannigfaltigkeit in den verschiedenen 
Ornamentstilen befleissigen. Zweitens muss der 
Accidenzsetzer die Prinzipien der ihm zur Verfügung 
stehenden Ornamente (und der Schriften, welche mit 
diesen verschiedenen Ornamenten in Einklang zu 
bringen sind) studieren. Die Gelegenheit zu diesem 
Studium solcher Muster aus allen Zeitepochen und 
aller Stile wird in den Kunst- und Wissenschafts¬ 
museen, sowie in den über Ornamentik handelnden 
Lehrbüchern in reichem Masse geboten. Zum dritten 



Vignette von J. G. Sehelter & Giesecke. 



empfehlen wir den Druckern ein eingehenderes 
Studium der Farben in Bezug auf Harmonie und 
Kontrast und wie sie die grellen Zusammenstellungen 
von Rot, Blau und Schwarz ohne vermittelnde Töne 
zu vermeiden haben. Es wäre in der That zu ver¬ 
wundern, wenn sie nach verständnisvoller Befolgung 
dieser Ratschläge in ihren Leistungen den deutschen 
Kunstdruckern noch nachstehen sollten. 


Amerikanisches Illustrationspapier. 

n Amerika wird in neuester Zeit ein Papier 
verwendet, das in besonderer Weise fabriziert, 
sich ganz vorzüglich zum Druck von Illustrationen 
eignet und für diesen Zweck in ausgedehntem Mass 
verwendet wird. 

Dieses Papier ist mit einem dünnen aber höchst 
exakt auf getragenen Kreidestrich versehen, später aber 
sehr scharf und vermutlich mit erwärmten Walzen 
satiniert, so dass es sich durchaus nicht mehr wie ein 


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233 


Amerikanisches lllustrationspapier. — Neues Druckverfahren für Illustrationen. 


Kreide-, sondern wie ein sehr gut und glänzend sati¬ 
niertes Kupferdruekpapier anfasst und ansieht, 

Wir glauben nicht zu irren, wenn wir annehmen, 
dass dieses Papier zu allererst dem Druck geätzter 
Platten dienen soll, die sich, wie wohl jeder mit dem 
Druck solcher Platten Vertraute weiss, auf einem 
gut gestrichenen Papier vorzüglich drucken und alle 
Töne, bis zu den lichtesten in vollendeter Weise 
wiedergeben, wenn sonst die Platte eine gute und der 
Drucker ein geschickter ist. Auch kommen alle 
Farben, insbesondere die jetzt für solche Arbeiten so 
beliebten, wie Violett-, Grün- und Blauschwarz vor¬ 
trefflich zur Geltung. Dass dies bei Holzschnitten in 
gleicher Weise der Fall, lässt sich ja denken, denn 
die Kreideschicht sichert auch die beste Ab- und Auf¬ 
nahme der Linien- und Kreuzlagentöne, wie sie dies 
bei den geätzten Platten, hauptsächlich den Autotypien, 
bezüglich deren feinem Korn ganz besonders gut thut. 

Während dieses Papier, weil für extra gedruckte, 
in den Text einzuheftende feine und besonders kunst¬ 
volle Illustrationen bestimmt , zumeist nur einseitig 
gestrichen ist, findet man in neuester Zeit auch 
doppelt gestrichenes, weil man anfängt, dieses Papier 
zu vollständigen Werken zu benutzen, in denen 
einzelne kleinere Illustrationen Vorkommen. Auch 
deutsche Finnen liefern solch Papier, freilich, ohne 
nach unserer Ansicht überhaupt das echt amerika¬ 
nische Fabrikat zu erreichen, welches sich, wie wir 
oben erwähnten, wie ein feines, glänzend satiniertes 
Kupferdruck angreift, während das deutsche wie ein 
gutes mattes Kreidepapier aussieht und sich wie solches 
anfasst. Die Verwendung von doppelseitigem Papier 
dieser Art zum Druckvon Werken , Journalenetc. können 
wir nur verwerfen , denn die Schrift erscheint auf 
demselben zu fein, zu sehr das Auge anstrengend, es 
bricht und reisst leicht, kann deshalb niemals zu Bildern 
benutzt werden, die ihrer Grösse wegen gefalzt werden 
müssen, der Druck verwischt sich leicht, zumal beim 
Verarbeiten durch den Buchbinder, und — der Leser 
hat beim Umblättern immer das unangenehme Gefühl, 
welches das Angreifen kreidigen Papieres mit sich 
bringt. Dass die Verwendung solchen Papiers für ganze 
Werke auch sehr riskant ist, lässt sieh ohne Zweifel 
behaupten, denn die Schicht ist doch gar zu vielen 
Einflüssen ausgesetzt und wird insbesondere durch 
Feuchtigkeit etc. leicht leiden. 

Wir können uns aus den vorstehend angegebenen 
Gründen mit diesem Papier nur dann befreunden, 
wenn es für seinen eigentlichen Zweck , also als »Art 
Paper«, wie die Amerikaner es nennen, auch nur für 
den Druck einzelner kunstvoller Illustrationen oder 
feiner Aceidenzien verwendet wird. 


2.U 


Neues Druckverfahren für 
Illustrationen. 

ls wir eben im Begriff waren, den ersten Bogen 
dieses Heftes zu drucken, ging uns ein Zirkular 
der Herren Fischer d~ Wittig in Leipzig zu, in welchem 
dieselben Mitteilung über ein neues Illustrations- 
Druckverfahren machen. 

Zunächst gereicht es uns zu grosser Genug- 
thuung, dass die genannten Herren. Besitzer einer 
der renommiertesten Illustrationsdruckereien, unsere 
Meinung über das amerikanische Illustrationspapier 
teilen, wenn wir auch den von uns ausgesprochenen 
Vorbehalt, dass das original-amerikanische Papier, 
wenigstens das uns vorliegende, entschieden besser 
wie das neuerdings fabrizierte deutsche sei und einige 
besonders störende Übelstände des letzteren nicht 
zeige, aufrecht erhallen müssen. 

Die Herren Fischer <S: Wittig erkennen ebenfalls 
an, dass Illustrationen auf gestrichenem Papier ganz 
bedeutend besser wirken, wie auf gewöhnlichem 
Illustrationspapier, sie sagen aber, wie wir, dass jeder 
Verleger schwer an die Verwendung derartigen 
Papiers zu illustrierten Prachtwerken, Kunstzeit¬ 
schriften etc. gehen wird, weil eben die auch von uns 
hervorgehobenen Übelstände beachtet werden müssen. 

Gerade diese Übelstände nun bracht en die genann¬ 
ten Herren auf den Gedanken, eine Masse, ähnlich 
der, welche zu Chromopapieren verwendet wird, nur 
in der Fläche der zu druckenden Bilder auf das Papier 
aufzudrucken, was ihnen nach vielen Versuchen end¬ 
lich gelungen ist und zwar in so vollkommener Weise, 
dass nicht allein jene Übelstände beseitigt sind, son¬ 
dern auch das Chromopapier vollständig ersetzt wird. 

Während also bei den Chromopapieren der ganze 
Bogen gestrichen wird, drucken Fischer & Wittig 
entsprechend präparierte Masse nur insoweit auf das 
Papier, als sie zum Druck der Bilder nötig ist. Das 
Verfahren ist in seiner Art ganz neu und bereits zum 
Patent angemeldet, sodass den Erlindern das alleinige 
Recht der Verwertung desselben zusteht. 

Um Jeden von der hohen Bedeutung ihres Ver¬ 
fahrens zu überzeugen, haben Fischer & Wittig einige 
Proben angefertigt, welche die vielseitige Verwendung 
desselben dartliun sollen. Uns liegen diese Proben vor. 

Eine derselben zeigt, welch bedeutender Druck¬ 
erfolg auf dem Untergrund erzielt wird, indem das Bild 
zur einen Hälfte mit, zur anderen ohne denselben ab¬ 
gezogen ist. Zum Druck des Bildes ist gutes Illu¬ 
strationspapier und Primafarbe verwendet; der Druck 
des ganzen Bildes ist in gleicher Zurichtung und 
Farbestellung gemacht, es ist also bewiesen, dass jede 



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235 


Neues Druckverfahren für Illustrationen. — Ordnung in den Titel- und Zierschriftkästen. 


beliebige Farbe auf dem Untergrund entsprechend 
tiefer (kräftiger, intensiver), druckt. 

Fine zweite Probe, eine Autotypie, ist mit Pholo- 
graphiefarbe auf den Untergrund gedruckt und ist die 
Wirkung eine der Photographie ähnliche, dem Glanz¬ 
lichtdruck aber fast gleich kommend. 

Eine dritte, ein sechsfarbiges Buntbild, gedruckt 
von Zinkplatten, hat auf dem Untergrund gleichfalls 
eine ganz bedeutend bessere Wirkung, wodurch 
bewiesen wird, dass sich das Verfahren auch beson¬ 
ders für Buntdruck eignet; beide zeigen hohen Glanz 
und zarte mehrfache Tönung der Farben. 

Ganz besonders ist. hervorzuheben, dass durch 
das Verfahren die Textillustrierung von Pracht¬ 
werken mittelst Autotypieplatten eine besonders voll¬ 
kommene und effektvolle sein wird, da die Textbilder 
in einer beliebigen bunten Farbe mit lichtdruckähn¬ 
licher Wirkung gedruckt werden können. 

Was die Kosten für das neue Verfahren an¬ 
belangt, so sind diese nicht höher, als die Differenz 
zwischen Chromopapier und gewöhnlichem Papier. 


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Stachelspalien für Titel 


236 

Ordnung 

in den Titel- und Ziersehriftkästen, 

enn man die Titel- und Zierschriftkästen mit 
Leisteneinrichtung in den Druckereien heraus¬ 
zieht, wird man in den meisten Fällen eine gewisse 
Unordnung in denselben vorlinden. Durch das Ab¬ 
setzen von Zeilen aus den in diesen Kästen unter¬ 
gebrachten Schriften verlieren die Typen den Halt, 
fallen um, schieben sich leicht unter die Leisten und 
sind dann schwer wieder heraufzuholen. 

Versuche, die umgefallenen oder unter die Leisten 
geratenen Buchstaben mit der Ahle oder Pincette 
wieder auf ihren Platz zu befördern, sind nicht leicht 
ohne Lädierung der Bildfläche zu bewerkstelligen, 
kurz, diese Art der Unterbringung der gerade am 
kostbarsten Schriften ist seit jeher und bis zum 
heutigen Tage von den Buchdruckern als ein grosser 
Übelstand betrachtet worden. Dieser Übelstand ist 
ein um so fühlbarer, als die bisherige Unterbringung, 




was demselben gerade eine so hohe Bedeutung gibt. 
Die Herren Erfinder stehen jederzeit mit Kalkulationen 
über die gesamte Druckausführung von Arbeiten zu 
Diensten, eventuell liefern sie auch den Unterdrück 
allein. Das Patent für Deutschland gedenken sie nicht 
zu verkaufen, wohl aber sind sie geneigt, es für das 
Ausland abzugeben. 

Wir müssen gestehen, dass wir diese Erfindung 
als eine epochemachende bezeichnen können. Die 
erzielten Effekte sind so grossartig und in die Augen 
springend, zeigen sieh ganz besonders deutlich auf 
der erwähnten ersten Probe, dass sie Niemandem 
entgehen können. Die eine Hälfte des Bildes erscheint 
matt und kraftlos , die andere auf dem präparierten 
Untergründe kräftig , tief schwarz , dabei rein und voll 
Glanz. 

Weitere Berichte behalten wir uns vor, werden 
auch durch die Güte der Herren Fischer & Wittig in 
der Lage sein, unseren Lesern ein Probebild, gedruckt 
in der neuen Manier in Heft 8 9 vorführen zu können. 


wollte man nur einigermassen Ordnung schaffen, der 
Mitverwendung einer grossen Zahl von Quadraten 
bedurfte, die dann, ohne ihren eigentlichen Zweck zu 
erfüllen, als totes Material in diesen Leistenkästen 
steckten. 

Die Herren Gebrüder Stohenwald in Berlin S. 0., 
Oranienstrasse 174, haben nun in ihren sogenannten 
Stachelspatim ein Material geschaffen, was allen 
genannten Übelständen abzuhelfen vermag. 

Die Stachelspatien sind aus Weissblech gefertigt; 
sie werden beim Einstellen in den Titelschnftkasten 
so zwischen Buchstabengruppen gestellt, dass sie 
etwa um 3 bis 4 Cicero voneinander abstehen. Je 
nach Breite der Buchstaben wird somit eine grössere 
oder kleinere Zahl derselben zwischen je zwei Stachel¬ 
spatien stehen. Für Bestimmung der angegebenen 
Abstände voneinander ist die Erwägung massgebend, 
dass jedes durch Einschaltung von Stachelspatien 
geschaffene Fach nur so gross sein darf, dass ein 
einzeln stehender, sich seitwärts neigender Buchstabe 
nicht Umfallen kann. Die beiderseits vorstehenden 
Stacheln werden durch Andrücken der aufder Signatur¬ 
seite der Buchstaben aufgelegten Leiste in das Holz 
getrieben. Auf solche Weise wird der Gesaintraum 


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237 


Ordnung in den Titel- und Zierschriftkästen. — Schriftprobenschau. 


2.38 


des Kastens in eine grössere Zahl von Fächern mit fest¬ 
stehenden Wandungen zerlegt, innerhalb deren kein 
Buchstabe umfallenkann. Die Anwendung derStachel- 
spatien hat noch den weiteren Vorteil, dass, da die¬ 
selben etwas stärker als die Schriftkegel gefertigt, die 
Leisten etwas auseinander gehalten werden, also die 
Schrift nicht festgeklemmt wird. Setzen und Ablegen 
wird dadurch wesentlich erleichtert. 

Die Stachelspatien werden in allen vorkommen¬ 
den Kegelstärken gefertigt und verdienen besonders 
bei Einstellungen neuer Accidenzschriften , figuren¬ 
reicher Umfassungen . Ornamente , Linien Beachtung. 
Der Preis für je 1000 Stück beträgt: Nonpareille bis 
Korpus M. 4.—; Cicero bis Tertia M. 5.—; Text bis 
Doppelmittel M. 6.—; Doppeltertia bis Dreieinhalb¬ 
cicero M. 7.—; Viercicero bis Sechscicero M. 8.—. 


vor dem Schneiden der Leisten auf dem vollen Brett 
bewerkstelligt werden kann, so möchten wir doch 
der Prüfung, resp. Begutachtung unserer Leser an¬ 
heimgeben, ob diese etwas kompliziertere Einrichtung 
nicht doch grössere Sicherheit bietet, wie die Stachel¬ 
spalien, die, zumal in den kleinen Graden nicht 
so leicht sicher und gerade mit der Hand einzusetzen 
sind. 

Auf jeden Fall betrachten wir es als unsere Pflicht, 
auf diese uns lange Jahre bekannte Frankesche Ein¬ 
richtung hinzuweisen. Wie wir hören, hat Herr 
Franke diese von ihm erdachte Einrichtung seiner 
Zeit auch der Typographischen Gesellschaft in Leipzig 
vorgelegt. 



Vignette und Itauptzeilo von J. G. Scheiter Giesecke, die übrigen Zeilen von Genzsch & Hoyse. 


Doch, »es gibt nichts Neues unter der Sonne*. 
Vor etwa S Jahren schon übergab uns unser 
alter Mitarbeiter Herr Carl August Franke in Leipzig, 
der rühmlichst bekannte Herausgeber vieler Hand¬ 
bücher über die Buchdruckerkunst und ihre Zweige, 
das kleine Modell eines Leistenkastens, in welchem 
eine ganz ähnliche Einrichtung auf folgende Weise 
getroffen war. Franke halte die Leisten in Abständen 
von etwa 20 mm mit einem ’/* Petit tiefen Einschnitt 
versehen. In die sich gegenüber stehenden Einschnitte 
nun waren Blechstücke in Form der Stolzenwald- 
schen Spatien, doch ohne Stachel, eingeschoben und 
bildeten auf diese höchst sichere und einfache Weise 
eine Anzahl Fächer, in der die Schrift ganz ebenso 
untergebracht wurde, wie bei den aus Stachelspatien 
gebildeten Fächern. 

Wenn bei der Frankeschen Weise ein Ein¬ 
schneiden der Leisten nötig wird, was ja aber mit 
einer Kreissäge leicht und genau möglich ist, auch 


Sehriftprobensehau. 

in im modernen Accidenzsatz für merkantile 
Arbeiten gern verwendetes Material bilden die 
Vignetten in der von uns auf Seite 239/40 vorgeführten 
Art. Die Firma Paul Leutemann in Leipzig hat kürz¬ 
lich eine grössere Anzahl derartiger Polytypen ver¬ 
öffentlicht, von denen wir im vorliegenden Heft einige 
zum Abdruck bringen. Dieselben zeigen neben einer 
durchaus modernen Zeichnung einen ganz sauberen 
Schnitt und werden sich oft mit Vorteil verwenden 
lassen. Werden die etwas schwerer in der Zeichnung 
ausgefallenen Vignetten mit dem sie begleitenden 
übrigen Satz in einer der gegenwärtig für derartige 
Arbeiten sehr beliebten gebrochenen Farben (Blau¬ 
schwarz. Grünschwarz etc.) gedruckt, so wird das den 
durch sie erzielten Effekt noch erhöhen. 

Von der Firma Benj. Krebs Nach/, erhielten wir 
das schön ausgestatlete 8. Heft der von ihr heraus- 

li 



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23',) 


Schriftprobenschau. 


24t) 


gegebenen Typographischen Neuigkeiten. Dasselbe 
enthält neben den von der altberühmten Giesserei in 
neuester Zeit herausgegebenen Novitäten auch ver¬ 
schiedene Aufsätze von allgemeinem Interesse. So 
zunächst einen ganz interessanten Artikel über An- 
noncenzatz von J. Bileg in Wien. In demselben wird 


ist. Das Vermischen von Fraktur und Antiqua und die 
Achtlosigkeit bei Sperrungen wird streng verurteilt. 
Schliesslich wird auch die fast ausschliessliche Ver¬ 
wendung von fetten Linien als Inserateneinfassung 
als dem allgemeinen Fortschritt des Buchdrucks nicht 
mehr entsprechend bezeichnet und der Wunsch aus- 




Yignetten von Paul Leutemann, Leipzig. 

Serie E. 


^ NOVITÄT 




Speisen-Karte \ 

-'- 


No. 47 (durchlocht). u M. 5.- 


geraten, die selbst in den bestsituierten Zeitungen 
noch immer wieder verwendeten Schriften längst ver¬ 
alteten Schnitts endlich gegen solche zu vertauschen, 
welche unserem heutigen Geschmack und dem Schön¬ 
heitssinn mehr entsprechen. Dann wird darauf hin¬ 
gewiesen , dass man auch im Annoncensatz dem 
Zeilenfall bei einigem guten Willen mehr Aufmerk¬ 
samkeit widmen könnte, als es heutzutage Regel 


gesprochen, dass auch liier eine moderne Ausführung 
Platz greifen möge. 

Ein zweiter Artikel beschreibt einen Linienbieg¬ 
apparat und erläutert dessen Verwendung. Unter 
»Mannigfaltiges« und in der »Plauderecke« werden 
noch verschiedene kleine interessante Notizen 
gebracht. Von den zahlreichen Novitäten wollen wir 
hervorheben eine Serie — Tintenkleckse , vielleicht das 


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241 


Satz und Druck unserer Probeblätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften und Bücherschau. 


212 


kurioseste Erzeugnis, welches jemals eine deutsche 
Giesserei auf den Markt brachte und deren Existenz¬ 
berechtigung uns als Type ebensowenig einleuchten 
will, als diejenige ihrer Originale im gewöhnlichen 
Leben. Sehr nett sind dagegen die neuen Karteii- 
ornamente und Schlussstücke. Ein Doppelblatt bringt 
Anwendungen von neuen Eckfüllunyen und mehr¬ 
farbigen Einfassungen. An Schriften bringt das Heft 
je eine Garnitur Original-Schwabacher, Schmale Acci- 
dens- Gotisch, halbfette Mcdiueval-Kursiv, breite 
Renaissance; ferner eine sehr schöne französische 
Antiqua mit Kursiv, eine fette Steinschrift und zwei 
Zierschriften moderner Art. 

Wir hatten Gelegenheit, in Heft 5 dieses Bandes 
den Eingang des grossen Musterbuchs der Ersten 
Mannheimer Holztypenfabrik , Sachs & Co. in Mann¬ 
heim , mit anerkennenden Worten über die bewährten 
Erzeugnisse dieser Firma zu registrieren. Inzwischen 
ist uns nun noch eine Ausgabe dieser Muster in 
kleinerem handlicherem Format zugegangen, die noch 
manche Novität an Schriften und Einfassungen, ein- 
und mehrfarbig, enthält und die von Neuem beweist, 
dass die Firma Sachs & Co. ihren alten wohlver¬ 
dienten Ruf, eine der ersten Institute für Holzschriften 
und Utensilien zu sein, wohl zu wahren weiss und 
dass sie bezüglich der Güte ihrer Fabrikate und ihrer 
Leistungsfähigkeit im allgemeinen bisher von keiner 
Konkurrenz übertrofTen werden konnte. 

Von C. Kloberg in Leipzig liegt dem heutigen 
Heft eine Ornamentenprobe bei; wegen Raummangel 
können wir eine Besprechung, sowie Figurenver¬ 
zeichnis erst im nächsten Heft bringen. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

latt Z enthält 3 Formulare von Mitteilungen; für 
1 und 3 wurden Vignetten von Ludwig d'' Mayer, 
für 2 die Italienische Einfassung von Theinhardt zur 
Ausschmückung gewählt. Ferner fanden Verwend¬ 
ung für 1 die magere und halbfette Zirkular von Lud- 
wig <f - Mager, für 2 die Kaiser-Gotisch und Initiale 
von Wcisert. ferner eine neue, schöne Schreibschrift 
von Scheiter <& Giesecke (s. Probe Heft 5), für 3 die 
schöne Barokko-Schreibschrift von Genzsch & Hegse. 
Durch Benutzung eines blauen Tones, gemischt aus 
Miloriblau und Weiss und braunem Aufdruck erhielt 
das Blatt ohne besondere Umstände ein gefälligeres, 
lebhafteres Aussehen. 

Blatt Dd gibt das Muster der Vorderseite eines 
originellen Bücherumschlags mit angefiigtem Rücken. 
Die Einfassung geht, wie die Umfassungslinie andeutet, 
bis an die äussersten Ränder des Papiers heraus, so 


eine von den gewöhnlichen Formen abweichende 
Ausschmückung des Umschlags bildend. Die neue, 
gefällige Viktoria-Einfassung von A. Numrich & Ko. 
(Leipzig) fand für diese Arbeit vorteilhafte Verwend¬ 
ung. Die offenen Felder unten und oben ziert ein 
Schlussornament von Wilhelm Gronau. Angaben über 
die zum Druck verwendete Farbe enthält das Blatt 
selbst; wir werden dies in Zukunft bei unseren Blattern 
zumeist so hallen. 

Einen zweiten Umschlag enthält Blatt V. Wir 
benutzten ein Original der von uns öfter rühmlich 
genannten Brühlschen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) 
in Giessen, um dasselbe mit ähnlichem, uns zur Ver¬ 
fügung stehendem Material wiederzugeben. Auch 
dieser Umschlag, im Original Blau auf blaugraues 
Papier gedruckt, lässt sich ohne Zweifel als eine sehr 
gefällige Arbeit bezeichnen. Sehr hübsch fanden die 
beiden Vignetten der Schriftgiesserci Flinsch auf der 
Vorder- und Rückseite Verwendung, einen originellen 
Schmuck bildend und ein sehr gefälliges Arrangement 
des Ganzen ermöglichend. Der zur Anwendung gekom¬ 
mene grünliche Ton wurde gemischt aus Weiss und 
einer Kleinigkeit hellem Seidengrün. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Blatt Z. 1. Sämtliches Material von Ludwig & Mayer, 
ausser der Zeile Telegramm-Adresse etc., welche von Brcndler 
& Marklowsky. 2. Randeinfassung von Flinsch. Haupt¬ 
einfassung lind von Theinhardt. Heinrich Angermann 

Zwickau von Wcisert, Schreibschrift von Scheiter & Giesecke. 
3. Vignette und Füllstücke von Ludwig & Mayer. Schrift 
von Genzsch & Heyse, 

Blatt Dd. Einfassung von Numrich &. Co.. Reisen in 
Ost-Afrika und Zug von Flinsch, die übrige Schrift von 
Woellmer. innere Schlussstücke von Meyer & Schleicher, 
äussere von Gronau. 

Rlalt Y, Vignetten von Flinsch, Viertelkreis, Füllstücke 
und äussere Spitze von Ludwig & Mayer, 4444 von Bauer 
& Go., A. Reitzenstein etc. von Nies Nachf, Wein-Handlung, 
Material- und Farbtcaaren-Hamllung von Bcnj. Krebs Nachf., 
Fr. Bantlau etc. von F.mil Berger, die übrigen Schriften 
von Brendler & Marklowsky. 


Zeitschriften und Btiehersehau. 

— Von dem Pracht werk >Der Omamentenschatz *, Ver¬ 
lag von Julius HofTmann in Stuttgart, liegen uns heute die 
Lieferungen 7—11 vor. Wenn wir hervorheben, dass dieses 
Werk bereits in zweiter Auflage erscheint, so ist ein näheres 
Eingehen auf den überaus reichen Inhalt desselben wohl 
nicht nötig. Erwähnen wollen wir nur noch. dass der 
Preis — ein Heft mit 4 vorzüglichen Farbendrucktafeln 
kostet nur 1 Mark — ein iiusserst massiger zu nennen ist, 

14* 



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243 Mannigfaltiges. 244 


so dass es jedermann möglich sein wird, sich hiermit ein 
wirklich gutes Werk anzuschaffen, dasselbe wird der 
guten Förderung des Geschmackes im Deutschen Kunst¬ 
gewerbe gewiss grosse Dienste leisten. 

— Öl- und Buchdruckfarben, Praktisches Handbuch 
für Firnis- und Farbefabrikanten von Louis F.dgar Andcs 
betitelt sich ein 19 Bogen starkes Buch, welches in Hart¬ 
lebens Verlag in Wien, Pest und Leipzig zum Preise von 
M. 4.— bez. M. 4.80 erschienen ist. Der in Fachkreisen 
bestens bekannte Verfasser hat sich hier ein Thema erwählt, 
welches seitens fachlicher Schriftsteller bisher nur wenig 
Beachtung gefunden. Da namentlich die Flamm- und 
Lampenrusse, die schwarzen und bunten Buchdruckfarben, 
sowie die maschinellen Vorrichtungen hierzu eine sehr 
eingehende Besprechung in diesem Werke gefunden haben, 
so wird dasselbe in Fachkreisen gewiss hohes Interesse 
erregen und wollen wir nicht unterlassen, dasselbe hiermit 
bestens zu empfehlen. 

— Das 21. Heft des Universum bringt einen inter¬ 
essanten Beitrag zu der Strike-Bewegung der Kohlen-Berg- 
leute unter dem Titel »Jakob der Reformer- von F. Meister. 
Ausser den Fortsetzungen der beiden laufenden Romane 
enthält es noch einen illustrierten Artikel über »Die deutsche 
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger«, Schilderungen 
ans den Goldfeldern von Damaraland. eine Biographie des 
Kriegsministers Verdy du Vernois, einen Aufsatz über 
Hausgymnastik etc. etc. Ein reicher Bilderschmuck ver¬ 
vollständigt den überaus interessanten Inhalt dieses Heftes. 

— t Theorie und Praxis des reinen oder eigentlichen 
Anthpiar-Ruchhandels. Ein Handbuch für jeden Buchhändler, 
von Hans Blumenthal. Iglau 1889, Selbstverlag des Ver¬ 
fassers. — Dieses nur 24 Oktavseiten starke Schriftchon 
ist ein Separatabdruck aus dem »Universal-Nachschlagebuch 
des ganzen buchhändlerischen Wissens«. In demselben 
werden dem angehenden Antiquariats-Buchhändler und 
denen, die sich sonst für diesen Geschäftszweig interessieren, 
über alle einschlägigen Verhältnisse bibliographischesWissen, 
Verkehr mit allen buchhändlerischen Zweigen, offerieren 
antiquarischer Bücher, Kataloge etc., erschöpfende und 
durch Beispiele und Illustrationen erläuternde Belehrungen, 
geboten. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. Am 1. Juni 1889 feierte die älteste 
Zeitung Würtembergs, die liiedlinger Zeitung ihr etwa 
175jähriges Bestehen durch Herausgabe einer Kopie ihrer 
Nummer vom 15. März 1720 nebst Beigabe eines »Extra- 
blättlein«, enthaltend Notizen über die Gründung der 
Druckerei/lurch Valentin Ullrich vor 1710 und die Gründung 
des fragl. Blattes vor 1714. Druckerei und Blatt befinden 
sich auch heute noch im Besitz der Familie Ullrich. — 
60jährige: Am 13. April der Faktor der Buchdruckerei 
J. C. F. Pickenhahn & Sohn in Chemnitz , Herr Hermann 
Lehmann. — Am 16. Juni der Buchdruckereibesitzer I). H. 
Zopfs in Leer in Oslfriesland. 50jährige: Arn 21. April der 
Schriftsetzer Ludwig Burkes in der ßärcnsprungschen Hof¬ 
buchdruckerei in Schwerin. — Am 11. Mai der Setzer 
August Hecht in Leipzig. 

— Gestorben: In Meissen der Faktor Lern der Offizin von 
Klinkicht & Sohn im 72. Jahre. Nur noch 14 Tage fehlten, 
dann hätte dieser treue Mitarbeiter der Firma das ab. 


Jahr seiner Thätigkeit in derselben feiern können. Der 
Verstorbene war Inhaber der grossen silbernen Verdienst¬ 
medaille und des allgemeinen Ehrenzeichens. 

— Geschäftliches: In die Firma Bär & Hermann in Leipzig 
ist an Stelle des verstorbenen Herrn Johann Gustav Bür 
der Sohn desselben Herr Wilhelm Bär eingetreten. 

— Auszeichnungen: Auf der »Internationalen Aus¬ 
stellung zu Melbourne« wurde der Ersten Mannheimer 
Holztypenfabrik Sachs (C~ Ko. der erste Preis zuerkannt. — 
Auf derselben Ausstellung wurde Wilhelm Gronaus Buch¬ 
druckerei und Schriftgiesserei mit dem zweiten Preise ausge¬ 
zeichnet. 

— Noch einmal das Amerikanische Illustrationspapier. 
Unsere Briefkastennotiz im letzten Heft, in welcher wir 
einen Artikel über dieses wichtige Papier für das vorliegende 
Heft ankündigten, (siehe Spalte 232) scheint unter den 
renommiertesten Buchdruckern Deutschlands grosses Inter¬ 
esse erregt zu haben. Sofort nach Ausgabe des 6. Heftes 
bat uns Herr A. Wohlfeld in Magdeburg, gleichfalls ein 
Meister im Illustrationsdruck, wie auf allen übrigen Gebieten 
unserer Kunst, um einen Korrekturabzug jenes Artikels, 
um zu prüfen, inwieweit seine Erfahrungen den unsrigen 
gleichen. Herr Wohtfeld, auf dessen Urteil wir den höchsten 
Wert legen, schreibt uns nun: 

»Antwortlich Ihres geehrt. Gestrigen freue ich mich, 
den Ansichten, die in dem Artikel über das amerikanische 
»Art printing paper« niedergelegt sind, voll und ganz bei- 
stimmen zu können und ich bin so frei, einige in meiner 
Druckerei hergestellte Holzschnittdrucke beizufügen. Ich 
interessiere mich seit Langem für dieses Papier, aber die 
ausführlichsten Briefe und Hinweisungen, wie persönliche 
Rücksprache mit einigen unserer Fabrikanten, alles ist 
vergeblich gewesen und ich habe schliesslich einsehen 
müssen, dass unsere deutschen Fabrikanten das Geheimnis 
der Herstellung jenes amerikanischen Papieres •noch nicht 
ergründet haben. Die deutschen Versuche sind nichts weiter 
als mit einer sehr dünnen Schicht belegte Matt-Glaces. 
Bei den amerikanischen Produkten ist der Aufstrich dünner, 
auch inniger mit dem Papierstoff verbunden, und daher 
bricht die aufgetragene Präparation nicht, wenn man das 
Papier falzt. Auch noch die besten deutschen Erzeugnisse 
haben, mit anderen feinen Illustrationsdruckpapieren ver¬ 
glichen, eine hässliche, schmutzig graugrüne oder gelbgraue 
Farbe. Schön reine zarte Töne zu erzielen, ist meines 
Wissens hier noch keiner Fabrik gelungen. AVas nun den 
Druck anlangt, so wird der iin Trockendruck geübte 
lllustrationsdrucker ihn leichter ausführen können, als 
ein Maschinenmeister, der gewohnt ist, seine Zurichtungen 
für gefeuchtete Papiere zu machen. Schnitte mit grossen 
dunklen Partien sehen leicht speckig darauf aus, dagegen 
eignet sich das Papier vorzüglich, wie in dem Artikel 
sehr richtig gesagt ist, für lichte, feine Schnitte und ins¬ 
besondere für Atzungen. Meiner Erfahrung nach darf 
das Papier nicht einmal feuchter Luft ausgesetzt werden, 
sonst wird man sehr bei mit Farbe gut zu deckenden 
dunklen Stellen mit »Putzen« — abgerissenen Kreideteilchen 
— zu kämpfen haben. Namentlich hat sich dieser Übelstand 
bei sehr grossen Auflagen und bei stark angeriebenen bunten 
Farben eingestellt. Auch daraus geht hervor, dass das 
amerikanische Papier noch etwas anderes ist, denn man 
druckt drüben mit stärkeren Farben als hier bei uns. Ich 
halte die deutsche Nachahmung für keine besonders em¬ 
pfehlenswerte Neuheit, weil das Papier beim Fortdrucken 
und beim nachherigee Glätten mehr Schwierigkeiten 


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Mannigfaltiges. 


216 


bereitet, als unsere alten, gut satinierten lllustrations- 
Druckpapiere, auf welchen man, wenn es sich um schwere 
Holzschnitte handelt, auch denselben «Effekt* erreichen 
kann, als auf dem «Amerikanischen Papier*, das uns unsere 
Fabrikanten zunächst bieten. Gewiss haben diese Art 
Papiere eine grosse Zukunft, indessen erst, nachdem es 
gelungen sein wird, das richtige Verfahren zu finden, 
welches einesteils alle Poren gut verscldiesst und schön 
reine Farben ergibt, aber auch den Aufstrich nicht zu sdhr 
hervortreten lässt, damit derselbe beim Kniffen nicht bricht, 
nicht zu sehr ins Auge fällt und sieh beim Anfühlen nicht 
unangenehm bemerkbar macht.« 

Auch dieser Brief beweist, dass unser Urteil über das 
Papier ein richtiges ist. So schön auch die in dem Briefe 
erwähnten Proben ausgefallen sind, weil prachtvolle Schnitte, 
geschmackvoller Satz lind ausgezeichneter Druck zu ihrer 
Herstellung in Verwendung kamen, das speckige Aussehen 
des Papiers, das unangenehme Gefühl beim Angreifen desselben, 
die schwierige Verarbeitung und die oft geradezu hässliche 
Farbe sind docli nicht wegzuleugnen. Wir müssen es 
deshalb nochmals als eine arge Verirrung bezeichnen, 
wenn man sogar soweit gegangen ist, dieses Kunstdruck¬ 
papier zu Werken zu verwenden und es kann nicht 
ausbleiben, dass man dies bitter zu bereuen haben 
wird. Aus allen diesen Gründen müssen wir die Erfindung 
der Herren Fischer & Wittig (siehe Artikel: Ein neues 
lllustrationsdruckverfahren) willkommen heissen; sie bietet, 
was wir brauchen, was unseren Arbeiten die höchste 
Vollendung sichert, eine vortrefflich aufnahmefähige Grund¬ 
fläche, die durch Druck, also durch die Arbeit des Buch¬ 
druckers selbst, nicht aber durch Kreidestrich geschaffen 
worden und nicht allen den Zufälligkeiten ausgesetzt ist, 
wie dieser letztere. Die uns für Heft 8/9 in Aussicht ge¬ 
stellte Probe der Herren Fischer & Wittig dürfte bei dem 
Interesse, welches das Illustrationspapier gegenwärtig in 
Buchdruckerkreisen erregt, besondere Beachtung seitens 
unserer Leser finden und dankbarst begrüsst werden. 
Herrn Wohlfeld danken wir gleichfalls bestens für das 
Interesse, welches er dieser Angelegenheit entgegenbrachte. 

— Für die Festlichkeiten bei Gelegenheit der dies¬ 
jährigen Buchhändler-Ostermesse hatten wieder eine Anzahl 
renommierte Leipziger Offizinen ihr Bestes in Herstellung 
eleganter Druckarbeiten geleistet. So lieferte die Offizin 
von Carl Marguart, von ihrer Gründung an durch vor¬ 
zügliche Leistungen bekannt, die prachtvoll in Farbendruck 
ausgeführte Speisen- und Weinkarte für das Mittagessen 
in der Börse, Grnmbach (Curytz) ein Tafellied mit farbiger 
Zierleiste und die Buchbinderei von Baumbach & Co. ein 
reizend in braunes Leder gebundenes, mit Goldschnitt 
geziertes Taschenbuch für Buchhändler. Den Deckel dieses 
Taschenbuches zieren die Symbole des Buchhandels: Eule 
und Krebs unter sinnreicher Hinzufiigung der Feder und des 
Merkurstabes. Das in 4 Farben gedruckte Kalendarium etc. 
ist eine wie immer stilvolle und gediegene Arbeit der 
Drugulinschen Offizin in Leipzig, das Papier lieferte 
Ferdinand Flinsch und das Vorsatzpapier J. G. Fritzschc, 
beide ebenfalls in Leipzig. Das prachtvolle Büchelchen 
macht diesen Firmen alle Ehre. Der zuerst erwähnten 
Speisenkarte der Offizin von Carl Marquart seien hier noch 
einige spezielle Angaben gewidmet. Dieselbe erhielt ihren 
vernehmlichen Schmuck durch ein graziöses, in 12 Farben 
gedrucktes Gewinde von Weinranken und Trauben, das 
sich von der oberen linken Ecke aus, an der oberen Quer¬ 
seite und der linken Längsseite hinzieht und so den 


einfach elegant gesetzten und gedruckten Text umgibt. 
Der Druck ist ein ganz vortrefflicher, die Farben sind schön, 
dabei dezent gewählt, das Register ist ein vorzügliches. 
Diese, der genannten Offizin zu grösster Ehre gereichende 
Arbeit, hoffen wir unseren Lesern in einem späteren Heft 
vor Augen führen zu können, da uns die Platten in freund¬ 
lichster und bereitwilligster Weise zur Verfügung gestellt 
worden sind. 

— Die Buchgewerbliche Ostermessausstellung im Deutschen 
Bitchhändlcrhaus in Leipzig, welche der Börsenverein der 
deutschen Buchhändler alljährlich zur Kantate-Versammlung 
veranstaltet, bot auch diesmal des Interessanten sehr viel. 
Gegenüber den früheren Ausstellungen trug die diesjährige 
einen vorwiegend historischen Charakter und gab dieselbe 
ein vollständiges Bild von der Entwickelung der graphischen 
Künste von der Erfindung der Buchdruckerkunst bis auf 
die neuesten Errungenschaften auf diesem Gebiete. 

— Die diesjährige vom Mitteldeutschen Papierverein 
veranstaltete Messausstcllung im Eldorado zu Leipzig war 
gleich den in den letzten beiden Jahren stattgefnndenen 
recht zahlreich beschickt und kann als die bis jetzt ge¬ 
lungenste bezeichnet werden. Ausser dem eigentlichen 
Papier- und Sclireibwarenfache waren auch sehr viele den 
Buchdrucker interessierende Gegenstände vorhanden. 

— Konservierung der Treibriemen, ln einem englischen 
Fachblatte erteilt ein Maschinenmeister auf langjährige 
Erfahrungen beruhende Ratschläge, die Treibriemen mög¬ 
lichst lange zu erhalten. Er sagt: «Seit den letzten 25 
Jahren habe ich jeden Sonnabend Abend die Riemen an 
meiner Maschine umgewendet auf die Scheibe gelegt und 
die nun aussen liegende innere Seite mit gut warmem 
Wasser und Soda gewaschen, wozu ich mich baumwollener 
Lappen bediente. Dann schabte ich mit der Kante eines 
Stückchens Blech die Fläche rauh, wusch nochmals mit 
warmem Wasser und liess trocknen. Mit dem von den 
Wellen abgelaufenen Öl rieb ich tüchtig ein. Während 
dieser Operationen liess ich die Maschine langsam laufen*). 
Das Waschen hat möglichst schnell zu geschehen, damit 
sich der Leim an den Verbindungsstellen nicht auflöst. 
Nach dieser Behandlung lasse ich den Riemen bis Montag 
früh ruhig auf den Scheiben. Letztere halte ich stets sehr 
rein. Ich habe mich schon lange gewundert, wie gut sich 
meine Riemen bei so wenig Mühe erhalten haben. Seit 
den letzten zehn Jahren habe ich keines neuen Riemens 
bedurft. 

*) Das ist freilich eine etwas gefährliche Manipulation, zu der wir 
nicht raten können. Hs wird auch ohne Laufen lassen gehenJ 

__ Red. d. Archiv. 

Briefkasten. 

Herrn C. W. A., ß. Es haben in letzter Zeit »Raritäten« 
in den Heften des Archiv keine Aufnahme tinden können, weil der 
Raum für nötigere Artikel in Anspruch genommen war, Stoff ist noch 
genügend vorhanden. Was nun Ihre Klage betrifft, so möchten wir Sic 
über die fragl. Angelegenheit mit dem Hinweiso beruhigen, dass dies ein 
einfaches, freilich nicht gerade lobenswertes Konkurrenzraanöver Ihres 
Kollegen ist. Aus der gesandten Arbeit desselben ersehen wir, dass 
der Mann noch lange nicht auf der Höhe ist um Andere kritisieren 
zu können; besonders der untere Teil des architektonischen Aufbaues 
ist ganz verfehlt, auch sind sonstige Yerstösse genug vorhanden. An 
Ihrem Kopf tadeln wiT die vielen verschieden ornamentierten, deshalb 
sehr unruhig wirkenden Füllungen, wie die unvermittelte Einfügung 
der fettfeinen Linie. Im Übrigen aber zollen wir den Bestrebungen 
Ihrer Offizin, sich als Provinzialdruckerei über das Mass alltäglicher 
Leistungen zu erheben, volle Anerkennung. — Herrn A. VV, M. Sie 
haben recht; es ist eine sonderbare Idee einen zusammengehörigen 
Rand auT zwei, noch dazu so verschiedenartige Papiersorten zu 
drucken. In dieser Hinsicht sollte der Verleger doch nicht ausschliess- 


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Mannigfaltiges, — Annoncen. 


•2f7 

lieh seien Idealen folgen. — Herrn A. K. in Z. Verzeihen Sie. wenn 
wir Ihnen Erfüllung Ihres Wunsches vor dem Monat Oktober nicht 
versprechen können. Unser Herr Walriow ist durch eine ihn im 
Monat Januar betroffene sehr ernste Krankheit gezwungen, zur Kur 
einen längeren Aufenthalt ausserhalb Leipzig zu nehmen, kann deshalb 
das von Ihnen Gewünschte in nächster Zeit weder bearbeiten, noch 
auch dessen Ausführung überwachen. So Gott will, wird es ihm aber 
möglich werden, neu gestärkt, das Gewünschte später zu beschallen. 
Sie und alle Leser des Archiv, welche Wünsche etc. haben, bitten wir 
um Nachsicht für die nächsten Monate. — W’sche Hofbuchdruckerei. 
Wir sind der Meinung, dass es besser ist. auf das fragliche Institut 
nicht erst noch besonders aufmerksam zu machen. Es wird bekannt¬ 
lich nichts so heiss gegessen, 'wie es gekocht wird. Den Verlegern, 
wenigstens den guten, wird es ja garnicht einfallen, eine grosso 
Zahl von Offerten zu prüfen, weil das immerhin keine kleine Arbeit 
ist und der Verleger ja in den meisten Fällen das Kenommce des aus¬ 
wärtigen Druckers garnicht kennt, also garnicht weiss, wie er ihm die 
Arbeit ausführen wird. Ebenso wenig werden es sich die meisten Buch¬ 
drucker einfallen lassen, fortwährend umständliche Berechnungen zu 
machen, die doch schliesslich keinen Erfolg haben. 


Zur gefälligen Beachtung! 

Die Hefte 8 und 9 erscheinen, wie in früheren 
Jahren, so auch diesmal als reich ansärestattetes 
Doppelheft am 15. August. Wir bitten davon 
gefälligst Notiz nehmen zu wollen. 

JiedahtioH den Ar chic. 


2 iS 


Inhalt des 7. Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. — Ein englisches Fachblatt 
über den deutschen Accidcnzsatz. — Amerikanisches Illustrationspapier. 
— Neues Druckverfahren für Illustrationen. — Ordnung in den Titel-und 
Zierschriftkäston. — Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer 
Probeblätter. — Zeitschriften und Büchorsehau. — Mannigfaltiges. — 
Annoncen. — Aeclilenzmuster 1 111 Text: 1 Adrcsskartc, I Einladungs¬ 
karte, i Briefköpfe. 1 Rechnungsköpf, 1 Vignette, 1/ Kopfleiste. - 
Beilagen: 1 Blatt Mitteilung.^— 2 Blatt Umschläge/— 1 Blatt Ein- 
fassungsprobe von C. Kloberg. ^ 

Das Heft enthält im Ganzen 4 Hellugen. Für das Beiliegen der 
fremden BcIIukcii kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
Kurtintiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen: In 12 Monatsh eften. (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft! Jedesmal in 
der ersten Mmiatswnelie. Für komplette Lieferung, innbewouien? voll¬ 

ständige Beihilfen, kann nur ilen vor Erscheinen des 2. Heftes ganzjährig Aboti- 
atereiub-u gummiert werden. 

Bezugsquelle: Jette ßuclihaiulluug; auch direkt vorn Verleger unter Kreuzband. 

Preis: M. 12. unter Kreuzband direkt M. 18,50 nach ausserdeutschen Ländern 
M. 11,40. Nach komplettem Erscheinen Freie pro Band M. 15, - exkl. Porto. 

Annoncen: Preis nm Petitzeile 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. TU*i häufiger 
Wiederholung ltaoatt. Knetenaiwlilage sofort. Jfetriie** vor Alnlnick zu 
zahlen, andernfalls 25 Pf. Extragebuhr. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Belejfhefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50 2,50 

Beilagen : Qnartblnit M.20. nmfiuipn»ichen»Je muh Gewicht M. 25 etc. Aull. U>.V}, 

Novitäten in Originalguss finden Anwendung im Text und auf den Musderblättem 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als EnlM*hädigung 
für die durcli die Aufhahmi* erwachsenden Müllen und Kosten Eigentum des 
Verlegers Ideiben. Giessereien, welche dies nicht wünschen, wollet» sich 
besonder» mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Origrinal-Platten gelten wir ab, liefern auch Farben, 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen halfen 
wir Blank«»Vordrucke nm Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessereien liefern wir zu Original preisen. 


Textschrift von BenJ. Krebs Xachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Überschriften von Einil Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
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Ihr Ersuchen um ein Zeugnis Uber den mir 
vor Jahresfrist gelieferten sechswalzigen Kalan¬ 
der legte mir die Frage nahe, ob es wohl mög¬ 
lich sei, dieses vortrefflich arbeitende Satinier- 
werk in Zukunft mit noch weiteren Verbesserungen 
herzustellen. Fast könnte man geneigt sein, dies 
zu verneinen, da aber im Maschinenbau ein 
Stillstand erfahrungsgemäss undenkbar, so kann 
man nur wünschen, dass Ihnen diese etwaigen 
Neuerungen in gleicher Vollkommenheit glücken 
möchten, wie eine solche ihre jetzige Bauart 
aufweist. 


gieren? & iHeufd? 
2Tteffin$limen>3aI>rif 

(Rüluonoplajlif, Stereotypie 

j <8< tteipjig » 


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Wcv/Av tVfiH'äur-, fta ntfci. 


^>*Carl Abels 

itR XylograiohischeAiista.lt 
LEI PJEIC.Körnerstt. 31 . 


«I 


3ni!iiinir|iiMiiniiifPiiifiifrniiinniiiiiiiiiiinnrnTnfihjMünS- 


Lichtdruck-Anstalt 


Holzschnitt, Zinkätzung 


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3CLi'Miu.iiüri»i]innuiJiiiaiiui!i:ririmninii 


C. KLOBER* 


LEIPZK 


Schriftgiesserei 


Messinglinienfabrik 


Galvanoplastik 


Yr;V:YYYiY.VY,$./rV^,YY^^Y; Y;i?Y. ^Y:YY|YYr-,Y YY,'v ,y 


Linien-Ornamente. Serie 73 


Figuren-Verzeichniss auf besonderem KJatte. 


. . , ^ m , , , ,, 




■Einfas»urigen alleii 


Eingetragen in das Muster-Register. 


Diese Ornamente sind zum Ansatt von Viertelpetitlinien auf Pariser Kegel eingerichtet. 











































































































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Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 


(Fortsetzung.) 



eie Walzen. deren inan sich für Buntdruck 
möglichst besondere hält, sind von der vor- 
her benutzten Farbe sorgsamst zu reinigen; 
besonders wenn sie Foren und Risse haben, muss 
man sie am besten mit einer kleinen, weichen Bürste 
und gutem Terpentin an diesen fehlerhaften Stellen 


Bei sehr porösen Walzen ist es geraten, mit einem 
spitzen Hölzchen etwas Farbe in die Poren zu 
schmieren; man hat auf diese Weise einen weitern 
Schutz gegen das Heraufdringen etwa noch vor¬ 
handener alter Farbereste. Will man es ganz gut 
machen, so reinige man Walzen, die nicht ganz 
zuverlässig erscheinen, noch einmal mit Terpentin, 
nachdem man sie mit Farbe eingerieben hat und 
wiederhole dann das Einreiben. 

An der Maschine müssen alle Metallwalzen, wie 
der Farbekasten, gleichfalls vollständig rein sein, 
ebenso die Platten in allen ihren Teilen. 



Vignette von Emil Berger, Schriften von Scheiter .S Giesecke, Rudhardt & Pollak und Wilhelm Gronau. 


tüchtig überbürsten, denn die in den Poren enthaltene 
Farbe zieht sich beim Drucken wieder an die Ober- 
iläche, vermischt sich mit der neuen Farbe und 
verunreinigt sie. Nach dem Reinigen mit der Bürste 
reibe man die Walzen noch einmal mit einem in 
Terpentin getränkten Lappen ab, lasse sie trocknen 
und reibe sie dann vor dem Gebrauch auf dem Farbe¬ 
stein tüchtig mit der zu verwendenden Farbe ein. 


Bei Buntdruck ist das Schliessen der Platten mit 
Ilolzstegen möglichst zu vermeiden, da sie nie so 
reinlich sind wie Bleistege. Der Pressendrucker hat 
sieh ferner in Acht zu nehmen, dass er beim Aufträgen 
mit der Walze nicht seine etwa noch mit alter Farbe 
beschmutzte Schürze berührt, was natürlich die 
Walze verunreinigen und schmutzigen Druck er¬ 
zeugen würde. 

15 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


2öt> 


200 


Für das Quantum bunter Farbe , welches man 
zum Druck einer gewissen Auflage braucht, ist in 
erster Linie natürlich die Ausführung der Platte resp. 
Form, in zweiter Linie aber die Güte und Deckkraft 
der Farbe massgebend. Der beste Ratgeber wird 
hierbei immer die eigene Erfahrung bleiben. Ein 
geübter Buntdrucker hat das zu der ihm übergebenen 
Arbeit nötige Quantum gewissermassen im Griff und 
erspart somit Material und Zeit, da er kaum viel 
mehr Farbe anreiben wird, als er gerade zu der 
Auflage nötig hat. Selten kann man angeriebene 
Farbe nach längerer Zeit wieder gebrauchen, es ist 
aus diesem Grunde geraten, nur das äusserst nötige 
Quantum anzureiben und es schadet weniger, wenn 


Zusatz von Firnis benimmt ihnen das Feuer und 
erzeugt nach dem Trocknen, besonders wenn Kremser- 
weiss zur Anwendung kam, auf dem Druck eine feine 
weisse Staubschicht, welche das Aussehen sehr beein¬ 
trächtigt. Man versäume also nicht, bei hellerm 
Abtönen der Farbe durch Weiss auch Firnis zuzu¬ 
setzen; ist dieses Abtönen aber nur in geringem 
Masse notwendig, so ist es geraten, nur Firnis ohne 
Zusatz von Weiss zu verwenden. Soll eine Tonfarbe 
dunkler getönt werden, so setzt man eine Kleinigkeit 
mehr von der den Ton gebenden Farbe hinzu, also 
bei blauem Ton Miloriblau etc. 

Bei der Mischung irgend einer Nuance mit 
dunkeln, harten, ausgiebigen Farben, wie z. B. 



Vignette, ans Königsberg uml Schlussstück von Wilhelm Gronau, 
Gruss vnn Bauer & Ko. 


Vignotte von Wilhelm Gronau, Erinnerung und 188!) von Nies Naehf., 
Odenwald von Otto Weisert. 


man ein wenig Farbe nachreiben muss, anstatt viel 
davon aufheben zu müssen. 

Wenn man sich gemischte Farben anreibt, so 
hat man folgendennassen zu verfahren: Zuerst 
verarbeitet man die einzelnen, zu einer Mischung 
gehörenden Farben recht fein und mischt dann je 
nach Umständen die dunkle unter die helle oder 
umgekehrt, z. B. bei dunkelblau: feingeriebenes 
Miloriblau mit einem Zusatz von Weiss; bei hellblau 
feingeriebenes Weiss mit einem Zusatz von Miloriblau. 
Eine Hauptregel ist, nie von der dunkeln Farbe zu viel 
auf einmal zuzusetzen. 

Sowohl die eigentlichen Farben, wie auch die 
zarten Tonfarben lassen sieh leicht lichter machen, 
indem man bei erstem ein wenig Weiss, bei letztem, 
da ja ihr Grundbestandteil bereits Weiss, etwas mehr 
davon zusetzt. Dieses Verfahren hat jedoch bei den 
bunten Farben seine Grenzen, denn ein zu grosser 
Zusatz von Weiss ohne gleichzeitigen angemessenen 


Pariserblau. Zinnober. Münchner Lack. Karmin, kann 
man leicht getäuscht werden, wenn dieselben nicht 
auf das feinste zerrieben wurden, weil sie sich während 
des Drückens durch das fortwährende Ausstreichen, 
resp. an der Schnellpresse durch die Bewegung des 
Duktors, immer mehr auflüsen und die Farbe infolge¬ 
dessen dunkler wird. Man bemerkt dies auch bald 
auf der Platte, wo sich lauter kleine Körnchen an¬ 
setzen und die seichten Stellen derselben verschmieren. 

Man thut immer wohl daran, beim Drucken 
einen der ersten guten Abdrücke neben den gedruckten 
Stoss zu legen, um eine etwaige Veränderung der 
Farbe durch Vergleich der ersten Abdrücke mit den 
späteren sofort zu bemerken. — 

Die Verarbeitung der Farbe auf dem Farbestehl, 
also das sogenannte > Anreiben« oder »Feinreiben* 
derselben, geschieht auf folgen de Weise: Hauptregelist, 
alle Farben zuerst mit wenig, aber gutem, gebleichtem 
Firnis so dick anzureiben, dass sie an Konsistenz 


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261 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


2H2 


starker Pressenfarbe gleichen und sie erst nach voll¬ 
ständigem Feinreiben mit Firnis zu verdünnen. 

Das Anreiben muss deshalb erst mit wenig Firnis 
geschehen, weil man der Farbe alles Feuer benimmt, 
sobald man sie von vornherein zu stark mit Firnis 
versetzt. In der Beachtung dieser Regel liegt zumeist 
der Erfolg des Buntdrucks , denn viele Farben, ins¬ 
besondere die Anilinfarben, bekommen sofort ein 
mattes, wässeriges Aussehen wenn man sie sozusagen 
in Firnis ersäuft. 

Für das Feinreiben ist folgendes zu beachten: 
Man reibe nie das ganze Quantum Farbe auf einmal 
durch, sondern, nachdem der Firnis darauf gegossen, 
immer nur kleine Quantitäten, die man, wenn sie 
gehörig durchgerieben sind, mittelst Ziehklinge in eine 


verdruckt. Am besten geschieht das Durchreiben 
Morgens und Nachmittags bei Heginn der Arbeit. 

Bei dem Drucken von Tcmfarben stellen sich 
häufig Übelstände ein; es erscheint z. B. die Farbe 
auf dem Abdruck flockig; der Grund dafür ist ent¬ 
weder zu dick und nicht genügend durchgeriebene 
Farbe, oder zu schwacher Druck auf der betreffenden 
Stelle. Zeigen sich aber schwarze Punkte oder 
sonstige Unreinlichkeiten, so liegt dies lediglich an 
den nicht genügend gereinigten Walzen. Zur Abhilfe 
ist, wenn sich derartige Flecke in grösserm Massstabe 
zeigen, das Waschen der Auftragwalzen (bei Schnell¬ 
pressen aller Walzen und des Farbezilinders oder 
Tisches) notwendig, denn von den letztem aus über¬ 
tragen sich ja die Unreinlichkeiten auf alle Walzen. 




/ (SS.9. 


Vignette von Wilhelm Gronau, Schrift von Nies Nachf., Ludwig & Mayer, Benj. Krebs Nachf. und 

Scheiter & Giesecke. 


Ecke des Farbesteins schiebt. Wollte man das ganze 
Quantum auf einmal durchreiben, so würde man seine 
Kräfte unnötig anstrengen müssen-und kein genügen¬ 
des Resultat, also keine fein geriebene Farbe erzielen. 

Zu beachten ist auch, dass man nicht blos mit der 
Kante, sondern mit der vollen Fläche des Reibers reibt. 

Bezüglich derjenigen Farben, welche man als in 
gewöhnlicher Weise oder in Teig angeriebene vor¬ 
rätig hält, sei bemerkt, dass auch diese tüchtig auf 
dem Farbestein verarbeitet werden müssen, ehe man 
sie zum Druck benutzt. Bei Teigfarben ist je nach 
Erfordernis schwacher oder mittelstarker Firnis zu¬ 
zusetzen, um sie druckfähig zu machen. 

Auch während des Verdruckens der Farben, 
insbesondere, wenn es sich um die Herstellung einer 
grossem Auflage handelt, ist es nötig, dieselben mit¬ 
unter wieder durchzureiben, da sie leicht quellen und 
ihre Geschmeidigkeit verlieren. Bei Tonfarben ist 
eine solche Nachhilfe ganz besonders erforderlich und 
zwar zumal, wenn man sie auf der Schnellpresse 


Bei glatten, aus Buchsbaumbolz gefertigten Ton¬ 
platten kommt es vor. dass dieselben trotz sorgfältigster 
Zusammensetzung seitens des Tischlers doch auf dem 
Papier die Stellen erkennen lassen, an welchen das 
Holz zusammengeleimt wurde. In einem solchen Falle 
ist wohl kaum Abhilfe zu schaffen, denn eine Lücke 
existiert auf der Platte nicht, vielmehr liegt der Übel¬ 
stand darin. dass das Holz von verschiedener Härte 
ist und die weichem Teile sind es, w r elche sich den 
hartem gegenüber markieren. Man sorge deshalb 
dafür, dass derartige Platten immer möglichst von 
einer Sorte Holz hergestellt werden und dass sie auch 
möglichst wenig Jahresringe haben, denn auch diese 
markieren sich leicht auf dem Druck. 

9. Von den Farbenformen. 

Der Farbendruck erfreut sich in der Gegenwart 
einer so grossen Beliebtheit, dass man wohl mit Recht 
sagen kann, ein Drittteil aller zur Ausführung 
kommenden Accidenzarbeiten sind in einfachem oder 

ln* 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


26d 


mehrfarbigen Buntdruck ausgeführt. Dies bedingt, 
dass der Accidenzsetzer mit der Einrichtung der ein¬ 
zelnen Farbenformen vollständig vertraut ist und 
dass er dieselben so herzurichten versteht, dass der 
Drucker bezüglich des Ineinanderpassens (Registers) 
keine Umstände hat. 

Um dies zu erreichen, wird folgendermassen 
verfahren: Der ganze Satz wird als selbständiges 
Ganze formiert und bezüglich des gefälligen Satz¬ 
arrangements geprüft; dann werden mit den in jede 
Farbe kommenden Einfassungen, Zeilen und Ver¬ 
zierungen entweder so viel Formen daraus gebildet, 


2()i 


bei jeder Farbe alle die Zeilen herausgenommen und 
durch Ausschluss ersetzt, welche nicht mitdrucken 
sollen; später werden sie natürlich hinein geändert. 

Wird für jede Farbe eine selbständige Form 
hergestellt, so hat der Setzer genau auszuzählen, 
wohin jede der Zeilen etc. etc. zu kommen hat, denn 
andernfalls würden sie ja nicht auf den richtigen 
Platz drucken. Mit der nötigen Aufmerksamkeit ist 
es vermöge des streng systematischen Materials jeder 
gut eingerichteten Druckerei nicht schwer, allem in 
eine Form Gehörigen den richtigen Stand zu geben, 
zumal wenn die Farben formen die genaue Grösse 





tfjj c 




■Ml. 





Vignette. Hauptzeile und Schreibschrift von Scheiter & Giesocke. die andere Zeile von Ludwig A Mayer. 


wie man Farben zu drucken gedenkt, oder man wählt 
bei sehr komplizierten Arbeiten den Ausweg, alles 
Das mit Drei- oder Sechspunktstücken von unten zu 
unterlegen, was jeweilig in die betreffende Farbe 
gehört. Auf diese Weise schützt man den übrigen 
Satz vor der Berührung mit der gerade zu drucken¬ 
den Farbe. Dieser Weg ist natürlich nicht möglich, 
wenn man 2 Farben auf der Zweifärbenmaschine 
zugleich drucken will. 

Nach erfolgtem Druck jeder Farbe können die 
betreffenden Zeilen ganz aus dem Satz entfernt und 
durch Ausschluss und Quadraten ersetzt werden. 
Oft auch, und insbesondere wenn es sich blos um 
den Druck von weniger kompliziertem Satz mit nur 
wenig Zeilen etc. in 2—3 Farben handelt, werden 


der Hauptform, denselben äusseren An- und Unter¬ 
schlag etc. etc. haben. Kommen bei den Farben¬ 
formen auch Farbenplatten, insbesondere, wie dies 
jetzt so oft geschieht. Tonplatten zur Anwendung, so 
müssen dieselben natürlich dem Sat z auf das Genaueste 
angepasst werden. Spezielles darüber im folgenden 
Kapitel. Ausserdem gibt der vom kompletten Satz 
gemachte Probedruck dem Drucker genauen Finger¬ 
zeig, wohin jede Zeile etc. zu treffen hat, er wird dem¬ 
nach beim Vergleichen dieses Musters vor Ausführung 
der Zurichtung, also beim Registermachen jeder 
Form, etwaige Differenzen linden und sie vom Setzer 
leicht verbessern lassen. 

Will man ganz sicher gehen, dass jede Zeile 
ihren richtigen Stand erhält, so muss man von 


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265 


Der Buntdruck auf Buclidruckpressen. — Japanischer Formenschatz. 


der kompletten Form vorher einige Abzüge mit richtig 
gestellten Punkturen machen und diese Abzüge mit 
jeder Farbe Überdrucken; so lange nicht der farbige 
Abzug den zuerst gemachten schwarzen vollkommen 
deckt, ist auch das Register noch nicht richtig und 
bedarf einer Regulierung. 

Zur Neutralisierung der zwischen einzelnen 
bunten Farben und dem Schriftmetall bestehenden 
chemischen Beziehungen und zur Beseitigung der 
daraus resultierenden Verunreinigung der Farben 
durch Oxyde, empfiehlt Frd. Ehmke in der » Deutschen 
Buchdrucker-Zeitung«, die Formen vor dem Drucke 


erleichtert wird, indem sich die Gummilösung samt 
der auf ihr haftenden Farbe beim Waschen leicht 
stückweise lossehält. Da das Kochsalz den Zweck 
hat, der Mischung Körper zu geben, das Glyzerin 
dazu dient, die Sprödigkeit des Gummi zu mildern, 
Glyzerin und Kochsalz aber Feuchtigkeit aufsaugen, 
so lässt sich die Mischung je nach der Trockenheit 
oder Feuchtigkeit der Witterung leicht in richtigem 
Verhältnis hersteilen. (Fortsetzung folgt.) 







futmiii.i piuiis 


(fl|. dtelili 




nmtrur=fHt oio ftr a.p Ihm 


IDtlljrlm Ititapp 

Balte a. B. 


Tt'iTrrf 


Spitze, Einfassung, Initial und Schrift von Otto Weiscrt und Bauer & Ko., Ecken von Ludwig k Mayer 
und Meyer * Schleicher, Ornamente von E'mil Berger. 


mit einer Gummiauflösung zu überziehen, zusammen¬ 
gesetzt aus: Gummi arabicum in Sahnekonsistenz 
80 Teile, Kochsalz 12 Teile, Glyzerin 8 Teile. Diese 
Mischung wird mittelst eines Pinsels auf die ge¬ 
schlossene, vorher von allem Fettigen gereinigte Form 
samt Stegen und Rahme aufgetragen und mit einer 
kurzborstigen Bürste in die Schrift eingerieben, wobei 
darauf zu achten ist, dass die Flächen in Ausschluss¬ 
höhe vollkommen gedeckt sind. Ist dies geschehen, 
so macht man auf gut geleimtem, feuchtem Papier 
oder noch besserauf trocknem feinstemShirtingeinen 
oder mehrere Abzüge, um die Lösung von der Bild¬ 
fläche der Form zu entfernen und dann lässt man 
letztere vollständig trocknen, ehe man mit dem Druck 
beginnt. Es hat dies Verfahren noch den weitern Vor¬ 
teil, dass die Farbe nicht zwischen die Schrift dringen 
kann und dass das Reinigen der Form bedeutend 


Japanischer Formenschatz. 

nter diesem Titel ist eine Heftausgabe (jährlich 
12 Hefte, ä M. 2.—, Verlag von E. A. Seemann, 
Leipzig) nach Art des bekannten Hirthschen »Formen¬ 
schatz der Renaissance«, jedocli in reicherer Aus¬ 
stattung erschienen und dürfte geeignet sein, wegen 
Eigenartigkeit sowohl als der Anwendungsfähigkeit 
der Blätter für die alltäglichen typographischen Er¬ 
scheinungen. in Fachkreisen Wohlgefallen zu erregen. 

Einige Illustrationen, deren Mitdruck von der 
Verlagsfirma gern gestattet wurde, geben nur eine 
schwache Andeutung von dem Reiz und der Mannig¬ 
faltigkeit der Hefte, deren Umschläge alle ausserdem 
in Zeichnung und Druck ganz verschieden gehalten 
und wiederum geeignet sind, die Genialität der Japaner 
Künstler ins beste Licht zu stellen, 



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2«; 7 


Japanischer Formenschatz. 


2fiK 


Kein Gebiet dürfte sich zur Verw ertung für unser 
Fach in neuerer Zeit so zeitgemäss und lohnend 
erweisen, wie Japan mit seinen vor unseren Augen 
tausende Jahre lang verschlossenen, jetzt aber auf¬ 
geschlossenen Schätzen aus dem Kunstgebiet. Gewiss! 
Denn wer möchte es in Abrede stellen, dass heut¬ 
zutage vornehmlich das gut situierte Publikum zur 
Schmückung der Wohnzimmer mit besonderer Vorliebe 
die morgenländischen Erzeugnisse kauft und bestrebt 
ist. den Wohnzimmern einen dem Auge wohlthuenden 
Anstrich zu geben? Und wer sich von der Ausbreitung 
der japanischen Geschmacksrichtung einigermassen 
überzeugen will, der braucht nur einige Salons, einige 
Kaufläden, auch einige öffentliche Anstalten zu be¬ 
sichtigen und wird — ich bin dessen sicher — sich 
überrascht fühlen von der warmen Sympathie- 
bezeigung für morgenländische Kunst- und Nipp¬ 
sachen; er wird sich bei näherer Betrachtung 
schliesslich zugestehen müssen, dass neben den abend¬ 
ländischen Kunsterzeugnissen die morgenländischen 
den Wettbewerb um Anerkennung recht wohl be¬ 
stehen können. 

Bevor ich den Inhalt der Hefte einer näheren 
Betrachtung unterziehe, gestatte ich mir. auf einige 
Druckfirmen, beispielsweise R. v. Waldheim, Wien, 
Drugulin, Leipzig, Knorr & Hirth. München, hinzu¬ 
weisen. die manche ihrer Druckerzeugnisse auf sehr 
glückliche Weise nach Japaner Art ausgestattet und 
damit in unseren Kreisen Anerkennung erzielt haben. 
Dies bezieht sich vornehmlich auf den Rand des Blattes, 
der bei uns gewöhnlich freibleibt, während bei den 
genannten Firmen Ornamente, meist Blumen. Pflanzen. 
Blüten den Rand farbig bedecken; auch kommt es 
vor, dass die Zeilen, die besonders hervorgehoben 
werden sollen, in kunstvoll verschlungener und doch 
leicht lesbarer Weise den japanischen Schriftzeichen 
nachgebildet werden, einesteils um ein eigenartiges 
Bild zu schaffen und andernteils um die Aufmerksam¬ 
keit resp. Bewunderung des Beschauers zu er¬ 
regen. Indes soll es nicht allein auf Rand und 
Schrift abgesehen sein, sondern auch in ganz 
anderer Weise lässt sich die 
japanische Geschmacksrich¬ 
tung verwerten. Denken wir 
beispielsweise an Zierleisten, 

Eckvignetten und Zierstücke 
zu verschiedensten Zwecken, 
wovon Beispiele durch An¬ 
wendung einiger Illustrationen 
hier veranschaulicht wer¬ 
den. Ohne Schwierigkeit lassen 
sieh für Buntdruck die Ton¬ 
platten herstellen. 


In dem Vorwort des ersten Heftes wurde vom 
Verfasser C. Bing, einer Autorität in dem bereits 
mehrfach beregten Fach, unter anderm darauf hin¬ 
gewiesen, dass der Hauptzweck der Publikation dahin 
gehe, die grosse produzierende Masse des Abendlandes 
dem Verständnis für morgenländische Kunstrichtung 
näher zu bringen. Indessen sei das -— wie sich der 
Verfasser weiter auslässt — nicht die einzige Aufgabe 
dieser Zeitschrift (Japanischer Formenschatz). Sie 
u r ende sich vor allem an die grosse Zahl derer, welche 
sich aus irgend einem Grunde für die Zukunft unseres 
Kunstgewerbes interessieren: zunächst an diejenigen, 
welche, sei es als bescheidene Arbeiter, sei es als 
grosse Fabrikanten, thätig 
mitwirken zu dieser Äusser¬ 
ung der nationalen Arbeit. 

Zu den neuen Kunstformen 
von der entlegensten Küste 
des fernen Ostens haben wir 
in der That mehr zu suchen 
als einen Augenschmaus für 
die Liebhaber beschaulicher 
Betrachtung. 





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26!) 


Japanischer Formenschatz. 


27D 



Unter 
diesen Bei¬ 
spielen fin¬ 
den wir auch 
Formen,wel¬ 
che in je¬ 
der Hinsicht 
befolgt zu 
werden ver¬ 
dienen, ge¬ 
wiss nicht, 
um dadurch 
unser alles 

Schönheitsideal in seinen Grundvesten zu erschüt¬ 
tern, sondern um den Schaffenskräften, welche wir 
im Laufe der Jahrhunderte ausgebildet haben, neue 
befruchtende Anregungen zu bieten. 

Der Verfasser warnt sodann vor der Hast, mit 
welcher man sich auf die neue Fundgrube zu werfen 
pflege; denn der gute Zweck, dem man zu dienen 
glaube, sei meist verfehlt. 

Wie bei Hirths Formenschatz ist der »Japanische 
Formenschatz« allen Kunstgebieten gewidmet, aber 
insofern auch unserm Fache, als nicht allein eine 
geschichtliche Abteilung, sondern auch die Darstellung 
der japanischen Fachtechnik und — was dem Ganzen 
einen besonderen Wert verleiht — die Mitgabe von 
zahlreichen Illustrationen und farbigen Beilagen dazu 
bestimmt sind, uns mit der morgenländischen Technik 
vertraut zu machen und dabei hinsichtlich der dekora¬ 
tiven Ausstattung wertvolle Winke zu erteilen, wie 
dies überhaupt besonders aus den vielen bildlichen 
Ausschmückungen leicht ersichtlich ist. 

Der beschränkte Raum in diesem Blatt gestattet 
nicht, viele der wirklich originellen Bilder hier wieder¬ 
zugeben: es genügt, anzudeuten, dass dieselben 
geeignet sind, den Accidenzsetzern ein neues Feld für 
typographische Ausstattung zu eröffnen — ein Feld, 
auf welchem sie sich die Gunst des Publikums vermöge 
des Effektes unschwer erringen können — natürlich 
vorausgesetzt, wenn das Verständnis für die tadel¬ 
lose technische Ausführung zur Geltung kommt. 

Aber es soll nicht etwa gedacht werden, als ob 
man es nur nötig hätte, alles in müheloser Weise den 
japanischen Vorlagen nachzubilden, wie dies leider 
z. B. bei der mittelalterlichen technischen Ausführung 
stark kultiviert wurde, ohne dem verfeinerten Ge¬ 
schmack unserer Zeit Rechnung zu tragen. Die 
zahlreichen farbigen Beilagen und Umschläge sind 
auch dazu angethan, den Weg zu zeigen, wie man 
mit den Farben die höchsten Effekte erzielen kann; 
dies kann freilich nur durch Studium und durch 
Befolgung der Bedingungen geschehen. 


Ich glaube, nachdem auf die Vorzüge des »Japani¬ 
schen Formenschatzes« als neuer Leiter und Führer 
auf einem noch sehr wenig kultivierten Gebiete hin¬ 
gewiesen worden ist, diese nützliche Publikation 
der Beachtung aller Fachkreise warm empfehlen zu 
dürfen. 

Nunmehr gehe ich über zur Abhandlung über 
japanische Fachpraxis. 

Eingangs der Einleitung bemerkt der Verfasser 
über den japanischen Holzschnitt Nachfolgendes: 
»Drei Arbeiter wirken zusammen, um einen Bilddruck 
zu schaffen. Der Zeichner, welcher den darzustellen¬ 
den Gegenstand auffasst, ihm Form 
und Leben gibt; der Stecher, welcher 
ihn auf Kupfer oder Holz überträgt; 
der Drucker, welcher von der 
Kupfer- oder Holzplatte das fertige 
Werk abzieht. In Europa ist ge¬ 
wöhnlich nur der Zeichner und der 
Stecher ein Künstler, der Drucker 
blos ein Arbeiter, welcher mittelst 
einer Maschine 
gleichförmige 
Abdrücke ins 
Unendliche lie¬ 
fert. In Japan 
ist so gut der 
Drucker als der 
Zeichner und 
derHolzschnei- 
der ein Künst¬ 
ler, der mit Ge¬ 
schmack und 
Phantasie ar¬ 
beitet. Er ar¬ 
beitet mit den 
einfachsten 
Mitteln, ohne 
Maschinen, mit 
einfachem Ge¬ 
rät. Er kennt 
weder starre 
Genauigkeit, 
noch gleichför¬ 
mige Wieder¬ 
holung. Beim 
Aufträgen der 
Druckfarben 
lässt er die Far¬ 
benmischung 
auf der Platte 
wechseln, dass 
dadurch jede 



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271 


Japanischer FormenscliaU. 


272 


Eintönigkeit und Gleichheit vermieden wird. Wählen 
wir unter den Erzeugnissen der japanischen Drucker¬ 
kunst diejenigen aus. bei denen die drei Künstler, der 
Maler, der Holzschneider und der Drucker, vereint 
die höchste Leistungsfähigkeit ihrer Kunst bethätigt 
haben, so linden wir in ihrer Art vollkommene, un¬ 
übertreffliche Werke*. 

Üben zitierte Zeilen, besonders am Schluss, unter¬ 
zeichne ich mit Vergnügen, denn gelegentlich der von 
Herrn Carl Lorek 1887 in der Leipziger Buchhändler¬ 
börse veranstalteten japanischen Ausstellung konnte 
ich die primitivsten Druckutensilien, wie solche in 
Japan gebräuchlich sind, und dieDruekblättervon den 
verschiedenen Entwickelungsstadien sehen und beson¬ 
ders die Bilder wegen der Zart¬ 
heit und Feinheit der Druckaus¬ 
führung sehr bewundern.*) 

Über die Arbeitsweise unserer 
morgenländischen Kollegen lässt 
sich der Verfasser noch folgender- 
massen aus: »Der Europäer be¬ 
dient sich der Stahlfeder zum 
Schreiben, ja bisweilen zum Zeich¬ 
nen, hierzu jedoch weit häufiger 
des Bleistifts; nur zum Malen 
nimmt er ausschliesslich den Pin¬ 
sel. Ganz anders ist der Brauch in 
Japan und China. Ob man schreibt, 
zeichnet oder malt, bedient man 
sich dort desselben Werkzeuges, 
des mit freier Hand über das Papier 
gehaltenen Pinsels. Dieser bestän¬ 
dige Gebrauch des einen Werk¬ 
zeuges musste grosse Fertigkeit in 
seiner Handhabung zur Folge 
haben, und da die Züge eines mit 
Tusche oder Farbe befeuchteten 
Pinsels sich nicht auslöschen oder wieder ziehen 
lassen, so wurden Sicherheit der Hand und Kühnheit 
des Pinselstrichs wesentliche Bedingungen, denen 
jeder Künstler nachkommen musste. 

Das Papier der Zeichnung wird auf die Platte 
geklebt, worauf die Arbeit des Holzschneiders beginnt, 
welcher alle Eigenheiten der Pinselzeichnung auf dem 
Papier, ihre breiten und ihre feinsten Züge nach¬ 
schneidet und in das Holz überträgt. Die japanischen 
Holzschneider haben hierineinesolche Geschicklichkeit 
erlangt, dass selbst ein geübtes Auge manche Druck¬ 
sachen kaum von unmittelbaren Pinselzeichnungen 
unterscheiden kann*. 

*) Audi wir haben damals in unserem Bericht unsere 
Bewunderung ausgesprochen. Hed. d. Archiv. 


Es würde uns zu weit führen, wollten wir die 
überaus interessante Fortsetzung über Entwickelung 
des Holzschnittes und des Buntdruckes hier weiter 
verfolgen. Nur Eines verdient hervorgehoben zu 
werden, um die hohe Bedeutung, die der japanische 
Holzschnitt bereits erlangt, darzuthun. 

Einer der berühmtesten Illustratoren war Hokusai, 
der 1700 das Licht der Welt erblickte und 1849 starb. 
Er gilt als eine gigantische Gestalt, welche die Holz¬ 
schneidekunst Japans krönt, Der Künstler machte 
sehr früh unter dem Namen Shunro seine ersten 
Versuche und hat bis zu seinem Tode unausgesetzt 
gewirkt. Seine Arbeit erstreckt sich über eine Periode 
von mehr denn 50 Jahren und umfasst in erstaun¬ 
lichem Umfänge alle Zweige der 
japanischen Holzschneidekunst. 
Illustrationen zu Romanen, zur 
Geschichte, zu Gedichten, kleine 
populäre Hefte und anspruchs¬ 
vollere, umfangreiche Werke von 
40, 50 und 80 Bänden, Bücher und 
Bilderfolgen, welche ins Unend¬ 
liche und in allen Gestalten uns 
vorführen, was das Auge irgend 
wahrnahm mder japanischenWelt. 
Menschen, Tiere, Sachen und Land¬ 
schaften, dann Sammlungen von 
Ornamenten und Motiven für Hand¬ 
werker, belehrende Anweisungen 
in der Zeichenkunst, grosse Far¬ 
bendrucke jeder Art, unzählige 
Surimonos (Gratulationskarten), 
Plakate, Landkarten, kunstge¬ 
werbliche Vorbilder, alles das hat 
Hokusai mit immer gleicher 
Meisterschaft behandelt. Sein von 
Leben und Bewegung überspru¬ 
delndes Werk ist voller Humor; es berührt alle Saiten 
des Herzens vom Volkstümlich-Komischen und 
Grotesken zum Schrecklichen; es bildet in seiner 
Gesamtheit ein Denkmal, welches alles umfasst, was 
das Volk der Japaner mit den Augen wahrnehmen 
und mit der Phantasie zu gestalten vermochte. 

So der Verfasser, der es sieh nicht nehmen liess, 
gerade Hokusai als Künstler in einem weiteren, achten 
Hefte, das zuletzt erschienen, zu behandeln, in einer 
Weise, die geeignet ist, den Wunsch rege zu machen, 
den so angenehm anregenden Erzählerton, der nicht 
allein in diesem Kapitel, sondern auch in allen anderen, 
unsern Beruf nicht berührenden Kapiteln vorherrscht, 
auch in den weiteren Heften zu geniessen; das Gleiche 
gilt von den interessanten farbigen Beilagen und 
zahlreichen Illustrationen. 



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27 H 


Die Laufbahn eines tüchtigen Mannes. 


274 


Mit aufrichtiger Freude erwarte ich denn das 
Erscheinen weiterer Hefte und werde nicht ermangeln, 
speziell unsern Beruf behandelnde, weitere Kapitel 
auszugsweise wiederzugeben, zu dem Zwecke, um 
hervorzuheben, dass der »Japanische Formenschatz« 
in der That anschalTens- und lesenswert ist — um¬ 
somehr, als der trockene oder vielmehr doktrinäre 
Ton, der in anderen ähnlichen Werken herrscht, in 
konsequenter Weise vermieden wird. W. 


suchten. Diese Begabten wurden die Lehrer für die 
nicht unbedeutende Zahl jener Accidenzsetzer, denen 
wir heutzutage gern und mit Recht das Prädikat tüchtig 
ertheilen und deren Arbeiten selbst das kritische Auge 
des Künstlers von Beruf zu befriedigen vermögen. 

Unter den Begabten hat sich seit langen Jahren 
Herr Albin Maria Watzulik, erster Accidenzsetzer 
der Firma Pierersche Hofbuchdruckerei, Stephan 
Geibel & Co. in Altenburg, in ganz besonderer Weise 
durch seine vorzüglichen , genial ausgejährten Arbeiten 



Originalsatz von Scheiter <Si Giescckc Leipzig. 


Die Laufbahn eines tüehtigen Mannes. 

Ein Lebensbild Albin Maria Watzuliks 
bis zum Tage seines 25jährigen Berufsjubiläums. 

J*2©ie Gegenwart ist nicht arm an tüchtigen Acci- 
fgßSa denzsetzern; dies muss unter vollster Aner¬ 
kennung des Strebens unserer Setzer, Gutes, ja Vor¬ 
treffliches zu leisten, konstatiert werden. Zuerst 
waren es einzelne, besonders Begabte, welche sich 
durch gediegene und originelle Arbeiten hervor- 
thaten und, dem allgemeinen Zuge der Zeit 
folgend, nach tleissigem Studieren guter und stil¬ 
voller Vorbilder und kunstwissenschaftlicher Werke, 
auch wirklich Stilvolles, Gediegenes zu schaffen 


ausgezeichnet. Viele dieser Arbeiten haben, infolge 
gütigen Zugeständnisses seitens des Herrn Geibel. 
das Archiv geschmückt und auch in Zukunft werden 
die vortrefflichen Sätze Watzuliks unsere Hefte 
zieren. Wie Herr Watzulik uns oft versicherte, 
hat das Archiv auch auf seinen Bildungsgang einen 
guten Einfluss ausgeübt, wofür er, der zum Meister 
im Accidenzsatz gewordene, uns nun in dankbarer 
Erinnerung seine Unterstützung leiht. 

Wenn Watzulik sich zu der Stufe der Kunst¬ 
fertigkeit erhob, welche wir an ihm bewundern, wenn 
sich sein Geschmack derart bildete, wie wir dies an 
seinen Arbeiten sehen, so ist ein solches Resultat um 
so höher anzuschlagen, als das Schicksal ihm Gehör 
und Sprache versagte, ihn lediglich auf ein Innenleben 

lü 


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Die Laufbahn eines tüchtigen Mannes. 


275 


verweisend, das er denn auch zufrieden und glück¬ 
lich führt, nur seinem Beruf lebend. Vielleicht gerade 
dadurch wurde er zu Dem. was er .jetzt ist. aus dem 
armen, taubstummen Lehrling einer kleinen unga¬ 
rischen Provinzialdruckerei. wurde nicht nur einer 
der tüchtigsten Accidenzsetzer. sondern auch ein 
Künstler, dessen Entwürfe durch Genialität, Gediegen¬ 
heit und Sauberkeit der Ausführung jedes Beschauers 
Bewunderung erregen. 

Wir gestehen offen. dass wir lange Zeit der 
Meinung gewesen sind. VVatzuliks Begabung als 
Accidenzsetzer sei nur in jener Richtung zu suchen, 
die, wie z. B. in Amerika, nur darauf bedacht ist. 
durch barocke Formen die Aufmerksamkeit des Be¬ 
schauers zu erregen, indem sie föcher- und schiidartige 
Gebilde, wie sonstige phantastische Formen (s. z. B. 
die Gratulationskarte in lieft 2 unseres Archiv von 
diesem Jahre) mit Vorliebe anwendet, sind jedoch von 
dieser irrigen Meinung gänzlich zurückgekommen, 
seitdem wir Gelegenheit hatten, Arbeiten, wie Ent¬ 
würfe von ihm zu sehen, die vollständig auf dem 
Boden des gediegensten künstlerischen Geschmackes 
stehen, dabei aber eine Genialität aufweisen, wie man 
solche selten findet. Einen Beweis dafür, was Watzulik 
in dieser Richtung zu leisten vermag, wird unser 
nächstjähriger Titel geben. 

Und tvie führt Watzulik seine Entwürfe aus! 
Sie gehen das getreueste Bild der Arbeit in Bezug auf 
Satz und Kolorit nach ihrer Vollendung. Jedes Ein- 
fassungsstück, jedes Ornament, jede Schriftzeile sind 
zu erkennen, als wenn sie aus der Schriftprobe 
herausgeschnitten wären. Am Rande der Skizze aber 
ist das gesamte, zur Verwendung kommende Material 
in Wirklichkeit einzeln abgedruckt oder aus der Probe 
herausgeschnitten und mit der Bezugsquelle versehen 
angegeben, jede Farbe ist dort genau bezeichnet, so 
dass man sofort einen vollständigen Überblick von 
Dem hat, was man zur Ausführung der Arbeit braucht, 
wie es angewendet werden soll und aus welcher 
Quelle es stammt. 

Welcher Künstler könnte uns wohl sämtliche 
Details bis zu den geringsten herab in solcher Weise 
geben? Das kann eben nur ein Fachmann von der 
Begabung Watzuliks. 

Die gleiche Anerkennung verdient dieser Mann 
auch als Setzer. Gerade die von uns erwähnten 
barocken Arbeiten, die in seiner Thätigkeit die Haupt¬ 
rolle spielen, weil sie dem heutigen Geschmack ent¬ 
sprechen, der Sucht, Auffälliges zum Zweck wirksamer 
Reklame zu bringen, verlangen eine ganz bedeutende 
technische Begabung, ein Vertrautsein mit allen den 
Maschinen, welche uns zu Gebote stehen. Watzulik 
schneidet und schabt mit dem Schnitzer in exaktester 


•271; 


Weise die wunderlichsten Figuren, unterschneidet oder 
unterteilt die Stücke, welche, überstehend. Anschluss 
an andere finden müssen: er hobelt auf einer Hobel¬ 
maschine gefällige Muster, guillochiert Rosetten etc., 
benutzt geschickt die Linienschneidmaschine und den 
Linienbiegapparat, graviert mit dem Stichel und 
präpariert Ton- und Farbenplatten in allen benutz¬ 
baren Materialien. Keine noch so schwierige Satz¬ 
bildung ist ihm ein Hindernis und alles was er setzt, 
bekommt den richtigen Halt, bewährt sich beim 
Drucken als fest und sicher, und alles geht dem 
taubstummen Künstler schnell von der Hand. 

Freilich scheint Herr Watzulik für sein reges 
Streben und Schallen den rechten Platz und die rechte 
Anerkennung gefunden zu haben, denn sein verehrter 
Chef, Wcrr Stephan Geilet, wie alle Die. welche fördernd 
auf sein Streben einzuwirken vermögen, die Geschäfts- 
leiler der Piererschen Offizin, geben ihm gern den 
nötigen Spielraum zur Entfaltung einer Thätigkeit 
nach seinem Geschmack und seiner Befähigung. 

Wir hoffen demnächst Gelegenheit zu haben, 
Watzulik selbst über die technische Ausführungseiner 
Arbeiten in unserm Archiv sprechen zu lassen. 
Manchem unserer Leser, insbesondere den vielen 
strebsamen Accidenzsetzern dürfte dies willkommen 
sein, da man von ihm unzweifelhaft lernen kann. 

Indem wir nachstehend über den Lebenslauf des 
1 lerrn Watzulik berichten, wollen wir nicht versäumen, 
dein verdienten Kollegen und treuen Freunde unseres 
Archiv die besten Glückwünsche zum 25. Jahrestage 
seines Eintrittes in die buchdruckerische Laufbahn 
auszusprechen und ihm für sein weiteres Leben und 
Schaffen unsere besten Segenswünsche mit auf den 
Weg zu geben. 

Am Ostersonntag des Jahres 1849 erblickte 
Albin Maria Watzulik das Licht der Welt. Mit dem 
4. Jahre verlor er Gehör und Sprache durch Scharlach 
und wuchs bis zum 9. Jahre ohne allen Schulunter¬ 
richt im elterlichen Hause zu Tyrnau in Ungarn auf. 
Wohl wurde der Versuch gemacht, ihm das Nötige 
in der Volksschule anzuerziehen, jedoch ohne den 
geringsten Erfolg, so dass er — geistig umnachtet 
immer zu Hause blieb; nur einen Maler, Herrn Carl 
Drescher, der zugleich Zeichenlehrer an der Volks¬ 
schule war, durfte er in seiner Privatwohnung öfters 
besuchen, um sich an allerlei anregenden Spielen und 
Beschäftigungen zu amüsieren, was' jedenfalls den 
nicht unwesentlich günstigen Einfluss auf die intel¬ 
lektuelle Entwickelung ausgeübt haben dürfte. In den 
fünfziger Jahren kam der bekannte deutsche Ohren¬ 
arzt Schwarz auch nach Tyrnau. um an Watzulik 


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277 


Die Laufbaiin eines tüchtigen Mannes. 


278 


Versuche zu machen, die alle indes sieh erfolglos 
erwiesen, denn das Glück, hören zu können, konnte 
ihm auch dieser Arzt nicht ersehliessen. Das Jahr 
1859 kam und mit ihm vollzog sich eine Veränderung 
in des Knaben geistiger Öde. In dem Taubstummen¬ 
institut zu Waizen in Ungarn sollte er nämlich 
Unterkunft und Erziehung erhalten, konnte jedoch des 
Platzmangels halber nicht aufgenommen werden. 
Sein Vater. Beamter und Hospitalinspektor, wandte 
sich deshalb an die Direktion des Kais. Kgl. Taub¬ 
stummeninstituts zu Wien und erhielt ebenso den 
abschlägigen Bescheid mit dem Hinweis, dass nur 
(»Streicher aufgenommen werden können. In seiner 
Not nahm sein Vater die Zuflucht zu dem Kaiser 
Franz Joseph I,, und appellierte an seine Güte. Der 
Kaiser stiftete auf eigene Kosten einen Platz für den 
Knaben im Wiener Institut und so durfte dieser endlich 
der Wohlthat der Schulerziehung teilhaftig werden. 
Sechs Jahre währte das Leben in dem segensvollen 
Institut. 1864 verliess Watzulik die Anstalt mit dem 
Wunsch, Maler zu werden und zu diesem Zweck 
eine Akademie zu besuchen: sein Vater war anderer 
Ansicht und schilderte, weil kurz vor des Knaben 
Rückkehr in die Heimat ein anderer Maler sich das 
Leben genommen, den Beruf desselben so schwarz, 
dass der Knabe beschloss, seinem Rat, die Typo¬ 
graphie zu erlernen, Folge zu leisten. 

Watzulik trat am 1 . August 180'4 in die kleine, 
einzige heimatliche Druckerei von Sigmuhd Winter 
ein und die erste Lehrzeit war recht schwer, denn die 
technischen Ausdrücke begriff der Knabe infolge der 
Fremdartigkeit derselben nicht sogleich, so dass Miss¬ 
verständnisse entstanden und sein Lehrprinzipal 
manchmal nahe daran war, die Geduld zu verlieren. 

Das Handbuch für Schriftsetzer von Franke war 
für zweifelhafte Fälle des jungen Lehrlings liebster 
Ratgeber und so konnte er die Schwierigkeiten 
bald genug überwinden und sich in die setzerische 
Arbeitsweise llott hineinleben. Es war ihm immer ein 
Vergnügen, hinsichtlich der Schnelligkeit im Setzen 
sich in Gemeinschaft mit seinem einzigen Lehr¬ 
kameraden, Guido Zinke, Sohn eines Militärarztes, 
sowohl, als mit dem wohlbeleibten Prinzipal, der der 
mosaischen Religion und dem Junggesellenstande 
angehörte, zu wetteifern. 

Die Arbeiten. die der Knabe erhielt, waren fast 
nur Accidenzien, selten Werke oder Zeitschriften, die 
aber alle ganz einfach ausgestaltet wurden; in die 
toten und lebenden Sprachen wurde er jedoch bestens 
eingeweiht, da am Ort ein Obergymnasium bestand 
und viele Israeliten lebten. Alljährlich erschien auch 
für einen Budapester Verlag ein fünfsprachiger zwei¬ 
farbiger Wandkalender, eine für damalige Zeit beson¬ 


dere typographische Leistung, jedoch gaben ihm die 
merkantilen und tabellarischen Arbeiten einer Triester 
Versicherungsanstalt besonders angenehme Anregung. 

Vier Jahre sollte Watzulik lernen, konnte diese 
Lehrzeit jedoch infolge seiner zweijährigen Ohren¬ 
krankheit nur mit vielen Unterbrechungen durch¬ 
machen und genoss also fast nur zwei Jahre Lehrzeit. 
Während der ganzen Zeit blieb er in freien Stunden 
gänzlich zu Hause und beschäftigte sich meist mit 
Lesen, um die Lücken in seinem Wissen nach Thun- 
lichkeit auszufüllen, wozu ihm die Bibliothek seines 
Vaters vorzügliche Dienste leistete. 

Sein Prinzipal, der in seinen jungen Wander- 
jahren auch bei Brockhaus in Leipzig gestanden, war 
gegen sein Personal stets sehr human und liess nie 
mehr als 10 Stunden arbeiten, niemals aber an 
Sonntagen. Von einer eigentlichen Anleitung im 
Accidenzsatze, wie solche in grossen Anstalten oder 
Handbüchern geboten wird, konnte nicht die Rede sein; 
es genügte, nur nach gedruckten Manuskripten oder, 
falls geschriebene in Bestellung waren, auch nur in 
üblicher alter Weise zu setzen, doch gab cs gleichwohl 
mannigfaltige Arbeiten, die Gelegenheit boten, sich 
mit den Regeln der Schwarzkunst vertraut zu machen. 

Im Jahre 1868 sprach der Prinzipal seinen 
Lehrling in Gegenwart des einzigen Gehiilfen, des 
Maschinenmeisters, frei. Von der Wanderlustgedrängt, 
schrieb Watzulik bald darauf seinem ehemaligen 
Schulanstaltsdirektor um einen Posten in irgend einer 
Wiener Druckerei, erhielt aber eine abschlägige Ant¬ 
wort mit dem Hinweis darauf, dass es in Wien bessere 
Setzer gäbe und er daher in der Heimat bleiben sollte. 
Dieser entmutigende Wink vermochte ihn jedoch nicht 
davon abzulenken, dieses Mal durch Vermittelung 
seines Bruders unter Beihilfe von dessen Chef, der 
ein Grosshandlungshaus besass und ein Geschäfts¬ 
freund des technischen Direktors der Druckerei 
»Leykam JosefsthaU war, einen Brief an den Leiter 
Vogl zu richten, der insofern Erfolg hatte, als dieser 
erklärte, Watzulik sofort engagieren zu wollen, ob¬ 
zwar er anfänglich gegen gehörlose Setzer ganz abge¬ 
neigt zu sein vorgab. Das Glück war ihm also dieses 
Mal hold. Im Mai 1869 fuhr Watzulik gen Graz und 
hatte noch keinerlei Ahnung von der Grösse der 
Anstalt, die er nunmehr betreten sollte. 

Im Komptoir wurde er durch seinen Bruder dein 
Eeiter Vogl und dem Oberfaktor Fürst vorgestellt. 
Letzterer, der fortan den fördernden Einfluss auf seine 
weitere Karriere ausüben sollte, erklärte, vorläufig 
ausser Stande zu sein, ihn in die Accidenzabteilung 
einzustellen, da noch kein Platz frei wäre; er wies 
ihm deshalb einen Platz in der Zeitungsabteilung an, 
was diesem sehr gelegen kam, da er durch die ersten 

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Die Laufbaiin eines tüchtigen Mannes. 


280 


27! I 


Eindrücke, die er von der Grösse des Geschäfts erhielt, 
in dem Glauben an seine accidenzsetzerisehe Tüch¬ 
tigkeit etwas erschüttert wurde. Er wurde also 
Zeitungssetzer und war zufrieden. Brave, gemütvolle 
Kollegen standen in den Gassen und machten ihm 
den Aufenthalt bei ihnen so angenehm wie möglich. 

Etwa ein halbes Jahr dürfte es so gedauert haben, 
bis Oberfaktor Fürst sich seiner Person und seiner 
Angabe, im Acei- 
denzfach tüchtig 
zu sein, erinnerte 
und ihm einen 
gerade frei gewor¬ 
denen Platz in der 
Accidenzabteilung 
antrug. Watzulik 
erklärte, dass er 
es Vorzüge, bei der 
ihm lieb gewor¬ 
denen Zeitung 
weiter zu bleiben, 
daernichtglaubte, 
so tüchtig zu sein 
wie die vorhan¬ 
denen Aecidenz- 
setzer. 

Fürst wandte 
nichts dagegen ein 
und so verblieb 
Watzulik noch ein 
weiteres halbes 
Jahr am alten 
Platz. Die unge¬ 
wöhnliche An¬ 
strengung indes, 
die stets der Beruf 
eines Zeitungs¬ 
setzers mit sich zu 
bringen pflegt, 
machte in ihm je¬ 
doch bald ernst¬ 
lich den Wunsch rege, sich zu verändern: er entschloss 
sich daher, bei etwaiger Wiederholung den schon ein¬ 
mal abgelehnten Antrag nicht wieder zurückzuweisen. 
Derselbe blieb denn auch nicht aus. Zum zweiten 
Male wurde Watzulik gefragt, ob er Willens wäre, 
sich in den Accidenzsetzersaal versetzen zu lassen. 
Dieses Mal fasste Watzulik den Mut und erklärte, 
bereit zu sein, erbat sich aber eine Probewoche, 
w-elche ihm gewährt wurde. Die erste Arbeit war 
ein Schulprogramm, die zweite das Adressbuch von 
Graz; die ersten Korrekturabzüge, die er dem Ober- 
faklor vorlegte -gefallen ihm sehr gut«, so äusserte 


er sich, und entschied, dass Watzulik sofort in die 
Accidenzabteilung kommen solle. Im Accidenzsetzer- 
saal, wo er nunmehr die höhere Kunst als seinen aus¬ 
schliesslichen Beruf kultivieren sollte, gab es sechs 
Setzer und zwei Lehrlinge; er trat also als der siebente 
ein und erhielt meist merkantile und tabellarische 
Arbeiten. Seine Mitarbeiter verdienen hier nament¬ 
lich aufgeführt zu werden, da einige heutzutage 

eine hervorra¬ 
gende Stellung ein¬ 
nehmen: es waren 
die Setzer: Maier 
(erster Accidenz¬ 
setzer), Buchwall- 
ner (später erster 
Accidenzsetzer 
bei Maser in Leip¬ 
zig). Burgmüllner, 
Messenzehl (ge¬ 
genwärtig Direk¬ 
tor der Druckerei 
Rudolf Mosse in 
Berlin), Friedrich 
(jetzt in Leipzig) 
und Julius Maser 
(jetzt Prinzipal in 
Leipzig). 

Drei Monate 
nach seiner Ver¬ 
setzung machte 
Oberfaktor Fürst 
Watzulik den Vor¬ 
schlag. den ersten 
Setzerposten, des¬ 
sen Inhaber in¬ 
zwischen zum Un¬ 
terfaktor ernannt 
wurde- einzuneh¬ 
men. woraufer erst 
nach weiterem. Zu¬ 
reden seitens Fürst 
einging, denn das so rasche und ehrenvolle Avance¬ 
ment kam ihm unerwartet und erforderte reifliche Er¬ 
wägung. Mit dem neuen Posten erhielt er zwei Lehr¬ 
linge zur Anleitung, darunter Klauda, der jetzt zu 
seines Lehrers Freude ein tüchtiger Accidenzsetzer 
in demselben Geschäft geworden ist. 

Im Jahre 1873 erging von Altenburg (Sachsen) 
an Watzulik der Ruf seitens des inzwischen dorthin 
übersiedelten und Geschäftsleiter gewordenen Herrn 
Fürst, den ersten Setzerposten in der neu errich¬ 
teten Piererschen Hofbuchdruckerei zu übernehmen. 
Diesem, für ihn so ehrenvollen Rufe, glaubte Watzulik 



Albin Maria Watzulik. 



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281 


Die Stuttgarter Graphische Jubiläums-Ausstellung. 


282 


Folge leisten zu müssen und so sagte er denn Graz, 
wo er so schöne und zu Anregungen so reiche Tage 
genossen, Valet und kam im Februar 1873 in Alten¬ 
burg an. — 

Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass er 
noch heute nach 1(1 Jahren den Posten bekleidet und 
mit ungeschwächter Lust und Freude arbeitet. In dem 
langen Zeiträume fand er, so sagt er wörtlich in seinen 
Mitteilungen an uns, immer Freude und Anregung 
durch das »Archiv für Buchdruckerkunst<. dessen 
Einfluss — wie er dankbarst 
anerkennt — »sieh vom An¬ 
beginn an stets wohlthätig er¬ 
wiesen«. Ein solches Wort 
aus dem Munde eines Mannes 
wie Watzulik, der als Meister 
im Accidenzsatz gilt, ist für 
das Archiv und dessen Heraus¬ 
geber ein Ehrenzeugnis. 

Im Lauf der Zeit gewann 
nun Watzulik auch allmählich 
den Verkehr mit den tüchtig¬ 
sten Fachmännern, vornehm¬ 
lich Herrn Theodor Goebel in 
Stuttgart, dessen Aufmunter¬ 
ung er, wie er uns mitteilt, 
viel verdankt, vor Allem die 
Gelegenheit, seine Thätigkeit 
auch den Fachjournalen zur 
Verfügung zustellen. — 

Hie zahlreichen Freunde 
und Verehrer des Jubilars 
werden es uns Hank wissen, 
ihnen eine Schilderung von 
dessen Lebenslauf gegeben zu 
haben; sie werden sich mit 
uns zu dem Wunsch vereinigen, dass Herrn Watzulik 
noch ein langes, erfolgreiches Wirken beschieden sei. 

Die Stuttgarter 

Graphische Jubiläums-Ausstellung. 

usstellungen sind so sefir ein Gewohnheitsereignis 
geworden, dass sie nur dann ein besonderes Interesse 
beanspruchen können, wenn sie imponieren. Dies kann aber 
nur dann der Fall sein, wenn ihre Bestandteile entweder 
durch Vorzüglichkeit der betreffenden Erzeugnisse etc. oder 
durch massenhafte Ansammlung von solchen etwas that- 
sächlich Aussergewöhnliches darstellen. Wie sich ersteres 
von der Stuttgarter »Graphischen Ausstellung« selbstredend 


nicht durchweg behaupten lässt, so ist letzteres dagegen 
unbestreitbar. Wenn eine Ausstellung nur eines oder, wie 
im vorliegenden Falle, zwar mehrere, aber unter sich ver¬ 
wandte Gewerbe umfasst, so pflegt sich der aufmerksame 
Besucher zunächst nach den Anfängen umzusehen, als 
deren einer die Buchdruckerei-Rtensilien-Handlung von 
A. Stoffler zu betrachten ist. Über Tenakel, und seien 
es selbst automatische, lässt sich nun aber weiter nichts 
Neues sagen und auch den Ahlen. Winkelhaken. Schiffen, 
Linien- und Schriftkästen kann man ebenso wie den Abzieh¬ 
apparaten, Maschinenbiindern etc. nur die Freude dafür 
bezeigen, dass sie am Platze waren oder sind. Auch hat 
die Firma Tiegehlruckntaschinen, sowie Hilfsmaschinen für 
Buchbinder ausgestellt. — Unter dem vollständigen Giesserei- 
apparat Otto Weiserta erregt natür¬ 
lich die zum erstenmal auf einer 
Ausstellung gezeigte Komplett- 
Giessmaschine die grösste Auf¬ 
merksamkeit, das Klipp-de-klapp! 
zieht unausgesetzt Neugierige her¬ 
bei und manches Stück der auf 
einer einfachen Maschine gegos¬ 
senen »Römischen Einfassung«, 
besonders aber einer mit dem 
Bildnis des Königs Karl von 
Württemberg versehenen »Jubi¬ 
läumstype«, mag vielleicht, wie 
sich dergleichen durch die ab¬ 
sonderliche Mischung der Be¬ 
schauer erklärt, in einer Dorf¬ 
schenke des Schwarzwaldes als 
Rarität die Runde machen. 
Ausser der praktischen Thätigkeit 
und der Darstellung des gal¬ 
vanischen Verfahrens hat Herr 
Weisert auch die reiche Aus¬ 
wahl seiner Probeblätter in ge¬ 
schmackvollem Arrangement zur 
Ansicht gebracht- — Weshalb 
man sich an massgebender Stelle 
nicht dazu verstanden hat, das 
Setzei i in praxi zu zeigen, bczw. 
einen Setzer am Kasten arbeiten 
zu lassen, wird wohl nicht erklärt 
werden. Das Drucken wird von 
den Buchdvuekereicn von Jung ff 1 
Brecht (einer nicht ohne Erfolg emporstrebenden Accidenz- 
druckerei), Stähle d Friedei (Buch- und Steindruckerei, meist 
Arbeiten für den täglichen Gebrauch in reicher Menge) und 
der Hofbuchdruckerei von Greiner d- Pfeiffer nach Kräften be¬ 
sorgt. Dieselbe scheint, als längst anerkannt ausgezeichnet 
in der Aceidenzbranche. wenig Gewicht darauf gelegt zu 
haben, in diesem Fache noch weitere Lorbeeren zu pflücken; 
sie hat sich damit begniigt. an einigen ihrer Karten und 
anderen trefflichen Arbeiten in Erinnerung zu bringen, dass 
ihrem ausübenden Personal die Farbenlehre kein Buch mit 
sieben Siegeln ist. Unter den Verlagswerken nehmen Geroks 
»Palmblätter« die erste Stelle ein. Bei Eröffnung der Aus¬ 
stellung wurde dem König und der Königin von 'Württem¬ 
berg ein in der Offizin von Greiner & Pfeiffer gedrucktes, 
mit den Bildnissen der württernbergischeu Majestäten ge¬ 
ziertes Gedicht überreicht. — Die Wissenschaft lässt sich 
nur mit dein geistigen Auge erschauen — Grund genug, 
dass die von I! Lau pp in Tübingen ausgelegten Werke in 




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Die Stuttgarter Graphische Jubiläums-Ausstellung. 


283 


ihrer Halbkoje nur dann und wann die Blicke eines Be¬ 
suchers auf sich ziehen, und selbst die in der anderen 
Hälfte domizilierende G. Gäschensche Verlwishtmdlnuij musste 
den ganzen Apparat ihrer ruhmreichen Tradition ins Feld 
fuhren, um ein verehrliches Publikum an das Vorhanden¬ 
sein der ersten Verlegerin von Lessing und Goethe zu 
erinnern. — In der nächstfolgenden Koje hat Carl Krabbe. 
der Verleger Hacklftnders, die Werke dieses vielgelesenen 
Autors, in den neuer Ausgaben illustriert, zur Schau gestellt. 
Hie sonstigen Verlagsartikel der Firma kommen daneben 
um so weniger zur Geltung, als die als Wandzierat 
dienenden Hackländer-Illustrationen mit der drastischen 
Originalität ihrer Zeichnung alle Aufmerksamkeit absor¬ 
bieren. Dem jetzigen Umfang ihres Geschäfts entsprechend 
nimmt die Abteilung von Gebrüder Kröner einen unverhältnis¬ 
mässig grossen Raum ein. Die neueingerichtete Xylographie 
ist in einer Anzahl trefflicher Schnitte, die Schriftgiesserei und 
Stereotypie in Typen, Matrizen und Platten vertreten. Wie 
das Ineinandermünden mehrerer Flüsse zunächst noch die 
Spuren jedes einzelnen zeigt, so hat sich auch hier der Ver¬ 
schmelzungsprozess der Firmen Gehr, Kröner, J. G. Cotta, 
F.. Keil und Herrn. Schönlein, welche nunmehr ein Ganzes bil¬ 
den. noch nicht bis zur Fnkenntlichkeit vollzogen. Die in hoher 
Vollendung gedruckten illustrierten Prachtwerke, welche die 
Firma Kröner längst vorteilhaft auszeichnen, linden zwar in 
den Gottaschen Klassikern würdige Genossen, zwischen bei¬ 
den herrscht indes eine ebenso grosse Verschiedenheit, als 
andererseits die »Gartenlaube* mit dem »Buch fiir Alle* 
in innigerem Konnex steht und schliesslich die zuletzt 
erworbene »Allgemeine Zeitung* in München eine besondere 
Kategorie vertritt. Die Graphische Ausstellung weist von alle¬ 
dem Proben auf und wie die Uriginalgemälde zu den Gratis¬ 
prämien der »Gartenlaube* hier manchen Besucher über die 
wohl auch in seinem Besitz befindlichen Bilder aufklärte, so 
beweisen die Ölporträts von Wieland, Schiller. Goethe etc. das 
innige Verhältnis, in dem die weiland hochberiihmte Pottasche 
Verlagshandlung zu den lebenden Originalen gestanden hat. 
Wenn man von der rotgebundenen »Allgemeinen Homanbiblio- 
thek* absieht, so kann der J. Engclhornsche Verlag als aus 
Spezialitäten bestehend betrachtet werden. Neben mehreren 
den besten ihrer Art zuzuzählenden illustrierten Prachtwerken, 
wie »Italien*. »Schweizerland« etc, ist es die Baukunst 
und das Kunsthandwerk, denen Engelhorn in Bild und Wort 
treue Berater zuführt. — ln noch ausgedehnterem Masse 
und sich in höheren Regionen bewegend, gilt dies von 
der Verlagshandlung Paul Ne ff (Ebner & Seubert). Pracht¬ 
werke wie »Die Klassiker der Malerei«, »Goldene Bibel«, 
»Die Kunst für Alle* sind wirkliche Perlen der Ulustrations- 
kunst. zu deren Vollendung Zeichner, Holzschneider und 
Drucker nach besten Kräften mitgewirkt. Solch wertvollen 
Inhalt hat denn auch der Ruchbinder (Crönlein) mit Ein¬ 
bänden von künstlerischem Wert und blendendem Glanze 
umkleidet. — Den unbestreitbar interessantesten und wert¬ 
vollsten Teil der Graphischen Ausstellung bilden die Schätze 
des Königl. Haus- und Staats-Archivs. Da sind wenigstens 
Sachen, wie man sie nicht alle Tage, ja manche sind 
darunter, die man überhaupt nur in dem einen Exemplare 
sehen kann, nämlich Original-Handschriften, die zwar das 
Aussehen von »Wurstpapieren* aber trotzdem ganz ausser- 
gewöhnlicben Wert haben. Besonders merkwürdig sind: Eine 
Schenkungsurkunde Kaiser Ludwig des Frommen an das 
Kloster Ellwangen, d, d. Ingelheim 21. August 823 (das 
3 Cicero dicke Siegel hat die Grösse eines Fiinfmarkstiickes); 
Urkunde Friedrich Barbarossas an das Kloster Adelberg. 


28 t 


d. d. Staufen 25. Mai 1181; Privilegium Kaiser Karls IV. 
für den deutschen Orden, d. d. Nürnberg 2. Januar 1356 
mit angehängter goldener Bulla'); Gebetbuch Herzogs Eber¬ 
hard im Bart ilö. Jahrh.i, mit in Gold und noch heute 
feurig strahlenden Farben gemalten Initialen; die gleichen 
Eigenschaften besitzt ein lateinisches Passionale aus dem 
Kloster Zwiefalten (12. Jahrh.); Handschreiben des Ritters 
Gütz von Rerlichingen f 1512); Eigenhändige Lebensgeschichte 
des Ritters Schärtlin von Burtenbach (15.3t); ein Brief 
Keplers 1 1(127); ein Stammbuch mit folgendem, wahrschein¬ 
lich noch ungedrucktem, von Schiller eigenhändig hinein¬ 
geschriebenem Vers (vom J. 1778): 

»Auf ewig bleibt mit Dir vereint 

Der Arzt, der Dichter und der Freund.* 

Fenier enthalten diese Glaskästen Handschreiben von 
Luther tl53(!i. Melanchthon (15591, Karl V. an Herzog 
Ulrich von Württemberg 11518), Königin Elisabeth von Eng¬ 
land an Herzog Christoph 1 15(15), Gustav Adolf von Schweden 
1 1(132), Maria Theresia (1757), Friedrich dem Grossen il714i. 
Joseph II. (1782), Peter dem Grossen (1712). Napoleon I. etc. 
Fnter den Inkunabeln dürfte die »Erwählung Maximilians 
zum römischen König* als erstes in Stuttgart gedrucktes 
Buch (I486) vor allem zu beachten sein. Einen beinahe 
rührenden Eindruck machen die Einband-llolzdeckel aus 
dem 9., Metalldeckel aus dem 10., Deckel mit Elfenbetn- 
relief aus dem 12. Jahrhundert. All diese und noch andere 
altehrwürdige graphische Erzeugnisse schliessen die hintere 
Seite des Ausstellungsraumes ab und ist sodann rechts¬ 
seitig die Firma A. Botu d 1 Ko., welche mit A. Bauz Erben, 
in deren Offizin die ansgelegten Drucke hergestellt wurden, 
dieselbe Koje inne hat. der nächste Anhaltepunkt. Ausser 
einer reichen Kollektion mustergültiger Accidenzarbeiten ist 
es besonders die Scheffel-LiUeratur, welche vorherrscht 
und in der Prachtausgabe des »Trompeter von Säkkingen* 
ihren schönsten typographischen Triumph feiert. — Der 
Buchhandel ist ein mehr »öffentlicher* Berufszweig als 
viele andere Gewerbe, beruht doch seine ganze Thätigkeit 
darauf, Verborgenes ans Licht zu ziehen. Hierin liegt die 
Schwierigkeit, selbst in einer graphischen Ausstellung mit 
wirklich »Neuem« aufzuwarten und deshalb konnte auch 
die in kurzer Zeit zu so grossem Rufe gelangte Firma 
W. Spcmann zwar viel Schönes, aber wenig Neues bieten. 
Es hat Mühe gekostet, den weiten Raum würdig auszu¬ 
füllen: die plastischen und Flächenmuster als Illustration 
zu »Stuhlmanns Zeichenmethode« haben dabei gute Dienste 
geleistet. »Vom Fels zum Meer« ist eine der gediegensten 
illustrierten Zeitschriften und wohl hat die »Kollektion Spe- 
mann* als Volksbildungsmittel ihre volle Berechtigung, ist 
aber als Ausstellungsobjekt eben nicht hoch anzuschlagen; um 
so wirksamer aber erweisen sich die in der Reichsdruckerei 
gedruckten Heliographien der »Altertümer von Pergamon« — 
eine Bilderserie, deren jedes als von klassischer Atmo¬ 
sphäre überhaucht erscheint. Sclierrs »Germania«, »Die 
Riviera« und das modernere »Unser Volk in Waffen« sind 
ebenfalls Prachtwerke, deren sich die Verlagsfirma rühmen 
darf. Die abwechselnd in verschiedenen Farben gedruckten 
Soldatenbilder des letzteren Werkes bilden einen Beitrag 
zur Entstehungsgeschichte des neuen Deutschen Reiches. 
— Der reiche Bilderschmuck, mit dem die Deutsche Verlags- 
anstalt ihren Ausstellungsraum versehen, liesse einen Salon 
vermuten, wenn der Besucher nicht gleich am Eingänge 
auf — Lumpen stiesse; aber Lumpen in der besten Be¬ 
deutung des Wortes, welche, fein säuberlich in Gläsern 
aufbewahrt, den Beweis liefern, dass die weltbekannte 


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28') 


Die Stuttgarter Graphische Jubiläums-Ausslellung. 


28(5 


Firma (früher Hailberger) ihren Papierbedarf selbst fabriziert, 
wovon zwei aus endlosem Papier von je über t km Länge 
gebildete Pyramiden als Proben dienen. Auch der Her¬ 
stellungsprozess einer illustrierten Kolumne von Ȇber 
Land und Meer« wird zu veranschaulichen gesucht. Die 
Prachtwerke »Ägypten«, »Palästina«. »Dore-Bibel« üben 
mit ihrem herrlichen Bilderschmuck immer wieder neuen 
Heiz aus und die illustrierten Klassiker (Goethe. Schiller, 
Shakespeare) lassen uns diese Werke durch Bild und Wort, 
man möchte sagen, doppelt besitzen. Die starken Auhagen 
dieser Ausgaben, wie auch minder schönes Papier, lassen 
freilich das Bild nicht in höchster Vollendung erscheinen; 
und was die »Ebers-Gallerie« betrifft, so dürften diese Miss- 
stände liier minder schwer ins Gewicht fallen. — Das Königl. 
statistische Landesamt, ein im Jahre 1820 errichtetes Institut, 
bietet manches Interessante, so als Material einen gravierten 
(lithogr.) Originalstein und einen Überdruckstein, beides 
topographische Atlasblätter; eine Original-Kupferstich¬ 
platte; ein galvanoplastisches Relief; eine Versuchsplatte, 
rektifizierte lithographische Abdrücke, mittelst Heliogravüren 
auf Kupfer zu übertragen; Lichtdruck platten (Gelatine auf 
Glas). Unter den Karten sind hervorzuheben: »Der älteste 
Landkartendruck Schwabens (Holzschnitt. Ulm 1182) auf 
Pergament«; »Des Hailligen Römischen Reichs Schwäbische 
Kraiss saimrit seinen Urnb- und Anliegenden Landen, von 
David Seltzlin, Modist und Rechenmeister in Ulm« (gedruckt 
1575 auf Holzplatten zu Ulm durch Johann Anton Ulhart). 

— Die sich hier anschliessende Firma W. Kohlhammer 
sland früher in dem einzigen Ruf einer Formularlieferantin 
für Behörden und besitzt in der Thal auch heute noch Schemata 
von 1(550 Formularen für die Behörden Württembergs. Neben- 
dem aber linden wir jetzt eine Reihe vornehmlich geschicht¬ 
licher Verlagsartikel und das Bestreben, orientalische 
Sprachwerke zu publizieren. Als besondere Raritäten be¬ 
merkt man ein Avesta-, ein tibetanisches und ein ürawida- 
Manuskript (letzteres auf Palmblättern). Vieles Interesse 
erwecken auch die »Nachbildungen von Papst-Urkunden 
(bullae majores)« nebst den betreffenden Siegeln. Das geheim¬ 
nisvolle Dunkel, in welches alles im Vatikan Vorgehende 
gehüllt wird, macht solche Dokumente doppelt merkwürdig. 

— Die Hofbuchdruckerei von Carl Lieliich druckt als 
Spezialität Wertpapiere und hat sich in dem Artikel eine 
gewisse Virtuosität angeeignet, wie mehrere ausgestellte 
Proben beweisen. Eine fernere Spezialität sind »Relief¬ 
bilder für Blinde« (in Gips), wovon der König und die 
Königin von Württemberg in Medaillonform und fast natür¬ 
licher Grösse an Ort und Stelle zu sehen sind. Es ist eine 
sorgfältige verdienstvolle Arbeit. Die Offizin hat auch eine 
Handpresse an Ort und Stelle, deren Bengel gehörig in 
Thätigkeil gesetzt wird. — Die Stuttgarter Vereinsbuch¬ 
druckerei hat eine Novität ausgelegt, wie solche seit einiger 
Zeit in Stuttgart selten geworden sind, es ist die im Ver¬ 
lage von K. F. Glässer erscheinende »Porträtgallehe der 
regierenden Fürsten und Fürstinnen Europas«. Dies Pracht¬ 
werk par exeellence besteht aus Hadierungen mit begleiten¬ 
dem Text und kostet die Lieferung der Luxusausgabe 35 Mk. 
Die Radierungen zeichnen sich durch Lebendigkeit und 
Schärfe des Druckes aus und der fünffarbige Druck eines 
der ausliegenden Textblätter ist in Wirklichkeit »fürstlich« 
elegant. Dann muss noch ein Probeblatt für Nies Nach¬ 
folger in Frankfurt a. M. (Renaissance-Kursivschriften), als 
aufs sauberste in Satz und Druck ausgeführt, hervorgehoben 
werden. Unter den sonstigen Accidenzien sind besonders 
die Johannisfestarbeiten des Gutenhcrgvereins bemerkens¬ 


wert. — Zu den Firmen, deren Streben nach möglichster 
Vollkommenheit ihrer Leistungen Anerkennung verdient, 
zählt vor allem das Süddeutsche Verlagsinstitut. Obgleich 
die Druckerei des Instituts noch keine »Geschichte* hinter 
sich hat, sind doch mehrere der ausgestellten Prachtwerke, 
so u. a.: »Deutscher Sang und Klang« (Illustrationen in 
dem modernen »Schwarzblau«), den besseren Erzeugnissen 
der Spezialität ebenbürtig Mit besonderem Eifer lässt sich 
diese Verlagshandlung die Pllege der Geschichte (so in den 
Werken »Illustrierte Geschichte Deutschlands«, »Hie gut 
Württemberg alleweg« u. a.) angelegen sein. — Das Stutt¬ 
garter Plakatinstitut (Hofbuchdruckerei Zu Guttenberg. 
G. Grüninger) hat eine jubiläumsfestlich geschmückte und 
ausgestattete Plakatsäule aufgestellt. — Die Verlagshandlung 
von Gustav Weise liefert in den »Trachten« von Hotten- 
rotii einen völkergeschichtlich wertvollen und durch »Die 
Renaissance im Kunstgewerbe« einen kunstgeschichtlich 
schätzbaren Beitrag. — Ein besonderer Jugendschvifteu - 
Pavillon vereinigt von dein in Stuttgart bedeutenden \ er- 
lagszweige eine grosse Anzahl von Schriften der Firmen 
W. Nitsschke, H r . Effetiberger und Thienemanns Verlag — 
alles durch farbenprächtige Umschläge und Bilder ausge¬ 
zeichnete Bücher, die den jungen Leser auf den Schwingen 
der Phantasie in kühnem Fluge von den Rothäuten Nord¬ 
amerikas zu den Südsee-Insulanern oder den Negern Inner¬ 
afrikas entführen und ebendeshalb so sehr begehrte Lektüre 
sind. — Stuttgart steht nicht ohne Grund itn Rufe der 
Frömmigkeit und der umfängliche Buchladen, den die 
Bibelanstalt in der Graph. Ausstellung besitzt, gibt dieser 
Annahme erneute Berechtigung. Für jeden guten flliristen 
ist da etwas Erbauliches zu haben in den vielen, vielen 
Bänden, deren derbe Metallverschlüsse die Spezialität schon 
Von weitem kennzeichnen. — Levg <(■ Müller ist eine der 
kleineren Stuttgarter Verlagshandlungen, unter deren 
mancherlei Schönem der »Luslige Rädeker« das Neueste 
darstellt. — Irn unteren Mittelraum der Gewerbehalle 
befindet sich auch das Farbenprobelager von Käst ik Ehinger, 
d. h. ein Pavillon, in dem bunte Farben aller Nuancen, 
in Gläsern enthalten, pyramidal aufgebaut sind — eine 
wolilthuende Abwechslung in der Flut von Gedrucktem. — 
In ähnlicher, rneTir obeliskförmiger Art sind unter der Be¬ 
zeichnung Papier Siegismund alle nur denkbaren Papier¬ 
sorten, die Proben in Büchern mit schönen Einbänden, zu 
einem Ganzen geordnet. — In einiger Entfernung hiervon 
hat die Schwabesche Buchbinderei eine Auswahl ihrer in 
der That kunstvollen Prachteinhände in einem Glaspavillon 
ausgestellt: alles Arbeiten bester Art. Besonders bemerkens¬ 
wert sind zwei ganz von Hand gearbeitete kostbare Einband¬ 
decken. — 

Auf der im obern Stock befindlichen Galierie nimmt 
die Ausstellung von Theodor Goebel die ganze linke Seite 
ein. Schon beim Aufgang weisen riesige Farbendrucke 
(Indianerhäuptling — Schlangenbändigerin — Äquilibristen) 
auf den internationalen Charakter dieser Abteilung hin. 
Die, den verschiedenen Nationen entstammenden Drucke 
sind in voneinander getrennten Räumen untergebracht, 
während das Wertvollste, wie Musterbücher, seltene, teure 
Werke und Drucke sich in Glaskästen befindet. Gruppe I: 
Chromodrucke von L. Prang & Co. in Boston, worunter 
besonders herrliche Btunienbouquets und Drucke auf Seide 
hervorragen. Gruppe II: Chromolithographien von Meissner 
& Buch in Leipzig und W. Hagelberg in Berlin. Gruppe Hl: 
Das Entstehen einer Chromolithographie (18 Blätter), treu¬ 
liche lithographische Farbdrucke von E. G. May Söhne in 


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287 


Die Stuttgarter Graphische Jubiläums-Ausstellung. 


288 


Frankfurt a. M., Gebr. Oppacher in München und J. Miesler 
in Berlin, von letzterem gelungene humoristische Neujahrs- 
etc. Karten, Gruppe IV: Chromoxylographien von G, Knüller 
in Wien, das künstlerisch Bedeutendste, was bis jetzt auf 
diesem Gebiete geleistet wurde (so u. a. »Bildnis eines 
Kardinals* und ein »Marienfenster«); Holzschnitte aus dem 
Werke des f Kronprinzen Rudolf: »Die östreichisch- 
ungarische Monarchie*. Gruppe V: Kalender. Die eng¬ 
lischen, vor allen aber die amerikanischen Arbeiten dieses 
Genres zeichnen sich durch ihre, fiir deutsche Augen 
manchmal beinahe lächerliche Geschmacksrichtung aus, 
was sich bei der unmittelbaren Nachbarschaft der deutschen 
Erzeugnisse am deutlichsten erkennen lässt. Gruppe VI: 
Drucke aus Deutschland. Ostreich und der Schweiz (eine 
ausserordentlich mannigfache Kollektion von Karten aller 
Art); Liniensatz von Fasol, Büchler in Bern und Monpied 
dem Älteren. Gruppe VII: Internationaler Musteraustausch 
(eine Anzahl aus den verschiedensten Offizinen hervor¬ 
gegangener Blätter). Gruppe VIII: Drucke aus Amerika 
und England (Karten und farbige Bilder), Ostreich und 
der Schweiz. Liniensatz von Moulinet in Paris (zum Teil 
charakteristischer als der Fasolsche); Ölfarbendrucke aus 
Sydney (Australien). Gruppe IX. Drucke aus Russland 
(ältere Kupferstiche; Farbdrucke nationalen Charakters, 
künstlerisch unbedeutend); als Merkwürdigkeit: Eisen- 
Galvanos aus der russischen Staatsdruckerei. Gruppe X*: 
Die Entwickelung des Buchdrucks und der Illustration, 
durch einzelne Blätter belegt, so: Mainz (1457), Augsburg 
(1475), Venedig (1481), Brügge (148-0, Bamberg (1485), 
Paris (1502), Nürnberg (1514). Die Gesamtzeitdifferenz 
ist übrigens eine zu geringe, um eine wirkliche Periode 
zu ergeben. Gruppe XI: Blätter aus dem »Weiss- 
kunig«; Photogalvanographien; Kupferstiche; Chromo- 
zinkographien; Naturselbstdruck: Panikonographie; Druck 
von Leimklischees (rauh), »Klitschotypie*; 4 Cliroino- 
Baxter-Drucke von sorgfältigster Ausführung. — Die »Kol¬ 
lektiv-Ausstellung von Louis Rath < besteht in einer 
grossen Anzahl von Bildern, welche dem Publikum bereits 
aus den Schaufenstern der Kunsthändler her bekannt sind, 
meist Photogravüren und Radierungen (zum Teil auf dem 
dicken, gelblichen chinesischen Papier ' gedruckt). Die 
Pariser Photogravüren zeichnen sich teilweise durch die 
an ihnen gewohnte freie Auffassung der Tendenz aus. — 
tibergehen wir von da aus zwei weniger beachtenswerte 
Aussteller, so kommen wir zur 2. Abteilung des Göschenschen 
Verlags (Holzschnitte zu Wielands »Oberon«) und sodann 
zu Loeiees Verlag (W. Efenberger), wo »Kolbs Wandtafeln 
zum Freihandzeichnen* und die »Vorbilder für das Ornament¬ 
zeichnen* die Aufmerksamkeit besonders der Bau- und 
sonstigen Techniker fesseln. — Die Hoffmannsche Buch¬ 
druckerei (Felix Krais) hat eine sorgfältige Auswahl unter 
ihren vorzüglichen Accidenzien getroffen und von einer 
der neuesten dazu zählenden Arbeiten, einer technisch 
untadeligen Karte, den Entstehungsprozess mittelst der 
zu fünffarbigem Druck benötigten Sätze nebst Abzügen 
dargestellt. Die Stereotypie ist in Matrizen und Platten 
vertreten. Gerade in dieser Ausstellung ist der in bril¬ 
lantem Einbande vorliegende »Petzendörfersclie Schriften- 
Atlas« wie selten ein anderes Werk am Platze und von 

* Gruppe X der Goebelschen Abteilung sollte eigentlich Gruppe 1 
sein, da dieselbe aber zwei Treppenaufgänge hat und, wie oben er¬ 
wähnt. Plakate den als Anfang zu betrachtenden Beginn der Goehclsehen 
Abteilung andcuten s» lässt sieb aueh obige Reihenfolge rechtfertigen. 


seinem ebenbürtigen Pendant, dem »Ornamentenschatz*, 
darf man dasselbe mit gleichem Recht behaupten: aus 
beiden Werken lässt sieb gerade in unserer Zeit, wo die 
Bräuche und Eigentümlichkeiten der Schrift- und Zeichneu- 
manieren früherer Jahrhunderte wieder zu neuem Leben 
erweckt sind, für manchen vieles lernen. — Unter den 
Accidenzien der Carl Hammersehen Offiiin nehmen »Wert¬ 
papiere* die erste Stelle ein. trotzdem sie durch das über¬ 
gedruckte »Ungültig!* für den Kouponabschneider dieses 
Prädikat cinbüssten. Ein bemerkenswertes Werk ist das 
fünfsprachige »Lexikon der Handelskorrespondenz* und an 
mehreren, nach den Regeln einer exakt arbeitenden Druckerei 
ausgefiihrten, mathematischen Werken lässt sich erkennen, 
dass die Hammersclie Offizin gerade hierin ihre starke Seile 
hat. — Von der Lithographischen Anstalt von G. Volk in 
Heilbronn, welche ausser einigen hübschen Buchumschlägen 
eine 21 Steine benötigende Farbdruckprobe Revue passieren 
lässt, kommen wir zur Lithographischen Kunstanstalt von 
G. Gatternicht. Aus der reichen Kollektion sind vor allem 
Kolbs Glasmalereien aus dem 14.. 15, und lfi. Jahrhundert 
(Kirchenfensteri zu erwähnen; aber auch vieles andere 
und besonders die naturtreuen, farbenechten Tierbilder 
und Völkertypen aller Erdteile sind ebenso meisterhaft, als 
in anderer Richtung wieder die Zimmerinterieurs, wo 
malerisches Talent und vollendete lithographische Technik 
Zusammenwirken. — Der ebenbürtige Rivale der letzt¬ 
genannten Firma und diese mehrfach übertrefl'end, ist 
Max Scrger. Fast alle Arbeiten tragen liier den Stempel 
des Künstlerischen wie der Titel zum »Malerjournal« dem 
Idealen zustrebt, so sind daneben drei preussische Krieger 
so kasernenmässig wahr, wie sie nur ein Pinselvirtuos des 
Faches zu schaffen vermag. Ein Plakat für die zur Zeit 
in Kassel stattfindende Jagd- und Fischerei-Ausstellung 
zeigt in grossen Dimensionen alle Vorzüge dieses litho¬ 
graphischen Mustergeschäfts. — Wie diese beiden Firmen 
ausschliesslich Chromodrucke, so hat die Lithographische 
Anstalt von Carl Ebner nur Bilder in Schwarzdruck und 
neben dem auch fertige Lichtdruckplatten ausgestellt. — 
Die Buchdruckerei von Jung <£■ Brecht (s. oben) hat hier 
auf der Gallerie Proben ihrer Accidenzien ausgelegt, von 
denen mehrere, wie eine Geschäftskarte und ein Schreib- 
mappe-Umschlag, ernstes Streben nach grösster Leistungs¬ 
fähigkeit bekunden. — Von einer Anzahl aus kleineren 
württembergschen Druckorten unter die Aussteller gegangener 
Buclulruckercibesitzer ist nur einer, Carlllembold (Heilbronn), 
zu erwähnen, dessen Accidenzien grösstenteils an die besseren 
Stuttgarter Arbeiten heranreichen. Ausgelegte Stereotyp¬ 
matrizen und Platten liefern den Beweis, dass das Geschäft 
mit technischen Hilfsmitteln entsprechend ausgerüstet ist. 
— In einem der unteren Seitengänge hat die Buchdruckerei 
und Monogrammprägeanstalt von Bild. Glaser li'• Ko. ihre 
Fabrikate, grösstenteils saubere Arbeit, zum Verkauf aus¬ 
gestellt und ihr gegenüber befindet sich ein vollständiges 
Lager von Kautschukstempeln und den vielerlei dazu 
gehörigen Medaillons u. s. w. Inhaber desselben ist der 
Buchdiuckereibesitzer Braunbeck; eine Tiegeldruckpresse 
ist in steter Thätigkeit und ein Mulatte in Livree und 
Firmamütze macht dem Publikum in oft etwas zu naiver 
Manier die Honneurs. — In nächster Nachbarschaft befindet 
sich die Liclitdruckanstalt von Martin Rommel, welcher in 
Stuttgart dies Verfahren erstmals ausübte und dessen 
schwarze und farbige Probedrucke den mit der Sache 
vertrauten Spezialisten bekunden. — Eine äusserst wert¬ 
volle Sammlung alter Drucke, bezw. Handschriften hat der 


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Bernhard Rudolph Giesecke f. — Schriftprobenschau. 


290 


289 


Antiquar J. Hess aus Ellwangen ausgestellt, so u. a. ein 
Gradualc (Pergament-Manuskript) aus dem 14 Jahrhundert; 
Erste Ausgabe des »Teuerdank« von Schönsperger, Augs¬ 
burg il517); Neunte deutsche Bibel von Koburger, Nürnberg 
1 118;!): alles gut erhaltene Exemplare. — ln einem zweiten 
Nebengange der Gewerbehalle sind alle jene Gewerbe- und 
Kunstzweige untergebracht, die den »Graphen« fast unent¬ 
behrlich sind, so die zinkographische Anstalt von Wein- 
wurm <P Hafner, welche die Herstellung eines Zinkklischees 
veranschaulicht und Platten für Lichtdruck ausgelegt hat. 
Als eine Art Seitenstück hierzu hat A. Schwertführer das 
gnlvanoplastische Verfahren in den verschiedenen Stadien 
dargestellt und die chemische Kunstanstalt von A. Schüler 
verzweigt sich in mehrere Gebiete der modernen Bilder- 
vervielfältigung: Heliogravüre-Platten, Zinkklischees. Auto- 
lypieproben sind nach Auswahl beieinander plaziert.. — 
Die xylographischen Ateliers von Adolf Floss, B. Bren- 
d’amour <(* Ko.. Emil Beimann, Eduard Ade, E. Hofmann, 
A. Kunz, Gustav Bau, sie alle beweisen in den resp. 
Rilderabdriicken ihre Leistungsfähigkeit und einige zeigen 
ausserdem die vollständige Technik der Holzschneidekunst 
in Werkzeugen. Holzmaterial, etc. O. Hirrlinger veran¬ 
schaulicht ein Verfahren von vielleicht hoher Bedeutung 
für den Bilderdruck: das Übertragen von Photographien 
auf Buchsbaumholz, als Ersatz fiir Holzzeichnung. — Auch 
die Stuttgarter Graveure A. Kober, L. Basert, Paul Ileckel, 
Schiller <('• Sohn lassen an in Messing gearbeiteten Um¬ 
schlägen zu Prachtwerken, initialen u. s. w. erkennen, dass 
sie in der Ausstellung zu erscheinen vollberechtigt sind. 
Dasselbe darf man von Wiedenmanns (Obermaschinenmeister 
bei Greiner & Pfeiffer) Walzenmasse für Buch- und Licht¬ 
druck (hektographische Masse, Zusatzmasse) behaupten 
und mit gleichem Recht ist A. Beyerlens Reniington- 
Schreibmasclune ein Bestandteil der Ausstellung. — Die 
Firma J. G. Mailänder in Cannstatt hat zwei Buch- und 
eine Steindruckmaschine in Gang gesetzt; um fiir erstere 
Branche Augsburg. Johannisberg und Oberzell auszustechen, 
scheints indes noch nicht auszurcichen. — A. Fomm und 
(ihn. Mansfeld aus Leipzig-Reudnitz haben Hilfsmaschinen 
fiir Ruchbindcr ausgestellt; ebenso Gehr. Brehmer in Leipzig- 
Plagwitz. Ganz besonders reichhaltig ist A. Leos Lager von 
Ruchbindenvorkzeugcn aller Art. Einen vollständigen Buch- 
bindereibetrieh hat die Firma A. Crönlein ausgestellt: Draht- 
heftmaschine, Reschneidmaschine elc. etc. sind in reger 
Thätigkoil: dass diese letzte Instanz der Rücherfabrikation 
aber in nächster Nähe der (Weisertschen) Schriftgiesserei 
steht, das ist ein Fehler. Das Alpha und Omega des Buch¬ 
gewerbes, Giesserei und Buchbinderei, hätten so weit als 
möglich voneinander entfernt werden sollen — das wäre 
logischer gewesen! (J. Arend.J 


Bernhard Rudolph Gieseeke +. 

cljft-jrnerwartet und schnell ist am 25, Juli der Mitinhaber 
jjöyo einer der bedeutendsten Schriftgiessereien Deutsch¬ 
lands und des Auslandes aus dem lieben geschieden : 
Bernhard Budolph Gieseeke. Teilhaber der weltberühm¬ 
ten Firma J. G. Scheiter & Giesecke. Ein Schlaganfall 
warf den sonst so Rüstigen aufs Krankenlager und setzte 
seinem Leben ein zu frühes Ende. Giesecke war einer 
jener Geschäftsleute, die mit ganzer Seele an ihrem Berufe 


hängen und für seine Arbeiter war er ein gewissenhafter 
und gerechter Prinzipal. Sein Hinscheiden wird von allen 
Seiten aufrichtig betrauert. 

Es sei uns bei dieser Gelegenheit gestattet, einen 
kurzen Rückblick auf die Geschichte des Hauses zu werfen, 
an dessen Emporblühen der Verstorbene einen hervor¬ 
ragenden Anteil hat. 

Am Johannistage des Jahres 1819 begründeten die 
bis dahin hei Carl Tauchnitz in Leipzig konditionierenden 
Schriftgiesser Johann Gottfried Scheiter und Christoph 
Friedrich Giesecke unter der bis heute noch unveränderten 
Firma eine eigene Schriftgiesserei. Die Anfänge waren 
bescheiden; durch rastlosen Fleiss der Gründer gewann 
das Geschäft jedoch bald Ansehen und Umfang. 1841 zog 
sich Scheller vom Geschäft zurück, welches nun von 
Clir. Fr. Giesecke allein fortgeführt wurde. 18-15 erfolgte 
die Aufstellung der ersten Giessmaschine, deren Zahl sich 
fortwährend steigerte. Nach dem am 12. Juli 1850 erfolgten 
Ableben Gieseckes übernahmen dessen Söhne Karl Wilhelm 
Ferdinand (geboren am 7. Juli 18171 und Bernhard Budolph 
(geboren am 28. November 182(1) die Schriftgiesserei und 
unter ihrer Leitung hob sich das Geschäft zu seiner 
heutigen Höhe. Ursprünglich in ermieteten Räumen imter- 
gebracht, wurde das Geschäft 1831 in ein eigenes Haus 
überführt. Aber auch dieses wurde bald zu enge und 
187-1 erfolgte der Umzug in das ganz seinem Zweck ent¬ 
sprechend gebaute grossartige Geschäftshaus in der Brüder¬ 
strasse. 

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwickelung des 
Etablissements hatte die 187(1 erfolgte Übernahme der 
technischen Leitung durch den Sohn Bernhard Rudolph 
Gieseckes, Georg Giesecke, welcher 1881 auch als Teilhaber 
in die Firma eintrat. Durch ihn wurde der gesamte Betrieb 
einer durchgreifenden Umgestaltung nach amerikanischem 
Muster unterzogen und der Giesserei noch mancher Neben¬ 
geschäftszweig 1 itnzu gefügt. 

ln welcher hervorragenden Weise die Firma J. G. Scheiter 
& Giesecke an der Entwickelung des Buchdrucks der 
neueren Zeit durch ihre tonangebenden Originalerzeugnisse 
an Schriften und Ornamenten beteiligt ist, darüber war 
unser »Archiv« seit seinem Bestellen in jedem Hefte ein 
beredter Zeuge. Dem nun Verstorbenen verdankt das von 
ihm geleitete Geschäft unstreitig ein gut Teil seines gross¬ 
artigeil Aufschwungs, die Geschichte der Ruchdruckerkunst 
im allgemeinen aber hat ihn mit in der Reihe derjenigen 
Männer aufzuführen, durch deren Wirken die Typographie 
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von neuem 
belebt und gehoben wurde. Aber auch seiner persönlichen 
Eigenschaften wegen, wird ihm Jeder, der die Ehre hatte, 
mit ihm in Berührung zu kommen, gern ein ehrendes 
Andenken bewahren. 


Schriftprobenschau. 

ir sind im vorliegenden Hefte wieder in der an¬ 
genehmen Lage, unsere Leser mit beachtenswerten 
Novitäten mehrerer Schriftgiessereien bekannt machen 
zu können. 

Auf einer eigenen Schriftprobe brachten wir bereits 
im vorigen Hefte verschiedene Anwendungen eines neuen 
Erzetignisses der Schriftgiesserei C. Kloberg, mul zwar der 

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201 


Schriftprobenscliau. 


Linienornamente Serie 73. Auf Seite 293—204 bringen 
wir ein vollständiges Kigurenverzeichnis. Obgleich Frei- 
oder Linienomamentc schon in den verschiedensten Ausführ¬ 
ungen unter dem Ziorinaterial des Buchdruckers vorhanden 
sind, kann doch jede Ncuseltüpfiing, wenn sie wirklich gut 
ist. nur mit Freuden begriisst werden. Und gut ist diese 
Neuschüpfung Klobergs soweit es die Erfindung und Zeich¬ 
nung der einzelnen Formen betrifft, unzweifelhaft. Wir 
haben unter den zahlreichen Figuren keine gefunden, 
welche uns missfallen hätte. Anders verhält es sich jedoch 
mit. der technischen Ausführung dieser neuen Linien¬ 
ornamente; hier will es uns scheinen, als wäre dieselbe 
zu gut. ’k fein. Ein etwas kräftigerer Schnitt würde alle 
diese schönen Formen im Druck viel wirkungsvoller her¬ 
vortreten lassen. In der vorliegenden Gestalt sind diese 
Ornamente nur für Arbeiten allerfeinster Art geeignet und 
müssen zudem mit der peinlichsten Aufmerksamkeit be¬ 
handelt werden, soll das kostbare Material nicht bald an 
Ansehen und Wert verlieren. Vielleicht nimmt die Firma 
Kloberg auf unsere Anregung hin Veranlassung, in dem 
angedeuteten Sinne Versuche zu machen; wir sind über¬ 
zeugt. dass ein Erfolg nicht ausbleiben wird. 

Eine Serie Moderner Zeitungseinfassungen ging uns 
von der Rudhardsehcn Gicsserei zu. Wir können diesen 
Einfassungen nur eine recht weite Verbreitung wünschen, 
damit sie den in der Regel recht eintönigen Eindruck der 
I n seratenkol um neu unserer meisten Zeitungen ein etwas 
lebhafteres Aussehen verleihen können. 

Eine weitere schätzenswerte Bereicherung unseres 
Ornamentenmaterials bietet die Rudhardsche Giesserei in 
einer Kollektion Gotischer Einfassungen, der sie den Namen 
»Herbaria« gegeben hat. Am besten von allen diesen Ein¬ 
lassungen will uns noch der grösste Grad auf 5 Cicero 
gefallen; es sind dies durchaus gefällige Formen, welche sich 
durch ihre derbe Zeichnung zu Umrahmungen grösseren 
Formats so vorzüglich eignen, wie kaum eine andere Ein¬ 
fassung in diesem Kegel. In den H- und 2-C.icero-Graden 
wirken die etwas zu nackten Ranken unschön und machen 
uns diese Einfassung weniger sympathisch, während die 
l’ i- und l-Cicero-Grade wieder eher unsern Reifall finden. 
Da die verschiedenen. Einfassungen auch für Mehrfarben¬ 
druck geschnitten sind, weiden sieii dieselben auch für 
Arbeiten, denen eine bessere Ausstattung gegeben werden 
soll, oft mit Vorteil verwenden lassen. 

An neuen Schriften erhielten wir von J. G. Scheiter <( 
(riesecke tl Grade einer Schmalen mageren Eggptienne, einer 
Schrift, wie sie der Buchdrucker stündlich gebraucht. Die 
genannte Firma scheint sich in neuerer Zeit die Aufgabe 
gestellt zu haben, alle jene Accidenzschriftcn, welche in 
der Praxis am häufigsten gebraucht werden und in jeder 
Druckerei unentbehrlich sind, einer der Gegenwart ent¬ 
sprechenden Modernisierung zu unterziehen. Mit welchem 
Erfolge sie diesem Ziele immer näher kommt, haben wir 
unseren Lesern durch Vorführung verschiedener neuer 
Schriftgarnituren bereits wiederholt beweisen können. Die 
vorliegende Schmale magere Rgyptienne ist von einer solchen 
Eleganz und im Schnitt von einer Genauigkeit, dass man sie 
ohne Übertreibung als die schönste ihrer Art bezeichnen kann. 

Die Schriftgiesserei Rauer d Ko. sendet uns drei neue 
Nonpareilleschriften. Ergänzungen zu bereits früher in 
Garnituren veröffentlichten Originalerzeugnissen. Die magere 
und halbfette Merkantil-Kursiv besitzt auch in diesem 
kleinen Grade alle Vorzüge dieser Schriften und wird neben 
manchem neuen Käufer auch den Besitzern der grossem 


Grade willkommen sein. Auch die Neue SeinealKicher zeigt 
in der Verkleinerung auf Nonpareille noch jene charakteristi¬ 
schen Formen, welche dieser Schrill so viele Freunde 
erworben haben; sie wird in mancher Druckerei gern 
gesehen werden. 

Von Ludwig (C Mager bringen wir (i Grade einer neueren 
Eggptienne-Zierschrift zum Abdruck, der man im allge¬ 
meinen nur Gutes nachsagen kann, da sie durchaus sauber 
und schön geschnitten ist. Nur das will uns an dieser 
neuen Schrift nicht gefallen, dass die Schattenstriche in 
vielen Fällen näher an den folgenden Buchstaben zu stehen 
kommen, als au denjenigen, zu welchen sie gehören. 
Besonders fällt dies bei den grossem Graden auf; als 
Beispiele hierzu beachte man in unsern Probezeilen im 
3-U.icero-Gradc die Buchstaben VI) und ER. im 4-Gicero- 
Grade das Wort Frankfurt, und inan wird uns recht geben. 
Die Schrift hätte entweder weiter justiert werden müssen 
oder die Schatlenstriche sollten sich enger an das Buch- 
stabenbild anschliessen. 

Wohl selten ist in uuserin Gewerbe von seilen der 
Schriftgiessereien eine neue Geschmacksrichtung mit solchem 
Eifer gepflegt worden, wie er zur Zeit in der Erzeugung 
von neuen Vignetten an den Tag gelegt wird. Von allen 
Seiten werden dem Buchdrucker Proben dieser Art Zier¬ 
material unterbreitet, so dass wohl Manchem schon die 
Wahl schwer geworden ist. Wie es bei einer solchen 
1 bei Produktion nicht anders sein kann, wird neben vielem 
Guten und Schönen auch vieles von geringem Wert und 
sogar Wertloses hervorgebracht,. Durch die Masse ist es 
der Fachpresse schwer und fast unmöglich geworden, das 
viele Gute von den vielen Mangelhaften zu scheiden und 
beides nach Gebühr zu bezeichnen; sie kann sich kauin 
noch in allgemeinen Andeutungen ergehen. Wenn wir 
aber eine in dieser Angelegenheit gemachte Beobachtung 
ollen zum Ausdruck bringen sollen, so müssen wir gestehen, 
dass die neuesten Erzeugnisse dieser Richtung gegen die 
älteren an künstlerischem Wert zurückstehen, dass in 
vielen dieser Erzeugnissen eine Nachahmungssucht zu 
Tage tritt, die den unparteiischen Kritiker unangenehm be¬ 
rühren muss. Man kann es den Giessereien gar nicht oft 
genug wiederholen, dass sie entweder nur wirklich muster- 
giltiges Neues produzieren oder es ganz bleiben lassen 
mögen; mit Halbwertigem isl unserer Kunst nicht gedient 
und dem Produzenten auch nicht, da er für solches nie 
einen lohnenden Abnehmerkreis finden wird, 

Proben von neuen Vignetten gingen uns für vorliegendes 
Heft zu von der Schriftgießerei Emil Berger, von W ilhelm 
Gronaus Scliriftgiesserei und von Ludwig <( Mayer. Die 
Bergerschen Vignetten, welche sich hauptsächlich für Brief¬ 
köpfe und Karten eignen, bezw. die Verzierungen für solche 
bilden, zeichnen sieh vor den übrigen dadurch aus. dass 
ihre Originale recht sauber in Holz geschnitten wurden, 
während die neuen Vignetten anderer Firmen ausnahmslos 
galvanische Niederschläge von Zinkätzungen sind. Die 
Vignetten von Wilhelm Gronau stellen Kopfleisten und Brief¬ 
köpfe dar. letztere sowohl für Quart- wie für Oktavformal 
und einige Kckverzierungen für Privatbriefbogen. Ausser¬ 
dem erhielten wir noch Probedrucke von einer Anzahl 
Eckvignetten, welche sich zur Ausschmückung der inneren 
Ecken von Satzumrahmungen sehr gut eignen. Ludwig it 
Mayer senden uns 7 Doppelblätter mit Vignetten ver¬ 
schiedenster Art. Die meisLon dieser Vignetten sind ver¬ 
tikale Zierleisten in diversen Formaten, dann eine Anzahl 
horizontaler Leisten und Schlussstücke, weiter Verzierungen 


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Linienornamente von C. Kloberg, Leipzig. 


Minimum 12 Kilo a M 8. — Die Ornamente sind zum Ansatz von Viertelpetitlinien auf 
Pariser Kegel eingerichtet. 




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Zeitungseinfassungen der Rudhardschen Giesserei, Offenbach a. M. 

Jede Figur wird einzeln abgegeben. — Per */» Kilo M. 4.—. 




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Preise der Einfassung: 

1 Meter ca. 4,ao Kilo a Mark l>.-- Fig. 19—24 1 Meter ca. 0,*«© Kilo ü Mark 8. 

1 „ — .. 2,*oo a ß.40 .. 25—27 1 „ - „ 9 ,«m>o ,. ii 8. 

1 ,. .. l,7*o .. ä .. 7.— „ 28-30 1 .. .. l,-*o .. a 7. 

1 .. .. 1,300 „ ii ,, 7.50 

Mit den zweifarbigen Stücken erhöhen sieh obige Gewichte auf das Doppelte. 


Gesetzlich geschützt 










Einfassung von der Rudliardschen Giosserci. Offenliaeh a. M.. Ecken von Benj. Krebs Nachfl.. Frankfurt a, M. 


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Novitäten der Schriftgiesserei Bauer & Ko., Stuttgart, 


i. Merkantil-Kursiv 


Magere. 

Nonpareille. Min. 4 Kilo. Per Kilo M. 8 20. 

1389 Gedenkblatt der TVettinfeier in Dresden 1889 
LONDON England Frankreich FAEIS Russland Deutschland BERLIN 


Halbfette. 


Nonpareille. Min. 4 Kilo. Per Kilo M. 8.20. 

Stiftungsfest und Fahnentveihe des Turnvereins su Taucha 
Vorschuss- und Kredit-Verein. Eingetragene. Genossenschaft. Gegründet 181 . 


2. Neue Schwabacher, 


Nonpareille. Min. 4 Kilo. Per Kilo M. 7.60 
5,1* Bud) über bie £ntbe(fimgen ber Horbpolerpcbition im 'wbre 1K8U 
Jcit ift &elb, baa merfe 5ir, nur ff(rf)äfilid) fomm’ ju mir! probieren gebt über flubieren. 


Egyptienne-Zierschrift von Ludwig & Mayer, Frankfurt a. M, 


Lt ¥on 


No. 852. Tertia. Per Kilo M. 6.50. 


GEDICHT Schiller DRAMA 


Ko. 854. Doppelmitte]. Per Kilo M. 5.80. 


Ko. 855. 3 Cicero. Per Kilo M. 5.50. 


No, 850. 4 Cicero. Per Kilo M. 4.90. 


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J.O K T 

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Linienornamontc von C. Klober?. Leipzig. 


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Schmale magere Egyptienne von J. G. Scheiter & Giesecke, Leipzig, 


1345. Nonpareille. 150 a 00 A 1 i Satz ca. 2.0 Kilo. 

Berühmte Kunstsammlungen in Deutschland 
3. AUSSERORDENTLICHE GENERALVERSAMMLUNG 1889 


1340. Petit. 106 a 42 A J i Satz ca. 3.1 Kilo. 

Die Büimenfestspiele in Bayreuth 1889 
FRANKREICH NORDDEUTSCHLAND ÖSTERREICH 


1317. Korpus. 90 a 36 A — 1 i Hatz ca. 4 Kilo. 

174 Aus Krimmers technischen Schriften 583 
DIE NORWEGISCHEN KUNSTBAUTEN 

1349. Mittel. 60 a 24 A ’/i Hatz ca. 5 Kilo. 


1348. Cicero. 68 a 28 A — 1 i Satz ca. 4 5 Kilo. 

Schillers dramatische Dichtungen 
3 FAMILIENLITTERATUR, 7 

1350. Tertia. 52 a 22 A — *,t Satz ca 5.6 Kilo 


Kunstgewerblicher Verein BucMruckfarben 

DRITTES WAGNER-KONZERT BERLIN GREIZ LEIPZIG 


1351. Text. 40 a 16 A *i Satz ca. 6.7 Kilo. 


• Jubiläum der ersten deutschen Eisenbahn 
AMERIKA PARIS EUROPA 

1352. Doppelcicero. 30 a 12 A = 1 1 Satz ca. 7.6 Kilo. 

Skizzen „CHINESISCHER“ Zustände 

1353. Doppelmittel. 24 a 10 A Lj Hatz ca. 8.5 Kilo. 

Eis TURNFEST Neu 


1354. 3 Cicero. 16 a 8 A _ *,i Satz ca. 8.8 Kilo. 


Max PETERSBURG Karl 


1355. S l 2 Cicero. 14 a 6 A ■ 1 1 Satz ea. 3.5 Kilo. 


Wien 2 BERLIN 4 Paris 


Rokokoeinfaesnng von Wilhelm Wocllmers Schriftgiesserei, Berlin. 


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:soi 


SaU und Druck etc. — Bezugsquellen. — Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. 


S02 


für Karten und Briefbogen, einige Zeichnungen für Um¬ 
schläge, Festprogramme und Geschäfts- oder Mitglieds¬ 
karten und schliesslich 4 Servietten-Vignetten. Auch unter 
diesen Vignetten belinden sich viele, welche in Entwurf 
und Zeichnung sehr wohl gelungen sind, aber auch solche, 
von denen man nicht recht weiss, was der Buchdrucker 
damit anfangen soll. 

Satz und Druck unserer Probeblätter. 

JFFflffen Hauptschmuck unserer Beilage Cc, einem Diplom, 
bildet die Viktoria-Einfassung der Firma A. Numrich 
<(• Ko. Diese Arbeit liefert den Beweis, dass die genannte 
Einfassung auch für Arbeiten grösseren Formats recht 
wohl verwendet werden kann. Auch die verwendeten 
Spitzen und Linien wurden uns von der angeführten 
Firma überlassen, während die verwendeten grossen aus¬ 
gerundeten Ecken von Scheiter <£ Gieseeke geliefert wurden. 
Die Schriften entstammen den Schriftgiessereieii Brendler 
cf- Marklowsky und Gronau. Der Chamois ton wurde gemischt 
aus l'mbraun, Gelb und Weiss, der blaugrüne Ton aus 
Viridingrün, Miloriblau und Weiss. 

Auf Blatt X, das wir der Güte der Fiererschen Hof- 
buchdruckerei in Altenburg verdanken, bringen wir eine 
Anzahl Kopfleisten , Schluss Verzierungen und verzierte Initialen, 
welche fast ausschliesslich aus Material von Scheiter «('■ 
Gieseeke gebildet wurden und welche sowohl dem Kom- 
positionstalentdes Setzers, als auch der vielseitigen Verwend¬ 
barkeit des betreffenden Materials das beste Zeugnis geben. 

Auf Blatt Ee bringen wir ein Zirkular in einer Aus¬ 
stattung, wie sie hin und wieder von Kunden, die etwas 
von dein Alltäglichen Abweichendes wünschen, wohl 
verlangt wird. Dasselbe wurde einem der Iloffmannschen 
Buchdruckerei in Stuttgart entstammenden Original, unter 
Benutzung der neuesten Materialien nachgcbildet. F.s ist 
dies eine der vorzüglichen Arbeiten des talentvollen 
Accidenzsetzers Herrn Kirchhof. Über das verwendete, ver¬ 
schiedenen Giessereien entstammende Material, gibt das 
nachstehende Bezugsquellenverzeichnis Auskunft. Gemischt 
wurde der grünliche Ton aus Viridingrün, Miloriblau und 
Weiss; 'die übrigen Farben sind auf dieser Beilage an¬ 
gegeben. 

Blatt V bringt ein Konzertprogramm . das zugleich als 
Einladungszirkular gelten soll. Die Ausstattung, so einfach 
sie ist, ist doch eine von der gewöhnlichen Form abweichende 
und wird gewiss oft für derartige Arbeiten als Muster 
dienen können. Die verwendete Vignette wurde uns von 
Faul Leutemann geliefert; bezüglich des übrigen Materials 
verweisen wir auf das nachfolgende Verzeichnis. 

Bezüglich des Blattes Kk verweisen wir auf den 
Artikel ‘Neues Druckverfahren für Illustrationen* im 7. Heft. 
Wir sind den Herren Fischer ä Willig sehr dankbar, uns 
diese schöne Beilage überlassen zu haben. Für unsere 
Leser ist sie der beste Beweis für die VortrefTlichkcit der 
neuen Druckmethode genannter Firma. 

Bezüglich der diesem Hefte beiliegenden Probetafel ans 
Bings Japanischen Formenschatz (Verlag von E. A. See¬ 
mann in Leipzig), welche auch in ihrer technischen Aus¬ 
führung für manchen unserer Leser interessant sein wird, 
verweisen wir auf das unter »Japanischer Formenschatz« 
über das betreffende Werk Gesagle. 


Bezugsquellen 

der angewendeten Schriften, Einfassungen etc. 

Blatt Cc. Einfassung und Linienmaterial von Numrich 
& Ko.. Innere Ecken und SchlussstiU'k von Scheiter & Gieseeke, 
Max Scheibe von Brendler & Marklowsky, die übrigen 
Zeiten von Gronau. 

Blatt X. Satz und Druck der Picrersclien Hofbuch¬ 
druckerei in Altenburg. 

Blatt Ee. Heiheneinfassung von Woellmer, Ornamente 
von Berger und Ludwig & Mayer, Einfassung zur Leiste , 
sowie Eckstück von Bauer & Ko.. Ecken von Flinsch, Schrift 
von Genzsch & Heyse, von Gebr. Brandt, das übrige 

Linienmaterial von Zierow & Meusch. 

Rlatt V. Spitze utul Einfassung von Gronau, 
Mc. ara von Theinhardt, Mnrt von Weisert, von 
Scheiter & Gieseeke, Konzert-Abend und Zeilmfülhtücke 
von Ludwig ä Mayer. Segelklub Windsbraut von der 
Rohinschen Giesserei. 21. März etc. von Genzsch & Heyse, 
Lach dem Konzert Ball und beehrt sich etc. von Benj. Krebs 
Nachf., Programm von Boos & Junge, Marine-Marsch ron 
Franz etc. von Brendler & Marklowsky, Eckoignettc von Paul 
Leutemann in Leipzig. 

Blatt Kk. Druck nach dem neuen Illustrations- 

Verfahren von Fischer & Wittig in Leipzig. 


Zeitschriften und Büehersehau. 

— Zur 100jährigen Jubelfeier der akademischen 
Antrittsrede Schillers in Jena bringt das 22. Heft des 
Universum einen hübsch illustrierten Artikel von Ed. Grosse. 
Neben den Fortsetzungen der beiden grösseren Romane 
»Das Paradies des Teufels« und »Schwarzes Blut« beginnt 
in demselben lieft »Porte bonheur«. eine reizende Novelette 
von der Grälin Ballestrem. Die soziale Erzählung »Jakob 
der Reformer« findet einen befriedigenden Abschluss. 
Ausser mehreren kleinen Artikeln und Notizen enthält das 
lieft noch einen sorgfältig ausgewählten Bilderschmuck. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. HOOjäbrigcs; Am 24. Juni beging die 
Dietzsche Jlofbuchdruckerei in Koburg die Feier ihres 
.'«H(jährigen Bestehens. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde 
der jetzige Inhaber der Firma, Herr Gustav Besser zum 
Hofbuchdrucker ernannt, ebenso erhielten die beiden ältesten 
Mitarbeiter Herr Korrektor Fissmann für seine 52jährige 
Thätigkeit in der Hietzschen Holbuclidruckerei die goldene 
Verdienstmedaille, sowie Herr Schriftsetzer Motschmann 
für seine ÖKjährige Wirksamkeit die silberne Verdienst¬ 
medaille. Von seiten der Firma wurde zur bleibenden 
Erinnerung an diesen Festtag ein Gedenkblatt hergestellt, 
welches wohl auch in Bezug auf seine typographische 
Ausführung einer Erwähnung verdient. — i 'jähriges: Am 
4. Juni das im Verlag der A. v. liagenschen Hofbuch¬ 
druckerei (Weber «{'■ Kölblin) in Baden-Baden erscheinende 
Badeblatt. — oOjährigcs: Am 21. Juni der Geschäftsführer 
der A. Wailandlschen Buchdruckerei in AsehafTenburg. 
Herr Gustav Meliert. — Am 24. .Juni der Setzer G. F. Nanu 


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303 


Nfannigfaltiges. 


in Hamburg. — Am 14. Juli der Faktor der Hoferscheu 
Buchdruckerei in Saarbrücken. Herr Fritz Bruch daselbst. 
— 'J:\juhriges: Am I. Juli die Schriftgiesserei <F. Buhl, 
(früher Rühl & Koch) in Leipzig-Reudnitz. 

— Geschäftliches: In die Firma F. A. Brockhaus in 
Leipzig ist am 1. Juli Herr Rudolf Heinrich B rock haus juu. 
als Teilhaber eirigetreten. — I>io Farbenfabrik von Käst 
<('■ Ehinger ist durch Kauf au die Herren G. Siegle iü Ko. 
in Stuttgart unter der bisherigen Firma übergegangen. 
Das Kontor der Firma wurde von Feuerbach nach Stutt¬ 
gart verlegt. 

— Auszeichnungen: Der Firma Berger rf- Wirth, Leipzig , 
wurde auf der Internationalen Ausstellung zu Melbourne 
ein erster Breis zuerkannt. 

— Von der bekannten Farbenfabrik Beit <('■ Philippi 
in Hamburg-Stassfurt ging uns eine Beilage, bedruckt mit 
ihrer neuesten Spezialität. Hamburger Bot benannt, zu. 
Nach der beiliegenden Probe zu urteilen, dürfte dass 
Hamburger Rot allen Ansprüchen genügen; es empfiehlt 
sich durch lebhaftes Feuer, ist lichtecht, völlig lackier- 
fähig, arbeitet vorzüglich in der Maschine im Buchdruck 
sowol als im Steindruck und zeichnet sich durch grosse 
Deckkraft aus. Da die Farbe ausserdem dreimal leichter als 
Zinnober, ca. viermal leichter als Mennige, dabei auch 
entsprechend ergiebiger ist. so ist der Preis der Farbe von 
M. fi.— pr. Kilo ein ungewöhnlich massiger zu nennen. 

— Am 24. Juni fand gelegentlich des Johannisfestes 
der Gehilfen des Kreises Südwest zu Karlsruhe eine Fach¬ 
ausstellung im Zeichensaale der Karlsruher Gewerbeschule 
statt, auf welcher auch alle unser Fach berührenden Neben¬ 
branchen, wie Schriftgiessereien, Farbenfabriken etc. sehr 
zahlreich vertreten waren. Die Ausstellung erfreute sieh 
seitens des Publikums eines regen Zuspruches und lieferte 
den Beweis, dass alle Mitwirkenden ihr Möglichstes zum 
Gelingen dieses Werkes gethan. 

— j Anerkennung deutscher Kunst in England. Über eine 
im Januar vom litterarischen Institut in Edinburgh veran¬ 
staltete Ausstellung von Ruchdruckarbeiten enthält das 
Februarheft der »Printing Times« ein Referat, in welchem 
einige Wiener Druckfirmen die ihnen gebührende Würdigung 
finden. In dieser Ausstellung waren ausser dem britischen 
Reiche die Muster der besten Drucker Chinas, Japans. 
Ceylons, Amerikas und ganz besonders der europäischen 
Kontinentalstaaten zu finden. In der ganzen Sammlung 
waren nur zwei Sachen, ein Porträt von König Friedrich 
und das Frankfurter Gutenbergsmonument aufgenommen, 
welche nicht dem Buchdruck angehörten. Die höchste Auf¬ 
merksamkeit erregten, dem angegebenen Referat zufolge, 
die Chromo-Holzschnittdrucke von Heinrich Knöfler und 
dessen Söhnen in Wien. Es waren Meisterwerke der Kunst 
sowohl in Bezug auf Farbenreichtum wie auch Zartheit 
der Behandlung. Knöfler war als Künstler wie als Buch¬ 
drucker Enthusiast. Er schnitt die aus seinen Händen 
hervorgegangenen Zeichnungen meist selbst, bereitete seine 
eigenen Farben, überwachte jede Einzelheit des Druckes 
und schloss jeden mangelhaften aus. Der hohe Wert dieser 
farbigen Holzschnitte bestellt in den klaren und scharfen 
Konturen und der bewundernngswerten Manier, in welcher 
die Details ausgeführt sind. Der Meister schuf sonst 
ausschliesslich Gegenstände katholisch-kirchlicher Tendenz. 
Eines der hervorragendsten war eine Madonna, für die 
Kaiserin von Oestreich als Original gezeichnet und gedruckt. 
Nur wenige Exemplare sind davon abgezogen worden; die 
Platte wurde alsdann vernichtet. Es ist jetzt unmöglich, 


304 


ein Exemplar davon zu erhalten. Die Knöflers fahren fort, 
das Geschäft ihres Vaters auf seiner Höhe zu erhalten. 
Hesonders zeichnet sich der ältere darin aus. Er hat einen 
freieren Stil angenommen, der besonders in der neben der 
Madonna ausgestellten »Heiligen Familie« liervortrat. Von 
Ludwig Lott war eine Serie von chromo-xylographischen 
Reproduktionen von Miniaturen aus dem 1(5. Jahrhundert 
(im Resitz der kaiserlichen Bibliothek in Wien) ausgestellt, 
und zugleich als Kontrast eine Winterlandschaft, die man 
beim ersten Anblick für eine Aquarellmalerei halten könnte. 
Das Herstellungsverfahren ist amerikanischen Ursprungs. 
Der Gegenstand wird auf eine gewöhnliche Metallplatte 
photographiert und chemisch geätzt. Für jede Form wird 
eine besondere Platte gemacht. — Von Fasoltypie oder 
Stigmatypie, sowie von Messinglinienarbeiten waren verschie¬ 
dene Proben zu sehen. Einer der grössten Drucke war 
ein Porträt des Kaisers Joseph I., das als eine der schönsten 
von Deutschen erzeugten Xylographien beurteilt wurde. 
Das Bild ist ein Werk der kaiserlichen Staatsdruckerei 
in Wien, an welchem der Künstler fast ein ganzes Jahr 
gearbeitet hatte. Eine andere nicht minder hochwertige 
xylographisclie Kunstleistung, ein lebensgrosses Porträt 
Washingtons war von Amerika eingegangen. Die englischen 
Ausstellungsgegenstände waren sehr verschiedener Art. Viele 
Buchdrucker hatten den Missgriff begangen, ihre Arbeiten 
sehr mit Ornamenten zu überladen. Ein grosser Teil der 
kommerziellen Accidenzien, Geschäftskarten und dergl. in 
Farben und Gold waren zweifelsohne ausgezeichnet; es 
war die Auslese des ganzen Landes, ln Schottland hatten 
sieh die renommierten Edinburgher Firmen an der Ausstellung 
beteiligt. 

— f Eidographie. Der »British and Colonial Printer« 
gibt Notiz über eine von einem Mr. Henry Hall in London 
gemachte höchst wunderbare Erfindung einer ganz neuen 
Druckmethode, die den Zweck hat, schon gedruckt Vor¬ 
handenes ohne Anwendung von Letternsatz. Stereotypie, 
Elektrotypic, Photographie, Lithographie oder sonstige 
Druckverfahren weiter zu vervielfältigen. Der Erfinder 
soll ein erfahrener Drucker sein, der in seiner Heimat, 
Amerika und Deutschland eingehende Studien in der Kunst 
gemacht hat. Der aus dem Griechischen zusammengesetzte 
Name Eidographie bedeutet ungefähr so viel als von 
Geschriebenen oder Gedruckten wieder zu drucken. Die 
Anwendung der Eidographie beschränkt sich 1) auf den 
Wiederabdruck alter, wertvoller Bücher oder einzelner 
fehlender Blätter in solchen, wo dann das fehlende Blatt 
aus einem vollständigen Exemplare entlehnt wird; 2) auf 
den im veränderten Abdruck neuer Auflagen oder 
defekter Bände oder Bogen. wodurch das Stereotypieren, 
Elektrotypieren oder der Neusatz erspart wird. Ein 
Exemplar oder ein Rogen der ursprünglichen Auflage 
genügt, um es wieder nach Tausenden zu vervielfältigen; 
und 3) auf den Wiederabdruck von Karten, Plänen, Kupfer¬ 
stichen und Lithographien, neueren oder ältesten Datums, 
ohne dass es eines Wiederstechens oder Wiederzeichnens 
bedarf. F.s lässt sich hieraus wohl abnehmen, welchen 
Wert diese Erfindung für Antiquare, Bücherliebhaber und 
Verleger hat. Sie ist nicht patentiert und soll auch nicht 
patentiert, sondern als Geheimnis behandelt werden, weil 
es, wie der Erfinder versichert, äusserst schwierig ist. 
chemische Kombinationen (das Verfahren beruht nämlich 
auf chemisch-mechanischer Basis) hinreichend gegen un¬ 
befugte Nachahmung zu schützen. Nur so viel mag hier 
noch bemerkt werden, dass es mit dem bekannten 


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305 


Mannigfaltiges. 


anastatischen Druck nichts gemein hat. Der Redakteur 
des obengenannten Journals stattete Mr. Hall einen Resuch 
ab, um nähere Einzelheiten über die verschiedenen 
Manipulationen zu erfahren. Von diesen erhielt er aber 
nur allgemeine Andeutungen und in seiner Oflizin gedruckte 
Bücher zur Ansicht vorgelegt, welche den Beweis lieferten, 
dass er in seinem Prospekt nicht zu viel gesagt. Unter 
diesen befand sich unter andern ein 500 Seiten starkes 
Werk über Rechtswissenschaft in Gross Oktav, das auf 
den ersten Blick aussah, als wäre es gewöhnlicher Typen¬ 
druck; ferner ein längst vergriffenes orientalisches Werk. 
Dies hätte wegen den darin vorkommenden verschiedenen 
orientalischen Schriften nur in drei Londoner Druckereien 
nachgedruckt werden können, aber mit welchen Kosten. 
Auf dem Wege der F.idographie wurde es in einigen Tagen 
hergestellt. Dann kam ein dreibändiges Werk an die Reihe. 
Dasselbe war auf Subskription lierausgegeben worden. 
Wie dies bei derartigen Unternehmungen häufig der Fall, 
war der erste Band vollständig verkauft. der zweite zu 
zwei Drittel und der dritte zu einem Drittel. Um das 
Ganze wieder zu komplettieren und verkäuflich zu machen, 
liess der Verleger den ersten Band zu zwei und den 
zweiten Band zu einem Drittel von der Firma der F.ido¬ 
graphie Reproductiou Publishing Company nachdrucken. 
Das F.inzige, worüber Mr. Hall sich noch ausliess, war. 
dass das Verfahren, wie oben bemerkt, ein chemisch- 
mechanisches sei und der Überdruck auf eine Zinkplatte 
ohne Mitwirkung der Photographie direkt vom Original 
genommen würde, da das letztere in keiner Weise von 
seiner Farbe verlöre oder sonst wie beschädigt und dass 
hei seltenen Werken volle Garantie für die gute Erhaltung 
gegeben würde, ferner dass die Aufträge in unglaublich kurzer 
Zeit ausgeführt werden können. Als Beispiel führte er 
ein 800 Seiten starkes Buch an, dass bei einer 1000 Auf¬ 
lage in Zeit von vier Tagen fertig gestellt worden sei, 
dass, je älter der Druck sei. die Farbe uni so weniger 
Schwierigkeiten mache, dagegen frischer Druck zu dem 
gewisse Arten von Farbe verwendet worden, bisweilen 
Umständlichkeiten verursachten; dass die Druckkosten 
durch Wegfall von Neusatz. Stereotypie. Korrekturen und 
mancher anderer Nebenumstände sich wesentlich reduzierten. 
So vorteilhaft die neue Kunst auch für die Benutzer sein 
mag, so wird sie, vorausgesetzt, dass sie sich in der Weise 
bewährt, wie sie geschildert wird, von den Buchdruckern 
mit um so scheeleren Augen angesehen werden. 

— t Wohl nur Wenige werden wissen, was die 
Herstellung einer einzigen Nummer eines der grossarligen 
amerikanischen Magazines oder Monatszeitschriften, die 
vor allen andern dort, wo die englische Sprache dominiert, 
die weiteste Verbreitung gefunden haben, kostet. Die 
Illustrationen fiir das »Century« und »llarpers Magazine« 
kommen jeden Monat im Durchschnitt auf 2000 M. zu stehen. 
Dieser Posten ist jedoch im Abnehmen begriffen, seit die 
Einführung der neueren Graviermethoden den Holzschnitt 
zu verdrängen anfängt. Bei »Scribners Magazine« werden 
jedoch grosse Summen auf die Pflege des Kunstholzschniltes 
verwendet, indem dieses jüngere Unternehmen mit den 
beiden älteren rivalisieren will, koste es was es wolle. 
Die Ausgaben fiir die Illustrationen der letzten Weihnachts- 
nummer des Harpers und des Scribners Magazine werden 
nach einer genauen Schätzung für jedes auf 85000 M. 
angegeben. Jedes derselben enthält ungefähr 70 Bilder 
und fiir jedes werden durchschnittlich 100 M. bezahlt. 
Bei einigen der halbseitigen Illustrationen, welche von 


306 


manchen Lesern nur oberflächlich betrachtet werden, steigt 
der Preis auf 800—1000 M. Diese Preise werden erst 
verständlich, wenn man hört, dass einige der berühmtem 
Künstler -WO—B00 M. für eine von ihnen gelieferte 
Zeichnung erhalten. Vor zehn Jahren war der höchste 
Preis fiir eine vollseitige Zeichnung 200 M. Die Ausgaben 
für den textlichen Inhalt stehen in nicht minder grossartigen 
Verhältnissen. Ein grosser Teil der Erzählungen und 
kunstkritischen Artikel wird auf Bestellung geschrieben 
und wird das Honorar für eine Druckseite mit 100 M. 
berechnet, ln hohem Rufe stehende Schriftsteller verlangen 
sogar bis zu 400 M. Die für den litterarischen Teil dieser 
Magazines ausgeworfene Summe ist jeden Monat zu 
32000—40000 M. anzunehmen, ein Posten, der den an 
100000 Exemplaren gemachten Gewinn im Voraus in An¬ 
spruch nimmt. (Superior Printer.) 


Briefkasten. 

Herrn U. F. Ci., N. Die gesandte Arbeit verdient unseren vollen 
Beifall. Herrn Fr. Z., Maschinenmeister, B. Kür den von Ihnen ein- 
gcsamltcn Garantieschein haben wir Lob zu erteilen, die Farben wohl 
und der Druck ist gut ausgefallen, ebenso der Satz, nur müsste zwischen 
der oberen Zeile und der Einfassung etwas mehr freier Raum sein 
— Herrn H. H., I). Aus den uns gesandten Arbeiten ist zu erkennen, 
dass Ihr jetziges Personal sehr wohl im Accidenzsatz, wie im Druck 
bewandert ist, wir sehen den uns zugesagten weiteren Arbeiten mit 
Vergnügen entgegen. — Herrn B. * V., H. Das uns zugegangene 
Geschäftszirkular ist sehr gut ausgeführt. — Herrn F. E., PI. i. V., 
Ihrem Wunsche werden wir in nächster Zeit nachkommen. — Herren 
F. & B.. Z. Die uns gesandte Kollektion Blankovordrucke, sowie die 
Adrcsskartcn sind wieder so geschmackvoll und mit einer solchen 
Genauigkeit ausgeführt, dass wir Ihnen uusern vollen Beifall zollen 
müssen. — J o h an n i s f e s Id r ncks achen gingen ein von den 
Druckereien Docring und A. H. Dillniger, Karlsruhe, Hesse üi Co., Magde¬ 
burg. Dr. M. I-Iuttler, München (in der bekannten Münchner Ausstattung); 
sic verdienen sämtlich unsere Anerkennung. 


Inhalt des 8 g. Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. — Japanischer Forniensehatz. 
— Die Laufbahn eines tüchtigen Mannes. Die Stuttgarter Graphische 
Ausstellung. — Schriftprobensehau. — Satz und Druck unserer Probo- 
blätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften und BUchcrschau. — Mannig¬ 
faltiges. — Annoncen. - Aeeldenzmuster Im Text: 5 Briefköpfe, 1 Quer- 
oktav-Titol, 1 Einladungskarte, I Tapzordntmg. — Beilagen: 1 Blatt 
Diplom.^«— 1 Blatt Kopfleisten etc.tzf 1 Blatt ZirkulaiL — 1 Blatt Pro- 
gramni.’v 1 Blatt Illustration von Fischar & Witlig. (/- 1 Blatt Probe¬ 
tafel aus ^Japanischer Formensrhalz«*/— | Blatt Farbenbeilage von 
Beit 4 Philippi. ty/Wt Ul 1 «Vf} A . i*3>Vl OL- 

Das Heft enthält im Ganzen j7 ~lioi Ingen. Für* das Deiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
varuntiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

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Novitäten ln nrigiiuüguss finden Anwendung im Text und auf den Mu-t«r blättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben alt« Entschädigung 
fTtr die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Ci!ebnenden, welche dien nicht wünschen, wollen sich 
liesonders mit uns vereinbaren. 

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l'hotogra|>hi< , t>r»un mul Ulan von Käst i Khinger. 


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Ee. Archiv für Buchdl 



erkunnt. band. Druck und Verla# von 


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Segelklub Wiadsbraut 


zu seinem am 21. März 1889 im Waldschlösschen zu 
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ergebenst einzuladen, 


Marine-Marsch v. Kranz. 
Ouvertüre zu Oheron 
v. Weher. 

Wiener Blut, Walzer 
v. Strauss. 

Letzte Rose, Lied v. 
Flotow. 


Ouvertüre zur Zauber¬ 
flöte v. Mozart. 

Am Meer v. Schubert. 
Marsch aus Carmen 

v. Bizet. 

Der alte Matrose, Lied 
v. Kücken. 


Naeli dem Konzert Ball, 







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Strenger Winter. 


Neuei Druckverfahren 


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Archiv für 


idruckerkunst. 20. Band. Verlag von Alexander W&ldow, Leipzig. 














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Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 

9. Von den Farbenplatten. 

neuerer Zeit ist auch der Farbendruck 
von Holzschnittplatten, gravierten oder 
ri£cE3^5 geätzten Metallplatten sehr in Aufnahme 
gekommen und die Buchdruckpresse hat es auf 
diesem Felde zu ganz vorzüglichen Leistungen 
gebracht. 

Man kann hei 
dieser Art von Far¬ 
bendruck zwei Ma¬ 
nieren erkennen, eine 
einfachere und eine 
kompliziertere: 

Bei der einfache¬ 
ren Art befinden sich 
sämtliche Schattie¬ 
rungen in der soge¬ 
nannten Konturen¬ 
platte und die Farben 
werden nur in Form 
glatter Tone zuerst, 
dann die Konturen¬ 
platte darüber ge¬ 
druckt. VieleDrueker 
ziehen vor, die Sache umgekehrt zu machen, um die 
Härten der Konturenplatte etwas zu mildern. Gewöhn¬ 
lich wird diese Platte auch nicht mit hart erscheinen¬ 
dem Schwarz, sondern mit Braun oder sonstigen 
geeigneten Farben (Blauschwarz. Violettschwarz etc.) 
über- oder untergedruckt. 

Die kompliziertere Art besteht darin, dass die 
Schattierungen zumeist nicht durch die Linien oder 


Kreuzlagen des Konturenstockes, sondern durch 
Farbenplatten gebildet werden, wie dies in der Litho¬ 
graphie geschieht, Glatte Töne und Funkle kommen 
in diesem Fall zumeist, oft aber gleichfalls gerade 
Linien und Kreuzlagen zur Anwendung. Gewöhnlich 
sind dieselben, insbesondere die lichteren Partien, 
gleich in die glatte Platte eingeschnitten oder ein¬ 
geätzt, Es ist erklärlich, dass diese vollkommneren 
Drucke auch eine grössere Anzahl Platten erfordern, 
ja dass von manchen Farben zwei Nuancen, eine 
lichtere und eine dunklere benutzt,, also über¬ 
haupt eine schattierende Platte vorhanden sein muss. 
In allen diesen Fällen muss, wenn es sich um 

eine bildliche Dar¬ 
stellung handelt, zu¬ 
erst ein Entwurf, in 
Farben auf Papier 
gemacht, vorhanden 
sein, aus welchem 
das Kolorit zu er¬ 
sehen ist. Die Kon¬ 
turen des Bildes wer¬ 
den hierauf in der 
gewöhnlichen Paus¬ 
manier oder mittelst 
der Photographie 
auf Holz übertragen, 
das Bild vom Zeich¬ 
ner entsprechend er¬ 
gänzt , event. auch 
mit den Schattierungen versehen und in Holz ge¬ 
schnitten. Bei einfacheren Arbeiten wird man. wie 
erwähnt, die Schattierungen stets schon in der Kon¬ 
turenplatte anbringen und diese, wie gleichfalls 
erwähnt wurde, event. zuerst in einer weniger domi¬ 
nierenden Farbe, z. B. Braun Vordrucken, sich da¬ 
durch zugleich den besten Anhalt für das Einpassen 
der übrigen Farben schaffend. 

lö 



Ornamente und Schreibschrift von J. G. Sehelter & Giesecke, Initial von Otto 
Woisert. Gotisch von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei. 


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Probetafel aus Bings „Japanischem Formenschatz 11 , Leipzig, Seemann. 


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26. Band. 1889. «8» Heft 10. 


Der Buntdruck auf Buchdruekpressen 

von ■ 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 

9. Von den Farbenplatten. 

SgVÄTx? 

neuerer Zeit i ät auch der Farbendruck 
von Holzschnittplatten, gravierten oder 
geätzten Metallplatten sehr in Aufnahme 
gekommen und die Buchdruckpresse hat es auf 
diesem Felde zu ganz vorzüglichen Leistungen 
gebracht. 

Man kann bei 
dieser Art von Far¬ 
bendruck zwei Ma¬ 
nieren erkennen, eine 
einfachere und eine 
kompliziertere: 

Bei der einfache¬ 
ren Art befinden sich 
sämtliche Schattie¬ 
rungen in der soge¬ 
nannten Konturen¬ 
platte und die Farben 
werden nur in Form 
glatter Töne zuerst, 
dann die Konturen¬ 
platte darüber ge¬ 
druckt. VieleDrucker 
ziehen vor, die Sache umgekehrt zu machen, um die 
Härten der Konturenplatte etwas zu mildern. Gewöhn¬ 
lich wird diese Platte auch nicht mit hart erscheinen¬ 
dem Schwarz, sondern mit Braun oder sonstigen 
geeigneten Farben (Blauschwarz. Violettschwarz etc.) 
über- oder untergedruckt. 

Die kompliziertere Art besteht darin, dass die 
Schattierungen zumeist nicht durch die Linien oder 


Kreuzlagen des Konturenstockes , sondern durch 
Farbenplatten gebildet werden, wie dies in der Litho¬ 
graphie geschieht. Glatte Töne und Punkte kommen 
in diesem Fall zumeist, oft aber gleichfalls gerade 
Linien und Kreuzlagen zur Anwendung. Gewöhnlich 
sind dieselben, insbesondere die lichteren Partien, 
gleich in die glatte Platte eingesclmitten oder ein- 
geätzt. Es ist erklärlich, dass diese vollkommneren 
Drucke auch eine grössere Anzahl Platten erfordern, 
ja dass von manchen Farben zwei Nüancen, eine 
lichtere und eine dunklere benutzt,, also über¬ 
haupt eine schattierende Platte vorhanden sein muss. 
In allen diesen Fällen muss, wenn es sich um 

eine bildliche Dar¬ 
stellung handelt, zu¬ 
erst ein Entwurf, in 
Farben auf Papier 
gemacht, vorhanden 
sein, aus welchem 
das Kolorit zu er¬ 
sehen ist. Die Kon¬ 
turen des Bildes wer¬ 
den hierauf in der 
gewöhnlichen Paus- 
manier oder mittelst 
der Photographie 
auf Holz übertragen, 
das Bild vom Zeich¬ 
ner entsprechend er¬ 
gänzt , event. auch 
mit den Schattierungen versehen und in Holz ge¬ 
schnitten. Bei einfacheren Arbeiten wird man. wie 
erwähnt, die Schattierungen stets schon in der Kon¬ 
turenplatte anbringen und diese, wie gleichfalls 
erwähnt wurde, event. zuerst in einer weniger domi¬ 
nierenden Farbe, z. B. Braun Vordrucken, sich da¬ 
durch zugleich den besten Anhalt für das Einpassen 
der übrigen Farben schaffend. 

19 



Ornamente und Schreibschrift von J. G. Scheiter & Giesecke, Initial von Otto 
WeIsert, Gotisch von W'ilhelm Woellmers Schriftgiesserei. 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


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Druckt man den sogenannten Konturenstock 
zuletzt, so muss man sich zum Einpassen der übrigen 
Farben trotzdem eine grössere Anzahl Probedrucke 
von demselben vorher machen. Dieses letztere Ver¬ 
fahren ist auch erforderlich, wenn die Konturen¬ 
platte Schattierungen nicht enthält und wenn sie 
überhaupt nicht zur Verwendung kommt, also nur 
dazu dient, den Schnitt genau passender Platten und 
deren späteres exaktes Einpassen zu ermöglichen. 

Die Konturenplatte wird vom Holzschneider in 
entsprechender Weise geschnitten, dann vom Drucker 
zum exakten Überdruck für den Schnitt der Farben- 
platten in die Presse genommen, zugerichtet und auf 
glattem, ungefeuchteten Papier so oft abgezogen, wie 
Platten erforderlich sind. Um gleich den richtigen 
Stand der Zeichnung auf allen Platten zu erzielen, 
müssen die Abdrücke genau in entsprechender Grösse 
der, in Länge und Breite etc. gleichmässigen Holz¬ 
platten gemacht, also auch auf dem Deckel der Presse 


820 


Vorsichtiges Nachreiben mittelst Falzbein und 
öfteres behutsames Abheben einer Ecke zum Zwecke 
der Kontrolle des Gelingens des Überdrucks ist zu 
empfehlen, wie man sich für kleinere Platten auch 
allein des Falzbeines mit grossem Vorteil bedienen 
kann. Grosse Platten lässt man am besten vorsichtig 
durch die Walzen einer Satiniermaschine oder einer 
Kupferdruckpresse oder aber unter dem Zilinder einer 
Schnellpresse durchlaufen, weil der Tiegeldruck für 
solche kaum genügende Kraft hergeben würde. 

Die so gewonnenen Umdrucke versieht der 
Zeichner mit den für jede Farbe bestimmten 
Schattierungen und werden dieselben dann vom 
Holzschneider ausgeführt. Waren alle Platten genau 
gleich in der Grösse und geschah das Überdrucken 
recht exakt im Winkel oder in Punkturen, so können 
sich heim Einpassen der Farben auch nur geringe 
und wie später angegeben, leicht zu berichtigende 
Differenzen beinerklich machen. 



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Bu d}' f Kunft- unö Botenbrucferei 

■nnifTii oormals ffiebr. «Seiger. /Ä2 T|111 :,:nt 



Einfassung: von Wilhelm Woellmers Schriftgiesserci. Schrift von Oenzsch & Heyse. 


von zwei Seiten alle genau im Winkel angelegt 
werden. 

Diese in der Färbung kräftig gehaltenen Abzüge 
werden nun auf die betreffenden, vorher in gewöhn¬ 
licher Weise mit in Gummiwasser aufgelöster Kreide 
oder Bleiweiss grundierten Holzplatten ebenfalls 
gleichmässig im Winkel aufgelegt, an den Rändern 
etwas mit Gummi oder Kleister befestigt, damit sie 
sieh nicht verschieben können und nach erfolgtem 
Trocknen der Klebmasse dem kräftigen Druck der 
Presse ausgesetzt, zu welchem Zweck man am besten 
einen Filz auf den Abdruck legt, damit der letztere 
sich besser an den Stock anschmiegt und die Konturen 
besser überträgt. 

Man kann diese Arbeit noch sicherer so bewerk¬ 
stelligen, dass man allen Farbenplatten die genaue 
Grösse der Konturenplatte gibt, auch darauf sieht, dass 
alle Platten wdnkelrecht sind. Sind die Abzüge vom 
Konturenstock nun in Punkturen gemacht worden, 
so braucht man nur die Farbenstöcke an Stelle des 
Konturenstocks zu schlossen, die Überdrucke in die 
Punktur legen und so auf die Platte Umdrucken, es 
wird dann alles leichter passen. 


Sehr erleichtert wird das Einpassen aller Farben¬ 
platten, wenn mit der Konturenplatte an irgend einer 
freien Stelle oben und unten zwei Punkte, Linien oder 
Kreuze auf alle Farbenplatten mit übergedruckt 
wurden. So lange diese nicht genau aufeinander 
fallen, stellt auch das Register noch nicht richtig und 
man muss dasselbe durch Einlegen in die Form ver¬ 
bessern. Ist der richtige Stand erlangt, so werden 
diese Merkzeichen weggestochen, sie können aber 
auch stehen bleiben, wenn sie an den äussern Rand 
des zu bedruckenden Papiers verlegt wurden und 
dort, gleich den Punkturlöchern, später vom Druck 
abgeschnitten werden. Druckt man auf der Hand¬ 
oder Tiegeldruckpresse, so kann man diese Merk¬ 
zeichen nacli erfolgtem Regulieren der Platten einfach 
im Rähmchen überkleben, braucht sie also auf der 
Platte nicht wegzustechen. 

Die eben beschriebene Manipulation ist hei 
Farbenplatten aller Art und in allen Manieren zu 
empfehlen, wie es auch für den Druck späterer Auf¬ 
lagen geraten ist, an den Rand des Papiers eine 
kräftige Linie von jeder Farbe mitzudrucken, damit 
man für neue Auflagen gleich die richtige Nuance 


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321 


Her Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


322 


wiederiindet. Dies würde oft schwierig sein, denn 
durch das Übereinanderdrucken der Farben ist inan 
in vielen Fällen kaum imstande, ohne langes Probieren 
die richtige Nuance wiederzulinden. Die Farbenproben 
sind natürlich so zu stellen, dass sie weggeschnitten 
werden können; nur bei einigen, für den Nachdruck 
aufzuhebenden Exemplaren lässt man sie stehen. 

In Zink geätzte Platten für typographischen 
Farbendruck werden entweder direkt auf die Zink¬ 
platte gezeichnet oder sie werden, nach erfolgter 
Ausführung auf einem lithographischen Stein, auf 
Zink umgedruckt und geätzt. 


Herstellung die Photographie, resp. die Autotypie und 
darnach erfolgende Ätzung herangezogen wurde. 
Die Autotypie mit ihren zarten punktierten Tönen ist 
unzweifelhaft die beste und auch am meisten benutzte 
Manier für diesen Zweck. 

Dass derartige Platten, seien sie nun in Holz 
geschnitten oder mittelst Ätzung hergestellt, mit bestem 
Verständnis bezüglich der Benutzung der Farben 
auszuführen sind, ist natürlich Bedingung. Ein er¬ 
fahrner Zeichner wird oft mit der Hälfte Platten einen 
grossem Effekt erzielen, wie ein andrer, dem die 
durch Überdruck von verschiedenen Farben und 



Vignette und Schriften von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei. 


(tj/j/f’/t/'ffe/t ((. //. f ^/e^/tew/'cr /S'S9. 


Für die Herstellung solcher Platten kann die 
Feder, der Pinsel oder die Kreide in Anwendung 
kommen, während der Grabstichel und das Roulette 
nach Vollendung der Platte sehr oft ergänzend und 
verbessernd mitzuwirken haben. Die Zeichner solcher 
für Buchdruck bestimmten Platten haben wohl zu 
beachten, dass sich so feine Schattierungen wie für 
Steindruck nicht anbringen lassen. Insbesondere die 
lichtesten Kreidetöne , welche doch nur aus den feinsten 
Punkten bestehen, bieten bei der Hochätzung in Zink 
nicht genügenden Widerstand, werden deshalb leicht 
weggefVesseti oder, wenn sie auch stehen bleiben, so 
ermöglichen sie des seichten, weitläufigen, zarten 
Kornes wegen keinen reinen Druck. 

Die vollendetsten Farbendrucke werden gegen¬ 
wärtig ohne Zweifel mittelst Platten erzeugt, zu deren 


sonstige Mittel erreichbaren Vorteile nicht genügend 
bekannt sind. 

Man hat neuerdings auch Farbenplatten aus 
mehrfach übereinander geklebtem Kartonpapier her- 
gestellt, insbesondere, wenn es sich um einfache 
Tonplatten handelte. Diese Art Platten ist in der 
Thal sehr verwendbar, denn man kann von Ihnen, 
wenn sie gut präpariert wurden, recht wohl eine 
Auflage von 2000 und mehr Abdrücken erzielen. 

Zur Herstellung dieser Platten benutzt man ein 
möglichst nicht , oder doch nur ein sehr gut geklebtes 
mattes, glattes Naturkarton, das man in drei bis fünf 
Lagen auf eine exakte Holzplatte in annähernder 
Schrifthöhe aufzieht und unter starker Pressung in 
einer Hand-, Glatt- oder Kopierpresse trocknen lässt; 
zu empfehlen ist auch, eine Glanzpappe zu nehmen 

19 * 


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Einiges aus der Praxis und für die Praxis. 


32:! 


und auf diese nur eine Lage Karton zu ziehen. Audi 
gute feste Glanzpappe ohne Kartonaufzug kann häufig 
mit Vorteil benutzt werden. Ein vorzügliches Material 
für solche Platten ist auch das Celluloid, weil es sehr 
glatt und widerstandsfähig ist. 

Dass man ferner derartige Platten durch Ver¬ 
wendung von Chagrinleinwand, Leder und Papier 
herstellt, auch von geeigneten Stoffen etc. Platten 
abgiesst, dürfte unseren Lesern bekannt sein. 

Der einfachste Ausweg aber, sich passende 
gewöhnliche Tonplatten herzustellen, ist wohl der, 
dass man gleich glatte Bleistege, Einfassungen etc. 


324 


Obsehon ich glaube, dass nachstehende Zeilen 
bezüglich der von mir bisher beobachteten Arbeits¬ 
weise für viele Leser dieses Blattes nichts Neues 
enthalten dürften, ist dies gleichwohl keine Ursache 
für mich. von der Veröffentlichung des vorliegenden 
Artikels Abstand zu nehmen — aus Rücksicht auf 
einen gewissen, sicherlich grösseren Teil von Kollegen, 
der. wie ich als langjähriger Accidenzsetzer öfters 
wahrnehmen konnte, bei Anfertigung von Arbeiten 
einige Unsicherheit und Unbeholfenheit zeigt und 
doch dabei die Neigung für besseres Schaffen zum 
unverhohlenen lebhaften Ausdruck bringt. Diesem 



tm 

. I LEIHBIBLIOTHEK 



4 - 

ANTIQUARIAT fl.*,* 


■k> ©shoF Bitidrtep, Eeipiig 




vorru. Heinrich Winkelnaann, 




Buch- und Kunst-Handlung ^ 

C Grim mait*che 8lnws*‘ 12. } 

V -' 



Einfassung von J. G. Scheiter & Giesccke. Schriften von diversen Gicssereien. 


benutzt, Kartonpapier auf deren Oberfläche legt, die 
Ränder umbiegt und mit festschliesst und von dieser 
Kartonoberfläche druckt. 

Will man in den zuerst erwähnten Karton-, 
Celluloid- etc. Platten Konturen ausschneiden, so 
druckt man einen kräftigen Abzug der Hauptplatte 
über, was sehr gut und deutlich erfolgt und schneidet 
die Konturen mit einem scharfen Messer heraus. 

(Forselzung folgt). 


Einiges aus der Praxis 

und für die Praxis. 

Von A. M. Wntzulik, 

iner freundlichen Anregung seitens des Heraus¬ 
gebers dieses Blattes, Herrn Waldow, Einiges 
über ineine bisherige Thätigkeit oder vielmehr — wie 
Herr Waldow sich brieflich geäussert — Arbeitsweise 
zu schreiben, leiste ich hiermit um so bereitwilliger 
Folge, als ich mich gewissermassen verpflichtet 
erachte, unseren Fachkreisen nichts vorzuenthalten, 
was geeignet wäre, sich für Hebung unseres Berufes 
förderlich zu erweisen. 


Teile von Kollegen vornehmlich ist nun mein vor¬ 
liegender Artikel gewidmet mit dem Wunsch, dass 
die Körnchen praktischen Wissens, hier eingestreut, 
sich gedeihlich erweisen. 

Es ist wohl nötig, erst ein Bild von der Thätigkeit 
aus den früheren Jahren zu geben, ehe ich dazu 
komme, die jetzige Arbeitsweise zu veranschaulichen; 
dabei werde ich mich hauptsächlich von dem Prinzip 
leiten lassen, es Jedem möglich zu machen, die 
Konsequenzen, die im Laufe der Jahre aus der 
Thätigkeit entstanden, zu verstehen und zu begreifen. 

In den Lehrjahren hatte ich — wie im vorher¬ 
gegangenen Artikel zu meinem Berufsjubiläum bereits 
erwähnt — in einer kleinen ungarischen Druckerei 
Anstellung und konnte, obzwar eine gründliche An¬ 
leitung mir nicht zu Teil geworden war, mich doch 
in verhältnismässig kurzer Zeit mit allem, was Satz¬ 
technik betraf, vertraut machen; natürlich konnte von 
den Satzregeln, wie solche in vielen Anstalten stets 
gelehrt werden, nicht die Rede sein. Unbekümmert 
um den Mangel an einer solchen Lehre war ich 
bemüht, die fehlenden Kenntnisse durch öftere Be¬ 
trachtung und Vergleichung, besonders aber durch 
die Lektüre des Frankeschen Lehrbuchs zu ersetzen; 



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325 


Einiges aus der Praxis und für die Praxis. 


326 


auch bot die Bibliothek meines Vaters mir Gelegenheit, 
die Ausstattungsweise der Bücher aus der alten und 
neuen Zeit, vorzüglich die Titel und die Satzweise zu 
studieren. Dies und das öftere Betrachten von allerlei 
Kunstsachen an allen zugänglichen Orten pflog und 
pflege ich bis zum heutigen Tage noch getreulich. 
Auch, als ich nach Graz zog, liebte ich es, diese 
Gewohnheit in unveränderter Weise fortzusetzen; 
jede Gelegenheit, welche sich in dieser kunstreichen 
Stadt mir bot, benutzte ich. alle Schmuckarbeiten, 


mit bekannten Fachmännern und der Besuch von 
Fachausstellungen, haben sich bisher als ein wirk¬ 
sames Mittel zur technischen Vervollkommnung 
bewährt. 

In Altenburg, wo ich nun bereits seit 16 Jahren 
weile, blieb meine Gewohnheit, in freien Stunden, 
vorzüglich an Sonntagen, Betrachtungen anzustellen 
über Alles, was zur Kategorie Kunst gehört, beispiels¬ 
weise die in Museen aufgestellten Kunstgegenstände, 
die Wand- und Deckenmalereien, oder auch Druck- 



Brome» 


Ernst Arnold 

Fabrik von Steingut- lind Tlionwaren 

Zeit 4 Köln 4 Zeit 


Ausführung 


Ansstellung 


Bade- 

Einrichtmjgen. 

Wind- 

Bekleidungen 


Küchen-Öfeii. 

.Merziger 

TemcaUen. 


Reparaturen. 


Prämiiert auf 4 Ausstellungen 


BrraUu 

1881. 


Einfassung von Numrich & Co., innere Ecken von Julius Klinkhardt. Schriften von diversen Giessereien. 


die meine Augen mühelos an Möbeln, Rahmen, an 
Gebäuden u. s. w. fanden, einer aufmerksamen Be¬ 
trachtung zu unterziehen, und besonders bezüglich 
der Symmetrie, der Zusammengehörigkeit, des Styles, 
des Aufbaues etc. zu studieren. Dass unter dem Ein¬ 
fluss des Gesehenen das Verständnis und die Empfäng¬ 
lichkeit für die Kunst- und Schönheitsgesetze sich all- 
mählig entwickeln und fortschreiten konnten, versteht 
sich von selbst. 

Aber nicht allein Alles, was ich aus eigenem 
Antrieb tliat, sondern auch die mannigfachen An¬ 
regungen, die mir der Verkehr mit intelligenten 
Kollegen und besonders der damalige Oberfaktor der 
Offizin Leykam-Josefthal, Herr Wilhelm Fürst, durch 
Vorlegung des berühmten Firmin-Didotschen Muster¬ 
buches, der amerikanischen Probenbücher und Fach¬ 
zeitschriften hot, und in späteren Jahren der Verkehr 


Sachen, unverändert, ja, ich zog auch die Blumen, 
Pflanzen, Schmetterlinge, ihre Formen und Farben 
und gar die Toilette der Damenwelt mit in das 
Bereich meiner Betrachtungen und Vergleiche hinein. 
Das Resultat erwies sieh stets hochinteressant und 
anregend und bot noch das Gute, dass die Ideenwelt, 
die ich mir allmählig erbaut, erweitert und Manches 
daraus in die Praxis umgesetzt werden konnte. 
Dass dies mehr oder minder glücken konnte, lag an 
Verhältnissen, unter welchen ich wirkte und schuf, 
und welche zum Gelingen einen nicht unwesentlichen 
Teil beigetragen. 

Der Spruch »Zeit ist Geld« hat in den langen 
Jahren meiner Thätigkeit seinen Einfluss auch auf 
mich niemals verfehlt, und so musste ich hei An¬ 
fertigung von Arbeiten immer Rücksicht auf die 
Befolgung dieses unahweislichen Spruches nehmen 


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Einiges aus der Praxis und für die Praxis. 


S28 


827 


Manchmal aber konnte ich trotz besten Willens 
den Schritt über die Grenze des Möglichen doch 
nicht vermeiden, und so hatten sich manche Kunden 
über hohe Preise zu beschweren. Es ist dies freilich 
nichts Angenehmes, zumal für Den, der bestrebt ist, 
etwas Gediegenes zu liefern und dafür ungerechter 
Weise verkannt wird. Natürlich sind derartige Fälle 
geeignet, die Gemüter zu entmutigen, aber auch für 
die Folge als heilsame Richtschnur zu dienen. 
Während der langjährigen Thätigkeit habe ich mich 
über die Geschmacksrichtung der Kunden so orien¬ 
tieren können, dass alle Aufträge fast anstandslos 
erledigt werden konnten, was um so schwerer ins 
Gewicht fällt, wenn der Umstand berücksichtigt wird, 
dass manche Kundschaften infolge ihrer Unbeständig¬ 
keit oder ihrer Widerspruehsvollheit im Geschmack 
schwer zu befriedigen sind, zuweilen auch wegen 
Eigentümlichkeiten, die, will man zufriedenstellende 
Arbeiten liefern, erst genau kennen gelernt werden 
müssen. 


Kürzlich erschien in einem Probenheft von Benj. 
Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. eine beherzigens¬ 
werte Mahnung von unserem Kollegen Joseph Bileg 
in Wien. Die in diesem Heft niedergelegten Äusserungen 
über die an den meisten Urten zu Tage getretene 
Verwahrlosung des Inseratensatzes sind mir aus dem 
Herzen gesprochen. Wer sich die Mühe nehmen will, 
die beregle Mahnung zu lesen, dem wird die genannte 
Frankfurter Firma gewiss das betrellendeHeft senden. 

In einigen Fachzeitschriften wurden unlängst 
gegen typographische Sünden scharf gehaltene Artikel 
vom Stapel gelassen und doch fand sich in denselben 
Blällern in ganz merkwürdiger Weise eine grosse 
Anzahl solcher typographischen Sünden. Man sieht, 
dass es vor der eigenen Thür noch viel zu kehren gibt. 
Die Ursache der akuten Krankheit in der Typo¬ 
graphie zu erörtern gehört nicht hierher. Ich gestatte 
mir aber zu warnen, die in den Fachblättern immer 
widerkehrenden, mit den Satzregeln in Widerspruch 
stehenden Anzeigen, als ganz nebensächliche oder gar 



Vignette von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei. 


Doch sollte man auf den Geschmack der Besteller 
nicht allein Rücksicht nehmen, sondern auch auf die 
jeweilig herrschende Geschmacksrichtung, die an den 
zu Tage tretenden graphischen Erzeugnissen leicht 
zu erkennen und zu studieren ist. Besonders nutz¬ 
bringend zeigt sich in dieser Hinsicht der Besuch von 
Fachausstellungen, oder auch die Besichtigung von 
Privatsammlungen, deren Besitzer sicherlich unter 
uns ein ansehnliches Kontingent stellen. Es ist ferner 
eine langjährige Gepflogenheit von mir, alles nach 
der Art und Weise, wie man mit den Zeilenfällen 
verfährt, zu beurteilen und danach den Grad des 
Könnens zu bemessen, oder auch mich zu vervoll¬ 
kommnen. Meiner Ansicht nach liegt gerade in den 
Zeilenfallen das untrüglichste Erkennungszeichen 
dafür, wie weit man mit den Gesetzen der Schön¬ 
heit und der Wirkung bereits vertraut ist. 

Die ornamentale Schmückung lässt, wenn 
dieselbe mehr oder minder regelrecht ausgeführt 
erscheint, den Mangel an Geschick in der Behandlung 
der Zeilenfälle zwar fast gar nicht wahrnehmen, aber 
jeder aufmerksame Kenner findet leicht, dass es mit 
dem Können nicht weit her ist. Nicht minder dürfte 
die Schriftenwahl geeignet sein, den Mangel an Ge¬ 
schick erkennen zu lassen. 


nicht beachtenswerte Erscheinung zu behandeln, denn 
das Studium der Inserate kann sehr erspriesslichen 
Dienst leisten für Erweiterung der Kenntnisse und für 
Läuterung des Geschmackes. Es kann daher nicht 
genug empfohlen werden, dem Inseratensatz bessere 
Behandlung zu Teil werden zu lassen, als dies bisher 
der Fall war. 

Ferner bietet sich jedem lernbegierigen Kollegen 
die Gelegenheit, durch regelmässige Einsichtnahme 
in die zahlreich einlaufenden Zirkulare, Prospekte, 
Prachtwerke etc. sich bei den Buchhändlern über die 
jeweilige Geschmacksrichtung zu orientieren. 

Die Praxis nachzuahmen, habe ich prinzipiell 
stets vermieden, denn die Erkenntnis, dass die Gleich¬ 
oder Ähnlichmacherei den Nachteil hat, die geistige 
Schaffenskraft zu verflachen, hat mich veranlasst, 
durch selbständige, anstrengende Denkübung immer 
etwas Eigenes zu schaffen; es liegt daher in der Natur 
der Sache, dass der Geist sich im Laufe der Zeit 
vermöge der Gewohnheitsübung läutern und stählen 
und die Schaffenskraft selbst ungeschwächt bleiben 
kann. Jeder sich befähigt glaubende Setzer sollte 
also darnach trachten, Originales aus sich heraus zu 
schaffen ; dies kann aber nur für ungewöhnliche und 
geschmackvoll auszuführende Arbeiten gemeint sein. 


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329 


Einiges aus der Praxis lind für die Praxis. 


330 


Für Sachen, die eilig, trotzdem aber geschmack¬ 
voll sein sollen, genügen, um rasch ins Reine zu 
kommen, einige Erwägungen und flüchtige Skizzen in 
Tinte auf dem Schiff, das mannigfacher Vorzüge halber 
stets horizontal auf Brett oder Regal zu liegen hat. 
Der Geschmack der Besteller kommt selbstredend in 
erster Reihe in Betracht. Kennt man denselben zur 
Genüge, so bleibe man immer bei demselben, um 
nicht Verdriesslichkeiten ausgesetzt zu werden. 
Überlässt aber ein Besteller die Ausstattungsweise 
seiner Arbeiten vollständig dem Geschmack des 
Setzers, und kommt von des Letzteren Hand stets 
Originelles oder Gefälliges, so ist der Spielraum für 
die Phantasie ein unbeschränkter. Er kann, wenn 



Vignette von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei. 


er dessen sicher ist, dass der Besteller sich die Ver¬ 
besserung des Manuskripts betreff der Stellungen 
oder Gruppierungen des Textes aus Rücksicht auf 
bessere Wirkung oder besseres Aussehen gefallen 
lässt., in beide Teile um so befriedigenderer Weise 
Arbeiten liefern, denn es ist eine sattsam bekannte 
Thatsaehe, dass dem Besteller oft viel daran liegt, 
durch wirkungsvolle Ausstattung die Aufmerksamkeit 
des Publikums zu erregen. Aber ich kenne Fälle, 
wo das Unverständnis der Besteller den Setzern die 
Hände förmlich gebunden, so dass dieselben trotz 
besseren Könnens nicht in der Lage waren, die 
anspruchsvollen Herren zu befriedigen. Nur ein 
kleines Beispiel hiervon will ich anführen. Es wurde 
ein äusserst splendid, aber einfach und nobel aussehen 
sollendes Zirkular in Auftrag gegeben. Der Besteller 
schickte, jedenfalls von der Ansicht ausgehend, dass 
der Eindruck hauptsächlich in der Güte des Papiers 
liege, ein sehr teures Papier. Das Resultat ergab, dass 


das Papierformat für den Zweck gar nicht genügte 
und der viele Text auf sehr knapp zugemessenem 
Raum zusammengedrängt werden musste. 

Die Eigentümlichkeiten der Besteller zu studieren 
und für vorkommende Aufträge in Erwägung zu 
ziehen, ist selbstredend unerlässlich, und dies sollte 
festgehalten werden. Man bestrebe sich aber auch 
hauptsächlich dabin, seine Arbeiten so zu gestalten, 
dass dieselben auf alle Beschauer einen mehr oder 
minder günstigen Eindruck machen und so den Zweck, 
auf die Leistungsfähigkeit der betreffenden Oflizin in 
empfehlender Weise hinzuweisen, nutzbringend er¬ 
füllen können. 



Vignette von J. G. Scheiter A Giesecke. 


Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass 
es auch manche Offizinen oder Besteller gibt, denen 
es nur darum zu thun ist, einmal auf Kosten des 
Renommees einer anderen unbekannt bleiben sollen¬ 
den Offizin die Welt mit hübschen Drucksachen zu 
versehen und dann, wenn der beabsichtigte Erfolg 
nicht ausbleibt, in anderer oder eigener billiger 
arbeitenden Oflizin die fortlaufenden Arbeiten, natür¬ 
lich in ordinärer, allen Schönheitsregeln hohn¬ 
sprechender Ausstattungsweise hersteilen zu lassen. 

Das wäre die neuere Taktik der — wenn ich es 
so nennen kann —- Industrieritter. 

(Fortsetzung folgt.) 


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331 


Deutsche allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung. 


Deutsche allgemeine Ausstellung 

für Unfallverhütung', Berlin 1889. 

e leistungsfähiger die Gewerbe sich durch Einführung 
schnelllaufender Motoren und Arbeitsmaschinen 
gemacht haben, um so gefährlicher ist auch deren 
Betrieb für das Maschinenpersonal geworden, so dass durch 
die Unfallversicherungsgesetze den Arbeitgebern die Ver¬ 
pflichtung auferlegt werden musste, ihre Arbeiter gegen die 
Folgen von Betriebsunfällen sicher zu stellen. Dem staat¬ 
lichen Versicheritngszwang ist die Selbsthilfe zur Seite gestellt 
worden, indem es dem Ermessen der zu genossenschaftlichen 
Verbänden vereinten Betriebsunternehmer anheimgestellt 


832 


<1 Hohn Nachf. in Johannisberg hat zwei ßuchdruckschnell- 
pressen mit modifizierter Eisenbahnbewegung ausgestellt. 
Das den Karren antreibende Kad liegt ziemlich ungefährlich 
unter dem Auslegetisch. Die Zilinder- und Farbewerks- 
räder sind durch Schutzkappen und die Zahnstangen der 
Fundamentplatte durch Schutzwinkel gehörig verdeckt. 
Die Speichen des Schwungrades wurden durch eine davor 
geschraubte Blechscheibe ungefährlich gemacht, während 
eine Fusstrittbremse schnelles Arretieren der Maschine 
ermöglicht. Vielleicht liesse sich auch die F.inhebestelle 
der Form, wo das Fundament die Hollenaxen überfahrt, 
durch konstruktive Änderung noch ungefährlich machen. 

Die Berliner Maschinenfabrik C. Hammel hat zwei 
Accidenz-Buchdrucksclmellpressen mit Schlittenführung und 




■ f ‘, < *. L *- - i 






Hansel & Grohmann 


STUTTGART 


!4 BÖBLIN'GER STRASSE 24 






Nach einem Original der Hoffmannsclien Buchdruckerei (Setzer Herr KirchhofT) in Stuttgart, 


Einfassung von J. G. Scheller & Giesecke. Ecken von Mayer di Schleicher, Linienornamente von Emil Berger. Hauptzeile und Ort von Genzsch 4 Heyse, 
Atelier etc. von Wilhelm Woellmers Schrittgiesserei, die (ihrigen /Seiten von Hrendler & Marklowsky. 


blieb, Unfallverhütungsvorschriften zu erlassen. Hierzu, 
sowie zur wirksamen Ausübung solcher Vorschriften, gehört 
aber die Kenntnis der zur Verhütung von Unfällen vor¬ 
handenen Einrichtungen und Apparate. Eine solche zu 
vermitteln, sowie eine Anregung zur Vervollkommnung und 
Vermehrung der Vorhandenen zu bieten, ist eben der Zweck 
der gegenwärtig in Berlin stattfindenden deutschen all¬ 
gemeinen Ausstellung für Unfallverhütung. 

Diese überaus sehenswerte Ausstellung ist so umfang¬ 
reich, dass ziemlich viel Zeit dazu gehört, dieselbe in allen 
ihren Teilen in Augenschein zu nehmen. Die speziell für 
Buchdrucker interessantesten Ausstellungsobjekte sind in 
Saal Q und Saal R des llauptausstellungspalastes zu 
finden. 

Saal Q enthält neben der von H, Halbier in Wannbrunn 
tagtäglich Nachmittags von 1 bis 5 Uhr im Betriebe 
gehaltenen mächtigen Papiermaschine auch zwei Steindruck- 
schnellpressen, sowie fünf Buchdruckschnellpressen und 
zahlreiche Tiegeldruckmaschinen. Die Fabrik Klein, Forst 


übersetzter Kurbelbewegung auf der Ausstellung im Betriebe. 
Dieser Antriebsmechanismus des in gehobelten Bahnen 
gleitenden Fundaments hat sich nicht nur deshalb viele 
Freunde erworben, weil er überaus dauerhaft ist und sehr 
grosse Geschwindigkeit gestattet, sondern auch weil er 
verdeckt unterhalb der Fundamentplatte und dem Pultbrett 
liegt, so dass er Niemanden hindern oder gefahrdrohend 
werden könnte. Die Fundamentplatte hat keine unbequem 
hohe Lage und ist sehr zugänglich. Die zum Ausrücken 
des Betriebsriemens dienende Handkurbel ist mit einem 
Sicherheitsschnapper (Sicherheitsriegel oder einer Falle) 
derart versehen, dass die Handkurbel sich in der Ausrück¬ 
lage selbstthätig fixiert, also nicht etwa durch einen 
zufältigen Stoss oder Druck eingeriickL werden kann. 
Diese einfache Sicherheitsvorkehrung erschwert das Aus- 
riieken der Maschine niemals und erheischt nur beim 
Atnrücken einen eigenartigen Griff, der indess keinen 
Zeitverlust bedingt. — Wie bei allen Hummelsclien Rotations¬ 
maschinen. so befindet sich auch bei den ausgestellten 


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833 


Deutsche allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung. 


Accidenzmaschinen die Losscheibe auf einer feststehenden 
Sicherheitsbüchse. Selbst wenn also auch einmal die 
Losscheibe wegen Mangel an Öl sich festfressen sollte, so 
könnte sie doch nicht die ausgerückte Maschine in Gang 
setzen, denn die am Gestell befestigte Sicherheitsbüchse 
macht eine solche unbeabsichtigte Kraftübertragung unmög¬ 
lich. Ausserdem steht das Schwungrad mit einer Fusstritt- 
bremse in Verbindung, so dass der Anleger die laufende 
Maschine schnell zu arretieren vermag. 

Die Speichen des Schwungrades sind durch ein am 
Gestell befestigtes Drahtgitler. die Zahnräder und Zahnstangen 
durch Schutzbleche und die exponierten Keilnasen durch 
Schutzkappen unschädlich gemacht worden. — Damit eine 
zwischen Fundamentplatte und vorderer Gestellverbindungs- 
stange etwa hineingesteckte Hand nicht gequetscht werden 
könne, hat man oberhalb der Verbindungsstange ein tischartiges 
Blech angebracht. — Der nach der Transmission gehende 
Betriebsriemen läuft innerhalb eines eleganten Schutzgitters. 

Bei den allerdings nur durch Photographien vorgeführten 
Rotationsmaschinen der in Rede stehenden Fabrik ist noch 
hervorzuheben, dass die Handkurbel automatisch sich 
ausriiekt, stets bevor die Ausriickgabel den Riemen auf die 
Festscheibe schiebt. 

Die Berliner Maschinenbauanstalt Aichele d'• Bachmann 
hat ausser einer lithographischen Schnellpresse und einer 
kleinen Tiegeldruckpresse mit Druckabsteller noch eine 
kleine Schnellpresse mit Eisenbahnbew-egung in der grossen 
Maschinenhalle F montiert; dieses Maschinellen ist besonders 
dadurch bemerkenswert, dass es von einem Elektromotor 
der »Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft« betrieben wird. 
Diese Anwendung der Elektrizität stellt sich nicht gerade 
billig. Die Bctriebskurbel, welche das Fundament zu 
bewegen hat, befindet sich an der Einhebestelle der Form, 
liegt also weder bequem noch ungefährlich, zumal ein 
bezüglicher Schutz nicht vorhanden ist. 

Andreas Hamm, Maschinenfabrik in Frankenthal, führt 
eine Accidenzschnellpresse mit Eisenbahnbewegung im 
Betriebe vor. Die Schutzbleche und Schutzgitter, welche 
behufs leichten Erkennens wie ja hei allen anderen 
Maschinen auf Anordnung der Ausstellungskommission 
leuchtend rot angestrichen sind, bieten niciits besonderes. 

Die Maschinfabrik Augsburg hat nur ein in l /io natür¬ 
licher Grösse gefertigtes Modell einer einfachen Schnellpresse 
mit F.isenbahnbewegung und zwar in Saal .1 ausgestellt 
Die Betriebskurbel liegt auch hier gefahrdrohend an der 
Einhebestelle der Form; trotzdem ist als »Schutz« nur eine 
verhältnismässig kleine Eisenplatte davorgestellt; dass diese 
Schutzvorrichtung nur von sehr problematischem Wert sein 
kann, liegt auf der Hand. 

Frans Franke in Berlin führt eine »Deutsche Universal- 
Tiegeldruckpresse« vor, sowie zwei Tiegeldruckpressen, 
genannt »Deutsche Perle«. Der Fusstritthebel ist hier so 
eingerichtet, dass er nach oben hin nachgibt, sobald ein 
Fuss unachtsamer Weise unter die Trittplatte gerät: es ist 
dies eine Einrichtung, welche übrigens in ähnlicher Weise 
schon an vielen anderen älteren Tretvorrichtungen zu finden 
ist. — Die Kupplung einer auf das Schwungrad wirkenden 
Rremsbacke mit der Ausrückung ermöglicht ein schnelles 
Anhalten. Eine dieser Tiegeldruckpressen ist auf drei 
Seiten durch ein brustholies Gitter nach aussen hin ab¬ 
gesperrt: ganz gewiss bietet solch’ eine Absperrung auch 
einen Schutz gegen Unfälle, aber nicht in dem hier zur 
Anschauung zu bringenden Sinne gegen Unfälle des die 
Maschine bedienenden Arbeiters. 


381 


Auch die Oidginal-Ltbertg-Maschine figuriert auf der 
Ausstellung in Saal < v ). Abgesehen davon, dass dieselbe 
an ihren Antriebsrädern mit einer soliden Verkleidung 
versehen ist, erscheint es für Sicherheit des Betriebes 
wichtig, dass das Ausriicken des Drucktiegels zum Abstellen 
des Druckes bei jeder beliebigen Stellung des Tiegels, 
vermittelst des höchst einfachen Abstellmcchanismus in 
leichter, bequemer Weise erfolgen kann. Dadurch wird 
das Bedienungspersonal bald sich die Unsitte abgewöhnen, 
beim Zusammengehen von Tiegel und Fundament dazwischen 
zu greifen, um einen schlecht angelegten Rogen zu retten. 
Dass hei Einrichtung für Dampfbetrieb eine kombinierte 
Brems- und Ausrückvorrichtung an Weilers Liberty- 
Maschinen angebracht wird, dürfte wohl zur Genüge 
bekannt sein. 

W, Hoffmann i)i Hüftenicerk Vietz, sowie J. Wilhelmi 
in Berlin haben auch Tiegeldruckpressen ausgestellt, doch 
haben wir über dieselben nichts Besonderes zu erwähnen. 

Schmiers, Werner d: Stein in Leipzig stellten ihre 
patentierte Bronziermaschine, welche das so lästige Umher¬ 
fliegen von Rronzestaub in den Druckcreilokalitäten ver¬ 
hindert. zur Schau. Diese allerdings nur in grossen Etablisse¬ 
ments und bei grossen Auflagen sich lohnende, sauber 
gearbeitete Maschine bronziert schön gleichmässig und 
stäubt die Bronze genügend ab, und zwar geschieht dies 
alles in ihrem nach aussen durch Holz- und Glaswandung 
dicht abgeschlossenen Innenraum. 

Die Maschinenfabrik von Karl Krause in Leipzig hat 
eine ganze Reihe bemerkenswerter Hilfsmaschinen für 
Druckereien und Buchbindereien ausgestellt. Bei den be¬ 
treffenden Papierschneidmaschinen sind die Führungsschlitze 
des Messerbalkens sowie die Messerschneide gehörig ver¬ 
deckt worden. Ein auf- und niedergehendes Gitter von 
senkrechten, frei beweglichen Stäben verhindert unvor¬ 
sichtige Hände sich dem niedergehenden Messer zu nahen. 
Die obere, freiliegende Walze eines Satinierwerkes ist 
beiderseits mit je einer kleinen Holzwalze in Berührung 
gebracht; da diese sich entgegengesetzt dreht, so wird eine 
der Zusammenlaufstelle der Satinierwalzen sich nähernde 
Hand von der Holzwalze um so energischer zurückgeschoben 
werden, je stärker sie dagegen stemmt. Die Schwungräder 
der Krauseschen Maschinen sind meist gänzlich durch 
Drahtgehäuse eingekapseit worden. 

Die Maschinenfabrik Weber ff- Bracht in Düsseldorf hat 
hübsche Papierschneidmaschinen mit Changier- oder 
Wechselsclinill, mit selbsttliätiger Pressvorrichtung, auto¬ 
matischem Ausrücker und Bremse aufgestellt; diese 
Maschinen sind gleichfalls mit umfassenden Schutzvor¬ 
richtungen versehen. 

Ernst Wentscher in Berlin zeigt im Saal R seine neue 
Letternsetzmaschine und motiviert deren Erscheinen auf 
der Unfallverhütungs-Ausstellung damit, dass sie geeignet 
sei. Vergiftungen durch Bleistaub zu verhüten. Ob diese 
interessante, den Satz auch ausschliessende komplizierte 
Maschine grossen Erfolg verspricht, müssen erst andauernde 
praktische Versuche lehren. Falls sie zur praktischen 
Verwendung in Druckereien gelangt, wären noch erst die 
freiliegenden Räder etc. einzukapseln. 

Dicht neben Saal 0 befindet sich auch die Bibliothek. 
Ausser den Tageszeitungen und Fachzeitschriften findet 
man hier alle möglichen Drucksachen, welche sich auf die 
Unfallstatistik, die Unfallversicherung und Unfallverhütung, 
den Arbeiterschutz überhaupt und die Förderung der 
Wohlfahrt der Arbeiter beziehen. 

20 


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:-535 Schriftprobenschau. — Satz und Druck unserer Probeblätter. — Hezepte. — Zeitschriften und Biicherschau. 336 


Während wir oben uns lediglich auf das den Buch¬ 
drucker speziell Angehende beschränkt haben, wäre noch 
gar manches Ausstellungsobjekt von allgemeinerem Interesse 
hier zu erörtern, denn nicht nur die verschiedenen Motoren 
sind auf der Berliner Ausstellung glänzend vertreten, 
sondern auch die Transmissionsanlagen, ferner die Venti- 
lations-, Heizungs- und Beleuchtungsanlagen. Namentlich 
die Wunder der Elektrotechnik spielen auf dem Ausstellungs¬ 
platz eine hervorragende Bolle, gleichwie natürlich auch 
das Feuerlösch-, Rettungs-, Signal- und automatische 
Kontrollwesen. 

Wird es leider auch nie gelingen, die Unfallgefahr in 
den gewerblichen Betrieben gänzlich zu beseitigen, so ist 
doch klar, dass eine grosse Zahl von Unfällen durch 
geeignete Schutzvorrichtungen vermieden werden kann. 
Möge es der »Deutschen allgemeinen Ausstellung für Unfall¬ 
verhütung« beschieden sein, in dieser Beziehung recht 
fruchtbringend zu wirken, indem sie die einen zur Nach¬ 
ahmung, die andern zur Vervollkommnung ihrer Einrichtungen 
auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes angeregt - Z. - 


Sehriftprobensehau. 

ie Firma Paul Leutemann in Leipzig veröffentlicht 
in vorliegendem Hefte wieder eine Anzahl Vignetten. 
wie sie in neuester Zeit zur Schmückung von Accidenz- 
drucken sehr beliebt geworden sind. Von den hier zum Abdruck 
gebrachten, landschaftliche Motive zur Darstellung bringenden 
Vignetten, eignen sich die runden und halbrunden besonders 
zur Ausfüllung von Ecken, wie auch zur Verwendung als 
Schlussvignetten, während sich die rechtwinkligen recht 
gut in Umrahmungen mit Einfassungen vereinigen lassen; 
sie werden, so angewendet, der betreffenden Arbeit stets 
ein originelles, von dem Gewöhnlichen abweichendes Aus¬ 
sehen verleihen. 

Die in unseren Spalten wiederholt lobend erwähnte 
llolztypenfabrik von Sachs <l> Cie. in Mannheim iiberliess 
uns zum Abdruck die Probe eines ihrer neueren Erzeugnisse? 
einer Vergrösserung der beliebten Kaisergotisch. Wir können 
bei dieser Gelegenheit unser günstiges Urteil, welches wir 
mehrfach über die Fabrikate der genannten Firma aus¬ 
zusprechen Gelegenheit hatten, nur von neuem bestätigen 
und der strebsamen Firma für die Bemühungen, ihren 
Erzeugnissen den höchstmöglichen Grad von Vollkommenheit 
zu verleihen, den hesten F.rfolg wünschen. 


Satz und Druck unserer Probeblätter, 

f ^nser Blatt Mm repräsentiert einen Abteilungstitel 
£ der Oktavschriftprobe von J. G. Scheiter <£• Giesecke. 
Die darauf angewendeten Vignetten geben gleichsam 
eine Probe von Dem. was man in der betreffenden Abteilung 
zu erwarten hat: gediegene und schöne Politypen, Vignetten 
und Zierstücke aller Art. zumeist Novitäten der renommierten 
Firma, die dieselben mit besonderer Sorgfalt von gediegenen 
Künstlern schaffen liess. Der einfach geschmackvolle Titel 
beweist von neuem, dass man mit wenig Mitteln Gediegenes 
schaffen kann. 


Von der Schriftgiesserei C. Kloberg finden unsere Leser 
eine geschmackvolle Besuchsanzeige, auf der die neuesten 
Erzeugnisse dieses thütigen Hauses Verwendung fanden, 
so die gefällige Schreibschrift, schöne Einfassungen, Ecken, 
Ornamente utul Messinglinien. Die Arbeit lässt erkennen, 
mit welcher Sorgfalt die Klobergsche Giesserei ihre Erzeug¬ 
nisse herstcllt, denn an Exaktität und Schärfe lassen sie 
nichts zu wünschen übrig. 

Unser drittes Blatt Ee ist dem von uns früher öfter 
erwähnten »Musterbuch für graphische Gewerbe« von 
J. Engelhorn in Stuttgart entnommen. Es stellt ein Sänger- 
diplorn in gefälligster, dem Zweck entsprechender Zeichnung 
dar. Zur Verwendung kam auf diesem Blatt die altdeutsche 
Kanzlei der Aktiengesellschaft für Schriftgiesserei mul 
Maschinenbau in OfTenbach, für die Zeilen »Max Krause« 
und »in Heilbronn«. Sie entspricht so vorzüglich den der 
Platte eingefügten, resp. eingeätzten Schriften, dass man 
sie, ohne die Einheit der Schriften zu stören, mit jenen 
zusammen verwenden konnte. Das Blatt beweist wiederum, 
welchen reichen Schatz brauchbarer Vorlagen die Engel- 
hornsche Sammlung enthält. Unsere Leser seien deshalb 
wiederholt auf dieselbe aufmerksam gemacht. 


Rezepte. 

— t Zwei Mittel, um eit feuchten oder zu trockenen 
Walzen ihre Elastizität wiederzugeben. Hat eine Walze zu 
viel feuchte Luft angezogen, so wasche man sie mit 
gewöhnlichem Alkohol. Mit diesem verdampft auch zugleich 
die überflüssige Feuchtigkeit. Ist sie dagegen zu trocken 
geworden, so mische man 100 Teile Glyzerin, 10 Teile 
flüssiges Ammoniak und -tt) Teile sauer gewordenes Bier, 
mit dieser Mischung wasche man die Walze 5, 10 Minuten 
und noch länger. Das Ammoniak öffnet die Poren der 
Fläche für das Eindringen des Glyzerins, während das 
Bier beim Austrocknen eine Verbindung eingeht, die sich 
fest an die Fläche der Walze anhängt. 

— t Als ausgezeichnetes Walzenwaschmittel wird nach¬ 
stehende Zusammensetzung empfohlen. 1 kg kieingestossene 
Waschsoda und 70 g Kochsalz werden in 13 bis 111 weichem 
Wasser vollständig aufgelöst und dann tüchtig umgeriihrl. 
Nachdem sich die noch übrigen festen Bestandteile gesetzt, 
wird die Flüssigkeit abgegossen, worauf sie zum Gebrauch 
bereit ist. 


Zeitschriften und Biicherschau, 

— Vor uns liegt ein Separatabdruck aus dem 
Universal-Nachschlagebitch des ganzen buchhändlerischen 
Wissens etc., betitelt: Der praktische Verlags-Ausliefercr, 
ein Handbuch für jeden Buchhändler von Hans Blumen¬ 
thal. Der Name des Verfassers bürgt wohl vollständig für 
den gediegenen aber auch wirklich praktischen Inhalt 
dieses Heftchens, so dass wir Interessenten auf diese neue 
Erscheinung auf dem Gebiete der buchhändlerischen 
Thätigkeit aufmerksam machen. 

— Die heutige Buchbinderei und ihre Hilfsmittel betitelt 
sich ein von Herrn Eduard Tonndorf, Werkführer der Kgl. 
Hofbuchbimlerei von Gustav Fritzsche in Leipzig, heraus- 



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^32 

20 * 


Ecken und Linien von F. A. Brockhaus. Leipzig. Ornamente im Kopf von C. Klobcrg, Leipzig. 


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Zeitschriften und Rücherschau. — Mannigfaltiges. 


339 


gegebenes Werkelten, von welchem uns das 1. Heft vorliegt. 
Den Inhalt dieses Werkchens bildet die auch für unsere 
Kreise sehr interessante Rubrik »Rer Farbendruck« und 
zwar wird derselbe in folgenden Kapiteln behandelt; »Die 
Presse und ihre Farbendruck-Vorrichtungen«. — »Die Farben 
und ihre Behandlung. — Farbenzusätze« nebst einer Tafel 
mit den verschiedenen Bronzefarben von Johannes Kracht 
in Leipzig. »Zur Technik des Farbendrucks«. — »Bronze¬ 
druck«. — »Das Mischen der Farben«, diesem letzten Kapitel 
ist eine Beilage rnit 36 verschiedenen Farben beigefügt. In 
Anbetracht der Bedeutung, welche der Farbendruck auch 
in dein heute so hoch entwickelten Buchbindergewerbe ein¬ 
nimmt, können wir dieses Werk nur als ein wirklich praktisches 
»Hand- und Hilfsbuch« auf das angelegenlichsle empfehlen. 

— Das interessanteste von dem so überaus reichem 
Inhalte des soeben erschienenen 2ö. Heftes des Universum 
bildet jedenfalls der in Wort und Bild in so überaus ge- 


340 


Pensionsfonds für die Angestellten des Zeitungsunternehmens, 
dessen Höhe (man spricht von 100000 Gulden) in der 
Festnummcr publiziert werden soll. Ferner wurde den 
Redakteuren mitgeteilt, dass jeder mit vollendeter 20jähriger 
Dienstleistung auf eine Pension von 300 Gulden jährlich 
Anspruch habe, die Adrninistrationsbeamten bekommen 
240 Gulden, die Arbeiter (Druckerei etc.) nach 25jähriger 
Dienstzeit 3 Gulden wöchentlich. Das Festbanket wurde 
auf den Oktober verschoben. 

— Gestorben: Am 1. August in Diedenhofen der Verleger 
und Gründer der »Mosel- und Kiedzeitung« F. Hollinger, 
geb. am 2. Februar 1818 in Waldshut Baden). Der >D. B. Z.« 
entnehmen wir über das wechselvolle Leben Hollingers 
folgendes: 1832 widmete sich Hollinger in Konstanz der 
Buchdruckerei und Journalistik, machte sich bald durch 
Flugschriften und Zeitungsartikel bemerklieh, gab 1849 im 
Vereine mit Friedrich Hecker den in Rheinfelden 


Kaisergotisch der Holztypenfabrik von Sachs & Cie., Mannheim. 



lungener Weise wiedergegebene glänzende Huldigungsfest¬ 
zug, den die sächsischen Städte dem Herrscherhause aus 
Anlass des 800jährigen Regierungsjubiläums darbrachteu. 
An weiteren wertvollen Beiträgen sind noch zu erwähnen: 
Die Zeitkrankheit Neurasthenie von Dr. Lahmann und der 
Artikel über die Pariser Gesellschaft von Eugen v. Jagow. 
Neben der Fortsetzung des Romans Schwarzes Flut 
finden wir noch den Anfang einer neuen Erzählung 
Oie Mortensen von Gustav Imberg Ausser einem reichen 
Bilderschmuck enthält das Heft auch nocli einige kleinere 
interessante Artikel. 


Mannigfaltiges. 

- Söjiilirige: Am 21. Juli die F. W. Jungfer sehe Buch- 
driicl'crei in Breslau. — Am 1. August der Buchdrnckerei- 
besitzer Ferdinand Dienst in Gelsenkirchen. — Am 1. Sep¬ 
tember die Neue Freie Presse in Wien. Aus diesem Anlasse 
gingen den Herausgebern und der Redaktion zahlreiche 
Glückwünsche zu. Es erschien eine Festnummer des Blattes. 
Die Herausgeber des Blatter spendeten 6000 Gulden dem 
Journalistenverein »Concordia« und zwar 1000 Gulden zur 
sofortigen Verteilung, öOOO Gulden zur Aufbesserung von 
Stammbeiträgen. Ferner gründen die Herausgeber einen 


erscheinenden »Volksfreund« heraus und wurde insgesamt 
zu 168 Jahren Gefängnis verurteilt, von welchen Strafen 
er aber nichts verbüsst hat. Infolge seiner Beteiligung 
am badischen Aufstande sollte er erschossen werden, 
entging diesem Schicksale aber durch Flucht nach Frank¬ 
reich, wo er Redakteur der antinapoleonischen »Hagenauer 
Zeitung« wurde. Nach kurzer Zeit aber wurde er per 
Schub nach Havre gebracht und siedelte von da nach 
London über, wo er 16 Jahre verblieb. 1866 kehrte er 
nach Lörrach zurück, wo er bis 1871 die »Stimme aus 
dem Wiesenthal« und dann das »Diedenhofener Kreisblatt 
iMosel- und Niedzeitung)« herausgab. 

Geschäftliches. Von der Firma Käst <£ Khinger ist den 
Herren Friedrich Braun. Dr. Ludwig Dorn. Ludicig Frosch 
und Frnst Heyd Kollektiv-Prokura erteilt worden und zwar 
in der Weise, dass durch je zwei Unterschriften die Firma 
rechtsgiltig gezeichnet wird. 

— Obwohl es bei F. M. Weilers Original*»Liberty«-Presse 
nichts Neues ist, dass sie erste Preise erhält, so hat es uns 
doch besonderes Vergnügen gemacht, zu hören, dass 
diese Presse mit ihren neuesten Verbesserungen auf der 
internationalen Ausstellung in Köln abermals mit einem 
ersten Preise ausgezeichnet worden ist, nämlich dem Goldenen 
Stern mit Ehrendiplom. Dies fügt ein neues Blatt zu den 
Lorbeeren der Original-»Liberty«. Erst kürzlich ward ihr 
auf der internationalen Ausstellung zu Brüssel die goldene 


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341 


Mannigfaltiges. 


Medaille lind andere Ehrenzeichen in Melbourne und Barce¬ 
lona zuteil. Wer die Original-»Liberty* anschafft, ist sicher, 
eine gute, brauchbare Maschine zu kaufen; die Fabrikanten 
werden nie ruhen, sie immer mehr zu vervollkommnen, 
um den wechselnden Bedürfnissen des Gewerbes entgegen¬ 
zukommen; dagegen werden sie niemals gestatten, dass 
sie einen der Vorzüge einbiisst, die sie zum allgemeinen 
Liebling gemacht haben. 

— Wie wir hören, wurde der Inhaber der sich auf 
dem Gebiete des orientalischen Werkdrucks eines Weltrufs 
erfreuenden Firma W. Drugulin in I.eipzig, Herrn Johannes 
Baensch-Drugulin , anlässlich des zu Stockholm tagenden 
Orientalisten-Kongresses von Sr. Majestät dem König Oscar 
von Schweden durch Verleihung der goldenen Medaille für 
Kunst und Wissenschaft am blauen Bande ausgezeichnet. 
Wir gratulieren dem thätigen Kollegen zu dieser neuen 
Anerkennung, welche die Leistungen seiner Druckerei 
gefunden. 

— Deutsche Zeitung in Japan, ln Japan wird neuer¬ 
dings sogar eine wissenschaftliche Zeitschrift in deutscher 
Sprache herausgegeben, welche unter dem Titel »Von West 
nach Ost* monatlich einmal in der japanischen Hauptstadt 
Tokio erscheint. Die Zeitschrift hat den Zweck, »die Pflege 
der deutschen Sprache in Japan zu befördern, durch 
Wiedergabe deutscher Geisteserzeugnisse die Eigenart des 
deutschen Wesens ihren Landsleuten nahe zu bringen und 
ihnen durch Übertragung aus der japanischen Litteratur 
ins Deutsche das nähere F.indringen in den Geist der 
deutschen Sprache zu erleichtern*. Das erste Heft der 
Zeitschrift enthält ausser dem Vorwort: »Was wir wollen 1« 
lind einigen Glückwunsch-Adressen, eine Abhandlung von 
Dr. mcd. Rintaro Mori über das japanische Haus. Die 
Redaktion der Zeitschrift setzt sich aus einem ganzen 
Kreise von Professoren und Beamten zusammen, die zum 
grössten Teile in Deutschland studiert haben und eine 
Bürgschaft sind, dass die Zeitschrift Tüchtiges leisten wird 
und kann. 

— Ein einträgliches Zeitungsuntemehmen. Aus dein 
der Generalversammlung des Pariser »Figaro* vorgelegten 
Jahresberichte der Verwaltung dieser Aktiengesellschaft 
erhellt, dass dieses Journal im Jahre 1888 bei einer 
täglichen Auflage von 82 000 Exemplaren einen Gewinn von 
2211637 Francs 88 Centimes erzielt hat. Die drei Leiter 
des Blattes, die Herren Magnard, Perivier und du Rodays 
erhalten statutarisch jeder !) Prozent des Gewinnes, was 
also für jeden dieser Herren 200000 Francs beträgt, wohl 
das höchste Gehalt, das ein Zeitungsredakteur oder 
Administrator bezieht. Der enorme Gewinn des »Figaro* 
erklärt sich durch die Art und Weise, wie dieses Journal 
die »Publizität* ausbeutet, was eben nur in Paris und 
auch nur dem »Figaro« möglich ist. 

— Das teuerste Buch der Welt ist die im Besitz des 
Vaticans befindliche hebräische Bibel , welche im Jahre 1512 
die reichen Juden von Venedig dem Papste Julius II. für 
soviel Gold abkaufen wollten, als das Buch wiegt. Diese 
hebräische Bibel ist aber so gross und schwer, dass zwei 
Mann daran zu tragen haben; sie wiegt 325 Pfund, hätte 
also eine halbe Million Francs gekostet, wenn Papst 
Julius II. nicht, trotz seiner Geldverlegenheit, den Handel 
abgelehnt hätte. — Der höchste Preis, der in neuester Zeit 
für ein Buch bezahlt wurde, wird durch die 250000 Francs 
gebildet, welche das Deutsche Reich für das Missale zahlte, 
das Papst Leo X. dem König Heinrich VIII. von England 
zum Geschenk machte. Zu dem Buch gehört ein Pergament, 


342 


auf welchem die Befugnis ausgesprochen ist, dass die 
Könige von England Verteidiger des Glaubens seien. 

— Dein Petit Journal in Paris, welches gegenwärtig 
eine Million Auflage hat, wurde für ein Inserat von 75 Zeilen 
über die bekannten Schweizerpillen fiir einmalige Aufnahme 
7500 Francs bezahlt. 


Briefkasten. 

Heim J. B., Berlin. Die beiden Bünde der Buchführung sollten 
vollständig genügen. Sie mit den Kegeln der Buchführung und allen 
Verrichtungen vertraut zu machen. Wollen Sic Privatunterricht 
nehmen, bo könnte der botrelTende Lehrer solchen gewiss mit Vorteil 
unter Benutzung dieser speziell fachlichen Buchführung erteilen, — 
Herrn K.. HolTmannsche Buchdrucltcrci, Stuttgart Wir danken für 
freundliche Zusage, wie für die Sendung schöner Arbeiten. Ks war für 
uns oine Freude, in ehrenvoller Weise auf Ihre Thätigkeit hinweDon 
zu können. Gedenken Sie unserer auch ferner. — Herrn 0, K.. Bernburg. 
Vielen Dank für die Zusendung; Ihre Arbeiten verdienen alle Aner¬ 
kennung, der Satz ist gefällig und der Druck sehr gut Die Tonplatten 
zeigen sich überall als durchaus druckfähig. Über die fragt Platten 
haben wir schon mehrfach Klagen gehört. Wollen Sie uns Ihre 
Erfahrungen über Anfertigung solcher Platten mittcilen, so werden wir 
Ihnen sehr dankbar sein. — Herren K. & M„ Siegen. Das uns gesandte 
Musterbuch enthält viele Arbeiten denen wir vollen Beifall zollen müssen. 
Satz und Druck sind gut; nur der Wechseitext entspricht nicht in 
gleichem Masse den Anforderungen an Schürfe und Sauberkeit, wie die 
übrigen Arbeiten. — Ein Freund des Archiv. Vielen Dank für Zusendung 
der Raritäten. Sie werden die eine oder andere bald einmal im 
Archiv linden. — Herrn L. F. (Austria), Wien. Auch dieso Arbeit 
lindet unseren Beifall; wir werden Sie mit Ihrer Erlaubnis demnächst 
kopieren. — Herrn Gg. S„ Plauen i. V. Alle gesandten Formulare sind 
mit grosser Sorgfalt entworfen, gesetzt und gedruckt. Wir können 
Ihnen nur Anerkennung zollen. Etwas mehr Einfachheit im Entwurf 
dürfte den Arbeiten noch zum Vorteil gereichen. — Herrn Fr. S., Marburg. 
Auch diesmal können wir uns nur zufrieden ausspreehen. — Herrn C. B. 
Saulgau. In der uns gesandten reichhaltigen Sammlung linden wir 
Manches, was uns voll befriedigt. Ihre Besuchsanzeige zeigt, dass 
auch Ihre lithographische Anstalt Vorzügliches leistet. — Herrn Dr. M. II I. 
Buchdruckerci, München. Die Weinkarte für die Festhalle zum 
Deutschen Turnfest ist wieder eine höchst geschmackvolle Arbeit. Wir 
zollen Ihnen unseren vollen Beifall. 

* 

Inhalt des io. Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. — Einiges aus der Praxis 
und für die Praxis. — Deutsche allgemeine Ausstellung für 1,'nfall- 
verhütung. Berlin 18W). — Schriftprobenschau. — Satz und Druck 
unserer Probobiätter. — Zeitschriften und Dücherschau. — Mannigfaltiges. 
— Annoncen. — Accldenzmuster Im Text: -f Briefköpfe, 2 Geschäfts¬ 
karten, ü Vignetten. — Beilagen: 1 Blatt Titely^- 1 Blatt Avig^—^ 
1 Blatt Diplom./ 

Das HcTt enthält im Ganzen !t Beilagen, Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen In 12 -Monatsh eften, fllefl 8 und El stets als Doppelheft) Jedesmal ia 
«er erstell M«»natswoche. Kör komplette Lieferung, insbesondere voll- 

stündlge Beilagen, kann nur den vor Erscheinen «1cm 2. Hefte« ganzjährig Abon¬ 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis M. 12, , unter Kreuzband direkt M. 13,60nach ausserdeutschen Ländern 
M. 14,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. 15.— oxkl. Porto. 

Annoncen Preis nro Petitzelle 25, zweinp. 50, drelsp. 76 Pf. Bei hluAuer 
Wiederholung Rabatt. Kostenanschläge sofort. Betrüge vor Abdruck zu 
zahlen, Andernfalls 25 Pf. Kxtragebdlir. Als Beleg dienen Ausschnitte, 
Boleghefto, wenn verlangt, kosten Je nach Ausstattung M. IAO -2.50 

Beilagen : Quartblatt M. 20, umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc. Anti. 1050, 

Novitäten in Originalgusa Huden Anwendung im Text und auf den Musterblftttem 
ohne Berechnung, «loch wird bedungen, dnss dlewdlieii als Entschädigung 
fiir die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessenden, welche die» nicht wünschen, wollen sieb 
besonders mit uns vereinbaren. 

Klischee« von verwendeten Original-Platten geben wir ah, liefern am h färben, 
Bronzen. Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen haben 
wir Blanko Vordrucke am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessender» liefen» wir zu Original preisen. 


Textsclirift von BenJ. Krebs Nachf, Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weiser!, Stuttgart, Überschriften von Emil Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
Koos &. Junge, Offenbach a. M. Perl Antiqua und halbfette Aldine Kursiv von 
J.G. Scheller AGIesecke, Leipzig. Gedruckt mit Farbe von Frey «fcSening, Leipzig 
Hilf einer Schnellpresse von Klein, Forst Botin Nschf., Johannisberg a. Kh. 


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aufgesteUten Kalander anlangend, können wir 
Ihnen heut die angenehme Mitteilung machen, 
dass wir mit der Leistungsfähigkeit desselben 
recht zufrieden sind. Nachdem das Bedienungs¬ 
personal eingerichtet war, kamen Betriebs¬ 
störungen nicht mehr vor und die Arbeit geht 
glatt von statten, wenn das zu satinierende 
Papier beim Feuchten in der bedingten Weise 
behandelt worden ist. Hierdurch wird auch die 
Makulatur fast ganz vermieden. 


Mit Hochachtung 


Förster & Bär. 



Schriftgiesserei. 

Nessinglinienfabrikation 

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Redigiert und lierausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldow in Leipzig. 


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iginalsatz von C. Kloberg, Leipzig. PRINCETON UNIVER5ITY 


















































































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Die Redaktion des Archiv für Buchdruckerkunst. 


er XXVI. Band des Archiv schliesst mit dem Anfang November 
erscheinenden Heft 12. In der Hoffnung, dass wir auch für den 
neuen XXVII. Band auf die Unterstützung aller alten Freunde und 
Gönner unseres Blattes rechnen dürfen, ersuchen wir dieselben, 
ihre Bestellungen auf beiliegendem Abonnementsschein rechtzeitig 
bei den bekannten Bezugsquellen oder bei unserer Expedition aufgeben zu 
wollen. Nur so sind wir in der Lage, die Fortsetzung pünktlich liefern zu können. 

Wir glauben, dass es nach 26jährigem Erscheinen nicht erst der Versicher¬ 
ung unsererseits bedarf, dem Archiv nach wie vor die grösste Sorgfalt widmen zu 
wollen. Wie immer, werden wir dem textlichen Teil wie den zaJdreichen 
Beilagen unsere ganze Aufmerksamkeit schenken, so dass das Archiv den alten 
Ruf, eine Quelle gediegener Belehrung und gediegener, brauchbarer Vorlagen 
zu sein, bestens behaupten wird. 

Den Offizinen, welche uns durch Lieferung schöner Beilagen für den 
XXVI. Band erfreuten, den Giessereien, welche uns mit neuen und gediegenen 
Schriften und Einfassungen, wie mit wertvollen Schriftproben versahen, und 
den zahlreichen Mitarbeitern sagen wir verbindlichsten Dank für die Unter¬ 
stützung unseres Unternehmens, auch ferner um das gleiche Wohlwollen bittend. 


Leipzig, Oktober 1889. 


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355 Der Buntdruck auf Huchdruckpressen. 85(5 

erscheinen, gewöhnlich transparent sind und sich 
deshalb zu Vollendungsfarben eignen, während jene, 
welche in der Masse wie auf dem Papier den gleichen 
Ton zeigen, undurchsichtig sind. Doch gibt es einige 
Ausnahmen, so z. B. rote Sienaerde und Smaragdgrün. 

Die transparenten oder lasierenden Farben sind 
insbesondre beim Kunstdruck von hoher Wichtigkeit, 
weil sie zur weichen Tönung des Bildes, sei es ein 
Porträt, eine Landschaft, ein Genrebild etc. beitragen. 

Als lasierende Farben sind zu empfehlen für 
Blau: Miloriblau; für Gelb: Kadmium oder gelber 
Lack: für Rot: Karmin- oder Krapplack; für Grün: 
Milori mit Kadmium oder mit gelbem Lack gemischt; 
für Violett: Karmin- oder Krapplack mit Miloriblau. 
Die lasierenden Farben müssen mit dünnem Firnis 
angerieben werden. Farben, welche von Natur aus 
deckend wirken, werden zum Lasieren geeignet, wenn 
man Magnesia zusetzt, ein Verfahren, das aber für 
bessern Farbendruck nicht empfehlenswert ist, weil 
der Abdruck stumpf erscheint, zumal wenn schon 
andre Farben darunter liegen. 

Es konnten hier nur die Hauptprinzipien der 
Aufeinanderfolge der Farben angedeutet werden; in 
muss, so reibe man, falls der vorausgegangene Farben- so manchen besondern Fällen, wie sie in der Praxis 

druck nicht ganz trocken, die Bogen mit einem etwas bisweilen Vorkommen, muss es der Einsicht und 

transparenten Pulver, z. B. Specksteinpulver, ein, das Erfahrung des Zeichners oder Druckers überlassen 

dann wieder abgestäubt wird: auf der glatten, sich bleiben, die zum gewünschten Zweck führende Wahl 

etwas fettig anfühlenden äusserst feinen Schicht bleibt zu treffen. 

Staub schwerer hängen, selbst wenn die Farbe noch Was feiner den Einfluss des Papiers auf die 

nicht ganz getrocknet ist. Freilich benimmt dieses Farben betrifft, so sei folgendes darüber bemerkt: 
Pulver den Farben leicht das Feuer. Die schwarze Farbe erscheint auf weissem Papier 

Eine andere Reihenfolge ist darauf basiert, dass schwärzer und kälter als auf ins Gelbliche stechendem 

manche Farben dunkel, andre wieder transparent Papier, während sie auf zu gelbem matt und ohne 

sind. Die feststehende Regel ist, dass die transparenten Feuer erscheint. Besonders gut hält sich die Farbe 

(lasierenden) Farben den dunklen folgen, weil die aufholzfreiem Druckpapier, das nicht zu stark satiniert 

erstem die letztem durchscheinen lassen und sie ist. Stark satiniertes Schreibpapier beansprucht eine 

mildern sollen. konsistentere Farbe. Holzpapier wirkt selbstver- 

Aus diesem Grunde werden die transparenten stündlich durch seine licht- und luftempfindlichen 

Farben gewöhnlich auch als die die Arbeiten Bestandteile demoralisierend auf die Farbe. Matte 

vollendenden zuletzt gedruckt. Glaceepapiere lassen die Farben zu brillanter Wirkung 

Ferner wird die Aufeinanderfolge der Farben kommen, 
dadurch bedingt, wenn eine Farbe einen veränderten 

Ton erhalten soll; z. B. gibt Berlinerblau auf Chrom- n ' ^ as Drucken auf der Handpresse, 
gelb ein dunkles kaltes Grün, in umgekehrter Auf- Zum Drucken auf der Buchdruckhandpresse 

einanderfolge dagegen wird ein warmes und helleres benutzt man am besten nicht zu frische und nicht zu 

Grün erzeugt. Ähnlich verhält es sich mit Karminlack weiche Walzen; in vielen Fällen ist sogar eine ältere, 

auf Blau, der ein schönres Purpur gibt als umgekehrt, harte Walze meist verwendbarer, wie eine solche. 

Für positive Farben ist allgemein folgende Reihen- welcher man. als besonders elastisch, für Schwarz¬ 
folge angenommen: 1. Bronze- oder Staubfarben, druck den Vorzug geben würde. Zu beachten ist 

2. blaue, 3. rote, L gelbe und 5. Kontur- oder beim Buntdruck ferner noch mehr wie beim Schwarz- 

Vollendungsfärben. druck, dass man die Walze fortwährend tüchtig auf 

In Bezug auf die Transparenz sei noch bemerkt, dem Farbestein reiben muss, wenn die Farbe immer 

dass jene Farben, welche in der Masse dunkel geschmeidig und bestens deckend bleiben soll. 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen 


Alexander Waldow. 

(Fortsetzung, t 

io. Die Reihenfolge der Farben beim Druck. 

B io Ordnung . nach welcher die bunten Farben 
im Druck aufeinander zu folgen haken , ist 
nicht sowohl wichtig in Bezug auf die 
Wirkung des fertigen Druckes, als auch auf Öko¬ 
nomie und Zeit. 

ln Fällen, in welchen Bronzepulver, Blattmetall 
und Staubfarben zur Verwendung kommen, geht 
dieser Druck den andern vor. Dies erklärt sich 
dadurch. dass gewöhnlicher Druck dem Bronze- und 
Staubdruck unmittelbar folgen kann, indem die Druck¬ 
farbe mit jenen Substanzen nicht in Berührung kommt; 
würde der Staubdruck dem Farbendruck folgen, so 
müsste jener vorher vollständig trocken sein, wenn 
sich sonst der Staub nicht au der frischen Farbe 
anhängen soll. Lässt es sich nicht umgehen, dass 
das Bronzieren nach dem Farbendruck geschehen 


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357 


Der Huntdruck auf Huclidruckpressen. 


Die Anwendung von Aufwalzstegen neben der Form 
ist geraten; man gibt der Walze dadurcli eine sichere 
und leichte Führung über die Form und verhindert 
ihr Einsinken in die leeren Räume derselben, auf 
diese Weise dem Vollschmieren vorbeugend. 

Ist es beim Schwarzdruck schon nötig, mit einer 
ganz gleichmässig und nicht zu dick mit Farbe ein¬ 
geriebenen Walze oft über die Form zu gehen, um 
einen gut gedeckten, dabei reinen Druck zu erzielen, 
so ist dieses Verfahren beim Buntdruck erst recht 
zu beachten, wenn man ein zufriedenstellendes Resultat 
erzielen will. Es gibt Buchdrucker genug, welchen es 
nie gelingt, Farben frisch und rein wiederzugeben; 
der Fehler liegt zumeist lediglich in dem Umstande, 
dass man die Farben mangelhaft anrieb, mit einer 
schlechten, schmutzigen Walze druckte oder aber 
beim Aufträgen in nachlässiger Weise verfuhr. Dass 
man die auf der Handpresse zu verdruckenden bunten 
Farben gleichfalls stärker anreiben kann, wie die, 
welche auf der Schnellpresse Verwendung linden, ist 
schon im Kapitel über das Anreiben ausführlich 
erwähnt worden. 

Die Formen, welche zum typographischen Bunt¬ 
druck zur Verwendung kommen, werden in vielen 
Fällen gesetzte sein, demnach in Bezug auf das 
Schliessen, Einheben und Zurichten derselben Be¬ 
handlung bedürfen, wie jede andere Form. 

Dass der Stand der, für die verschiedenen Farben 
nötigen Sätze in der Form auf das Genaueste vom 
Setzer reguliert sein muss, ist, wie bereits erwähnt 
wurde, Hauptbedingung für die gute Ausführung eines 
Buntdrucks. Auch extra hergestellte feste Platten 
erleiden dieselbe Behandlung, wie gesetzte Formen, 
es sind ausserdem für sie aber noch alle die Regeln zu 
beachten, welche man beim Druck von Illustrationen 
zu befolgen hat. 

Man hat beim Farbendruck vor Allem dafür zu 
sorgen, dass jede Farbenplatte oder -Form oben und 
an der Seite, welche nach dem Mittelstege zu steht, 
mit einem Anschlag von '2 —3 Reihen Durchschuss, 
etwa Achlelcicero, Viertelpetit und Viertelcicero, am 
besten auch mit einem oder zwei Karlenspänen ver¬ 
sehen wird, damit man imstande ist, dieselbe nach 
allen Richtungen zu verrücken und so ein schnelleres 
Regulieren des Registers bei mehrfarbigen Druck zu 
ermöglichen. 

Druckt man mehrere Platten resp. Bilder mit ein¬ 
mal. insbesondere Platten, die zu einer in vielen Farben 
herzustellenden Arbeit gehören, so ist es von grossem 
Vorteil, für jede Platte eine eigne, etwa 8 mm starke 
kleine eiserne Rahme zu benutzen und die Platten 
hier gleichfalls mit dem nötigen Anschlag von Durch¬ 
schuss und Kartenspänen einzukeilen. Sind diese 


358 


kleinen Rahmen dann in einer grossen gewöhnlichen 
Rahme angemessen geschlossen und das Register 
annähernd reguliert worden, so wird dann der voll- 
Jcommne Stand jeder Platte nur noch in der kleinen 
Rahme reguliert. Dass dies eine sehr praktische 
Einrichtung ist, wird Jedem einleuchten, der sich mit 
Buntdruck beschäftigt. Das Einlegen eines Karten¬ 
spans an eine der Platten einer auf gewöhnliche Weise 
geschlossenen Form, ferner ein nur um ein geringes 
kräftigeres Antreiben derselben etc. bringt oft alle 
andern Hatten aus dem richtigen Stande. 

Bei der hier beschriebenen Einrichtung fällt dieser 
Übelstand vollständig weg, denn die kleinen Rahmen 
behalten immer ihren genauen und festen Stand und 
jede Platte wird, ohne die andern in Mitleidenschaft 
zu ziehen, für sich reguliert. 

Betreff der zu verwendenden Punkturen sei 
folgendes bemerkt: man benutzt jetzt meist die so¬ 
genannten Einsetzpunkturen. Diese werden nicht am 
Deckel angeschraubt, sondern im Innern desselben 
durch den Überzug durchgesteckt und durch Über¬ 
kleben mit Papier festgemacht . Auch auf dem Deckel 
lassen sie sich leicht durch Überkleben befestigen. 
Meistenteils bestehen sie aus Stahlspitzen, 
welche in ein möglichst kleines und 
schwaches Stück flachen Eisens oder 
Messing festgelötet sind. Am verwend¬ 
barsten für diesen Zweck sind die so¬ 
genannten Reissbrett- oder Heftzwecken in 
nebenstehender Form. 


Fig. 5. 

Aufklvb- 

punklur. 


Diese Einsetz- oder besser gesagl Aufkleb- 
Pmkturen lassen sich mit grossem Vorteil verwenden, 
da man bei komplizierten Drucken mit Leichtigkeit 
mehrere derselben aufkleben, sich demnach für den 
mehrmaligen Druck einer Arbeit in verschiedenen 
Farben hinreichend* das gute Passen sichern kann, 
weil man den Bogen eventuell nicht blos in zwei, 
sondern in vier Punkturen einlegt. 



Punktaren, in die Form zu setzen. 


In vorteilhafter Weise werden auch Punkturen 
angewendet, welche man in die erste Form setzt und 
beim Druck derselben mit in den Bogen einstechen 
lässt. Es hat dieses Verfahren den Vorteil, dass der 
Bogen sich leichter von dem Deckel ablösen lässt, 
was weniger gut der Fall ist, wenn die Punkturen in 
mehreren Exemplaren auf dem letztem aufgeklebt 

21 * 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


35 !) 


worden sind. Man benutzt dann je nach Belieben 
oder nach Erfordernis ein Loch oben und unten für 
je zwei oder jedesmal ein neues Loch für jede der 
aufzudruckenden Formen. 

Diese in die Form einzusetzenden Punkturen 
bestehen am besten aus einem, durch Klopfen am 
Fuss reichlich schrifthoch gemachten Stück feiner 
Messinglinie, in welche man mittelst einer Laubsäge 


Maschine klebt, exakt runde, scharfe Löcher aus¬ 
presst, die sich bei den weiteren Formen genau in 
dazu gehörige stumpfe, der Rundung des Loches 
entsprechende Stifte legen lassen. Auch zum Ein¬ 
schrauben in den Mittelsteg hat Friebel Schlagpunk- 
turen gefertigt. Man kann sich natürlich eine grössere 
Anzahl solcher Löcher einschlagen. damit man für 
jede Farbe andere Löcher verwenden kann. 



einzelne Spitzen eingeschnitten hat (s. Fig. 6). Eine 
andere Art besteht aus einem, in ein Geviert ein¬ 
gegossenen Stück Nadel (s. Fig. 7). * 

An den Schnellpressenrahmen, seltener 
an Pressenrahmen, findet man im Mittelsteg 
eine Einrichtung zum Einschrauben von 
Punkturen; man kann also auch auf diese p 
Weise solche beim ersten Druck vorstechen n | i;'';!||j 
lassen. Fi(?ur 8 . 

Eine neue Art Punktur ist die Friebel- Schl »e- 
sehe Schlagpunktur, dargestellt durch neben- punktur ' 
stehende Figur 8. Diese in die Form eingesetzte 
Punktur gleicht einem scharfen Schlageisen, das 
durch den Druck des Tiegels etc., verstärkt durch 
ein feines Zink- oder Bleiplättchen, welches man 
auf den Deckel der Presse oder den Zilinder der 


Kommt auf genauestes Passen zweier der Farben 
einer Arbeit zueinander mehr an, wie auf das der 
übrigen zu jenen, weil etwa die Konturen sich nicht 
genau schneiden, also Differenzen im Register nicht 
so leicht bemerklich sind, so sticht oder schlägt man 
sich für die zweite jener Farben erst Löcher mit der 
ersten ein, auch wenn man bereits andere Farben 
vordruckte und Punkturen vorstach. 

Im Laufe des Drückens solcher Bunldruckformen 
ist auf exaktestes Punktieren zu achten, denn das 
geringste Verziehen des Bogens in den Punkturen 
führt ein schlechtes Passen herbei. 

Das JReinigen der Formen während des Drückens 
wird, je nach deren Zusammensetzung oder Aus¬ 
führung und je nach der zur Verwendung kommenden 
Farbe, ein mehr oder weniger häufiges sein müssen 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


2 


:t61 


Aus zarten Einfassungen zusammengesetzte Unter¬ 
druckplatten, Sätze mit vielen kleinen zarten Schriften, 
guilloehierte Platten, Platten mit vertieft eingravierten 
feinen Linien, sowie zart geätzte Platten, insbesondere 
Autotypien werden sich eher vollschmieren, wie die 
in anderer und für 
den Druck geeigne¬ 
terer Weise geschnit¬ 
tenen oder geätzten 
Platten. Man wird 
die ersteren deshalb 
häufig, letztere weni¬ 
ger häufig mit Ter¬ 
pentin oder Benzin 
mittelsteiner kleinen, 
weichen Bürste reini¬ 
gen müssen. DieBe- 
nutzung von Lauge 
ist nicht zuempfehlen. 

Vorteilhaft bei 
Benutzung solcher 
flüchtiger Waschmit¬ 
tel ist die aus Blech 
gefertigte Flasche un¬ 
tenstehender Form. 

Sie gestattet ver¬ 
möge eines eigenen 
Mechanismus nur 
den Ausfluss eines 
kleinen Quantums, 
man verschwendet 
also kein Benzin oder 
Terpentin und be¬ 
nutzt nebenbei ein 
feuersicheres Gefäss. 

Selbst Platten, 
welche sich reiner 
erhalten, müssen un¬ 
bedingt des Mittags 
und des Abends am 
Schluss der Arbeit 
sauberst gewaschen, 
mit einem weichen 
Lappen überrollt, 
nicht gerieben werden und sind es Holzschnitte, wäh¬ 
rend des Rühens der 
Arbeit beschwert wer¬ 
den, damit sie sich nicht 
ziehen. Das Waschen 
geschieht in vorsichtig¬ 
ster, massigster Weise mittelst Terpentin oder Benzin, 
damit die Platten sich in ihren Dimensionen nicht 
verändern. Platten von Zink und Blei wäscht man 


am besten ebenfalls mit Benzin und poliert sie nicht 
nur auf der Oberfläche, sondern auch an den Rän¬ 
dern wieder ganz blank; versäumt man dies, so teilt 
sich der Farbe leicht ein unreiner, grauschwarzer 
Ton mit, der schwer wieder zu entfernen ist. 

Durchaus gebo¬ 
ten ist ferner, die 
Walze und auch 
den Farbestein min¬ 
destens Abends zu 
reinigen. Man schiebt 
den auf dem letzteren 
ausgestrichenen Far¬ 
benvorrat mit der 
Ziehklinge sorgsam 
in eine hintere Ecke 
des Steines und 
wäscht den Stein mit 
Terpentin ab. Nötig 
ist es zumeist, die 
Farbe vor dem Be¬ 
ginn der Arbeit wie¬ 
der durchzureiben, 
damit sie die gehörige 
Geschmeidigkeit er¬ 
langt. 

Werden Formen 
mit kräftig in der 
Farbe gehaltenen 
Partien oder grösse¬ 
ren Schriftgraden 
und Einfassungen 
gedruckt, so ist es 
durchaus nötig, die 
Drucke mit Makula¬ 
tur zu dtirchsch iesseu. 
damit sie sich nicht 
aufeinander abzie- 
hen. Man lasse sie, 
ehe man sie wieder 
ausschiesst, erst voll¬ 
ständig zwischen 
Makulatur trocknen, 
denn wenn sie selbst 
mehrere Tage dazwischen gelegen haben, ziehen 
sie sich oft noch aufeinander ab, wenn die Farbe 
nicht ganz genügend getrocknet ist. 

(Fortsetzung folgt.) 


1 





Einfassung von Otto Weisert, Ornamente von Emil Berger. Mongramm von 
Julius Klinkharilt, Programm von Ludwig & Mayer. Textschrift von 
Brendler & Marklowsky. 



Fig. fl. 

Benzinflaschc. 


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Einiges aus der Praxis und für die Praxis. 


363 


Einiges aus der Praxis 

und für die Praxis. 

Von A. M. Watzulik. 

(Forsetzung.) 

as Arbeiten mit verschiedenen Kegelsystemen 
erfordert viel Geduld und Erfahrung, auch die 
grösste Peinlichkeit und viel mehr Zeitaufwand bei 
Anfertigung von Buntdruckarbeiten, was für alle 
neu einzurichtenden Buchdruckereien eine Warnung 
sein sollte. 

Zu Tonplatten verwende ich entweder Glanzpappe 
oder Celluloid, seltener Blei und Buchsbaumholz. 
Die gang und gäbe verbreitete Ansicht, dass Glanz¬ 
pappe des Abreissens wegen nicht tauglich wäre, ist 
nicht stichhaltig, denn in den langen Jahren habe ich 
mit Glanzpappe mit Ausnahme einiger Fälle, wo aber 
dieselbe durch Zukleben sofort wieder brauchbar 
gemacht wurde, stets günstige Ergebnisse erzielt, und 
der Umstand, dass die Pappe überaus billig ist, sich 
leicht bearbeiten lässt und sowohl in der Handpresse 
und Tiegeldruckpresse als auch in der Schnellpresse 
gedruckt werden kann, fällt doppelt ins Gewicht. 
Um Figuren, z. B. Stäbe, Sterne, Kugeln etc. auf 
Glanzpappe herzustellen, genügt das Stampfen mit 
einem stumpfen metallenen Instrument — jedoch mit 
einiger Vorsicht, damit keine rauhen Kanten ent¬ 
stehen. Die Herstellung der Pappenplatten geschieht 
in folgender Weise: Auf Eichenholz wird als erste 
Decke gewöhnliches Papier, als zweite Decke Glanz¬ 
pappe, die den gebrauchten, aber nicht rissigen ent¬ 
nommen werden kann, sodann als dritte dieselbe 
Pappe und schliesslich ungebrauchte tadellose Pappe 
nacheinander mit gutem, sandfreiem Buchbinderleim 
aufgeklebt und ebenso nacheinander in der Handpresse 
oder, falls solche nicht frei ist. der Kopierpresse oder 
ähnlichen Presse gepresst und etwa */*—1 Stunde 
festgehalten. Die weisse unterste Papierlläche hat den 
Zweck, das tiefere Schneiden zu verhüten; der Holz¬ 
stock selbst kann dann immer wieder neu beklebt wer¬ 
den. Bei grossem Format empfiehlt es sich, den Holz¬ 
stock mit starken, faserig diametral laufenden Leisten 
einfassen zu lassen, um dem Biegen vorzubeugen. 

Die Celluloidplalten benutze ich für Gravierung 
oder Schraffierung; erstere wird mit Sticheln und 
letztere auf der sogenannten Friebel-Hobelmaschine 
mit Leichtigkeit hergestellt; nur muss die Platte stets 
auf Höhe und Fläche geprüft werden, da dieselbe 
trotz besonderer Holzunterlage sich ein wenig biegen 
kann und für diesen Fall auf der Maschine sich nicht 
bearbeiten lässt. Selbstredend müssen Glanzpappen 
sowohl als auch Celluloidplatten an trockenem, von 
Temperaturwechsel freiem Ort lagern. Celluloidplatten 


iHii 


dürfen im Winter nicht aufgezogen werden, wegen des 
für Holz nachteiligen TemperatuiWechsels; es ist 
daher der Bezug im Sommer zu empfehlen. Über¬ 
haupt halte ich Celluloidplatten wegen ihrer grossen 
Ausdauer trotz hohem Preise für die geeignetsten von 
allen anderen (nach 200000 Druck zeigte beispiels¬ 
weise eine fein schraffierte Platte in der Grösse von 
etwa 2 : ö cm auf der Bildfläche noch einige Schärfe); 
zudem lassen sich die gebrauchten Platten für andere 
Arbeiten noch weiter verwerten. 

Jedenfalls dürfte es bekannt sein, dass in Amerika 
an Stelle des Buchsbaumholzes die Celluloidplatten zu 
Illustrationen mit Vorliebe verwendet werden. 

Auf der Friebelschen Hobelmaschine lassen sich 
auch Blei- oder Messinglinien in beliebiger Weise 
schraffieren. 

Ferner stehl mir ein gewöhnlicher eiserner 
Linienhobel mit 0 Einschnitten für Gehrungen zur 
Verfügung; auf diesem scheinbar einfachen Instrument 
habe ich durch Übung und Handhabung, in erforder¬ 
lichen Fällen mit Anwendung von gewöhnlichen 
Messinglinien zum Andrücken, die mannigfaltigsten 
Stücke herzustellen vermocht, z. B. die Diagonalstücke 
von 4 Punkt- bis zur !i Cicero-Stärke. 

Eine sogenannte Linienschneidemaschine steht 
mir nicht zur Verfügung; dem gewöhnlichen Linien¬ 
hobel gebe ich indes den Vorzug, weil auf letzterem die 
kleinsten Stücke hergestellt werden können, während 
auf dem ersteren Instrument dieselben leicht knicken. 
Um von kleineren Blei- oder Messinglinienstücken 
Gehrungen zu erzielen, gebrauche ich die sogenannte 
breite Hache Lippenzange und eine mittlere Feile; in 
nach Bedarf mehr oder minder schräger Richtung 
bearbeitet die Feile die in der Zange fest eingeklemmten 
1 anien auf der Längsseite gleichmässig. Schraubstock, 
breite Feile, Rundfeile und Säge dürfen auch nicht 
fehlen. Die Feile spielt hei mir eine nicht unwesent¬ 
liche Rolle, da mit diesem einfachen Hilfsmittel unter 
Zuhilfenahme von Linien allerlei Stücke in jeder 
Grösse und jeder Form sich herstellen lassen: natür¬ 
lich gehört auch hierzu die richtige Handhabung. Ich 
pflege das zu bearbeitende Blei- oder Holzstück unter 
Ansteminung mit Ahle und Fingern auf der horizontal 
gehaltenen breiten Feile hin- und herzuschieben: die 
gewünschte Stärke oder Form wird durch Einfügen 
in den Winkelhaken geprüft. Hauptsache ist aber —- 
wie bereits mehrfach bemerkt — die Handhabung, 
von welcher das Gelingen abhängt. Dieselbe will aber 
durch Übung gelernt sein. Um die kleinsten Diagonal¬ 
stücke zu erhalten, brauchen beliebige Gevierte, 
nachdem dieselben etwas an der Kante abgehobelt 
oder abgeleilt worden sind, auf die Vertiefung zwischen 
zwei halbgegehrten, angeschlossenen Bleilinien gelegt 



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Einiges aus der Praxis und fiir die Praxis. 


36ö 


und mit der Feile bis auf die Fläche der Linien bear¬ 
beitet zu werden; die Vertiefung zwischen den Linien 
kann nach Bedarf durch Stärke und Gehrung 
derselben vergrössert oder verkleinert werden. Zur 
Veranschaulichung diene das nachstehende Bild. 



d 


Geviert (a) liegt in der Vertiefung (d) zwischen 
zwei halbgegehrten zusammengestossenen Linien (bc) 
und die Feile wird über das Geviert solange hin- und 
hergeschoben, bis dieselbe die Oberfläche der Linien 
erreicht. Wenn das so erzielte Diagonalstück der 
beabsichtigten Stärke nicht entspricht und kleiner 
gewünscht wird, so brauchen nur die beiden Linien 
an der gegehrten Stelle nach Bedarf wagerecht abge- 
hobelt zu werden, so dass dadurch die Vertiefung 
kleiner wird. Auf solche Weise habe ich Diagonal- 
stücke in der Stärke von 1 ,'i Petit bis Petit mit 
Leichtigkeit herstellcn können. 

Vor mir steht stets ein mit Wasser gefülltes 
Blechbecken zu dem Zwecke, Sätze auf Schiffen durch 
Anfeuchten des zu selzenden Materials haltlahig zu 
machen. Auf horizontal liegendem Schiff arbeitet es 
sich bekanntlich viel schneller, als wenn auf schräg 
liegendem Schilf gesetzt wird. Der Jlauptvorzug der 
ersteren Methode liegt darin, dass die Einfassung 
gleichzeitig von vier Winkeln aus nach innen gesetzt 
werden kann und, falls mehrere Kolumnen mit gleich¬ 
artiger Einfassung in Bestellung gegeben werden, auf 
grösserem Schiff oder mehreren kleineren Schilfen 
die Einfassung in erforderlicher Anzahl zu gleicher 
Zeit sich herstellen lässt, was gegenüber dem Nach¬ 
einanderselzen einzelner Kolumnen viel Zeitersparnis 
aufweist. 

Bei allen Arbeiten ziehe ich die üblichen Satz¬ 
regeln stets erst in Erwägung und berücksichtige 
dabei die Raumverhältnisse, um die Gewinnung eines 
guten Aussehens im voraus sicherzustellen. 

Um aber die Einheitlichkeit und die Eigenartig¬ 
keit in den Sätzen zu wahren, leite ich die mir unter¬ 
gebenen Kräfte (in hochgehender Zeit 10—12 Mann) in 
folgender Weise an: .le nach Individualität oder Be¬ 
fähigung der Setzer mache ich auf einem Blatt Papier 
kurze Skizze und nähere Angabe inbetreff des zu 
nehmenden Materials. Auf diese Weise geht jede 
Arbeit viel rascher von statten, als wenn nur münd¬ 
lich angegeben wird, denn alles Mündliche ist leicht 
vergessen oder verursacht leicht Verwechselungen 
oder Missverständnisse. Wenn alle Bestimmungen 
bezüglich des Schrift- und Einfassungsmaterials mit 
Verstand befolgt werden, kann dann die Absicht, in 


366 


Arbeiten einen einheitlichen Stil erscheinen zu lassen, 
zur vollen Geltung gelangen. 

Gleichwie das Setzen, kann das Ablegen als 
Prüfstein der Befähigung resp. Schnelligkeit betrachtet 
werden. Die Ansicht, dass das Ablegen nicht bildend 
wirken könne, ist eine irrige; gerade für junge streb¬ 
same Setzer oder Lehrlinge steckt in den abzulegenden 
Sätzen - - ich rede hierbei natürlich von Accidenzien 
— oft eine wahre Fundgrube für Erweiterung der 
technischen Kenntnisse; oft sind es Sätze, die eine 
weit bessere Anleitung geben können, als die vielen 
Lehrbücher, denn die Sätze mit den Geheimnissen 
ihrer Bauweise liegen dem prüfenden Auge vollständig 
offen. Noch ein weiterer Umstand komml in Betracht, 
dass die consequenterweise durchgeführte Schnellig¬ 
keit im Ablegen zur Gewohnheit wird und dem Setzer 
unendlich viel zu Gute kommt. Die Art und Weise, 
wie abgelegt werden soll, hängt von Umständen ah. 

Das Sichgehenlassen bei der Arbeit habe ich in 
den langen Jahren an vielen Setzern wahrnehmen 
können; das Übel kann leicht verhängnisvoll werden 
und sollte deshalb energisch bekämpft werden. Die 
Gedankenlosigkeit ist ebenso ein Übel. Viele arbeiten 
ohne an die Arbeit selbst zu denken oder auf dieselbe 
Acht zu geben und der Salzregeln zu gedenken, wo¬ 
durch oft hässliche Fehler bei der Korrektur zum 
Vorschein kommen und so den Mangel an Aufmerk¬ 
samkeit verraten. 

Die Typographischen Gesellschaften wirken 
segensreich, können aber den Kollegen an Orten, wo 
solche nicht bestehen, nicht viel nützen, da ihnen die 
instruktiv gehaltenen Vorträge lind die kostbaren 
Sammlungen nicht zugänglich sind. Um diesem Übel¬ 
stande einigermassen abzuhelfen, sollten strebsame 
Kollegen, auch wenn sie klein in der Anzahl sind, sich 
zusammenthun und in der Woche an einem Abend 
gegenseitigen Meinungsaustausch veranstalten oder 
sich durch Vorlegung von mustergiltigen Drucksachen 
Anregung verschaffen. Die Artikel aus den Fach- 
journalen sollten öfters vorgelesen und zur Debatte 
gebracht werden. 

Es ist, ehe ich zum Schluss gelange, noch hervor¬ 
zuheben, dass Viele glauben, durch Anleitung etwas 
lernen zu können, aber nie bedenken, dass ohne rechte 
Neigung zum Beruf jede Anleitung von vornherein 
unfruchtbar ist und bleibt: dass ich aber in den Lehr¬ 
jahren keine ordentliche Anleitung genossen, trotzdem 
mir das Fehlende durch Privatstudium anzueigneu 
vermocht und bis auf den heutigen Tag weiter zu 
lernen gesucht habe, ist wohl geeignet, Stolf zum 
Nachdenken zu geben und zu mahnen, das Selbst¬ 
lernen mit Fleiss zu pflegen und dann auch mit Lust 
zu arbeiten. 


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Einiges aus der Praxis und für die Praxis. 


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Sollen besonders leine Arbeiten, bunt oder 
einfarbig, angefertigt werden, so entwerfe ich stets 
Skizzen in Tinte und Wasserfarben ausser der 
Geschäftszeit zu Hause; im Geschäft selbst habe 
ich zu derlei Arbeiten niemals Zeit finden können. 
Die ornamentale und farbige Wirkung sind immer 
reiflich zu erwägen, ehe man daran geht, die Zeichnung 
vorzunehmen. Eine ganz flüchtige Bleistiftskizze auf 
gewöhnlichem Papier genügt, um etwa aufkommende 
Ideen festzuhalten, und ist man inbetrelf der figuralen 


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wie bei dem übrigen ornamentierten Teil, mit Ton¬ 
farben versehen sein. Das nicht ornamentierte Feld 
hat den Zweck, dem Drucker als Anhalt für Bereitung 
der erforderlichen Tonfarben zu dienen. Ein Drucker, 
der sein Amt versteht, muss auch die Intentionen des 
Zeichners resp. Setzers verstehen können, voraus¬ 
gesetzt jedoch, dass der Setzer vor Allem bezüglich 
der Farbenharmonie firm ist. Mein Drucker hat bis¬ 
her verstanden, alle meine Absichten mit den »einigen 
in Einklang zu bringen, so dass die Arbeit stets flott 



Einfassung von Numrich & Co., Schriften von diversen Giessercien. Noten von Julius Klinkhardt. 


und linearen Zusammenstellung und der Anwendung 
von Farben ins Reine gekommen, so thut man gut, 
rasch an das Werk zu gehen und vorläufig alles 
Festgestellte in Bleistift auf Karton, natürlich nach 
gewünschtem Format, sorgfältig auszuführen. Ist es 
noch Tag und die Arbeit eilig, so ist es nötig, die 
Farben sofort in Bereitschaft zu setzen; natürlich ist 
es praktisch, sie erst durch Aufpinselung auf gewöhn¬ 
liches Papier auf ihre beabsichtigte Wirkung und 
Nuance zu prüfen. Abends lässt sich dann mit Hilfe 
dieser für Tageslicht berechneten Farbenentwürfe 
die in Bleistift leicht ausgeführte Zeichnung mit den¬ 
selben Farben bearbeiten; die Tonfarben gehen stets 
vor und die Konturfarben werden zuletzt aufgetragen. 
Immer muss ein kleiner Teil der Skizze, am besten 
rechts unten, von der Zeichnung frei bleiben, dafür. 


von statten gehen konnte. Neue Druckproben aber 
sind, falls die Skizzen den Beifall des Bestellers 
linden, überflüssig und der Druck braucht dann nur 
nach der Skizze oder nacli etwa nötiger Modifikation 
derselben ausgeführt zu werden, was nicht un¬ 
wesentliche Zeitersparnis erzielen lässt. 

Es ist ferner empfehlenswert, immer zwei 
verschiedene Skizzen für eine Arbeit zu liefern, 
zu dem Zwecke, dem Besteller die Wahl zu er¬ 
leichtern. In dieser Hinsicht habe ich stets mit Er¬ 
folg gearbeitet. 

Bezüglich der Farbenzusammenstellung verweise 
ich auf die zu Eingang dieses Artikels geäusserten 
Bemerkungen. 

Falls eine Arbeit zum Buntdruck gelangen soll, 
pflege ich des guten Registers wegen das zunächst 


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Schriftprobenschau. 


870 


3ß9 


zum Druck gelangende Satzgebilde durch Unterlage 
zu erhöhen, so dass, wenn besondere Formen nicht 
erforderlich sind, mit Ausnahme der Tonplatten nur 
eine Form nötig ist. Der Umstand, dass in der 
Druckerei zwei verschiedene Kegelsysteme zur An¬ 
wendung gelangen, lässt die Unterlage um so em¬ 
pfehlenswerter erscheinen. Nur, wenn eine grosse 
Auflage besondere Formen erfordert, erweist sich die 
Unterlage natürlich nicht praktisch und wird in diesem 
Fall die Vervielfältigung des Satzes auf dem Wege 
der Stereotypie nötig. 

(.Fortsetzung folgt.) 


liest, also die Augen weniger angreift wie die meisten 
unserer zart gehaltenen Antiquaschriften. Trotz dieses 
markigen Schnittes zeigt sie doch elegante, gefällige 
Formen, die durch die F.xaktität des Schnittes so 
recht zur Geltung kommen. Wir zweifeln nicht, dass 
diese Antiqua bald und vielfach Verwendung für 
solche Werke linden wird, von denen der Verleger 
erwarten kann, dass sie nicht nur als elegante Aus¬ 
gaben eine Zierde des Büchertisches sein, sondern 
wirklich und viel gelesen werden sollen. 

Ein ebenso brauchbares und gediegenes Er¬ 
zeugnis ist die Halbfette Mediaeval Antiqua, in der 
uns die Giesserei in Wirklichkeit eine passende Aus¬ 
zeichnungsschrift für aus Mediaeval gesetzte Arbeiten, 
seien es Werke oder Accidenzien, schuf. Wie unsere 


Gotische Initialen von Benj. Krebs Nachf. in Frankfurt a. M. 



Sehriftprobensehau. 


xwf®5it ganz besonderer Freude und Genugthuung 
möchten wir heute unsere Leser auf das soeben 
ausgegebene 18. Fortsetzungsheft der Schriftproben 
der Schriftgiesserei Flinsch hinweisen. Man ist zwar 
von dieser Firma gewöhnt, dass ihre Hefte stets eine 
grosse Zahl schöner und gediegener Originalerzeug¬ 
nisse enthalten, das vorliegende Heft imponiert uns 
aber ganz besonders durch die Fülle wahrhaft prak¬ 
tischer and gefälliger Schriften und ebensolcher, dabei 
wirklich ansprechender Einfassungen, Vignetten etc. 

Gleich zu Anfang des Heftes fällt uns eine 
Französische Antiqua und Kursiv durch ihren exakten, 
kräftigen Schnitt auf; es ist eine Schrift von der man 
sagen kann, »sie ist eine Wohlthat für die Augen«, 
weil sie sich durch ihre kräftigen Grundstriche leicht 


Leser wissen werden, mangelten uns bisher wirk¬ 
lich passende, nicht zu massig oder zu leicht er¬ 
scheinende Auszeichnungsschriften für Mediaeval; 
diese neue Flinschsche dürfte ohne Zweifel sehr 
willkommen geheissen w r erden, da man sic auch 
in Anbetracht ihrer eleganten Formen als eine höchst 
verwendbare, ansehnliche Accidenzschrift bezeichnen 
kann. Wir linden in dem fraglichen Heft Proben 
dieser Schrift von Petit bis Kanon. 

Von Schreib- und Zierschriften bringt das lieft 
eine grosse Zahl solcher, die die Bezeichnung originell 
verdienen. So eine Magere und eine Halbfette 
Mediaeval-Schreibschrift , eine Rokoko-Skript , Yankee- 
Skript, ferner eine sich durch Häkchen an den 
Grundstrichen auszeichnende Zierschrift u. A. m. 
Den grössten Teil dieser Schriften haben wir unseren 
Lesern bereits auf der Schriftprobenschau und den 
Proben unseres Archiv vorgeführt. 

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Scliriftprobenscliau. 


Besonders reichhaltig und gediegen sind die 
Einfassungen in dem Heft vertreten. Ein Blatt mit 
Buntdruckeinfassungen enthält eine Anzahl solcher 
in höchst praktischer Ausführung, denn eine jede 
besteht nur aus wenigen leicht und gut zu ver¬ 
wendenden Figuren, so dass dem Setzer keine 
Schwierigkeiten erwachsen. Ihre Zeichnung ist fast 
durchgehend eine kräftige, so dass sie auch dem 
Drucker keine besonderen Umstände verursachen 
und sich überall in wohlthuender Deutlichkeit zeigen. 

Eine reizende, sehr verwendbare Novität bilden 
auch die Gotischen Federziige. Ihre schöne, stilvolle 
Zeichnung macht sie so recht zur Verzierung von 
Initialen. Bildung gefälliger Schilder, Ecken etc. 
geeignet. Ein reich ausgestattetes Anwendungsblatt 
gibt Zeugnis von der Verwendbarkeit dieser Novität. 
Von der in unserem Blatt bereits mehrfach verwendeten 
und empfehlend erwähnten Rokoko-Einfassung linden 
wir gleichfalls eine grosse, mehrfarbige Probe. Zu 
ihrem Lobe brauchen wir wohl nicht noch einmal 
etwas zu sagen. Ihre Schönheit und Brauchbarkeit 
sind hinlänglich durch die Praxis bekannt. 

Eine weitere, in diesem Heft enthaltene Neuheit 
bildet die Einfassung Nr. 2321-—31. Sie bestellt aus 
nur 10 Stücken im Rokokostil und erlaubt, trotz dieser 
geringen Zahl von Figuren eine so vielseitige und 
gefällige Anwendung, dass man in Wahrheit über¬ 
rascht ist von der gegebenen Probe, welche diese 
Anwendbarkeit beweisen soll. Die Stücke haben 
vornehmlich den Zweck, an Ovale, Kreise und (Qua¬ 
drate angesetzt zu werden und denselben zu einer 
gefälligen Ausschmückung und Abrundung zu ver¬ 
helfen, ein Zweck, der auch in bestem Masse erreicht 
wird. Wir müssen gestehen, dass uns diese Neuheit 
der Flinschschen Giesserei ganz besonders befriedigt. 

Das Vorstehende möge beweisen, wie reichhaltig 
und gediegen der Inhalt des 18. Heftes ist; die übrigen, 
in demselben vertretenen kleineren und Plakat-Ein¬ 
fassungen, Vignetten. Folg typen etc. etc. verdienen 
sämtlich das Lob gefälligster und gediegenster Aus¬ 
führung, wie man solche von der renommierten 
Firma nicht anders erwarten kann. 

Besonders hingewiesen sei noch auf die reiche 
Zahl von Neujahrs- etc. Gratulationskarten, die durch 
ihre originelle Komposition Beachtung verdienen. 

Unserem heutigen Heft liegt eine Probe Neuer 
verzierter Kanzlei der Wilhelm Woelltnersehen Sehrift- 
giesserei hei. In den Gemeinen ziemlich einfach, da¬ 
her gut leserlich gehalten, zeigt diese Schritt in reicher 
und gefälliger Weise verzierte Versalien, die ihr ein 
durchaus elegantes und hübsches Ansehen geben, 
ohne jene Leserlichkeit zu beeinträchtigen. Die Probe 
enthält neun Grade dieser Kanzlei von Pelit bis Kanon, 


sämtlich Originalerzeugnisse der genannten Firma. 
Grössere Grade befinden sich im Schnitt. 

Eine weitere Probe unseres Heftes bildet das 
Polytypenblatt von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei- 
Zahlreiche markig gezeichnete Vignetten für Turn-, 
Schützen-, Gesang-. Krieger- und Feuerwehrvereine, 
ferner Gratulationskarten, Schlussverzierungen, alle¬ 
gorische Darstellungen der Jahreszeiten etc. ete. 
zieren dasselbe und bielen dem für solche Vignetten 
Bedarf habenden Buchdrucker geeignetes Material in 
bester Ausführung. 

Von neu eingegangenen Schriften führen wir 
unseren Lesern nachstehend eine Garnitur zwei¬ 
farbiger Gotischer Initialen, geschnitten in der Schrift¬ 
giesserei Benj. Krebs Nachf. vor. Diese Initialen 
zeigen in vortrefflicher Weise die charakteristischen 
Merkmale der Gotik und sind so recht geeignet, in 
diesem Stil gehaltene Arbeiten in bester und effekt¬ 
vollster Weise zu verzieren. Wie wir hören, lässt 
die Giesserei demnächst noch eine kleinere Garnitur 
dieser Initialen nebst dazu passenden Federzügen 
folgen, um sie auch für Arbeiten kleineren Formats 
verwendbar zu machen, ein Vorhaben, dass nur zu 
billigen ist und ihnen grosse Verwendbarkeit sichert. 

Von J. G. Scheiter & Giesecke empfingen wir wie¬ 
der eine reiche Zahl schöner Schriften und Vignetten; es 
ist uns in diesem Heft nur möglich, eine Anzahl der letz¬ 
teren abzudrucken, das nächste Heft bringt Weiteres. 

Ein kleines Schriftprobenheft in Quer-Miniatur- 
format und echt amerikanischer Ausstattung ging 
uns von der Schriftgiesserei MacKellar, Smiths & 
Jordan Co. in Philadelphia zu. Wir linden in dem¬ 
selben Proben aller der originellen und auffälligen 
Schriften, welche neuerdings in Amerika geschnitten 
und zum Teil auch in Deutschland durch unsere 
Giessereien eingeführt worden sind. Nur die Ein¬ 
fassungen, welche entweder einem Spinnengewebe 
gleich, oder in anderen möglichen und unmöglichen 
Formen zumeist die rechte untere Ecke der kleinen 
Kolumnen zieren, hat unseres Wissens noch keine 
deutsche Giesserei einzuführen gewagt, weil diese 
Einfassungen zu sehr unserem Geschmack wider¬ 
sprechen. Dagegen linden wir in dem sehr gefällig 
gesetzten und sauber gedruckten Heftchen eine 
Neuigkeit, die wohl der Einführung werth wäre. 
Es sind dies Hände verschiedener Grösse in sehr 
sauberer, gefälliger Zeichnung und in den verschie¬ 
densten Haltungen, die entweder ein Blatt Papier mit 
glatten oder mit umgebrochenen Ecken einzeln oder 
zu mehreren halten, in einer Ausführung auch wie 
durch einen Riss des Blattes durchgedrungen sind 
und auf eine besonders hervorzuhebende Zeile zeigen. 


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878 Satz und Druck unserer Probeblätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften und Bücherschan. — Mannigfaltiges. 874 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

latt LI unserer heutigen Beilagen bringt die 
Vorderseite eines Umschlages und eine Adress¬ 
ierte, beide geziert mit der schönen Gotischen Ein¬ 
fassung von J. G. Scheiter <f Giesecke. Von dieser 
Einfassung lässt sich mit vollem Recht sagen, dass 
man sich an ihrer gefälligen und gediegenen Aus¬ 
führung, wo man sie auch sieht, immer wieder von 
neuem erfreut, vorausgesetzt, dass sie richtig an¬ 
gewendet und gut gedruckt wird. Unsere, aus der 
Piererschen Hofbuchdruckerei stammenden Beispiele 
beweisen dies aufs beste. 

Blatt Nn bringt einen vollständigen Bücher¬ 
umschlag, für den wir eine Arbeit der Hoffmannschen 
Offizin in Stuttgart zum Muster nahmen. Auch dieser 
Umschlag lässt erkennen, dass der erste Accidenz- 
setzer dieser renommierten Druckerei, Herr Kirchhoff. 
das ihm früher gespendete Lob in vollstem Masse 
verdient. Seine Arbeiten sind originell in der Kom¬ 
position, einheitlich in der Ausführung und gediegen 
in der Wahl der Schriften und deren Zeilenfall. 
Während die Renaissance - Zuge von Genzsch in 
München hier eine sehr gefällige Verwendung für die 
Vorderseite fanden, ist die Rückseite anstatt einer 
im Original zur Anwendung gekommenen Vignette 
von uns mit einer der schönen KlinJchardtschen 
Vignetten im Renaissancestil geziert worden. 

Blatt U endlich zeigt ein im Entwurf originelles 
und gefälliges Zirkular, zu dessen Ausschmückung 
verschiedene Einfassungen etc. (s. das Bezugsquellen¬ 
register) zur Verwendung kamen. Wir Hessen uns 
für dieses Blatt im allgemeinen eine Arbeit der 
Leipziger Offizin von Frankenstein ff- Wagner als 
Vorlage dienen, die Einfassung und den Text speziell 
dem Zweck des Archiv, neue Einfassungen und 
Schriften zu zeigen, anpassend. So finden unsere 
Leser z. B. den Text aus einer neuen Schwabacher 
von Bauer & Co. in Stuttgart gesetzt. Wir müssen 
bei diesem Blatt bedauern, dass bei einem Teil der 
Auflage eine der schraffierten J?Ze(‘linien im Laufe des 
schnellen Maschinendruckes gestiegen war und etwas 
zu kräftig druckte, ohne dass dies gleich bemerkt 
wurde. 

Bezugsquellen 

der angewend eten Schriften, Einfassungen etc. 

Blatt LI. Satz und Druck der Piererschen Hofbuch¬ 
druckerei in Altcnburg. 

Blatt Nn. Einfassung von Genzsch in München, 
Punktstücke, Pompejanische Einfassung von C. Ktobcrg, 
von J. G. Schcdter & Giesecke, ♦♦ von John Söhne, 


SMussstiick von Meyer & Schleicher, Vignette (Rückseite) 
von Julius Klinkhardt, Parfümenc-Fabrik von J. G. Scheiter 
& Giesecke, Heinlcin <_(• Schmalz von Wilhelm Woellmers 
Schriftgiesserei, Dresden von Wilhelm Gronaus Schrift- 
giesserci, Gegründet 1870, Hauptstrasse, Seifen von Brendler 
& Marklowsky, Preiskurant, Kosmetische Artikel von Genzsch 
in München, über, und von der Baucrschen Giesserei, Strich¬ 
linien von Zierow & Meuscti. 

Blatt U. Einfassung, Vignetten, Bogenstücke, Schluss¬ 
stück, (izi.ö izni •■-.r-.r-z- von J. G. Scheiter & Giesecke, 
Kassetten von Meyer & Schleicher, -V.-lS von Julius 
Klinkhardt, Ecken und Architektonische Ornamente von Wil¬ 
helm Gronaus Schriftgiesserei. grosse Ecken von Benj. Krebs 
Nacht, äussere Ecken und Mittelstücke von Ludwig & Mayer, 
die übrigen Einfassungen von Otto Weisert, Initial von 
Wilhelm Gronaus Schriftgiesserei. Frankfurter-Strasse 23, 
Gustav Berger von Genzsch in München, Textschrift und 
Schrift Eisenhandlung von Bauer & Ko. 


Zeitschriften und Btiehersehau. 

— Heft 2 und 8 des neuen Jahrganges der illustrierten 
Familienzeitschrift » Universum « stehen dem vorange- 
gangenen 1. Hefte in keiner Weise nach. Ausser dem 
gewöhnlichen Inhalt, welcher von uns schon wiederholt 
lobend besprochen, enthält das 2. Heft die Beilage einer 
reizenden Gavotte »Herzblättchen«, welcher in den späteren 
Heften weitere folgen sollen. Nicht unerwähnt wollen wir 
die wirklich prachtvollen Kunstbeilagen lassen, mit welchen 
das »Universum« seine Leser auch in diesen Heften erfreut, 
auch der übrige Bildersclimuck ist wieder ein reicher und 
gewählter. 


Mannigfaltiges. 

— Das Comite für Errichtung eines Fr. König-Denkmals 
in Eisleben, bestehend aus den Herren P. Nesselt, Maschinen¬ 
bau-Inspektor. E. Mehliss. Gymnasial-Oberlehrer, E. Stein¬ 
kopf, Künigl. Lotterie-Einnehmer, B. Rcichardt, Redakteur. 
A. Klöppel, Buchdruckerei-Besitzer und für das gesamte aus¬ 
wärtige Comite Dr, Kd. Brockhaus, Leipzig, erlässt folgenden 

Aufruf. 

Die Errichtung eines Denkmals für Fr. König, den 
Erfinder der Buchdruck-Schnellpresse. in seiner Vaterstadt 
Eisleben ist gesichert; 18000 Mark sLehen bereits zur Ver¬ 
fügung; Herr Professor Sehaper in Berlin ist für die 
Ausführung gewonnen; sein Entwurf Granitsockel mit 
Rronzebiiste auf Granitstufen, mit einem schmiedeeisernen 
Gitter umgeben — ist acceptiert; ein geeigneter Platz für 
die Aufstellung steht zur Verfügung; die Enthüllung wird 
am 17. April 1801 erfolgen! Dass die Idee des Künstlers 
eine möglichst vollkommene Verwirklichung finde, dazu 
sind noch Geldmittel nötig. Wir richten jetzt nochmals an 
Alle, die ein Verständnis für die Tragweite der Erfindung 
Königs haben und die derselben materielle oder geistige 
Förderung verdanken, die herzliche Bitte, unser Unternehmen 
durch weitere Geldsendungen zu unterstützen, damit durch 
ein Ueukmal in würdigster Ausstattung der Mann geehrt 

22 * 



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Mb 


Mannigfaltiges. 


werde, welcher durch seine Erfindung dem befruchtenden 
Gedanken die weiteste Verbreitung ermöglicht und dadurch 
den Aufschwung der modernen Kultur mächtig unterstützt 
hat, Geldsendungen wolle man an den mitunterzeichneten 
Königl. Lotterie-Einnehmer E. Steinkopf in Eisleben richten. 

— Jubiläen, öt)jähriges. Am 9. Oktober der Ruch¬ 
druckereibesitzer Sclieschonka in Gerdauen bei Königsberg 
inPreussen. —Am 1. November die in den weitesten Kreisen 
bekannte Druck- und Verlagsfirma von A. H. Payne in 
Leipzig. — äöjähriges. Am 1. Oktober die Buclulruckerei 
von Gg. Veldin in Schopfheim. 

— Gestorben: Im August in London der älteste Ange¬ 
stellte der bekannten Verleger und Staatsdrucker F.yre & 
Spottiswoode, Mr. William Scott, im Alter von 95 Jahren. 
Als elfjähriger Knabe war er als Laufbursche in das 
Geschäft eingetreten und hatte sich durch Ausdauer 
und Geschicklichkeit bis zum Leiter der Staatsdruckerei- 
Abteilung aufgeschwungen. Kr war seit länger als 84 Jahren 
ununterbrochen in Diensten der Firma Evre & Spottiswoode, 
eine Thatsache. die vielleicht auf der ganzen Erde nicht 
ihres Gleichen hat. — Am 4. September im besten Mannes¬ 
alter der in weiten Kreisen wohlbekannte Verleger und Buch¬ 
händler Bompeo Dwnolard, welcher in Italien als der erste 
Mann seines Faches galt. Sein Verlag war mustergültig 
und brachte die besten Werke der italienischen litterarischeu 
und wissenschaftlichen Welt ans Licht. Sein Haus war 
jahrelang der Mittelpunkt der höheren Intelligenz Mailands, 
und die Persönlichkeit des Mannes wirkte befruchtend auf 
die wissenschaftliche Entwickelung der neueren italienischen 
Litteratur. Im vergangenen Jahre war er noch in Aner¬ 
kennung seiner Verdienste vom Könige mit dem Kreuze 
des Heiligen Mauritius- und Lazarus-Orden ausgezeichnet 
worden. — Am 22. September der Buchdruckereibesitzer 
Jean Meyer in Zürich. 

— Zum Wiederherstcllen verbleichter alter Schrift em¬ 
pfiehlt der Allg. Anz. für Buchb. folgendes Verfahren: 
Man feuchtet das unleserliche Blatt schwach mit Wasser 
an und betupft dasselbe hierauf mittelst eines grösseren 
feinen Pinsels mit Schwefelwasserstoff-Ammoniak, das in 
jeder Apotheke billig zu haben ist. Die so behandelte 
Schrift erscheint sofort schwarz und völlig leserlich. 
Auf Pergament erhält sich diese Schwärze, auf Papier¬ 
manuskripten dagegen verbleicht die Farbe mit der Zeit 
wieder. 

— f Gute Setzer. Das »Printers Register« enthält eine 
unter allen Umständen zutreffende Betrachtung über den 
Wert guter Setzer. Es wird darüber gesagt: »ln unserer 
so lesedurstigen Zeit wird der intelligente und nachdenkende 
Leser von Büchern und Zeitungen ohne Zweifel seine 
Aufmerksamkeit auch der Beschäftigung des Schriftsetzers 
zugewendet und gefunden haben, dass sie einen nicht 
geringen Grad von physischer Kraft und Ausdauer 
erfordert, vor allem scharfe Augen, flinke Finger und 
überhaupt eine kräftige, körperliche Organisation, um die 
meist einförmige, aber lange andauernde Arbeit des Setzens 
aushalten zu können. Stundenlang stramm vor dem Kasten 
stehen und emsig Buchstaben aus Kastenfächern picken, 
aller halben Minuten vom Manuskript einen Satz ablesen. 
taugt nicht für schwächliche Naturen. Ausser guter Seh¬ 
kraft, festen Nerven und zähen Muskeln muss ein Setzer 
wie er sein soll, auch eine gewisse intellektuelle Bildung 
besitzen, die sich über das bei Arbeitern im allgemeinen 
vorherrschende Niveau erhebt. Kenntnis der toten Sprachen 
wird nicht von ihm verlangt, oberflächliche Bekanntschaft 


370 


mit den neuern ist auch nicht unbedingt nötig, sofern er 
nicht in diesen Sprachen ständig beschäftigt ist; dagegen 
ist volles Verständnis der Grammatik der eignen Mutter¬ 
sprache unerlässlich, ebenso muss er in der Orthographie 
und der richtigen Inlerpunktierung Meister sein. Mangelt 
cs in diesem Punkte, so mag er lieber einen anderen Beruf 
ergreifen, ln letzterer Beziehung sind nicht alle Schrift¬ 
steller taktfest und verlassen sich auf den Setzer und 
den Korrektor«. 

— Statistik der deutschen Buchdruckereien. Die Buch- 
drucker-Berufsgcnossenschaft hat im Jahre 1888 durch ihre 
Beauftragten eine Besichtigung sämtlicher zur Genossen¬ 
schaft gehörigen Betriebe vornehmen lassen, deren Ergebnisse 
in einem umfangreichen Berichte niedergelegt sind und sich 
nach der »Papier-Zeitung« in der Hauptsache wie folgt 
stellen: Die deutsche Buchdrucker-Berufsgenossenscliaft 
umfasst etwa 4000 Betriebe mit etwa 580(10 versicherten 
Personen, so dass von je 1000 Einwohnern des deutschen 
Reiches mindestens eine dem Buclulruckgewerbe angehört. 
Hilter den 58000 Personen belinden sich 15 Proz. Mädchen 
und Frauen und 14 Proz. jugendliche, unter 10 Jahre alte 
Personen. Sieht man näher zu, wie diese Gruppen sich 
auf die einzelnen Orte und Ortskategorien verteilen, so 
ergibt sich, dass in den kleinen Städten und auf dem 
Lande erheblich mehr jugendliche Arbeiter beschäftigt 
werden, als in grösseren Städten. So beträgt der Anteil 
der Jugendlichen in den Hauptsitzen der Buchdruckerkunsl 
(Berlin, Breslau, Dresden. Frankfurt a. M.. Halle. Hannover, 
Hamburg. Königsberg i. Pr., Leipzig, Magdeburg, München 
und Stuttgart) durchschnittlich nur 10 Proz. Eine Ausnahme 
macht nur Köln mit 22 Proz. jugendlichen Arbeitern; 
dagegen beschäftigen Hamburg und Hannover nur 8 Proz., 
Königsberg nur 4 Proz. jugendlicher Arbeiter. Abweichend 
von der Verteilung der letzteren werden in den grossen 
Städten mehr weibliche Personen beschäftigt als auf dem 
Lande, in den obengenannten Hauptdruckorten z. B. durch¬ 
schnittlich 20 Proz. Die meisten Mädchen und Frauen 
beschäftigen Leipzig (27 Proz.). Dresden (26 Proz.) und 
Hannover (25 Proz.), die wenigsten Frauen sind in Frank¬ 
furt a, M (10 Proz.) und in Breslau (8 Proz.) thätig. 
Letzteres ist um so auffälliger, als der Anteil des weib¬ 
lichen Geschlechts an der Erwerbsthätigkeit in Breslau 
im allgemeinen grösser ist. als in irgend einer anderen 
deutschen Grossstadt. Teilt man die im Buchdruck 
beschäftigten Personen in solche, welche an Maschinen 
arbeiten und in solche, welche nicht an Maschinen arbeiten, 
ein, so entfallen auf die erste Gruppe 39, auf die zweite 
öl Proz., in den GrosssLädten 40 bezw. HO Proz. Am 
meisten Handarbeit findet sich in Königsberg (70 Proz.). 
am meisten Maschinenarbeit in Leipzig (45 Froz.) und 
Dresden (43 Proz.); Stuttgart und Berlin zeigen wieder 
mittlere Verhältnisse. Bei einem Vergleiche zwischen der 
Gesamtbevölkerung und den Buchdruckern in den einzelnen 
Grossstädten ergibt sich, dass Leipzig die an Buchdruckern 
reichste deutsche Grossstadt ist. Sie zählt 5854 Personen, 
welche im Buchdruck oder seinen Nebenbetrieben beschäftigt 
sind; auf 3t) Einwohner kommt schon immer ein Glied der 
Buchdruckerfamilie. Nächst Leipzig weisen Hannover, 
Frankfurt a. M. und Stuttgart den grössten Prozentsatz an 
Buchdruckern auf. Berlin mit seinen I'/» Millionen Ein¬ 
wohnern beschäftigt im fraglichen Gewerbe 7149 Personen; 
hier kommt also auf etwa 200 Personen erst ein Buch¬ 
drucker. Den geringsten Anteil an der Gesamtbevölkerung 
haben die Buchdrucker in Köln und Königsberg i. Pr. 


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377 


Mannigfaltiges. 


378 


— t Die periodische Fresse in Paris. Unter den in der 
Pariser Ausstellung veröffentlichten zahlreichen Statistiken 
befindet sich auch eine über den Stand der periodischen 
Presse aller Länder. Ob sie durchaus zuverlässig ist. 
steht dabin. wenigstens in Rezug auf ausserfranzüsische 
Länder. Das »Bulletin de l’Imprimerie« glaubt sicherer zu 
geben, dem von Mernnet alljährlich herausgegebenen Journal- 
Adressbuch für 188!) zu folgen, das nach offiziellen Grund¬ 
lagen bearbeitet ist und aus welchem sie einen Auszug 
der Pariser periodischen Presse gibt. Am 1. Januar belief 
sich die Zahl der in Paris erscheinenden Journale jedweder 
Gattung auf 1746. 1888 waren 665 neue Journale gegründet 
worden, aber 2!)3 von ihnen überlebten das erste Jahr 
ihrer Geburt nicht, die übrigen 372 waren noch im Katalog 
von 1883 verzeichnet. Von den bestehenden 17-46 zählten 
781 wenigstens 10 Altersjahre. 171 10 bis 20 Jahre. 176 über 
20 bis 30. 121 über 30 bis 4t), 66 von über 40 bis öO und 
120 über 50 Jahre. Die ältesten Journale sind das »Journal 
general d'affiches* (260 Jahre), »Le Bulletin des lois* 
(102 Jahre), »Le Reyueil des lois et arrets« (100), »Le Journal 
militaire« (100). >I,e Bulletin de laSocicte philomatique« (100) 
»Le Moniteur universel« (100), »Le Journal de l'Ecolc 
polvtechnique* (98). »Le Journal des Dcbats« (01 Jahre). 
Die Klassifikation dieser Journale ist der angegebenen 
Quelle nach folgende: Ackerbau und Gärtnerei 45, Annoncen¬ 
blätter 41, Architektur und öffentliche Arbeiten 27. Arznei¬ 
kunde 6. Bergwesen 8, Bibliographie 33, Buch-, Stein- und 
Kupferdruck 7, Diplomatie 6, Eisenbahnwesen 16, Finanz¬ 
wesen 170, Forstwesen 2. Freimaurerei, Freidenkerei 10, 
Geographie 8. Handel 65. Heerwesen 28, Hciratsvermitt- 
lungen 3, Illustrierte Journale 75, Industrie 45, Litteratur 54. 
Luftschifffahrt 4. Magnetismus 21, Marine 8, Medizin und 
Chirurgie 13!), Moden 69, Musik 15, Papierfabrikation 7, 
Photographie 8, politische Journale grösseren Formats 66. 
dito kleineren Formats 64. politische Ökonomie 14. Rechts- 
wesen 91. Religion, katholische 67, protestantische 21, 
jüdische 2, Revuen, Literarische und politische 89. schöne 
Künste 26. Sport 29, Stenographie 12, Technologie 44. 
Theater 22, Unterrichts- und Erziehungswesen 65. Ver¬ 
sicherungswesen 17. Verwaltungswesen 34, Weinbau 12, 
Wissenschaften 70, Journale, welche sich nicht unter 
bestimmte Fächer bringen lassen 138. 

— Die Smifthsche Fadenheftmaschine. In Leipziger 
Ruchbindereien sind gegenwärtig einige von der Firma 
Kracht & Kerndt eingeführte amerikanische Fadenheft- 
maschinen in Betrieb, deren Leistungsfähigkeit gegenüber 
der Handarbeit auf das denkbar höchste Mass erhoben ist. 
Sie heften auf zwei bis fünf Bände (auch auf Gaze) mit 
Zwirn in der Stunde bis 2000 Bogen ohne Einsägen bei 
einfacher Bedienung und Handhabung. Die Konstruktion 
der Maschine ist eine sehr sinnreiche. Links von der 
Maschine belindet sich ein Apparat mit vier Armen. Auf 
den zunächst sich darbietenden Arin wird der zu heftende 
Bogen aufgehängt, worauf derselbe sich dreht, den Bogen 
dem Heftapparat zuführt und sofort wieder herunter kommt. 
Bei jedesmaligem Aufsleigen der Arme werden, um den 
Eingang und den Ausgang der lleftnadeln zu erleichtern, 
kleine Löcher durch Stifte in die Bogen gestochen und 
zwar von der inneren Seite derselben nach aussen. Ein 
ungemein sinnreich erdachtes Nadelwerk lässt nun von 
oben die bogenförmig gestalteten Nadeln, welche den Faden 
führen, in die entstandenen Löcher greifen und den Bogen 
auf die darüber hingleiteuden Ränder mit doppeltem Faden 
fcstnähen. Die Schlingenhalter empfangen dann eine seit¬ 


liche Bewegung zur Befestigung des Fadens und diese 
Bewegung ist so verstellbar, dass die Bücher je nach 
Bedarf fest oder lose geheftet werden können. Das Format 
der Bücher spielt hierbei keine Bolle. Die Heftung lässt 
sich für alle Formate zwischen 16” und gross 8° verwenden. 


Briefkasten. 

Herrn A. Q„ Düren. Es ist eine recht gut gelungene Arbeit; nuih 
<ier Druck lässt nichts zu wünschen übrig. — Herrn lt. W., OfTenbaeh. 
Wir sind überrascht. Sic jetzt als Leiter jener Druckerei zu linden. 
Dio gesandten Arbeiten gefallen uns sehr; der Satz, ist vortrefflich und 
hinsichtlich des Druckes scheinen Sie unseren Rath befolgt und »ich 
mehr zur Anwendung kräftigerer und wirksamerer Farbentöne ent¬ 
schlossen zu haben. Ihre jetzigen Arbeiten werden ihnen den Beweis 
liefern, dass wir mit unserem Rat recht hatten. Lassen Sie aurh weiter 
von sich hören, wir werden Ihre Sendungen stets mit Freuden begrüssen. 
— Herrn C. B., Berlin. Ycrz.eihen Sie. wenn wir in dieser Frage nicht 
Ihrer Meinung sind. Sechsundzwanzigjährige Erfahrungen und Erfolge 
geben uns wohl das Hecht, anzunehmen, dass wir auf dem rechten 
Wege sind, wenn wir unsere Droben so ausstatten, wie bisher, nicht 
aber ausschliesslich nur komplizierte und gekünstelte, in vielen 
Farbon gedruckte Arbeiten bringen. Wie der Magen nicht lange ver¬ 
tragen kann, wenn man ihm tagtäglich nur Zuckerbrot bietet, so würden 
unsere zahlreichen Abonnenten, besonders jene in der Provinz, es bald 
satt haben, immer nur solche gekünstelte, zumeist doch nur skizzen¬ 
haft gehaltene Arbeiten zu linden, wie man sie wohl auf Schriftproben 
bringt, d. h. indem man den selbstgemachten Text und die Orno- 
menticrung so wählt, dass die betreffenden Novitäten in dasvorteil- 
hallest« Licht gestellt werden. Das ist der Zweck des Archiv nicht; 
wir wollen zur Hauptsache Arbeiten bringen, die mit ücschmack und 
nach den Regeln der Kunst gesetzt, der Praxis entnommen sind 
also auch für die Praxis verwertet werden können. Diesen 
Zweck haben wir mit jedem Jahr mehr zu erreichen gesucht und ver¬ 
danken cs der Beihilfe renommierter Offizinen wie der Unterstützung 
einzelner befähigter Accidcnzsolzer, dass uns dies gewiss in bester 
Weise gelungen ist. In unserem Archiv ist demnach nicht nur unser 
individueller, einseitiger Geschmack vertreten, sondern der der besten 
Ofiizinon nnd ihrer Accidenzsetzor und diesem Umstande glauben wir 
es zur Hauptsache zuzuschreiben, dass das Archiv jene Beliebtheit 
erlangte, deren cs sich erfreut. 


Inhalt des n. Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruekprcssen. — Einiges aus der Draxis 
und für die Praxis. — SchriCtprobensehau. — Satz und Druck unserer 
Probeblätter. — Bezugsquellen. — Zeitschriften und Büeberschau. — 
Mannigfaltiges. — Annoncen. — Aecldenzmuster im Text: i Vignetten. / 
1 Programm, 1 Karte. - Beilagen: 1 Blatt Umschlag und Adrcsskartej/ 

— 1 Blatt Umschlag.!^- 1 Blatt Zirkular 1 Blatt Schriftprobe von 
Wilhelm Woellmers Schriftgiesserei.^-^1 Blatt Vignetten von Wilhelm 
Gronaus Schriftgiesserei. j/ 

Das Heft enthält im Ganzen 5 Beilagen. Für das Beiliegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen : In 12 Mo mit 8 h eften. (Heft 8 und 9 stets als Doppelheft) Jedesmal in 
der ersten MonuUwoche. flHF* Für komplette Lieferung, insbesondere voll¬ 
ständige Belingen, kann nur den vor Erscueinen des 2. Heftes ganzjährig Abon¬ 
nierenden gummiert worden. 

Bezugsquelle. Jede Buchhandlung; aurh illrokt vom Verleger unter Kreuzband. 

Prela : M. 12,—, unter Kreuzband direkt M. 12,50 nach ftussordeufcschen Ländern 
M. 11,10. Nach komplettem Krne heinen Preis pro Baud M. 15,— exkl. Porte. 

Annoncen: Preis pro Pellt zelle 25, zweisp. 50, dreisp. 75 Pf. Bei häufiger 
■Wiederholung Dubait. Kostenanschläge sofort. Ik-trüce vor Abdruck zu 
zahlen, umlernfulls 25 Pf. Kxxmgebühr. Als Beleg dienen Ausschnitte. 
Beleghefto, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. 1,50—2.50 

Belingen: Quartbhitt M. 20. innfanjnvichcrcje nach Gewicht M.25 etc. Aull. 1050. 

Novitäten Ui Orlglnal.guss Huden Anwendung im Text und auf den MusterblRtteni 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, du*s diesellteii als Entschädigung 
fflr die durch die Aufnahme erwachsenden .Mühen «ml Kosten Eigentum des 
Verlegers bleiben. Giessenden, welche dies nicht wünschen, wollen sich 
Ix-sonders mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten gelten wir ab, liefern auchTarbeij, 
Bronzen. Papiere etc., wie wir solche benutzten; von allen Diplomen hauen 
wir Bhuikovordrucko am Lager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessenden liefern wir zu Orlginalprelseiu 


Textschrifl von Ben). Krebs Naclif., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisert, Stuttgart. Überschriften von Ern 11 Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
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auf einer Schnellpresse von Klein, Korst & Bolm Nncbf., Johannisberg n. Rh, 


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im Oktober vorigen Jahres gelieferten 
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hat derselbe keine Veranlassung zu irgend 
einer Klage gegeben. Ich arbeite mit 
verhältnismässig wenig Ausschuss; die 
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In dieser Beigabe zu dem alljährlich vom Börsenverein der Deutschen 
Buchhändler zu Leipzig amtlich herausgegebenen Adressbuche finden Anzeigen 
und Beilagen aller mit dem Buchhandel arbeitenden Geschäfte vvillkommene 
Aufnahme. 

Inserate und Beilagen sind liier von nachhaltigster Wirkung, da 

das Adressbuch für alle Buch-, Kunst- und Musikalienhandlungen Deutschlands 
und des Auslandes ein unentbehrliches, täglich vielfach gebrauchtes Nach- 

schlagebuch ist. 

Näheres in dem soeben ausgegebenen Rundschreiben, das wir zu ver¬ 
langen bitten. 

Leipzig, Ende September 1889. Geschäftsstelle 

1'futsches Buchhämllerhaus. 

des Börsenvereins der Dentschen Buchhändler. 



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kerkunst. 26. Bund. Verlag von AleiP^ij f^(do^,"P^iflj[ (J|\||VER5ITY 















































































































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Nn. Archiv für Bucbdruekerkunst. 26 . Band. Druck und Verlag von Alexander Waldow, 






















































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4-xterbuvcl) geftatte id) mir, Seiten 
ergebenft mit^utijcilcn, baft id) am heutigen 
Sage meine 


Üil'eui)auMnn() 


non ber öatjnfyofftrafte Tio. 12 nad) ber 

^ranffurter Straße 25 

»erlegt ijabe. 

3>d) bitte Sie, mir 3tjre.gefl. Hufträgc 
aud) fernerhin jufüfjren ,yt wollen; bereu 
forgfältigfte Huöfiitjrung werbe id) mir 
angelegen fein laffen. 


tiodjadjtun^AiH'll 


(ßuftar» IVraer 


























































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No 1048 — 1056. 


Blatt No. 301. 


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Itcuc ucrjicrtc ÖUut}lci mit Jifcnt. 


No. 1048. Petit (corps 8). Min. 5 Ko., tt Ko. M. 10,—. 
goßdjiitt $nflrtil cgonftattfiiioper Sgicmcit S$J[(jcCm 
jliiißolplj uon ^nüsDiirij’s Jgieg iilier $öiiig jJMiofutr non igöljmcii 
Sgdjidifale &ct §cutfdKit in jUrüfiluii 


No. 1049. Corpus (corps 10). Min. 6 Ko,, ä Ko. M. 9,60. 

J^mi&enfaumd JlXeco ^in 5 et|iimtncn 
jJXicöerfrttjcit 3$ßet ^ticgcrScnfitmtl f§ein SJnltcrlicttcii 
^ammerfcffionen ^ejluerfainmtung 


No. 1050. Cicero (corps 12). Min. 6 Ko., ä Ko. M. 9, —. 


No. 1051. Mittel (corps 14). Min. 7 Ko., ä Ko. M. 8,60. 


ifrtrn&cmurfdi f tommelfdjlag föagenrampe ^ictjctlironcn gto|Rreu^ ^ilttjcsaugen 

Hanäetsmann J$ufid)tfcn&uttg Jjtmnettfdjfadjf f|rie<jen$<jtodieu 


No. 1052. Tertia (corps 16). Min. 8 Ko., ä Ko. M. 8,50. 


ÜJo&eu ger|eid)iti| 4$9 ^onnaßenö^ac^miffag 170 ||c<jen$&ut:<j §§ä 16 et 


No. 1053. Text (corps 20). Min. 10 Ko., ä Ko. M. 8, —. 


Harterufe ffrie Hagetroefm Han 6 i>ferecf|f *|teÖ J$n&ettutcf) 

No. 1054. Doppelcicero (corps 24). Min. 10 Ko., ü Ko. M. 7,60. 

gfmfeit Heidin liormaunettBefÖ Regent ffptifair 


No. 1055. Doppelmittel (corps 28). Min. 12 Ko., ä Ko. M. 7,50. 




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Winter. 


No. 3596. M. 2.50. 

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PRINCETON UNIVERS 





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er XXVI. Band des Archiv schliesst mit dem vorliegenden Hefte. 
In der Hoffnung, dass wir auch für den neuen XXVII. Band auf 
die Unterstützung aller alten Freunde und Gönner unseres Blattes 
rechnen dürfen, ersuchen wir dieselben, ihre Bestellungen auf 
beiliegendem Abonnementsschein rechtzeitig bei den bekannten 
Bezugsquellen oder bei unserer Expedition aufgeben zu wollen. Nur so sind 
wir in der Lage, die Fortsetzung pünktlich liefern zu können. 

Wir glauben, dass es nach 26jährigem Erscheinen nicht erst der Versicher¬ 
ung unsererseits bedarf, dem Archiv nach wie vor die grösste Sorgfalt widmen zu 
wollen. Wie immer, werden wir dem textlichen Teil wie den zahlreichen 
Beilagen unsere ganze Aufmerksamkeit schenken, so dass das Archiv den alten 
Ruf, eine Quelle gediegener Belehrung und gediegener, brauchbarer Vorlagen 
zu sein, bestens behaupten wird. 

Den Offizinen, welche uns durch Lieferung schöner Beilagen für den 
XXVI. Band erfreuten, den Giessereien, welche uns mit neuen und gediegenen 
Schriften und Einfassungen, wie mit wertvollen Schriftproben versahen, und 
den zahlreichen Mitarbeitern sagen wir verbindlichsten Dank für die Unter¬ 
stützung unseres Unternehmens, auch ferner um das gleiche Wohlwollen bittend. 


Leipzig, November 1889, 


Die Redaktion des Archiv für Buchdruckerkunst. 


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391 


Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


Der Buntdruck auf Buehdruekpressen 

von 

Alexander Waldow. 

(Fortsetzung.) 

12 . Das Drucken auf der Schnellpresse. 

ezüglich des Buntdrucks auf der Maschine 
ist im wesentlichen gleichfalls alles Das zu 
beachten, was wir vorstehend angaben. 
Dass natürlich die Form anders geschlossen, doch 
aber nicht anders justiert wird, wie an der Presse, 
versteht sich von selbst. Härtere Walzen sind eben¬ 
falls zu empfehlen, desgleichen die Benutzung mehre¬ 
rer Punkturen in 
der Form (s. Seite 
1358) beim ersten 
Druck. so dass 
man event. in der 
Lage ist, für jede 
folgende Form und 
Farbe ein eigenes 
Punkturloch zu 
benutzen. 

Bei kompli¬ 
ziertem Farben¬ 
druck wird das 
Einlegen in drei 
oder vier Punk¬ 
turen gleichfalls 
geraten und auch 
zu ermöglichen 
sein, wenn der 
Gang der Maschine angemessen langsamer ge¬ 
regelt wird, damit dem Punktierer Zeit zu dieser um¬ 
ständlicheren, dafür aber sehr sicheren Manipulation 
bleibt. 

Beim Druck kleinerer Auflagen und insbesondere 
bei Formen, welche nicht vieler Farbe bedürfen, ist 
es weit vorteilhafter, den Farbekasten garnicht zu 
benutzen, man reinigt dann nur die Auftragwalzen, 
den grossen Farbezilinder, die Reiber und event. auch 
den Heber, reibt, diesen, oder wenn die Feinheit der 
Farbe und die Zusammensetzung der Form seine 
Mithilfe unnötig machen, nur einen Reiber tüchtig 
auf dem Farbestein mit Farbe ein und lässt die 
Maschine dann so lange laufen, bis auch der grosse 
Farbezilinder mit Farbe versehen ist. Benutzt man 
den Heber ohne den Farbekasten und Duktor zum 
Farbendruck, so ist natürlich nötig, dass man ihn 
ahsteilt, also nicht an den Duktor angehen lässt. 
Wenn die später einzuhebende Form vieler Farbe 
bedarf, so wird man den Reiber vielleicht zweimal 


392 


und zwar etwas reicldieh einreiben müssen, um dem 
grossen Zilinder genügende Farbe zuzuführen, oder 
aber, man wird mittelst einer Ziehklinge direkt einen 
Streifen Farbe auf diesen Zilinder auftragen müssen. 
Ist genügend verriebene Farbe auf demselben vor¬ 
handen. so setzt mau die Auftragwalzen ein und 
reibt auch sie angemessen mit Farbe ein. Dieses 
Verfahren hat übrigens noch einen ganz besondern 
Vorteil: es gestattet die Benutzung weit stärkerer 
Farben, als wenn man den Farbekasten nebst Duk¬ 
tor mitwirken lässt. Kommt beim Schwarzdruck 
schon viel auf die Stellung der Auftragwalzen an, 
um einen guten Druck zu erlangen, so ist dies beim 
Buntdruck noch weit mehr Bedingung, besonders 

wenn man zarte 
Schriften und zart 
gemusterte, ins¬ 
besondere guillo- 
chierte Platten 
druckt; stehen in 
diesem Fall die 
Walzen zu tief, 
so schmieren sie 
alle die seichlern 
Vertiefungen der 
Form sehr bald 
voll und man hat 
fortwährend zu 
reinigen; sonach 
darf der Stand der 
Walzen weder ein 
zu tiefer, noch 
aber ein zu hoher 
sein. Nur glatte, volle Flächen erlauben eine Aus¬ 
nahme von dieser Regel: bei ihnen dürfen die Wal¬ 
zen fester aufliegen, also tiefer stehen, damit sie die 
vollen Flächen der Form besser decken. 

Das zu dem grossen Farbezilinder verwendete 
Material bietet mitunter Hindernisse beim Druck ge¬ 
wisser Farben. Die Messingzilinder z. B. lassen ein 
Zinnoberrot nie in seiner ganzen Frische erscheinen, 
es nimmt vielmehr leicht einen bräunlichen Ton an. 
Abhilfe schafft in diesem Fall das vollständige und 
saubere Reinigen des Farbezilinders und das gleich- 
mässige Überziehen desselben mit einem feinen Lack. 
Gründliche Abhilfe schafft, wenn man die Mühe des 
Herausnehmens des Zilinders aus der Maschine und 
die Kosten nicht scheut, das Vernickeln oder Ver¬ 
stohlen solcher Zilinder. Dieses Vernickeln muss 
natürlich entsprechend stark bewerkstelligt werden, 
da ein schwacher Überzug durch das häutige Waschen 
leicht beeinträchtigt wird. Manche behaupten, dass 
wiederum Eisenzilinder, die entschieden praktischer 




Ornamente von Julius Klinkhardt, Schrift von der Scliriftgiesserei Flinseli, 
Initial von Tlcnj. Krebs Naehf. 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


391 


393 


als Messingzilinder sind, Karmin trüben sollen; 
Verfasser dieses hat eine gleiche Bemerkung noch 
nicht gemacht. In gleicher Weise, wie mit dem 
messingenen Farbezilinder, hat man Not mit gal¬ 
vanisierten Platten, da auch das Kupfer durch Zin¬ 
nober zersetzt wird und der Farbe dann ihr gutes 
Aussehen benimmt. Diesem Vorkommen wird jedoch 
neuerdings durch das Verstohlen der Galvanos voll¬ 
ständig vorgebeugt. Besser noch ist, anstatt des Zin¬ 
nobers eine der Farben zu nehmen, welche neuer¬ 
dings als Ersatz für diese schwere, weniger leicht 
druckbare Farbe fabriziert worden sind. Man um¬ 
geht auf diese Weise alle Schwierigkeiten und druckt 
noch dazu mit ausgiebigerer, daher meist billigerer 
Farbe. Was die 
Konstruktion des 
gesamten Farbe¬ 
apparates einer 
Schnellpresse be¬ 
trifft, die man zum 
Buntdruck be¬ 
nutzen will, so 
ist bei den Zi- 
f/nderfärbungs- 
maschinen nur ein 
sogenanntes dop¬ 
peltest übersetztes) 

Farbewerk, resp. 
ein Farbewerk mit 
vier Auftragwal¬ 
zen und entspre¬ 
chenden Reibern 
mit Vorteil zu be¬ 
nutzen, denn das einfache Farbewerk vermag die 
meisten Farben nicht genügend zu verarbeiten, be¬ 
sonders dann, wenn man den Farbekasten benutzt 
und die Farbe durch den Heber vom Duktor ab¬ 
nehmen lässt. Der Streifen Farbe nämlich, welcher 
vom Heber entnommen wird, kommt direkt auf den 
grossen Farbezilinder und wird liier nur ungenügend 
durch die eine oder die zwei Reibwalzen verarbeitet. 
Folge davon ist, dass die Farbe nicht genug ver¬ 
rieben und meist streifenweis auf die Auftragwalzen 
und auf die Form gelangt und so einen gleichmässi- 
gen Druck unmöglich macht. Bei den doppelten 
Farbewerken hat die Farbe einen viel weiteren Weg 
zu machen, w r eit mehr Walzen zu passieren, bis sie 
auf die Form gelangt, sie wird demnach weit feiner 
verrieben und gleichmässiger verteilt. 

Auch bei doppelten Farbewerken muss man 
bei sehr grossen, vollen Flächen, z. B. grossen glatten 
Tonplatten, ein ganz eigenes Verfahren einschlagen, 
um streifig erscheinenden Druck, hervorgebracht 


durch das streifenweis slattfindende Abnehmen der 
Farbe durch den Heber, zu verhindern; jedesmal 
nämlich, w'enn der Heber am Duktor Farbe nimmt, 
muss man den letztem an seinem Handrädchen 
derart umdrehen, dass sich die volle Rundung des 
Hebers mit Farbe überzieht, von ihm also nicht blos 
ein schmaler Streifen Farbe auf die übrigen Walzen 
übertragen ward. Diese Manipulation bat insofern 
manches Schwierige, als man immer am Duktor 
bleiben und gehörig aufpassen muss, dass man den 
Heber stets voll und genügend mit Farbe versieht; 
ist ein Entnehmen der Farbe bei jedem Bogen nicht 
notwendig, so hat man noch dazu so lange den lieber 
abzustellen, bis ein Farbenehmen wieder nötig ist. 

Diese umständ- 
liche Manipulation 
wird natürlich nur 
bei den Maschinen 
älterer Konstruk¬ 
tion nötig sein, die 
neueren Maschi¬ 
nen mit ihren voll¬ 
kommenen F arbe- 
werken, insbeson¬ 
dere ihren zahl¬ 
reichen Reib- und 
Zwischenwalzen, 
bedürfen dieser 
Vorsicht bei der 
Farbengebung 
nicht, vorausge¬ 
setzt, dass an den¬ 
selben überhaupt 
eine Abgabe der vom Heber frisch genommenen 
Farbe zur rechten Zeit vorgesehen und die Ver¬ 
reibung auf sämtlichen Walzen ordentlich bewerk¬ 
stelligt ist, bis die Farbe auf die Auftragwalzen, resp. 
auf die Form kommt. 

Für den Farbendruck auf der Schnellpresse ist 
ferner noch zu empfehlen: Wenn es irgend möglich 
ist, so vermeide man, zwei Exemplare einer Form 
auf den Bogen zu drucken, d. h. man lasse das 
Papier, der besseren Führung durch die Bänder 
wegen, nicht doppelt gross und bedrucke nicht den 
halben vordem und den andern halben hintern Bogen 
mit einem Exemplar, wie man dies meist bei ein¬ 
seitigen Aceidenzarbeiten zu thun pflegt, weil der 
Bogen in diesem Fall bei jeder Farbe noch einmal 
mehr durch die Punkturen gehen muss, was man, 
wenn irgend möglich, bei mehrfarbigem Druck ver¬ 
meidet; auch lässt sich ein kleiner Bogen viel regel¬ 
mässiger punktieren wie ein grösserer, daher auch 
ein w’eit gleichmässigeres Registerhalten ermöglicht 

23 * 



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395 


Der Buntdruck auf Buclidruckpresseti. 


390 


wird. Für derartige Arbeiten ist es allerdings Haupt¬ 
sache. dass ein ruhiger und geschickter Punktieret’ 
das Einlegen besorgt, denn eine unruhige Hand kann 
einen grossem Teil der Auflage unbrauchbar, zum 
mindestens aber mangelhaft in Bezug auf das In¬ 
einanderpassen der Farben machen. 

Es sei an dieser Stelle noch die Art und Weise 
erwähnt, wie man auf 
einfachen Maschinen 
zwei Farben zu gleicher 
Zeit drucken kann. 

Ohne Zweifel kann 
man zicei Farben mit 
weniger Umständen und 
Kosten auf einer ein- 
fachen Maschine wie auf 
einer Zweifarbenma¬ 
schine hersteilen, wenn 
die erstere nur ein dop¬ 
pelt so grosses Format 
druckt, wie die be¬ 
treffende Arbeit erfor¬ 
dert, wenn sie ein gutes 
Farbewerk besitzt und 
wenn endlich auch ein 
entsprechend grosses 
Papier zur Verfügung 
sieht. Maschinen. wel¬ 
che zum doppelten An¬ 
legen eingerichtet sind, 
dürften in diesem Falle 
insofern von besonde¬ 
rem Vorteil sein, als 
man dann geteiltes Pa¬ 
pier anlegen lassen und 
sich dadurch ein noch 
besseres Stehen des 
Registers sichern kann, 
als wie bei doppelt so 
grossem Papier, das ein 
Anleger anlegen und 
punktieren muss. (S. d. oben stehende Bemerkung 
über das Anlegen resp. Drucken grosser Bogen auf 
Vorder- und Rückseite.) 

Beim doppelten Anlegen werden die beiden 
Sätze in gleicher Richtung geschlossen, also eventuell 
beide Köpfe oder beide Fassenden der Formen gegen 
die Walzen, im zweiten Fall, d. h. wenn man mit 
einem Anleger Papier von doppeltem Format ver¬ 
druckt, müssen sie selbstverständlich voneinander 
entgegengesetzt geschlossen werden, d. h. eventuell 
von der einen Form der Kopf, von der andern der 
Fuss gegen die Walzen, da das Papier beim zweiten 


Druck umdreht wird. In manchen Fällen wird das 
letztere Verfahren allerdings Umstände bereiten; ist 
das Format der Arbeit ein sehr grosses, so wird sich 
das umfangreiche Papier schwer so exakt anlegen 
lassen, dass das Register genau steht; die geringste 
Verzerrung des Bogens beim Einlegen in die obere 
bewegliche Punktur zieht eine Differenz im Register 

nach sich und je höher 
das Papier, desto grösser 
wird dieselbe an den 
obern äusseren Rän¬ 
dern sein. Es gibt auch 
hiergegen ein Mittel; 
dies besteht darin, dass 
man oben und unten in 
zwei Punkturen einlegen 
lässt; freilich sind für 
diesen Zweck die früher 
erwähnten, eigenen 
Punkturen nötig, und 
muss der Gang der 
Maschine ein langsame¬ 
rer sein, da sich erklär¬ 
licher Weise das Ein¬ 
legen in vier Spitzen 
nicht so leicht bewerk¬ 
stelligen lässt, wie das 
in nur zwei. 

Man benutzt, nach¬ 
dem man beim ersten 
Druck vorn und hinten 
je zwei gewöhnliche 
oderFriebelscheSchlag- 
punkturen in die Form 
gesetzt hat, für die 
weiteren Formen, resp. 
Farben mitVorteil Punk¬ 
turen, auf deren oberer, 
viereckiger, zum Fassen 
des Schlüssels bestimm¬ 
ter Fläche (welche in die¬ 
sem Fall angemessen vergrüssert ist und mittelst einer 
Zange gefasst werden kann, wenn die Punktur ein¬ 
geschraubt werden soll) zwei Spitzen angebracht sind 
und die dann auf dem Zilinder so eingeschraubt 
werden können, dass die Spitzen neben, eventuell 
auch hintereinander stehen können, je nachdem man 
die Punktur dreht. Praktischer noch ist eine solche 
Punktur zum Aufkleben, wie sie ja auch von Friebel 
seinen Schlagpunkturen beigegeben werden. 

Ganz dieselbe Einrichtung, die natürlich in Be¬ 
zug auf den Abstand der Spitzen genau mit den durch 
die erste Form vorgestochenen Löchern überein- 



Vignette und Schrift von der Sehriftgicsscrei Flinsch. 


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Der Buntdruck auf Buchdruckpressen. 


398 


397 


stimmen muss, erhält die obere bewegliche Punktur. 
Durch diese Doppelpunkturen ist dem Bogen eine 
weit festere und genauere Lage gesichert, wie durch 
zwei einfache Punkturen; es ist demnach dem Ver¬ 
ziehen des Bogens seitens des Einlegers so ziemlich 
vorgebeugt, wenn man genau darauf achtet, dass sich 
die bewegliche Punktur leicht aus dem Bogen heraus¬ 
zieht, ohne ihn nachträglich zu verschieben. Auch 
ist es unter allen Umständen geraten, den Bogen so 
lange zu halten, bis sich die Greifer geschlossen 


Form einzusetzenden oder die in den Mittelsteg ein¬ 
zuschraubenden Punkturen vorzuziehen. 

Wenn vorhin gesagt wurde, das Umdrehen eines 
grossen Bogens bringe Schwierigkeiten mit sich, so 
bezieht sieh dies auch auf die zu erzielenden Farben- 
nüancen der Mischfarben. Es ist nämlich, wie wir 
bereits früher bemerkten, in vielen Fällen durchaus 
nicht gleichmütig, ob man z. B., um Grün zu erzielen. 
Gelb auf Blau oder Blau auf Gelb druckt; bei Be¬ 
nutzung grosser Bogen würde durch das Umdrehen 



Vignette von P. Leutemann, Ranken von Benj. Krebs Nacht., Ornamente and Name von J. G. Scheiter & Giesccke, 
Hauptzeile und Zug von der Schriftgiesserei Flinsch. 


haben, ln vielen Fällen genügt auch schon das Ein¬ 
legen des Bogens oben an der beweglichen Punktur 
in zwei Spitzen , weil hier oben der Bogen am meisten 
dem Verziehen durch die Hand des Punktierers aus¬ 
gesetzt ist; die vordere Punktur ist als Doppelpunktur 
weit weniger nötig. 

Es versteht sich von selbst, dass wenn man bei 
der ersten Form überhaupt Punkturen in den Zilindcr 
setzt, man auch hinten im Zilinder und zwar in ganz 
gleichem Abstande vom Rande des Papiers, wie vorn, 
eine Doppelpunktur einzuschrauben hat und dass 
man, wenn für diese Punktur ein passendes Loch 
dort nicht vorhanden, eine Doppelpunktur zum Auf¬ 
kleben oder eine sogenannte Schlitspunktur benutzen 
muss. Diesen Punkturen sind jedoch, wie früher 
erwähnt, für den ersten Druck bei Weitem die in die 


wenigstens bei der einen Hälfte der Auflage eine von 
der andern abweichende Nüancierung des Grün ein- 
treten, und das dürfte in vielen Fällen ein Hindernis 
sein. Bei doppeltem Einlegen dagegen ist dieser Übel¬ 
stand zu vermeiden, wenn man wenigstens eine 
Anzahl Drucke der zuerst zu druckenden Farbe 
abzieht und dann erst mit dem Aufdruck der andern 
beginnt; freilich muss in diesem Falle Jemand zur 
Hand sein, der die Stösse von dem Auslegetische 
wegnimmt und dem zweiten Einleger zustellt. Zur 
Sicherung eines guten Registers kann auch beim 
doppelten Einlegen die vorhin erklärte Punkturen- 
vorrichtung benutzt werden. 

iForsetzung folgt.) 


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Pappetypen für besondere Fälle. — Prämiierungs-Bericht, 


tW'.l 


Pappetypen für besondere Fälle. 

»Printers Register« beschreibt ein Buch- 
drucker, wie er sich in Fällen, wo besondere 
Typenzeichen. welche nicht vorrätig sind und über¬ 
haupt nicht vorrätig sein können, fehlten, geholfen, 
um sie ohne besondere Schwierigkeiten herzustellen. 
Er hatte einen Anschlagzettel zu drucken, in welchem 
das Zeichen 1(die gewöhnliche englische Abbrevia¬ 
tur für 1 Pfd Sterling) in der Grösse vorkam, dass sie 
die Höhe von zirka H Cicero einnahm. Um das Zeichen 


•ion 


da wiederholt wird, so ist die Dauer unendlich. 
Nachdem der erste Versuch befriedigend ausgefallen, 
kam er gelegentlich mehrmals zur Anwendung. 

Nach diesem Verfahren können Initiale. Orna¬ 
mente oder Schriftzeichen von ungewöhnlicher 
Grösse, bei denen kein grosses Kunstgeschick ver¬ 
langt wird, schnell und wohlfeil hergestellt werden. 

Beim Firnissen ist darauf zu sehen, dass alle 
blossliegenden Pappepartien davon betroffen werden. 


\_____V) 



Vignette von P. Leutemann, Schrift von Ludwig Mayer. 


herzustellen, machte er einen Versuch mit einem 
entsprechend grossen Stück etwa Cicero dicker 
Strohpappe, auf welche das Zeichen mit Bleistift 
vorgezeichnet wurde. Das Ausschneiden geschah 
mit einem sehr scharfen Schuhmacherkneif bis in 
die Hälfte der Pappendicke. Die übrige Pappe wurde 
mittelst eines Meisseis und Hammers rundrum abge- 
stossen und dann mit einem Hohlmeissei geglättet. 

Das Pappezeichen wurde mit Zwecken mit 
(lachen Köpfen auf einen so hohen Holzklotz genagelt, 
dass das Ganze Schrifthöhe ausmachte. Etwaige Un¬ 
ebenheiten auf der Oberfläche wurden mit Wachs 
ausgeglichen, worauf ein Anstrich mit einer starken 
Schelllacklösung, der auch auf die Seitenränder aus¬ 
gedehnt wurde, erfolgte. Die Auflage betrug 300 und 
nach dem Ausdrucken zeigte das Zeichen nicht die 
geringste Spur von Abnutzung. Es würde Tausende 
ausgehalten haben und wenn das Firnissen hier und 


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Prämiierungs-Bericht 

von der Industrie- und Gewerbeausstellung¬ 
in Hamburg. 

Jieit it* PhiUppi , höchste Auszeichnung. Gol¬ 
dene Medaille für chemische Produkte, bunte und 
schwarze Druckfarben, Walzenmasse »Hammonia«, 
Firnisse elc. 

fräst. JJiedrich Co., Silberne Medaille 
für korrekte, saubere und geschmackvolle Ausführ¬ 
ung verschiedenster Accidenzarbeiten in Salz und 
Druck. 

Dazu als Nebenpreis: M. 100. —, gestiftet von der 
Volksbank K. Ci., für eine Kollektion gut und geschmack- 
voll ausgcführler Buchdruckarbeiten. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Max Lehnert , Ober- 
maschinenmeister, 2) Hermann Toaspern, Schriftsetzer, 
3) Wilhelm Wemecke, Faktor. 


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Prämiierungs-Flericht von der Industrie- und Gewerbeausstellung in Hamburg. 


401 


Curl Griese, Silberne Medaille für gut 
hergestellte Lichtdruckreproduktionen verschiedener 
Arten. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Georg Älbers, Stein¬ 
drucker, 2) Heinrich Forndran, Lichtdrucker, 3) Carl 
Grabo, Lichtdrucker. 4) liiehard Floss, Zinkätzer. 

F. W. Kühler, Silberne Medaille für Plakate 
in lithographischem Farbendruck von weitreichender, 
dem Zwecke entsprechender Wirkung, in deren Ent¬ 
wurf sich ein beachtenswerter Zug künstlerischen 
Strebens bekundet. 


44)2 


Dazu als Nebenpreis: 1) M. 100.— gestiftet von der 
Innung des Ilamburgischen Buchdrucker-Prinzipal-Vereins 
für mehrfarbigen Buchdruck. 

2) M. 100.— gestiftet vom Rürgerverein Barrnbeck für 
die hervorragendste Leistung in Accidenzdruck-Arbeiten. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Otto Schlotke, Setzer, 
2) Job. Burmestcr, Maschinenmeister. 

Verlnysanstalt und Druckerei A.-G. 

(vormals J. F. Richter), Silberne Medaille für umfang¬ 
reiche Verlagsthätigkeit in mehreren Literaturzweigen, 
sowie für gute Ausführung mannigfaltiger graphischer 
Erzeugnisse. 



Dazu als Nebenpreis: M. 200.— aus dem von den 
Herren von Indulfy & (ionström gestifteten Preise für 
die beste Gesamtleistung in Plakatdrucken. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Johannes Hoffmann, Stein- 
drucker, 2) Carl Bärendorff. Steindrucker, 3) Gustav 
WaIdschlägel, Li 11 1 ograpt i. 

Mühl meist er tO Johler, Silberne Medaille 
für geschickt entworfene und technisch gut aus¬ 
geführte Farbendruckplakate von besonderer Fern¬ 
wirkung. 

Dazu als Nebenpreis: M. 100.— aus dem von den 
Herren von Indulfy & flonström gestifteten Preise für die 
beste Gesamtleistung in Plakatdrucken. 

Fred. Sehlothe, Silberne Medaille für ge¬ 
schmackvollen und vortrefflich gedruckten Acci- 
denzsatz. 


Dazu als Nebenpreise: 1) M. 100.— gestiftet von der 
Innung des Hamburgischen Buchdrucker-Prinzipal-Ver- 
eins für guten Werkdruck. 

2) M. 200.— gestiftet von Herrn Dr. Emil Harlmeyer 
für die vollendetste Leistung in illustriertem Buchdruck. 

3) eine silberne Ehrengabe von den Herren Beit & 
Phil ippi für die vorzüglichste Kunstdruckarbeit in Buchdruck. 

4) M. 200.— gestiftet von dem Hamburg-Altonaer 
Buchhändler-Verein für die besten C.alico-Einbände mit 
Lichtdruck, Gold- oder Farbenpressung. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Vorsteher der Xylographie 
Feuerlein. 2) Vorsteher der Steindruckerei Thilow, 3) Vor¬ 
steher der Buchbinderei Kühn. 4) Vorsteher des Buch¬ 
druckmaschinensaals Heine. 

Leo Kempner <0 Co., Bronzene Medaille 
für gute Reproduktion von Ölgemälden moderner 
Künstler in Chromolithographie. 


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Novitäten der Schriftgiesserei J. G, Scheiter & Giesecke in Leipzig. 


Zierschrift „Aurora“, 

No. 132G. Cicero+. 30 A V» Satz ca, 3,3 kg. 


J. C, SCHELTET? & GIESECKE, LEIPZIG 

No. 1327a. Knnturtype T rti + n A rin rar bin ca i.l kg. 

No. 1327b. Kindrucktype ‘""“T' *‘ A I' zweifarbig ca. ».3 kg. 

7 INTERNATIONALE AUSSTELLUNG 6 

7 INTERNATIONALE AUSSTELLUNG 6 

No. 182*n. Konturtypc T , . , einfarbig ca 5,3 kg. 

No. I32»b. Kiudrncktype T ‘ ' 1 ' zweifarbig ca. 10.fi kp. 

KAISER ALEXANDER 

KAISER ALEXANDER 

No. 1329a. Konturtvpe _. i einfarbig ca. II I kp. 

No. 1329b. Kindrucfctype Doppelmittcl f- ISA Satz zweifarbig C|L l5 , K k J. 

MAINZ BERLIN ULM 

MAINZ BERLIN ULM 

No. 1330a. Koniurtype ,, a . ,, einfarbig ra. 7.1! kp. 

No. 1330b. Eindruefctype 3 GlCtrv + ' rtA ‘ batz zweifarbig ca. 15.2 kg. 


üiai 




ROBINSON 


Zierlinien in Hartmetall. 

Vierteleicero und Halbpetit a .Stück M. 0.15. Nonpareille i Stück M. 0.20, Cicero ä Stück M. 0.25. Zusammen (je 1 Stück) M. 3—, 
Viertelcicero. Nonpareille. Haipetit. 

Cicero 

-- - 

.- 

|\ ^ ' - Ä 


jlfl^ 


i2ia 


Ecken von J. G. Scheiter V Giesecke in Leipzig. 


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PRINCETON UMIVERSITY 



















Novitäten der Schriftgiesserei J, G, Scheiter & Giesecke in Leipzig. 


Lateinische Schreibschrift, 

No. 1234. 3 >/» Cicero.t* 20 a CA, 11.5 kg ä kg M. 7 00. 


o y*/'//. 




z'z/rzz'zzv/ ^y-m€^jmizzi€zä^l 




Korrespondenz. 

No. 1 107.t 5 Cicero. 6a SA. 7,7 kg a kg M. 7.-. Gemeines allein 3,5 kg » kg M. 7.- 

/} /} 




No. 1108.j 5 Cicero. 6 a 3 A 7,6 kg a kg M. 7.—. Gemeines allein 3.4 kg ä kg M. 


Wmirn 


r/z/Z 



Halbfette Korrespondenz. 

No. 1169.+ 5 Cicero. 6 a 3 A 8,7 kg ä kg M. 7.—. Gemeines allein 4,5 kg i\ kg >1. 7.— . 





















Schriftprobenschau. 


409 


Dazu als Nebenpreis: eine silberne Ehrengabe, gestiftet 
von den Herren Beit & Philippi für die vorzüglichste 
Buntdruckarbeit in Steindruck. 

//. O. Bevsiehl, Bronzene Medaille für viel¬ 
seitige Leistungen in Accidenzsatz und Druck, sowie 
in Geschäftsbücherfabrikation. 

Dazu als Nebenpreis: M. 100.— gestiftet von der 
Innung des Hamburgischen Buchdrucker-Prinzipal-Vereins 
für kaufmännische Druckarbeiten. 

Mitarbeiter-Diplome für: 1) Paul Schule, Faktor, 
2) Ferü. Küsell, Buchbinderei-Vorsteher. 

Blesse <£• Lühes, J. F. Fabricius Nacht., 
Bronzene Medaille für gut ausgeführte typographische 
Accidenzarbeiten. 

Dazu als Nebenpreis: M. 100.— gestiftet von der 
Typographischen Gesellschaft in Hamburg für Druck¬ 
arbeiten. 

Schroeder & Jeve, Bronzene Medaille für 
besonders sauber ausgeführte tabellarische Buch¬ 
druckarbeiten. 

Dazu als Nebenpreis: M 200.— gestiftet von Herrn 
Dr. F.mil Hartmeyer, für tabellarische Buchdruck¬ 
arbeiten. 

Mitarbeiter-Diplom für: Amandus Lampe. 

W. I\. lieche, Bronzene Medaille für gut 
gearbeitete Buchdruckerei-Ulensilien. 

Mitarbeiter-Diplom für: Georg Löhner. 


Schriftprobenschau. 

ine neue schrägliegende Zierschrift, Favorit- 
Schrift benannt, liess Wilhelm Gronaus 
Schriftgiesserei in den Graden Tertia, Text, Doppel¬ 
cicero und Dreicicero schneiden und veröffentlicht 
dieselbe auf einer heute beiliegenden Probe. Diese 
Ziersehrift entspricht ganz dem Genre der in letzter 
Zeit von den Schriftgiessereien gebrachten ameri¬ 
kanischen Schriften und reiht sich ihnen durch origi¬ 
nellen, gleichmässigen und gediegenen Schnitt würdig 
an, kann also mit Recht als eine willkommene 
Bereicherung dieser zumeist sehr beliebten Schrift¬ 
arten bezeichnet werden. Die Giesserei hat, wie sie 
auf der Schriftprobe bemerkt, alle Figuren schneiden 
lassen, welche für den Satz der meisten modernen 
Sprachen erforderlich sind, sie gibt ferner die ornier- 
ten Versalien allein ab, damit Druckereien, welche 
ähnliche Schriften wie die Gemeinen bereits besitzen, 
durch Anschaffung der ornierten Versalien in den 
Stand gesetzt werden, diese mit jenen Gemeinen zu¬ 
sammen verwenden zu können und so eine Ab¬ 
wechslung zu schaffen. 

Die Schriftgiesserei Oscar Lässig (Wien) über¬ 
sendet uns Proben von Initialen, Faschingsvignetlen, 


410 


sowie von Gebetbuch- und Trauervignetten. Alle 
diese Erzeugnisse der Firma verdienen Anerkennung 
durch ihre gefällige Zeichnung und sorgfältige Aus¬ 
führung. Der gute Eindruck dieser Novitäten wird 
leider, was die Gebetbuch- und Trauervignetten 
betrifft, beeinträchtigt, wenn sie in der auf der 
Probe gezeigten Weise mit Typeneinfassungen um¬ 
geben und zur Erzielung einer gewissen Breite durch 
Ansetzen von Ornamenten vervollständigt w'orden 
sind. Dies hätte in sorgfältigerer und geschmack¬ 
vollerer Weise geschehen sollen. 

Bei Gelegenheit der ausführlichen Besprechung 
des neuesten Folgeheftes der Schriftproben von der 
Schriftgiesserei Flinsch hoben wir besonders lobend 
die Einfassung No. 3224—3231 hervor. Wir drucken 
heute, damit sich unsere Leser selbst ein Urteil über 
dieses gefällige Material bilden können, die wenigen 
Figuren der Einfassung ab, hoffend, dass diese, wie 
in der Besprechung hervorgehoben, besonders zur 
Ausschmückung und Abrundung von Ovalen, Kreisen 
und quadratischen Sätzen bestimmten Ornamente, 
auch ihren Beifall finden werden. Geeignete Anwen¬ 
dungen müssen wir uns für diesmal Vorbehalten, 
möchten aber noch darauf hinweisen, dass auch das 
übrige auf unserer Probe verwendete Material aus 
der Schriftgiesserei Flinsch stammt. 

Zwei von den in jener Besprechung gleichfalls 
erwähnten Gratulationsvignetten haben wir in dem 
Text des heutigen Heftes zur Ansicht unserer Leser 
gebractit. Wir zweifeln nicht, dass die abgedruckten 
Muster gefallen und manchen derselben veranlassen 
werden, davon für das nächstjährige Neujahrsfest 
Gebrauch zu machen. Weitere dieser Vignetten 
lassen wir, noch rechtzeitig für Neujahr, in Heft 1 des 
nächsten Jahrganges folgen, in welchem Heft wir auch 
den reichen Schatz von Einfassungen und Schriften 
zu veröffentlichen gedenken, welche uns die Schrift¬ 
giesserei Flinsch in freigebigster Weise spendete. 

Die uns ferner in Guss zugegangenen Novitäten 
der Schriftgiesserei J. G. Scheiter & Giesecke füllen 
drei Seiten unseres heutigen Heftes, obgleich sie 
nur einen kleinen Teil der Neuschöpfungen dieser 
Giesserei in der letzten Zeit repräsentieren. Diese 
Thatsache ist wohl ein genügender Beweis von dem 
unermüdlichen Streben genannter Firma, das typo¬ 
graphische Material fortlaufend in reichhaltiger und 
brauchbarer Weise zu vervollständigen und ihre 
Kundschaft nach allen Richtungen hin zu befriedigen. 

Die gefällige Zierschrift Aurora sei hier an 
erster Stelle genannt, weil sie, obgleich zum zwei¬ 
farbigen Druck bestimmt, doch aber in ihrer Kontur-, 
wie in ihrer Eindrucktype zwei schön gezeichnet e, auch 
einzeln zu verwendende Zierschriften repräsentiert. 

24* 



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411 


Satz und Druck unserer Probeblätter. — Zeitschriften und Biichersehau. 


Auf demselben Blatt befinden sieh Zierlinien in 
Hartmetall von Viertelcicero bis Cicero, sämtlich in 
neuen, zierlichen und ansprechenden Mustern. Das 
ganze Sortiment aus je einer der verschiedenen 
Linien bestehend kostet nur 3 Mark, eine Ausgabe, 
die jede, auch die kleinste Offizin aufwenden kann, 
um sich dieses hübsche Material zu erwerben. 

Wir linden ferner sogenannten Schriftzeilen¬ 
schmuck in siebenundzwanzig diversen Mustern, da¬ 
runter eine Anzahl im amerikanischen Geschmack 
gehaltene, sowie diverse Eckstücke, von denen 
wiederum die No. 3103—3107 dem gleichen, etwas 
extravaganten Geschmack entprechen; sie zeigen 
sich als eingerissetie Ecken eines Papierblattes. Zwei 
Gutenbergbüsten und zwei Eulen darstellende Vig¬ 
netten sind dieser Kollektion einverleibt. 

Endlich haben wir noch auf die verschiedenen 
schönen, schwungvollen Schreibschriften und auf die 
Federzüge hinzuweisen, welche die drille Seite zieren. 
In Bezug auf diese Züge bemerken wir, dass der zu 
Gebote stehende Platz uns nur erlaubte, von der 
aus zwanzig Stück bestehenden Kollektion vier 
Muster abzudrucken. Diese vier Muster zeigen aber 
im Verein mit den verschiedenen schönen Schreib¬ 
schriften, dass sie in Wirklichkeit originell, schwung¬ 
voll und sehr gefällig zu verwenden sind. 

Für diese Seite benutzten wir originelle und 
einfach schöne Ecken von F. A. Brockhaus, während 
die übrigen mit solchen von J. G. Scheller & Giesecke, 
geziert sind. 


Satz und Druck unserer Probeblätter. 

ie Rechnung, Blatt Hh unserer heutigen Proben 
entlieh ihren Hauptschmuck der Holbeinein- 
fassung von J. G. Scheiter <£■ Giesecke im Verein mit 
den Benaissance-Linienornamenten , neueren Schreib¬ 
schriften und einer Zierschrift (G. Strese) derselben 
Firma. Die zur Verwendung gekommenen Vignetten 
verdanken wir den Firmen Bauer <& Co. ('Standarten¬ 
träger) und Faul Leutemann (Rechnung). 

Blatt Oo, ein Avisbrief, ist bezüglich der Ein- 
fassungen zur Hauptsache aus solchen von Bauer & 
Co. gesetzt, die milde lieferte Otto Weisert, 

die Textschrift und die Zeile Ernst Arnold Benj. 
Krebs Nach/., die Unterschrift Genzsch <(■ Jlegse und 
die Zierschrift (Besuchsanzeige) Ludioig & Mayer. 
Für beide Arbeiten dienten uns Muster aus der Hoff- 
mannschen Buchdruckerei in Stuttgart (Setzer Kirch¬ 
hof!) als Anhalt. 


412 


Blatt Ss endlich ist eine Arbeit der Offizin von 
J. G. Scheiter <f- Giesecke , deren neueste Erzeugnisse 
sich auf demselben in Form eines Umschlages 
in vorteilhaftester Weise präsentieren. Beachtung 
verdienen insbesondere die Leisten , Neuen Ecken 
und Zierlinien , wie die höchst gefällige Zierschrift 
(Optische), welche diese, in der Gieseckeschen Offi¬ 
zin mit peinlichster Aecuratesse gesetzte Beilage 
schmücken. 


Zeitschriften und Bücherschau. 

— Kalender für den Orientalisten-Kongress 1889.90. 
Dieser originelle, von Herrn Joh. Baensch, Besitzer der 
Drugulinschcn Offizin in Leipzig , den Mitgliedern des Achten 
Internationalen Orientalisten-Kongresses gewidmete Kalen¬ 
der. kann wieder als ein bemerkenswertes Erzeugnis ge¬ 
nannter Offizin bezeichnet werden. In schmalem Hochfolio 
gedruckt, jede Seite mit stilvoller Einfassung in Braun und 
Blau umgeben, bringt der Kalender ausser der ausführ¬ 
lichen Widmung und gleichzeitigen Empfehlung der Offizin 
zum Druck fremdsprachlicher Werke ein auf Ifi Seiten 
angeorduetes Kalendarium fiir die Monate September 1 SS!) 
— Dezember 1890, sowie 2 Seiten für Notizen und, was 
ihn besonders tcertroll macht, auf der Rückseite der Seiten 
18 Beiträge namhafter Gelehrter in allen orientalischen 
Sprachen , zum Teil auch zugleich in lateinischer, deutscher, 
englischer und französischer Übersetzung. Der Kalender 
ist demnach nicht allein eine Arbeit von hochwissenschaft- 
licliem Wert, sondern er gibt auch den überzeugendsten 
Beweis von dem reichen Schatz der Drugulinschen Offizin 
an orientalischen Typen aller Art und von der Leistungs¬ 
fähigkeit derselben in der korrekten Druckausführung 
einschlägiger Werke. 

— Codex aureus. Bei Alphorn Dürr in Leipzig er¬ 
schien, so schreibt die Trierische Landeszeitung, in diesen 
Tagen die lange erwartete Publikation über den hiesigen 
Codex aureus. In derselben wird das Goldene Buch 
konsequent Ada-Handschrift genannt, nach seiner Stif¬ 
terin Ada. einer Schwester Karls des Grossen. Dass 
dieselbe eine Tochter Pippins gewesen, erscheint durch 
die Untersuchungen des Prof. Dr. Menzel, welche einen 
Teil des Textes der Publikation bilden, endgültig festgestellt. 
Ausser dein genannten Gelehrten sind noch fünf hervor¬ 
ragende Vertreter der Wissenschaft, der Mehrzahl nach 
Bewohner des Rheinlandes, an dein monumentalen Unter¬ 
nehmen beteiligt, nämlich die Herren; Prof. Dr. Lamprecht 
in Bonn, Prof. Dr. Janitschek in Strassburg, Dr. Corssen 
in Jever, Domkapitular Schnütgen in Köln und Prof. Dr. 
Hettner in Trier. Die Arbeit verteilt sich folgendermassen : 
Menzel: Codex und Paläographie, Corssen: Bibeltext, 
Janitschek: Bilderschmuck, Schnütgen: Einbanddecke und 
Hettner: Gemme (Sardonyx). Die 3 ersten Arbeiten sind 
Abhandlungen von tief einschneidender Bedeutung für das 
Schriftwesen, die Textkritik und die Kunstgeschichte, Die 
Hauptergebnisse lassen sich in folgendem zusammenfassen. 
Der Pergamentcodex, mit anderen karolingischen, nament¬ 
lich in Soissons und London, verwandt, ist zur Zeit der 
karolingischen Renaissance von zwei Händen, welche der 
Aachener Schule (Schola palatina) nahe stehen, geschrieben. 



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Mannigfaltiges. 


414 


tl.i 


Der Bildersclimuck stammt von einem Künstler der Metzer 
Schule; andere Schulen waren in Tours, Corbie u. s. w. 
Der Codex hat dem Texte nach eine Überarbeitung (Kor¬ 
rektur) nach der Zeit der Alcuinschen Textreform erfahren 
und stellt eine Art Abschluss der von Alcuin ins Leben 
gerufenen Revision der Vulgata dar. Zur Bestimmung 
seiner Stellung innerhalb der karolingischen Renaissance 
sind grundlegende Studien auf zum Teil weit hergeholtem 
Material fussend gemacht und eine neue Etappe fiir die 
einschlägigen Disciplinen gewonnen. Die Ausstattung ent¬ 
spricht durchaus der Wichtigkeit der Publikation und der 
Würde ihres Gegenstandes. Die .‘iS photolithographischen 
und chromolithographischen, wirklich ausgezeichneten 
Tafeln entstammen der chalkographischen Abteilung der 
Reichsdruckerei in Berlin. Die von der Gesellschaft für 
rheinische Geschichtsforschung bestrittenen Druckkosten 
der ganzen Auflage betragen 7000 Mark; das Exemplar 
kostet im Buchhandel Bö Mark. Dieser Aufwand erscheint 
durch die nunmehr feststehende Thatsache gerechtfertigt, 
dass der Ada-Codex unter den karolingischen Handschriften 
des Rheinlandes einzig dasteht und das wichtigste Denk¬ 
mal des ersten Aufschwunges deutscher Kunst darstellt. 

— Das 4. Heft der illustrierten Zeitschrift »Universum« 
schliesst sich würdig den vorausgegangenen Heften an. 
Ausser den Fortsetzungen der laufenden Romane und 
Erzählungen enthält es eine grössere Anzahl kleinerer, 
den Leser interessierender Artikel. Der Bildersclimuck. 
sowie die Kunstbeilagen, sind wie gewöhnlich, namentlich 
in Anbetracht des überaus geringen Preises — das Heft 
kostet nur 50 Pfg. — vortrefflich zu nennen. 


Mannigfaltiges. 

— Jubiläen. ßOjäliriges. Am 1. Oktober der Oberfaktor 
Wilhelm Bast und der Korrektor Karl Groll in der Reichs¬ 
druckerei in Berlin. — öOjähriges. Am 1. Oktober die 
Buchdruckerei und lithographische Anstalt von Heinrich 
König in Lüneburg. — Der Faktor der Buchdruckerei von 
Alexander Wiede in Leipzig Herr Schuwardt daselbst. — 
Der Handpressendrucker August Botzlcr in der Reichs¬ 
druckerei in Berlin. 

— Auszeichnungen. Herr Joh. Baensch (Firma Drugulin) 
in Leipzig erhielt anlässlich des in Stockholm tagenden 
Orientalisten-Kongresses vom König vom Schweden die 
goldene Medaille am blauen Bande für Kunst und Wissen¬ 
schaft. — Herrn Adolf Meyer, Teilhaber der Schriftgiesserei- 
Firma A. Meyer & Schleicher in Wien, wurde das Goldene 
Verdienstkreuz verliehen. 

— Geschäftliches. Herr Otto Benstein, Prokurist der 
Firma W. Büxenstein in Berlin, ist in das genannte 
Geschäft als offener Gesellschafter aufgenommen worden. 

— Auf Veranlassung der Tarifkonunission für Deutsch¬ 
lands Buchdrucker fand in Dresden am 9. Oktober eine 
allgemeine Versammlung der Prinzipale daselbst zuin 
Zwecke der Errichtung eines Schiedsgerichts für Tarif- 
streitigkeiten statt. Als Mitglieder wurden in dasselbe 
gewählt Herr Stadtrath Schröer, Herr Johannes Pässler, 
Herr Arthur Schönfeld und als Stellvertreter Herr Robert 
Heinichen (B. G. Teubner) und Herr Josef Philipp. Da 
die Wahl der Gehilfenmitglieder auch bereits stattgefunden, 
wird das Schiedsgericht voraussichtlich am 1. Januar 1890 
in Thätigkeit treten. 


— t L)ic Schriftgiesserei der Londoner Times . Die 

technische Leitung dieses Webblattes hat es für vorteil¬ 
hafter befunden, den grössten Teil der zum Satz verwendeten 
Schriften im Etablissement selbst giessen zu lassen, ln 
demselben sind vier grosse Scbriftgiessmaschinen aufgestellt, 
welche die Schriften nicht allein giessen, sondern sie auch 
automatisch abbreclien. bestossen, schleifen und die einzelnen 
Sorten in Reihen aufstcllen, mit einem Wort, sie fiir die 
unmittelbare Abgabe an die Setzmaschinen Hattersleyschen 
Systems fix und fertig machen. Abgelegt werden nur die 
vereinzelt vorkommenden grösseren und auszeichnenden 
Schriften, während die Textschriften nach dem Stereotypieren 
■wieder in den Schmelzkessel zum Umguss wandern. Die 
Kosten des Umgiessens stehen nur um ein Geringes höher 
als die des Ablegens und Aufsetzens in Reihen. Das 
Wegfallen letzterer mit der Hand auszuführenden Manipulation 
gleicht die kleine Mehrausgabe für das Neugiessen voll¬ 
kommen aus. (Pr. Reg.) 

— f Ein amerikanischer Schriftgiesser hat die ganz 
zweckmässige Einrichtung getroffen, die Kapitälchen o, s, 
v. w, x und z mit einer Extrasignatur zu versehen, um 
das Verwechseln derselben mit den gleichen gemeinen 
Buchstaben zu vermeiden. 

— Russische Blätter veröffentlichen folgende Mit¬ 
teilungen über die Preise, welche die hervorragendsten 
Schriftsteller Russlands für den Verkauf ihrer gesammelten 
Werke erzielt haben. Kurz vor seinem Tode verkaufte 
Turgenjew das Recht der Herausgabe seiner Werke auf 
»ewige Zeiten« Herrn Glasunow für 90000 Rubel; auch 
Schtschedrin (Ssaltykow) unterhandelte wenige Tage vor 
seinem Tode mit dem Moskauischen Buchhändler Dunmow 
(Firma Ssalajewy). Duninow hot (>0000 Rubel, aber die 
Sache zerschlug sich. Von den anderen bekannten Schrift¬ 
stellern erhielten für das Hecht der Herausgabe ihrer 
Werke: Gogol 60000 Rubel, Puschkin 35000 Rubel, 
Shukowskij 5000 Hubel, Krylow für seine Fabeln 14000Rubel. 
Nekrassow 15000 Rubel, Goutscharow 35000 Rubel, 
Ostrowskij 10000 Rubel (für eine Ausgabe), Grigorowitsch 
5000 Rubel. Aksakow 3000 Rubel (für eine Ausgabe), 
Mey 1000 Rubel. In der letzten Zeit verkaufte der Volks¬ 
schriftsteller Gleb Uspenskij seine Werke den Herren 
Pawlenkow und Ssibirjakow für 25000 Rubel. Herr 
Pawlenkow veranstaltete eine billige Ausgabe, die in einem 
Jahre einen Absatz von 10000 Exemplaren fand. Auf diese 
Weise befindet sich fast die ganze russische Lilleratur im 
Verkaufe, wobei als der Hauptkäufer Glasunow zu nennen 
ist. Shukowskij, Lermonlow, Nekrassow, Turgenjew und 
Goutscharow werden von Herrn Glasunow herausgegeben. 
Die höchsten Preise haben übrigens die in Russland 
gebräuchlichen populären Lehrbücher erzielt; so zahlte 
der Buchhändler l’olubojarinow dem Verfasser der Lehr¬ 
bücher für Arithmetik, Jewtuschewskij, 50000 Rubel, 


Briefkasten. 

Herrn Faktor P. L., Aachen. Die uns zugesandte amerikanische 
Karte kann auf zweierlei Weise hergestellt sein. Das Terrain ist 
wahrscheinlich auf den lithographischen Stein graviert und dann auf 
Zink amgedruckt und für Buchdruck hochgealzt worden. Die Schrift, 
unzweifelhaft von Typen gedruckt, kann entweder nach dem Druck 
des Terrains in die ganze Auflage eingedruckt sein oder, was jedenfalls 
wahrscheinlicher, r weil vorteilhafter, sie ist nur in den Cm- 
druckbogen für das Torrain mit Umdruckfarbe ci mred ruckt, so 


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415 


Annoncen. 


{•Ui 


dass also die komplette Karte vorlag, die dann auf Zink übertragen 
und geätzt wurde Auf diese Weise entstand die komplette Karte als 
Hochdruckplatte Iür Buchdruck und der umständliche Eindruck 
der Schrift als zweiter Druck für die ganze Auflage wurde vermieden. 
Dass auf diese Weise bei dem wiederholten Druck der Karte viele 
Kosten und Umstände gespart werden, ist erklärlich; die letzteren/.. B. 
sind wegen des jedesmaligen Kegistermachens ganz bedeutend. Der 
Satz der Schrift ist allerdings ein Kunststück, über die Ausführung 
solcher Sätze belehren sie die Artikel >Landkartensatz< in Waldow: 
Grosses Lehrbuch und Waldow: Wörterbuch der graphischen Künste. Die 
dort abgedruckte, gesetzte Mahlausche Karte enthält nicht nur die Schrift, 
sondern auch das Terrain. Hei Wegrall des letzteren (wie auf der 
amerikanischen Karte) sind die Schwierigkeiten beim Satz der Schrift 
zwar etwas geringer, aber doch immerhin bedeutend, dafür wird jedoch 
eine gleichmässige, scharfe und leserliche Schrift erzielt, wie solche 
für Eisenbahnkarten von grosser Wichtigkeit ist — Herrn Faktor K. H., 
Keudnitz-Leipzig. Es ist doch wohl nur Spass. dass Sic uns über die 
näheren Bedingungen der Aufnahme in die Typographische Gesellschaft 
befragen. Sie haben ja die beste und bequemste Gelegenheit sich 
mündlich ausführliche Auskunft an Ort und Stolle zu erholen. Gehen 
Sie Donnerstags in das Buchhändlerhaus, stellen Sie sich dem Vor¬ 
stande vor, erbitten Sie sich Auskunft und beantragen Sie event. Ihre 
Aufnahme. Die gesandten Arbeiten sind nicht übel: sollte zu der 
BrieFkopfverzierung ohne Text nicht ein Blankovordruck verwendet 
w r ordcn sein? Irren wir uns. so bitten wir um Entschuldigung. Weitere 
Arbeiten, welche uns ein eingehenderes Urteil ermöglichen, werden wir 
gern annehmen und unparteiisch begutachten. 


Inhalt des 12, Heftes. 

Der Buntdruck auf Buchdruckpresscn. — Dappctypen für besondere 
Fälle. — Prämiierungs-Bericht von der Industrie- und Go Werbeaus¬ 
stellung in Hamburg. Schrittprobenschau. — Satz und Druck unserer 
Proboblätter. — Zeitschriften und Bücherschau. — Mannigfaltiges. — 
Annoncen. Inhalt. — Accldcnzmuster Iin Text; 5 Neujahrskarten — 
Beilagen: 1 Blatt Rechnung 1 Blatt Avisbrief. v— i Blatt Umschlag. 

1 Blatt Favorit-Schrift von Wilhelm Gronaus Schriftgiesserci in Berlin/ 
Das Heft enthält im Ganzen 4 Beilagen. Für das Gediegen der 
fremden Beilagen kann jedoch wegen oft unzureichender Anzahl nicht 
garantiert werden. 


Bezugsbedingungen für das Archiv. 

Erscheinen: In 12 Monatsh eft«*», (Heft h und 9 stets als Poppel h**ft> jcd^mal in 
der ersten Monutswovhe. BV* Für komplette Lieferung, Insbesondere voll¬ 
ständige Beilagen, kann nur den vor Erscheinen de» 2. Hefte» ganzjährig Al*>n- 
nierenden garantiert werden. 

Bezugsquelle: Jede Buchhandlung; auch direkt vom Verleger unter Kreuzband. 

Preis: >1. 12, unter Kreuzband direkt M. J K,.'*» nach ausserdeutschon Ländern 
M. 11,40. Nach komplettem Erscheinen Preis pro Band M. li», - exkl. Porto. 

Annoncen: Preis pro Petitzeile tif». zweisp. dn-i-qi. 75 Pf. Bei häufiger 
Wiederholung Rabatt, Kostenanschläge sofort. Betrug»* vor Abdruck zu 
zahlen, andernfalls 2f> Pf. ExtrngebÜhr. Al» Beleg dienen Ausschnitte, 
Beleghefte, wenn verlangt, kosten je nach Ausstattung M. l.jü 2.50 

Beilagen : Quartblatt M. 31), umfangreichere je nach Gewicht M. 25 etc. Aufi. 

NovitÄten in Originalguss Anden Anwendung im Text und auf den Muster blättern 
ohne Berechnung, doch wird bedungen, dass dieselben als Entschädigung 
für die durch die Aufnahme erwachsenden Mühen und Kosten Eigentum de» 
Verleger» bleiben. (»losseivleu, welche dies nicht wünschen, wollen sieh 
besonder» mit uns vereinbaren. 

Klischees von verwendeten Original-Platten gelten wir ah, liefern atuhTarbwti. 
Bronzen, Papiere etc., wie wir solche lieiintzten; von allen Diplomen halten 
wir RlnnkoVonlnicke am I>ager. 

Schriften, Einfassungen etc. aller Giessenden liefern wir zu Originalpreisen. 


Textschrift von IU*nJ. Krebs Xachf., Frankfurt a. M. Initialen von Otto 
Weisett, Stuttgart. Clterscliriftcn von EinII Berger, Leipzig. Unterrubriken von 
Itoos Junge, Offenbacli a. M. Perl Antiqua uiul halbfette Aldine Kursiv von 
J. G. Scheiter a e.h-secke, Leip*jg, Gedruckt mit Farbe von Frev Je Senlng, Leipzig, 
I auf einer Schneilpresse von Klein, Forst A Bohn Nachf., Johannisberg a. Rh. 




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Im Januar 1881 empfingen wir von 
Herrn Karl Krause in Leipzig einen 
dreiwalzigen Kalander, mit dessen 
Leistungsfähigkeit wir seil dieser Zeit 
in jeder Beziehung recht zufrieden sind. 

Wir können daher unseren Herren 
Kollegen dieses Fabrikat auf das 
Wärmste empfehlen und sind auch 
gern bereit, briefliche Auskunft darüber 
Jedem zu erteilen. 

Ergebenst 


A. Rietz & Sohn. 


Naumburg a. S. 


Herrn Earl Krause, Leipzig. 































































































































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trischen Lichtbctriel) geeignet. Über ä«X) Anlagen im Betrieb. 

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hängig von Gasfabriken. — Gleiche Vorteile wie bei gewöhn¬ 
lichem Gasmotorenbetrieb. — Ohne weitere Abänderung für 
Leuchtgas verwendbar. — 


Redigiert und herausgegeben von Alexander Waldow in Leipzig. — Druck und Verlag von Alexander Waldovv in Leipzig. 


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42;-? 


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424- 



































































Inhalt des 26. Bandes 


Spalte 

Grössere Aufsätze. 

Buntdruck, der, aufBvchdruekpressen, 
von Alexander Waldow . 1 41 77 

185 221 257 317 355 391 
Derricys Schnellpresse für Schön- und 

Widerdruck ,.10 

Eindrücken, das, letzter Nachrichten 
bei Botaiionsmaschinen .... 120 
Einiges aus der Praxis und für die 
lh'axis, von A. M. Watzulik 323 363 
Engelens typenlose Setzmaschine . .149 

136 172 

Englisches Fachblatt, Urteil, über den 
deutschen Accidenzsatz .... 229 
Japanischer Formenseluitz .... 266 

Schriftminimum .113 

Urteil, ein sonderbares, über den 

deutschen Buchdruck .191 

Verwendung, zweckmässigste, des Acci- 
denz-Schriftmaterials .... 47 85 
Welches ist die beste Zeit zum Walzen¬ 
giessen? .155 

Kleinere Aufsätze. 

Beschluss, ein wichtiger. Bekannt¬ 
machung der renommiertesten 
Schriftgiessereien an ihre Kunden 124 
Druckverfahren, neues, für Illustra¬ 


tionen .234 

Illustrationspapier, amerikanisches 232 

244 

Leder-Tonplatten.201 

Neujahrskarten und Kalenderschau 94 
Neusilber als Material zu Winkel¬ 
haken .16 

Ordnung in den Titel- und Zier- 

schriftkästen .236 

Pappetypen für besondere Fälle . 399 
Schmelzvorrichtung für Walzen¬ 
masse .54 

Typographischer Muster-Austausch 52 


Spalto 

Ausstellungsberichte. 

Deutsche allgemeine Ausstellung 
für Unfallverhütung, Berlin 1889 331 
Prämiierungs-Bericht von der In¬ 
dustrie- und Gewerbeausstellung 


in Hamburg.400 

Stuttgarter Graphische Jubiläums- 
Ausstellung.281 


Jubiläen, und Auszeichnungen. 

Jubiläum, lOOjähriges, der Firma 
C. S. Mittler & Sohn in Berlin 132 
Laufbahn, die, eines tüchtigen Man¬ 
nes. F.in Lebensbild Albin Maria 
Watzuliks bis zum Tage seines 
25jährigen Berufsjubiläums . . 273 
Sonstiger Bericht über Jubiläen und 
Auszeichnungen 22 63 100 171 208 
209 243 244 302 303 339 340 341 375 

413 

Geschäftliche Notizen. 

27 64 100 172 209 244 303 340 413 


Nekrologe. 

Giesecke, Bernhard Rudolph . . 289 

Hedouin, Edmond, ein Meister der 

Radierkunst.137 

Sonstiger Bericht über Todesfälle . 22 
64 65 100 172 209 243 340 375 


Zeitschriften und Bücherschau. 

Anleitung zum Ordnen der Geschäfts¬ 
papiere von F. Soennecken, Bonn, 
Berlin, Leipzig, Soenneckens Ver¬ 
lag .135 

Buchbinderei, die heutige, und ihre 
Hilfsmittel von Eduard Tonndorf 336 


Spalto 

Biireau-Blatt, Weimar, Hermann 

Weissbach.135 

C. D. af Wirsen, J Lifvets Var, 
Stockholm, Hugo Gebers Verlag 99 
Codex aureus von Alpli. Dürr, Leipzig 412 
Frithiofssaga von Tegner. Pracht¬ 
ausgabe. Stockholm, Norstedt 


& Söhne.61 

Jahrbuch für Photographie und Re¬ 
produktionstechnik. III. Jahrgang, 

II. Teil, von Prof. Dr. Josef Maria 
Eder, Halle, W. Knapp .... 170 


Kalender für den Orientalisten-Kon- 
gress 1889 90, Leipzig, W. Drugulin 413 
Kalligraphische Novitäten von C. 

Franke, Zürich, Orell Füssli & Co. 98 
Meisterwerke der Holzschneidekunst, 
Leipzig, J. J. Weber .... 62 
Musterbuch von Förster & Borries 

in Zwickau i. S.21 

Öl- und Buchdruckfarben, Bereitung 
der, Handbuch für Firnis- und 
Farbefabrikanten von Louis Ed¬ 
gar Andes, Wien, Pest, Leipzig, 

Hartlebens Verlag.243 

Ornamentensehatz, der, Stuttgart, 

Jul, Hoflmann. 62 242 

Randeinfassungen, Initialen und 
Zierleisten, II. Band, Berlin. Di¬ 
rektion der Rcichsdruckerei . . 170 

Schriften-Atlas von Ludw. Petzen¬ 
dorfer, Stuttgart. Jul. Hoffmaun 62 
Theorie und Praxis des Antiquar- 
Buchhandels von Hans Blumen¬ 
thal, Iglau. Selbstverlag d. Verf. 243 
Universal-Nachscblagebuch des gan¬ 
zen buchhändlerischen Wissens 
von Hans Blumenthal, Iglau 63 336 
Universum, das, Dresden, Verlag 
des Universum (Alfred Hauschild) 99 
243 302 339 374 413 


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Spalte 

Verlagskatalog. illustrierter, von 

B. B. Eklund. Stockholm . . . 61 

Wegweiser durch die Stereotypie 
u. Galvanoplastik von Karl Kempe, 
Nürnberg« Selbstverlag des Ver¬ 
fassers .61 

Weihnachtsheft von Über Land und 
Meer. Deutsche Verlags-Anstalt. 

Stuttgart.63 

Zeitschrift für Deutschlands Buch¬ 
drucker. Herausgegeben vom 
Deutschen Buchdruckerverein . 135 


Mannigfaltiges. 


7. Technisches. 

Eidographie.304 

Einfache Überdruckmethode für 

Farbenplatten.101 

Extrasignatur an Kapitälchen . .414 

Fadenheftmaschine. Srnythsche . 377 
Feuchten oder zu trockenen Walzen 
ihre Elastizität wieder zu geben 3:36 
Konservierung der Treibriemen . 246 
Neuerung an Schön- und Wider¬ 
druckmaschinen .136 

Beinigung gebrauchter Putzlappen 

und Schmieröle.102 

Tachygraph, der.64 

Vielfarbendruck, gleichzeitiger, auf 

der Maschine.29 

Visitenkarten aus Eisen .... 28 

Vorrichtung, eine, an Tiegeldruck- 
und Zilinderschnellpressen zum 
gleichzeitigen Drucken von zwei 
oder mehr Farben.100 


Spalte 

Walzenwaschmittel.ausgezeichnetes 336 
Wartung der Gasmotoren .... 137 
Wiederherstellen verbleichter alter 
Schriften.375 

II. Allgemeines. 


Allgemeine Prinzipalsversammlung 

zu Dresden.413 

Anerkennung deutscher Kunst in 

England.303 

Arbeitsleistung der Fahrkarten- 
Druckerei der sächsischen Staats¬ 
eisenbahnen .27 

Aufruf des Comites für Errichtung 
eines Fr. König-Denkmals in Eis¬ 
leben .374 

Buch, das teuerste, der Welt . . 341 
Buchgewerbhche Ostermessausstel¬ 
lung im Deutschen Huchhändler¬ 
hause zu Leipzig.246 

Rudget der Times.209 

Colts Armory-Presse.174 

Deutsche Zeitung in Japan . . . 341 
Fachausstellung des Mitteldeutschen 

Papiervereins. 64 246 

Farben von Beit di Philippi, Ham- 
burg-Stassfurt . 22 136 172 209 303 
Gasverbrauch der Gasmotoren . . 173 

Graphischer Anzeiger.100 

Herstellung des Papiergeldes in 

Amerika.102 

Inserat, ein teures.342 

Kosten, amerikanischer Mag&zines 

und Zeitschriften.305 

Kuriosum, ein.174 

Lage, die, eines Redakteurs . . . 137 


Spalte 


Mittel gegen Einrosten von Eisen¬ 
schrauben .29 

Phonograph. Versuch desselben bei 

der Zeitung World.27 

Preise von Werken russischerSchrifl- 

steiler.414 

Preisliste von Carl Derlon. Leipzig 209 
Preisliste von F. Soenneckens 
Schrcibwarenfabrik in Bonn . . 136 
Reingewinn der Aktiengesellschaft 
für Schriftgiesserei und Maschi¬ 
nenbau .174 

Schriftgiesserei. die. der Londoner 

Times.414 

Setzer, ein guter.375 

Setzer-Rache.65 

Statistik der deutschen Buchdrucke¬ 
reien .376 

Submission von grossartigem Um¬ 
fange .22 

Zeitungen aus allen Weltteilen . 29 

Zeitungen in England.137 

Zeitungsunternehmen, ein einträg¬ 
liches .341 


Schriftprobenschau. 

17 56 88 126 160 202 2:18 290 335 369 

409 

Satz u. Druck der Probeblätter. 

19 59 93 132 168 207 241 301 335 373 

411 

Briefkasten. 

30 66 138 174 210 246 306 342 378 414 



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Itraiiulaek von Käst d Ehii 


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Rol von llormann finugpr. — Brunzoliraiin von Knsl 4 F.hinger. 


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5 7 BAHNHOF-STRASSE 5 7 


OPTISCHE INDUSTRIE-ANSTALT 


ANFERTIGUNG ALLER 


BRILLEN, OPERNGLÄSER 


MIKROSKOPE ETC, 


Blan&chwarz von Hermann Gatiger. 


/ QrijJnal^atz von J. G. Scheiter & Giesccke, Leipzig- Original from 

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Wilhelm Gronaus Schri ftgiess er ei in Berlin. 


Original - Erzeugnis«. p* 9. V O P 1 t — Schrift. Gesetzlich geschützt. 


70 a 12 A 6 orn. A “ 1 Min. 


Tertia (16 Punkte). 


1 Min. 6 Ko. a M. 11.—. 


Reuhausen Administrator (erfülle <?ß^and Portemonnaie Reminarist 
Xommandantur jRjernhard Grosses internationales kennen 'Rtaldemar Divertissement 
JRenkmat dhrenhausen Jodlet und "Restaurant zur Rönne (dfohannisfeier rRaukunst 
t 2 n 5 Sh/zzen buch (Robert der ; (c) eujet olns/rukfion 6890 


50 a 10 A 5 orn. A = 1 Min. 


Text (20 Punkte). 


Min. 7 Kü. ä M. 10.—. 


Hexameter R)ereln der ß/mker zu ßßüchow 3)emelrius 
Jßnslalis- Tßireklor Erlebnisse einer Denen reise T/ev/erbe- ‘TQuseum 
Tanzkarle lQours- c ^ellel Tostameni 


40 a 8 A 4 orn. A =: 1 Min. 


Doppclcicero (24 Punkte). 


1 Min. 8 Ko. ä M. 9 —. 


Potsdam Je/dmarschall von Jß/umentha/ ßß(ß)es!end 
T\omanze Gemälde älterer und neuerer Jfjeisler Jßarcaro/e 




20 a 4 A 2 orn. A = 1 Min. 


Drei Cicero (36 Punkte). 


1 Min. 10 Ko. ä M. 


beschichten aus dem dBöhmerwald 
Triedrich Reh Iller ßRerfhold Tprerbach 


M J d]7) 


Die ornirten Versalien werden auch allein abgegeben und kosten: 

Tertia: 1 Sortiment M. 10.—, Text: 1 Sortiment M. 12.—, Doppclcicero; 1 Sortiment M. 15.—, Drei Cicero: 1 Sortiment M. 20.—. 

Auf vielfachen Wunsch habe ich zu dieser Scliriftpattung die zur französischen, holländischen, ungarischen, polnischen, dänischen, 
schwedischen, spanischen, sow ie portugiesischen .Sprache ei forderlichen Figuren nnfertigen lassen und dürfte dieser Umstand 
wesentlich zur grösseren Verbreitung der bereits mit grossem Beifall aufgenommenen Garnitur beitragen. 





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